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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als nur Erinnerungen von Zeitzeugen, auch das Leben danach sowie der Umgang mit den Erinnerungen wird teilweise gezeigt., 7. Oktober 2010
Von 
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(TOP 50 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: "Wunden, die nie ganz verheilten": Das Dritte Reich in der Erinnerung von Zeitzeugen (Gebundene Ausgabe)
"Ich will mein Wissen und die menschliche Brutalität, die im Dritten Reich unbeschreibliche Ausmaße angenommen hat, weitergeben. Dies soll eine Mahnung und eine Warnung sein. Es kann wieder passieren", so formuliert es Max Mannheimer.

Dementsprechend gibt es in diesem Buch von Hermann Vinke keine Anklagen. Er schwingt sich auch nicht zum Richter auf, sondern präsentiert die Berichte, das Leben von Zeitzeugen. Fakten, die den Alltag im Dritten Reich zeigen. Darunter sind Zeugen der Macht sowie Zeugen des Widerstands. Bekannte und unbekannte Namen. Natürlich kann eine Auswahl wie diese nie alle Facetten berücksichtigen. Der Leser kann sich jedoch auf Basis der präsentierten Fakten weiter informieren. Die genauen Schwerpunkte des Buches sind über die BLICK-INS-BUCH-Funktion ersichtlicht.

Interessant dabei ist, dass soweit möglich auch gezeigt wird, wie das Leben danach gestaltet wurde. Wie haben die Zeitzeugen ihre Erfahrungen umgesetzt? Zum Beispiel Stéphane Hessel, der Résistancekämpfer, der von der Gestapo gefoltert wurde, er arbeitet an der UN-Menschenrechtscharta* mit, dient der Weltorganisation auf verschiedenen Kontinenten, ein Diplomat, der nicht aufgibt: "Im Scheitern liegt oft eine neue Chance. In Afrika ist es mir oft so ergangen. Auch wenn es nur ganz geringe Fortschritte bei der Lösung eines Problems gab, habe ich mir gesagt: Na ja, es ist wenig, aber ein Anfang ist gemacht. Und beim nächsten Anlauf komme ich weiter."

Oder Margaret Lambert, geborene Bergmann, die als sichere Anwärterin auf eine Goldmedaille im Hochsprung galt, und der in letzter Minute die Starterlaubnis für Olympia 1936 entzogen wurde. Sie emigrierte 1937 in die USA, betritt erst 1999 wieder deutschen Boden. Vergessen kann sie nicht, will aber helfen "über diese schreckliche Zeit aufzuklären." Ihr Rat an die Jugend: Genießt das Positive! Versucht mit dem Negativen zurechtzukommen. Nehmt euch selbst nicht zu ernst. Bemüht euch, das Richtige zu tun, und vergesst nicht, dass Lachen die beste Medizin ist.

Mein Fazit: Eine gelungene Mischung von Lebensläufen. Nicht nur bekannte Namen. Ich habe auch viel Neues gelernt. Sehr gut gefallen hat mir, dass auch das Leben nach dem Dritten Reich aufgezeigt wurde. Wie sind die Menschen mit ihren Erinnerungen umgegangen? Wie haben sie ihr Leben gestaltet?

Ein Buch, dem ich nicht nur jugendliche Leser wünsche.

Eine Auswahl der porträtierten Personen:
Bis zur letzten Stunde: Hitlers Sekretärin erzählt ihr Leben von Traudl Junge
'Ich war die große jüdische Hoffnung': Erinnerungen einer außergewöhnlichen Sportlerin von Margaret Lambert, damals Gretel Bergmann
Sepp Herberger. Ein Leben, eine Legende von Jürgen Leinemann
Das kurze Leben der Sophie Scholl von Hermann Vinke
Cato Bontjes van Beek: 'Ich habe nicht um mein Leben gebettelt' von Hermann Vinke (Widerstand - Die rote Kapelle)
Paulus - Das Trauma von Stalingrad: Eine Biographie von Torsten Diedrich
u.u.u.

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* Nachtrag am 18. Februar 2012: Leider musste ich zwischenzeitlich aufgrund von einer Recherche zu Stéphane Hessels Buch Empört Euch! feststellen, dass die Mitarbeit anhand der Unterlagen auf der UN-Webseite nicht nachprüfbar ist. Die neue Biografie über den französischen Diplomaten von Manfred Flügge habe ich gerade erhalten. Bin schon gespannt, was darin steht ... : Stéphane Hessel - ein glücklicher Rebell.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunden, die nie ganz verheilten...., 13. März 2010
Rezension bezieht sich auf: "Wunden, die nie ganz verheilten": Das Dritte Reich in der Erinnerung von Zeitzeugen (Gebundene Ausgabe)
...ist Titel und Inhalt des Buchs von Hermann Vinke, das am 04.03.2010 im Gropiusbau in Berlin in einer prominent besetzten Veranstaltung vorgestellt wurde. Da meine Freundin Sabine Zürn vom Ravensburger Verlag es lektoriert hat, kam ich als eine der ersten Leser überhaupt in den Genuss dieses Buches. Es hat mich zutiefst beeindruckt und berührt. Es ist ein Buch, das in vielen Biografien und Interviews über die Opfer des Naziregimes berichtet. Zeitzeugen unterschiedlicher Bevölkerungsteile kommen in betroffen machenden und erschreckenden Erzählungen zu Wort.Besonders deutlich wird, dass wir nicht nur ein Volk von Tätern, sondern auch von Opfern sind. Natürlich wird über das Schicksal jüdischer Deutscher erzählt. Aber auch von Sportlern, Flüchtlingen, Kriegskindern, Deserteuren, Teilnehmern der französischen Resistance handelt das Buch unter anderem.
Das Buch ist sozusagen in "letzter Minute" entstanden, da viele Zeitzeugen schon gestorben und die wenigen, die noch leben, wohl leider nicht mehr lange von ihren Erfahrungen und Erinnerungen berichten können. So viel ich weiß, gibt es keine ähnliche Zusammenfassung auf dem Buchmarkt.
In der Jugendbuchabteilung des Verlags herausgegeben, ist es dennoch ein Buch für Jugendliche und Erwachsene. Meiner Meinung nach sollte es in keinem Haushalt fehlen, in dem Kinder und Jugendliche aufwachsen, ebensowenig wie in Schulen. Es fehlt zwar nicht an Deutlichkeit, aber dennoch ist es auch für empfindsame Seelen noch gut zu verkraften.
Dieses wichtige Buch trägt viel zur noch lange nicht aufgearbeiteten Geschichte der Nazidiktatur bei!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 'Und schließlich wollte auch ich weiterleben. Um jeden Preis. So wurde ich ein Überlebender.' (Max Mannheimer), 19. Februar 2012
Von 
sabatayn76 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: "Wunden, die nie ganz verheilten": Das Dritte Reich in der Erinnerung von Zeitzeugen (Gebundene Ausgabe)
Inhalt und meine Meinung:
Nach einem Vorwort von Max Mannheimer bietet Hermann Vinke einen fundierten Überblick über verschiedene Facetten des Nationalsozialismus und lässt zu den jeweiligen Themen stets Zeitzeugen zu Wort kommen. Hier findet der Leser zum Beispiel Informationen über die Olympiade 1936, über Personen aus Hitlers direktem Umfeld (Traudl Junge, Heinrich Hoffmann), über Widerstandskämpfer, über Konzentrations- und Vernichtungslager, über die Wehrmacht sowie über die Befreiung, Flucht und Vertreibung.

Dabei sind alle Beiträge sehr gut verständlich und durch zahlreiche Abbildungen veranschaulicht, so dass man als Leser einen guten Überblick zu verschiedenen Aspekten zum Thema Nationalsozialismus erhält. Dadurch ist das Buch vor allem für junge Leser zu empfehlen, zumal es weder zu detailliert ist noch die Realität verharmlost.

Mein Resümee:
Ein guter Einstieg für junge und für ältere Leser, die sich näher mit dem Dritten Reich beschäftigen wollen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berichte von Zeitzeugen, 10. April 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: "Wunden, die nie ganz verheilten": Das Dritte Reich in der Erinnerung von Zeitzeugen (Gebundene Ausgabe)
Klappentext:
Vergangenheit wird lebendig durch die Berichte von Zeitzeugen. Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Autor Hermann Vinke porträtiert in seinem neuen Buch über das Dritte Reich Verfolgte und Ausgegrenzte, KZ-Überlebende, Soldaten, Widerstandskämpfer und Flüchtlinge. In Interviews und Reportagen lässt er sie selbst zu Wort kommen. Die meisten der Lebensgeschichten sind weitgehend unbekannt geblieben. Diese Erinnerungen dürfen niemals ins Vergessen geraten. Denn nur das Wissen um die schrecklichen Verbrechen der jüngeren Geschichte sichert Wachsamkeit. Die Porträts von Zeitzeugen sollen gerade jungen Leuten vermitteln, was Diktatur und Krieg für den einzelnen Menschen bedeuteten.

Meine Meinung:
In diesem Buch sucht der Autor Hermann Vinke das Gespräch mit verschiedenen Zeitzeugen des dritten Reiches - Sportlern, Widerstandskämpfern, ehemaligen KZ- Häftlingen, Flüchtlingen, Soldaten. Diese Menschen haben eins gemeinsam: Sie überlebten die NS- Zeit und Hitlers Schreckensherrschaft. Doch die Erinnerungen an diese dunkle Zeit sind allgegenwärtig und beeinflussen das Leben dieser Menschen. In "Wunden, die nie ganz verheilten" legen sie Zeugnis ab über ihr Schicksal und stellen so sicher, dass ihre Erinnerungen nicht in Vergessenheit geraten.
Neben Porträts und Interviews mit noch lebenden Zeitzeugen finden wir auch Porträts und Berichte über Menschen, die dem NS - Regime die Stirn boten und dafür mit dem Leben bezahlten, allen voran Sophie Scholl und Cato Bontjes van Beek. Doch auch über Menschen, die Adolf Hitler nahestanden, wie seine Sekretärin Traudl Junge oder seinen Fotograf Heinrich Hoffmann, erhält der Leser Informationen.

"Wunden, die nie ganz verheilten" berichtet über die verschiedensten Menschen, in deren Leben das Nazi - Regime eingriff und es veränderte, wenn nicht sogar zerstörte. Doch man kratzt lediglich an der Oberfläche. Eine intensive Auseinandersetzung findet nicht statt - kann nicht stattfinden, denn jedes einzelne Schicksal könnte wohl allein ein dickes Buch füllen. Als Einstiegslektüre finde ich dieses Buch jedoch toll, da man einen Überblick über verschiedene interessante Persönlichkeiten bekommt und sich dann denjenigen aussuchen kann, dessen Schicksal einen am meisten interessiert, um sich intensiver über ihn zu informieren.

Besonders beeindruckt haben mich die Interviews mit Stephané Hessel und Max Mannheimer. Doch auch der Rest des Buches berührte mich zutiefst. Während des Lesens gab es nur wenige Momente, in denen ich keine Gänsehaut hatte, und meistens waren das die Zeitpunkte, in denen eine andere körperliche Reaktion diese ablöste. An vielen Stellen traten mir die Tränen in die Augen, und bei dem Beitrag zu dem Arzt Dr. Josef Mengele, der als Angehöriger der Waffen-SS im Lager Auschwitz die Häftlinge selektierte und perverse Experimente mit ihnen durchführte, wurde mir richtig schlecht.

"Wunden, die nie ganz verheilten" ist im Bereich der Jugendbücher beim Ravensburger Verlag erschienen. Ich würde es jedoch nur bedingt für Jugendliche empfehlen, da einige Stellen doch sehr hart zu lesen waren. Dennoch halte ich es für einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit. Und vor dem Hintergrund, dass die Menschen, die den zweiten Weltkrieg miterlebt haben mittlerweile mindestens 70 Jahre und älter sind, wird nicht mehr lange die Möglichkeit bestehen, Zeitzeugen zu befragen und ihre Erinnerungen für die Nachwelt festzuhalten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine gute und für Jugendliche verständliche Einführung in die Entstehung und die Funktionsweise des NS-Regimes, 8. Juli 2010
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: "Wunden, die nie ganz verheilten": Das Dritte Reich in der Erinnerung von Zeitzeugen (Gebundene Ausgabe)
Ein Geschichtsbuch wolle er nicht ersetzen mit dem vorliegenden Band, in dem "Das Dritte Reich in der Erinnerung von Zeitzeugen" dokumentiert wird, schreibt Hermann Vinke in seinem Vorwort zu dem für Jugendliche ab 14 Jahre geeigneten Buch "Wunden, die nie ganz verheilten". Es gehe ihm um wertvolle Erinnerungen "von Zeugen des NS-Schreckensregimes, Erinnerungen, die zu kostbar sind, als dass sie dem Vergessen anheimfallen dürfen."

Und so hat er, mit vielen Originalbildern illustriert, nicht nur eine gute und für Jugendliche verständliche Einführung in die Entstehung und die Funktionsweise des NS-Regimes gegeben, sondern über die Schilderung und die Porträts von beteiligten Menschen, etwa Hitlers Leibfotograf, einen Eindruck davon vermittelt, wie die Führer-und Rassenideologie die Köpfe und Herzen der Menschen besetzte und so zu Taten brachte, die man für unvorstellbar hielt.

Aber es gab auch andere Menschen, die Geschwister Scholl etwa und Graf Stauffenberg, die ihr Leben verloren im Widerstand gegen Hitlers Regime. Und es kommen viele Überlebenden zu Wort, Menschen, die den Schrecken der Vernichtungslager erlebten, aber auch bisher wenig bekannte Personen, wie etwa Traudl Junge, die als Hitlers Sekretärin arbeitete und bis zu ihrem Tod 2002 in München als freie Journalistin tätig war. Sie sagt:
"Nach den Enthüllungen über die Verbrechen dieses Mannes werde ich bis zu meiner letzten Stunde mit dem Gefühl der Mitschuld leben."

Von einer ganz anderen Last berichten viele, vor allem jüdische Überlebende der Lager, die ihr ganzes Leben mit der Frage zu kämpfen hatten, wieso gerade sie überlebten. Viele sind daran zerbrochen, andere, wie etwa Max Mannheim, der zu diesem Buch das Vorwort schrieb, war es immerwährender Ansporn aufzuklären.Er schreibt:
"Für mich als Überlebenden hat das Buch etwas Tröstliches. Unsere Erinnerungen, das Zeugnis, das wir ablegen, wird erhalten bleiben. Es lebt weiter und wird - da bin ich ganz zuversichtlich - jüngeren Menschen Anstoß geben zu Mut und Zivilcourage."

Wenn man den inneren Zustand unserer Gesellschaft anschaut, kommt man zu dem Eindruck, dass dies seit Kriegsende noch nie so nötig war in diesen Zeiten, in denen Menschen niedergetreten werden, nur weil sie anders aussehen, falsch gucken oder für Recht und Ordnung eintreten.
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