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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mobbing und seine Auswirkungen
Sterling, New Hampshire ' ein kleiner, unbekannter, beschaulicher, gar gemütlicher Ort. Unbekannt und beschaulich jedoch nur bis zum 06. März 2007. An diesem Tag nimmt Peter Houghton seine ganz persönliche Rache. Rache an denen, die ihm seit der Vorschule das Leben zur Hölle gemacht haben, die, die ihn bloßgestellt haben, die ihn geärgert,...
Veröffentlicht am 19. Oktober 2008 von Bibi Wenzel

versus
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3.0 von 5 Sternen Und wenn sie nicht gestorben sind...
Die Frage, weswegen es zu einem Amoklauf kommt, dürfte schwer zu beantworten sein, das Geflecht aus Motiven, fehlgeleiteten sozialen Bezügen und pathologischen Persönlichkeitsanteilen des Täters schwer zu durchdringen. Auch die Folgen derartiger Katastrophen sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vielfältig und nur mit Mühe in...
Veröffentlicht am 15. März 2013 von Susanne Preusker


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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mobbing und seine Auswirkungen, 19. Oktober 2008
Von 
Bibi Wenzel (MKK, Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Neunzehn Minuten: Roman (Gebundene Ausgabe)
Sterling, New Hampshire ' ein kleiner, unbekannter, beschaulicher, gar gemütlicher Ort. Unbekannt und beschaulich jedoch nur bis zum 06. März 2007. An diesem Tag nimmt Peter Houghton seine ganz persönliche Rache. Rache an denen, die ihm seit der Vorschule das Leben zur Hölle gemacht haben, die, die ihn bloßgestellt haben, die ihn geärgert, gehänselt und gepiesackt haben.

Peter Houghton ist am Ende seiner Kräfte. Er ist 17 Jahre alt und ging 17 Jahre durch die Hölle. Nun kann er nicht mehr, er will nicht mehr ' der 6. März wird sein Tag und seine Rache.
Er betritt die Highschool, nachdem er auf dem Parkplatz ein Auto hochgehen ließ um die Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu lenken, hackte sich in den Schul-PC und machte sich auf den Weg durch die Schule. In neunzehn Minuten nahm er zehn Menschen das Leben, verletzte zahlreiche weitere und wollte sich anschließend selbst töten, doch soweit sollte es nicht kommen. Patrick Ducharme, ein Polizist, findet ihn und nimmt ihn in Gewahrsam.

Lacy Houghton ist auf dem Heimweg von ihrer Arbeit als Hebamme, als sie im Radio erfährt, dass es an der Schule ihres Sohnes eine Schießerei gegeben hat. Sofort fährt sie dorthin, will wissen, was mit ihrem Sohn ist, ob er verletzt ist. Auf ihre Frage nach Peter Houghton erfährt sie, dass er es ist, der schießt. Eine scheinbar heile Welt bricht zusammen ' was hat Lacy falsch gemacht?

Richterin Alex Cormier übernimmt den Fall, obwohl ihre Tochter zu den Verletzten gehört und Josie und Peter früher sehr gut miteinander befreundet waren, bis zu dem Tag, als Alex ihre Tochter abholen wollte und sie die zwei im Keller fand, mit Gewehren spielend. Hatte Peter einfach zu freien Zugang zu den Waffen seines Vaters? Josie wurde bei der Tat leicht verletzt, doch bei Befragungen kann sie sich an nichts mehr erinnern. Zu schlimm ist der Verlust ihres Freundes, der eines der Todesopfer ist. Josie versucht langsam, in ein normales Leben zurückzufinden, doch wird ihr dies wirklich gelingen? Wird sie sich an die alte tiefe Freundschaft zu Peter erinnern und letztendlich daran, was wirklich geschehen ist?

Jodi Picoult gelingt es wieder einmal brilliant, die Geschichte einer furchtbaren Tat zu erzählen, in der alle Seiten Gehör finden und Peter nicht einfach nur Täter ist, sondern auch Opfer. Sie zeichnet das Psychogramm aus vielen verschiedenen Sichtweisen und zeigt so, dass niemand vorschnell urteilen sollte, dass immer eine Geschichte hinter solchen Taten steckt. Picoult macht die Taten dadurch nicht erklärbarer, aber man versteht als Leser einfach etwas besser, etwas mehr. Es gibt einfach nicht nur schwarz und weiß, sondern viele Farbnuancen dazwischen!
Fans von Jodi Picoult werden sich sicherlich auch über das Wiedersehen mit Jordan McAfee und Nina Frost aus älteren ihrer Bücher freuen!

'Neunzehn Minuten' ist wie ein Spiegel vor dem eigenen Gesicht. Anfangs ist für den Leser klar, Peter Houghton verdient schlimmste Strafen, er ist ein verwirrter Mörder. Doch nach und nach wird klar, dass man vorschnell geurteilt hat, Peter wurde zu dem gemacht, was er heute ist. Er hatte natürlich andere Möglichkeiten, doch er hat die grausamste gewählt. Eine durchweg atemlos erzählte Geschichte von einem Teenager, der eigentlich nur eines wollte: Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Die Autorin hat für dieses Buch lange und ausgiebig recherchiert, was sich in der Dramatik und Einfühlsamkeit wiederspiegelt. Sie sprach mit amerikanischen Opfern von Schulmassakern, Psychologen, Polizei und Richtern. Gewidmet ist das Buch denjenigen Kindern, die nicht hip und trendy sind, die Außenseiter sind und mit ihrer Rolle klarkommen müssen.

Ein Buch, das den Leser nachdenklich zurücklässt, das wieder einmal sehr mitreißend geschrieben wurde und das ein aktuelles Thema interessant in einen Roman verknüpft.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzelgänger + Computerfreak = Amoklauf, 4. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Neunzehn Minuten: Roman (Taschenbuch)
19 Minuten - kannst du mit unglaublich banalen Dingen verbringen. 19 Minuten können aber auch dein Leben für immer verändern...

Der 17-jährige Peter will nicht mehr Opfer sein. Peter wurde seit seinem ersten Schultag von seinen Mitschülern gehänselt, verprügelt, bloß gestellt - und das täglich. Heute will er dem Schrecken ein Ende setzen: Er will sich umbringen. Doch auf seinem Weg sollen ihm noch möglichst viele folgen und so stürmt er seine Schule und schießt um sich. Binnen 19 Minuten tötet er zehn Menschen, 19 weitere verletzt er schwer. Sich selbst zu richten, dazu kommt er nicht mehr, denn er wird vom Polizisten Patrick gestoppt und festgenommen.

Kann man mit einem Mörder, der in einer Schule zehn Schüler umbringt und einige andere schwer verletzt Mitleid empfinden? Ja, man kann, denn Jodie Picoult schreibt auf eine äußerst sensible, mitfühlende und packende Weise, was Mobbing und Victimisierung bei Kindern anrichten kann und zu was sie dadurch fähig sind. In Rückblenden wird das Leben von Peter Houghton erzählt, über die Grausamkeiten der Außenseiter, über die Hilflosigkeit, sich nicht wehren zu können und keine Hilfe zu bekommen. So ist es seltsam, doch Jodie Picoult hat es hingekriegt, dass ich mich einem Wechselbad der Gefühle wiederfand. Auf der einen Seite ist Peter, der Amokläufer, noch ein Monster und man leidet mit den Betroffenen des Amoklaufs, und auf der nächsten Seite entwickelt sich schon beinahe Verständnis für ihn. Darf man bei einer solch furchtbaren Tat Mitleid empfinden und sind wirklich immer nur die Computerspiele der Grund, dass einer so ausrastet, wie in diesem Fall Peter?

Ausschnitt Seite 405:
Als ich klein war, hab ich manchmal Salz auf Schnecken gestreut und dann fasziniert zugesehen, wie sie sich vor meinen Augen auflösten. Grausamkeit macht immer nur so lange Spaß, bis du merkst, dass ein Wesen leidet.
Wenn man als Loser bloß ignoriert würde, wäre das ja noch zu ertragen, aber in der Schule picken sie dich gezielt heraus. Du bist die Schnecke, und die anderen haben das Salz. Und sie haben noch kein Gewissen entwickelt.
Schadenfreude ist das Vergnügen am Leiden anderer; aber die eigentliche Frage ist doch, warum bereitet uns das Freude? Ich glaube, zum Teil aus Selbstschutz, zum Teil aber auch, weil eine Gruppe sich immer mehr als Gruppe fühlt, wenn sie einen gemeinsamen Feind hat. Da spielt es keine Rolle, ob dieser Feind dich überhaupt je mit irgendwas verletzt hat.

Fazit: Ein Buch, das einen sehr berührt und zum Nachdenken anregt.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Buch geht unter die Haut...., 1. Juli 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Neunzehn Minuten: Roman (Gebundene Ausgabe)
... und lässt einen so leicht nicht mehr los. Denn Jodi Picoult hat schon ziemlich realistisch, empathisch und nachvollziehbar beschrieben, wie und durch welche Umstände der siebzehnjährige Peter zum Amokläufer geworden ist. Am Anfang das übersensible, empfindliche Kind, das schnell zum Ziel der bösen Attacken seiner Mitschüler wird. Und da kommt er nicht mehr raus - die Jahre gehen ins Land, die Attacken werden rüder.

Und dann ist da noch Josie, seine Freundin aus Kindertagen. Ihre Entwicklung wird ebenfalls beschrieben, Jodie Picault zeichnet hier ein gefühlvolles Bild einer jungen heranwachsenden, die ihre Stellung in der Gesellschaft verzweifelt sucht.

Die Erzählstränge wechseln sich ab, es geht immer wieder in die Vergangenheit, es wechselt zwischen Peter und Josie. Das hat mir sehr gut gefallen, die Story wird perfekt dargereicht. Dennoch hat das Buch einige klitzekleine Längen, 100 Seiten in der Mitte weniger hätten dem Buch nicht geschadet.

Sicher keine herausragende Literatur, aber auf jeden Fall ein spannendes, interessantes und gut recherchiertes Buch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Und wenn sie nicht gestorben sind..., 15. März 2013
Von 
Susanne Preusker "SP" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Neunzehn Minuten: Roman (Taschenbuch)
Die Frage, weswegen es zu einem Amoklauf kommt, dürfte schwer zu beantworten sein, das Geflecht aus Motiven, fehlgeleiteten sozialen Bezügen und pathologischen Persönlichkeitsanteilen des Täters schwer zu durchdringen. Auch die Folgen derartiger Katastrophen sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vielfältig und nur mit Mühe in all ihrer Komplexität vollständig beziehungsweise realitätsnah zu beschreiben. Frau Picoult versucht es trotzdem und bricht das Ganze auf überschaubare Einheiten herunter: der gemobbte, verträumte, unbeliebte, einzelgängerische Computerfreak, die herzlosen, aber überaus beliebten Sportasse, die mit sich beschäftigten Eltern, der knallharte, vereinsamte Ermittler, die kühle Karrierefrau und Mutter, die sich aber schlussendlich doch eines Besseren besinnt, und so weiter und so fort. Allen Figuren ist gemeinsam, dass sie agieren wie am Reißbrett entworfen, was sich vielleicht unterhaltsam und flüssig liest, aber keinesfalls geeignet ist, das Phänomen Amoklauf mit literarischen MItteln zu erhellen. Diese Aufgabe haben andere Autoren wie Lambs oder Shriver wesentlich eindrucksvoller bewältigt. Und dann gibt es Passagen wie diese: "Als das Gefühl in einem Wirbel von Farbe und Kraft und Sinnlichkeit zurückkehrte, konnte Alex sich nur an ihrem Gegenüber festhalten und hoffen, dass sie es überstehen würde (....) und dann erwiderte sie Patricks Kuss, wagte das Eingeständnis, dass man vielleicht die Kontrolle verlieren muss, um endlich das zu finden, was immer gefehlt hat." (S.323) Damit wäre die Autorin dann endgültig in der Abteilung Trivialliteratur gestrandet. Motto: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. "Neunzehn Minuten" ist zusammenfassend ein leidlich spannender, auch unterhaltsamer Roman, aber ein kluger oder anspruchsvoller ist er nicht.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Leben (vor und) nach dem Knall, 1. April 2010
Von 
chrisp (Hannover, manchmal auch Neuenhagen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Neunzehn Minuten: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Eines Tages, Peter, wird womöglich jeder deinen Namen kennen." (S. 79)
So hatte es Lacy Houghton sicher nicht gemeint, als sie ihrem Sohn im ersten Schuljahr versicherte, das aus ihm mal ein besserer Mensch werde, als aus jenen Idioten, die ihm immer wieder zusetzen und Peter das Leben, schon in jungen Jahren zur Hölle machten.

Es ist ein scheinbar ganz normaler Märztag an der Sterling Highschool in New Hampshire.
Bis der 17jährige Peter Houghton, während der dritten Unterrichtsstunde, eine Rohrbombe zündet und auf knapp 30 Menschen das Feuer eröffnet.
Nun steht die Ermittlung und Verarbeitung der Ereignisse im Mittelpunkt.
Was hat den Schüler, der als Außenseiter bekannt war, dazu getrieben, sein eigenes und das Leben vieler anderer Schüler, Lehrer und Familien auf diese Weise zu verändern?

Da die eigentliche Tat schon nach wenigen Seiten vorüber ist, könnte man vermuten, das, außer der Gerichtsverhandlung, nicht mehr besonders viel zu erfahren sei. Dem ist aber nicht so.
Jodi Picoult gelingt das Kunststück, die Niedergeschlagenheit und Verwirrung nach der Tat, im Wechsel mit den Ereignissen vor der Tat zu beschreiben und so überzeugende Profile Peter's, seiner früheren Freundin Josie, wie auch der anderen zahlreichen Figuren und ihren Beziehungen untereinander zu entwickeln.

Diese Mischung aus den vielen nachvollziehbaren Schicksalen, Wünschen und Gedanken der Charaktere, sowie die verständliche Sprache Picoult's, deren Geschichten ich bisher noch nicht kannte, hinterlässt, zumindest bei mir, einen bleibenden Eindruck.
Auch drängten sich mir Überlegungen an meine eigene Schulzeit auf, ob es dort auch Mobbingopfer gab und ob man selbst in einem geringem Maße aktiv beteiligt oder, vielleicht ganz unbemerkt, sogar selbst davon betroffen war.

Der einzige Kritikpunkt, den ich bei dieser fiktiven aber authentischen Geschichte anbringen kann, ist der, das das Ende mit dem hohen Niveau der ersten ca. 450 Seiten nicht mithalten kann, was dieser mutigen und trauriger Weise, immer wieder aktuellen Inszenierung jedoch kaum schadet.

Woher die Autorin ihre Informationen für diese eindrucksvolle Täterstudie erhielt, erfährt der Leser am Ende in der Danksagung.
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40 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschreckend realistisch, 29. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Neunzehn Minuten: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Bilder sind leider aus etlichen Schulmassakern, sei es in den USA oder auch in Deutschland bekannt.
Jodi Picoult nimmt sich des Themas an und beschreibt einen fiktiven Amoklauf an einer amerikanischen High-School. Sie versucht sich mit dem "Warum", das immer noch einer solchen Tat bleibt, auseinander zu setzen und wagt es einen Erklärungsversuch anzubieten. Ein durchaus riskantes Unterfangen. Dabei bedient sich sich aus unterschiedlicher Perspektive diverser auf verschiedensten Wegen miteinander verbundenen Personen.
Dies gelingt ihr jedoch erfreulicherlicherweise ziemlich gut und realistisch. Man ist, und das macht die Tiefe dieses Buches aus, ständig hin und hergerissen zwischen dem Schicksal der Opfer und dem Schicksal des Täters, der nicht minder bemitleidenswert ist.
Zwar setzt die Autorin bei ihrer Erklärung bei der weggenommenen Butterbrotbüchse an und lässt auch die heruntergelassene Hose in der Schulcafeteria nicht aus, dennoch gelingt es ihr, damit zum Glück nicht in die simple Schwarz-Weiß-Malerei abzutrifften. Sie schafft es stringent durch clever zusammengesetzte Erinnerungsstücke der Protagonisten eine Geschichte zu erzählen, ohne das es zu einer Zeit peinlich wird.
Etwas zu bemängeln sind lediglich die Gerichtsszenen, die einfach nicht an die Tiefe und Ausgefeiltheit eines John Grisham heranreichen können.
Trotzdem, und das hinterlässt den durchweg positiven Gesamteindruck, erfährt die Geschichte zum Ende noch eine wirklich überraschende Wendung, die den Leser völlig schockiert zurücklässt.

Für mich 5 von 5 Punkten, absolut lesenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gutes Buch zum Thema Amoklauf, 26. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Neunzehn Minuten: Roman (Taschenbuch)
Amokläufe sind leider immer wieder ein aktuelles Thema, um das man einfach nicht rum kommt. Ich habe bereits einige Bücher zum Thema Amoklauf gelesen, um "Neunzehn Minuten" habe ich allerdings bislang immer einen großen Bogen gemacht, warum auch immer. Nun war es endlich soweit und ich wollte dem Buch die Chance geben, dass es verdient hat - und ich habe es nicht bereut.

Jodi Picoult hat einen angenehmen Schreibstil, der sich nach anfänglichen Schwierigkeiten leicht und flüssig lesen lässt. Zunächst hatte ich sehr große Probleme mit dem recht schnellen Perspektivenwechsel. In diesem Buch kommen unglaublich viele Menschen immer wieder zu Wort und ich hatte so meine Schwierigkeiten, sie alle einzuordnen. Allerdings habe ich dies nach den ersten hundert Seiten doch relativ gut hinbekommen. Die Geschichte wird sensibel und eindringlich erzählt. Jodi Picoult lässt dabei kein Schicksal aus und stellt den Amokläufer nicht einfach nur als brutalen Mörder hin, sondern versucht, ihm eine faire Chance zu geben, indem seine komplette Vergangenheit ausgiebig thematisiert wird.

Durch die vielen Perspektivenwechsel lernt man eine Menge Charaktere kennen, die es in sich haben. Bei einigen konnte ich nur genervt den Kopf schütteln, andere musste ich einfach gern haben, bzw. mit ihnen mitfühlen, selbst dann, wenn es dabei um einen Täter ging. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf Peter und Josie gelegt.

Peter wird durch jahrelanges Mobbing zum Amokläufer. Er ist ein stiller, sensibler Junge, der im Leben kaum eine faire Chance erhalten hat und wurde von seinen Mitschülern vom ersten Schultag an gemobbt. Direkt am ersten Schultag wird ihm die Brotdose aus dem Bus geworfen, es folgen Beleidigungen und Gewalt. Dazu muss Peter mit einer Mutter leben, die ihn ständig übermuttert und sich in seine Angelegenheiten einmischt, sodass er in der Schule nur noch mehr gemobbt und gemieden wird. Natürlich kann dies alles nicht einen Amoklauf rechtfertigen, allerdings kann man im Laufe der Geschichte verstehen, wieso er dies als letzten Ausweg gesehen hat.
Josie ist dagegen eine Protagonistin, die mir nicht leid getan hat. Früher war sie seine beste Freundin, heute meidet sie ihn mehr oder weniger, da sie lieber mit den Leuten ihre Zeit verbringt, die ihm das Leben zur Hölle machen. Während des Amoklaufes verliert sie ihren Freund, sie selbst wird dabei nur leicht verletzt. Es fiel mir stellenweise wirklich schwer sie zu mögen, da sie sehr aufmüpfig auf alles reagiert und ihren Mitmenschen kaum Chancen lässt. So ist ihr Verhältnis zu ihrer Mutter enorm gestört. Diese ist Richterin und muss somit auch außerhalb des Gerichtssaals immer ihre Maske tragen, die sie selbstbewusst und neutral erscheinen lässt.

Auch andere Charaktere wie z.B. Peter Mutter Lacy, Josies Mutter Alex, der Polizist Patrick und Peters Anwalt Jordan kommen zu Wort.
Lacy ist eine Übermutter, die ihren Sohn in Watte packt und dadurch nicht wirklich auf das Leben vorbereitet. Durch ihre Besuche in der Schule verschlechtert sie Peters Standing in der Schule nur noch mehr, sodass es zu weiteren Mobbingattacken kommt. Leider ändert sich auch im Laufe der Geschichte ihr Verhalten nur minimal. Alex ist dagegen eine sehr selbstbewusste Frau, die durch ihren Job als Richterin ständig souverän auftreten muss. Ihr Verhältnis zu Josie ist angespannt und es gelingt ihr nur sehr schwer, sich ihrer Tochter wieder zu nähern. Patrick ist ein sehr sympathischer Charakter, der mit Herzblut Polizist ist. Er hat mit dem Amoklauf schwer zu kämpfen und möchte bei allen Ermittlungen dabei sein, um zu verstehen, was wirklich vorgefallen ist. Gleiches gilt für Jordan, der als Peters Anwalt auftritt. Er ist relativ cool und es gelingt ihm, seinen Job mit dem Privatleben zu trennen, Peters Fall lässt ihn allerdings nicht so schnell los.

"Neunzehn Minuten" wird sehr authentisch dargestellt. Sämtliche Gefühle wirken weder überspitzt, noch zu sehr von der Autorin gewollt. Peter war vor dem Amoklauf immer unglaublich ängstlich, während des Attentats war er dagegen selbstbewusst und entschlossen, im Gefängnis dagegen wieder ängstlich. Dazu kann er nicht nachvollziehen, wieso er plötzlich bestraft wird, wo ihm doch jahrelang andere Menschen das Leben zur Hölle gemacht haben. Das Verhalten der Medien und der Menschen, die betroffen sind, ist nachvollziehbar, auch wenn ich so manches Mal mit dem Kopf schütteln musste. So wird u.a. Peters Vater vom Dienst beurlaubt, obwohl er nichts für den Amoklauf kann.
Dazu zeigt das Buch, was passieren kann, wenn Menschen jahrelang ausgegrenzt und gemobbt werden. Manche stehen einfach darüber und denken sich, dass auch andere Zeiten kommen, andere dagegen - wie Peter - flüchten sich in eine Scheinwelt, in der sie Rache nehmen wollen und den Plan irgendwann in die Tat umsetzen.
Dazu kommt es immer wieder zu ungeahnten Wendungen, die ich zuvor nicht erwartet habe. So wird z.B. Josie immer wichtiger, obwohl dies zunächst absolut nicht so aussah.

Die Covergestaltung ist ganz okay, allerdings kein Highlight. Jedoch sollte man bedenken, dass ein großes Cover bei so einem Inhalt absolut unnötig ist, denn die Schlichtheit, die auf dem Foto zu sehen ist, reicht vollkommen aus. Die Kurzbeschreibung liest sich ebenfalls gut und hat mich erst zu dem Buch gebracht.

Insgesamt ist "Neunzehn Minuten" ein erschütterndes Buch, das aufrüttelt und zum Nachdenken anregt, was Mobbing Menschen antun kann. Dies war mein erstes Buch von Jodi Picoult und es wird mit Sicherheit nicht das Letzte sein. Empfehlenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In 19 Minuten kann man Rache nehmen..., 4. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Neunzehn Minuten: Roman (Taschenbuch)
Wenn man Jugendliche heute fragen würde, ob sie beliebt sein wollen, werden sie Nein sagen, obwohl die Wahrheit
so aussieht: Wenn sie in der Wüste kurz vor dem Verdursten wären und die Wahl zwischen einem Glas Wasser und augenblicklicher Beliebtheit hätten, würden sie sich wahrscheinlich für letzteres entscheiden.

Lacy Houghton hat es eilig. Soeben hat sie erfahren, dass es an der High School ihres Sohnes Peter im beschaulichen Sterling in New Hampshire ein Massaker gegeben haben soll. Ein Amokläufer hat zehn Schülerinnen und Schüler in den Tod gerissen. Jetzt will Lacy wissen, ob Peter eines der Opfer ist. Als ein Mädchen seinen Namen nennt, fragt sie, wo sie Peter Houghton finden kann. Und das Mädchen antwortet: 'Er ist der, der schießt'. Für Lacy Houghton bricht eine Welt zusammen. Ebenso wie für den Rest des Ortes - und für Josie Cormier, die die Bluttat im Unterschied zu ihrem Freund Matt überlebt hat. In der Kindheit hat Josie die schützende Hand über Peter gehalten, wenn er in der Vorschule wieder einmal von seinen Kameraden gepiesackt wurde. Sie wäre eine perfekte Zeugin. Aber sie kann sich, wie sie sagt, an nichts erinnern...

Zur Geschichte:
19 Minuten. 19 Minuten in denen man so viel machen kann. Zum Beispiel Rache nehmen. Peter Houghton wurde seine ganze Kindheit über von anderen, von den cooleren Kids gequält und geärgert. Aber es war alles ertragbar, da er eine Freundin hatte, die zu ihm stand, Josie Cormier. Aber auch sie hat ihn irgendwann im Stich gelassen und ihre Freunde machten ihm sein Leben zur Hölle. Er musste sich wehren, sonst würden die Erniedrigungen nie aufhören.

Beim lesen:
Das Buch hat mich echt umgehauen! Man fragt sich die ganze Zeit Warum?! Man möchte Antworten! Warum hat Peter das gemacht und warum haben die Anderen das gemacht? Warum verhält sich Josie wie sie sich verhält? Die Geschichte war durchgehen spannend und man wollte wissen wie es endet.
Die Geschichte ist in 2 große Teile unterteilt. Der erste Teil beschäftigt sich mit dem WARUM? Oder auch die Vorbereitung auf Peters Prozess. In dem Zweiten geht es dann um seinen Prozess. Jedes Kapitel weißt auf eine andere Zeit hin. Also das erste Kapitel spielt in der Gegenwart und das nächste in der Vergangenheit. Man erfährt Schritt für Schritt wie sich die Kinder entwickelt haben, wie es zu dem Amoklauf gekommen ist.
Achtung Spoiler: Sehr gut gemacht finde ich, das das Kapitel in der Gegenwart mit Josis Aussage endet und dann als nächstes Kapitel aus der Vergangenheit weitergeht. Also so das es die Aussage für uns beschreibt.
Beim lesen war ich auch gefühlt immer auf Peters Seite. Ich glaube, jeder hat das mal durchgemacht. Man will das Peter freikommt. Auch wenn er die Menschen auf dem Gewissen hat. Trotzdem wünscht man ihm nur das Beste und fragt sich die ganze Zeit warum Josie nicht mehr Zivilcourage gezeigt hat.
Aber auch wenn man an ihre Parts kommt, hat man Mitleid mit ihr und kann nachvollziehen warum sie so ist wie sie ist. Bei ihren Parts hatte ich auch manchmal Pipi in den Augen gehabt :')

Fazit:
Ich finde das Buch super. So gut das ich es gerne zu meine Lieblingsbüchern zählen möchte. Es blieb vom Anfang bis Ende realistisch, alles nachvollziehbar und ich spiel sogar mit den Gedanken, weiter Bücher von ihr zu kaufen bzw. den Film Beim Leben meiner Schwester zu gucken.
Das Buch bekommt 5 von 5 Sternen und wenn mich diesen Monat nichts mehr umhaut wird es mein Buch des Monats :)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 19 Minuten..., 27. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Neunzehn Minuten: Roman (Taschenbuch)
Bei dem vorliegenden Buch 19 Minuten handelt es sich um ein Drama, welches 2007 in den USA erschien und promt in den Bestsellerlisten der New York Times aufgeführt. 2008 Erschien das Buch im deutschsprachigen Raum im Piper Verlag . Die Autorin Jodi Picoult setzt sich in dem Buch mit einem fiktiven Amoklauf an der Sterling Highschool auseinander.

In einer High School in Sterling (New Hampshire) ereignet sich ein schreckliches Verbrechen. Peter Houghton, Schüler an dieser High School, dringt schwer bewaffnet in die Schule ein und schießt 19 Minuten lang auf jeden, dem er begegnet. Diese 19 Minuten sollen das Leben der Schüler verändern. Zuvor war Peter jahrelang das Ziel für Spott und Hänseleien. Dieses Buch erzählt die Geschichte vor und nach den 19 Minuten dieses verhängnisvollen Tags.

Jodi Picoult hat dieses Buch in einer einfachen verständlichen Sprache geschrieben. Der Schreibstil ist klar und keineswegs simpel. Die Platzierung der Worte ist sehr konstruiert. Sie vernetzt Personen und Ereignisse. So das mit jeder gelesenen Seite dieses Buches das Bild von Personen und Ereignissen komplettiert wird. Sie zeigt keine Scheu vor den Biografien von Tätern und Opfern, diese detaillierten Biographien sind ein Mittel die Ereignisse Nachzuvollziehen ohne das Unerklärliche zu erklären.

Zusätzlich springt die Geschichte zwischen den Perspektiven, sodass immer aus der Sicht einer anderen Person erzählt wird. Ein Wechsel findet ungefähr alle ein bis drei Seiten statt. Dadurch schafft es die Autorin, dieses Thema von allen Stellungen zu beleuchten. Schüler, Eltern, Polizisten, Anwälte und der Täter selbst werden gezeigt. Die Altersempfehlung liegt bei 12 Jahren, die ich aus thematischer Sicht etwas früh, da beispielsweise auch beschrieben wird wie viele Einschusslöcher die Opfer am Kopf davongetragen haben. Dieses Buch kann sensibilisieren aber auch Schule unnötig zu einem Ort unnötig potentieller Amokläufe machen und dadurch SchülerInnen verängstigen. Aufgrund vermehrter Vorfälle und der gesellschaftlichen Brisanz finde ich es durchaus angemessen. Für die 9. Klasse meiner Meinung eine Interessante Pflichtlektüre. Darum denke ich das dieses Buch präventiv in der heutigen Ellenbogengesellschaft wirkt, da es zum nachdenken anregt und den Fokus auf vermeidlich schwächere lenkt. Jene die in den Pausen gehänselt, gedemütigt und womöglich geschlagen werden. Jedoch kann das Buch bei den jüngeren LeserInnen schnell an Reiz verlieren da die Perspektiven sowie die Zeiten sehr schnell wechseln, dadurch fällt es schwer das leserliche Gesamtbild zu formen.

Ich musste das Buch einige male beim lesen zur Seite legen um mir Zeit zum Schlucken zu nehmen, es hat mich aufgewühlt und betroffen gemacht. Vielleich kann das Buch als eine thematische Perpektivensammlung beschreiben werden.
Positiv anzumerken ist, dass die Autorin dem Leser viel Raum für eigene Meinungen, sei es für das heikle Thema Amoklauf an Schulen oder die Charaktere lässt. Sie scheucht den Leser keineswegs zu einem Sympatieträger.
Leider ist dieses Buch ist ein typisches Beispiel für die wie ich es nenne: 'The American Way of Story' . Da sind zum einen die coolen die in der Footballmannschaft sind und sich nur mit den schönsten Mädchen ausgehen. Die Coolen piesacken die schmächtigen unsportlichen Computerfreaks. Die zu 80% in jeder Geschichte die glichen Pickel an den gleichen Stellen haben.
Ich Empfehle das Buch grundsätzlich jedem/jeder der/die sich gerne mit sozialkritischen Themen auseinandersetzt und nicht vor der Realität erschreckt. Vielschichtig, spannend, unmoralisch, ungemütlich.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Täter zum Opfer - ein sehr gelungener Roman, 16. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Neunzehn Minuten: Roman (Taschenbuch)
ACHTUNG - wer nicht zu viele Infos zum Roman haben will, bzw die Spannung vorher erhalten will sollte nur das untere Stückchen lesen.

Sterling, New Hampshire, es ist der 6. März 2007, 10 Uhr. Der 17-jährige Peter Houghton hätte in den nun folgenden 19 Minuten 'den Rasen vor dem Haus mähen, sich die Haare färben, Brötchen backen, sich vom Zahnarzt eine Füllung machen lassen oder die Wäsche einer fünfköpfigen Familie zusammenlegen können' ' doch er entscheidet sich dafür seine Rache zu nehmen. Seine Rache an denen, die ihm das Leben seit der Grundschule zur Hölle gemacht haben. Der kleine, unbekannte und ruhige Ort Sterling ist nach den folgenden 19 Minuten, weder ruhig noch unbekannt.

Peter Houghton betritt die Highschool. Vorher zündete er eine Bombe auf dem Schülerparkplatz. Ein Wagen explodierte, dies diente als Ablenkung für das nun unaufhaltsame Blutbad. Bewaffnet mit 2 Pistolen, 2 Schrotflinten und genug Munition um 200 Menschen das Leben nehmen zu können, bahnt er sich den Weg durch die Schule. In neunzehn Minuten nahm er zehn Menschen das Leben, verletzte viele Schüler, Lehrer und wollte sich am Ende selbst Hinrichten. Doch davon wurde er von Patrick Ducharme abgehalten.
Unzählige Kameras und Reporter waren zeitnah vor Ort und berichteten von dem Ereignis. Weltweit herrschte Entsetzen. Noch am selben Tag startete die Polizei, ihre Ermittlungen. Peter saß in seiner Zelle, als er die Nachricht bekam, dass Richterin Alex Cormier den Fall übernimmt. Sie war die Mutter von Josie, welche zu den Verletzten des Amoklaufes gehört.
Sie war lange Zeit mit Peter befreundet. Josie hat jedoch keine Erinnerungen mehr an die Tat und muss sich nun versuchen, wieder in ihr normales Leben zurückzufinden.

Jodi Picoult deckt auf 742 Seiten, eine spannende und emotionsgeladene Begebenheit und deren zum Teil unfassbare Hintergründe auf. Sie gibt die Geschichte einer furchtbaren Tat wieder, in der alle Seiten Gehör finden. Selbst der junge Peter Houghton ist nicht einfach nur Täter. Sie deckt die Sichtweisen von jeder Perspektive auf, egal ob Mitschüler, Eltern, Polizist, Richter'
Es steckt immer eine Geschichte hinter so einer Tat, wie die von Peter. Es fing alles an als er in die Schule kam. Es wurde bloßgestellt, geärgert, gemobbt und gepiesackt, schon vom ersten Tag an. Die Autorin bleibt jedoch bei den 'typischen' Vorurteilen, die man von jungen Amokläufern hat. Sie beschreibt ihn so wie die Medien es in solchen Fällen auch machen- Familieprobleme, Computerfreak, Ego-Shooter, keine Freunde usw.

Durch den Roman bringt Jodi Picoult diese nichterklärbare Tat, dem Leser ein Stück näher und macht sie verständlicher. Sie zeigt, dass Peter nur für diese 19 Minuten der Täter war, für die ca. 90.000 Minuten (17 Jahre) davor, war Peter jedoch immer das Opfer.
Wer hätte Peter denn nicht nach den ersten 43 Seiten als kaltblütigen Mörder abgestempelt und sofort lebenslänglich ins Gefängnis gesteckt? Nach und nach stellt man fest, dass diese Schlüsse zu voreilig gezogen wurden. Die Autorin gibt immer mehr Informationen und man kann letztlich sagen, dass Peter allein von seinem Umfeld zu dem gemacht wurde, was er heute ist.
Der Amoklauf war für ihn die letzte und wahrscheinlich auch dramatischste Möglichkeit, aus der ganzen Sache raus zu kommen. Er wollte alles beendet mit dem Ziel, dass er einmal im Leben die volle Aufmerksamkeit bekommt, nach der er schon 17 Jahre Sehnsucht hat.

Die Autorin hat in einer langen Erarbeitungsphase viele Informationen gesammelt und intensiv recherchiert. Sie versetzt sich mit ihrer Schreibweise in eine zum Teil dramatische und zum Teil sehr einfühlsame Art, welche eine kleine Abwechslung und Spannung in den Roman bringt. Das Buch reißt einen auf eine interessante und für mich neue Art mit. Es ist nicht empfehlenswert es vor dem Einschlafen zu lesen. Da es doch auch stark zum Nachdenken anregt, denn es kann jederzeit, überall passieren. Man kann sich weder darauf vorbereiten noch davor schützen. Denn meistens kommt die Gefahr von Innen. Doch mit ein wenig Achtsamkeit in seinem Umfeld, kann man viel verändern. Wir alle haben Punkte in unserem Leben, wo wir alleine nicht so richtig weiterkommen. Wenn man auf andere achtet kann man ihnen über die Steine helfen, welche ihnen in den Weg gelegt wurden. Dies ist jedoch schwer in unserer heutigen 'Ich-Gesellschaft', wo jeder nur auf sich selber achtet.
Dies ist eine Lehre die ich aus dem Roman gezogen habe. Mit steigender Achtsamkeit, würde das Risiko, dass es zu so einer kommt Tat sinken.

Wichtig finde ich es am Ende noch zu sagen, dass sie das Buch all denen widmet, die nicht so angesagt und cool sind, die Außenseiter, welche mit dieser Situation klar kommen und sich auch ihren Weg durchs Leben kämpfen müssen.

Grüße, Piet.
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Neunzehn Minuten: Roman
Neunzehn Minuten: Roman von Jodi Picoult (Gebundene Ausgabe - 1. Februar 2008)
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