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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Komplex und zauberhaft erzählt, aber etwas weitschweifig, 19. November 2009
In Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht" verbindet der chinesische Schriftsteller Dai Sijie auf mehreren Erzählebenen kunstvoll Liebesgeschichte und Sinnsuche mit der historischen und kulturellen Vergangenheit und Gegenwart Chinas. Man muss von vorneherein sagen, dass dieser Roman viel weniger linear erzählt wird als Sijies vielbeachtetes wunderbares Buch Balzac und die kleine chinesische Schneiderin". Die Geschichte wirkt traumhafter, fast ebenso zerrissen und mysteriös wie die Sutrenrolle; der Autor springt von Ereignis zu Ereignis, wechselt Zeit und Ort, lässt aus den letzten Tagen des letzten Kaisers erzählen, schwenkt dann um ins Traumgleiche, wenn die Sinologiestudentin einen visionären Traum über den französischen Forscher Paul d'Ampère - den Vater von Tumschuk - hat, und kehrt wieder zurück in die Gegenwart. Diese Art des Erzählens muss einem durchaus liegen. Zweifellos ist Dai Sijie ein wunderbarer Erzähler, der stets den richtigen Ton trifft und der vor allem in seinen Ausführungen zur Vergangenheit Chinas den Hörer zu fesseln weiß.
Insgesamt wirkt der Roman aber etwas sprunghaft und zerfasert; bisweilen ist es schwer, dem roten Faden zu folgen. Sehr gut gelöst ist die vielschichtige Erzählstruktur in dieser Hörbuchfassung durch die drei Sprecher: Während Svenja Wasser sehr angenehm und unprätentiös die Rolle der Ich-Erzählerin übernimmt, spricht Werner Rehm mit angemessen tiefer Stimme die historischen Schilderungen (man wünscht sich, noch viel mehr über Pu Yis extremes Leben zu erfahren); Patrick Heppt spricht die Ereignisse aus der Sicht von Tumschuk. Die Lesung ist tatsächlich so angenehm vorgetragen, dass man hin und wieder versucht ist, sie wie eine wohlige Hintergrundmusik plätschern zu lassen, dann allerdings verliert man rasch den Faden der doch anspruchsvollen Komposition und muss zurückspulen. Die Schwäche des Hörbuchs gegenüber dem Roman - nämlich, dass man des Öfteren sehr gerne noch einmal zurückblättern würde, um die vielen Namen, Orte und Ereignisse einzuordnen - wird durch die hervorragende Leistung von Skript und Sprechern wieder ausgeglichen.

Fazit: Zart und poetisch erzählt, historisch hochinteressant und sehr angenehm vorgetragen - Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht" ist ein wunderbar erzählter, vielschichtiger Roman, dessen recht lose Erzählstruktur mit vielen Abschweifungen einem allerdings liegen muss. Insofern ist dieses gelungene Hörbuch eher etwas für Liebhaber chinesischer Kultur und Geschichte und für Fans des Autors.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Philosophisch-spirituelles Abenteuer in Ostasien, 11. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht: Roman (Gebundene Ausgabe)
Für einen Europäer ohne engen Bezug zu Buddhismus und Ostasien liest sich dieser Roman nicht einfach, und er eignet sich ganz gewiss nicht dazu, einen ersten Kontakt zu China und seiner Literatur und Kultur herzustellen. Dazu wirkt der Roman zu zerrissen, es treten zu viele scheinbar unbedeutende Figuren auf, die Szenerien wechseln ständig, und man gewinnt gelegentlich den Eindruck, der Autor verzettle sich - dies zum Beispiel, als die französische Ich-Erzählerin aus Trotz ihr Interesse an ostasiatischen Sprachen gegen die afrikanischen eintauscht und eine für den Fortgang des Romans völlig unerhebliche, doch ausführlich geschilderte Reise nach Afrika antritt.
Wenn es sich wirklich um ein Sichverzetteln und einen wenig strukturierten Roman handelt und nicht um gewisse künstlerische Freiheiten, die man einem renommierten Autor wie Dai Sijie spätestens seit seinem Werk "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" zugestehen wird, so ist dies zumindest sehr charmant ausgearbeitet.

Echtes buddhistisches Gedankengut und die Eigenheiten einiger wichtiger ostasiatischer Länder und Regionen wie China, Tibet und Myanmar vermischt sich mit Imaginärem, denn das Land Tumschuk und seine Sprache sowie der berühmte Orientalist Paul d'Ampère sind "und ist es auch nicht wahr, so doch gut erfunden" und, wie der Autor in Interviews angab, als Hommage an die Geschichte Chinas und Ostasiens sowie an engagierte europäische Forscher zu verstehen. Auch die Kritik an den politischen Verhältnissen, nicht nur an den geradezu klassischen chinesisch-kommunistischen Praktiken von Umerziehungslagern und Zwangsarbeit, Selbstkritik und Sippenhaft, sondern auch an der bürokratischen Unbeweglichkeit benachbarter Länder ist nicht zu übersehen.

Ein wahrlich vielschichtiges Buch also mit Lokalkolorit, Philosophie und dem Augenmerk auf dem Suchen und Finden um jeden Preis, wenn man sich davon eine geistig-spirituelle Bereicherung erhoffen darf. Mancher Abschnitt lässt sich schwierig einordnen, weshalb ungeduldige, des Interpretierens, dem hier üppig Raum geboten wird, überdrüssige Leser gern einen Stern in der Wertung abziehen dürfen. Doch vermag dieser Roman ausgewählte Aspekte ostasiatischer Weisheit zu vermitteln, die zu betrachten und vielleicht mehrmals zu lesen sich lohnt.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Traumhaft!, 2. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist ein "Traum". Im wahrsten Sinne des Wortes. So wie man nachts schläft und verwirrende Bilder und Darstellungen wechseln mit klaren Handlungen. Und am Ende wacht man auf, ist verstört und braucht Zeit, um einen Sinn in allem zu entdecken oder es auch zu lassen. Je nach Veranlagung. Wer den Film "Der letzte Kaiser" gesehen hat, wird sich vergeblich erinnern an einen Sumoringer, der Chinas letzten Kaiser beim Einschlafen geholfen hat. Der Leser wird entrückt in Chinas politische Geschichte des 20.Jahrhunderts und seiner Jahrtausendalten Vergangenheit.
Stets erscheint neben großer poetischer Zartheit auch die rohe Gewalt. Die Französin, die den chinesischen Gemüsehändler liebt und romantische Momente mit ihm verbringt und zeitgleich die Ermordung ihres weißen Stallhasens. Gewalt und zarte Poesie laufen permanent einher wie die zarte Seide der Sutra, die doch mit Macht Menschen gefangen nimm und sie in endloses Suchen verstrickt. Und immer taucht uns Europäern die Fremdartigkeit Chinas auf.
Dieses Buch lädt meines Erachtens nicht dazu ein, China zu verstehen. Sondern eher das Gegenteil. Es lädt ein, sich einzugestehen, dass man als Europäer dieses Land nicht so einfach verstehen kann. Es ist zu alt, zu geheimnisvoll, zu fremd selbst für den, der seine Sprache auf der Universität lernt. Und doch lädt es ein, sich mit China zu beschäftigen und Land und Leute mit Achtung zu begegnen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gefällt mir sehr, 7. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
interessante Geschichte mit übrraschendem Schluß.
Jedoch nicht sehr spannend. Nur für Leser mit langem Atem. Der Schluß ist überraschend und enthält eine Lebensweisheit.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wundervoll erzählt, 4. Dezember 2012
Es ist eine Liebesgeschichte - aber nicht im klassischen Sinn. Den Roman neben gefühlsduseligen Schmonzetten einzureihen, würde ihm nicht gerecht. Denn es wird auch von der bewegten Geschichte Chinas und seiner Regenten erzählt, von Terror und Neuordnung, von buddhistischen Mönchen und von Marco Polo und von der Liebe zu den schön geschwungenen asiatischen Schriftzeichen.
Aber natürlich geht es auch um die große Liebe zwischen dem chinesischen Gemüsehändler Tumschuk und der Erzählerin, die nach der Kulturrevolution 1978 als eine der ersten Westeuropäer in Peking studieren darf. Ihre innige Beziehung wird begleitet von dem Wissen um eine mysteriöse seidene Schriftrolle, deren zweite Hälfte fehlt. Sie enthält ein bis dahin unbekanntes Sutra, eine Lehrrede Buddhas, das in einer sehr seltenen Sprache verfasst ist.

Der letzte Kaiser von China, der ewig auf eine Entzifferung dieser seltenen Sprache hoffte, soll während seiner Deportation in einem japanischen Flugzeug in einem Anfall von Wahnsinn die seidene Schriftrolle mit den Zähnen zerrissen und die beiden Fragmente aus dem Fenster geworfen haben. Eine Hälfte wurde als „Geschenk des Himmels“ wieder gefunden, die andere blieb verschwunden. Dieser Umstand ist für alle Wissbegierigen genauso faszinierend wie quälend. Tumschuks Vater, ein französischer Sineologe, hatte sein Leben der geheimnisvollen Schriftrolle gewidmet, das Textfragment entschlüsselt und die verbissene Leidenschaft, das fehlende Stück zu finden, an seinen Sohn weitergegeben.
Doch die besessene Suche nach der Auflösung führte bereits viele Generationen an einen Abgrund von Wahnsinn, Verbissenheit und Tod.
Tumschuks Vater wurde zu einer lebenslanger Haft in einem chinesischen Straflager verurteilt, weil er seine Frau gegen diese halbe Schriftrolle eingetauscht haben soll. Nach seinem gewaltsamen Tod, wird auch sein Sohn alles dem geheimnisvollen Sutren- Ende unterordnen und Tumschuk verlässt dafür sogar die Frau, die er liebt. Leid und Schmerz sind unausweichlich.

Es ist ein geheimnisvolles Sutra, ein Gleichnis um einen Wanderer in einer mondlosen Nacht, der an einem Abgrund ausrutscht, abstürzt, sich gerade noch an den Felsenrand klammern kann und nicht weiß, wie lange er sich noch halten kann. Und niemand weiß, wie die Geschichte endet. Die Auflösung des Rätsels am Ende des Buches ist deshalb umso eindrucksvoller.

Dai Sijie hat einen wundervollen Roman über ein eigentlich einfaches buddhistisches Prinzip geschrieben. Das Hörbuch wurde ganz hervorragend produziert und ist ein echter Genuss für die Ohren. Die Sprecher schaffen es, den Bild-schönen Worten Dai Sijies einen adäquaten Klang zu geben.
„Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht“ ist jedem Menschen zu empfehlen, der Angst vor Verlust hat, jedem, der seine Vergangenheit nicht Vergangenheit sein lassen will und jedem, der sich verbissen an Ideen und Dinge klammert (diese Personengruppe dürfte ganz schön groß sein....)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie ein Wanderer, 29. August 2011
Wer Chinas geheimnisvolle Welt mag, wird dieses Buch gerne lesen.
Die jahrtausendealte Geschichte wird mit der Liebe eines Gemüsehändlers und einer europäischen Studentin verwoben.
Ein Roman für den melancholischen Herbst.
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5.0 von 5 Sternen Bücher, 4. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was soll man bei so einer einfachen Ware groß bewerten. Es hat alles gepasst und ist i.o. Ich weiß nicht ob ich nochmal dieses Prozedere mache.
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Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht: Roman
Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht: Roman von Dai Sijie (Gebundene Ausgabe - 1. August 2009)
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