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Kundenrezensionen

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TOP 1000 REZENSENTam 15. September 2009
Nicht vor dem sechzehnten Jahr sollte Jasna verheiratet werden, das hat Vater der Mutter am Totenbett geschworen. Doch dann kommt Herr Jovan, der eine Braut für seinen Sohn sucht und der Vater verkauft Jasna. Weit weg ist das neue Heim, in das sie ziehen soll, weit weg von der kroatischen Heimat, noch hinter Belgrad. Im Land, das vor kurzem noch Türkenland war. Jetzt herrschen dort die Österreicher.

Vor allem herrscht dort Aberglaube. Vukodlak, der Vampir, Hexen, die blutsaugende Mora; Gestalten, gegen die Dracula geradezu heimelig und harmlos erscheint. Und das Dorf glaubt, dass Herr Jovan ein solcher Vukodlak sei. Der Sohn, der Jasna nicht heiraten will, aber ebenfalls keine Wahl hat, steht auch auf der Liste der Verdächtigen. Und als dann im Dorf seltsame Todesfälle auftreten, als Schafe gerissen werden, die Pferde des Guts blutige Male am Hals tragen, explodiert die Stimmung. Ein Pope soll die Vampire aufspüren und ihrem Treiben ein Ende machen.

Und dann ist da der Holzfäller, einer der fahrenden Leute, der Jasna verfolgt, den sie hasst und der doch eine seltsame Faszination auf sie ausübt.

Nina Blazon hat aus historischen Vorfällen und Aberglaube rund um Vampire eine Hexen- und Vampirgeschichte der ganz eigenen Art gewebt. Historisch genau, mit überraschenden Details und spannend bis zur letzten Seite entstand ein stellenweise gruseliges, aber auch Mut machendes Buch, das Abenteuer und historisches Wissen auf ganz eigene Weise kombiniert.

Wer sich also nicht nur für Bisse am Morgengrauen interessiert, sondern auch dafür, woher dieser ursprünglich stammen und dass es weit mehr als Knoblauch braucht, um sie zu bannen, der wird hier fündig. Wussten sie, wie man ein Messer im Grab befestigt, um zu verhindern, dass der Tote als Vampir wieder aufersteht? Oder was eine Totenbraut ist und warum diese wichtig wird?

(C) Hans Peter Roentgen
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am 17. Februar 2010
...aber trotzdem nett anzuschauen" ist die Geschichte von Jasna, die gegen ihren Willen mit dem Gutsherrensohn Danilo verheiratet wird.
Natürlich leuchtet dem aufmerksamen Leser sehr schnell ein daß sie sich in den Zigeunerjungen Dusan verlieben wird...
Insgesamt ist die Idee mit den Vampiren momentan ja nichts Neues, aber trotzdem schafft es auch Nina Blazon ihrer Gattung von Blutsaugen eine eigene Note zu geben. Diese Rasse" finde ich persönlich zwar ein wenig unspektakulär, aber der Dreh mit dem Volks-Aberglauben und dem aufständischen Bauern-Pöbel bringt ein wenig Pepp in die Story.
Insgesamt ergibt das Dreiecks-Pärchen jeweils eine hübsche Paarung ab. Während man Dusan mit einem Augenzwinkern ins Herz schließt kommt man aber auch nicht umhin den melancholischen, mit der Welt hadernden Danilo noch eines zweiten Blickes zu würdigen.
Ich sage mal das Buch ist nicht schlecht und auch mal wieder was anderes gewesen, aber nicht unbedingt der absolute Hit!
P.S. Die Atmosphäre ist gut gestaltet und der Text läßt sich schön flüssig aufsaugen.
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am 25. Oktober 2009
Grade habe ich die Lektüre von Totenbraut beendet. Ich bin Buchhändlerin und lese dementsprechend viel, Bücher für alle Alters- und Zielgruppen und quer durch jedes Genre. Dieses Jahr war sehr bunt und abwechslungsreich an neuen Büchern und Autoren und es gab von denen, die ich gelesen habe eigentlich kaum Bücher die mir nicht gefallen haben.

An diesem Wochenende kam dann die Totenbraut und ich muss sagen: WOW! Das ist für mich das allerbeste Buch, was ich dieses Jahr gelesen habe . Jasnas Geschichte hat mich gepackt wie selten eine Geschichte zuvor. Die Figuren sind mir vom ersten Kapitel an ans Herz gewachsen, ich habe mit Jasna geweint, gelacht, mich gegruselt und gegrübelt.Sie ist durch ihre schroffe, etwas spröde Art einfach eine wahnsinnig sympathische Heldin. Die Atmosphäre der drei Türme war beklemmend und faszinierend zu gleich, ich konnte das ganze Anwesen vor mir sehen, die Luft riechen, die Tiere hören. Blazons Schreibstil ist einfach einzigartig: poetisch und voller Bilder und dennoch einfach zu lesen.

Herrlich erfrischend auch mal das Thema Vampir von der historischen Seite zu erleben anstatt immer nur die schönen mystischen Superhelden zu zeigen. Die vielen alten Bräuche und Aberglauben mögen für uns heute unverständlich sein, aber die Atmosphäre des Buches gewinnt durch sie ungemein. Schön unverkitscht auch die Liebesgeschichte, die angenehm dezent erzählt wird (und die verbalen Schlagabtausche der beiden Liebenden haben bei all der Düsterniss der Geschichte doch für den ein oder anderen Lacher gesorgt)und sich die Hauptfigur mal nicht in einen schillernden Ritter, sondern in ein richtiges Schlitzohr verliebt. Letzter Pluspunkt auch das (eigentlich offene) Ende: dem Leser bleibt im Prinzip selbst überlassen, ob er an das Übernatürliche oder eine rationale Erklärung für all die Vorfälle glaubt(ich persönlich bin genau wie Jasna selbst hin und hergerissen).

Kurz und knapp: Totenbraut ist für mich DIE Neuerscheinung 2009!
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am 12. August 2010
Südosteuropa 1731: Jasna und ihre Familie werden Mitten in der Nacht von einem fremden Reisenden aus dem Schlaf gerissen. Er sucht Schutz vor dem Gewitter. Jasnas Vater lässt des offensichtlich harmlosen Händler Jovan schließlich ein - doch Jasna merkt sofort, dass Jovan neben den ungarischen Pferden noch etwas ganz anderes mit nach Hause nehmen will: eine Frau für seinen Sohn.

Jasna ist entsetzt als ihr Vater sie für ein paar Goldstücke an den Fremden verschachert. Und kaum ist sie in ihrer neuen Heimat an der Grenze zum Osmanischen Reich angekommen, werden sie und Danilo auch schon verheiratet.

Doch etwas stimmt nicht mit dem verlassen wirkenden Gut, auf dem Jasna nun die Hausherrin spielen muss. Immer mehr festigt sich in ihren Gedanken der Verdacht, dass Jovans verstorbene Frau als Vampir ihr Unwesen treibt. Doch ihr Mann und ihr Schwiegervater schweigen beharrlich.

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Meinung
Nina Blazon kann es wirklich! Dieses Buch ist eine Wucht, hat alles was ein historischer Jugendroman braucht und ist dabei auf eine sehr angenehme Art gruselig zu lesen.

Habt ihr genug von Vampiren? Oder noch nicht? Ganz egal. Denn in Nina Blazons "Totenbraut" hat das Klischee des schönen, blutsaugenden Verführers keinen Platz! Ihre Fassung des Vampirs ist ein auferstandener Toter, der sich Nachts aus seinem Grab erhebt, den kein noch so beherzt gesprochener Bann in seinem Sarg halten kann. Er tötet das Vieh und bringt den Menschen Krankheiten. Diese Fassung des Vampirs hat nichts verweichlichtes, sondern ist streckenweise geradezu angsteinflößend. So, wie ein Vampir eben wirklich sein sollte.

Das alles hat sich die Autorin übrigens nicht aus den Fingern gesaugt, sondern gründlich recherchiert. Der Glaube, oder besser Aberglaube, der in Südosteuropa über viele Jahrhunderte verbreitet war, eignet sich hervorragend für einen gruslig-romantischen Roman, wie er uns hier mit der "Totenbraut" vorgelegt wurde.
Nina Blazon beschreibt diesen Aberglauben und die Gebräuche, die in der Bevölkerung große Verbreitung hatten. Besonders beeindruckt hat mich beispielsweise die Geschichte, die hinter dem Titel des Buches steckt. Zu der Zeit waren die Menschen der Meinung, dass kein Mann unverheiratet beigesetzt werden darf. Starb solch ein Mann, zwang man ein Mädchen aus dem Dorf, ihn am Grab (!!) zum Mann zu nehmen und anschließend einen Monat in Trauer mit der Familie des Bräutigams zu leben. Diese sogenannte Totenbraut durfte erst nach diesem Monat erneut heiraten bzw. ihr Leben wie gewohnt weiterführen.

Zur Handlung kann ich sonst nur sagen: Spannend hoch drei!

Nina Blazons Charaktere sind wie gewohnt von der ersten Seite weg einnehmend und überaus plastisch beschrieben. Mit Jasna habe ich sofort mitgefühlt und -gelitten. Als Leser baut man gerade zu ihr sofort eine Verbindung auf, weil sie in der Ich-Perspektive erzählt. Sie ist auf allen Linien eine wahre Kämpfernatur - nicht um sonst wird sie von ihrer Schwester "Dolchzunge" und von Duschan "Distel" genannt.
Auch Duschan war mir von seinem ersten Satz weg sympathisch. Er verdient sich seinen Lebendunterhalt (unter anderem) als fahrender Holzfäller und ist bald schon der einzige Freund, dem sich Jasna anvertrauen kann. Denn mit ihrem Mann Danilo - der wie Jasna zu der Heirat gezwungen wurde - spricht sie nicht viel und die Leute im Dorf haben Angst vor ihr und ihrem "Teufelsmann".

Die Sprache des Buches ist eingängig, leicht zu lesen, gerade die Dialoge wirken sehr gut durchdacht, kein einziges Wort scheint unnötig. Das alles fügt sich zu einem Roman, bei dem die Seiten nur so an einem vorbeifliegen.

"Totenbraut" war seit Monaten wieder mal ein Buch, bei dem ich das Nachwort fast ebenso verschlungen habe, wie die Geschichte zuvor. Besonders was dort zu einer Krankheit, die Morbus Günther oder auch Porphyrie genannt wird, steht, fand ich außerordentlich interessant. Diese Stoffwechselkrankheit nämlich verleiht dem Kranken tatsächlich das gefürchtete Drakula-Aussehen und zudem eine natürliche Abneigung gegen Knoblauch, der die Krankheit noch verschlimmern würde. Nina Blazon meint hierzu, dass "natürlich reichen Krankheiten alleine nicht aus, um den Vampirglauben zu erklären, aber sie haben ihn zumindest mitgeprägt."
Hach, ich mag es einfach, wenn mystische Dinge auch wissenschaftlich erklärt werden können. :D

Ich habe schon mehrere Bücher von Nina Blazon gelesen und obwohl sie was die Genres ihrer Romane angeht sehr vielseitig ist, muss ich doch sagen, dass mir ihre historischen Romane am liebsten sind! Sowohl "Katharina", als jetzt auch die "Totenbraut" lassen mich geradezu in euphorische Begeisterungsrufe ausbrechen. Zum Glück gibt es da noch einiges, das ich mir zu Gemüte führen kann. ;)

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Bewertung
Großartig! Ich habe kein Wort zu bemängeln. Einfach nur lesen! Endlich ein Buch über Vampire, das keine dieser modernen Vampir-Klischees braucht.
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am 16. Januar 2010
"Totenbraut" von Nina Blazon ist ein wunderschönes Buch. Für mich ist es das Buch des Jahres 2009. Der historische Roman spielt 1731 in Serbien. Allein der Handlungsort verspricht Neues und Ungewohntes.
Jasna (der Name bedeutet "Die Klare") ist ein junges Mädchen, welches von ihrem Vater gegen ihren Willen an einen reichen Gutsherrn verkauft wird. Als zukünftige Braut des Sohnes des Gutsherrn macht sie sich auf in ein ungewisses Schicksal.....

Beeindruckt haben mich der poetische Stil und die wunderschöne Sprache Blazons. Die Sätze formten sich zu Bildern, die erstaunlich realistisch vor meinem inneren Auge erschienen; auffallend, dass es sich durchgängig um düstere, dunkle, graue, nebelumwobene Bilder handelte. Selbst wenn im Roman davon die Rede war, dass die Sonne schien, erschien mir alles durch und durch grau. Ich ertappte mich dabei, dass ich überrascht war, wenn einmal erwähnt wurde, dass die Sonne schien. Erstaunlich, aber ein Beweis für die enorme bildkräftige Erzählweise Nina Blazons, die weit mehr ist als ein bloßes Aufzählen von Äusserlichkeiten. Die Bilder, die vor dem geistigen Auge entstehen, entsprechen zu 100 Prozent der Lebenssituation Jasnas auf dem Gut der Drei Türme. Düster, geheimnisvoll, beängstigend ist das Leben des jungen Mädchens, welches nach und nach dahinter kommt, dass es auf dem Gut nicht mit rechten Dingen zugeht.

Sehr schön ausgearbeitet sind die Chraktere. Besonders Jasna hat mir sehr gut gefallen: sie ist klar und selbstbewusst, intelligent und mutig.
Die witzigen und geistreichen Dialoge zwischen Jasna und dem Holzfäller Dusan waren jedes Mal ein Schmunzeln wert.
Der Roman handelt von Liebe und auch von unerfüllter Liebe. Es geht romantisch zu, aber niemals kitschig.

Faszinierend der Aberglaube und die damit verbundenen Ängste und Bräuche der Menschen im damaligen Serbien.

Frau Blazon gebührt ein großes Lob, dass sie sich einer Thematik angenommen hat, die geschichtlich belegt ist und daraus einen solch faszinierenden und spannenden, mit allerlei überraschenden Wendungen vesehenen Roman, der in einer interessanten Zeit und an einem selten beschriebenen Ort spielt, erschaffen hat.
Danke, Frau Blazon!
Ich werde dieses Buch sicher noch einmal lesen, denn es hat einen besonderen Platz in meinem Lese-Herzen gefunden.
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VINE-PRODUKTTESTERam 9. Dezember 2010
Ein schnelles Abkommen am Tisch, ein paar Münzen die den Besitzer wechseln und schon scheint Jasnas Schicksal besiegelt: das 14-jährige Mädchen wird von ihrem Vater als Braut an einen Unbekannten verkauft.

Ihr bleibt nichts anderes übrig als ihre Schwestern zurück zu lassen und dem Gutsherrn auf seinen Hof im serbischen Grenzgebiet zum Osmanischen Reich zu folgen.
Dort wird sie beinahe sofort nach ihrer Ankunft mit dem Sohn des reichen Geschäftsmannes verheiratet - obwohl sie ihn weder liebt, noch überhaupt kennt.

So ist es nicht verwunderlich, dass das frisch vermählte Paar sich nicht besonders grün ist. Jasna versucht ihrem Eheleben auf dem düsteren Hof zu entkommen indem sie Anschluss im nahe gelegenen Dorf sucht... doch ihre Mühe ist vergebens.
Als Fremde wird sie von den Dorfbewohnern gemieden und als sie um Einlass in die Kirche bittet, verweigert ihr der Priester den Zutritt.
Die abergläubische Gemeinde ist davon überzeugt, dass auf Jasnas neuer Familie ein alter Fluch lastet und ein Vampir dort sein Unwesen treibt.
Als tatsächlich mehrere Menschen im Dorf auf unerklärliche Weise umkommen und sich der Fluch zu bewahrheiten scheint, gerät Jasna selber in ein Netz aus Aberglaube, Angst und Liebe.

Von der ersten Seite an rutscht man als Leser in das Leben der 14-jährigen hinein. Es ist das Jahr 1731 und die Umstände dementsprechend für Frauen nicht besonders einfach.
Nina Blazon zeichnet das Bild einer Familie, die unter der Fuchtel eines gierigen Vaters steht, bei dem die sieben Töchter sich nicht zu helfen wissen.
Für Jasna empfindet man auf diese Weise sofort Sympathie - die Geschichte des Mädchens berührt einen.
Auf dem Gutshof ihres Schwiegervaters leidet man ebenso mit ihr mit. Sie ist auf sich allein gestellt, in der Fremde, zwischen ihr unbekannten Menschen und muss sich an ein völlig neues Leben gewöhnen. Nicht einmal der Priester steht ihr bei, sondern stößt sie mit voller Absicht aus der Gemeinde aus.
Wäre nicht der Holzfäller Duschan, der ebenso frech wie clever immer wieder Jasnas Weg kreuzt, hätte man in der Tat eine sehr deprimierende, einsame Geschichte vor sich liegen.
So aber ist der junge Mann wie ein Rettungsanker, an dem der Leser sich immer wieder gerne orientiert wenn das Leben der 14-jährigen zu furchtbar scheint.

Auch Nina Blazons einzigartiger Schreibst trägt zur Sogwirkung des Buches bei. Eine Mischung aus verträumten Beschreibungen und fundiert recherchiertem Hintergrundwissen lassen die alten Sagen um Vampire und Flüche erst greifbar und glaubwürdig wirken. So versinkt der Leser ganz in den Gedanken und dem Glauben der ländlichen Bevölkerung der damaligen Zeit und kommt nicht immer umhin sich zu fragen, wie viel Wahrheit in den Legenden steckt. Jasna nimmt man ihre Angst vor den Untoten und ihren Zwiespalt gegenüber Verpflichtung und dem Wunsch nach Freiheit auf jeder Seite des Buches ab und fiebert gespannt der Auflösung entgegen.

Mit "Totenbraut" erwarten einen fesselnde Lesestunden die das Leben vor fast 300 Jahren zum Leben erwecken. Selten habe ich einen besseren und mitreißenderen historischen Roman gelesen der von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert und mit einer Sprachgewalt Charaktere zum Leben erweckt, die sich heimlich in das Herz des Lesers schleichen.

Eine Empfehlung also für alle, die sich für den historischen Hintergrund von Legenden in einem düsteren Umfeld begeistern können und eine wunderschön geschriebene Geschichte um Liebe und Glauben, Aberglaube und Grusel zu schätzen wissen.
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am 7. Januar 2010
Bisher war ich von Nina Blazons Romanen nicht sehr begeistert (z.B. Faunblut). Aber die "Totenbraut" ist ein wirklich tolles Buch, besser als ich vermutet hatte! Darum geht's:

Serbien, 1731: Jasna lebt mit ihren sechs Schwestern und ihrem Vater, einem Trinker, in einer Hütte am Rande eines Dorfes in Südeuropa. Ihre Mutter und eine ihrer Schwestern, Nevena, waren beide gestorben, und ihrem Vater kam es also nur Recht, als eines Tages ein reicher Gutsbesitzer namens Jovan auftauchte, um eine seiner Töchter gegen Geld mitzunehmen. Jasna muss sich widerwillig und zutiefst enttäuscht und verletzt von den Launen ihres Vaters (er hatte ihrer Mutter an ihrem Totenbett versprochen, keine der Töchter unter 16 Jahren zu verheiraten) in ihr Schicksal fügen. Denn auf dem Gut Jovan Vukovics muss sie seinen Sohn Danilo heiraten, und auch dieser ist davon nicht sehr begeistert. Jasna lebt nun also mit den Vukovics und der stummen, alten Nema sowie Simeon, einem Freund von Jovan in dem Haus, das nur mit "die drei Türme" umschrieben wird.
Jasna vermisst ihr Zuhause und ihre Schwestern schrecklich, und ist umso erleichtert, dass Danilo sich kaum bei ihr blicken lässt.
Doch schon nach wenigen Tagen häufen sich die Geschehnisse auf dem Gut, und Jasna gerät in einen Strudel aus Vermutungen, falschen Tatsachen und seltsamen Ereignissen. Was hat es mit Marja, der verstorbenen Ehefrau Jovans auf sich? Warum hegen die Dorfbewohner eine so tiefe und scheinbar über die Jahre verwurzelte Feindschaft gegen die Vukovics? Stimmt es etwa, das auf der Familie ein Fluch lastet? Und warum fühlt sich Jasna mehr und mehr zu dem geheimnisvollen Duschan hingezogen, der dich nichts weiter als ein einfacher Holzfäller ist? Oder täuscht sie sich da? Eine Jagd auf die Wahrheit beginnt - und Jasna weiß bald nicht mehr, wem sie trauen kann...

Nina Blazon hat sich mit der Recherche zu diesem Buch wirklich große Mühe gemacht, Erläuterungen zu alten Bräuchen und der damaligen Kultur und dem Glauben sind ausführlich aufgeschrieben worden. Der Leser kann sich die Vergangenheit nahezu bildlich vorstellen, und droht, in ihrer Welt zu versinken - ich konnte die "Totenbraut" kaum aus der Hand legen!

Leider muss ich sagen, dass die Geschichte zum Teil doch sehr konfus gestaltet und beschrieben wurde, denn auf der Suche nach der Wahrheit findet die Heldin Jasna immer wieder Halbwahrheiten heraus, die sich zwei Seiten weiter als - plöpp! - unwahr darstellen und sich viele "Vorkenntnisse" des Lesers ebenfalls in Luft auflösen. Die neu gewonnenen oder zu erhaltenen Tatsachen vermischen sich schnell mit dem "Falschen", und wenn man beim Lesen nicht super genau aufpasst, verstrickt man sich im Kopf - Jasnas "Ermittlungsstandpunkt" hätte oftmals wirklich deutlicher hervorgehoben werden können, und nicht nach dem Motto "Jetzt wurde mir doch vieles klarer..." (Zitat Jasna). Weitere Ausführungen wären wirklich angebracht gewesen! Leider ein kleiner Stern Abzug dafür...

Trotzdem ist die "Totenbraut" ein spannender Roman, den es sich lohnt, zu lesen! Der Mythos Vampir wird neu aufgegriffen, es begegnen einem also keine wunderschönen Wesen wie Edward Cullen - sondern man gerät in den Bann von Wesen, die weitaus tückischer und mystischer sind... Einmal angefangen, kann man das Buch nicht mehr weglegen! Es zieht einen in seinen Bann wie die Legende "Vampir" die Bürger Serbiens im 18. Jahrhundert... Lesen!
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am 15. Dezember 2009
Kurz und knapp: Die 14jährige Jasna wird von ihrem Vater an einen Reisenden verkauft, der sie als Braut für seinen Sohn auf sein Gut mitnimmt, und dort geht es nicht mit rechten Dingen zu..

Ich habe das Buch letztes Wochenende gelesen und konnte es nicht aus der Hand legen. Wer mehr über den Inhalt wissen will, soll sich die Beschreibung und die übrigen Rezensionen bei Amazon ansehen, ich könnte es nicht besser.

Ich fand das Buch spannend und gut geschrieben. Es ist eigentlich kein Buch über Vampire so wie Twilight, wo der Vampir eine der Hauptfiguren ist, sondern ein historischer Roman, der sich intensiv mit dem Glauben und Aberglauben der Leute um 1731 beschäftigt. Als Jetztmensch will man die Vorkommnisse im Buch zuerst alle als Aberglaube abtun, aber die Geschichte wird immer merkwürdiger und bedrohlicher, und irgendwann erwartet man, dass der Vampir wirklich gleich erscheint.

Das Buch hat definitiv so gar nichts mit den schönen, sexy Untoten zu tun, die seit Interview mit einem Vampir und vor allem seit Twilight rumgeistern. Die Vampire, an die die Leute im Buch glauben, sind häßlich, mit spitzen Zähnen und Klauen, und können wohl auch tagsüber als scheinbar normale Menschen unter den Leuten leben.

Mir hat das Buch jedenfalls gefallen, aber es ist keine leichte Kost, die Geschichte ist anfangs sehr undurchsichtig und entwirrt sich erst gegen Ende. Letztendlich ist nicht alles so, wie es am Anfang scheint, und um was es wirklich geht, erfährt man viel später als im neuesten Dan Brown-Buch.

Für 5 Sterne reicht es nicht ganz, aber für solide 4 Sterne allermals.
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am 2. November 2009
Inhalt:
Die 14-jährige Jasna wird von ihrem Vater an den reichen Gutsherr Jovan verkauft und mit dessen Sohn Danilo verheiratet. Jasna fühlt sich auf dem Gut unwohl, weil sie sich beobachtet zu werden
scheint. Seltsame Vorkommnisse häufen sich. Auf dem Weg ins Dorf begegnet Jasna dem spöttischen Duschan, einem Holzfäller. Jasna wird von der Kirche ausgeschlossen, weil die Dorfgemeinde ihre neue Familie unheimlich findet. Während Jasnas Zeit auf dem Gut kommt sie dem schrecklichen geheimmnis ihrer neuen Familie auf die Spur. Als einige Dörfler kurz nacheinander sterben, werden die übrigen völlig hysterisch. Und Jasna weiß nicht mehr, wem sie trauen soll...

Alles in allem fand ich den Roman gut, obwohl ich, ehrlich gesagt, manchmal nicht mitgekommen bin. Nina Blazon hat die Tatsachen ein bisschen ausgeschmückt, was mir ganz gut gefiel. Dieses Buch unterscheidet sich völlig von "Twilight". Ich fand die Bräuche sehr gruselig und diesen unglaublichen Aberglauben. Ich hatte das Buch in 4 Tagen durch, ich konnte nicht aufhören zu lesen. Abzüge gibt es dafür, dass ich das Cover nicht so toll fand, mit Jasna nicht so gut mitfühlen konnte und die Geschichte ein wenig kompliziert war.
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VINE-PRODUKTTESTERam 16. September 2009
Serbien 1731: Aus Geldgier verschachert ihr Vater die junge Jasna an den reichen Kaufmann Jovan, der für die Nacht Unterschlupf im Gasthaus der verarmten Familie gesucht hat. Der Fremde erkauft sich damit eine Braut für seinen Sohn und schleppt Jasna mit sich in sein Dorf in der Nähe des Türkenlandes. Als Jasna ihren neuen, mysteriösen Ehemann kennenlernt, spürt sie von Anfang an instinktiv, dass sie auf der Hut sein muss. Auch das alte Gehöft, in dem Jovans Familie lebt, ist ihr unheimlich. Und tatsächlich scheint auf dem Landsitz etwas vor sich zu gehen, was nicht mit rechten Dingen zu tun hat. Die Dorfbewohner halten sich fern von Jovans Gehöft und auch Jasna wollen sie nicht in ihre Kirchengemeinde aufnehmen. Der Pfarrer weigert sich gar, sie zu trauen. Bald schon wird Jasna klar, dass auch ihre neue Familie Geheimnisse vor ihr hat. Ihr Mann will nicht mit ihr schlafen, die Dienstmagd weigert sich, ihr Zugang zu allen Räumen des Hauses zu geben und Knoblauch scheint verboten. Am unheimlichsten ist jedoch die bleiche Fratze, die Jasna in der Nacht zu sehen glaubt, von der bei Tageslicht aber jede Spur fehlt. Ist die Mutter ihres Ehemanns, die angeblich vor Jahren bei einem Brand ums Leben gekommen ist, gar nicht tot? Oder sucht ihr rachsüchtiger Geist das Anwesen heim?

Obwohl Nina Blazons "Totenbraut" ausdrücklich ein historischer Roman ist, darf er unbedingt auch Phantastik- und vor allem Vampirfans wärmstens empfohlen werden. Tief hat die Autorin für ihren Roman im osteuropäischen Volks- und Aberglauben gegraben, um aus den schillernden Details, auf die sie dabei gestoßen ist, sachkundig eine faszinierende, düstere Geschichte zu spinnen. Dabei limitiert sie sich nicht nur auf die üblichen Schauergeschichten um Vampire, sondern bereichert den Roman auch mit diversen anderen Gruselmotiven, die typisch für den Landstrich sind, in der sie die Geschichte ansiedelt. Überhaupt passt das osteuropäische Setting sehr gut zu der Geschichte und wirkt frisch, da hierzulande noch nicht so oft darauf zurückgegriffen wurde. Wie Jasna, die den unheimlichen Ereignissen tapfer auf den Grund zu gehen versucht, ist sich der Leser schon bald nicht mehr sicher, ob auf Johans verfluchtem Gehöft nicht tatsächlich übernatürliche Kräfte am Werk sind. Die Auflösung - die Wahrheit enthüllt Blazon wie sich das gehört erst kurz vor Schluß in einem spannenden Finale - ist ebenso vielschichtig und überraschend wie simpel. Gerade dadurch erhöht sich die Glaubwürdigkeit des Buches, in dem die Autorin mehrfach geschickt mit den Erwartungen des Lesers spielt.

Nina Blazon punktet aber nicht nur mit ihrer gut durchdachten Geschichte. Auch die Figuren, mit denen sie "Totenbraut" bevölkert, sind ihr glaubhaft gelungen. Vor allem Jasna ist eine starke Figur, die dem Leser schnell ans Herz wächst. Blazon schreibt (erstmals?) in der Ich-Perspektive, wodurch man sich sehr schnell mit der Protagonistin identifiziert. Die Liebesgeschichte, auf die sich Jasna schließlich einlässt, entwickelt sich sehr langsam, nachvollziehbar und herrlich unkitschig. Ein weiteres Mal ist die große Stärke von Nina Blazon jedoch ihr wunderbarer Stil. Ihre Sätze fließen und wirken lebendig. Sie schreibt stilsicher und poetisch, ohne gekünstelt zu sein. Das macht ihr so schnell keiner Nach, da macht das Lesen Spaß.

Das alles - der Plot, die Figuren, das Setting und der grandiose Stil - verbindet sich zu einer unschlagbaren Kombination, die "Totenbraut" zum vielleicht besten Roman macht, den Nina Blazon geschrieben hat. Bisher jedenfalls.
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