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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein wunderbares Abenteuer im heutigen China, 23. Juni 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Muo und der Pirol im Käfig: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe lange überlegt, ob sich das neue Werk von Dai Sijie lohnt. Der Klappentext verheißt nicht gerade etwas allzu Spannendes. Schließlich habe ich es doch gekauft, vor allem in Anbetracht dessen, dass „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" mir recht gut gefallen hatte.
Vorneweg: Der Titel ist ziemlich missglückt, wie ich finde. Es kommt zwar ein Pirol in einem Käfig vor, aber erst ganz zum Schluss und er hat auch nicht eine derart wichtige Rolle, dass man nach ihm das Buch hätte benennen sollen. Der Originaltitel „Le complexe de Di" (Di ist der Antagonist) wäre genau übersetzt wesentlich passender gewesen.
Um zum eigentlichen Thema zu kommen: Das Buch ist es wert, gelesen zu werden.
Es ist keine (oder nur selten eine) kitschige oder psychologische Liebesgeschichte, sondern eine sehr amüsante Darstellung des heutigen Chinas, das gezeichnet ist vom krankhaften Kommunismus/Faschismus und von der Korruption. Die Abenteuer des Protagonisten, der aus heldenhaften Motiven handelt und immer wieder scheitert, sind sehr amüsant und ziehen den Leser schnell in seinen Bahn.
Dieses Buch ist eine ernsthafte und gleichzeitig erheiternde Lektüre, die man eigentlich allen, die „Balzac und ..." gemocht haben oder die einmal in die Welt des heutigen Chinas eintauchen wollen, ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen kann. Wem der Spaß nicht 20€ wert ist, was ich gut verstehen kann, sollte auf jeden Fall bei der (irgendwann kommenden) Taschenbuchversion zugreifen.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im Reich der Sinne, 21. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Muo und der Pirol im Käfig: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich eine einfache Geschichte: Muo, in Paris zum Psychoanalytiker mit Schwerpunkt Traumdeutung ausgebildet, kehrt in seine Heimat zurück, um eine aus politischen Gründen inhaftierte Studienkollegin zu befreien. Ein edles Vorhaben. Doch wie das in China so läuft - es wird ein bisschen komplizierter, als er es sich vorstellt. Denn vor den Preis haben die Götter bekanntlich den Fleiss und in China noch dazu den Schweiss gesetzt. Daraus entwickelt Dai Sijie seine Geschichte - wie aus tausendundeiner Nacht. Aber nachdem es um die Geschichte eines Traumdeuters geht, wird daraus auch eine Geschichte wie aus tausendundeinem Albtraum und wie bei Albträumen üblich kann er sich daraus nicht befreien. Ebensowenig wie die LeserInnen, denn es handelt sich um ein durch und durch aufregendes, absorbierendes und bis zur letzten Seite fesselndes Leseerlebnis. Dessen Sinn durchaus auf mehreren Ebenen zu suchen und zu finden ist.
Denn es geht um mehr. Ab den ersten Seiten führt der Autor scheinbar mühelos vor, dass Lesen die Fantasie nicht einfach nur in dem Sinn fordert, dass er Muo's Abenteuer wie einen Film in der Fantasie ablaufen lässt. Er fordert innerhalb kürzester Zeit alle Sinne heraus, baut unversehens ein sensorisches Gesamtkunstwerk auf und versetzt die LeserInnen ebenso unversehens mit hinein.
China liefert seinen Betrachtern immer ein reiches Angebot an Sinneseindrücken, die in diesem Buch alleine durch das geschriebene Wort vermittelt werden. Freuen Sie sich, verehrte LeserInnen, auf reiche haptische, gustatorische und auf allgegenwärtige, intensive olfaktorische Eindrücke; dass Sie neben den üblichen visuellen auch akustische vermittelt bekommen, ist da fast schon selbstverständlich. Spüren - schmecken - riechen - genießen Sie es!
Damit nicht genug. Während Ihre Sinne schwelgen, bekommen Sie auch ein Wechselbad der Gefühle verpasst. Ähnlich, wie beim Erzeugen von Likör die Quintessenz aus den geschmacksgebenden Komponenten gelaugt und der kostbaren Flüssigkeit konzentriert überantwortet werden, macht Dai Sijie von verschiedenen Situationen Gebrauch, um Ihnen die Widersprüchlichkeit seines Heimatlandes mit aller Macht bis hin zur Gewalt vorzuführen. Das reicht von zauberhaften szenischen Schilderungen einzelner Blicke aus einem fahrenden Zug über geradezu unglaublich skurrile Situationen - so etwa eine nächtliche Unterhaltung mit einer jungen Dame unter (!) einer Sitzbank der harten Klasse in ebendiesem Zug - bis hin zu erschütternden Momenten, die Muo durchlebt, wenn er sich mit zwei Gefängnisbediensteten unterhält, die gerade Gruben für die nächsten Todeskandidaten ausheben. Sinnliches Erleben im Grenzbereich.
China ist ein Land, das niemanden gleichgültig lässt, der sich auf es einlässt. Dai Sijie's Verdienst ist es nicht zuletzt, diese Erfahrung in einem einzigen Buch zu vermitteln - in diesem. Sollte Sie einmal nach China reisen wollen: lesen Sie das Buch unbedingt vorher - Sie werden auf Ihrer Reise mit allen Sinnen ungleich mehr wahrnehmen, als Sie sich heute träumen lassen wollten. Und falls Sie (noch) nicht reisen wollen, lesen Sie das Buch trotzdem. Dann wollen Sie vielleicht. Reisen oder träumen. In jedem Fall steht Ihnen mindestens ein aufregendes Erlebnis bevor. Und die Erkenntnis, was der Di-Komplex des franz. Originaltitels im Gegensatz zum Ö-di-puskomplex bedeuten könnte.
Denn irgendjemand (und ich kann mir nicht vorstellen, dass das auf das Konto der ausgezeichneten Übersetzung von Gio Waeckerlin Induni geht) wollte diese beziehungsvolle Erkenntnis entweder fürsorglich-bevormundend von uns LeserInnen abwenden - oder hat genau das als Freud'sche Fehlleistung unbewusst getan: ein im Vergleich zum Originaltitel nur mäßig bedeutendes Gleichnis aus dem Buch als deutschen Titel zu vergewaltigen. Egal. Ein Buch dieser Klasse übersteht sogar diesen spätpuritanischen Fauxpas.
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5.0 von 5 Sternen Postmoderne, kafkaeske Mischung, 4. August 2013
Von 
T. Jannusch "rumble-bee" (Velbert) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Muo und der Pirol im Käfig: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich gebe zu, dass dieses Buch nicht ganz leicht zu fassen ist. Das merkt man schon daran, dass man ihm überhaupt nicht gerecht wird, wenn man den Inhalt nacherzählt. Wie kann man dann etwas von diesem Buch vermitteln? Vielleicht, indem man ein wenig von ihm schwärmt.

Ich würde mich als "geübten Leser" bezeichnen, und bin als solcher sehr offen für allerlei postmoderne Experimente. Wenn man dieses Buch mit Genuss lesen will, sollte man sicherlich keine allzu "straighte", geradlinige, klassische Erzählweise erwarten! Sonst verzweifelt man. Das Buch enthält kräftige Prisen sowohl von Kafka, als auch Cervantes und Voltaire. Was wenig wundert, da der Autor, wie sein Held, lange in Frankreich gelebt und studiert hat.

Grob gesagt, geht es um einen Chinesen, der Psychoanalytiker à la Freud geworden ist - an sich schon eine kleine Sensation. Er reist zurück aus Frankreich nach China, um dort seine große Liebe, "Vulkan des Alten Mondes", aus politischer Gefangenschaft zu befreien. Nur gestaltet sich dies, gerade in China, nicht gerade einfach...

Hier passt dann der Vergleich zum "Don Quixote", denn der ganze Verlauf des Buches ähnelt einem Kampf gegen Windmühlen. Ich habe schon verschiedentlich über die Verhältnisse in China gelesen, und nehme an, dass die Schilderungen nahe an der Wahrheit sind. Mein Gott, der arme Muo! Was er nicht alles über sich ergehen lassen muss! Und doch lässt er niemals ab von seinem Vorhaben.

Allerdings ist er fürchterlich naiv, ja, er ist sogar - zu Beginn des Buches - in sexueller Hinsicht Jungfrau. Und doch liebt er! Und obwohl er von einer Katastrophe in die nächste schlittert, behält er sich immer seinen etwas unschuldigen Blick auf die Welt - welche rabenschwarz geschildert wird. Hier sehe ich dann die Parallele zu Voltaires "Candide"...der ja ebenfalls in seiner grenzenlosen Naivität die Rohheit der Welt vollkommen verkannte.

Ja, und dann noch die Erzählweise... die ist wirklich experimentell hoch drei. Und genau das habe ich geliebt! Alles vermischt sich: Vor- und Rückblicke. Traumsequenzen gegen härtesten Realismus. Satire und Visionen. Briefe, Tagebücher, Telefongespräche, Traumdeutungen, Zeitungsartikel. Man muss sich wirklich konzentrieren, um den Erzählfaden nicht zu verlieren. Und dann noch das Ende, das - typisch Muo - ein wenig katastrophal, ein wenig offen, aber auch humorvoll ist.

Es hat mich schon erstaunt, dass dieses Buch vom gleichen Autor wie "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" sein soll. Vielseitig ist Dai Sijie auf jeden Fall! Aber - er liebt das Erzählen. Und er liebt seine Heimat. Eine Mischung, die für mich vollkommen unwiderstehlich ist!
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schön, aber verwirrend, 31. Oktober 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Muo und der Pirol im Käfig: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderschönes Buch über die Liebe, erfrischend anders, jedoch stellenweise etwas verwirrend, da Dai permanent zwischen den Schauplätzen und den Zeitpunkten wechselt - diese Wechsel, verwirren (mich), da sie nicht so gekonnt vollzogen wurden, wie sie zb ransmayr in "die schrecken des eises und der finsternis" gestaltete. trotzdem: absolut lesenswert!
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dai Sijies neues Meisterwerk, 13. September 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Muo und der Pirol im Käfig: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der scheue Doktor Muo und die geheimnisvolle Welt der Frauen. Ob er ein Wahrsager sei, fragen sie, wenn Muo von den Mädchen und Frauen ihre Träume erfahren möchte, und sie lächeln ihn an. Vielleicht ahnen sie, daß der erste chinesische Psychoanalytiker und Traumdeuter von Freuds Gnaden noch etwas anderes im Schilde führt. Nach langen Jahren im französischen Exil kehrt Muo ins moderne postmaoistische China zurück, um »Vulkan des alten Mondes«, eine ehemalige Mitstudentin und seine große Liebe, aus politischer Gefangenschaft zu befreien. Dazu muß er die Gnade des Richters Di erwirken, und im Zuge eines seltsamen Wettstreits kommt der jungfräuliche Seelendoktor nicht nur quer durchs neue China, sondern endlich, endlich auch außerhalb seiner Träume in Berührung mit der wunderbaren Welt der Frauen. Diese Berührung elektrisiert Muo, ihm widerfahren allerlei Verwicklungen, und er macht Entdeckungen, auf die ihn keines seiner Lehrbücher im mindesten vorbereiten konnte.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ganz nett..., 4. März 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Muo und der Pirol im Käfig: Roman (Gebundene Ausgabe)
Muo und der Pirol im Käfig ist ein angenehm zu lesendes Buch, dem in meinen Augen allerdings "das gewisse Extra" fehlt. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und auch sprachlich ist das Buch zu empfehlen, für 5 Sterne reicht es leider nicht. Ich habe bereits Balzac und die kleine chinesische Schneiderin gelesen und darüber ähnlich gedacht. Fazit: Durchaus zu empfehlen, aber es gibt bessere Bücher...
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Muo und der Pirol im Käfig: Roman
Muo und der Pirol im Käfig: Roman von Dai Sijie (Gebundene Ausgabe - 2004)
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