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5.0 von 5 Sternen Eine unwahrscheinliche Geschichte..., 20. Juli 2009
Von 
die sich dennoch ereignet hat. Diese Unwahrscheinlichkeit führte dazu, dass sie über Jahrhunderte weitererzählt wurde und bis heute nicht vergessen ist.

Die Geschichte spielt im 16. Jahrhundert in Frankreich. Ihr Kern ist, dass ein Ehemann und Vater seine Familie für Jahre verlässt, dass einer kommt und sich als der Verschwundene ausgibt, mit der Frau zusammenlebt, Kinder mit ihr hat, in die Familie integriert wird und dort eine gute Figur abgibt. Als er vor Gericht erscheinen muss, neigt selbst der Richter dazu, in ihm den Verschwundenen zu sehen. Er spielt seine Rolle dank einem phänomenalen Gedächtnis perfekt. Als der richtige Verschwundene auftaucht, weiss der sogar weniger als der, der nur die Rolle spielt. Trotzdem fliegt sein Betrug auf.

Zemon Davis erzählt uns diese Geschichte als Historikerin. Dazu kommen Kapitel über die nachfolgende Geschichte und über die Perzeption der Geschichte. Weil ein Gerichtsfall eine wichtige Rolle spielt, gibt es Interessantes aus der Juristenwelt zu lesen. Zemon Davis füllt Lücken in der Geschichte und erhellt Festgestelltes, indem sie weiter ausholt und ergänzende Fälle beizieht, die sie in der gleichen oder in späteren Zeiten findet.

Es ist eine interessante Geschichte, die uns Zemon Davis spannend erzählt, gut strukturiert und solid erforscht.
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5.0 von 5 Sternen Die wahrhaftige Geschichte von der Wiederkehr des Martin Guerre [Taschenbuch], 1. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Geschichte des Martin Guerre ist nach wie vor interessant und wird vor allem von der Historikerin Natalie Zemon Damis spannend erzählt.
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5.0 von 5 Sternen Beeindruckender Einblick in die Welt des 16. Jahrhunderts, 16. September 2012
Der Inhalt wurde bereits sehr gut dargestellt, doch es ist nicht nur das. Dieser - historisch sehr gut ausgeführten - Geschichte liegt ein Zauber zu Grunde.

Eine Ehe scheitert, der Mann verschwindet zunächst auf Nimmerwiedersehen. Jahre später nimmt ein Anderer seinen Platz ein. Was veranlasst die nicht ungebildete Bäuerin und Gutsinhaberin, den neuen Martin Guerre als Ihren Mann anzunehmen und mit ihm zu leben? Was sie an ihm findet? Vielleicht die Verwirklichung ihres Traumes, einen Mann mit dem sie in Frieden und Freundschaft zusammen leben kann.

Er hat sich auf seine Rolle gut vorbereitet. Im Dorf wird er zunächst akzeptiert. Zwar sah der neue Martin nicht so aus wie der alte, doch gab es kein Porträt, mit dem man ihn hätte vergleichen können (die individuelle Darstellung in der Porträtmalerei beginnt im 15. Jahrhundert, steht jedoch der normalen Bevölkerung noch nicht zur Verfügung).

Veränderungen des Nachnamens waren nicht völlig unüblich. Bauern zogen in einen anderen Landstrich und passten ihren Namen den dortigen Gewohnheiten an. Auch einen Beinamen konnte man bekommen. Das Zulegen falscher Namen zum Zwecke einer Erbschaft war nicht üblich, kam jedoch von Zeit zu Zeit vor.

Der neue Martin Guerre bringt sich in die Landwirtschaft der Familie ein, zum Nutzen der Eheleute. Doch als er Ansprüche gegen seinen Onkel geltend macht, gar eine Klage einreicht, wendet sich das Blatt gegen ihn. Nun setzen Gerüchte ein. Zudem taucht ein Kamerad des alten Martin auf. Der neue Martin kommt ins Gefängnis, ein Aufsehen erregender Prozess beginnt.

Der Vorgang am Gericht ist ebenso bemerkenswert wie die Geschichte selbst. Der Richter Coras ist selbst eine ambivalente Persönlichkeit. Hoch gelehrt wird er an die Universität berufen, seine Vorlesungen begeistern die Menschen. Innerlich jedoch wendet er sich mehr und mehr den Protestanten zu (eine zu der Zeit in Frankreich nicht ungefährliche Einstellung).

Coras schreibt ein Buch über den Prozess: Der Arrest Memorable ist ein völlig neuartiges Buch, sowohl in seiner Darstellung widersprüchlicher Standpunkte als auch wegen der Mischung literarischer Gattungen. Es ist ein juristisches Buch, das die Arbeit der Staatsanwaltschaft (und damit auch der Todesstrafe) in Frage stellt, ein historischer Rechenschaftsbericht.

Dies ist keine Belletristik. Wen jedoch die gerichtlichen Schilderungen nicht schrecken bekommt hier ein packendes Sozial- und Gerichtsdrama erster Güteklasse (auch die dichte Verfilmungen mit Gerard Depardieu sei an dieser Stelle erwähnt). Gut gelungen - lesen!
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Die wahrhaftige Geschichte von der Wiederkehr des Martin Guerre
Die wahrhaftige Geschichte von der Wiederkehr des Martin Guerre von Natalie Zemon Davis (Gebundene Ausgabe - 1984)
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