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4.0 von 5 Sternen Wenig Science, viel Fiktion
Sofern man nach wissenschaftlichen Hintergründen sucht, ist man definitiv mit anderen Werken besser bedient. Manche Ausführungen basieren auf haarsträubenden Hypothesen ohne experimenteller Grundlage, auch die Folgerungsweise ist oft zu unpräzise und deshalb verwirrend, wenig bis nicht überprüfbar. Wer allerdings gerne etwas Phantasievolles...
Veröffentlicht am 3. August 2011 von M. B. S.

versus
42 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Genie und Wahnsinn
Tipler ist seit 1987 Professor der mathematischen Physik an der Tulane University in New Orleans mit den Spezialgebieten Kosmologie, Allgemeine Relativitätstheorie, Elementarteilchenphysik und Komplexitätstheorie. Seine Fähigkeiten auf dem Gebiet der theoretischen Physik stehen außer Zweifel. Während sich der Wahn in seinem ersten Buch "Die...
Veröffentlicht am 13. Mai 2008 von Dr. Bernd Vowinkel


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42 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Genie und Wahnsinn, 13. Mai 2008
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Physik des Christentums: Ein naturwissenschaftliches Experiment (Gebundene Ausgabe)
Tipler ist seit 1987 Professor der mathematischen Physik an der Tulane University in New Orleans mit den Spezialgebieten Kosmologie, Allgemeine Relativitätstheorie, Elementarteilchenphysik und Komplexitätstheorie. Seine Fähigkeiten auf dem Gebiet der theoretischen Physik stehen außer Zweifel. Während sich der Wahn in seinem ersten Buch "Die Physik der Unsterblichkeit" noch in gewissen Grenzen hielt, hat er mit seinem neuen Buch nun völlig abgehoben. Generell ist dabei dem Autor der Vorwurf zu machen, dass er fundierte physikalische Theorien, physikalische Hypothesen und reine Spekulationen bis hin zur Esoterik nicht klar voneinander trennt. Jeder Nichtphysiker dürfte große Mühe haben, hier die Trennungslinien zu erkennen. So lässt er als Interpretation der Quantenmechanik nur die Vielweltentheorie gelten. In dieser Interpretation ist die Quantentheorie streng deterministisch. Allerdings werden derzeit auch noch immer andere Interpretationen der Quantentheorie diskutiert. Als absolut gültig gilt keine. Weiterhin hält er das Standardmodell der Elementarteilchentheorie für komplett und das Problem einer Quantentheorie der Gravitation für gelöst. Beides trifft so nicht zu. Voraussetzung für seine Omegapunkttheorie ist, dass das Universum mit einem "Big Crunch" endet, also wieder in sich zusammenstürzt. Neuere Beobachtungen zeigen eine beschleunigte Expansion, das gerade Gegenteil dessen was Tipler für seine Theorie braucht. Daneben fordert er, dass intelligentes Leben den ganzen Kosmos durchdringt und in der Lage ist, die gesamte Materie zu beherrschen. Die dazu notwendige Technik ließe jeden Science Fiction Autor vor Neid erblassen.

Völlig haarsträubend wird es aber dann, wenn Tipler versucht, die biblischen Wunder mit Hilfe der Physik zu erklären. So wird das Wandeln Jesu auf dem Wasser mit einem Neutrinostrahl erklärt, der direkt unter den Füßen Jesu erzeugt und nach unten gerichtet wurde. Die dafür notwendige Energie wurde angeblich durch direkte und vollständige Umwandlung von Materie in Energie erzeugt. Die Auferstehung wird erklärt durch eine Entmaterialisierung des Körpers von Jesus über den elektroschwachen Quanten-Tunneleffekt. Genauso "einfach" kann dann natürlich auch eine Materialisierung wieder stattfinden und das alles, obwohl die Wahrscheinlichkeit für die Entmaterialisierung auch nur eines einzigen Atoms über diesen Effekt so gering ist, dass man ihn wohl nie beobachten wird. Aber in der Manipulation der Wahrscheinlichkeit durch Gott liegt eben gerade das Wunder. Das Ganze erinnert stark an das "Beamen" das uns ja von der Fernseh-Serie "Raumschiff Enterprise" wohl bekannt ist. Mit der Baryonenvernichtung durch den elektroschwachen Tunneleffekt löst Tipler mal eben noch nebenbei unser Energieproblem und erfindet den Neutrino-Raketenantrieb. Natürlich hat er auch keinerlei Probleme die jungfräuliche Geburt Jesu zu erklären. Dazu zeigt er anhand der Genetik, dass Jesus ein Mann mit XX-Chromosomen sein muss und außerdem hat er natürlich nicht das Gen der Erbsünde. Die besonderen Gene von Jesus ließen sich natürlich "problemlos" durch Untersuchung des Turiner Grabtuches nachweisen, es hat halt nur noch keiner gemacht. Es werden daher noch Sponsoren gesucht!

Tipler kann sogar in die Zukunft sehen. So wird sich nach seiner Meinung die Menschheit noch dieses Jahrhundert selbst durch neuartige Bomben vernichten. Aber das macht weiter nichts, denn die künstliche Intelligenz überlebt, weil ihr die radioaktive Strahlung nichts anhaben kann. Roboter werden unsere Zivilisation weiterführen bis zum Omegapunkt, an dem wir alle wiedergeboren werden und in ewiger Glückseligkeit bis in alle Ewigkeit weiterleben werden. Also keine Panik!

Auch die Dreifaltigkeit des christlichen Glaubens findet ihre physikalisch fundierte Erklärung. Die Urknall-Singularität ist der Heilige Geist, die Endsingularität ist Gott der Vater und die Verbindung der beiden Singularitäten ist Jesus. Tipler reduziert insgesamt den christlichen Glauben zunächst auf die Physik und anschließend die Physik wieder auf die Religion. Da fragt man sich, warum so umständlich? Wahre Christen brauchen keine Physik für ihren Glauben. Daher sollten Christen angesichts der Tatsache, dass endlich mal ein Physiker ihren Glauben stützt, keine Lobgesänge anstimmen, denn die Beweiskraft von Tiplers Argumenten ist äußerst gering und könnte sich leicht ins Gegenteil verkehren.

Fazit: soviel konzentrierter Unfug ist selbst in den abgedrehtesten Science Fiction Romanen nicht anzutreffen. Mit diesem Buch beschädigt Tipler nicht nur die Physik, sondern auch das Christentum, aber am Meisten beschädigt er sich selbst, denn nach diesem Machwerk kann man ihn beim besten Willen nicht mehr ernst nehmen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenig Science, viel Fiktion, 3. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Physik des Christentums: Ein naturwissenschaftliches Experiment (Gebundene Ausgabe)
Sofern man nach wissenschaftlichen Hintergründen sucht, ist man definitiv mit anderen Werken besser bedient. Manche Ausführungen basieren auf haarsträubenden Hypothesen ohne experimenteller Grundlage, auch die Folgerungsweise ist oft zu unpräzise und deshalb verwirrend, wenig bis nicht überprüfbar. Wer allerdings gerne etwas Phantasievolles zu erzählen hätte und sich amüsieren möchte, findet hier besseren Stoff als herkömmliche Fantasyliteratur hergeben würde. Sofern man seinen Wahrheitsanspruch aufgibt und gern in Gedanken mit der Realität spielt, findet man hier durchaus gute Unterhaltung. Mit den richtigen Erwartungen macht es Spaß, das Buch zu lesen.
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8 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Abgehoben, 1. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Physik des Christentums: Ein naturwissenschaftliches Experiment (Gebundene Ausgabe)
Obwohl ich die Rezension von Herrn Vowinkel gelesen habe, wollte ich mir eine eigene Meinung bilden. Endlich ein Physiker, der zum Christentum steht, dachte ich. Leider stand schon nach wenigen Seiten fest, dass ich das Buch nicht weiter empfehlen kann. Ich kann mich Herrn Vorwinkel nur anschließen. Es schadet sowohl dem christen Glauben sowie der Physik. Nach Herrn Tipler werden wir alle wieder auferstehen, aber in einem Quantencomputer, der die gesamte Materie nachbilden kann -nein Danke, da lese ich lieber die Bibel. Ausserdem bin von der Stringtheorie überzeugt, die von Herrn Tipler abgelehnt wird. Die Stringtheorie bietet meiner Meinung nach eine viel besser Brücke zum christlichen Glauben.
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6 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Innovativer Ansatz zur Versöhnung von Religion und Wissenschaft, 25. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Physik des Christentums: Ein naturwissenschaftliches Experiment (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch verfolgt einen sehr radikalen Ansatz zur naturwissenschaftlichen Untermauerung von religiösen Überzeugungen. Der Inhalt ist wirklich hochspekulativ, zeigt aber dennoch ganz klar, daß sich Glaube und Vernunft keineswegs ausschließen. Letzten Endes, denke ich, ist es genau das, worum es Tipler eigentlich geht. Zu zeigen, daß Glaube auch aus Sicht der Physik Sinn macht. Für einen Naturwissenschaftler, der gleichzeitig auch Christ ist und nicht feige genug, um diese Tatsache zu verleugnen, ein zweifellos sehr erstrebenswertes Ansinnen. Da ich selbst Naturwissenschaftler und ebenso Christ bin, bin ich Tipler für seinen Mut überaus dankbar. Ihm Wahnhaftigkeit zu unterstellen zeugt jedenfalls nicht gerade von großer spiritueller Begabung, noch zeugt es von viel naturwissenschaftlichem Sachverstand. Da hilft es auch nicht, wenn man versucht sich hinter seinen akademischen Titeln zu verstecken. Meiner Meinung nach ohnehin ein eher peinliches Bestreben. Tipler tritt vehement für seinen Glauben ein und scheut sich darüber hinaus auch nicht, sich der Kritik seiner kleingeistigen Kollegen auszusetzen. Daher unbedingt fünf Sterne.
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9 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Konsequent weitergedacht, 3. November 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Physik des Christentums: Ein naturwissenschaftliches Experiment (Gebundene Ausgabe)
Frank J. Tipler bezeichnet sich selbst in seinem Buch als "Fundamentalisten der Physik". Diesen Glauben teile ich mit ihm. Wir glauben also daran, dass nichts in unserem Universum geschehen kann, was der Logik und den daraus folgenden Naturgesetzen widerspricht.

In diesem Sinne wäre auch ein Gott, sollte er existieren, außerstande, etwas zu tun, was der Logik widerspricht. Schön fand ich in diesem Zusammenhang die Unmöglichkeit der Erschaffung eines vierseitigen Dreiecks durch Gott und die daraus folgende Erkenntnis, dass Gottes Allmacht keineswegs dadurch eingeschränkt ist, keinen Unsinn erschaffen zu können.

Vor diesem Hintergrund, ist Tiplers "naturwissenschaftliches Experiment" äußerst konsequent, die Aussagen der christlichen Religion daraufhin zu prüfen, ob sie den Naturgesetzen widersprechen. Käme ein Widerspruch dabei heraus, so müsste das Christentum als Unsinn abgetan werden. In diesem Sinne verteidigt Tipler lediglich seinen Glauben, indem er detailliert aufzeigt, dass das Christentum mit der Physik vereinbar ist und er schlägt sogar Experimente vor, die den Verdacht, der christliche Glaube könnte wahr sein, erhärten könnten. Sehr mutig und fair von ihm, denn es könnte auch das Gegenteil dabei herauskommen.

Ich bin in einigen Punkten, z.B. der Wissenschaftsfreundlichkeit des Christentums, komplett anderer Meinung als Tipler: meiner Meinung nach wurde die Naturwissenschaft trotz des Christentums erfolgreich und nicht durch das Christentum. Trotzdem erhält das Buch von mir die volle Punktzahl, denn der mutige Ansatz "das Christentum zu einem Zweig der Physik [zu] machen", ist logisch betrachtet, der einzig vernünftige Weg.
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3 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wahnidee, 27. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Physik des Christentums: Ein naturwissenschaftliches Experiment (Gebundene Ausgabe)
Tipler ist verrückt geworden.

Das Buch liest sich wie eine typische Fallbeschreibung eines Menschen mit Wahnidee....
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Die Physik des Christentums: Ein naturwissenschaftliches Experiment
Die Physik des Christentums: Ein naturwissenschaftliche
s
von Frank J. Tipler (Gebundene Ausgabe - März 2008)
Gebraucht & neu ab: EUR 4,58
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