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Dieses, zuerst in Frankreich erschienene Buch DRAMATURGIE EINER LEIDENSCHAFT, von Gerard Mortier, ist nun in Deutschland posthum erschienen. Überraschend schnell ist Gerard Mortier anfang März (2014) gestorben. Mortier hatte stets mit seiner hervorragenden Programmpolitik auf sich, und die von ihm geleiteten Häuser und Festivals, aufmerksam gemacht. In kurzen Kapiteln erzählt hier Mortier präzise von den für ihn entscheidenden Punkten, meist sind es Streitpunkte, bei der Leitung großer Opernhäuser: Spielplangestaltung, Werktreue, Kommunikation und Uraufführungen.

"Heute, wo auch der Großteil der Opernhäuser in Deutschland sich dem italienischen System der semi-stagione angepasst hat, meine ich, dass es notwendig ist, sich auf sehr präzise Ideen zur Programmgestaltung zu konzentrieren.", Seite 41. Wichtig war für Gerard Mortier immer die Oper des 20. Jahrhunderts und die Auftragskompositionen, die er vergab, wenn die Finanzierung sicher war ---- wo immer er hinkam gab es nun Oliver Messiaen, Kaija Saariaho oder Alban Berg. Nicht selten in spektakulären Produktionen; Mortier hatte viele Regisseure in seinem Netzwerk, mit denen er regelmäßig über viele Jahre, Jahrzehnte, arbeitete, besonders häufig mit Peter Sellars, Robert Wilson oder Christoph Marthaler. Und wäre Herbert Wernicke nicht früh gestorben (2002), dann wäre auch er bis zuletzt dabei gewesen.

Vom konservativen Teil des Publikums wurde er häufig angefeindet, vor allem in Salzburg, aber später auch in Paris (La Traviata von Christoph Marthaler!), aber Gerard Mortier ist einer Auseinandersetzung nie aus dem Weg gegangen, und hat stets versucht, auch diese Teile des Publikums mit zu nehmen. Bei neuen Opern, Auftragskompositionen, hatte er die Einführungsvorträge meist selbst gemacht, und wollte seine Begeisterung auf das Publikum übertragen. Nicht selten ist dies gelungen.

"Denn das Theater muss ständig in Bewegung sein, so wie die Welt selbst, deren Abbild und Sprachrohr es ist. Ein Theater, das sich ans Historische heftet, wird zum toten Buchstaben. Theater muss nicht schockieren, aber es muss uns aufrütteln in unseren täglichen Gewohnheiten (...)", Seite 101.

Wer soll nun diese Lücke schließen?

( J. Fromholzer )
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