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29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut lesenswert!, 13. Juni 2011
Von 
Jutta Häuser (Dortmund, NRW Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der unsichtbare Gorilla: Wie unser Gehirn sich täuschen lässt (Taschenbuch)
Ein wunderbar erkenntnisreiches Buch über Wahrnehmung und Nicht-Wahrnehmung, das mich sehr zum Nachdenken gebracht hat. Auch wenn man das Experiment mit dem Gorilla bereits kennt, überraschen Chabris und Simons mit vielen weiteren praktischen Beispielen und Untersuchungen.

Da nimmt sich doch Julia Roberts in "Pretty Woman" zum Frühstück einen Croissant, beißt dann aber einen Moment später in einen Pfannkuchen. Schnittfehler, gar nicht so selten. Aber keinem der Filmemacher und wahrscheinlich auch so gut wie keinem der Zuschauer ist es aufgefallen. Und wie kann es passieren, dass Motorradfahrer mitten auf einer Kreuzung bei voller Aufmerksamkeit eines Autofahrers übersehen werden, Menschen aufgrund der Fehlaussagen von Zeugen, die sich absolut sicher sind, zu Jahren Gefängnis verurteilt werden oder Ärzte wiederholt in Röntgenaufnahmen zurückgelassene Gegenstände übersehen?

Welchem Arzt vertrauen wir mehr, wen halten wir für kompetenter, dem, der uns eine Diagnose selbstsicher präsentiert oder dem, der sicherheitshalber in unserem Beisein in einem Fachbuch nachschlägt und sich nochmals versichert? Welcher Illusion fallen wir dabei möglicherweise zum Opfer?

Chabris und Simons haben es untersucht und die Unaufmerksamkeits-Blindheit, die Veränderungs-Blindheit, die Selbstvertrauens-Illusion, die Alltags-Illusion, die Aufmerksamkeits-Illusion, die Wissens-Illusion, die Ursachen-Illusion sehr anschaulich dargelegt und mit wissenschaftlichen Experimenten untermauert.

Ich bin mir sicher, man läuft nach diesem Buch mit etwas anderen Augen durchs Leben. Es führt zu etwas mehr Demut und einer Überprüfung, ob wir immer das sehen, was wir zu sehen glauben und darauf dann auch beharren.

Der Gorilla lässt grüßen!
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unscharfe Wahrnehmungen, 12. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Der unsichtbare Gorilla: Wie unser Gehirn sich täuschen lässt (Taschenbuch)
Dass 'nicht sein kann, was nicht sein darf', dieser alte Spruch erhält nach der Lektüre des Buches der beiden Psychologen Chabris und Simons eine deutliche Fundierung und scheint nicht nur ein Spruch über manchmal selektive Wahrnehmung zu sein, sondern eher die Grundlage dessen, auf der unser Gehirn Wahrnehmungen filtert und verarbeitet, mithin dann auch Grundlage dessen, worauf unsere Entscheidungen und Erinnerungen beruhen.

Es ist ein überzeugendes und erstaunliches Experiment, welches dem Buch den Titel gegeben hat und den Auslassungen der Autoren zunächst zugrunde liegt. Eine Frau im Gorillakostüm wurde von den beiden Autoren in einen Raum geschickt, in dem Menschen per Aufgabe damit beschäftigt waren, auf einem Videoschirm einem Basketballspiel mit einer klaren Beobachtungsaufgabe zuzuschauen. Die Hälfte der ausgewählten Zuschauer hatten bei der Befragung im Nachgang keine Erinnerung an dieses nun wirklich äußerst auffällige Geschehen im gleichen Raum, in dem sie sich die ganze Zeit befanden.
Nur eines der praktischen Beispiele, von denen sich viele im Buch finden lassen, die darauf hindeuten, dass die Aufmerksamkeit des Menschen äußerst selektiv ist und mehr auf dem beruht, was man meint, sehen oder glauben zu wollen, als auf dem, was tatsächlich, faktisch vor den Augen passiert.

Das alles wäre ja nicht sonderlich aufregend oder schwierig, wenn nicht die persönliche Wahrnehmung des Menschen in direkter Ursache Grundlage für die mannigfaltigen Lebenshaltungen und Entscheidungsfindungen im Leben wären. Eine schwierige Erkenntnis, welche die Autoren dem Leser in flüssig und leicht verständlicher Sprache mit auf den Weg geben. Vieles von dem, von dem Menschen steif und fest behaupten, es sei die Wahrheit und richtig, beruht auf illusionären Wahrnehmungen und einer oft vertrauenswürdig erscheinenden Intuition, die nicht selten einfach eine Täuschung ist.
Je mehr man auf bestimmte Ereignisse (und/oder innere Haltungen) sich fokussiert, desto enger wird der Aufmerksamkeitsbereich und desto weniger an Breite dessen, was geschieht, bekommt man mit. Ein 'Tunnelblick' entsteht, in Folge dessen die Vielfalt der Eindrücke (oder der möglichen inneren Varianten), schlichtweg ausgeblendet werden und für eine breite Entscheidungsfindung somit nicht mehr zur inneren Verfügung stehen.

Die menschliche Wahrnehmung ist anfällig, fehlbar und leicht zu manipulieren. Dies ist die Quintessenz der Forschung der beiden Autoren, welche sie beredt, fundiert und verständlich darzustellen verstehen. Zum Ende des Buches hin erfolgt noch ein Blick auf die Möglichkeiten des 'Trainings'. Anhand von Genies wie Mozart und Bobby Fischer (Schachgroßmeister) erläutern die Autoren, welche Trainings zu Verbesserungen der Aufmerksamkeit führen. Übung und nichts als Übung statt wohlfeiler Ratgeberliteratur.

Ein Buch, das gerade deswegen so interessant ist, weil es schlüssig eine menschliche Grundüberzeugung nicht nur in Frage stellt, sondern eindeutig widerlegt. Die Überzeugung, auf seine eigenen Wahrnehmungen völlig vertrauen zu können und gegen Täuschungen weitestgehend gefeit zu sein. Menschen überschätzen sich in Bezug auf ihren Verstand weit mehr, als man glauben mag.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Entzauberungen, 9. Juli 2011
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der unsichtbare Gorilla: Wie unser Gehirn sich täuschen lässt (Taschenbuch)
Das Forschungsteam unter dem Kinderarzt Frederick J. Zimmerman wurde vom Disney-Konzern öffentlich kritisiert, als es mit einer breit angelegten Studie bewies, dass "Baby-Einstein"-Produkte die Kinder ebenso wenig klüger macht, wie wenn Spielzimmer mit Mozart-Musik beschallt werden. Und auch die Verfasser von Business-Ratgebern müssen sich damit abfinden, dass ihren Büchern der wissenschaftliche Segen vorenthalten wird. Wie viele Hassmails die beiden Autoren von selbst ernannten Experten, Lebensratgebern und Bauchmenschen erhielten, schreiben sie nicht. Aber offenbar können sie ziemlich gut mit der Kritik leben, ihre Forschungsresultate würden dem gesunden Menschenverstand widersprechen. Zumal ihnen der Beifall wissenschaftlich arbeitender Berufskollegen wichtiger ist als Einladungen in Talkshows.

Die beiden amerikanischen Psychologieprofessoren Christopher Chabris und Daniel Simons haben es trotz anstößiger Thesen geschafft, in die Liste einflussreicher und prominenter Wissenschaftler aufgenommen zu werden. Und das verdanken sie vor allem einer Studie, die 1999 erstmals veröffentlicht wurde und inzwischen weltbekannt ist. Da ich DVD mit dem Experiment kurz darauf teuer über die Universität erwarb und noch gelegentlich bei Referaten einsetze, verrate ich den genauen Inhalt nicht. Zudem können Neugierige ja dieses Buches anschaffen, was ich ohnehin wärmstens empfehlen möchte.

In sechs Kapiteln entzaubern Chabris und Simons flächendeckend verbreitete Illusionen des Alltags. Und weil sie das mit unzähligen Geschichten und ohne belehrenden Unterton tun, sind die gut 300 Seiten unterhaltsam. Da sie aber auch den Ansprüchen der Wissenschaft gerecht werden wollen, finden sich im 50seitigen Anhang alle Quellenangaben und Hinweise auf weiterführende Literatur.

Warum dem weltbekannten Geiger Joshua Bell kaum jemand zuhört, wenn dieser mit seiner drei Millionen Dollar teuren Stradivari in der U-Bahn-Station L'Enfant Plaza in Washington anspruchsvolle klassische Stücke spielt, hat nichts mit der mangelnden Anerkennung für Schönheit und Kunst in der heutigen Gesellschaft zu tun. Bell spielt einfach an einem Ort, wo niemand einen Geigenvirtuosen erwartet. Obwohl die beiden Autoren ihre Thesen mit empirisch geprüften Studien belegen, sind es vor allem die Beispiele, die den Leser an die Aufmerksamkeitsillusion glauben lassen. Aber in jedem Kapitel wird den Verwirrten auch Hilfe angeboten, um den beschriebenen Illusionen künftig weniger zu erliegen.

Im zweiten Kapitel geht es um die Veränderungsblindheit. Und auch da warten die Autoren mit so guten Geschichten und einleuchtenden Experimenten auf, dass man die Leistungen des Gedächtnis' künftig skeptischer beurteilt. Das Selbstvertrauen leicht erschüttern könnte dann die Lektüre des dritten Kapitels, da es um die Entlarvung scheinbar selbstsicherer Menschen geht. Gefährlich ist allerdings mehr die Vorliebe für selbstsichere Menschen als Selbstsicherheit an sich. Überaus erhellend fand ich auch das vierte Kapitel, in dem die Autoren Gründe darlegen, warum so viele Menschen ihr Wissen überschätzen. Würde das lediglich dazu führen, dass private Anleger ihr Vermögen verjubeln, wäre die Wissens-Illusion harmlos. Aber dummerweise sind es oft die Dummen, die mehr zu wissen glauben und überall ihr "Fachurteil" hinterlassen. Und sind Wissens-Illusionisten in wirtschaftlichen oder politischen Führungspositionen, kann es zu Desastern kommen, die auch Unbeteiligte hart treffen können. Im fünften Kapitel geht es um vorschnelle Schlussfolgerungen oder um die Ursachen-Illusion. Würde die Lektüre dieser vierzig Seiten zur Pflicht erklärt, müsste sich die Menschheit weniger Unsinn anhören. Denn nur weil zwei Ereignisse zufällig korrelieren, besteht zwischen ihnen noch längst kein Kausalzusammenhang. Da allzu populärwissenschaftlich abgefasste Bücher oder Beweisführungen esoterischer Modelle meist auf Ursachen-Illusionen beruhen, skizzieren die beiden Autoren knapp und anschaulich, welche Bedingungen eine wissenschaftliche Studie erfüllen muss.

Als Breitseite gegen die Ratgeber- und Unterstützerindustrie kann das sechste Kapitel aufgefasst werden. Und als Leser fragt man sich automatisch, wie es möglich ist, wissenschaftlichen Büchern über menschliches Verhalten und Persönlichkeitsmerkmale den gleichen Stellenwert zu geben wie pseudowissenschaftlichen Trainingseinheiten für Glück, Intelligenz, Erfolg, Gesundheit oder Selbstfindung. Mozart macht nicht klüger, Menschen kann man nicht subliminal beeinflussen, der Bauch hat nicht immer Recht, Denktrainingsprogramme nützen nur sehr beschränkt, Genies werden nicht geboren und am Üben führt kein Weg vorbei.

Mein Fazit: Harte Kost ist dieses Buch nicht, weil es kompliziert geschrieben ist. Das Gegenteil ist der Fall. Aber schwierig verdaubar sind die Entzauberungen von Illusionen, an die wir gerne glauben und an die wir uns so sehr gewöhnt haben, dass wir sie kaum wegen eines Buches aufgeben. Aber die beiden Autoren wollen ihre Leser nicht unnötig erschrecken oder vor den Kopf stoßen. Sie möchten einfach aufzeigen, wo und wann uns das Gehirn etwas vormacht und wie wir uns besser dagegen wappnen können. Das machen sie mit unterhaltsamen und spannenden Geschichten, Experimenten, Studien und kurzen Ausflügen ins Reich des Gehirns.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesbar und lesenswert. Ein Buch für die heutige Zeit des unseligen "Bauchgefühls", 8. Mai 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der unsichtbare Gorilla: Wie unser Gehirn sich täuschen lässt (Taschenbuch)
Dieses Buch plädiert für die Kontra-Intuition.
Intuition als Wunderwaffe gesehen, sowie reißerische Pressemeldungen über Studien - dazu knallharte materielle Interessen, die mit dem Wohlgefühl des Kunden Schlitten fährt. Was kann man gegen diese Krankheiten der Zeit tun? Man kann lernen, sich selber und dem kurzen Weg zu misstrauen. Man kann Rationalität und Hinterfragen einsetzen, um aus einer 100prozentigen Sicherheit über einen "Sachverhalt" eine Möglichkeit unter einigen Alternativen zu machen.
Die Autoren machen einen einzigen Fehler, meiner Meinung nach: Sie betonen zu sehr ihr eigenes Misstrauenskonzept gegenüber "Wahrheiten" als Wunderwaffe. Aber ansonsten kann man durchaus ein Bemühen herauslesen, dem Subjekt (dir und mir) Werkzeuge an die Hand zu geben, den Scharlatanerien des modernen Alltags (ob gewollt oder ungewollt, oft auch Selbsttäuschungen) richtig und misstrauisch zu begegnen. In einzelnen Kapiteln werden Hauptursachen von Fehlern in Entscheidungen und Beurteilungen (Fehlurteile, Unfälle, Täuschung, falsche Erinnerungen) herausgearbeitet. Dabei werden prägnante Beispiele geliefert, aber diese werden in einen statistischen Kontext gestellt. Dazu wird - weil es eben auch darum geht - versucht, nicht allzu einfache Wahrheiten zu präsentieren, sondern "Wahrheiten" zu demontieren und eine Relativität dieser vermeintlichen Wahrheiten aufgrund der menschlichen Psychologie aufzuzeigen.

Dieses Buch ist empfehlenswert, weil es strukturiert ist, anschaulich geschrieben ist, aber dennoch versuchen die Autoren, seinen wissenschaftlichen Anspruch dahinter zu behalten.
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4.0 von 5 Sternen Interessant und nicht polemisch, 20. Oktober 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der unsichtbare Gorilla: Wie unser Gehirn sich täuschen lässt (Taschenbuch)
Gutes Buch, streckenweise mit Längen, die ich inzwischen aus amerikanischen Veröffentlichungen gewöhnt bin.
Alles, was annähernd in Wissenschaft/Populärwissenschaft geht, wird so oft wiederholt und durchgekaut, bis auch beim allerletzten der Groschen gefallen ist - das macht solche Bücher mitunter etwas anstrengend und langatmig, aber man gewöhnt sich dran.
Inhaltlich interessant und naheliegende Fettnäpfchen in Richtung Polemik werden elegant umschifft.
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Der unsichtbare Gorilla: Wie unser Gehirn sich täuschen lässt
Der unsichtbare Gorilla: Wie unser Gehirn sich täuschen lässt von Daniel Simons (Taschenbuch - 14. April 2011)
EUR 19,95
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