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am 10. Mai 2010
Gustav Mahler, Wunderkind aus schwierigsten, familiären Verhältnissen, hat die Musik des ausgehenden 19. Und beginnenden 20. Jh. maßgeblich geprägt. Er, der im Alter von 6 Jahren bereits selber Klavierunterricht erteilte, wirkt nicht zuletzt durch seine Opernreform in Wien im Umfeld der Wiener Moderne bis heute in Inszenierung gerade der Opernwelt nach. Erst er legte, neben den gesanglichen Fähigkeiten, einen großen Schwerpunkt auf die darstellerische Kraft der Sänger und Sängerinnen in der Oper und entwickelte zudem in seiner Musikgestaltung einen ganz eigenen, unverwechselbaren Ton.

Prof. Bernd Sponheuer (Universität zu Kiel) und Prof. Wolfram Steinbeck (Musikwissenschaftliches Institut der Universität Köln) legen als Herausgeber zum 150. Geburtstag des Dirigenten und Komponisten auf knapp 500 Seiten eine umfassende und hervorragende Würdigung von Mahlers Werk, dessen Wirkung und Interpretation vor. Dabei werden seine prägenden Lebensstationen gewürdigt und sein Lebenslauf in ausreichender Länge und Tiefe dargestellt.

Gut gelöst ist bereits die übersichtliche Zeittafel zu Gustav Mahlers Leben, die dem Buch vorangestellt ist und einen ausschöpfenden Eindruck der wesentlichen Daten und Geschehnisse vermittelt. Mittelpunkt aber ist, natürlich, das musikalische Wirken und die Werke Mahlers.

Die Einleitung führt sodann in bester Weise an die Prägung Mahlers heran und skizziert seinen künstlerischen Werdegang mitsamt der, von ihm aufgenommener und weiter entwickelter, Einflüsse. Nach einem ebenfalls gut beschreibendem biographischem Kapitel folgt ein erster Höhepunkt. Die Betrachtung der ästhetischen und kompositorischen Aspekte von Mahlers Schaffen bietet auch dem wenig bewanderten Musikliebhaber einen hervorragenden Einblick in den geistigen und musikalischen "Nährboden" der romantischen Epoche des 2. Drittels des 19. Jahrhunderts. Besonders das Kapitel über die Musik der Wiener Moderne in ihrer Dialektik und im Blick auf die Leitgattungen Oper und Symphonie hebt die umwälzenden Veränderungen Mahlers in Komposition und Inszenierung gerade auf dem Hintergrund des prägenden Werkes Wagners deutlich in den Blick.

Im Hauptteil wendet sich das Handbuch dem Gesamtwerk Mahlers zu.

Sowohl die (hauptsächlich Lied-) Werke vor Fertigstellung seiner ersten Symphonie finden hier ihren Platz, wie natürlich auch die 10 Symphonien. Wolfram Steinbeck selbst wendet sich der Tetralogie der ersten vier Symphonien Mahlers zu und legt einsichtig den Zusammenhang zwischen den Symphonien vom "Aufbruch" über "Erlösung" und "Resultat" zum "Abschluss" dar. Wobei jede einzelne Symphonie natürlich in ihrer je eigenen Struktur hervorragend nachvollzogen wird. Von gleicher Qualität stellen sich die weiteren Betrachtungen zu den Symphonien dar.

Abgeschlossen wird die Werkschau durch einen Blick auf Mahlers Tätigkeit als Bearbeiter. Gut gelungen auch die Vertiefung auf seine Reformen der Aufführungspraxis durch einige praktische Beispiele.

Der abschließende Teil wendet sich der Rezeption und Interpretation Mahlers zu. Hier wird die, im Blick auf Mahler, äußerst differenzierte Kritik gesammelt beschrieben, aber auch nachvollzogen, wie sich das Verständnis von Mahlers Musik mehr und mehr steigerte.

Hochspannend für die gegenwärtige Zeit, sich den Einfluss von Gustav Mahler auf die Filmmusik auch unserer Tage noch zu vergegenwärtigen.

Das Buch ist weitestgehend sprachlich eingängig verfasst, bis auf einige wenige Ausnahmen ist auch dem Laien die Werkschau und die umgebenden Einflüsse und Rezeptionen verständlich. Jedem der Kapitel ist ein ausführliches Literaturverzeichnis nachgestellt, dass zur Vertiefung der dargestellten Teilaspekte einlädt. Im Anhang finden sich zudem noch ein Werkverzeichnis, eine kurze Vorstellung der beteiligten Autorinnen und Autoren und ein hervorragendes Namensregister. Diese formalen Aspekte machen das Handbuch leicht zugänglich.

Das Handbuch deckt jeden Bereich von Leben, Werk, Interpretation und Rezeption Gustav Mahlers, seiner Bearbeitungen und Inszenierungen und seiner eigenen Werke in verständlicher und tiefgreifender Form ab. Sowohl zur Vertiefung der Beschäftigung mit Gustav Mahlers Welt, wie auch der ersten Annäherung an diesen Ausnahmemusiker mit seiner transformierenden Kraft im Blick auf das "lange 19.Jh. der Musik" dient das Handbuch gleichermaßen.
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am 6. Juni 2010
Die Jahre 2010 und 2011 sind Gustav Mahler Gedenkjahre. Er lebte von 1860 bis 1911. Dazu kann man es nur begrüßen, dass die Musikwissenschaftler Bernd Sponheuer und Wolfram Steinbeck ein umfangreiches Mahler Handbuch herausgegeben haben.
Schon mit der ausführlichen Zeittafel gleich zu Beginn wird ein Akzent gesetzt. Man kann in drei chronologisch gleichlaufenden Spalten Biografisches, Mahler als Dirigent und als Komponist verfolgen. Bei späteren Essays orientiert man sich gerne daran.
Nach der Einleitung gliedert sich das Werk in die vier Hauptteile Leben / Essays / Werk / Interpretation und Rezeption.
Die Lebensbeschreibung von Jens Malte Fischer ist für Laien und Kenner Mahlers lesenswert. Schon hier werden Schlaglichter auf die für Mahler wichtigen Kontexte geworfen: Antisemitismus, Mahlers Opernreform, die Ehe mit Alma, Mahlers Krankengeschichte und seine Stellung zur Literatur. Vieles davon kann man im Essayteil vertiefen; so im gleich anschließenden "Mahlers geistige Welt" die Wirkungszusammenhänge in Mahlers Leben und Zeit.
Den Hauptteil bildet die Werkschau, die mir viele bisher unbekannte Zusammenhänge erschloß. Auch die Rezeptionsgeschichte, mit ihrer - zunächst jahrzehntelang schwankenden - Einschätzung des Komponisten Mahler, wird schlüssig dargelegt.
Einzig der Interpretationsüberblick könnte ausführlicher sein. So fehlt jeder Hinweis auf die herrausragende Gesamteinspielung der Mahlersymphonien durch Rafael Kubelik und dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Gleich noch eine Frage, die (nach bisheriger Lektüre) unbeantwortet blieb: warum schrieb Mahler kein Instrumentalkonzert, besonders fürs Klavier, das er selbst spielte? Einen Sammelband, der alle Fragen zu Mahler beantwortet, wird man aber redlicherweise nicht erwarten dürfen.
Ich werde dieses gelungene Handbuch noch oft zu Rate ziehen. Gerade für den musikalischen Laien (sicher auch für die Experten) sind alle seine Teile hoch willkommen. Sie sind auch völlig verständlich gehalten, wirkliche Details der Werke kann man sich mit dem Buch erarbeiten oder man beläßt es - wie ich - beim Genuss der Musik, der mit diesem Handbuch durch besseres Verständnis ungemein gesteigert wird.
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