Amazon.de: Kundenrezensionen: Lob der Disziplin: Eine Streitschrift

Kundenrezensionen


66 Rezensionen
5 Sterne:
 (32)
4 Sterne:
 (12)
3 Sterne:
 (4)
2 Sterne:
 (5)
1 Sterne:
 (13)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen
› Die hilfreichsten Rezensionen

‹ Zurück | 1 27| Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

 
78 von 94 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Etwas übers Ziel hinausgeschossen, 12. August 2007
Ich bin achtzehn Jahre alt und selbst noch Schüler an einem Gymnasium in Überlingen (wo übrigens Herr Bueb lebt und sich das Salem International College befindet). Ich gehöre somit wohl eher nicht zur anvisierten Leserschaft des Autors, wird mir hier doch vorgehalten, wie schlimm es mit meiner Generation stehe und dass uns nur mit dem, wenn schon nicht physischen so doch ideologischen Rohrstock beizukommen sei.
Ich habe "Lob der Disziplin" aus Interesse gelesen. Der Mangel an Motivation, der schlechte Kurs der Bildung und das Verlachen und die Ablehnung jener, die sich (gegen die allgemeine Praxis) in der Schule einbringen, sind mir persönlich durchaus auch schon aufgefallen. Als Diskussionsbeitrag, was das Buch schon dem Untertitel nach sein will, ist das Werk sicherlich geeignet.
Allerdings schießt Herr Bueb meiner Meinung nach etwas übers Ziel hinaus. Das Gesamtbild, das er von Jugendlichen zeichnet, entspricht kaum der Realität. Er vertritt offenbar die Ansicht, das junge Menschen grundsätzlich nicht wüssten, was gut und richtig für sie sei und nur ihren animalischen Spiel- und Vergnügungstrieben folgen würden und somit die sehr viel reiferen und weiseren Erwachsenen bräuchten, um ihnen, notfalls mir Zwang, den rechten Weg zu weisen. Das Bild vom unmündigen, um seiner selbst willen ständig zu reglementierenden Jugendlichen scheint mir eindeutig zu negativ, zumindest lässt es sich nicht allgemein anwenden. Die Ideen der Abschaffung der Demokratie in der Schülersprecherschaft oder der Rückkehr zu verpflichtenden Gottesdiensten an den Schulen, worin die religiöse Überzeugung des Theologen Bueb zu Tag tritt, halte ich für verfehlt und anachronistisch.
Insgesamt heiße ich das Erscheinen dieses Buches gut, allerdings würde ich dringend davon abraten, es als Bibel der Erziehung heranzuziehen. Die Inhalte sollten nicht unreflektiert akzeptiert sondern hinterfragt werden. Dass dies in der Gesellschaft geschieht, zeigen die zahlreichen Interviews mit Herrn Bueb in Zeitungen und Fernsehen oder das Buch "Vom Missbrauch der Disziplin". Die Diskussion um Bildung, Laisser-faire und Disziplin hat das Buch auf jeden Fall wieder angestoßen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
127 von 157 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine Streitschrift eben..., 31. Dezember 2006

Dieses Buch ist Salz in den Wunden der sog. 68er - wie aus den Negativberwertungen schnell zu erkennen ist. Dieser Generation fällt es eben schwer, die gemachten Fehler in der Erziehung ihrer Kinder einzugestehen.
Der Autor trifft den Nagel allerdings auf den Kopf. Er ist angetreten mit dem Ziel, eine Streitschrift zu veröffentlichen. Und das ist ihm gelungen.
Darüber hinaus sind seine Thesen zu Gesellschaft und Erziehung nachvollziehbar und meistens auch richtig, auch wenn ich dank meiner atheistischen Erziehung die Vorliebe von Bernhard Bueb für eine dem Christentum zugewandte Pädagogik nicht teile.

Was besonders an diesem Buch gefällt, ist das Bueb ohne Umschweife zur Sache kommt und den Nagel immer wieder genau auf den Kopf trifft (bzw. die wunden Punkte seine Kritiker).

Seine Definition vom Freiheitsbegriff öffnet einem die Augen. Und seine Vorgehensweise, um einem Jugendlichen ein höheres Selbstwertgefühl zu vermitteln sollte beispielhaft sein für andere Pädagogen. Eine Leseempfehlung ist dieses Buch in jedem Fall!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
55 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Lesenswerter Denkanstoß, 11. Oktober 2006
Bernard Bueb nennt sein Buch eine Streitschrift, und das trifft den Inhalt sehr gut. Wenn man sich auf das Vorstellen seiner These konzentriert und sich weniger um die Auseinandersetzung mit alternativen Thesen kümmert, dann ist das nicht ausgewogen, sondern Anlass zur Diskussion. Schön, wenn das auch so deklariert wird.

Angenehm ist, dass Bueb im Buch nicht den Eindruck erweckt, er habe das Allheilmittel gegen alle Probleme der Erziehung gefunden (als langjähriger Internatsleiter weiß er, dass es das nicht gibt). Vielmehr sieht er Disziplin als wichtiges Hilfsmittel und erläutert wieso.

Ich habe etliche interessante Gedanken bei ihm gefunden, beispielsweise das Argument, dass Disziplin den Alltag entlastet, weil viele Situationen ohne großes Nachdenken gelöst werden können (z.B. wann bedanke ich mich, wann nicht), oder die These, dass demokratische Mitbestimmung durch die Erzogenen wenig Sinn macht, weil sie die Tragweite ihrer Entscheidung mangels Erfahrung nicht abschätzen können (welches Kleinkind weiß, was Karies tatsächlich bedeutet) und sie häufig für die Konsequenzen moralisch nicht geradestehen müssen (wer klärt schon Lehrstellensuchenden öffentlich darüber auf, dass sie u.U. den gewünschten Ausbildungsplatz nicht verdienen, weil sie sich nie die Mühe gemacht haben, ordentlich rechnen zu lernen - da gibt man doch lieber der Schule die Schuld dafür). Der Zusammenhang zwischen Disziplin und Freiheit ist eine eigene Auseinandersetzung wert. Und nicht zuletzt gibt Bueb eine interessante Erklärung dafür, weshalb Lehrer seit einigen Jahrzehnten immer mehr Erzieheraufgaben leisten müssen, wie diese vielfach beklagen.

Leider werden einige interessanten Aspekte (z.B. dass man als Erziehender selten weiß, ob die einzelne Entscheidung richtig oder falsch war und dies auch nie erfahren wird, deswegen aber trotzdem stets eine klare Stellung beziehen sollte, was wiederum voraussetzt, dass man selbst ausreichend moralisch gefestigt ist) nur kurz angesprochen. Abschließend ist das Kapitel Erziehung mit diesem Buch jedenfalls nicht behandelt.

Der Aufbau des Buches hätte besser sein können; mir fehlte ein wenig der rote Faden, der von einem Kapitel zum nächsten führt, wenngleich die Kapitel in sich jeweils schlüssig sind (die ersten mehr als die letzten).
Gestört hat mich auch, dass die meisten Zitate, die im Buch auftauchen, nicht korrekt wiedergegeben sind (so ein Fontane-Zitat, ein Schiller-Zitat u.a.); ein unnötiger Faux-pas. Und wenn der gläubige Katholik mit ihm durchgeht, kommt auch keine Freude auf.
An manchen Stellen kann der Text leicht missverstanden werden. Wer will, kann Disziplin mit Strammstehen verwechseln und dann erbost gegen das Buch wettern. Und wenn Bueb schreibt, Kinder hätten keinen Verstand, weiß ich als Vater zwar, was er eigentlich meint, ahne aber als Leser, dass die Gegner des verantwortungsvollen Erziehens sich ein Fest daraus machen werden, diese Stellen zu zitieren.

Bueb spricht sich klar gegen körperliche Züchtigung und für Respekt gegenüber den Erzogenen aus (er spricht von "Liebe" in einer religiös verwendeten Prägung, was heutzutage leicht zu Missverständnissen führt), womit man sich auf seine Thesen getrost einlassen kann, weil in jedem Fall die Grundpfeiler einer modernen Erziehung gewährleistet sind. Bueb will nicht zurück zur guten alten Zeit, er will nur ihre Hilfsmittel nutzen, sofern sie gut sind. Das macht Sinn.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
64 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Dies ist auf keinen Fall eine Bibel der Erziehung, 24. Dezember 2006
Nach der Lektüre eines Probekapitels (des Zweiten im Buch) habe ich dieses Buch gekauft und zusammen mit meiner Frau gelesen. Wer außer Herrn Bueb hat schon über 30 Jahre Erfahrung mit der Erziehung von Kindern? Das schien mir Interessant genug, um ein paar Stunden zu investieren.

Zweifellos sind einige gute Denkansätze in dem Buch enthalten: Eine gute Definition von Freiheit und eine Überzeugende Erklärung, weshalb zu Ihrem Erreichen Disziplin unablässig ist zum Beispiel. Auch die Erklärung, weshalb es Situationen gibt, in denen man nicht diskutieren darf sondern autoritär sein sollte (und somit Disziplin einfordert), ist überzeugend und wir haben sie bereits erfolgreich in die Tat umgesetzt.

Mit fortschreitender Lektüre begannen wir allerdings eine differenziertere Sicht zu vermissen. Herr Bueb versucht offenbar, das gesamte Übel dieser Welt mit dem Mangel an Disziplin und der laschen Erziehung der 68er ff zu erklären. Das Heilmittel dagegen ist ja so simpel - Strammstehen und Gehorchen.

Vollends lächerlich wird er, wenn er Fernsehen, Computerspiele, Alkohol, Haschisch, Nikotin und die "passive Art, Musik zu konsumieren" als eine unausweichliche Folge betrachtet. Beginne mit einem und das Andere kommt unabwendbar. Buebs Lösung, ein mehr oder minder totales Verbot, wird kaum ein Kind in die Lage versetzen, mit diesen, in unserer Gesellschaft allgegenwärtigen Dingen (Haschisch ausgenommen) richtig umzugehen.

Alles in Allem konnten wir uns des Eindrucks nicht erwehren, daß die Ideen Herrn Buebs eher dazu dienen, ein Internat mit 500 (oder mehr) widerspenstigen Schülern zu organisieren, als das zu tun, was wir Eltern wollen: unseren Kindern, und zwar jedem Einzelnen, eine möglichst gute Entwicklung zu ermöglichen. Ihre Bildung und Ihre Chancen zu entwickeln, in dieser Welt zu Ihrer und unser aller Zufriedenheit leben zu können. Nirgendwo lese ich in dem Buch von Herr Bueb darüber etwas.

Förderung der Kreativität zum Beispiel spielt hier keine Rolle. Stattdessen schwärmt Herr Bueb über die Nutzung des Spieltriebes und der Teambildung als soziale Tugenden, um Menschen "für Extremsituationen zu qualifizieren, wie sie der Krieg mit sich bringt". Wir waren entsetzt, als wir das lasen.

Unsere Gesellschaft braucht selbständig denkende, hoch ausgebildetete Menschen, die kreativ sowie erfindungsreich sind und querdenken können. Das Einüben und disziplinierte Wiederholen von Bekanntem wird uns in den ökonomischen und gesellschaftlichen Ruin führen. Disziplin, Gehorsam und bedingungsloses Unterwerfen unter eine Autorität ist meines Erachtens ein vollkommen untauglicher Weg, um unsere Kinder so zu erziehen, daß sie in unsererm globalisierten Leben bestehen können.

In diesem Buch wird Disziplin zu einer Maxime, der alles andere unterzuordnen ist. Mein Resümee? Problem nicht erkannt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
40 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das hat einmal gesagt werden müssen, 7. Oktober 2007
Von Thomas Reuter (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Unerhört! Da nimmt jemand das Wort 'Disziplin' in den Mund und meint es nicht negativ. Im Gegenteil. Es geht ihm um die Rehabilitierung des Begriffs. Disziplin als etwas Gutes! Hat man so etwas schon gehört?
In Deutschland jedenfalls schon lange nicht mehr - denn hierzulande hängt der Disziplin etwas Ruchhaftes an: der lange und schlechte Atem des Nationalsozialismus. Wer Disziplin als etwas Positives betrachtet, wer es gar als eine Tugend beschreibt, bricht ein Tabu. Wohl wissend um diesen Zusammenhang versieht Bernahrdt Bueb seinen Essay "Lob der Disziplin" mit dem Zusatz "Eine Streitschrift". Wir können Herrn Bueb dankbar sein, dass er dieses Tabu gebrochen hat und endlich einmal Wahrheiten ausspricht, die in anderen Ländern Selbstverständlichkeiten sind, die bei uns aber fast reflexartig Empörung hervorrufen.
Was sind die unerhörten und unerhört einfachen Thesen Buebs?
Die zunächst überraschende, aber freilich seit Urzeiten bekannte Wahrheit, die Bueb beschreibt, ist der Zusammenhang von Disziplin und Freiheit. Freiheit erhält der Mensch nur über den Weg des Zwangsapparats der Disziplin, die zunächst eine von außen gesetzte, später eine verinnerlichte Selbstdisziplin ist. Nur wem es gelingt, in einem langwierigen Prozess seine Wünsche, Bedürfnisse und Fähigkeiten zu kanalisieren und zu gestalten, ist in der Lage, auch freien Gebrauch hiervon zu machen. Diesen Prozess nennt man Erziehung und er geht nicht ohne Kämpfe und Konflikte ab.
Freiheit hingegen, die einfach voraussetzungslos gewährt wird, mündet in Barbarei. Heutzutage sind nach Bueb immer mehr Familien von den Problemen dieser schlechten Freiheit betroffen, weil wir kein rechtes Verhältnis mehr zu Autoritäten haben.
Dies ist ein weiteres typisch deutsches Problem, ein weiteres Tabu: Autorität ist hierzulande per se schlecht, denn von ihr geht Macht aus und diese steht in der nachkriegsdeutschen Mentalität immer schon auf der falschen Seite. Warum eigentlich? Als ob eine Gesellschaftsform, in der alle Macht nivelliert ist, sich überhaupt denken ließe. Hier grenzt die Aufarbeitung der deutschen Katastrophe an grenzenloser Naivität. Im Ausland verstünde man noch nicht einmal, worin überhaupt das Problem besteht.
Ohne ein Verständnis davon aber, wer im Verhältnis zwischen Eltern und Kindern in letzter Konsequenz das Sagen hat, braucht man sich mit Erziehungsfragen erst gar nicht zu beschäftigen. Wir brauchen aber wieder den "Mut zur Erziehung", wie Bueb schreibt: Eltern müssen ihre Rolle annehmen und dürfen sich nicht aus ihrer Verantwortung stehlen. Das ist nicht leicht. Hierzu bedarf es vor allem auch eigener Disziplin. Insofern kann der Erziehungsprozess auch ein beidseitiger sein.
In Buebs Buch "Lob der Disziplin" stehen sehr viele wahre Sätze. Freilich schießt der Autor, der über 30 Jahre lang das Internat Schloss Salem geleitet hat und folglich eine Art beruflicher Deformation mitbringt, an manchen Stellen über sein Ziel hinaus. Für den einen von uns früher, für den anderen von uns später. Wer aber den Grundthesen dieses Buches widerspricht, kann nicht ganz bei Sinnen sein oder ist in unserem bundesrepublikanischen Bewusstseinsmilieu dermaßen durchideologisiert worden, dass er in einem X immer nur ein U sieht.

Thomas Reuter
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
35 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wir müssen uns ernsthaft über Erziehung Gedanken machen, 28. September 2006
Ein Muss für jeden Erzieher!
Als angehende Lehrerin habe ich im Rahmen meiner Prüfungen Herr Buebs Buch gelesen und war sehr begeistert!
Herr Bueb scheut sich nicht, die Resultate mangelhafter Erziehung, wie wir sie heutzutage alltäglich sehen - auf der Straße, in der Familie oder der Schule - beim Namen zu nennen und daran Kritik zu üben. Ob Unhöflichkeit, Rücksichtslosigkeit, Abhängigkeit vom Konsum und fragwürdigen Vorbildern - alle diese Dinge stoßen bereits mir unangenhem auf und bereiten mir Sorgen, obwohl ich nur eine halbe Generation von unseren Jugendlichen entfernt bin. Bei der Erziehung geht es um unser aller Zukunft und wir sind an einen Punkt gekommen, an dem wir uns wirklich ernsthaft Gedanken über die Erziehung von Kindern und Jugendlichen und ihre Folgen machen sollten!
Ein bisschen Bauchschmerzen bekommt man allerdings bei Herrn Buebs Verallgemeinerungen seiner Beobachtungen und sicherlich ist nicht alles so schwarz wie er es zeichnet. Aber meiner Meinung nach ist es höchste Zeit für einen Umbruch und vielleicht werden nun endlich die Personen wachgerüttelt, die in der Verantwortung stehen, Kinder/ Jugendliche zu erziehen (und das sind vor allem die Eltern und erst in zweiter Instanz die Lehrer!), und entscheiden sich für einen klaren und erfolgreichen Weg in der Erziehung und schlussendlich auch im eigenen Leben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
22 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Beim Argumentieren Punkte verschenkt, 24. März 2008
Von Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Das Medienecho auf diese Streitschrift hielt mich bisher von einer Lektüre ab. Eine Kollegenempfehlung konnte mich schliesslich doch noch dazu bewegen. Denn mein Vorleser war der Ansicht, mein Interesse für Rituale könne den kleinen Aufwand lohnen. Und auch wenn von Ritualen weniger die Rede war, als ich mir wünschte, bereute ich die Zeitinvestition nicht. Viel Neues erfuhr ich zwar nicht. Aber wenn Altes zu wenig Beachtung findet, muss man ihm eben durch Wiederholungen zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen. Über den Inhalt ist von den vielen Rezensenten schon alles gesagt worden. Deshalb beschränke ich meinen Kommentar auf wenige Zeilen.

Bernhard Bueb schreibt einerseits eine Streitschrift, andererseits jedoch eine Werbebroschüre für sein Internat. Das führt zu einem Spagat, der nicht nur in der Leistengegend Schmerzen verursacht, sondern an vielen Stellen auch im Kopf weh tut. Obwohl ich bekennender Harry-Potter Fan bin, halte ich Buebs Vergleiche mit englischen Internaten nicht immer für geglückt. Aber darüber las ich leichter hinweg als über Verweise auf die gute alte Zeit. Wenn ich zum Beispiel lese: "Man erinnere sich an die eleganten Formen der Liebeswerbung vom Minnesang bis zum Biedermeier", so kommen mir Geschichts- und Deutschlehrer in den Sinn, deren Unterricht ich eine Zumutung fand. Bernhard Bueb hat Begriffe medial ins Spiel gebracht, die mir ebenfalls wichtig sind. Aber ich finde es schade, dass er es seinen Gegnern so leicht macht, die Streitschrift in der Luft zu zerpflücken. Es gäbe zum Beispiel auch die Möglichkeit, mit Zeugenaussagen oder neurowissenschaftlichen Argumenten zu kämpfen statt alte Helden aus dem Mittelalter und dem Bildungsbürgertum zu reanimieren.

Mein Fazit: Ich finde es gut, dass der Autor diese Streitschrift verfasste. Denn es gibt gute Gründe, sich mit den Begriffen Ordnung und Disziplin neu auseinanderzusetzen. Weniger gut finde ich, wie Bernhard Bueb argumentiert, wenn ihm die Beispiele allein nicht ausreichen. Denn auf die gute alte Zeit sind genau die allergisch, die am ehesten zuhören sollten. Bei Streitschriften halte ich mich mit Bewertungsabzügen zurück. Also vier Sterne.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
30 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ohne Disziplin keine Freiheit!, 4. Oktober 2006
"Wir müssen wieder zu der alten Wahrheit zurückkehren, dass nur der den Weg zur Freiheit erfolgreich beschreitet, der bereit ist, sich unterzuordnen, Verzicht zu üben und allmählich zu Selbstdisziplin und zu sich selbst zu finden" (40).

Bernhard Bueb, langjähriger Leiter des Elite-Internats Salem am Bodensee, wirbt für eine Rückkehr der Disziplin in der Erziehung der heranwachsenden Generation. Disziplin und Liebe sind für ihn keine Gegensätze, sondern bedingen sich gegenseitig. Nur wer Kinder liebe, könne von ihnen auch Disziplin einverlangen. Der Irrtum der 68er-Generation bestehe nach Bueb darin, Disziplin als Unterdrückung zu verstehen. Diese Einstellung hätte zu vielfacher Verwahrlosung der Kinder geführt. "Mut zur Erziehung heißt Mut zur Disziplin" (17), folgert er.

Überzeugend legt der Autor dar, dass Kinder und Jugendliche auf der Suche nach Vorbildern sind, die stark, selbstbewusst und somit in der Lage sind Disziplin einzufordern. Zu früh auf sich allein gestellt, wären die Jugendlichen nicht mehr in der Lage, den vielen Verlockungen der Konsumgesellschaft zu widerstehen. Freiheit sei eben nichts urwüchsiges, sondern müsse vielmehr unter Anleitung gelernt werden. Nur durch Disziplin und, daraus resultierend, Selbstdisziplin, würde Freiheit nicht zur Verwahrlosung führen.

Im Grunde stimme ich mit Buebs Argumentation überein. Doch manchmal überrascht mich seine offensichtliche Naivität, die wohl darauf zurückzuführen ist, dass er 30 Jahre lang an einem Elite-Internat gearbeitet hat. Alkohol und Haschisch scheinen für Bueb das größte anzunehmende Übel zu sein. Im Zeitalter von "happy slapping" und anderer Gewaltexzesse wirken die von Bueb angeführten Missstände jedoch eher harmlos. Auch versteigt sich der ehemalige Student der katholischen Theologie zu einigen Bemerkungen wie: "Nur der Protestantismus ist etwas ausgeschert, weil die äußere Form als hohl gilt, wenn das Herz nicht mitspricht" (101). Solche Sätze hätte er sich getrost für die Morgenandacht sparen können. Dennoch bleibt "Lob der Disziplin" ein wichtiger Beitrag im Zeitalter von SHELL und PISA.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
33 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Fernseher aus und Buch durcharbeiten!, 24. September 2006
Demokratie ist sicher wünschenswert, nur hat sie nichts an Schulen zu suchen. Das Recht auf Selbstbestimmung, Bueb setzt es gleich mit "Freiheit", muß man sich verdienen in Siegen und in Niederlagen. Unter "Freiheit" versteht er alles andere als ausgerechnet Zügellosigkeit, Ungebundenheit, Beliebigkeit. Disziplin ist ihm wichtigste Sekundärtugend, zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Die Disziplin der Heranwachsenden als Weg zur Selbstdisziplin der Mündigen. Ein Erwachsener, der für jeden Arbeitsschritt erneut motiviert werden muß, ist der Albtraum jedes Arbeitgebers. Für Bueb sind solche Zeitgenossen Ergebnis einer 40 Jahre währenden "Kuschelpädagogik", einer psychologisierenden und pentrant verständnisvollen Erziehung - oder besser: Nicht-Erziehung. Damit steht Buebs Werk in einer Reihe mit Spenglers "Preußentum und Sozialismus" und der Reformpädagogik (Nohl/Pallat, Handbuch der Pädagogik) der Weimarer Republik. Man kann ihm nur wünschen, daß es seine Wirkung umfassender entfaltet als diese. Wie zu erwarten bietet Bueb den Stoff klar gegliedert dar, er redet straff und ohne geschwätzig zu werden, und das Buch ist sprachlich vorzüglich.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
35 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Auf den Punkt gebracht!, 23. September 2006
Von Kissel (Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Es ist das Buch zum Tabu-Thema! Was vielen, die mit Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu tun haben, seit langem intuitiv klar ist, Bernhard Bueb bringt es auf den Punkt: Der Bildungsnotstand in Deutschland ist die Folge eines Erziehungsnotstandes!

Ein Aufschreimöge durch die Reihen der Spaß- und Kuschelpädagogen gehen!
Bueb hat den Mut, unverblümt über die Notwendigkeit von Disziplin, Autorität und Konsequenz zu reden. Und er nennt Liebe, Fürsorge und Verantwortung als Grundlage alle Erziehung. Nur vernebelte Ideologen wittern da rechtes Gedankengut, zumal sich Bueb unmissverständlich von allem distanziert, was in NS- und DDR-Zeiten verabsolutiert wurde.

Familie, Schule und Gesellschaft und vor allem das Kind als Sozialwesen stellt er in den Blickpunkt seiner Thesen.
Sein Credo lautet: Der junge Mensch hat ein Recht auf Führung; über Regelübertretungen wird nicht diskutiert; aus Erziehungsmacht wird Autorität durch die Liebe zum Kind; aus Disziplin erwächst Selbstdisziplin als Basis für echte Freiheit.

"Lob der Disziplin" ist kein systematisches Lehrbuch, kein durchgestyltes Produkt eines Vielschreibers, sondern ein autentischer Erfahrungsbericht eines hochqualifizierten und erfolgreichen Praktikers, ein Leitfaden. Viele Sätze aus diesem kleinen (knapp 180 Seiten) aber inhaltsreichen Buch möchte man sich am liebsten einrahmen!

Was ich mir gewünscht hätte, wäre die weniger idealisierende Beschreibung angelsächsischer Internate. Aber bezogen auf das Thema des Buches mag ja vieles davon zutreffen.

Ich bin jedenfalls froh, dieses Buch gelesen zu haben. Mir macht diese "Steitschrift" Mut, in meiner täglichen Arbeit als Lehrer und Erzieher - und auch als Vater.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 27| Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
 

Dieses Produkt

Lob der Disziplin: Eine Streitschrift
Lob der Disziplin: Eine Streitschrift von Bernhard Bueb (Gebundene Ausgabe - 1. September 2006)
EUR 18,00
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Vom Missbrauch der Disziplin: Die Antwort der Wissenschaft auf Bernhard Bueb
Vom Missbrauch der Disziplin: Die Antwort der Wissenschaft auf Bernhard Bueb von Micha Brumlik (Broschiert - 10. September 2007)
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7)   
Neu kaufenEUR 12,90
Auf Lager.
91 Angebote ab EUR 7,00

Von der Pflicht zu führen: Neun Gebote der Bildung
Von der Pflicht zu führen: Neun Gebote der Bildung von Bernhard Bueb (Gebundene Ausgabe - September 2008)
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8)   
Neu kaufenEUR 18,00
Auf Lager.
100 Angebote ab EUR 12,99

Lob der Disziplin. Sonderausgabe: Eine Streitschrift
Lob der Disziplin. Sonderausgabe: Eine Streitschrift von Bernhard Bueb (Audio CD - Oktober 2008)
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7)   
Neu kaufenEUR 7,95
Auf Lager.
65 Angebote ab EUR 5,80
 
     

Wo ist meine Bestellung?

Versand & Rücknahme

Brauchen Sie Hilfe?

amazon.de Amazon-Homepage
Internationale Seiten:  USA  |  Großbritannien  |  Frankreich  |  Japan  |  Österreich  |  Kanada  |  China
Geld verdienen: Jetzt verkaufen  |  Fulfillment by Amazon  |  Amazon.de Partnerprogramm / Webmaster-Tools  |  Teilnehmen bei Advantage
Kundenservice  |  Hilfe  |  Einkaufswagen  |  Mein Konto
Über Amazon.de  |  Karriere bei Amazon
Unsere AGB |  Datenschutzerklärung |  Impressum  © 1998-2009, Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften