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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Den Widrigkeiten des Lebens ausgesetzt, 19. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern: Erzählungen (Gebundene Ausgabe)
Annette Pehnts Erzählband mit dem ungewöhnlich langen Titel, ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe. Auf gut 180 Seiten findet der Leser hier höchst unterhaltsame Geschichten, denen es dennoch nie an Tiefgang fehlt. Gemeinsam ist allen Geschichten dabei, dass deren Protagonisten immer wieder den Widrigkeiten des Lebens ausgesetzt sind. Unterschiedlich sind nur die Bewältigungsstrategien. Sei es die anlehnungsbedürftige Zugbegleiterin in ihrer Sehnsucht nach menschlicher Zuneigung, das Geschwisterpaar, das nach dem Tod der Mutter der Trauer keinen Raum gibt oder jene Reisende, die ihre wahre Schönheit ohne fremde Hilfe nicht findet. Stetig sind die Protagonisten den Widrigkeiten des Lebens scheinbar ohnmächtig ausgeliefert. Und doch schwingt auch immer eine Brise Hoffnung mit, stets gelingt es der Autorin aufs Neue, den Leser mit ihren Geschichten einzunehmen, denn so fiktiv Erzählungen ihrem Wesen nach sind, wird in diesem Buch nichts erzählt, das sich nicht so oder ähnlich täglich in unserem Leben abspielt. Und da trotz all den Widrigkeiten des Lebens, welchen die Protagonisten in diesem Buch fortwährend ausgesetzt sind, der Unterhaltungsfaktor nie zu kurz kommt, gibt es für diesen Erzählband auch fünf Sterne.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nähe, Trauer, Schmerz und lustvolle Liebe sind die großen Themen des Buches., 19. August 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern: Erzählungen (Gebundene Ausgabe)
Ein irgendwie berührendes Buch, teilweise sehr liebevoll, teilweise bewußt nüchtern bis steril. Mit sechs guten Geschichten reist die Autorin so mit dem Leser durch die Höhen und Tiefen des menschlichen Gefühlslebens.
Sehr gut gefallen hat mir die erste Geschichte einer Zugbegleiterin, die ihre Arbeit sehr ernst nimmt. Für sie werden die Fahrgäste irgendwie Teil ihrer eigenen Familie. Man folgt ihr als Leser mit bei ihrem Gang durch die Wagen und erfährt dabei ihre Gedanken beim Betrachten der Fahrgäste und auch ihre geheimen Wünsche.
Die weiteren Geschichten in dem Buch handeln von der vorhanden Schönheit im Gesicht, die man wieder entdecken muß/ von zwei Kindern die bei ihrer toten Mutter stehen und nicht nach Gott sondern einem Engel suchen/ von einem behinderten Kind, das später mit den Rollstuhl tanzt/ von einer geheimen Liebelei eines verheirateten Mannes, mit einer ungewollten Schwangerschaft.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Normalität des Alltags ist nur eine Behauptung, 16. Mai 2011
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern: Erzählungen (Gebundene Ausgabe)
Die in Freiburg lebende preisgekrönte deutsche Autorin Annette Pehnt wurde von Kritik und Publikum mit ihrem fünften Buch "Mobbing" (s. auch meine Rezension vom 17.10.2007) begeistert gefeiert. Jetzt bricht sie mit ihrem neuesten Erzählband "Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern" alle bisher bestehenden Titelrekorde. Den Titel muss man sich erst einmal in aller Ruhe und Sinnlichkeit auf der Zunge zergehen lassen. Annette Pehnt spiegelt facettenreich unseren Alltag und macht dabei die Besonderheiten im Herkömmlichen aus.

Ob Zugbegleiterin, sterbende Mütter, in Kinderheimen untergebrachte Kinder, Schicksale behinderter Kinder; die Menschen in Annette Pehnts Erzählungen sind einsam und liebesbedürftig. Der Titel zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, in dem viel geredet wird, in dem aber auch sehr viel ohne Worte kommuniziert wird. Glasscherbenscharf, ohne jegliche Hemmungen sagt die Autorin vieles was unsere Sprachlosigkeit im Lebenssituationen auslöst und berichtet von Situationen die man selbst eigentlich nicht erleben möchte. Es sind recht unterschiedliche Geschichten die aus unterschiedlichsten Gründen entstanden sind und Annette Pehnt hat, wie man es von ihr aus den vorigen Romanen kennt, ein ausgesprochenes Talent plastische und eindrückliche Szenerien zu entwerfen, die sich tief beim Leser einbrennen. Sie schreibt einfach schonungslos, unter die Haut gehend.

Die Gegenwärtigkeit und Modernität dieser Autorin zeigt sich darin, dass nicht wie bisher in Erzählungen üblich, sich neu entstehende Erzählstränge als Konsequenz aus vorher Gesagtem ergeben, sondern das sich ihre Figuren sehr undurchschaubar und motivationslos hinter den verspiegelten, undurchdringbaren und Schutz bietenden Scheiben unseres modernen Lebens bewegen. Sieht man die Liebe nicht, auch wenn sie uns morgens bis abends begleitet? Anette Pehnt schreibt mit großer Kälte von Schicksalsschlägen, und sie schreibt synkopisch über die Ohnmacht im Alltag, über unvorhersehbare Lebenssituationen und deren Beherrschung wobei die Erzählstränge selten im Kontext zueinander stehen. Die Welt dreht sich unaufhörlich weiter, die temporär gekapselten Figuren von Annette Prehnt versuchen immer wieder aufzuspringen, Kontakt aufzunehmen, eben auf irgendeine Art Anschluss zu finden.

Moderne Gegenwartsliteratur bei der in jeder Erzählung die Fassungslosigkeit unauffällig lakonisch gespiegelt wird. Hohe Kunst des Erzählens.
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ARRAY(0xb4141c78)

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