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am 29. Oktober 2013
Anne Holt hat in ihren Krimis schon immer schwierige Themen aufgegriffen. In ihrem neuen Thriller “Schattenkind” geht es um einen schwierigen Fall von Kindesmisshandlung. Thema sind dabei auch das ADHS-Syndrom und die Schwierigkeiten, die die Eltern solcher hyperaktiven bzw. aufmerksamkeitsgestörten Kindern haben. Dem tragischen Einzelschicksal stellt Holt das nationale Trauma des Massakers von Utoya gegenüber, bei dem ein Einzelner fast 100 Jugendliche umbrachte. Zwar geht die Autorin nicht genauer auf die Vorfälle ein, doch der grausame Schatten dieses Ereignisses zieht sich als dunkler Unterton durch die gesamte Story - so, wie auch in Norwegen seit Utoya nichts mehr ist, wie es mal war. So gelingt Anne Holt mit “Schattenkind” ein psychologisch geschickt konstruierter Krimi in einer authentischen, durch Schock und Unfassbarkeit geprägten Atmosphäre.
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am 23. Oktober 2013
Sander ist tot. Sander war 8 Jahre alt als er starb und er starb zuhause, gestürzt von einer Leiter - so berichten seine Eltern. Aber es gibt Zweifel. Und es gibt den jungen Polizisten Henrik Holmes und die Polizeipsychologin Inger Johanne Vik, die diesen Zweifeln auf den Grund gehen. Bei Holmes ist es die Unerfahrenheit, die ihn antreibt, bei Inger Johanne die Tatsache, dass sie Sander und seine Eltern lange kennt.

Von Yngvar Stubo erfährt sie in diesem Fall nahezu keine Unterstützung, denn er steckt mitten in den Ermittlungen des furchtbaren Massakers von Utoya, das sich am selben Tag ereignet hat.Und ihre Beziehung steht nicht nur deshalb vor einer großen Herausforderung.

Anne Holt schafft es wieder hervorragend, ihre Leserinnen und Leser in die Ereignisse der Geschichte "hinein zu ziehen". Sprachlich wohltuend sachlich und psychologisch nachvollziehbar entblättert sie die gutbürgerliche Fassade der Familie und lässt das Buch völlig unerwartet enden.
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am 7. November 2013
Es ist die Zeit des Amoklaufes in Norwegen.

Ein Geschehen, dass Anne Holt nicht in den Vordergrund ihres sensiblen Kriminalromans stellt, dass aber im Hintergrund stetig mitläuft und hier vor allem als Erklärung dafür dient, dass die erfahrenen Polizisten alle Hände voll zu tun haben und damit der häusliche Todesfall eines achtjährigen Jungen wenig Beachtung findet in den offiziellen Ermittlungen, von Beginn an als geklärt schon gilt. Nur ein unerfahrener Polizist soll die Formalitäten dieses „Sturzes von der Leiter“ ordentlich abwickeln, mehr wird nicht erwartet.

Das Kind einer entfernten Jugendbekannten der aus Vorgängerbüchern bereits bekannten Inger Johanne Vik, Psychologin, ist das Opfer. Kurz vor Beginn eines Festes im Hause der Eltern. Als Inger eintrifft, liegt der Junge bereits tot am Fuß der Leiter im Wohnzimmer.

„Ich hätte besser aufpassen müssen“, stöhnt der Vater, Jon Mohr.
„Jon hat nicht aufgepasst“, winselt die Mutter, Ellen Mohr.

Kernsätze des Buches, im Übrigen, die sich wie ein roter Faden durch die verwirrenden Verhältnisse der Eheleute und deren Umfeld durchziehen, bis erst zum Schluss dieses sehr spannenden Romans sich die eigentliche Bedeutung dieses „Aufpassens“ erschließen wird.

Denn was so klar als Unfall des „Zappelphillips“ Sander erkennbar scheint, was offenkundig mit dem ausgeprägten ADHS Syndrom des Jungen zusammenzuhängen scheint, entpuppt sich schon beim ersten, näheren Hinsehen als überhaupt nicht einfach.

Der Vater, Jon, packt der den Jungen zu hart an? Sind die vielen blauen Flecke der Vergangenheit, die „Veilchen“ an den Augen, der gebrochene Arm wirklich vom Jungen selbst verschuldet? Was hat es mit dem ominösen Inhalt von Jons Laptops auf sich, den Ellen „entsorgt“?
Der Freund und Geschäftspartner Jons, Joachim, für Sander eine Art „bester lieber Onkel“, bei dem Sander oft übernachtet, war da alles im guten Rahmen oder wie sah das Verhältnis zwischen Kind und „Onkel“ genau aus?

Dinge, auf die der junge Polizist, Henrik Holme, bei seinen Ermittlungen stößt. Ermittlungen, die er auf eigene Faust angeht. Der junge Mann will sich beweisen und hat sich verbissen in diesen Fall. Und es gibt ja auch genügend Indizien, die nicht zueinander passen. Die Eltern Ellens, zu denen Ellen den Kontakt abgebrochen hat. Die Mutter Jons. Die Betreuungskraft Sanders, alle erzählen Dinge, die kein gutes Licht auf den Jon, den Vater werfen.

Inger Johanne Vik geht derweil in ihrer eigenen Weise den Geschehnissen nach. Eine anonyme SMS setzt sie auf die Spur er hintergründe dieses vermeintlichen Unglücks. Und auch sie vermag kaum zu glauben, was ihr mehr und mehr in die Augen fällt. Wobei sie zudem noch mit ganz eigenen Veränderungen in ihrem Leben konfrontiert wird.

Anne Holt wählt ein schweres Thema, in dem Schuld, Kontrolle, unruhige Kinder, überforderte Erwachsene, nicht-hinschauende Offizielle und jeweils ganz eigene, verdeckte Interessen sich überschneiden und erst ganz zum am Ende hin in überaus überraschender Weise sich aufklären werden.

Wobei es, mit dem Fall selbst nicht mehr zusammenhängend, gerade die Schlussszene des Buches noch einmal massiv in sich hat und den Leser völlig überraschen wird.

Ein aufrüttelnder Fall, überzeugend und differenziert dargestellte Personen, Spannung bis zum Schluss, überraschende Wendungen und ein sensibles Thema, all das verbindet Anne Holt in diesem überzeugenden Roman.
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TOP 500 REZENSENTam 10. Januar 2014
"Schattenkind", der fünften Band der Yngvar Stubø-Reihe der norwegischen Krimi-Autorin und ehemaligen Justizministerin Anne Holt, beginnt am 22. Juli 2011. Es ist der Tag, an dem Norwegen bis ins Mark erschüttert wird, denn der Explosion im Zentrum von Oslo folgt der schreckliche Amoklauf auf der Insel Utøya.

Während die gesamte Osloer Polizei, darunter auch Kommissar Yngvar Stubø, diese nationale Katastrophe untersucht, passiert im Freundeskreis seiner Frau, der Inger Johanne ein folgenschwerer Unfall. Der achtjährige Sohn von Ellen und Jon ist nach dem Sturz von einer Trittleiter gestorben. Im Laufe der Untersuchung tauchen Ungereimtheiten auf und das persönliche Umfeld der Familie macht seltsame Andeutungen, weshalb Inger Johanne Vik, die von Haus aus Kriminalpsychologin ist, gemeinsam mit dem jungen Polizisten Holme die verzweifelten Eltern genauer unter die Lupe nimmt. Und was sie dabei zutage fördert, lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren.

Anne Holt stellt in "Schattenkind" zwei tragische Ereignisse in den Mittelpunkt ihrer Handlung. Zum einen ist da diese nationale Tragödie, die auf Utøya passiert und 69 Menschen das Leben kostet, zum anderen schaut sie sich sehr genau eine normale Familie an, die ihr Kind vermeintlich durch einen tragischen Unfall verliert. Im ersten Fall ist die Möglichkeit der gesellschaftlichen Einflussnahme gering, anders sieht es im Fall des toten Achtjährigen aus. Hier hätte das soziale Umfeld, wenn die Warnzeichen richtig eingeordnet worden wären, Sanders Tod verhindern können.

Ein hartes Thema, das die Autorin hier aufgreift und sehr sensibel behandelt. Sie benötigt keine Schockeffekte und keine drastische Sprache, sondern schildert klar und nüchtern, aber dennoch nicht minder eindringlich, die Ereignisse, die in dieser augenscheinlich ganz normalen Familie ablaufen. Holt schaut genau hin, analysiert das Verhalten der Beteiligten, und zeigt die Brüche auf, die schließlich dazu führen, dass ein achtjähriger Junge sein Leben verliert.

Ein beeindruckender und natürlich wegen der Thematik auch sehr düsterer skandinavischer Kriminalroman - sehr empfehlenswert!
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am 13. Januar 2016
Es ist ein schrecklicher Tag in Oslo. Der 22. Juli 2011. Erst kommt es zu einer Explosion in der Stadt, dann zum Massaker auf Utøya.
Und ein achtjähriger Junge stirbt. Sander fällt von einer Leiter. Ein tragischer Unfall.
Wirklich ein Unfall?
Inger Johanne Vik ist kriminalpsychologin und gehört zu den engsten Freundinnen der Mutter des Kindes. Sie beginnt, sich umzuhören - und bekommt heraus: Nichts war so, wie es schien.

Nach und nach gibt die Autorin Anne Holt in ihrem Roman "Schattenkind" Puzzleteile des Krimis frei. Wir erfahren, was mit dem kleinen Sander los war. Dass ADHS nicht immer ADHS sein muss, dass ganz andere Gründe dahinter stecken können, wenn ein Kind scheinbar hyperaktiv ist.
Anne Holt schreibt auf eine sehr spannende, sehr lebendige Weise. Clever konstruiert, extrem fesselnd und mitunter undurchsichtigen, aber auch sympathischen Figuren.
Hinzu kommt ein leiser, packender Showdown, der es noch mal in sich hat. Und auch der ist präzise erzählt. Ein toller Thriller!
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TOP 500 REZENSENTam 21. November 2013
Pro:
Der Leser wird direkt mitten in das familiäre Trauma gestoßen, aber schnell etablieren sich auch die schrecklichen Todesfälle auf Utøya als allgegenwärtige Kulisse - denn zunächst hat kein Polizist Zeit, sich um den Tod des kleinen Sander zu kümmern. Er wird beinahe bedeutungslos im Vergleich, und nur ein junger, unerfahrener Ermittler wird schließlich abgestellt, um die Eltern zu befragen und sich das Umfeld des Jungen anzusehen. Unterstützt wird er dabei von Inger Johanna, die Lesern von Anne Holt bereits aus früheren Büchern bekannt ist.

Die Autorin baut schon in den ersten Seiten Spannung auf, die im Verlauf des Romans auch selten einmal nachlässt und dem Leser eine Verschnaufpause gönnt. Es ist dabei eine eher subtile, psychologische Spannung, die größtenteils ohne drastische, blutige Schilderungen von Gewalt und Tod auskommt. Und es geht hier nicht nur um die Klärung des Todesfalls, sondern um Themen wie Trauerbewältigung, persönliche Haftbarkeit und die Frage, ob man Menschen, die man schon viele Jahre kennt, wirklich bis ins Innerste kennt. Die Atmosphäre ist bedrückend, aber packend.

Die Charaktere waren für mich alle sehr glaubwürdig - auch oder gerade die, die einem (erst einmal) nicht sympathisch sind. So konnte ich zum Beispiel den jungen Polizisten erst nicht leiden, aber im Verlauf des Buches erfährt man immer mehr über ihn und er gewinnt eine berührende emotionale Tiefe, so dass er am Ende sogar mein Lieblingscharakter war. Ich hoffe darauf, ihn in zukünftigen Bücher von Anne Holt wiederzutreffen!

Die Familie von Sander lebt nach seinem Tod wie in einer Blase, als einzige abgeschottet vom kollektiven Albtraum Norwegens. Wer könnte ihnen das übelnehmen? Wie ein Freund der Familie, für den Sander wie ein kleiner Bruder war, an einer Stelle sagt: ihm ist bewusst, dass es auf Utøya 69 tote Kinder gab, aber nur Sander hat er gekannt und geliebt, und damit wiegt für ihn der Tod dieses einzelnen Kindes schwerer.

Inger Johanna steht in diesem Roman sehr alleine da. Ihr Mann, beteiligt an den Ermittlunge von Utøya, ist emotional zerissen und leidet dermaßen, dass sie ihn nicht weiter belasten will - und dann kommt für Inger Johanna ein weiteres, sehr persönliches Problem dazu.

Der Schreibstil ist wunderbar. Klar und oft eher nüchtern, aber trotzdem eindringlich... Mir gefiel sehr gut, wie konsequent die Autorin auf Effekthascherei und übertrieben dramatische Schilderungen verzichtet. Die Geschichte ist tragisch genug, dass leise Töne mehr als genügen, um sie zu erzählen.

Zitat:
"Es war ohnehin zu spät.
Das Wohnzimmer war ordentlich und sauber, als ob es in wenigen Stunden fröhliche Gäste empfangen würde.
Wenn da nur nicht das tote Kind gewesen wäre.

"Nicht", murmelte die Mutter fast unhörbar."

Das Cover springt direkt ins Auge und macht klar: hier erwartet den Leser ein moderner Thriller mit Hochspannung pur! Der Apfel und die Rasierklinge haben zwar herzlich wenig mit dem Inhalt zu tun, aber das Titelbild fand ich dennoch ansprechend.

Kontra:
Ich bin leider schon relativ früh darauf gekommen, was passiert ist - allerdings blieb es dennoch spannend, weil die Frage blieb, ob und wie der Fall geklärt werden würde, und welche Konsequenzen es für die Beteiligten haben würde.

Das Ende... Ohje, das Ende. Nachdem ich die letzten Seiten gelesen hatte, war ich so schockiert, dass ich das Buch am Liebsten an die Wand gepfeffert hätte. Ich habe mich bitter bei meinem Mann beschwert, und er wies mich darauf hin, dass es ein konsequenter Schluss dieses Buches ist und nahtlos in die Thematik passt. Nach drei Tagen des Nachdenkens muss ich ihm Recht geben, aber es bleibt ein Ende, das nicht leicht verdaulich ist.

Zusammenfassung:
Für mich ist "Schattenkind" ein erstklassiger nordischer Krimi, der das Kunststück schafft, eine nationale Tragödie zum Hintergrund zu machen, ohne ihm die Tragweite und Relevanz zu nehmen.
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TOP 500 REZENSENTam 4. Dezember 2015
" Schattenkind " ist ein Buch, das sich eines sehr prekären Themas annimmt, wie es bei der Autorin ja oft der Fall ist, hier ist es Kindesmissbrauch. Ein Thema , dass immer wieder in den Medien auftaucht und doch so oft übersehen wird.

Am 22 Juli 2011 hat Norwegen seine Unschuld verloren. Ein psychisch kranker Täter rechtsradikalen Ursprungs veranstaltete das Massaker von Utoya, dem viele junge Norweger zum Opfer fielen. Da fällt der Unfall eines achtjährigen Jungen, der von der Leiter fiel nicht ins Gewicht. Doch einem jungen Polizisten geht dieser Unfall nicht aus dem Kopf und er recherchiert. Inger Johanne Vik, eine Freundin der Mutter des toten Sander, wird in den Fall mit hineingezogen.

Von Anfang an liegt ein dunkler Grundton über der Geschichte, denn den 22. Juli 2011 wird kein Norweger vergessen. Der Tag des Massaker, das viele junge Norweger tötete. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass keiner dem 2 Unfall des 8 jährigen Sander nachgeht. Das Massaker hatte nationale Priorität. Anne Holt baut ihren psychologisch ausgefeilten Roman geschickt um dieses Ereignis herum auf , sodass der Fortgang dieser Sache auch durchaus glaubhaft ist. Mit viel Geschick für das Wesentliche und eine gute Beschreibung der Figuren rundet die Autorin diese Geschichte ab, wodurch die die Brisanz dieses Themas noch verstärkt wird. Kindesmissbrauch ist immer noch ein Thema was bagatellisiert wird, wo man wegschaut. Dadurch dass in diesem das Attentat im Vordergrund steht , wird der Fall eines Einzelnen auch bagatellisiert.
Was ich sehr gut an diesem Buch fand war, dass die Misshandlungen nicht expliziert beschrieben wurden. Ich glaube , dann hätte ich das Buch auch weggelegt. An Tragik und Intensität hat es diesem Buch aber nicht gefehlt , da man seiner eigenen Fantasie da auch vertrauen kann.
Geschickt legt die Autorin falsche Fährten und wartet mit einem Ende auf, dass ich so nicht erwartet hätte.

Absolut empfehlenswerter Krimi !!!!
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am 6. März 2015
Der Amoklauf im Jahre 2011 hat einen Aufschrei von Norwegen in die Welt hinausgetragen und die Norweger ein Stück weit geprägt. Dieser Amoklauf steht jedoch nicht im Vordergund von Anne Holts Kriminalroman „Schattenkind“, die Thematik zieht sich jedoch kontinuierlich durch den kompletten Roman. Die tragische Problematik dabei ist, dass die norwegische Polizei aufgrund von mangelnder Erfahrung mit dem Amoklauf so sehr beschäftigt ist, dass sie nur wenig Aufmerksamkeit für den Tot eines achtjährigen Jungen findet, der am besagten Tage des Amoklaufs augenscheinlich einen häuslichen Unfall erlitt. Da der Junge an ADHS litt war es den Beamten absolut schlüssig, dass er aufgrund seiner Krankheit unachtsam von der Leiter stürzte und dadurch verstarb.

Beim genaueren Hinsehen jedoch kommen zahlreiche Fragen auf, die an dem Unfalltod des Achtjährigen zweifeln lassen. Die Vermutung von häuslicher Gewalt kommt auf und es stellt sich die Frage wie genau das Verhältnis des Jungen zu seinem „Onkel“ Joachim, dem Geschäftspartner des Vaters, bei dem der Achtjährige häufig übernachtete, genau war.

Der junge Ermittler Henrik Holme, der auf eigene Faust ermittelt, findet nach und nach immer mehr Dinge heraus, welche den Vater des verstorbenen Jungen in keinster Weise gut dastehen lässt.

„Ich hätte besser aufpassen müssen“, stöhnt der Vater, Jon Mohr.
„Jon hat nicht aufgepasst“, winselt die Mutter, Ellen Mohr.

Diese Sätze ziehen sich bedeutungsvoll durch Anne Holts kompletten Kriminalroman bis das grausame, erschütternde und nicht erwartete Ende des Buches die Bedeutung des „Aufpassens“ näher erschließt.

Anne Holt thematisiert in „Schattenkind“ nicht gerade leicht verdauliche Kost. Es geht um unruhige Kinder, überforderte Elter, Ignoranz von Offiziellen und die Frage der Schuld.

Die Schlußszene von Anne Holts „Schattenkind“ ist nicht nur völlig überraschend, sondern auch absolut schockierend und vermag es durchaus den Leser in das Gefühl von hilfloser Wut zu versetzen.

Fazit:

Ein überzeugender und spannender Kriminalroman, dessen Spannung bis zum Ende aufrecht erhalten wird. - Vorsicht, das Ende ist nichts für schwache Nerven!
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am 19. Juni 2015
Für mich war das bisher das beste Buch, welches ich von Anne Holt gelesen habe. Auch dass die Autorin das Massaker von Oslo miteinbezogen hat gefiel mir sehr gut. Das Ende des Buches kam absolut unerwartet und bedrückt mich sehr. Es ist das erste Mal, dass ich mir wünsche, die Autorin würde das Ende umschreiben.
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am 7. Mai 2014
Die Geschichte geht ans Herz, auch wenn man zu Anfang schon das Gefühl hat, den Täter zu kennen. Überraschende Wende zum Schluss, die einen ziemlich fassungslos da stehen lässt.... Sehr lesenswert!
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