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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Durchhalten lohnt sich!
Ich verschlinge historische Romane und hab mich nach einigem Zögern nun auch an dieses Werk getraut. Ich hab eigentlich erwartet, dass der Roman eine gewisse geschichtliche Vorkenntnis erfordert, aber das erwies sich als Irrglaube. Durch Tolstois ausführliche Beschreibungen von z.B. Napoleon oder Kutusow erlangt der Leser nicht nur Kenntnis von den historischen...
Veröffentlicht am 22. September 2004 von The_Cassy

versus
15 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Es nimmt kein Ende...
Das Buch ist zugegeben grandios geschrieben. Anderes wird man von Tolstoi auch nicht erwarten. Aber so schön es mich anfangs auch zu unterhalten vermochte, so schwer fiel es mir, den Wälzer zu Ende zu lesen. Denn im Grunde folgt die ganze Geschichte (zumindest bis zum Mittelteil - weiter bin ich nicht gekommen) einem einfachen hin und her zwischen Krieg und...
Veröffentlicht am 5. Dezember 2007 von Michael Mirwald


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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Durchhalten lohnt sich!, 22. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Krieg und Frieden (Gebundene Ausgabe)
Ich verschlinge historische Romane und hab mich nach einigem Zögern nun auch an dieses Werk getraut. Ich hab eigentlich erwartet, dass der Roman eine gewisse geschichtliche Vorkenntnis erfordert, aber das erwies sich als Irrglaube. Durch Tolstois ausführliche Beschreibungen von z.B. Napoleon oder Kutusow erlangt der Leser nicht nur Kenntnis von den historischen Ereignissen sondern auch von den entsprechenden Hintergründen. Neben diesen geschichtl. Schilderungen bietet dieses Werk eine Vielzahl von unterschiedl Personen, die zwar zunächst etwas verwirren aber ein gelungenes Bild der damaligen Gesellschaft entwerfen. Tolstois Werk fesselt den Leser durch Themen wie Liebe, Leid, Tod und Familie.
Man kann "Krieg und Frieden" eigentlich in 3 Abschnitte teilen. Im 1. Drittel möchte man aufgeben, im 2. Drittel gewöhnt man sich an die Figuren und im 3. Drittel möchte man das buch kaum noch aus der Hand legen.
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55 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Perle der russischen Literatur, 26. September 2005
Von 
Sven Czechmann (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Krieg und Frieden (Gebundene Ausgabe)
Krieg und Frieden war sicher die umfangreichste Literatur, die ich bisher in meinen 31 Lebensjahren genossen habe, jedoch mit Nichten, die langwierigste. Dem Autor gelingt es auf 1600 Seiten in packender Art und Weise, das Denken und Handeln des russischen Volkes zu Zeiten der napoleonischen Kriege in den Jahren 1805 bis 1812 darzustellen.
In künstlerischer Vollendung gelingt es Tolstoi in den kriegerischen und friedlichen Epochen dieser Zeit zu wandeln.
Dabei gibt er uns nicht nur einen genauen Einblick in das durchaus zwiespältige Verhältnis Napoleons zu Russland wie zum Zaren Alexander I, sondern nimmt sich ebenfalls die Zeit, uns gleich noch die Geschichte dreier russischer Großfamilien zu erzählen, deren Leben stark vom Kriege geprägt wird. Geschickt weiß er seinen roten Faden zu spinnen und mit Hilfe seines ach so menschlichen Helden, deren Schicksale miteinander zu verknüpfen. Mit seiner Detailverliebtheit, welche so scheint mir, den großen Literaten dieser Welt durchaus zu Eigen ist, gelingt es ihm, die Motive und Absichten seiner Darsteller zu hinterfragen und für uns als Leser transparent zu machen.
Dank des hilfreichen Personenregisters m Ende des Buches gerät der Leser nie in Verlegenheit, einer gewissen Verwirrung anheim zu fallen, was die Vielzahl seiner Protagonisten betrifft.
Bemerkenswert, wenn auch vielleicht teilweise streitbar, sind seine immer wieder intelligent eingefügten Bemerkungen und Schlussfolgerungen zu den Ursachen der Konfrontationen und deren Folgen auf die weitere Entwicklung Europas in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, sowie dem Handeln einzelner historischer Persönlichkeiten in ihrer Zeit.
Dieses Buch ist sicher nicht für jemanden geeignet, der leichtverdauliche Kost zum Einschlafen sucht, sondern eher für den interessierten Leser, der damit seiner Liebhaberei frönen möchte. Ganz klares Fazit: DAUMEN HOCH!
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu Recht Weltliteratur!, 15. März 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Krieg und Frieden (Gebundene Ausgabe)
Tolstoi gelingt es sehr gut, das beginnende 19. Jahrhundert einzufangen, wie es in Russland wohl wirklich gewesen ist.
Trotz des Umfanges kann man es zügig lesen (ich brauchte etwa 6 Wochen dazu), da es mehrere Geschichten erzählt und die Schicksale der Personen, von denen es erzählt, geschickt miteinander verknüpft. Da Tolstoi nie zu lange, aber immer lange genug bei einer Person verweilt, fügen sich die Einzelschicksale schön aneinander, ohne aus dem Tritt (oder Gedächtnis)zu geraten.
Es wird nie langweilig, da viele liebevolle Details erzählt werden, z.B. die Person des knorrigen alten Fürsten Bolkonskij oder die liebevoll geschilderte Szene, in der der junge Fürst Andrej Natascha kennenlernt, genauso, wie die tragische Figur seiner Schwester, der jungen Fürstin Marja Bolkonskaja per se. Auch der nicht minder tragische Pierre mit seinen immer nur halb ausgeführten Taten bei gleichzeitiger Sehnsucht, ein "ganzer Mann" zu sein, dabei nicht wissend, wie man diesen definiert, gibt dem Buch seinen einzigartigen Reiz.
Das Buch hat eigentlich keine wirklichen Helden, es zeigt, dass Anpassungsfähigkeit an sich dramatisch verändernde Situationen im Leben das eigentliche Heldentum ist, ein Heldentum, das jeder leben kann, auch der Leser.
Es gelingt Tolstoi darüberhinaus, Sympathie für seine Zeit zu entfachen, ohne diese Zeit zu "schminken" oder zu romantisieren.
Das verhindert schon der alte kauzige General Kutusow, der die Erkenntnis über die grausame Realität und Unsinnigkeit des Krieges an sich verkörpert.
Zusammenfassend: Die geschichtlichen Ereignisse um die Zeit des Großen Vaterländischen Krieges (nicht den von Stalin) verwoben mit den fiktiven aber deshalb nicht weniger historisch korrekt gezeichneten Familien Kuragin, Bolkonskij, Besuchow, Drubezkoj Karagin und Rostow aus der Sicht eines Mannes mit russischer Seele.
Man lernt in diesem Buch mehr über den Unsinn von Krieg an sich, als in den besten Geschichtsbüchern.
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48 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk mit minimalen Schwächen, 28. April 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Krieg und Frieden (Gebundene Ausgabe)
Es ist ein Epos. Es ist schwere, anspruchsvolle Literatur. Es ist ein Meisterwerk. Und es ist mein neues Lieblingsbuch.
Krieg und Frieden - das lässt schon auf Inhalt schließen. Wir befinden uns am Beginn des 19.Jahrhunderts, zur Zeit des napoleonischen Frankreichs. Wir befinden uns im Russland unter Zar Alexander I. Wir befinden uns in einer Zeit, die von Intrigen, Bünden, Hoffnungen und Enttäuschungen - und eben von Krieg und Frieden beherrscht wird.

Und eindrucksvoll schildert Tolstoi dieses Auf und Ab, diese antagonistischen Phasen am Schicksal seiner Protagonisten. Die Familien Bolkonskij, Rostow und Pierre, der uneheliche Sohn eines einflussreichen Grafen, bestimmen die Handlung, sind gleichzeitig ihr Opfer und Zeugen der historischen Ereignisse. Liebevoll gestaltet Tolstoi seine Figuren aus - und nicht nur die Hauptcharaktere, sondern auch jeder noch so kleine Charkater, der ins Geschehen eingreift, hat sein Gesicht, seine Mimik und Gestik, seine Eigenarten, seine guten und schlechten Seiten. So verleiht der Autor seinen Figuren eine solche Lebendigkeit, dass man nach Ende des Buches das Gefühl hat, lieben Freunden Adieu zu sagen. Liebe, Hass, Freund- und Feindschaft, Verrat, Lüge, Hoffnung - alle nur möglichen Gefühle und Empfindungen machen unsere Charaktere durch, und das so intensiv, dass dem Leser das Herz schwer wird.

Diese fiktiven Charaktere sind nun den historischen Figuren dieser Zeit beigestellt. Napoleon, Zar Alexander, der Militär Kutusow und all die anderen kleinen oder größeren Rädchen im Räderwerk der Geschichte bekommen Gestalt. Kutusow schläft während einer Besprechung ein, Napoleon quält während der Schlacht von Borodino eine Erkältung, und Zar Alexander fühlt sich von den Ehererbietungen peinlich berührt.

Besonders interessant gestaltet Tolstoi die Schlachtszenene aus - allen voran die drei Schlachten von Schöngraben, Austerlitz und Borodino. So erleben wir die Schlacht meist aus den Blickwinkeln der kleinen Leute, nur selten stellt Tolstoi den Leser an die Seite der "Großen". Für ihn sind auch Menschen wie Napoleon oder Kutusow nicht mehr als Rädchen in der Geschichte. Nicht sie bestimmen die Geschichte, sondern die Geschichte bestimmt sie.

Und vielleicht liegt darin auch der für mich einzige negative Aspekt der Geschichte. Für mich prägen durch aus historische Personen ihre Zeit. Gut, da bin ich mit Tolstoi nicht einer Meinung. Das ganze wäre auch weitgehend unproblematisch, wenn Tolstoi bei alldem noch eine gewisse Neutralität wahren muss. Aber vielleicht ist das von ihm als Russen seiner Zeit auch zuviel verlangt. Dennoch rollte ich ab und an mit den Augen, wenn aus Napoleon nach und nach der Leibhaftige selbst wird, dem nicht die einzige gute Eigenschaft zugeschrieben wird - und im Gegenzug aus Zar Alexander der Erlöser des russischen Volkes wird. Spätestens, wenn die Figur des Pierre Besuchow durch ein Zahlenspiel aus dem Namen "L'empereur Napoleon" die Zahl "666" also die des Teufels, erreichnet, wird das Ganze für mich bizarr und etwas überzogen. man kann über historische Figuren sagen und denken, was man will - aber ihnen alles Menschliche abzusprechen, stößt für mich doch an die Grenze der Geschichtsverfälschung. Wie gesagt, ohne den kleinen Korsen in Schutz nehmen zu wollen - hier wird im mehr Schmutz zugeschoben, als er verdient.

Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt an diesem Werk, denn ansonsten bemüht sich Tolstoi sehr um völkerfreundliche Neutralität. Gerade die einfachen Soldaten scheint er auf allen Seiten sehr ins Herz zu schließen. Sie, die sie nur Teil des Großen Ganzen sind, können nicht anders, als sich dem zu fügen (was er im Übrigen auch von seinen historischen Persönlichkeiten behauptet - fragt sich, ob es damit getan ist, Zar Alexander jegliches Verständnis für den Krieg und Napoleon jegliches militärisches Können abzusprechen) und das größtenteils garnicht wollen. So vergisst Tolstoi (fast) nie, uns den Menschen hinter all dem sehen zu lassen.

Ich lege dieses Buch jedem ans Herz, der sich mit der Zeit Napoleons ein wenig besser auskennt, mehr über sie erfahren möchte und sich nicht vor den 1600 Seiten erschreckt. Liebevoll gezeichnete Charkatere, epischer Erzählstil, der lebendig und anspruchsvoll zugleich ist, eine (fast) fehlerlose historische Darstellung, die das Wissen bereichert und diese aufregende Zeit wieder auferstehen lässt - all das macht Tolstois "Krieg und Frieden" zu meinem persönlichen Highlight. Daher dennoch 5 Sterne!!!
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44 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als ein historischer Roman, 27. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Krieg und Frieden (Gebundene Ausgabe)
Lew Tolstois Werk Krieg und Frieden ist, so sagen Literaturwissenschaftler, kein Roman im üblichen Sinne. Dafür enthalte er zu viel Geschichtsphilosophie und zu viel Militärgeschichte. Dafür fehle ihm ein roter Faden, ein erzählender Charakter, eine stringente Handlung. Seinem Umfang nach (1600 Seiten) wäre er dieser Kategorie aber sicher zuzuordnen. Obwohl das monumentale Werk trotzdem in Vielem einem Roman ähnelt, so ist es doch mehr als ein solcher.
Das Buch ist ein Porträt des russischen Adels am Anfang des 19. Jahrhunderts, genauer gesagt zwischen 1805 und 1820. Vor dem Hintergrund der Napoleonischen Eroberungsfeldzüge, insbesondere seines Einmarsches in Russland im Jahre 1812, beschreibt Tolstoi das Leben einer Reihe von Familien und Einzelpersonen dieser Schicht zwischen ihrem Alltag und den Anforderungen, die dieser Alltag und dieser Krieg, die das Leben selbst an sie stellt. Tolstoi blickt dabei auf die geschichtliche Entwicklung wie auf einen mal schneller, mal langsamer dahinfließenden Strom, in dem hier und da die Köpfe seiner Hauptfiguren auftauchen. Eine Zeitlang verweilt sein Blick bei dem einen, dann wieder schwenkt er zum anderen. Einige versuchen, gegen den Strom zu schwimmen, andere gehen darin auch unter. Einige verliert man aus dem Blickfeld. Dazwischen reflektiert Tolstoi über den Strom, das heißt die Geschichte, als solchen und darüber, wie man ihn beschreiben und interpretieren sollte. Das mag für einen Roman vielleicht untypisch sein, aber es ist sehr reizvoll.
Tolstoi ist ein sehr genauer Beobachter und schildert das Leben der Petersburger Gesellschaft, des Moskauer Adels, des Landadels und der Offiziere detailgetreu und in vielen Facetten. Selbst wenn die Handlung teilweise kaum fortschreitet, ja, wenn eine solche gar nicht zu erkennen ist, so folgt man den Hauptdarstellern doch mit Interesse und Aufmerksamkeit durch ihr Leben. Tolstois Sympathie gilt dabei den Menschen, die sich durch Natürlichkeit, Geradlinigkeit und Menschlichkeit auszeichnen, seine Verachtung und sein Spott gelten den Intriganten, den Karrieristen und denjenigen, die sich andauernd verstellen und die Fahne nach dem Wind hängen. Zur ersten Gruppe gehören auch die so genannten einfachen Menschen, die Bauern. Obgleich ihnen Tolstoi wegen ihrer Einfachheit und Natürlichkeit wesentlich mehr Zuneigung entgegenbringt als dem verdorbenen Adel, so neigt er doch nicht zu einer Idealisierung der Unterschicht. Er geißelt ihre Einfalt, ihre Dummheit und ihren Aberglauben. Und auch die Aufrechten, die der Adelsschicht angehören, sind keine übermenschlichen Heldengestalten. Es sind Menschen, die sich auf ihrer Suche nach Glück oder nach einem anderen Sinn des Lebens fortdauernd irren, die Fehler machen und die Schwächen haben: Ruhmsucht, Eifersucht und Härte gegen diejenigen, die sie am meisten lieben.
Wenn Tolstois Blick von den Einzelpersonen abstrahiert, wenn er über den geschichtlichen Prozess als Ganzen nachdenkt, dann fällt vor allem seine Kritik der zeitgenössischen Historiographie, insbesondere der Militärgeschichtsschreibung ins Auge. Gegen die Fixierung auf die großen Feldherren und Monarchen, insbesondere Napoleon und Alexander I., und auf militärstrategische Überlegungen, setzt er eine Militärgeschichtsschreibung, die den Krieg aus der Sicht der Offiziere und einfachen Soldaten beschreibt. Das ist kein Sandkastenspiel vom Feldherrenhügel aus, sondern eine grausame Schlächterei. Manch eine Schlacht habe sich ganz anders zugetragen, als uns die Geschichtsschreiber weismachen wollen, so Tolstoi. Man könne den Feldzug Napoleons gegen Russland und seinen Rückzug nicht verstehen, wenn man nur die Memoiren der Heeführer zur Erklärung heranziehe. Diese würden sich aus Eitelkeit und Ruhmsucht Entwicklungen anrechnen, die sich auch ohne ihr Handeln eingestellt hätten. Der russische Heeführer Kutusow gilt Tolstoi als einer der wenigen, der erkannt habe, wie wenig sich die geschichtliche Entwicklung von Einzelnen beeinflussen lasse und dessen Kriegführung deshalb einzig und allein auf zwei Prinzipien aufgebaut gewesen sei: Zeit und Geduld. Kutusosow wird damit nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch im Geiste zum Gegenspieler Napoleons, der in seiner Selbstüberschätzung tatsächlich geglaubt habe, die Weltgeschichte zu lenken. Nicht weniger wichtig ist für Tolstoi, dass Kutusow seine Soldaten schont, wo er kann, während Napoleon sie um seines eigenen Ruhmes willen gnadenlos verheizt. Voll Bitternis beklagt Tolstoi deshalb, wie Kutusow nach der Vertreibung Napoleons aus Russland von seinem Amt als Oberkommandierender entfernt wird, während Napoleon trotz seiner zahllosen Verbrechen noch immer als Großer gelte.
Napoleons gibt es jedoch auf russischer Seite genauso, wie auch bei den Österreichern und bei den Deutschen. Tolstois Herz schlägt nicht allein für die Russen, es schlägt für die Menschen, seien sie Russen, Franzosen oder Deutsche. Der Krieg verändert die Menschen nicht, er zwingt sie aber in Situationen, in denen sie sich zwischen Menschlichkeit und Grausamkeit, zwischen dem Guten und dem Bösen, entscheiden mmüssen. Wenn die Vertreibung Napoleons aus Russland und schließlich von der Macht überhaupt auch auf immer ein Verdienst des russischen Volkes bleibe, das diesen Sieg errungen habe, so ändere dies doch nichts daran, dass der Krieg ein unerhört grausames und sinnloses Morden sei, dem viele gute und wertvolle Menschen zum Opfer fielen.
Wer Krieg und Frieden liest, der wird auf unterhaltsame Weise etwas erfahren über den russischen Adel, den Vaterländischen Krieg von 1812 und den Charakter des russischen Volkes, wenn es so etwas geben sollte. Er wird aber auch viel über das Leben als solches erfahren, darüber, wie eng Gut und Böse beieinander liegen und darüber, dass es nicht den einen, einzig richtigen Weg zu einem glücklichen Leben gibt.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 5. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Krieg und Frieden (Gebundene Ausgabe)
"Krieg und Frieden" verdient seinen herausragenden Platz in der Weltliteratur nur zu recht. Wie kein anderer versteht es Tolstoi menschliche Weisheit, tiefe psychologische und religiöse Einsichten und bewegende Menschheitsgeschichte zu einem unterhaltsamen Roman zu verdichten. Man muß allerdings auf die deutsche Übersetzung achten, denn zwischen den einzelnen Ausgaben bestehen große Qualitätsunterschiede. Die Ausgabe des "Bechtermünz-Verlages" sei hier empfohlen. Und wem das Ende nicht gefällt, der sollte sich die "Urfassung" des Werkes zulegen. In dieser überrascht uns ein anderes Happy End.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das grosse russische Epos, 10. März 2004
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Krieg und Frieden (Gebundene Ausgabe)
Auf über 1600 Seiten präsentiert sich Leo Tolstois Kriegsepos, das die Zeit der Napoleonischen Kriege von 1805 bis 1812 aus der Sicht mehrerer russischer Adliger beleuchtet. Die schiere Handlungsmasse, das gewaltige Figurenpersonal und die minutiöse Verarbeitung historischer Fakten machen aus "Krieg und Frieden" den wichtigsten Roman Leo Tolstois und gleichzeitig einen Klassiker, der in der Weltliteratur seinesgleichen sucht. Das Epos ist Historien-, Familien- und Bildungsroman in einem, es lässt neben fiktiven Charakteren berühmte Persönlichkeiten wie Napoleon und Zar Alexander auftreten, und es lässt das Tolstoi'sche Geschichtsverständnis klar erkennen: Der Einzelne hat keine Gewalt über sein Schicksal - Geschichte wird von vielen gemacht. Im steten Wechsel von Krieg und Frieden, Morden und Lieben, Unglück und Freude treibt Tolstoi seine komplizierten Handlungsstränge voran. Auf einzigartige Weise verknüpft der Roman in einer ungeheuren Detailfülle Einzelschicksale mit weltgeschichtlichen Großereignissen, stellt unterschiedliche Weltanschauungen nebeneinander und liefert ein anschauliches Bild der Gesellschaft des zaristischen Russlands zu Beginn des 19. Jahrhunderts.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen fesselnd!!, 11. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Krieg und Frieden (Gebundene Ausgabe)
Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ich diese 1600 Seiten so schnell bewältigt habe! Ein sicheres Zeichen dafür, dass es ein so fesselnder Roman war, der einen so in die Geschichte und Ereignisse des beginnenden 19. Jahrhundert zieht, dass man das Buch trotz seines grossen Umfangs nur ungerne aus der Hand legt.
Aber ich muss selber gestehen, dass ich mehr als ein Jahr gebraucht habe, bis ich mich endlich dazu entschliessen konnte mich an dieses Meisterwerk von Tolstoi zu wagen und kann nun mit grösster Sicherheit sagen, dass ich es jederzeit jedem nur weiterempfehlen kann! Ein fesselndes Stück Literaturgschichte, wo die Schicksale dreier russischer Familien zur Zeiten des Napoleonfeldzuges erzählt werden, mit ihren Leiden, Freuden und Verlusten zu dieser unbeständigten Zeit in Europa.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Epochales Werk, 14. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Krieg und Frieden (Gebundene Ausgabe)
Rezension
Tolstoi
Krieg und Frieden
albatros-verlag

Ich wage hier den Versuch, dieses Epos, dieses Werk zu rezensieren. Es kann nur ein Anriss, ein Appetithappen sein, bestenfalls. Der interessierte Leser sollte sich selbst ein Bild zeichnen.

Meine Begegnung/Annäherung an das Werk Krieg und Frieden verlief in Wellen:

Als erstes sah ich die gleichnamige Verfilmung auf ARTE/ZDF und das Buch war auf meiner Wunschliste. (Die Filmreihe wurde zudem Ende 2010 wiederholt!)

Anfang Januar 2010 begann ich zu lesen, nachdem ich, immer wieder erschüttert von der Mächtigkeit; sprich also der Seitenanzahl des Werkes, einen Anfang nahm. Und heute wurde ich fertig!

Die Verfilmung immer im Hinterkopf, las ich die große Ähnlichkeit. Die erwähnte Verfilmung war dicht dran. Die Gesichter im Buch hatten eines dadurch.

Das Werk beginnt sofort und man befindet sich in bester Gesellschaft. Tolstoi führt einen in die russische Gesellschaft des frühen 19 Jhd. ein.
Er beginnt die Person darzustellen, teils mit ihren Gefühlen und Überlegungen.

Der Ablauf spielt also in den adligen Häusern der Zeit, teils fiktiv, teils real. Prägend und höfisch zu dieser Zeit, die Konversation in französisch. Hier für mich ein Problem, da ich der (französischen) Sprache nicht mächtig bin. Also las ich über die Wörter und Sätze hinweg.
Trotzdem erschloss sich mir der Sinn der Geschichte.

Das Zeitgeschehen ließe sich mit einigen Änderungen durchaus in unsere, ach so moderne Zeit übertragen. Es gibt Passagen im Buch, die mich ernsthaft an den späteren Kommunismus der Sowjetunion erinnern!

Vielleicht ist es nur nicht mehr so en vogue französisch zu parlieren.

Die wichtigsten Charakteren tauchen des öfteren auf, es gibt also Figuren, die in Vordergrund stehen, dabei können es auch Personen sein, die in der Epoche versterben, aber sie bilden den Hauptfaden. Dazu kommen Personen, die eine Schlüsselrolle spielen, zu einem gewissen Zeitpunkt, dann ihren Part erfüllen und im Strudel der Seiten einfach verschwinden.
Es sind verschiedene Stationen, in verschiedenen Zeiten. So kommen auch einfache Leute wie Bauern und gemeine Soldaten zu Wort, die meist für die Hauptpersonen sogar richtungsweisend sind (Platon!).

Es herrschen Intrigen, Freundschaften, Feindschaften vor. Dann herrscht Milde, Religiosität und Stärke.

Neben diversen Fiktionen scheint auch das Reale durch. In Gestalt des Namen Napoleon.
Hier vermischt sich die Fiktion mit dem Realhistorischen.

Nebenbei kommt Tolstoi immer mit Vergleichen, die absolut in sich schlüssig sind (Vergleich einer Situation, eines Tieres mit der Gesamtheit Mensch).

Dabei schlägt er auch gelegentlich in Theorien um. So die Schlacht um Borodino. Zu dieser Schlacht gibt es sogar eine Skizze. Hieraus folgere ich, dass dieses Zeitgeschehen imposant wichtig war. Zum einen für die Menschen der Zeit ein russisches "Verdun".

Die eigentlich Geschichte endet abrupt. Tolstoi schiebt jedoch noch ein Epilog hinterher. So erfährt man den Werdegang von verschiedenen Hauptpersonen bis zu ihrem wirklichen Tod. Hier das Ganze sehr komprimiert, wo vorher fast ganze Kapitel für einen einzigen Gedanken dienten

Technische Daten:

15 Teile

und

1 Epilog = 1599 Seiten

eine Beschreibung der wichtigsten Hauptpersonen
Anmerkungen zu Sachverhalten, Personen
Zeittafel zum Leben Tolstoi
Literaturverzeichnis
Nachwort

1645 Seiten insgesamt

Lange Schrieb, kurzer Sinn:

Es ist ein Werk, was einen Zeitlebens beschäftigen wird. Das Buch ist nicht für heitere kurze Momente, dafür geht es zu tief!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen vielseitig und detailgetreu, 19. November 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Krieg und Frieden (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman, im Vergleich zu dem die Buddenbrooks wie eine Kurzgeschichte wirken, enthält eigentlich Stoff für eine Reihe von Büchern in einem.
Zu Beginn über hunderte von Seiten ausführliche Ausführungen über die vornapoleonische russische Gesellschaft, insbesondere natürlich die adlige (da kannte Tolstoj als Graf sich wohl aus) mit einer Einführung des ca. halben dutzend Personen, die den ganzen Roman tragen, später einen ersten Vorgeschmack auf die napoleonischen Kriege mit der Schlacht von Austerlitz. Daneben enthält die Ausgabe auch detaillierte Analysen der militätischen Pläne der einzelnen Heerführer und Generäle. Nicht umsonst spricht Tolstoj von "unserer" Armee.
Idyllische und eindrucksvolle Militär- und Jagdszenen im winterlichen Russland stehen neben Einblicken in das Leben der Leibeigenen wie auch in die Gepflogenheiten der Freimaurer, denen einer der Protagonisten beitritt.
Nicht zuletzt geht es auch um die Person des Zaren und die Militärpolitik dieser Zeit sowie die Religion, deren Einfluss einige der zentralen Personen des Romans bestimmt.
Später treten immer mehr jedoch einzelne Personen in den Vordergrund, deren Lebensgeschichte und persönliche Entwicklung vom Anfang des Bandes an begleitet wird. Es geht um verunglückte Liebesgeschichten, das Werben von Adligen, Hochzeitszeremonien, eindrucksvolle Sterbeszenen, sodass sich schon in diesem Werk die später vollendete Kunst Tolstojs abzeichnet, der einer der größten Psychologen und Soziologen unter den Schriftstellern war.
Das ganze kulminiert schließlich im großen Brand von Moskau, der schließlich Napoleons Desaster einläutet.
Nicht an allen Stellen wird die spätere Vollkommenheit von Tolstojs Erzählungen erreicht, aber bei einem Werk von 1400 Seiten, an dem Tolstoj 5 Jahre gearbeitet hat, ist das auch kein Wunder. Einzelne Szenen sind immer wieder großartige Literatur.
Die Kernaussage des Buches jedoch, die Tolstoj wohl am Herzen lag, ist eine geschichtskritische. Wie später in der misslungenen Kreuzersonate versucht er auch hier eine geschichtliche Deutung, die philosophischerseits etwas hegelianisch inspiriert sein mag.
Nicht die Heerführer, Fürsten und Kaiser sieht er als ausschlaggebend für diesen bis dahin unerreichten Waffengang und das große Gemetzel, sondern das Schicksal selbst. Immer wieder im Laufe des Romans wird darauf hin gewiesen, dass die einzelnen handelnden Personen im Grunde unbedeutend gewesen seien im Rahmen des zwangsläufigen Fortgangs der Geschichte.
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Krieg und Frieden
Krieg und Frieden von Leo N. Tolstoi (Gebundene Ausgabe - 22. Januar 2002)
Gebraucht & neu ab: EUR 5,31
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