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37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kulturrevolution in China einmal anders........
Dai Sijie Balzac und die kleine chinesische Schneiderin Piper ISBN 3 492 04289 9 S. 199
Einen hübscheren, poetischeren Roman mit einer so zarten und charmanten Liebeserzählung habe ich lange nicht auf dem Büchermarkt gefunden!
Worum geht es ? Zwei Jungen im Alter von 17 und 18 Jahren werden im Zuge der Umerziehung während der...
Veröffentlicht am 27. September 2001 von cl.borries

versus
9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen netter Urlaubsroman - aber nicht mehr
"Ho-ho, was haben wir denn da?" Der Laoban hielt die Geige senkrecht hoch, um wie ein pingeliger Zollbeamter, der nach Drogen sucht, mißtrauisch durch das Schallloch in den dunklen Resonanzkasten zu spähen. Ich bemerkte drei kirschrote Blutstropfen in seinem linken Auge ..."
Ein autobiografischer Roman aus der Zeit der Kulturrevolution und der Autor weckt...
Veröffentlicht am 18. Juli 2003 von H. P. Roentgen


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37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kulturrevolution in China einmal anders........, 27. September 2001
Dai Sijie Balzac und die kleine chinesische Schneiderin Piper ISBN 3 492 04289 9 S. 199
Einen hübscheren, poetischeren Roman mit einer so zarten und charmanten Liebeserzählung habe ich lange nicht auf dem Büchermarkt gefunden!
Worum geht es ? Zwei Jungen im Alter von 17 und 18 Jahren werden im Zuge der Umerziehung während der Kulturrevolution in China in ein abgelegenes Bergdorf verschickt. Für die Jugendlichen aus gehobenem Bürgermilieu bedeutet das Leben und die Arbeit unter armseligsten Bedingungen, in der denkbar kärglichsten Behausung, einen Schock. Zwar erfahren wir viel über ihr Leben und die schandbaren Zustände, durch die sie in ihre Lage gebracht wurden. Aber weit entfernt davon, als pure Anklage geschrieben zu sein, erleben wir eine Art Schelmenroman mit zarten Liebesfäden, die sich von Lou, einem der Protagonisten, zur Kleinen chinesischen Schneiderin spinnen. Daß die beiden Jungen es verstehen, sich in den Besitz westlicher Literatur von Balzac über Dumas bis Flaubert u.a. zu bringen, rettet ihnen quasi ihr psychisches und mentales Überleben. Sie sind erlebnishungrig und scheuen keine Wagnisse. Auf ihren abenteuerlichen Wegen durch die zerklüftete Bergwelt hören wir die schönsten Geschichten von Tieren, Menschen und Pflanzen. Wir folgen ihnen in ihre Träume, ihre Ängste und die Freuden, die auch das ärmste Leben für den bereit hält , der richtig zu schauen versteht. Zuweilen wechseln Gut und Böse, und wir wissen nicht , befinden wir uns in einem gruseligen Märchen oder kann so die Wirklichkeit sein. Es ist jugendliche Unbefangenheit und Sinn für das Abenteuer, mit der die Geschichte ausgestattet ist. Die Erzählung ist aus einem Guß. Alles ist stimmig und nichts ist überflüssig. Die Sprache ist flüssig und voll schöner Bilder. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen. Claudine Borries
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wunderschöne Menschlichkeit, 1. März 2004
Harte Worte sind schon geschrieben worden über die Unmenschlichkeit und Verbrechen im Zuge der chinesischen Kulturrevolution, aber ob diese das Denken der aussenstehenden Leser der westlichen Welt derart berühren konnten?
Als Kinder gebildeter Eltern müssen zwei junge Männer in ein Umerziehungslager, weit davon entfernt, revolutionäre Gedanken zu hegen. Nicht umerzogen werden können sie jedoch hinsichtlich ihrer Neugierde und dem Drang, ihrem Alltag durch Literatur zu entfliehen. Als sie einen Koffer voller "reaktionärer Literatur" ergattern (wobei jegliche Literaur bereits ansich reaktionär ist!) öffnet ihnen dieser nicht nur die Tür zu neuem Gedankengut, sondern auch zu einer Umerziehung der eigenen Art.
Dieses "Skelett" ist eingebettet in eine Vielzahl Episoden, die mit einer Mischung aus nüchternem Realitätssinn, ironischem Witz und Verträumtheit skizziert werden.
Der Leser kann sich nicht entscheiden, ob diese Geschichte (und das ist sie; erzählt mach allen Regeln der Kunst) eine Liebeserklärung an die Literatur sein soll, die ihn mit jedem Satz, mit jedem Bild, das im Kopf generiert wird dankbarer für seine Freiheit macht, oder ob sie einfach "nur" eine kleine Liebesgeschichte erzählen möchte.
Unerklärlich bleibt, wie der Autor Dai Sijie eine Unzahl grausamster Episoden präzise und ohne Verniedlichung des Leids von Mensch und Tier darstellen kann, aber dennoch beim Leser ein warmes Gefühl hinterlässt.
Diese kleine Geschichte macht aus dem uns aussenstehenden so einheitlich wirkenden Milliardenvolk der Chinesen, das geschunden und instrumentalisiert nichts mehr mit dem Volk zu tun haben scheint, das eine hochkultivierte Zivilisation hervorgebracht hat, ein Volk von Menschen, deren größtes Glück es sein könnte, die Freiheit der Gedanken zu erleben.
Man ist versucht zu sagen, dass das Buch seine Farbe zu wechseln scheint je nach dem Licht in dem man es betrachtet: Lektüre für jeglich Stimmung und Gelegenheit.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Balzac und die kleine chinesische Schneiderin, 11. Januar 2002
Das kleine Buch (200 S) war mir ein seltenes Juwel im Literaturgetümmel. An einem langen Winterabend vor knisterndem Kaminfeuer bin ich in die Geschichte eingetaucht und war verzaubert: von dem fremdländischen Charme, dem Schicksal der von den Maoisten in ein kleines Bergdorf zur Umerziehung verbannten Studenten, der wie mit einer chinesischen Tuschezeichnung gemalten Liebesgeschichte, dem philosophischen Ende...Vielleicht hat es mich besonders berührt, weil ich die 68er Jahre erlebt habe, als Kommilitonen "Mao Mao Mao Tse Tung" skandierend durch die Straßen liefen. Die 68er-Generation hat bei Mao eine neue verheißungsvolle Politik der Gleichheit aller Menschen erhofft. Die chinesische Wirklichkeit sah anders aus und wird in dem kleinen Bändchen so witzig und einfühlsam beschrieben, dass ich begeistert war.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kraftvoll und zärtlich dem Leben zugewandt, 25. März 2002
Das Figaro Magazine hat das Buch mit gutem Grund als die schönste Liebesgeschichte des Jahres bezeichnet. Eine Sogwirkung hat das Buch in seiner ruhigen Wildheit, in seiner Verliebtheit in das Leben, in seiner heimlich gelebten Liebe zur verbotenen Literatur, der Unverletztheit, die diese zwei jungen Freunde in Umerziehungsprogrammen der Kulturrevolution am Ende der Welt in einem winzigen Bergdorf ärmlichst schuftend bewahren. Vor dem Hintergrund der höchsten Form von Freiheitsraub, der Ungewißheit, aufgrund der staatsfeindlichen Gesinnung der Eltern jemals wieder den fensterlosen Wohnschuppen in dieser rauhen Umgebung verlassen zu können, leben sie eine erblühende Liebe zur fernen Welt (mittels verbotener Literatur - Balzac), die sie mit der kleinen Schneidertochter teilen. Unter den Worten Dai Sijies verlieren sich die Spitzen der Mühsal, der Schinderei, alles ist gefärbt von einer zärtlichen und kraftvollen Zuwendung zum Leben, zur Liebe, die dem Augenblick entspringt und diesem keine Zeitlichkeit abverlangt. Der Autor und Filmemacher hat das Buch nicht in seiner Muttersprache geschrieben, man wagt kaum, sich vorzustellen, daß man derart dicht und reich in der Sprache des Wahllandes(frz.) schreiben kann, das man erst mit 30 Jahren betrat. Ungewöhnlich und reich in Inhalt, Form, Aussage, Anliegen.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine homage an die Literatur, das Leben und die Liebe, 18. Januar 2005
Mit trockenem Humor erzählt Dai Sijie in seinem Erstlingswerk eine Wunderolle Geschichte, die Tragik und Absurdität dieser düstern Epoche Chinas entlarvt.
Zur Zeit der chinesischen Kulturevolution werden zwei junge Männer, deren einziges Schandtat darin besteht Söhne gebildeter Bürger zu sein, zur „Umerziehung" in ein primitives Dorf in einer entlegenen Bergregion verbannt. Gemeinsam trotzen die beiden Freunde ihrem tristen Dasein ohne (oder mit verschwindend geringer) Hoffnung auf eine Rückkehr in die Stadt und in die kulturelle Zivilisation. Sei es nun durch das Retten ihrer Geige durch eine List (das spielen des Stückes „Mozart ist mit seinen Gedanken immer beim Großen Vorsitzenden Mao"), „Manipulation" des Dorfvorstehers durch einen beliebig verstellbaren Wecker, die kleine Schneiderin (die von beiden Freunden geliebt wird, jedoch nur die Liebe des einen erwidert) oder letztendlich durch das Lesen von Büchern westlicher Autoren (welche wiederum durch List und Tücke gestohlen worden sind). Balzac, Dumas, Flaubert und Romain Rolland führen die beiden Halbstarken in eine neue Welt, bieten ihnen eine Ausflucht aus der dogmatischen Realität. Die Bücher werden der Mittelpunkt ihres erzwungenen Bauerndaseins, zum Universalmittel um zum Beipiel die kleine Schneiderin zu verführen, Ärzte zu bestechen und vieles Anderes. „Nachdem ich es fertig gelesen hatte, waren weder mein verdammtes Leben, noch meine verdammte Welt wie zuvor", berichtet der peronelle Erzähler.
Dai Sijie erzählt die kuriosen Geschichten und Anekldoten der beiden Protagonisten mit einer Leichtigkeit und feinem Humor, so dass man fast das ganze Buch mit einem Schmunzeln liest. Die an sich dramatischen Ereignisse schildert er mit trockenem Humor und doch mit erschreckender Authenzität (das Buch ist teils autobiographisch). Die Unbeschwertheit Dai Sijies Stil, seine Art die kleinen Dinge zu beschreiben und den Leser in das Buch hineinzuzaubern, so dass er sich etwa der „begehrtesten Schönheit des Phönix des Himmels" (die kleine Schneiderin) mit iherem anfänglich naiven Gebaren inmitten der filigranen Bergwelt direkt gegenüber sieht, zeichnen dieses Buch aus.
„Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" ist eines jener Bücher die man an einem Abend verschlingt und sich am Ende 200 Seiten fragt: Wie? Schon vorbei?
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Poetische Liebesgeschichte bezaubert mit Esprit und Humor, 26. September 2001
Von Ein Kunde
Dai Sijie erzählt in seinem ersten, zum Teil autobiographischen Roman von zwei pfiffigen chinesischen Studenten, die mit der Entdeckung der Liebe zur Literatur und zu einer hübschen jungen Schneiderin ihr Leben gerettet bekommen. Es ist 1971 und die beiden Jungen aus der Stadt, Kinder der intellektuellen Schicht, sind als Teil des "Umerziehungsprogramms" in ein gottverlassenes Bergdorf geschickt worden, wo harte Arbeit und das Mißtrauen der Bewohner ihnen das Leben schwer machen. Doch dann geraten sie mit List an einen Koffer voller Bücher, allerdings verbotener, westlicher Weltliteratur,und sie tauchen ein in die ihnen fremden Welten. Hieraus schöpfen sie nicht nur neue Lebensenergie, sondern bezaubern mit den Geschichten auch die kleine chinesische Schneiderin, mit einem dicken schwarzen Zopf und einem hinreißenden Lächeln ausgestattet, in die sich einer der beiden sofort verliebt.Eine wunderbare Liebesgeschichte, witzig, poetisch und mit einem unerwarteten Schluß! Das Buch streichelt die Seele, bezaubert m it seiner anmutigen Sprache und eignet sich hervorragend als kleine Kostbarkeit für liebe Freunde!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine andere Wirklichkeit ..., 17. September 2003
Von 
pholker (Bochum, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Dai Sijies Roman mutet an wie eine Reise in eine andere Welt. Angesiedelt in einem chinesischen Bergdorf der 70er Jahre, hat man eher das Gefühl, sich im finsteren Mittelalter oder einer bedrückend phantastischen Parallelwelt zu befinden. Für uns westliche Leser ist das Szenario dieser kargen, aber realen Welt unter Mao, in der die Dorfbewohner nicht nur ohne Strom, fließendes Wasser u. a. uns selbstverstänliche Dinge leben, noch nie von einer Violine gehört haben, das Kino in der fernen Stadt wie ein Mysterium aus einer anderen Welt bestaunen, sondern sich darüber hinaus neben der maoistischen Lehre tiefstem Aberglauben hingeben und sich beispielsweise ihre Wehwehchen von den Dorfhexen behandeln lassen, eine Welt, die unserem Verständnis vollkommen fremd ist. Trotzdem erleben wir den Protagonisten als einen Menschen wie dich und mich, bewundern ihn für seine Gelassenheit, mit der er schier Unerträglichem sogar noch einen gewissen Humor abgewinnt.
Die Liebesgeschichte zwischen dem Freund des Protagonisten - seinem Leidensbruder in der aufgezwungenen politischen Umerziehung - und der kleinen Dorfschneiderin nimmt dabei nicht, wie man vielleicht denken mag, den Schwerpunkt des Buches ein. Es ist vielmehr eine Liebeserklärung zum einen an die Literatur, die hier zum großen Schatz des Protagonisten und seines Freundes wird, vor allem aber an das Leben, dem man, mit der richtigen Einstellung, selbst unter schwierigsten Bedingungen noch einen Zauber abgewinnen kann.
Ich habe das Buch mit Genuss gelesen, allein das Ende empfand ich als etwas abrupt und unbefriedigend, was aber sicherlich subjektiv ist. In jedem Fall ein Buch, das sich zu lesen lohnt.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen kraftvolle Zartheit, dem Leben zugewandt, 1. April 2005
Das Figaro Magazine hat das Buch mit gutem Grund als die schönste Liebesgeschichte des Jahres bezeichnet. Eine Sogwirkung hat das Buch in seiner ruhigen Wildheit, in seiner Verliebtheit in das Leben, in seiner heimlich gelebten Liebe zur verbotenen Literatur, der Unverletztheit, die diese zwei jungen Freunde in Umerziehungsprogrammen der Kulturrevolution am Ende der Welt in einem winzigen Bergdorf ärmlichst schuftend bewahren. Vor dem Hintergrund der höchsten Form von Freiheitsraub, der Ungewißheit, aufgrund der staatsfeindlichen Gesinnung der Eltern jemals wieder den fensterlosen Wohnschuppen in dieser rauhen Umgebung verlassen zu können, leben sie eine erblühende Liebe zur fernen Welt (mittels verbotener Literatur - Balzac), die sie mit der kleinen Schneidertochter teilen. Unter den Worten Dai Sijies verlieren sich die Spitzen der Mühsal, der Schinderei, alles ist gefärbt von einer zärtlichen und kraftvollen Zuwendung zum Leben, zur Liebe, die dem Augenblick entspringt und diesem keine Zeitlichkeit abverlangt. Der Autor und Filmemacher hat das Buch nicht in seiner Muttersprache geschrieben, man wagt kaum, sich vorzustellen, daß man derart dicht und reich in der Sprache des Wahllandes(frz.) schreiben kann, das man erst mit 30 Jahren betrat. Ungewöhnlich und reich in Inhalt, Form, Aussage, Anliegen
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kleines, literarisches Juwel aus China, 31. August 2003
Um es direkt vorwegzunehmen, dieses Buch ist nichts für Leser, die große Gefühle suchen. Auch "Action" und geschickt konstruierte Spannungsbögen wird man in diesem kleinem Buch vergeblich suchen. Dafür findet man eine schön geschriebene, poetische Geschichte von zwei jungen Chinesen aus der Großstadt, die zur Umerziehung in ein abgelegenes Dorf geschickt werden. Dort, wo sie es am wenigsten erwarten begegnet ihnen, in Gestalt eines Koffers voller Bücher, die aufregende Welt der (im China der frühen 70iger verbotenen) klassischen, französischen Literatur und ein schönes Mädchen. Aus beiden Begegnungen, der Literatur und dem Mädchen, entwickelt sich eine Liebesgeschichte mit einem doch etwas überraschenden Ausgang.
Auch ohne die Vita des Autoren zu lesen, kommt einem schnell der Verdacht, dass die Handlung einen autobiografischen Charakter hat. Dieser Verdacht bestätigt sich in soweit, als dass der Autor ebenfalls einen Umerziehung "genießen" durfte.
Neben dem Genuß an dieser wunderbar schlicht, mit leiser Ironie und viel Augenzwinkern erzählten Geschichte, erhält der geneigte Leser einen kleinen Eindruck dieses großen heterogenen bei uns weitgehend unbekannten Chinas.
Freunden geradliniger und schlichter Poesie kann ich dieses Buch leichten Herzens empfehlen.
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5.0 von 5 Sternen Wertvoller China-Hintergrund, einfühlsame Geschichte, starke Sprachgewalt, 2. September 2014
China,1971, ein abgelegenes Bergdorf. Dai Sijies Roman „Balzac und die kleine chinesische Kaiserin“ spielt vor der Kulisse des wohl sensibelsten Kapitels der jüngeren chinesischen Geschichte. Zur „kulturellen Umerziehung“ wurden der Protagonist und sein Freund Luo, zwei pfiffige junge Chinesen, hierhergeschickt.

„Ein paar Worte zur Umerziehung“, wird der junge Mann gleich zu Beginn des Werkes los. Zunächst führt er den Leser sachlich in den Hintergrund ein: „Ende 1967 startete Mao, der Große Steuermann, eine Kampagne, die das kommunistische China zutiefst verändern sollte: Die Universitäten wurden geschlossen, und die „Jungen Intellektuellen“, das heißt die Gymnasiasten und die Absolventen höherer Schulen, wurden zur „Umerziehung durch die revolutionären Bauern“ aufs Land geschickt.“

Der Protagonist und sein Freund Luo zählen zu genau diesen Intellektuellen. „Was Mao Zedong mit seiner Entscheidung wirklich bezweckte, war unklar. (…) Wenn uns niemand hörte, diskutierten Luo und ich oft über dieses Thema. Und kamen zu dem Schluss, dass Mao die Intellektuellen hasste.“

Genau diese Diskussionen sind es, die die zwei jungen Erwachsenen im Bergdorf immer stärker verbinden – ebenso wie die Liebe zur bildhübschen kleinen Schneiderin aus dem Nachbardorf. Und die Bücher, die sie eines Tages in einem geheimen Koffer finden. Balzac, Hugo, Gogol, Dostojewski: Sie werden die neuen Helden der pfiffigen Heranwachsenden. „Ich spüre bloß Hass, Hass, Hass gegenüber allen, die uns diese Bücher verboten haben“, sagt Luo, als er den Schatz das erste Mal sieht. Sein Freund zuckt zusammen. „Ein Satz wie dieser konnte uns viele Jahre Gefängnis kosten.“

Trotzdem merken sie, dass sie letztlich nur einen Weg haben, die stumpfe Gleichförmigkeit der Feldarbeit zu überleben: Sie müssen an genau diese verbotenen Bücher der westlichen Literatur kommen.

„Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“, erstmals erschienen 2003, war der erste Roman von Dai Sijie – und gleich ein voller Erfolg, vor allem international. Zwar steht China bei Dai Sijie nicht primär im Vordergrund; in erster Linie geht es vor allem um Freundschaft, Liebe und das Erwachsenwerden – alle Themen verpackt in eine wunderbar gewaltige, teils fast poetische Sprache. Jedoch gelingt es dem Autor durch genau diese Sprache, dem Leser ein eindringliches Gefühl dieses sensiblen Kapitels der Geschichte Chinas näherzubringen. „Jeder Quadratzentimeter unseres Landes stand unter der wachsamen Kontrolle der „Diktatur des Proletariats“, die ganz China überzog wie ein riesiges, perfektes, lückenloses Netz.“

Diese wertvollen Hintergrundinformationen machen „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“ gemeinsam mit der einfühlsam erzählten Geschichte der zwei Freunde und der Sprachgewalt Dai Sijies zu einem absolut empfehlenswerten Werk. Das französische Magazin „Le Figaro“ hat es in seiner Rezension auf den Punkt gebracht: „Wenn Sie nur einen Roman dieses Jahr lesen wollen, lesen Sie diesen, er wiegt hundert andere auf.“

Mehr Rezensionen zu Büchern aus und über China gibt es unter[...] - viel Spaß beim Stöbern und Staunen!
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Balzac und die kleine chinesische Schneiderin
Balzac und die kleine chinesische Schneiderin von Dai Sijie (Gebundene Ausgabe - 2004)
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