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191
4,2 von 5 Sternen
Der Schrecksenmeister. Ein kulinarisches Märchen aus Zamonien
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89 von 100 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. August 2007
auf den ich gehofft hatte.

Zur (spontanen - ich habe das Buch ja erst einmal gelesen) Kritik:
Ein schönes, ein lesbares Buch.
Empfehlenswert allemal!

Auch hier gab es Momente, wo ich - im Lesen versunken - plötzlich aus dem Lesefluss "aufwachte", weil ich laut losgelacht hatte.

Durch die bereits erwähnte Begrenzung auf einen sehr kleinen Raum (im Gegensatz zu den Reisen durch Zamonien in "Die Stadt der träumenden Bücher", "Rumo" und "Die dreizehneinhalb Leben ...") bleibt wenig Möglichkeit zu den weitschweifigen Beschreibungen, die ich an den "Mörschen" so sehr schätze.

Die Figuren bleiben oft vage, will heißen es fehlt ihnen an Tiefe, die sie in den anderen Werken (m.E.) haben. Manches Mal wusste ich den nächsten Satz (ist mir mehrmals passiert, und es hat mich überrascht, dass Herr Moers mich nicht überraschte). Aber dies mag evt. daran liegen, dass ich nun schon so viel von ihm las.

Die Illustrationen sind sehr (!) gut.

Das Nachwort hat auch mich stutzig gemacht.
Ist Herr Moers dem Erwartungsdruck von uns allen erlegen? Das fände ich schade.
Allein das nach "Ensel und Krete" so etwas wie "Rumo" und "Die Stadt der träumenden Bücher" (mein persönlicher Liebling!) entstand, macht mir erneut deutlich, dass dauerhafte Höchstleistung von niemanden zu erwarten ist. Dieser Mann ist ein verdammt guter Geschichtenerzähler, und nicht jede Geschichte, die er mit uns teilt ist so gut wie die Beste, die wir bisher von ihm gelesen haben. Das macht seine anderen Geschichten nicht weniger lesenswert.

Ich finde "Der Schrecksenmeister" ist gut, aber nicht sehr gut.
Länger hätte das Buch nicht sein dürfen, eher kürzer. Dann wäre es evt. "knackiger" geworden. Fjodor F. Fjodor ist (wenn auch "schwer" zu lesen) eine tolle Figur, die mehr in Erscheinung hätte treten dürfen. Und was ihr im Laufe der Erzählung widerfährt, hat mich erfolgreich "unter Spannung" gehalten. Auch sind andere faszinierend-witzige Gestalten (Stichwort: schneeweiße Witwe) und Ideen (Stichwort: Baum der Erkenntnuss) vorhanden.

Das die "Mythenmetzschen Abschweifungen" fehlen hat mich nicht gestört. Obwohl mich die "Maßregelung" der Lesenden sehr amüsiert hat. Aber das zu wiederholen, wäre möglicherweise aufgekochtem Kaffee gleichgekommen. Ich halte es daher für eine gute Entscheidung sie diesmal weg zu lassen.

Das Ende finde ich sehr gelungen geschrieben, und hat die Ernüchterung wett gemacht, die (nur bisweilen!) auf den ersten dreihundert Seiten entstand.

Drei Sterne ist mir ein bisschen zu wenig, fünf Sterne deutlich zu viel, daher gibt es von mir vier Sterne.
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55 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Oktober 2007
Meiner Meinung nach verdient dieses Buch ebenso fünf Sterne wie Moers bisherige Zamonienromane.
In vorangegangenen Kritiken würde bemängelt, dass dem Schrecksenmeister die Kreativität fehlen würde und es an Schauplätzen, Charaktären und Abenteuern mangeln würde. In der Tat stimmt es, dass dieses Buch in diesen Punkten schlichter gehalten wurde als seine Vorgänger.
Ich sehe darin jedoch keinen Grund für eine schlechte Kritik, denn es muss ja nicht jede Zamoniengeschichte so groß angelegt werden. Ich finde es sogar eher gut, dass es eine Geschichte mal einen beschaulichen SChauplatz hat (überwiegend spielt die Geschichte ja im Schloss).
Moers hat in seinen vorigen Werken ja schon eine Menge von Zamonien erkundet und wird dieses bestimmt demnächst wieder in Angriff nehmen, daher verstehe ich nicht, wo das Problem liegt, wenn er sich mal mit seinem Handlungsort überwiegend auf ein Schloss konzentriert.
Hinzu kommt, dass die die vier tragenden Charaktäre (Echo, Eißpin, Izanuela und Fjodor) alle sehr ausführlich beleuchtet werden und interessant und humorvoll dargestellt werden.
Auch die Beschreibungen des Schlosses sind sehr detailliert und oftmals recht düster ausgefallen, so dass das Gefühl entsteht, man wäre selbst dort.
Davon ganz abgesehen, sprach Moers ja davon, dass Mythemmetz eine alte Novelle von Gofid Letterkerl überarbeitet hat. Dies ist ja im Prinzip auch der Fall, denn Moers hat die alte Novelle "Spiegel, das Kätzchen" überarbeitet und zu einem Roman umgedichtet. Damit hat er eine Hommage an das Ursprungswerk geschrieben und sich dementsprechend auch an den vorgegebenen Handlungsstrang gehalten. Hätte er in seiner Hommage nun mit unzähligen Charaktären und tausenden Schauplätzen aufgewartet, wäre der SChrecksenmeister wohl eine unglaubwürdige Anlehnung an besagte Novelle gewesen.
Daher fünf Punkte für ein schönes Buch, indem es Moers gelungen ist, eine alte Novelle nach Zamonien umzusiedeln und mit seinem unvergleichlichen Humor zu versehen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Januar 2008
Ich habe dieses Buch echt genossen! Ich hatte vorher gar nichts konkretes erwartet -und so wurde ich auch nicht enttäuscht.

Und ich denke, man darf es nicht mit den anderen Zamonien-Romanen, v. a. nicht mit "Rumo und die Wunder..." und "....Käpt'n Blaubär" und "Die Stadt der träumenden Bücher" vergleichen! Es ist ja von vornherein anders angelegt - es kann dem Vergleich also gar nicht standhalten.
Die Geschichten, die die Handlungen nicht weiterbringen, sind sehr schön - warum müssen sie das denn? Warum erinnert Eißpin an General Tick Tack? Er ist sehr anders - er ist nur auch das maximal böse in diesem Werk wie Tick Tack bei "Rumo...". - Sucht nicht die anderen Bücher in diesem - lasst euch auf etwas neues und anderes ein! Es ist trotzdem Moers und Zamonien in voller Entfaltung. Es ist eine Ode an die Fantasie und an die wunderbaren Möglichkeiten der kulinarischen Kunst, und das in Kombination.

Die oben genannten Bücher waren vor allem Abenteuerbücher mit mehr oder weniger detaillierter Charakterbeschreibung v. a. bezüglich der biographischen Details.
Dieses Buch hier ist anders detailliert, und auch eher gerichtet auf die inneren Eigenschaften der Charaktere als auf die äußeren. Und das ist sehr gut gelungen, wie ich finde.
Ein immenser Unterschied ist auch der: Die Bewohner von Sldwaya, der Schrecksenmeister - was sind es für Daseinsformen? Es wird NICHT erwähnt - es handelt sich also wahrscheinlich um Menschen. Es ist sowieso an ein sehr menschliches Leben gehalten, wie ihc finde: es gibt die Haustiere/Tiere und die Bewohner auf der anderen Seite, es ist wie man es sich hier vorstellen würde zu früheren Zeiten ...

Es ist atmosphärisch sehr dicht, beruhigt irgendwie, aber ist trotzdem manchmal sehr atemraubend. Es ist durchströmt von einer Art Urvertrauen und 'Liebe', ohne dass es romantisch oder naiv ist. Es geschieht nicht in halb Zamonien sondern nur in Sledwaya und im Schloss des Schrecksenmeisters und dadurch gemütlich und anheimelnd.

Der Humor ist mal wieder SEHR gut!! Besonders gut fand ich zB den Fremdwort-Gebrauch von Fjodor! :-D

Mich hat der Moers-Zamonische Zauber wieder voll erfasst! Auch wenn es sich von der Art der anderen Romane unterscheidet, s. o., es ist toll!
Ich hätte sogar nicht gedacht, dass es mich so begeistern würde, weil ich annahm, dass an die anderen nie wieder was annähernd rankommen könnte.
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Oktober 2007
Hätte jemand den Schrecksenmeister gelesen, ohne vorher einen anderen Zamonienroman zu kennen, wären die fünf Sterne unumstritten. So aber wird rasch verglichen, was man eigentlich nicht vergleichen kann.

Der Schrecksenmeister verdeutlicht wieder einmal Walter Moers' stets überraschende Vielfalt. Jeder Zamonienroman war anders: Die "Dreizehneinhalb Leben" stellten den klassischen Abenteuerroman, die Odyssee, dar; Rumo war ein Fantasy-Action-Roman, Ensel und Krete ein Märchen, die Stadt der träumenden Bücher ein intellektueller Roman, und der Schrecksenmeister ist die klassische Novelle mit einem klaren Handlungsstrang und einer begrenzten Zahl von Charakteren.

Diese Charaktere sind aber umso feiner ausgearbeitet. Der Schrecksenmeister ist kein grobgeschnitztes Scheusal, sondern ein Charakter mit fein differenzierten Facetten, der einem manchmal sogar richtig sympathisch werden kann.

Die Handlung stürmt nicht daher wie in einem Action-Roman, sondern bildet das Gefühl nach, dass das Krätzchen, dessen Lebensspanne unerbittlich abläuft, erleiden muss.

Und die typisch Moersschen Sprachfeuerwerke, die überschäumenden Phantasmen, die aberwitzigen Aufzählungen fehlen auch hier nicht. Die Vorstellung des schrecksischen Gewächshauses ist so gut wie alles, was Moers zuvor geschrieben hat. Seine Menüfolgen - es handelt sich ja um einen kulinarischen Roman - lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Und wer glaubte, mit dem Kometenwein bereits die Krönung der Winzerkunst kennengelernt zu haben, wird sehen, dass auch dieses noch gesteigert werden kann (mehr wird hier nicht verraten).

Dass der Schrecksenmeister eine Nachdichtung von Gottfried Kellers "Spiegel, das Kätzchen" ist, ist nicht ehrenrührig. Goethe hat das Faust-Thema ja auch nicht selber erfunden. Im Gegenteil, durch die Lektüre des Schrecksenmeisters angeregt, habe ich mir hier bei Amazon eine sehr schöne Ausgabe von Kellers Novelle (von "Books on Demand") bestellt und mit Genuss gelesen. Der Lesespass wurde so quasi verdoppelt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
HALL OF FAMEam 26. Oktober 2007
Einge der vorherigen Rezessionen haben mich erst mal davon abgehalten dieses Buch zu lesen, doch dann hat meine Neugier doch noch gesiegt und ich muß sagen, so schlecht war es dann doch nicht. Sicher "Der Schrecksenmeister" ist anders. Zum Einem ist er wie Rumo oder die Bücherstadt kein Reiseroman, der sich vor allem durch schnelle Ortswechsel auszeichnet. Die Geschichte von Echo dem Krätzchen beschränkt sich vielmehr nur auf die Stadt Sledwaya und die Burg des Schrecksenmeisters. Zum Anderen kommen nur wenige Charaktere vor, doch grade dies gibt dem Leser die Chance die einzelnen Figuren mal etwas besser kennenzulernen. Auch humorvolle Momente sind vorhanden, auch wenn sie diesmal etwas spärlicher gesäht sind. Gelangweilt habe ich mich während des Lesen jedenfalls zu keinem Zeitpunkt. Für mich ist "Der Schrecksenmeister" ein weiterer liebevoller Einblick in das zamonische Universum, auch wenn er vielleicht nicht wie Rumo eine epische Erzählung darstellt, sondern mehr wie "Ensel & Krete" ein Häppchen für Zwischendurch ist.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Was für eine kuriose Geschichte, was für ein Heulen und Zähneklappern, welch ein Spaß im dämonischen Zamonien... Die kongeniale Geschichte um die Kratze Echo und den Schrecksenmeister Eißpin von Walter Moers in DER SCHRECKSENMEISTER zeigt dem zitternden und sich fürchtenden Zuhörer auf, wie es um die Realitäten in der Stadt Sledwaya für eine Kratze bestellt sind.

Walter Moers steht für Witz und einige skurrile Seitenhiebe jedweder Art, wenn es darum geht das fiktive Zamonien zu beschreiben - mit viel Feingefühl für Wortakrobatik beschreibt der Autor in DER SCHECKSENMEISTER das Leben der Kratze (was das wohl ist?) und ihren teuflischen Vertrag mit dem Schrecksenmeister Eißpin, in dem es darum geht, das Fett der Kratze zu bekommen.

Echo ist hungrig, nein - er ist am verhungern - so geht er den bösen Vertrag ein, doch dann möchte er weiterleben, wie aber raus aus dem Vertrag?

Lustig, interessant und mit viel Witz beschreibt Walter Mors die Bemühungen der Kratze in Eißpin ein bisschen Liebe zu finden, um den Vertrag doch noch aufzulösen, doch die Tage gehen vorbei und der Hinrichtungstermin ist nahe...

Eine tolle Geschichte, der ich gerne zugehört habe, etwas skurril und doch mit ganz viel hintergründigem Humor und mit Weisheit.

Eine Welt voller Dunkelheit und doch am Ende, wie sollte es anders sein, mit Hoffnung darin.

Der Stimme von Andreas Fröhlich (???) sei Dank, es hat mir sehr viel Spaß gemacht seiner für Echo so schön gehauchten Stimme zuzuhören.

Mir persönlich hat die Geschichte sehr gefallen - ich habe die 12 CDs regelrecht verschlungen, es wurde nie langweilig.

Sehr empfehlenswert!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Januar 2012
Für mich, verglichen mit den "13 1/2 Leben", "Der Stadt der träumenden Bücher" und dem, die Fangemeinde offensichtlich derzeit reichlich spaltenden "Das Labyrinth der träumenden Bücher" ist "Der Schrecksenmeister" der bisher schwächste Zamonien-Roman. Und das fällt mir nicht leicht zu sagen.
Denn sprachlich begeistert "Der Schrecksenmeister" absolut. Moers ist grandios. Ein wahrer Meister der Worte, ohne Wenn und Aber und ein großartiger Illustrator.
Die Geschichte steckt auch wieder voller Fantasie und liebenswerter Protagonisten wie Echo, dem Krätzchen, Fjodor F. Fjodor, dem Schuhu mit Sprachfehler oder der Schreckse Izanuela.
Aber auch finsteren Gestalten wie eben dem Schrecksenmeister Eißpin.
Es gibt etwas zum Lachen, zum Weinen und zum Gruseln und jede Menge zu Futtern.
Ich kenne keine Geschichte, in der mehr gekocht u. gespeist wird, aber gut, es ist ja auch ein kulinarischer Roman.
Das Einzige, was mich am "Schrecksenmeister" gestört hat, sind die wirklich spürbaren Längen. Das kannte ich bei Moers bislang nicht.
Für den, sagen wir, eingeschränkten Aktionsradius des Krätzchens und die verhältnismäßig kleine Zahl der Protagonisten wirkt die Geschichte stellenweise ziemlich aufgebläht.
Hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen.
Oder anders gesagt: ein richtig gutes Steak darf nicht zu lange braten, sonst wird es zäh. Bei Zeiten aus der Pfanne geholt jedoch, ist es ein wahrer Gaumenschmaus.
Am "Schrecksenmeister" habe ich zwar etwas länger gekaut, doch kann ich hier ruhigen Gewissens 4 Sterne vergeben, denn gemundet hat er trotzdem.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. August 2011
"Der Schrecksenmeister" ist das fünfte Fantasybuch von Walter Moers, das, wie die Vorgänger, auf dem fiktiven Kontinent Zamonien spielt. Walter Moers gibt sich hier wieder als Übersetzer des zamonischen Schriftstellers Hildegunst von
Mythenmetz. Die Geschichte führt den Leser in die Stadt Sledwaya, in der "das Gesunde krank und das Kranke gesund ist". Dort haust der Schrecksenmeister in einem finsteren Gemäuer und nutzt die Alchimie für düstere Zwecke. Und dort lebt die Kratze
(sprechende und hochintelligente Katze) Echo, die nach dem Tod ihres Frauchens vorm Hungertod steht. In seiner Not schließt Echo mit dem Schrecksenmeister Eißpin einen Vertrag: Bis zum nächsten Schrecksenmond wird Echo von Eißpin mit den wunderbarsten Köstlichkeiten gemästet und in die Geheimnisse der Alchimie eingeweiht. Im Gegenzug muss Echo ihm nach Ablauf
der Zeit sein Fett überlassen - was den Tod der Kratze bedeutet, wenn sie keinen Ausweg ausdem Vertrag findet...

Wenn Wörter auf der Zunge zergehen - dann liest man Moers, den Erfinder von Käptn Blaubär und des Kleinen Arschlochs.
Wortwitz und Spannung, Aha-Momente, Appetitmacher - nicht umsonst ist es "ein kulinarisches Märchen" - und jede
Menge verrückte Ereignisse und Wendungen lassen Echos Genuss beim Dinieren zum Lesegenuss werden. Die Sprache allein
ist schon sehr bildhaft, aber die Zeichnungen im Buch runden das Gesamtbild ab. Die Geschichte ist stimmig, aber keineswegs
voraussehbar. Nachdem Lesen fragt man sich nur eins: Wo nimmt der Autor nur diese fantastischen Ideen her?
Wer Zamonien noch nicht kennt, findet auch hier den Zugang zu dieser wunderbaren Fantasywelt, denn die Geschichte
steht allein. Für den vollen Genuss des Werkes empfiehlt es sich aber, mit den Vorgängern zu beginnen. Bei einem solchen
Lesevergnügen kann der nächste Zamonien-Roman gar nicht schnell genug erscheinen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Februar 2009
Also ersteinmal: ich bin keine dieser überspannten Katzennärrinnen, die alleine mit ihrer Katze wohnen und diese vergöttern. Aber: Katzen sind einfach mit die tollsten Lebewesen, die es meiner Meinung nach gibt und deshalb ist seit gestern- also seit ich die Geschichte von Echo kenne- dieses Buch eines meiner Lieblingsbücher. Ich kenne schon einige Bücher von Walter Moers, aber da, wo bei mir einfach der Funke, dieses Quentchen verwandte Symphatie bei Hildegunst in "Die Stadt der träumenden Bücher" oder bei Käpt'n Blaubär nie so wirklich übergesprungen ist, ist es bei diesem Buch wirklich gelungen. Am Ende habe ich so mitgefiebert, wie schon lange nicht mehr und als dann "Ende" geschrieben stand, naja, fand ich es schon schade, dass Echo jetzt aus meinem Leben verschwindet. Eißpin fühlt sich in der Geschichte nicht ohne Grund positiv beeinflusst durch Echos Anwesenheit und Art. Ich möchte ja jetzt kein Loblied auf die Gattung Katze (oder im Falle des Buches, Kratze) anstimmen denn es soll auch Menschen geben, die nicht sonderlich viel von Katzen halten, aber ich kann nur zustimmen in der Beschreibung von Moers. Wenn mein Kater reden könnte...naja, jetzt weiß ich ja dank Moers, was er so sagen würde.
Aber auch die anderen Figuren passten meiner Ansicht nach außerordentlich gut- schonmal nur Eißpin als halb verrückter Gegenspieler zu dem immer höflichen, immer gefassten Echo. Dass die Geschichte diesesmal "nur" in Sledwaya spielt- wen kümmerts? Wer will sowieso immer die gleiche Manier, immer das gleiche Schema? Ich jedenfalls bin froh, wenn Autoren mal aus ihren normalen Trott und Themengebieten rauskommen. Zudem hat Moers auch immer wieder Ausflüge in die Wunderwelt Zamoniens durch die kulninarischen Experimente Eißpins unternommen. So kommen die Liebhaber dieser Vielfalt Zamoniens nicht ganz so kurz, wie es in Kritiken vielleicht anklingt. Für mich jedenfalls WAR es ein ganz großer Wurf, ich kann mich nicht beschweren. Das mit den Längen stimmt zwar, aber das gehört bei Moers einfach dazu und ohne all diese Längen und Nebenhandlungen und -geschichten würde uns allen doch auch irgendetwas fehlen an dieser Faszination Zamonien, oder?
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. August 2008
Wer in Zamonien gerne und gut schlemmt begibt sich nicht selten in akkute Lebensgefahr, soviel weiß der geneigte Freund zamonischer Lindwurmdichtung spätestens seit der prekären Bienenbrotepisode in Hildegunst von Mythenmetz' autobiografischem Meisterwerk 'Die Stadt der träumenden Bücher'. In seinem kulinarischen Märchen 'Der Schrecksenmeister' bedient Mythenmetz sich dieses grundzamonischen Zusammenhanges zwischen Gaumen und Galgen, Exzess und Exitus, drittem Gang und Abgang als Basis für einen literarischen Leckerbissen, den sich jeder Kulinarier auf der Zunge zergehen lassen sollte.

Vorneweg: Schlemmer, die sich an 'Die Stadt der träumenden Bücher' gelabt haben und hier ein komplexes Gericht im Stile dieses epischen Prunkstücks zamonischer Dichtung erwarten, werden von 'Der Schrecksenmeister' sicherlich nicht satt werden; das eine Werk am anderen zu messen ist, als würde man ein fünf Gänge Menü mit einem Stückchen Apfelkuchen vergleichen (oder ein Kid's Club Menü mit einer Apfeltasche, damit's auch die Kleinen verstehen). Nein, an die weitschweifigen Ausmaße der 'träumenden Bücher' kommt der 'Schrecksenmeister' nicht heran: Tischt Mythenmetz in erstgenanntem Werk noch ein buntes Bankett voller schriller Gestalten, abenteuerlicher Schauplätze und atemberaubender Geschichten auf, lässt letzteres sich mit seinen gerade mal vier Hauptfiguren, ebenso wenigen Schauplätzen und nicht zuletzt dem gerafften Plot vielmehr als bescheidenes, auf wenige wesentliche Zutaten beschränktes Frühstück bezeichnen ' oder als Henkersmahlzeit, um beim morbiden Tenor des Märchens zu bleiben.

Magenschmerzen bereitet die schlichte Zusammenstellung aber nicht, im Gegenteil: Die wenigen Charaktere und Handlungsorte sind feinstens aufeinander abgestimmt und erheben sich gerade deshalb zu einer Freude für den literarischen Gaumen, weil ihr exquisiter Eigengeschmack nicht von überflüssigem Schnickschnack überdeckt wird. Spannung jedenfalls gibt es reichlich, auch mit Nachschlag, nicht zuletzt der zamonisch-bekloppten Charaktere wegen. Beispielhaft sei hier der dämonische Stadtschrecksenmeister Eißpin genannt, der den sprechenden Kater Echo vor dem Verhungern rettet, ihn einen Monat lang nobel verköstigt und ihm dafür am Ende Fett und Leben abverlangt. Der unheimliche Gastgeber des Krätzchens - so nennt sich die Gattung, der Echo angehört - wird als derart sprudelnder Persönlichkeitscocktail zwischen kaltherzigem Monster, väterlichem Mentor und liebestollem Kranken serviert, dass man auch nach hunderten Seiten noch nicht genug von dem mulmigen Kribbeln hat, das der unberechenbare Mix im Magen hinterlässt - auch wenn die zweifelhaften Methoden des Wahnsinnigen den Gaumen des geneigten Lesers dann und wann unangenehm weit hinten kitzeln.

Dass der gerade für seine Ausschweifungen bekannt gewordene Mythenmetz mit seinem 'Schrecksenmeister' einen derart untypisch gestrafftes Werk vorlegt, mag nicht zuletzt daran liegen, dass der Dichter von der Lindwurmfeste hier nach Rezept gekocht hat, ist der Roman doch eine Neubearbeitung von Gofid Letterkerls Novelle 'Echo, das Krätzchen'. Somit tritt 'Der Schrecksenmeister' also doch zumindest in einer Hinsicht in die großen Fußstapfen des vielgelobten Vorgängers 'Die Stadt der träumenden Bücher': Beide Werke lassen sich als eine Liebeserklärung an die Literatur lesen, wenngleich auch diese Aussage mit Verweis auf die unterschiedlichen Dimensionen der beiden Romane eingeschränkt werden muss. 'Der Schrecksenmeister' ist kein großangelegtes Festmahl zur Feier der schillernden Bücherwelt, kein augenzwinkernder Kommentar des Buchmarktes, keine hungrige Musen- und Lebenssinnsuche eines Autors in der Schaffenskrise. 'Der Schrecksenmeister' ist und bleibt ein kleiner, aber gewinnender Appetitanreger, der Lust machen soll. Lust, einen Blick in die Vorlage des Mythenmetz'schen Märchens zu werfen, Lust, die fett- und sinnreduzierte Gegenwartsliteratur für einen Augenblick oder zwei außer Acht zu lassen, und die geistigen Väter des Lindwurms in Augenschein zu nehmen, allen voran Gofid Letterkerl, dessen Werk Mythenmetz' kulinarisches Märchen eine köstliche Hommage geworden ist.

Mythenmetzübersetzer Walter Moers folgt mit seiner Entscheidung, nach 'Die Stadt der träumenden Bücher' ausgerechnet 'Der Schrecksenmeister' ins Deutsche zu übertragen, in gewisser Weise der zamonischen Kochtradition: Wer ungewöhnliche Delikatessen serviert, bringt sich in höchste Gefahr. Zwar bedroht die Veröffentlichung des kulinarischen Märchens sicherlich nicht Moers' Existenz (da waren schon wesentlich gefährlichere Kaliber unter seinen eigenen Werken dabei), aber zumindest sein Prestige könnte unter der Enttäuschung zahlreicher deutscher Mythenmetz-Fans, die darbend auf eine Fortsetzung der Zamonien-Reihe im dekadenten Stil von 'Rumo und die Wunder im Dunkeln' und der vielzitierten 'träumenden Bücher' gebangt hatten, bröckeln wie ein alter Marmorkuchen. Den Hungernden sei deshalb ein tröstender Ratschlag ans Herz gelegt: 'Der Schrecksenmeister' ist ein Leckerbissen, der nicht sättigen will, sondern den Appetit anregen. Wer nach getaner Lektüre noch etwas Platz im literarischen Magen hat, ist deshalb sicherlich gut beraten, ihn mit Gofid Letterkerls 'Echo, das Krätzchen' zu füllen, wie Herr von Mythenmetz im Nachwort rät. So mancher Gourmet wird es dem Lindwurm danken. Guten Appetit!
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