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Kundenrezensionen

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Apfelmus mit Kartoffelbrei. Das passt für mich einfach nicht zusammen und doch mag mein Mann es sehr gerne. Apfelmus mit Kartoffelbrei. Für sich genommen schmecken mir die beiden Sachen sehr gut, aber zusammen....

June Nealon lebt für ihre Tochter Claire, denn nur sie ist ihr noch geblieben. 3 mal hatte sie Menschen beerdigen müssen, die sie geliebt hat. Und nun hängt das Leben ihrer Tochter am seidenen Faden. Für sie ist June stark, doch das Herz ihrer Tochter ist schwach, bald schon wird sie ein neues brauchen. Da bekommt June ein ungeheuerliches Angebot. Der Mensch, der für den Tod an ihrem Mann und ihrer älteren Tochter Elisabeth zum Tode verurteilt wurde, bietet sein Herz für Claire.

Apfelmus:
Wie kann er es nur wagen? Wie soll sie das ihrer Tochter erklären? Sie soll Claire es nur ertragen das Herz dieses Menschen in sich zu tragen? Ist das Herz es wirklich wert, dem Mörder zu seiner ersehnten Vergebung zu verhelfen? Tausende Fragen geistern in Junes Kopf herum, doch immer wieder kommt sie zu einem Punkt. Es gibt kein anderes Herz für Claire und das angebotene Herz passt wie durch ein Wunder perfekt.

Kartoffelbrei:
Wie durch ein Wunder ist im Klappentext und in der Leseprobe keine Andeutung davon, dass im Buch das Thema Religion eine derart wichtige Rolle spielen wird. Der verurteilte Mörder scheint zu Wundern fähig, zitiert aus einem alten, fast unbekannte Evangelium und nicht nur ein Priester gerät in seinen Bann. Während der innere Kampf der erschütterten Mutter in den Hintergrund tritt, versucht man nicht nur zu ergründen, ob Jesus als Mörder auf die Erde zurückkehren würde. Eine engagierte Anwältin beginnt den Kampf gegen das Rechtssystem um für den jungen Mann das Recht zu erstreiten, einen Tod zu sterben, welcher sein Herz nicht schädigt. Ab wann wird Glaube zur Religion?

Beides für sich genommen esse ich Apfelmus und Kartoffelbrei sehr gern. Doch für mich passt es so einfach nicht zusammen. Jodi Picoult hat viele interessante Ansätze, die Gedanken und Interpretationen zum Thema Religion entsprachen oftmals meinen Empfindungen und doch hätte ich mir eine andere Herangehensweise gewünscht. Der Austausch zwischen der Mutter und dem Mörder war für mich der Grund, warum ich das Buch lesen wollte und leider ging das ein wenig unter.
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am 21. Januar 2010
Viele Schicksalsschläge treffen June Nealon. Ihren ersten Mann verliert sie bei einem Autounfall. Doch dann findet sie in den Polizisten Kurt Nealon einen neuen Ehemann und Vater für ihre Tochter Elizabeth. Ein Sexualstraftäter setzt diesem Glück ein Ende und ermordet ihren zweiten Mann und ihre Tochter. Das einzige was sie noch am Leben hält, ist ihr ungeborenes Kind. Elf Jahre nach der Geburt ihrer Tochter Claire schlägt das Schicksal wieder zu. Claire hat einen Herzfehler und benötigt dringend ein Spenderherz.

Shay Bourne, der Mörder ihres Mannes und ihrer Tochter, wurde zum Tode verurteilt und wartet nun auf die Vollstreckung des Urteils. Als er von Claires Erkrankung hört, ist sein sehnlichster Wunsch, sein Herz der kranken Tochter von June zu spenden. Oh Wunder, es passt. Doch Claire und June wollen das Herz des Mörders nicht haben.

Die Geschichte handelt überwiegend von Shay Bourne. Sie wird abwechselnd aus vier verschiedenen Perspektiven geschildert. Mal aus der Sicht des zweifelnden Priesters Michael, der als Student in der Geschworenenjury gesessen hat und dem Todesurteil zu stimmte. Dann aus der Perspektive von der übergewichtigen Anwältin Maggie, die die Todesstrafe abschaffen möchte. Auch von dem an Aids erkrankten Lucius, einem Zellennachbarn im Gefängnis, erfahren wir etwas über Shay. Dann erzählt die verzweifelte June aus ihrer Sicht.

Die ständig wechselnden Erzählperspektiven waren teilweise sehr interessant, haben aber auch den Lesefluss etwas gehemmt. Die Grundthemen Todesstrafe und Religion fand ich einerseits faszinierend, gleichzeitig sind die religiösen Diskussionen für mich ein bisschen zu langatmig ausgefallen.

Jodi Picoult hat wieder ein schwieriges Thema aufgegriffen und ich bewundere ihre Erzählkunst, aber ich habe schon bessere Bücher von ihr gelesen. Mich haben am meisten die viel zu vielen Zufälle gestört.
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am 16. September 2009
June Nealon wird mit einem Schlag aus ihrem wieder fast normalen Leben gerissen. Der erste Schlag war für June der Tod ihres ersten Mannes, der zweite Schlag ist nun die Nachricht vom Tod ihres zweiten Mannes und ihrer Tochter Elizabeth. Nichtsahnend biegt sie in die Straße, in der ihr Haus steht ein, und sieht ein erschreckendes Bild. Polizei und Krankenwagen stehen vor ihrem Haus. Shay Bourne, ein vertrauenswürdiger junger Mann, sollte eigentlich das Kinderzimmer für das Baby herrichten und nicht ihren Mann und ihre Tochter ermorden. Tief sitzt nicht nur der Schmerz des Verlustes, sondern auch der Schmerz des Vertauens, denn das hatte sie Shay geschenkt. Nun sitzt dieser zum Tode verurteilt in einer Zelle im Gefängnis von New Hampshire.
In der Hoffnung, dass es nicht noch schlimmer geht, erfährt June, dass ihre zweite Tochter Claire herzkrank ist und unbedingt einen Lebensretter braucht. Ein neues Spenderherz wird dringend benötigt, sonst überlebt Claire nicht.
Nach elf Jahren ist nun der Tag der Hinrichtung gekommen. Doch nichts läuft wie geplant, denn Shay Bourne will June nach ihren großen Verlusten helfen. Er möchte sein Herz für ihre Tochter Claire spenden. June's ihr Leben läuft erneut aus dem Ruder, denn soll das Herz eines Doppelmörders in dem Körper ihrer Tochter weiterschlagen?

Jodi Picoult hat es bisher immer geschafft mich zu überzeugen und so habe ich mich auch diesmal wieder in ihre Hände begeben.
Ihr Schreibstil ist einfach unverwechselbar, die Anfangsworte wieder sehr packend und die Geschichte sehr gefühlvoll und grausam zugleich. Einfach unverwechselbar.

Ein Buch voller verschiedener und heikler Themen. Steht doch vorerst die Todesstrafe zur Debatte, wird kurz darauf die Religion und deren Ansichten zur Sprache gebracht. Letztendlich laufen diese Themen zum Thema Organspende zusammen.
Abwechselnde Erzählperspektiven um den verurteilten Doppelmörder Bourne zeigen Hintergründe auf und bringen Licht in dunkle Winkel. Der Mittgefangene und Zellennachbar Lucius, Seelsorger Father Michael, Rechtsanwältin Maggie und June selbst kommen zu Wort und lösen die verschiedensten Gefühle und Empfindungen, nicht nur beim Leser, aus. Sie schwimmen alle in einem Strudel, der jeden Tag Neues heraufwirbelt. Stimmungen schwanken, Glauben werden in Frage gestellt, vernebelte Sichtweisen werden von Tag zu Tag klarer.

Obwohl auch dieses Buch etwas Besonderes ist und ich Jodi Picoult wieder blind vertrauen konnte, hat es dennoch einen kleinen Beigeschmack. Einige Elemente waren mir eindeutig zu magisch und zu übertrieben. An manchen Stellen waren leichte Unsicherheiten der Autorin vor allem bei der Themenwahl und dessen Breite zu spüren. Stellenweise war es einfach zu viel. Diese Kritik ist meiner Meinung nach jedoch zu verschmerzen und ich denke spätestens im nächsten Buch wird sie diesen Fauxpas wieder richten.

Den Klappentext habe ich auch bei diesem Buch bewusst ausgelassen und bin im Nachhinein froh darüber, da dieser das eigentliche Hauptthema nicht erwähnt und den Leser auf einen falschen Weg führt

Ein Kloß im Hals war auch diesmal zu spüren und dieser darf bei Picoults Romanen wohl auch einfach nicht ausbleiben.
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am 20. Januar 2010
Seit dem Buch "Beim Leben meiner Schwester", den ich als ersten von Picoult las, warte ich bei jeder Neuerscheinung auf ein ähnliches Werk dieser Qualiät.
Wenngleich ich die meisten Bücher von ihr gern gelesen habe, sie durchaus als unterhaltsam und spannend fand, hat sie das Niveau dieses Buches nie wieder erreicht.

Beim Buch "Das Herz ihrer Tochter" geht es kaum um einen Konflikt zwischen Mutter und Tochter, oder überhaupt um die unmögliche Situation, dass der Mörder der ersten Tochter sein Herz zur Rettung der zweiten spenden möchte.

Es geht im Prinzip um die Todesstrafe und - hier gebe ich auch vielen anderen recht - man wird ganz unwillkürlich an Green Mile erinnert. Das wirkt auch im Buch sehr an den Haaren herbeigezogen und unglaubwürdig.

Auch zum Schluss geht nicht eindeutig hervor, ob der Mörder nun ein "Guter" oder ein "Schlechter" ist.

Fazit: Lesbar, spannende Unterhaltung, aber nicht herausragend
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am 7. September 2009
Ich kannte Jodi Picoult vorher nicht und habe dieses Buch, nach Cover und Inhaltsangabe für einen kitschigen (entschuldigung) Frauenroman gehalten. So viel Leid, wie die arme June ertragen muss(te), muss (Gott sei Dank!) kein Mensch ertagen (können).

Aber was war das? Der Roman entwickelt sich anders als gedacht: Statt den Fokus, wie angegeben und auch wie der Titel vermuten lässt, auf June und Claire zu legen, geht es hauptsächlich um Shay, der für den Mord an Ehemann und Tochter im Todestrakt sitzt. Die Nebenfiguren, besonders Maggie, die pummelige Anwältin von Shay, sind interessant und ich konnte mich gut in sie hineinfühlen, auch wenn sie vielleicht etwas zu "einfach" waren (um nicht das Wort "klischeehaft" zu benutzen).

Es geht also um die Ethik derTodesstrafe, ein Bereich der sehr gut aufgemacht ist im Buch und der auf interessante und aufschlussreiche Weise behandelt wird. Das zweite Hauptthema ist Religion, besondes die gnostischen Evangelien, die Shay zur Verwunderung aller zitiert. Zwei sehr interessante Themen werden zusammengebracht - meiner Meinung nach ist diese Verquickung gut gelungen.

Nicht gefallen hat mir teilweise der Stil. Besonders auf den ersten 200 Seiten hatte ich das Gefühl, die Geschichte kommt nicht richtig in Schwung, der casus knaxus wurde vielleicht etwas zu lange hinausgezögert. Die "Überraschung" am Ende hatte ich schon früher im Buch erwartet und erhofft. Und in den "June"-Kapiteln ist mir die Sprache zu klischeebeladen, die "Wandlung" am Ende wirkt aufgesetzt.

Aber: Die Thematik und der Inhalt des Buches haben mich völllig überzeugt! Ich hatte eine schlaflose Nacht, als ich über die ganzen ethischen Problematiken nachgedacht habe, die das Buch aufwirft -- toll!!

Ich werde das Buch weiterempfehlen und vielleicht auch noch mal was anderes von Jodi Picoult lesen - jetzt wo ich meine Vorurteile überwunden habe.
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am 18. März 2015
Das Herz ihrer Tochter, zuerst mal, ich habe das Buch geliebt! Ich würde am liebsten den ganzen Tag noch weiterlesen. Wobei ich es sowieso schon in kürzester Zeit durchgelesen habe.

Das Buch erzählt die Geschichte von einem Häftling, der zu Tode verurteilt wurde und jetzt der Schwester seines Opfers sein Herz spenden möchte.
Es fängt damit an, dass die Mutter ihr Ehemann und ihre Tochter Elisabeth einen Autounfall haben, bei dem der Vater stirbt, Elisabeth ist gerade mal 2 Jahre alt und der damals zuständige Polizist besucht sie immer häufiger. Irgendwann kommen die beiden zusammen und heiraten sogar. Kurz darauf, Elisabeth ist mittlerweile 7 geworden, ist die Mutter wieder schwanger, sie erwartet ihre zweite Tochter. Da das Haus zu klein ist, wollen sie anbauen und irgendwann steht ein Mann vor der Tür, der anbietet die unfertigen Arbeiten zu vollenden und so passiert es dann auch.
Eines Abends hat er allerdings sein Werkzeug vergessen und er kommt wieder. Die Mutter ist gerade beim Ultraschall und der Vater ist mit Elisabeth allein zuhause. Irgendwie kommt es dann dazu, dass der Vater und Elisabeth erschossen werden und der Arbeiter ihre Unterhose in der Tasche hat.
Er wird zu Tode verurteilt und die Geschichte setzt 11 Jahre später wieder ein.
Die zweite Tochter heißt Claire und hat ein Herzleiden, ihr geht es immer schlechter und aus irgendeinem Grund kommt diese Geschichte ins Fernsehen und der Häftling erfährt davon, wobei ihm plötzlich klar wird, dass er ihr sein Herz spenden möchte.
Die Geschichte ist unglaublich gut geschrieben und wechselt immer wieder die Perspektive. Mal wird aus der Sicht des Täters, mal aus der Sicht seiner Anwältin, seines Seelsorgers, der Mutter und sogar aus der Sicht Claires erzählt.
Sehr lesenswert!!!
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am 3. Juni 2014
Erster Satz und erster Eindruck

"Am Anfang glaubt ich noch, jeder von uns bekomme eine zweite Chance." - eine tief bewegende und sehr interessante Geschichte, die einen nicht so schnell loslässt.

Cover/ Gestaltung: 5/5 Pkt.

Ich liebe das Cover - es ist wunderschön. Mir gefällt auch die Kapiteleinteilung und der Wechsel der verschiedenen Perspektiven sehr gut.

Schreibstil: 5/5 Pkt.

Jodi Picoult gelingt es einfach immer wieder mich zu fesseln - ich kann mir die Geschichte und die Personen so gut vorstellen, als hätte ich einen Film gesehen und kein Buch gelesen und so sollte es doch sein. Ich kann diesen Stil nicht anders beschreiben als mitreißend!

Geschichte/Inhalt: 4/5 Pkt.

Elf Jahre ist es nun her seit Shay Bourne das Leben von June Nealon zerstört hat. Denn vor elf Jahren tötete er ihre Tochter Elisabeth und nahm ihr auch den Vater ihres noch ungeborenen Kindes Claire. Shay Bourne wurde zum Tode verurteilt und steht nun kurz vor seiner Hinrichtung....und Claire ist schwer krank und benötigt ein neues Herz.....welches Shay Bourne ihr als perfekter Spender geben könnte und will. Warum will er dies tun? Werden June und Claire das Angebot annehmen? Zwei weitere wichtige Personen der Geschichte stellen Michael - ein Geistlicher und Maggie - eine junge Anwältin, dar, die aus ganz verschiedenen Gründen dasselbe erreichen wollen - Shay Bourne zu helfen. Doch aus welchen Gründen?

Eine beeindruckende Geschichte über die Todesstrafe, den Glauben, Rache und Gerechtigkeit.

Das Ende hatte ich mir etwas anders vorgestellt...ich kann aber immer noch nicht recht sagen, ob es mir gefallen hat oder nicht, ein bißchen mehr Klarheit wäre schon schön gewesen.

Übrigens hat mich die Geschichte sehr an eine Mischung aus "The Green Mile" und "Die Kammer" von John Grisham erinnert....das hat mich Anfang etwas gestört, verlor dann aber an Bedeutung.

Spannung: 3/5 Pkt.

Die Geschichte ist schon spannend, doch konnte ich ab einem sehr frühen Zeitpunkt schon erahnen worauf das Ganze hinauslaufen wird. Und der Mittelteil zog sich etwas in die Länge, die ganze Geschwafel über Gott war schon etwas nervig. Trotz allem zog mich diese Geschichte in ihren Bann.

Charaktere: 5/5 Pkt.

Die Mutter June, die Tochter Claire, der Todeskandidat Shay, sein Mithäftling Lucius, der Geistliche Michael und die Anwältin Maggie - sie alle sind einfach unglaublich detaillierte liebevoll ausgearbeitete Charaktere, die man einfach kennenlernen muss :) Ich kann es gar nicht glauben, dass sie nicht existieren sollen. Ich würde gern Maggie als Anwältin haben oder mit Father Michael über die Todesstrafe debattieren :)

Emotionen/ Atmosphäre: 4/5 Pkt.

- düster, traurig, magisch, hoffnungsvoll, verzweifelt!!!

Fazit: 4/5 Sterne

Eine faszinierende und mitreißende Geschichte über die Todesstrafe, über Rache und Gerechtigkeit und den Glauben, die etwas an "The Green Mile" erinnert :) Ich kann dieses Buch einfach uneingeschränkt weiterempfehlen und denke, dass diese Geschichte Unzählige begeistern wird. Ich liebe es wie Jodi Picoult recherchiert, man immer auch etwas dazu lernt, aber auch jedes mal etwas Magisches enthalten ist. Lest es einfach :)

*Jodi Picoult: Das Herz ihrer Tochter. Piper. München 2009. Hardcover 460 S. 19,95 €. *
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TOP 500 REZENSENTam 19. März 2012
... fällt zunächst der Mörder Shay Bourne und tötet die siebenjährige Elizabeth und ihren Stiefvater, den Polizisten Kurt Nealon. June Nealon, die Mutter und Ehefrau verliert fast alles, was sie hat - es bleibt ihr nur ihr ungeborenes Kind Claire.
11 Jahre später: Claire leidet an einer schweren Herzkrankheit und braucht dringend ein Spenderherz, Shay befindet sich noch immer in der Todeszelle - seit Jahren der einzige zum Tode Verurteilte im Bundesstaat New Hampshire. Er wünscht nicht den Tod durch die Giftspritze, sondern durch den Strang - um so das Herz der Schwester der von ihm ermordeten Elisabeth zu spenden und Vergebung zu erlangen.

So die Ausgangssituation - was folgt, ist ein Hin und Her, in dem religiöse Erkenntnisse eine tragende Rolle spielen. Shay verbringt in seiner Zelle offenbar Wunder. Selbst sein Beichtvater - vor elf Jahren einer der Geschworenen, die ihn zu Tode verurteilt haben, hält es für möglich, dass er der Heiland ist, da auf einmal aus Wasser Wein wird, ein Mithälftling scheinbar von Aids geheilt wird und weitere erstaunliche Dinge geschehen.

Häppchenweise wird der Leser aus unterschiedlichen Erzählperspektiven - aus der Sicht des Priester Michael, Shays Anwältin Maggie, June Nealon, dem Mithäftling Lucius sowie der kleinen Claire Nealon an erstaunliche Entwicklungen herangeführt - vieles ist nicht so, wie es scheint. Oder doch?

Die einzelnen Positionen sind mit großer Eindringlichkeit und sehr plastisch geschildert - jedes einzelne Wort lässt den Leser spüren, welche seelischen Qualen durchlitten, welche Zweifel durchlebt werden.

Jodie Picoult hat mit Worten nicht geschrieben, sondern gemalt und sie ist mit ihrer farbigen Darstellungskraft in mein Leser-Herz eingedrungen. Eine Geschichte, die den Leser packt und festhält. Trotz des grausamen Themas ist sie aus meiner Sicht auch und gerade für Mütter und für Töchter geeignet: Picoult vereint in ihrem Text Schrecken und Spannung mit Herzenswärme. Leider übertreibt sie jedoch zeitweilig und zum Ende des Romans immer mehr. Es ist einfach zu viel des Guten, das die Autorin in ihre Geschichte gepackt hat. Die spannende und eindringlich geschriebene Leseprobe entpuppt sich leider als überladenes Gegenwartsmärchen. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass Leserinnen - denn es ist eindeutig eher ein Buch für Frauen - die anders als ich realitätsferne und etwas absurde Entwicklungen zu schätzen wissen, dieses Buch aufgrund der erzählerischen Kraft der Autorin lieben werden.
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am 5. November 2011
Kurzbeschreibung:
June Nealon steht vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens. Elf Jahre zuvor wurden ihr Mann Kurt und ihre Tochter Elizabeth erschossen. Am helllichten Tag, im beschaulichen Staat New Hampshire. Der Täter war bald gefunden. Doch mit ihrem Schmerz blieb June allein. Wer konnte schon nachvollziehen, was sie verloren hatte? Wie bedrückend es war, Kurts und Elizabeths Stimmen auf dem Anrufbeantworter zu hören, lange nachdem sie tot waren? Wie es sich für June anfühlte, Kurts ersten Liebesbrief an sie zu lesen oder die Mütze in der Hand zu halten, die Elizabeth als Neugeborenes getragen hatte? Und nun, elf Jahre nach ihrem schrecklichen Verlust, bietet sich ausgerechnet der Mann, der für den Mord an Kurt und Elizabeth hinter Gittern sitzt, als Herzspender für ihre schwerkranke zweite Tochter Claire an. Kann Junes größter Feind zum Lebensretter ihrer einzigen Tochter werden?

Rezension:
Puh, ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll. Es war ein unheimlich berührendes Buch. Allein die Geschichte von June. Es muss unheimlich schwer sein, Mann und Kind zu verlieren. Doch sie blieb stark und bekam ihre zweite Tochter Claire, ohne Mann, ohne Schwester.
Ich muss gestehen, dass ich zwei Mal geweint habe, weil der Tod ein Thema ist, das mir immer sehr nahe geht, vorallem, wenn es so gefühlvoll geschrieben ist.

Idee/Umsetzung:
Die Geschichte hinter 'Das Herz ihrer Tochter' fand ich wundervoll. Die Frage, ob sich die Mutter einer herzkranken Tochter für das Spenderherz des Mörders ihres Mannes und zweiten Tochter entscheiden würde, fand ich unglaublich mutig und wundervoll umgesetzt. Man hatte an keiner Stelle des Buches das Gefühl hier und da musste nun etwas aus dem Ärmel geschüttelt werden. Auch das Ende des Buches wirkte nicht gehetzt oder unpassend. Jedoch gab es zwei kleine Minuspunkte für mich. Der ganze religiöse Kram im Buch störte mich stellenweise schon. Es war mir ab und an wirklich zu viel. Und auch einige Situationen erinnerten mich stark an einen Film und kamen etwas übertrieben daher. Ansonsten war alles zu meiner Zufriedenheit und super umgesetzt.

Schreibstil/Sprache:
Hier hat Jodi Picoult ganze Arbeit geleistet. Ihr Schreibstil ist wundervoll zu verstehen, nicht zu gehoben, aber auch nicht einfach salopp dahin gekritzelt. Sie schreibt auf eine wunderbare und gefühlvolle Art und Weise, dass man wirklich mit den Tränen kämpfen muss. Das Buch ist aus vier Perspektiven geschrieben - June, Mutter des ermordeten Mädchens, Angehörige der Opfer - Michael, Mitglied der Jury, die den Täter zur Todesstrafe verurteilt haben und später Priester wird - Maggie, eine angagierte Anwältin, die sich dem todgeweihten annimmt und Lucius, Häftling und Zellennachbar des Täters. Ich glaube aus diesem Grund fand ich das Buch gut, weil man einen Einblick in die Gefühlswelt beider Parteien bekommt. Grandioser Schreibstil, bin schon auf 'Beim Leben meiner Schwester' gespannt.

"Ich erzählte ihr nie, wer sie gebaut hatte. Doch manchmal, wenn Claire in der Schule war, lugte ich unwillkürlich hinein. Ich fragte mich, ob auch Pandora wünschte, sie hätte den Inhalt vorher überprüft - Herzschmerz, geschickt als Geschenk getarnt."
(Seite 80)

Charaktere:
Besonders nahe kommt man in diesem Buch den vier Personen, aus deren Sicht die Kapitel geschrieben sind. June - sie tut einem unheimlich leid und man versteht ihre Trauer, ihre Wut und man wünscht ihr von Herzen alles Gute - ein toller Charakter. Auch ihre Tochter Claire ist trotz ihrer Krankheit ein aufgewecktes Mädchen. Father Micheal ist ein durchaus sympathischer Priester, was wohl an seinem Alter liegt. Zu Beginn lernen wir ihn als Studenten kennen, elf Jahre später als Priester. Er wirkt nicht steif und von Gott besessen, wie einiger seiner Kollegen die man aus anderen Büchern oder Filmen kennt. Man könnte sagen, er ist ein 'cooler' Priester, immerhin fährt er Motorrad :D Dann hätten wir noch Maggie. Sie ist Anwältin und kein Supermodel. Sie trägt Kleidergröße 42, lebt mit ihrem Hasen Oliver zusammen und ist Jüdin. Charaktere wie Maggie liebe ich. Unperfekte, sympathische Frauen, die für ihre Ziele kämpfen. Etwas emotional, aber mit einem unglaublichen starken Willen.
Lucius, Häftling und Zellennachbar von Shay Bourne, dem Mörder von Junes Tochter und ihrem Mann, hält uns über die Ereignisse im Gefängnis auf dem Laufenden. Er ist trotz der Tatsache, dass er im Gefängnis sitzt sehr sympathisch und wirkt eigentlich kaum wie ein Sträfling.
Zu guter Letzt hätten wir dann noch Shay Bourne. Er war der Einzige, den ich nicht so gelungen fand und der mir nicht wirklich gefallen wollte - aber soll ein Mörder einem gefallen? Auch im Laufe der Geschichte wurde mein Bild von ihm nicht besser. Er gefiel mir einfach nicht.

"Tu nicht, was ich nicht auch tun würde", warnte ich Oliver. "Das heißt, kein Rumknabbern an den Küchenhockerbeinen."
(Seite 56)

Atmosphäre/Umgebung:
Da das Buch die meiste Zeit im Gefängnis, im Gericht oder im Krankenhaus spielt, herrscht irgendwie immer einer gedrückte Stimmung. Fast wie ein Himmel voller dunkler, tiefhängender Wolken. Doch ab und zu klart der Himmel auf und lässt ein paar Sonnenstrahlen durch.
Das ist jetzt keineswegs negativ gemeint - ein Buch, welches sich um die Todesstrafe dreht, sollte nicht bunt und munter wirken. Dann hätte man das Ziel wohl verfehlt. Meiner Meinung nach ist die Atmosphäre gut getroffen und lässt einen in die Welt des Kummers eintauchen. Sehr gut.

Fazit:
Leider kenne ich kein anderes Buch von Jodi Picoult, aber dieses hat mich schon begeistert. Ich denke sie hat einfach ein Talent dafür, dramatische Geschichten gefühlvoll zu präsentieren. Toller Schreibstil, der einem - im wahrsten Sinne des Wortes - zu Tränen rühren kann. Für Fans von Geschichten mit Gefühl ein definitives Muss :)
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am 26. September 2011
Vor 11 Jahren verlor June ihren zweiten Mann und ihre Tochter Elizabeth. Ihr erster Mann war bereits bei einem Verkehrsunfall durch die Schuld eines anderen Autofahrers getötet worden. Und genau hier setzt die Handlung ein.
Shay Bourne steht vor Gericht. Er soll Junes zweiten Mann Kurt und ihre Tochter Elizabeth getötet haben. Michael ist einer der Geschworenen. Er beugt sich den anderen und stimmt mit ihnen für die Todesstrafe.
Jetzt 11 Jahre später steht die Urteilsvollstreckung bevor. June hat ihr Leben weiter gelebt für Claire, ihre zweite Tochter, Kurts Tochter. Doch Claire ist schwer krank, sie braucht dringend eine Herztransplantation. Shay sieht einen Bericht darüber im Fernsehen und fasst einen Entschluss: Nach seinem Tod soll Claire sein Herz bekommen.
Doch darf man es einem zum Tode verurteilten erlauben seine Organe zu spenden? Kann Claire mit dem Wissen leben, dass das Herz des Mannes in ihrer Brust schlägt, der ihr ihren Vater und ihre Schwester nahm? Kann ihre Mutter damit leben, dass ein Stück des Mannes in ihrer Tochter weiter leben wird, der ihr ihre Familie nahm? Und wie kann ein Mann, der ein solches Verbrechen begangen hat, nun plötzlich zu einem guten Menschen werden?
Shay ist nicht nur ein verurteilter Mörder, er kann auch Wunder vollbringen. Er kann Tote zum leben erwecken und kranke heilen. So scheint es zumindest. Was steckt hinter all dem? Das heraus zu finden, darum geht es in diesem Buch. In wie weit ist unsere Moral noch zeitgerecht? Ist die Todesstrafe gut oder schlecht? Wer hat das Recht zu entscheiden wer den Tod verdient hat? Welches Verbrechen ist schwer genug, dass derjenige der es verübt hat nicht weiter leben darf? Woran kann man glauben? Welche Religion ist die 'richtige'? Gibt es
überhaupt eine 'richtige' Religion, oder sind sogar alle falsch?

Die Handlung wird immer abwechselnd aus der Sicht von Michael, dem Geschworenen der später Priester geworden ist, June, der trauernden Hinterbliebenen, Maggie, der Anwältin und Lucius, dem Zellennachbarn von Shay erzählt und schließlich auch einmalig aus der Sicht von Claire. Diese Abwechslung sorgt dafür, dass jede mögliche Meinung des Lesers aufgegriffen und vertreten wird. Für jede Ansicht steht eine Person und gibt ihr ein Gesicht, eine Stimme, mit der man sich identifizieren kann. Aber genauso wichtig wie die Sichtweisen derer die Beschreiben ist die derer die eben nicht beschreiben. Keines der Kapitel ist aus der Sicht von Shay geschrieben, warum wohl? Das allein regt schon wieder zum Nachdenken an.
Jodi Picoult schafft es immer dafür zu sorgen, dass man als Leser am Ende des Buches alles hinterfragt. Sie bringt einen zum Nachdenken. Sie zwingt uns nicht ihre Meinung auf, sagt uns nicht was richtig und was falsch ist, lässt uns unsere Ideen, unseren Glauben, sie gibt uns nur eine Richtung vor, in die wir denken sollen, die wir hinterfragen sollen.

Dieses Buch steht ihren bisher erschienenen in nichts nach. Ich kann es nur empfehlen!
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