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4.0 von 5 Sternen Spannende Aufklärung
Mit einem besonderen Geschick versteht Jon Krakauer es Geschichte und Überzeugungen der Mormonen so zu erzählen, dass sie für Fachleute und interessierte Laien gleichermaßen gut zu lesen sind.

Zugegeben, er bedient sich einiger künstlerischer Freiheiten und beschäftigt sich in der Darstellung der jüngeren Vergangenheit fast...
Veröffentlicht am 12. Januar 2012 von Bücherfreund

versus
10 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Fehlerhafte Geschichte: Eine Besprechung des Buches
Im Juli 2003 brachte der populäre Autor Jon Krakauer ein Buch heraus, in dem er argumentierte, dass religiöser Glaube im Allgemeinen und der Glaube der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage im Besonderen seine Gläubigen oft zu Gewalttätigkeit motiviere. Seit ihrer Gründung 1830 war die Kirche Opfer vieler reißerrischer und...
Veröffentlicht am 27. Oktober 2011 von Bettina Siebert


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannende Aufklärung, 12. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus (Gebundene Ausgabe)
Mit einem besonderen Geschick versteht Jon Krakauer es Geschichte und Überzeugungen der Mormonen so zu erzählen, dass sie für Fachleute und interessierte Laien gleichermaßen gut zu lesen sind.

Zugegeben, er bedient sich einiger künstlerischer Freiheiten und beschäftigt sich in der Darstellung der jüngeren Vergangenheit fast ausschließlich auf einige extremistische Mormonen- Gruppen. Trotzdem sind die meisten seiner Informationen zuverlässig und stichhaltig. Etwas einseitig ist natürlich seine starke Konzentration auf Gewalt und Vielehe im mormonischen Umfeld. Dabei könnte der Eindruck entstehen, hierbei handele es sich um den Hauptinhalt mormonischen Glaubens und Lebens. Das könnte bei Lesern, die noch nie mit Mormonen zu tun gehabt haben, ein unzutreffendes Feindbild konstruieren.

Wer ein Fachbuch über die Mormonen (Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage) sucht ist mit dieser Reportage sicher nicht zufrieden. Wer aber ein spannend geschriebenes Buch lesen und nebenbei noch etwas über die Geschichte der Mormonen erfahren möchte, der wird mit diesem Buch seine Freude haben.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindrucksvolles Plädoyer gegen Intoleranz, 15. April 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus (Gebundene Ausgabe)
Jon Krakauer ist bekannt geworden durch ausgesprochen spannende Thriller wie: "In eisige Höhen", wo er spannend über die Auswüchse des kommerziellen Bergsteigens berichtete. In seinem aktuellen Buch untersucht er anhand eines grausamen Mordes die Ursachen und Auswirkungen des religiösen Fundamentalismus. Wenn "Newsweek" schreibt, dieses Buch sei das "unheimlichste, erschreckendste Buch, das seit langem geschrieben wurde" mag dies im ersten Moment als einer von vielen Werbesprüchen erscheinen. Doch nach dem Lesen muss ich konstatieren: das Buch geht unter die Haut. Es erzählt - ausgehend von einem Mordfall im Jahre 1984 - die Geschichte der Mormonen, die vor rund 170 Jahren gegründet wurde. Sie bringt ihre Anhänger dazu, missliebige Personen, ja auch Verwandte, eiskalt zu ermorden. Am 24. Juli 1984 findet Allen Lafferty abends seine Frau und sein e fünfzehn Monate alte Tochter grausam ermordet auf. Der Tat verdächtigt werden seine Brüder Ron und Dan Lafferty wegen Mordes an diesen beiden Personen verurteilt. Beide behaupteten, die Stimme Gottes habe sie zu diesen Taten verführt. Ron wurde wegen Mordes verurteilt, Dan Lafferty manipulierte jedoch zwei der zehn Geschworenen, so dass die zur Verhängung der Todesstrafe notwendige Einstimmigkeit nicht zustande kam. Er wurde daraufhin zu zweimal lebenslänglich verurteilt. Das Außergewöhnliche an diesem Fall war nicht nur die Brutalität, sondern die ausgesprochene Reuelosigkeit der Täter, beides fundamentalistische Mormonen. "Die beiden Morde sind aus vielerlei Gründen schockierend, aber nichts ist so beunruhigend wie Laffertys völlige und entschiedene Reuelosigkeit. Wie konnte ein anscheinend geistig gesunder, erklärtermaßen frommer Mann eine unschuldige Frau und ihr Baby auf so grauenhafte Weise und ohne die geringste Gefühlsregung umbringen? Woher nahm er die moralische Rechtfertigung? Was erfüllte ihn mit solcher Gewißheit?...Es gibt eine dunkle Seite der Frömmigkeit, die zu oft übersehen oder geleugnet wird. Um jemanden dazu zu bringen, grausam und unmenschlich zu sein...ist vielleicht nihts so geeignet wie die Religion. Beim Thema religiös motivierter Morde denken viele Amerikaner sofort an islamischen Fundamentalismus, was nach den Terroranschlägen auf New York und Washington am 11. September 2001 nicht überrraschend ist. Aber schon seit die Menschen an Götter glauben, haben sie im Namen Gottes verabscheuungswürdige Taten verübt, und Extremisten gibt es in allen Religionen.....Ziel dieses Buches ist es, etwas Licht auf Lafferty und seinesgleichen zu werfen. Auch wenn der Versuch, solche Menschen zu verstehen, eine entmutigende Aufgabe ist, erscheint er mir dennoch nützhlich - wegen allem, was er uns über die Wurzeln brutaler Gewalt sagen könnte, und erst recht wegen allem, was wir über das Wesen des Glaubens erfahren könnten." (S. 19-21).
Krakauer lehnt nicht Religiosität ab, sondern - und dies wird ganz eindeutig klargestellt, religiösen Fundamentalismus, hier dargestellt anhand der Sekten der Mormonen, die ihren Jüngern einredet, Morde seien gottgewollt. Wer denkt da nicht an den religiösen Fundamentalismus unserer Zeit? Doch wie Dostojewski in seiner Legende vom "Großinquisitor" hervorragend verdeutlicht hat, ist das Fehlen von Verständnis und Toleranz anderen Meinungen und Kulturen gegenüber, das Vorherrschen von Intoleranz und Engstirnigkeit, die Neigung zu dualistischer Schwarz-Weiß-Malerei eine Ursache der Gewaltbereitschaft. Unsichere Persönlichkeiten, die in Sekten Halt und Geborgenheit suchen, werden von diesen ausgenutzt und - wie im Fall Lafferty - zu verbrecherischen und barbarischen Taten aufgestachelt. Diesen Kreislauf anhand des Falles Lafferty und der Mormonensekte eindrucksvoll illustriert und spannend als Reportage dargestellt zu haben, darin liegt das Außergewöhnliche dieses wirklich besonderen Buches. Unbedingt lesenswert !!!
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "ein harter Brocken", der zum Nachdenken zwingt, 26. Februar 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus (Gebundene Ausgabe)
Selten hat mich ein Buch mehr bewegt und beunruhigt. Das Buch zeigt auf - und meiner Meinung nach gilt das nicht nur für fundamentalistische Mormonen, sondern für alle Religionen - wozu religiöse Eiferer, die nur ihren Glauben gelten lassen und sonst nichts, fähig sind.
Beängstigend ist, daß es nur einen charharismatischen Rhetoriker braucht, um die Menschen zu begeistern und zu manipulieren, bis hin zu blindem Gehorsam.
Als Frau hat mich jedoch besonders die Polygamie und die damit unvorstellbaren Leiden der Frauen, die oftmals schon im Kindesalter verheiratet werden, schockiert. Insbesondere, weil dies keineswegs nur in der Vergangenheit praktiziert wurde, sondern bis heute noch als ein von Gott gegebenes Leitprinzip gilt. Mir war nicht bewußt, daß das in einer sogenannten zivilisierten Welt möglich ist.
Das Buch ist keine Hetzschrift gegen gläubige Menschen, sondern eine sachliche Reportage, die einen Einblick über Glaubens- und Lebensprinzipien der Mormonen seit der Entstehung ihrer Religion bis zum heutigen Tage gibt.
Das Buch ist, besonders für Frauen, ein harter Brocken und schwer verdaulich. Es ist kein bequemer Lesestoff und zwingt zum Nachdenken. Deshalb kann ich das Buch uneingeschränkt jedem, Gläubig oder Nichtgläubig, nur empfehlen. Absolut lesenswert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioses Psychogramm, 7. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus (Gebundene Ausgabe)
Mir hat dieses Buch geholfen die menschenverachtenden Praktiken und Verhaltensweisen mir sonst nahestehender Menschen zu erklären. Die "Jehovas" sehen sich selbst natürlich als die besten, die auserwähltesten usw. Tatsächlich sind sie selbstverliebte Narzisten. Lesen, lesen, lesen! Insbesondere da ja jetzt ein neuer US-Präsident droht, der dieser obskuren Organisation entstammt!
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wie schnell man vom rechten Weg abkommen kann, 19. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus (Gebundene Ausgabe)
... beschreibt John Krakauer in diesem Buch am Beispiel des Mormonentums.
Wie schmal der Grat zwischen Glauben und dem extremen Fundamentalismus, gerade bei streng gläubigen Menschen ist, schildert der Autor hier in diesem Buch. Für mich war es sehr interessant und bewegend zugleich, weil man sich oft, gerade heute zu diesen "Terrorzeiten" nicht in die Menschen rein versetzen kann, warum die solche Taten begehen bzw. was Sie dazu treibt sich selbst und anderen zu schaden.
Nach diesem Buch kann man ein wenig besser nachvollziehen, wie, warum und weshalb gerade oft religöse Randgruppen ins Extreme verfallen - was natürlich nicht nur beim hier beschriebenen Beispiel der Mormonen, sondern in jeder anderen Religion der Welt passieren kann.
Der Autor will nicht sagen, dass man nicht glauben soll, sondern zeigt, wie der Glauben für extrem Schreckenstaten missbraucht werden kann.
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27 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte eines gewalttätigen Glaubens, 18. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus (Gebundene Ausgabe)
„Mord im Auftrag Gottes", im Original eigentlich „Under the Banner of Heaven. A Story of Violent Faith (dt. „Unter dem Banner des Himmels. Eine Geschichte gewalttätigen Glaubens") bietet dem deutschsprachigen Leser zum ersten Mal Gelegenheit einen Einblick in historische Hintergründe und Grundlagen der sog. „Mormonen" (eigentlich „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" (sic!, hiernach KJCdHLT) zu erfahren. Oberflächlich betrachtet könnte man vermuten, dass Krakauer einen Bericht über ein geistesgestörten, religiösen Fanatiker schreibt, der eiskalt Menschen tötet, indem er ihnen die Kehle aufschlitzt. Getrieben durch „Gottes Willen", genauer „der feinen, leisen Stimme", und der Unterstützung seines Bruders, meint der ehemalige „Mormone", Dan Lafferty, eine Frau und ein Kleinkind im Gottesauftrag „vernichten" zu müssen. Man fragt sich was einen Menschen dazu treibt, auf äußerst brutale Art und Weise Leben zu vernichten. Krakauer beschreibt eindringlich den Weg der Lafferty Brüder, zeigt dem Leser auf welche Motive, aber auch welche Voraussetzungen notwendig waren, damit solche Morde geschehen konnten. Wie der Titel im Original verdeutlicht, ist hierzu u.a. ein „gewalttätiger Glauben" notwendig. Nun könnte man meinen, dieser Glauben begründet sich in der religiösen Überzeugung nach der ursprünglichen Mitgliedschaft in der KJCdHLT. Die Lafferty Brüder waren anschließend sog. „fundamentalistische" Mormonen, ein Begriff den Mitglieder der KJCdHLT scheuen, wie der Teufel das Weihwasser, da sie meinen, sie selbst wären die einzigen, wahren „Mormonen." Kurios insb. deshalb, weil es sich hierbei um einen Spitznamen handelt, den Außenstehende in früheren Zeiten der KJCdHLT verpassten, weil diese an ein „Buch Mormon" als heilige Schrift glauben. „Fundamentalistische" Mormonen zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass sie glauben, das die KJCdHLT vom ursprünglichen Glauben „abgefallen" ist. Spätestens seit dem Jahr 1890, wo die Mormonen verkündeten, sie ihre über 50 Jahre in Kirchenkreisen praktizierte Vielehe (Polygamie, Vielweiberei etc.) aufgeben würden. Wobei die Kirchenführer in den ersten Jahren die amerikanischen Bürger, ja sogar 95% ihrer eigenen Mitglieder über diese Praxis belogen und getäuscht hatten. Nichtsdestotrotz seit 1852 meinten der „Welt" die Praxis der Vielehe als Gotteswillen verkünden zu müssen. Bis zu dem Tag, wo die USA die Kirche am Rande des Ruins getrieben hatte. Bis 1890 verkündeten (das sog. „Manifesto")die „Propheten" der Mormonen, dass „Gott größer als die Vereinigten Staaten" sind, Polygamie ein „göttliches Gesetz ... direkt von Gott gegeben" sei." Sie nur „Gott gehorchen" würden. So z.B. der „Prophet" John Taylor noch im Jahre 1880. Die Kirche beugte sich nach außen hin den Realitäten des Drucks der US-Wirklichkeit. In Wirklichkeit wurde für einige Jahre die Außenwelt weiterhin getäuscht und belogen. Erst Anfang des nächsten Jahrhunderts wurde die Polygamie endgültig untersagt. In der heutigen Zeit ist es Mormonen strikt untersagt in Vielehe zu leben. In der Folge rochen viele Mormonen „Verrat" an den göttlichen Prinzipien und verließen die Kirche und gründeten z.B. die „Fundamentalistische KJCdHLT". Bis zum heutigen Tag verkünden immer wieder ehemalige Mormonen die „wahren" Lehren die ihre Kirchengründer verkündet hat. Neben der Vielehe gehören jedoch auch die „Blütsühne" dazu, wonach Verräter am Glauben ihre Sünden nur dadurch sühnen können, indem sie ihr eigenes (!) Blut vergießen. Verräter wurden u. a. durch Aufschlitzen des Halses getötet. Eine Praxis die selbst modernen Mormonen völlig unbekannt ist, oder vehement bestritten wird. Hier schließt sich nun der Kreis, denn jeder Fundamentalist dieser Art erinnert die KJCdHLT auf höchst peinliche Art an ihre eigene Historie, die so gern unter den Teppich gekehrt, oder apologetisch verharmlost wird. Krakauer beschreibt geschickt die Entwicklung und Hintergründe der Ritualmorde wie sie 1985 geschahen, schiebt stets an passender Stelle historische Hintergründe und Grundlagen der frühen KJCdHLT ein. Dem Leser wird auf frappierende Weise mehr und mehr klar, dass die im ersten Moment unfassbare Gewalttätigkeit der Lafferty Morde, sich in den frühen Lehren der KJCdHLT wieder finden, latent sogar noch immer vorliegen, nur im Kontext der KJCdHLT verstanden werden kann. Die Geister die die Mormonen einst riefen, werden sie nie loswerden. Wer verkündet, dass ein Gott zu Propheten und ihren „gehorsamen" Anhängern direkt redet, musst sich damit abfinden, dass so mancher „wahre Gläubige" meint keinen Propheten zu benötigen (ja dieser sogar vom Glauben längst abgefallen ist) und seine Kirchenlehren direkt von Gott erhält. Bis hin zum „gerechtfertigten" Sühnemord. Kenner der Materie können feststellen, dass Krakauer sauber und in der Tiefe recherchiert hat, auf dem aktuellen Stand der Forschung ist. Die Bibliographie und Anmerkungen geben jedem interessierten Leser die Möglichkeit in die Tiefe weiter zu lesen. Nur mit dem Manko, dass die fortführende Literatur sich ausschließlich in englischer Sprache findet. Gerade deshalb ist diese Art der „Einführung" für den deutschsprachigen Raum so wertvoll! Die Lektüre dieses Werkes kann nur dringend empfohlen werden. Zeigt sie doch in erschreckender Weise, dass Gefahr nicht nur aus einer islamisch-fundamentalistischen Ecke droht, sondern letztendlich aus jeder religiösen Ecke, die sich auf Offenbarungen, ewigen Wahrheiten, Führern und Propheten etc., gründet. Zeigt sie aber auch durch die Interviews die Krakauer mit einem der Täter geführt hat, dass ein Einblick in die Psyche eines solchen Menschen, mehr Fragen aufwirft, wie sie Fragen beantwortet. Man fühlt sich an den von Götz George meisterhaft gespielten Massenmörder Hamann, im Film „Der Totmacher" (1995), beklemmend erinnert. Absolut lesenswert!
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4.0 von 5 Sternen 'Was für den einen Glaube ist, gilt dem anderen als Wahn...', 25. Juni 2013
Von 
sabatayn76 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Im Juli 1984 findet Allen Lafferty seine Frau Brenda und seine 15 Monate alte Tochter Erica ermordet in der gemeinsamen Wohnung. Der Verdacht fällt sehr schnell auf Allens Brüder Ron und Dan, mormonische Fundamentalisten.

Anhand der Morde entwirft Jon Krakauer ein komplexes Bild der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und bietet Einblicke in Überzeugungen, die Geschichte usw. der Mormonen bzw. der mormonischen Fundamentalisten.

Mein Eindruck:
Ich hatte mich bislang nur wenig mit den Mormonen beschäftigt und war beim Lesen ernsthaft erschrocken und entsetzt ob der bizarren Gedankenwelt und der obskuren Einstellungen der Mitglieder.

Alles in allem ist Jon Krakauer ein sehr spannendes Buch gelungen, das fesselt, sich flüssig liest und sehr lehrreich ist. Ich habe durch 'Mord im Auftrag Gottes' sehr viel gelernt, fand den Detailreichtum von Krakauers Schilderungen jedoch bisweilen zu ausufernd und unnötig. Auch hat mir zuweilen der rote Faden gefehlt, und ich empfand das Buch als etwas unstrukturiert.

Mein Resümee:
Sehr empfehlenswert!
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4.0 von 5 Sternen Mord im Namen Gottes, 8. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus (Gebundene Ausgabe)
24. Juli 1984, nachmittags, im amerikanischen Bundesstaat Utah: Ein fundamentalistischer Mormone ersticht zuerst seine einjährige Nichte, kurz darauf auch seine Schwägerin auf bestialische Weise. Im Auftrag seines Gottes, wie er sagt. Jon Krakauer hat diesen Ritualmord zum Anlass genommen, um ein bemerkenswertes, ein erschütterndes Buch zu schreiben: Über das in Amerika stark verbreitete Mormonentum, deren gelebte Vielehe und Blutrache, über deren Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

Herausgekommen sind knapp 450 Seiten, die eine unglaubliche Fülle an Details, an konkreten und abschreckenden Beispielen enthalten. Über eine Religion, die hier in Europa nahezu unbekannt ist, sich aber in den USA immer weiter ausbreitet: Der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, sprich der Mormonen. In Summe auf alle Fälle ein Buch, welches zu lesen lohnt. Und entsprechend zu empfehlen ist.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Etwas einseitig., 10. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus (Gebundene Ausgabe)
Der Verfasser geht von der zweifellos richtigen Beobachtung aus, daß Religion und weltanschauliche Überzeugungen die Menschen nicht nur zu großen Leistungen angespornt haben (wer stand noch nie andächtig in einer großen Kathedrale?); sondern daß die Extreme des Glaubens und des Fanatismus auch die größten Verbrechen und Verbrecher hervorgebracht haben. Wenn er diese Einsicht dann aber belegt und untersucht, so beschränkt sich Krakauer nur auf die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, die Mormonen, und ihre extremen Erscheinungen, die er als logische Folge der Mentalität ansieht, die schon bei ihrem Gründer Joseph Smith ausgeprägt war, insbesondere dem Streben nach polygamen Ehen. Krakauer sieht deshalb die Mormonen als besonders gesellschaftsgefährlich an, zweifelt aber selbst, ob er damit dem außerordentlichen Erfolg und der Tüchtigkeit der Mitglieder dieser Kirche gerecht wird. Was Krakauer nicht leistet, ja in seinem Buch absichtlich verwischt, ist die Grenze zwischen normalem und psychopathischem Verhalten, die jede Gemeinschaft ziehen muß und die auch von den Mormonen gezogen wird. Die psychopathischen Mörder waren schon lange vor ihren Taten aus der Kirche ausgeschlossen worden. Wenn man an den Gulag, das Pol-Pot-System und den Holocaust denkt, dann gibt es dort mehr Beispiele für Menschen, die sich in Zivil als normale Familienmenschen gegeben haben, in staatstragender Uniform aber zum Massenmörder geworden sind, als sich in der Geschichte der Mormonen und ihrer extremen Ableger finden ließen. Abgesehen von dieser konzeptionellen Schwäche hat Krakauer wieder einen echten Krakauer geschrieben: Das Buch liest sich spannend wie ein Kriminalroman. Es ist gut belegt und gut recherchiert. (Bei der Literatur über Polygamie habe ich aber die klassische Monographie von Kimball Young: Isn't one wife enough? New York 1954, vermißt.) Den Angehörigen der betroffenen Kirche dürfte das Buch allerdings wenig gefallen und das aus gutem Grund.
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5.0 von 5 Sternen Autor mit viel Talent !, 19. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus (Gebundene Ausgabe)
Mord im Auftrag Gottes - ein weiteres Buch von JON KRAKAUER
Wer seinen Stil mag, mag alle seine Bücher, wenn das Thema von Interesse ist.
Sein Schreibstil ist so menschlich authent, hautnah und glasklar - immer wieder eine Wonne zu lesen.
Auffallend ist seine Beständigkeit sowohl in einem Werk, als auch durchgehen in allen Werken -
es gibt keine Müdigkeit, keine Variationen - wie mit einer weisen, emotionalen Lupe berichtet er " ohne je zu wackeln"
Sein Buch " In eisigen Höhen" habe ich als einziges Buch in meinem Leben an einem Tag " inhaliert" -
als Nichtbergsteigerin !
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Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus
Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus von Jon Krakauer (Gebundene Ausgabe - 1. November 2003)
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