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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eindrucksvolles Plädoyer gegen Intoleranz
Jon Krakauer ist bekannt geworden durch ausgesprochen spannende Thriller wie: "In eisige Höhen", wo er spannend über die Auswüchse des kommerziellen Bergsteigens berichtete. In seinem aktuellen Buch untersucht er anhand eines grausamen Mordes die Ursachen und Auswirkungen des religiösen Fundamentalismus. Wenn "Newsweek" schreibt, dieses Buch sei das...
Veröffentlicht am 15. April 2004 von Bernhard Nowak

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Interessant, aber sehr sperrig
Die Vorgänger von Jon Krakauer "Into thin air" und "Into the wild" habe ich gerne gelesen. Nun also ein Buch über extremen christlichen Glauben in den USA. Der Inhalt ist faszinierend und erschreckend zugleich - wer hätte gedacht, dass in den USA so viele Fundamentalisten und Polygamisten leben? Das es wirklich "Rechtsfreie"...
Veröffentlicht am 4. April 2006 von Peer Sylvester


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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Interessant, aber sehr sperrig, 4. April 2006
Von 
Peer Sylvester "peerchen" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Die Vorgänger von Jon Krakauer "Into thin air" und "Into the wild" habe ich gerne gelesen. Nun also ein Buch über extremen christlichen Glauben in den USA. Der Inhalt ist faszinierend und erschreckend zugleich - wer hätte gedacht, dass in den USA so viele Fundamentalisten und Polygamisten leben? Das es wirklich "Rechtsfreie" Räume dort gibt? Also, von der Motivation her ist das Buch empfehlenswert. Auch ist es ungemein gut recherchiert. Man lernt eine Menge über die Geschichte der Mormonen, der mormonischen Fundamentalisten und natürlich über den religiös mitivierten Mord der Lafferty-Brüder an einer Frau und ihrem Baby.
Allerdings macht Krakauer die Lektüre nicht gerade einfach: Ständige Zeitenwechsel zwischen der Zeit des Mordes und der Geschichte der Kirche machen das Lesen schwer. Zumal es dadurch auch schwierig wird die zahlreichen Namen noch zuordnen zu können. Und zwischendurch lässt der Autor auch zu sehr seine eigene Meinung durchscheinen - legitim aber an vielen Stellen störts den Lesefluss.
Alles in allem eine interessante Lektüre, auf die man sich aber einlassen muss und bei der man sich zwischenzeitlich auch etwas beissen muss, um bei der Stange zu bleiben. Aber wenn die Thematik interessiert, dann lohnt sich das auch.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eindrucksvolles Plädoyer gegen Intoleranz, 15. April 2004
Von 
Bernhard Nowak "bnowak8673" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus (Gebundene Ausgabe)
Jon Krakauer ist bekannt geworden durch ausgesprochen spannende Thriller wie: "In eisige Höhen", wo er spannend über die Auswüchse des kommerziellen Bergsteigens berichtete. In seinem aktuellen Buch untersucht er anhand eines grausamen Mordes die Ursachen und Auswirkungen des religiösen Fundamentalismus. Wenn "Newsweek" schreibt, dieses Buch sei das "unheimlichste, erschreckendste Buch, das seit langem geschrieben wurde" mag dies im ersten Moment als einer von vielen Werbesprüchen erscheinen. Doch nach dem Lesen muss ich konstatieren: das Buch geht unter die Haut. Es erzählt - ausgehend von einem Mordfall im Jahre 1984 - die Geschichte der Mormonen, die vor rund 170 Jahren gegründet wurde. Sie bringt ihre Anhänger dazu, missliebige Personen, ja auch Verwandte, eiskalt zu ermorden. Am 24. Juli 1984 findet Allen Lafferty abends seine Frau und sein e fünfzehn Monate alte Tochter grausam ermordet auf. Der Tat verdächtigt werden seine Brüder Ron und Dan Lafferty wegen Mordes an diesen beiden Personen verurteilt. Beide behaupteten, die Stimme Gottes habe sie zu diesen Taten verführt. Ron wurde wegen Mordes verurteilt, Dan Lafferty manipulierte jedoch zwei der zehn Geschworenen, so dass die zur Verhängung der Todesstrafe notwendige Einstimmigkeit nicht zustande kam. Er wurde daraufhin zu zweimal lebenslänglich verurteilt. Das Außergewöhnliche an diesem Fall war nicht nur die Brutalität, sondern die ausgesprochene Reuelosigkeit der Täter, beides fundamentalistische Mormonen. "Die beiden Morde sind aus vielerlei Gründen schockierend, aber nichts ist so beunruhigend wie Laffertys völlige und entschiedene Reuelosigkeit. Wie konnte ein anscheinend geistig gesunder, erklärtermaßen frommer Mann eine unschuldige Frau und ihr Baby auf so grauenhafte Weise und ohne die geringste Gefühlsregung umbringen? Woher nahm er die moralische Rechtfertigung? Was erfüllte ihn mit solcher Gewißheit?...Es gibt eine dunkle Seite der Frömmigkeit, die zu oft übersehen oder geleugnet wird. Um jemanden dazu zu bringen, grausam und unmenschlich zu sein...ist vielleicht nihts so geeignet wie die Religion. Beim Thema religiös motivierter Morde denken viele Amerikaner sofort an islamischen Fundamentalismus, was nach den Terroranschlägen auf New York und Washington am 11. September 2001 nicht überrraschend ist. Aber schon seit die Menschen an Götter glauben, haben sie im Namen Gottes verabscheuungswürdige Taten verübt, und Extremisten gibt es in allen Religionen.....Ziel dieses Buches ist es, etwas Licht auf Lafferty und seinesgleichen zu werfen. Auch wenn der Versuch, solche Menschen zu verstehen, eine entmutigende Aufgabe ist, erscheint er mir dennoch nützhlich - wegen allem, was er uns über die Wurzeln brutaler Gewalt sagen könnte, und erst recht wegen allem, was wir über das Wesen des Glaubens erfahren könnten." (S. 19-21).

Krakauer lehnt nicht Religiosität ab, sondern - und dies wird ganz eindeutig klargestellt, religiösen Fundamentalismus, hier dargestellt anhand der Sekten der Mormonen, die ihren Jüngern einredet, Morde seien gottgewollt. Wer denkt da nicht an den religiösen Fundamentalismus unserer Zeit? Doch wie Dostojewski in seiner Legende vom "Großinquisitor" hervorragend verdeutlicht hat, ist das Fehlen von Verständnis und Toleranz anderen Meinungen und Kulturen gegenüber, das Vorherrschen von Intoleranz und Engstirnigkeit, die Neigung zu dualistischer Schwarz-Weiß-Malerei eine Ursache der Gewaltbereitschaft. Unsichere Persönlichkeiten, die in Sekten Halt und Geborgenheit suchen, werden von diesen ausgenutzt und - wie im Fall Lafferty - zu verbrecherischen und barbarischen Taten aufgestachelt. Diesen Kreislauf anhand des Falles Lafferty und der Mormonensekte eindrucksvoll illustriert und spannend als Reportage dargestellt zu haben, darin liegt das Außergewöhnliche dieses wirklich besonderen Buches. Unbedingt lesenswert !!!

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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "ein harter Brocken", der zum Nachdenken zwingt, 26. Februar 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus (Gebundene Ausgabe)
Selten hat mich ein Buch mehr bewegt und beunruhigt. Das Buch zeigt auf - und meiner Meinung nach gilt das nicht nur für fundamentalistische Mormonen, sondern für alle Religionen - wozu religiöse Eiferer, die nur ihren Glauben gelten lassen und sonst nichts, fähig sind.
Beängstigend ist, daß es nur einen charharismatischen Rhetoriker braucht, um die Menschen zu begeistern und zu manipulieren, bis hin zu blindem Gehorsam.
Als Frau hat mich jedoch besonders die Polygamie und die damit unvorstellbaren Leiden der Frauen, die oftmals schon im Kindesalter verheiratet werden, schockiert. Insbesondere, weil dies keineswegs nur in der Vergangenheit praktiziert wurde, sondern bis heute noch als ein von Gott gegebenes Leitprinzip gilt. Mir war nicht bewußt, daß das in einer sogenannten zivilisierten Welt möglich ist.
Das Buch ist keine Hetzschrift gegen gläubige Menschen, sondern eine sachliche Reportage, die einen Einblick über Glaubens- und Lebensprinzipien der Mormonen seit der Entstehung ihrer Religion bis zum heutigen Tage gibt.
Das Buch ist, besonders für Frauen, ein harter Brocken und schwer verdaulich. Es ist kein bequemer Lesestoff und zwingt zum Nachdenken. Deshalb kann ich das Buch uneingeschränkt jedem, Gläubig oder Nichtgläubig, nur empfehlen. Absolut lesenswert.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Fremdes Land Amerika, 18. Februar 2008
Von 
Thomas Reuter (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Dem europäischen Bewusstsein erscheint die nicht mehr ganz so neue Welt zumeist als vertrauter größerer Bruder. Eigentlich ist er fast so wie man selber, halt nur ein bisschen größer, toller, spannender. Und natürlich übernimmt man all die kleinen Eigenarten und Allüren des großen Bruders. Er ist halt ein Vorbild. Und all das, was man nicht versteht - nun ja, es ist halt der große Bruder.

Wer einmal ein Stück von der völligen Andersartigkeit des amerikanischen Bruders verstehen will, der lese dieses Buch. Jon Krakauer erzählt - ausgehend von dem äußerst brutalen Mord an Brenda Wright Lafferty und ihrem Baby - die Geschichte des Mormonentums, einer Religion, die Anfang des 19. Jahrhunderts im Zuge der sogenannten 2. großen Erweckung entstand und die heute die "schnellstwachsende Religion in der westlichen Hemisphäre" darstellt. "Auf dem gesamten Planteten übersteigt die Zahl der Mormonen mittlerweile die der Juden", schreibt Jon Krakauer am Beginn seiner Reportage. Es handelt sich um eine Sekte nahezu weltreligiösn Ausmaßes, die den meisten von uns völlig unbekannt ist, aus deren Kreisen sich nichtsdestotrotz bereits Präsidentschaftskandidaten rekrutieren. Was hat es also auf sich mit den Mormonen?

Der weitaus größte Teil der Mormonen lebt heute in einer unwegsamen wüstenartigen Welt im Staate Utah und im Arizona Strip nördlich des Grand Canyon. Innerhalb der äußerst strengen Religion, in der jegliche Freude und Ablenkung wie Zeitung, Fernsehen, Alkohol usw. untersagt sind, existieren jedoch noch weit strengere fundamentalistische Gruppierungen wie die "Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage". Diese fundamentalistische Abspaltung predigt und praktiziert die Polygamie und sie ist deshalb nach schweren Auseinandersetzungen mit dem Staat Utah im Jahre 1887, dem sogenannten Utah-Krieg, verboten. Dennoch existieren die Polygamisten fort und ihre Zahl nimmt laufend zu.

Die Familienbeispiele, die Krakauer hier aufzählt, ziehen dem ordentlichen Bürger schlichtweg die Schuhe aus. In den Gemeinden der Polygamisten haben Frauen faktisch keinen Rechtsstatus. Sie werden vom zeugungsfähigen Alter, ab 14 Jahren, gegen ihren Willen verheiratet und leben dann in Familien mit bis zu weiteren 10 Frauen. Die Kinderschar nimmt astronomische Ausmaße an. Die Schicksale der Mädchen, die in Krakauers Buch geschildert werden, sind erschütternd. Wenn sie aufsässig sind, werden sie innerhalb der Familie oder an den kirchlich höhergestellten weitergereicht. Inzest ist die Tagesordnung. Von Frauen der Kingston-Sekte der Mormonen wird berichtet, sie hätten angeblich "nur Protoplasmaklumpen" zur Welt gebracht und seien acht oder neunmal schwanger gewesen, ohne nur eine einziges lebendes Kind zu gebären. Vielfach nimmt der Mann neben der Mutter auch noch die Stieftöchter aus früheren Verbindungen dieser Frau zum Weib.

Abenteuerlich ist auch die Entstehung der Mormonen. Der junge, aus einfachen Verhältnissen stammende Joseph Smith aus Vermont, 1805 geboren, ruft im Jahre 1830 die neue Religion ins Leben, nachdem ihm ein Engel zu den goldenen Tafeln auf der Erhebung Cumorah geführt hat, deren Entzifferung schließlich das Buch Mormon ergibt. In dem Buch Mormon wird der Kampf zwischen den Ureinwohnern Amerikas, den weißen Nephiten und den roten Lamaniten geschildert, die beide von Jesus auf seiner Reise nach Amerika missioniert werden. Dennoch bringen die Lamaniten 400 Jahre später alle Nephiten um. Tja, deshalb traf Kolumbus 1498 auch nur auf Indianer. Allerdings hat ein Nephite überlebt: Moroni, der Sohn des heldenhaften Mormon - und dies ist auch der Engel, der Smith den Weg zu den Tafeln weist. Nun, ja.

Mit der sich rasch vergrößernden Mormonensekte gibt es jedoch in der Mitte des 19. Jahrhunderts immer wieder fast kriegerische Auseinandersetzungen, so dass sie 1846/47 schließlich ihren Exodus nach Utah quer durch das noch unerschlossene Land des amerikanischen Westens antreten.

Krakauer erzählt die Geschichte der Mormonen lebendig und leicht. Allerdings ist er so detailgenau, dass das Buch auch manche Längen hat. In erster Linie handelt es sich um eine Reportage über den schrecklichen Mord an Brenda Lafferty in den 80er Jahren; diese weitet sich aber schnell zu einem gesamten Panorama des Mormonentums aus. Eine sehr lohnende Lektüre, die uns europäischen Nivellieren auch einmal die uns unverständliche Andersartigkeit dieses großen Landes aufzeigt. Thomas Reuter
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Erschreckendes Dokument über christliche Fundamentalisten, 14. Februar 2005
Von 
Michael Kleerbaum "So viele Bücher, so wenig ... (Erle, im Münsterland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Erschütternde Reportage! Was in dieser Welt alles unter dem Deckmantel der Glaubensfreiheit alles möglich ist und vom Gesetz noch weitgehend geschützt wird! Mitten in den USA leben tausende von fundamentalistischen Mormonen, die sich tagtäglich Verbrechen wie sexueller Missbrauch eigener und fremder Kinder, Unterdrückung und Freiheitsberaubung schuldig machen. Gedeckt von der Religionsfreiheit und der Tatsache, das in den Machtzentren dieser Sekten die Gerichtsbarkeit, die Polizei, die Schulen und Kindergärten sowie Stadt- und Gemeindeverwaltungen fest in der Hand der fundamentalistischen Mormonen sind. An einigen, sehr gut recherchierten und durch Zeugenaussagen gestützten Beispielen beschreibt Krakauer, was dort zum alltäglichen Leben gehört: Die Sektenführer, Diktatoren gleich, bestimmen über das Wohl und Wehe ihrer Anhänger nicht nur in spiritueller Form sondern auch handfest im wahren Leben. Es werden minderjährige Mädchen mit zum Teil viermal so alten Männern zwangsverheiratet und wenn das nicht schon schlimm genug wäre, wird keinerlei Rücksicht darauf genommen, ob die ausgesuchten Männer mit den Mädchen blutsverwandt sind oder nicht (ja, selbst Väter wählen sich unter ihren vielen Nachkommen, die in der Vielehe, die von den meisten fundamentalistischen Mormonen praktiziert wird, ihre eigenen Töchter aus, und nehmen sie zur Nebenfrau, mit allen "ehelichen Pflichten"). Oder "bockige" Mädchen und Frauen werden von ihrem "Propheten" von einem Mann zum anderen gereicht. Nicht nur einmal habe ich das Buch entsetzt sinken lassen.

Als roter Faden zieht Krakauer die Geschichte der Gebrüder Lafferty durch sein Buch, von denen zwei den von "Gott" gegebenen Befehl ausführen konnten dem Baby und der Ehefrau des dritten Bruders die Kehle aufzuschlitzen, obwohl eine Menge Sektenmitglieder von der "Todesoffenbarung" wussten, die die Brüder dazu anstifteten.

Krakauer beschreibt nebenbei natürlich auch die Geschichte dieser jungen, christlichen Religonsgemeinschaft und deren Sekten bis in die heutigen Tage, vergisst aber auch nicht, zwischen Mormonen und den fundamentalistischen Mormonen zu unterscheiden. Alles in allem erfährt der Leser eine ganze Menge über diesen, in weiten Teilen Europas nur vom Namen her bekannte Religion. Krakauer hat es auch nicht versäumt, eine Gegendarstellung zu seinem Buch, die von einem der hohen Amtsträger der mormonischen Kirche verfasst wurde, zu drucken und zu kommentieren sowie Fehler einzugestehen und in dieser Neufassung zu korrigieren. Gerade das macht diese Buch so glaubwürdig. Im Anhang findet sich eine ausführliche Quellenangabe.

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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen wie schnell man vom rechten Weg abkommen kann, 19. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus (Gebundene Ausgabe)
... beschreibt John Krakauer in diesem Buch am Beispiel des Mormonentums.
Wie schmal der Grat zwischen Glauben und dem extremen Fundamentalismus, gerade bei streng gläubigen Menschen ist, schildert der Autor hier in diesem Buch. Für mich war es sehr interessant und bewegend zugleich, weil man sich oft, gerade heute zu diesen "Terrorzeiten" nicht in die Menschen rein versetzen kann, warum die solche Taten begehen bzw. was Sie dazu treibt sich selbst und anderen zu schaden.
Nach diesem Buch kann man ein wenig besser nachvollziehen, wie, warum und weshalb gerade oft religöse Randgruppen ins Extreme verfallen - was natürlich nicht nur beim hier beschriebenen Beispiel der Mormonen, sondern in jeder anderen Religion der Welt passieren kann.
Der Autor will nicht sagen, dass man nicht glauben soll, sondern zeigt, wie der Glauben für extrem Schreckenstaten missbraucht werden kann.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Eine Geschichte einer gewalttätigen Überzeugung, 9. August 2009
Von 
zueribueb (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
"Mord im Auftrag Gottes. Eine Reportage über den religiösen Fundamentalismus" ist der etwas reisserische Titel von John Krakauers Reportage. Der Originaltitel ist dagegen schon fast sachlich: "Under the Banner of Heaven. A Story of Violent Faith".

Krakauer nimmt einen aktuellen Mord von Mormonen-Extremisten zum Anlass, um die heutige Vielfalt von Mormonen-Gemeinschaften zu beschreiben. Auf der einen Seite ist die offizielle Kirche, welche nach aussen hin gemässigt ist. Auf der anderen Seite existieren viele Mormonen-Sekten, die den Idealen der Gründerväter nachleben, namentlich indem sie noch heute die Polygamie praktizieren. Diese Zustände sind äusserst bedenklich und abartig und sprengen jegliches Vorstellungsvermögen, dass solch schreckliche Zustände in einer zivilisierten Gesellschaft überhaupt noch möglich sind. Daneben beschreibt Krakauer die Geschichte der Mormonenkirche, die sich selbst von ihren Gründungsprinzipien (Mehrehe) entfernt hat und deshalb bei den Mormonen-Sekten als Verräterin an den wahren Werten aufgefasst wird.

Krakauers Buch ist eine Reportage, eine journalistische und literarische Verarbeitung des Phänomens des Mormonentums. Jedenfalls ist es kein Sachbuch, das Wissen verbreiten will. Darum geht die Kritik eines Vorrezensenten, der auf ein Schulbuch verweist, völlig fehl.

Durch das Buch wird sehr klar, dass es keine grundsätzlichen Unterschiede zwischen einem islamischen und einem christlichen Fundamentalismus gibt. Der Blick auf Al Kaida versperrt somit vielen Amerikanern den Blick, dass sie selbst viele Extremisten im eigenen Land haben.

Empfehlenswert ist die Taschenbuchausgabe, da diese ein zusätzliches Nachwort von Krakauer enthält, wo er sich namentlich mit der Kritik an seinem Buch auseinandersetzt. Darin legt er auch seinen eigenen Standpunkt dar. Krakauers Buch ist eine kritische und differenzierte Auseinandersetzung mit dem Mormonentum und ist weder einseitig noch von Vorurteilen geprägt.
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26 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte eines gewalttätigen Glaubens, 18. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus (Gebundene Ausgabe)
„Mord im Auftrag Gottes", im Original eigentlich „Under the Banner of Heaven. A Story of Violent Faith (dt. „Unter dem Banner des Himmels. Eine Geschichte gewalttätigen Glaubens") bietet dem deutschsprachigen Leser zum ersten Mal Gelegenheit einen Einblick in historische Hintergründe und Grundlagen der sog. „Mormonen" (eigentlich „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" (sic!, hiernach KJCdHLT) zu erfahren. Oberflächlich betrachtet könnte man vermuten, dass Krakauer einen Bericht über ein geistesgestörten, religiösen Fanatiker schreibt, der eiskalt Menschen tötet, indem er ihnen die Kehle aufschlitzt. Getrieben durch „Gottes Willen", genauer „der feinen, leisen Stimme", und der Unterstützung seines Bruders, meint der ehemalige „Mormone", Dan Lafferty, eine Frau und ein Kleinkind im Gottesauftrag „vernichten" zu müssen. Man fragt sich was einen Menschen dazu treibt, auf äußerst brutale Art und Weise Leben zu vernichten. Krakauer beschreibt eindringlich den Weg der Lafferty Brüder, zeigt dem Leser auf welche Motive, aber auch welche Voraussetzungen notwendig waren, damit solche Morde geschehen konnten. Wie der Titel im Original verdeutlicht, ist hierzu u.a. ein „gewalttätiger Glauben" notwendig. Nun könnte man meinen, dieser Glauben begründet sich in der religiösen Überzeugung nach der ursprünglichen Mitgliedschaft in der KJCdHLT. Die Lafferty Brüder waren anschließend sog. „fundamentalistische" Mormonen, ein Begriff den Mitglieder der KJCdHLT scheuen, wie der Teufel das Weihwasser, da sie meinen, sie selbst wären die einzigen, wahren „Mormonen." Kurios insb. deshalb, weil es sich hierbei um einen Spitznamen handelt, den Außenstehende in früheren Zeiten der KJCdHLT verpassten, weil diese an ein „Buch Mormon" als heilige Schrift glauben. „Fundamentalistische" Mormonen zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass sie glauben, das die KJCdHLT vom ursprünglichen Glauben „abgefallen" ist. Spätestens seit dem Jahr 1890, wo die Mormonen verkündeten, sie ihre über 50 Jahre in Kirchenkreisen praktizierte Vielehe (Polygamie, Vielweiberei etc.) aufgeben würden. Wobei die Kirchenführer in den ersten Jahren die amerikanischen Bürger, ja sogar 95% ihrer eigenen Mitglieder über diese Praxis belogen und getäuscht hatten. Nichtsdestotrotz seit 1852 meinten der „Welt" die Praxis der Vielehe als Gotteswillen verkünden zu müssen. Bis zu dem Tag, wo die USA die Kirche am Rande des Ruins getrieben hatte. Bis 1890 verkündeten (das sog. „Manifesto")die „Propheten" der Mormonen, dass „Gott größer als die Vereinigten Staaten" sind, Polygamie ein „göttliches Gesetz ... direkt von Gott gegeben" sei." Sie nur „Gott gehorchen" würden. So z.B. der „Prophet" John Taylor noch im Jahre 1880. Die Kirche beugte sich nach außen hin den Realitäten des Drucks der US-Wirklichkeit. In Wirklichkeit wurde für einige Jahre die Außenwelt weiterhin getäuscht und belogen. Erst Anfang des nächsten Jahrhunderts wurde die Polygamie endgültig untersagt. In der heutigen Zeit ist es Mormonen strikt untersagt in Vielehe zu leben. In der Folge rochen viele Mormonen „Verrat" an den göttlichen Prinzipien und verließen die Kirche und gründeten z.B. die „Fundamentalistische KJCdHLT". Bis zum heutigen Tag verkünden immer wieder ehemalige Mormonen die „wahren" Lehren die ihre Kirchengründer verkündet hat. Neben der Vielehe gehören jedoch auch die „Blütsühne" dazu, wonach Verräter am Glauben ihre Sünden nur dadurch sühnen können, indem sie ihr eigenes (!) Blut vergießen. Verräter wurden u. a. durch Aufschlitzen des Halses getötet. Eine Praxis die selbst modernen Mormonen völlig unbekannt ist, oder vehement bestritten wird. Hier schließt sich nun der Kreis, denn jeder Fundamentalist dieser Art erinnert die KJCdHLT auf höchst peinliche Art an ihre eigene Historie, die so gern unter den Teppich gekehrt, oder apologetisch verharmlost wird. Krakauer beschreibt geschickt die Entwicklung und Hintergründe der Ritualmorde wie sie 1985 geschahen, schiebt stets an passender Stelle historische Hintergründe und Grundlagen der frühen KJCdHLT ein. Dem Leser wird auf frappierende Weise mehr und mehr klar, dass die im ersten Moment unfassbare Gewalttätigkeit der Lafferty Morde, sich in den frühen Lehren der KJCdHLT wieder finden, latent sogar noch immer vorliegen, nur im Kontext der KJCdHLT verstanden werden kann. Die Geister die die Mormonen einst riefen, werden sie nie loswerden. Wer verkündet, dass ein Gott zu Propheten und ihren „gehorsamen" Anhängern direkt redet, musst sich damit abfinden, dass so mancher „wahre Gläubige" meint keinen Propheten zu benötigen (ja dieser sogar vom Glauben längst abgefallen ist) und seine Kirchenlehren direkt von Gott erhält. Bis hin zum „gerechtfertigten" Sühnemord. Kenner der Materie können feststellen, dass Krakauer sauber und in der Tiefe recherchiert hat, auf dem aktuellen Stand der Forschung ist. Die Bibliographie und Anmerkungen geben jedem interessierten Leser die Möglichkeit in die Tiefe weiter zu lesen. Nur mit dem Manko, dass die fortführende Literatur sich ausschließlich in englischer Sprache findet. Gerade deshalb ist diese Art der „Einführung" für den deutschsprachigen Raum so wertvoll! Die Lektüre dieses Werkes kann nur dringend empfohlen werden. Zeigt sie doch in erschreckender Weise, dass Gefahr nicht nur aus einer islamisch-fundamentalistischen Ecke droht, sondern letztendlich aus jeder religiösen Ecke, die sich auf Offenbarungen, ewigen Wahrheiten, Führern und Propheten etc., gründet. Zeigt sie aber auch durch die Interviews die Krakauer mit einem der Täter geführt hat, dass ein Einblick in die Psyche eines solchen Menschen, mehr Fragen aufwirft, wie sie Fragen beantwortet. Man fühlt sich an den von Götz George meisterhaft gespielten Massenmörder Hamann, im Film „Der Totmacher" (1995), beklemmend erinnert. Absolut lesenswert!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Begegnung mit einer Religion über einen Kriminalfall, 3. Juni 2006
Man liest einen spannenden Kriminalfall, und ehe man es sich versieht, ist man mittendrin in der Entstehungsgeschichte einer Religion, von der jeder gehört hat, und die doch keiner kennt. Und man weiß nicht, was spannender ist, das Heute oder das Gestern? Auf jeden Fall kriegt man Appetit auf mehr. Was soll man wirklich vom Mormonentum halten? Dazu muß noch einiges gelesen werden - und das Buch von Jon Krakauer ist erst der Anfang...!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Das Mormonentum und die Lafferty-Brüder, 23. November 2004
Vor dem Hintergrund des Mormonentums schildert der Autor Jon Krakauer die bestialischen Morde an einer jungen Frau und ihrer kleinen Tochter, die durch die Brüder Ron und Dan Lafferty im Jahre 1984 im US-Staat Utah begangen wurden. Dieses gut fundamentierte Sachbuch beschäftigt sich ausführlich mit der Entstehung und der wechselhaften Geschichte des Mormonentums und gewährt dabei, vor allem für den bis zu diesem Zeitpunkt uninformierten Leser, sehr interessante aber teilweise auch erschreckende Einblicke. Vor allem der abgespaltene fundamentalistische Mormonenzweig, zu dem auch die Lafferty-Brüder zu zählen sind, muten mit ihren eigenwilligen Überzeugen für den Mitteleuropäer etwas irreal an. Insgesamt gesehen beschäftigt sich das Buch zur Hälfte mit der Beleuchtung des Doppelmordes und zur anderen Hälfte mit der Glaubensgemeinschaft der Heiligen der Letzten Tage.
Leider gibt es im gesamten Werk nur wenige Abbildungen, und wenn dann handelt es sich dabei ausschließlich um Kartenmaterial. Hier würde man sich wünschen auch mal Bilder oder Fotographien von Personen zu sehen, die in dem Buch ausführlich beschrieben werden, wie z.B. Joseph Smith, die Opfer oder die Mörder.
Fazit: Eine Lektüre, die den Wissenshorizont erweitert.
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Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus
Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus von Jon Krakauer (Gebundene Ausgabe - Dezember 2003)
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