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82 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesenswerter Denkanstoß
Bernard Bueb nennt sein Buch eine Streitschrift, und das trifft den Inhalt sehr gut. Wenn man sich auf das Vorstellen seiner These konzentriert und sich weniger um die Auseinandersetzung mit alternativen Thesen kümmert, dann ist das nicht ausgewogen, sondern Anlass zur Diskussion. Schön, wenn das auch so deklariert wird.

Angenehm ist, dass Bueb im...
Veröffentlicht am 11. Oktober 2006 von C. Mülhardt

versus
134 von 153 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas übers Ziel hinausgeschossen
Ich bin achtzehn Jahre alt und selbst noch Schüler an einem Gymnasium in Überlingen (wo übrigens Herr Bueb lebt und sich das Salem International College befindet). Ich gehöre somit wohl eher nicht zur anvisierten Leserschaft des Autors, wird mir hier doch vorgehalten, wie schlimm es mit meiner Generation stehe und dass uns nur mit dem, wenn schon nicht...
Veröffentlicht am 12. August 2007 von Michael Navratil


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134 von 153 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas übers Ziel hinausgeschossen, 12. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Lob der Disziplin: Eine Streitschrift (Gebundene Ausgabe)
Ich bin achtzehn Jahre alt und selbst noch Schüler an einem Gymnasium in Überlingen (wo übrigens Herr Bueb lebt und sich das Salem International College befindet). Ich gehöre somit wohl eher nicht zur anvisierten Leserschaft des Autors, wird mir hier doch vorgehalten, wie schlimm es mit meiner Generation stehe und dass uns nur mit dem, wenn schon nicht physischen so doch ideologischen Rohrstock beizukommen sei.
Ich habe "Lob der Disziplin" aus Interesse gelesen. Der Mangel an Motivation, der schlechte Kurs der Bildung und das Verlachen und die Ablehnung jener, die sich (gegen die allgemeine Praxis) in der Schule einbringen, sind mir persönlich durchaus auch schon aufgefallen. Als Diskussionsbeitrag, was das Buch schon dem Untertitel nach sein will, ist das Werk sicherlich geeignet.
Allerdings schießt Herr Bueb meiner Meinung nach etwas übers Ziel hinaus. Das Gesamtbild, das er von Jugendlichen zeichnet, entspricht kaum der Realität. Er vertritt offenbar die Ansicht, das junge Menschen grundsätzlich nicht wüssten, was gut und richtig für sie sei und nur ihren animalischen Spiel- und Vergnügungstrieben folgen würden und somit die sehr viel reiferen und weiseren Erwachsenen bräuchten, um ihnen, notfalls mir Zwang, den rechten Weg zu weisen. Das Bild vom unmündigen, um seiner selbst willen ständig zu reglementierenden Jugendlichen scheint mir eindeutig zu negativ, zumindest lässt es sich nicht allgemein anwenden. Die Ideen der Abschaffung der Demokratie in der Schülersprecherschaft oder der Rückkehr zu verpflichtenden Gottesdiensten an den Schulen, worin die religiöse Überzeugung des Theologen Bueb zu Tag tritt, halte ich für verfehlt und anachronistisch.
Insgesamt heiße ich das Erscheinen dieses Buches gut, allerdings würde ich dringend davon abraten, es als Bibel der Erziehung heranzuziehen. Die Inhalte sollten nicht unreflektiert akzeptiert sondern hinterfragt werden. Dass dies in der Gesellschaft geschieht, zeigen die zahlreichen Interviews mit Herrn Bueb in Zeitungen und Fernsehen oder das Buch "Vom Missbrauch der Disziplin". Die Diskussion um Bildung, Laisser-faire und Disziplin hat das Buch auf jeden Fall wieder angestoßen.
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82 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesenswerter Denkanstoß, 11. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Lob der Disziplin: Eine Streitschrift (Gebundene Ausgabe)
Bernard Bueb nennt sein Buch eine Streitschrift, und das trifft den Inhalt sehr gut. Wenn man sich auf das Vorstellen seiner These konzentriert und sich weniger um die Auseinandersetzung mit alternativen Thesen kümmert, dann ist das nicht ausgewogen, sondern Anlass zur Diskussion. Schön, wenn das auch so deklariert wird.

Angenehm ist, dass Bueb im Buch nicht den Eindruck erweckt, er habe das Allheilmittel gegen alle Probleme der Erziehung gefunden (als langjähriger Internatsleiter weiß er, dass es das nicht gibt). Vielmehr sieht er Disziplin als wichtiges Hilfsmittel und erläutert wieso.

Ich habe etliche interessante Gedanken bei ihm gefunden, beispielsweise das Argument, dass Disziplin den Alltag entlastet, weil viele Situationen ohne großes Nachdenken gelöst werden können (z.B. wann bedanke ich mich, wann nicht), oder die These, dass demokratische Mitbestimmung durch die Erzogenen wenig Sinn macht, weil sie die Tragweite ihrer Entscheidung mangels Erfahrung nicht abschätzen können (welches Kleinkind weiß, was Karies tatsächlich bedeutet) und sie häufig für die Konsequenzen moralisch nicht geradestehen müssen (wer klärt schon Lehrstellensuchenden öffentlich darüber auf, dass sie u.U. den gewünschten Ausbildungsplatz nicht verdienen, weil sie sich nie die Mühe gemacht haben, ordentlich rechnen zu lernen - da gibt man doch lieber der Schule die Schuld dafür). Der Zusammenhang zwischen Disziplin und Freiheit ist eine eigene Auseinandersetzung wert. Und nicht zuletzt gibt Bueb eine interessante Erklärung dafür, weshalb Lehrer seit einigen Jahrzehnten immer mehr Erzieheraufgaben leisten müssen, wie diese vielfach beklagen.

Leider werden einige interessanten Aspekte (z.B. dass man als Erziehender selten weiß, ob die einzelne Entscheidung richtig oder falsch war und dies auch nie erfahren wird, deswegen aber trotzdem stets eine klare Stellung beziehen sollte, was wiederum voraussetzt, dass man selbst ausreichend moralisch gefestigt ist) nur kurz angesprochen. Abschließend ist das Kapitel Erziehung mit diesem Buch jedenfalls nicht behandelt.

Der Aufbau des Buches hätte besser sein können; mir fehlte ein wenig der rote Faden, der von einem Kapitel zum nächsten führt, wenngleich die Kapitel in sich jeweils schlüssig sind (die ersten mehr als die letzten).

Gestört hat mich auch, dass die meisten Zitate, die im Buch auftauchen, nicht korrekt wiedergegeben sind (so ein Fontane-Zitat, ein Schiller-Zitat u.a.); ein unnötiger Faux-pas. Und wenn der gläubige Katholik mit ihm durchgeht, kommt auch keine Freude auf.

An manchen Stellen kann der Text leicht missverstanden werden. Wer will, kann Disziplin mit Strammstehen verwechseln und dann erbost gegen das Buch wettern. Und wenn Bueb schreibt, Kinder hätten keinen Verstand, weiß ich als Vater zwar, was er eigentlich meint, ahne aber als Leser, dass die Gegner des verantwortungsvollen Erziehens sich ein Fest daraus machen werden, diese Stellen zu zitieren.

Bueb spricht sich klar gegen körperliche Züchtigung und für Respekt gegenüber den Erzogenen aus (er spricht von "Liebe" in einer religiös verwendeten Prägung, was heutzutage leicht zu Missverständnissen führt), womit man sich auf seine Thesen getrost einlassen kann, weil in jedem Fall die Grundpfeiler einer modernen Erziehung gewährleistet sind. Bueb will nicht zurück zur guten alten Zeit, er will nur ihre Hilfsmittel nutzen, sofern sie gut sind. Das macht Sinn.
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29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Je früher man lernt seinen inneren Schweinehund zu besiegen, desto besser!, 9. Oktober 2006
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lob der Disziplin: Eine Streitschrift (Gebundene Ausgabe)
Dr.Bernhard Bueb leitete von 1974 - 2005 die Internatsschule Schloss Salem.

In seinem vorliegenden Buch befasst er sich nicht zuletzt mit der Frage, weshalb viele Kinder und Jugendliche heute den inneren Halt verloren haben. Er konstatiert, dass Lehrer und Eltern in ihrer Erziehung keine klaren Regeln mehr vorgeben und genau dadurch junge Menschen zutiefst verunsichert sind.

Dieser Erziehungsnotstand sei die Ursache für den derzeitigen Bildungsnotstand , so der Autor.

Für den erfahrenen Pädagogen stellt Disziplin die Grundlage der Erziehung dar, deren Ergebnis Selbstdisziplin sein sollte. Diese wiedrum ist die notwendige Voraussetzung um sich Bildung konsequent anzueignen.

Wer einen Heranwachsenden disziplinieren möchte, kann dies nur mit Humor, Güte , moralischer Integriät und Kompetenz erreichen. Nur derjenige, der über wirkliche Autorität verfügt, ist in der Lage junge Menschen zu erziehen. Wer bloße Macht ausübt, scheitert als Lehrender bei seinen eigentlichen Aufgaben.

Kinder und Jugendliche benötigen ein gewisses Maß an innerer und äußerer Ordnung, um ihr seelisches Gleichgewicht zu stabilisieren. Bueb ist davon überzeugt, dass eine Laisser-faire-Haltung in der Erziehung der Grund allen Übels ist. Er mahnt Konsequenz in der Erziehung an. In diesem Zusammenhang beleuchtet er die Wechselwirkung von Gerechtigkeit und Strafe. Die sogenannte " Notenpeitsche" ist in den Augen Buebs ein ungeeignetes Mittel um Unpünktlichkeit, Respektlosigkeit, Faulheit und Störungen verschiedenster Art in Grenzen zu halten, denn Noten sollen die Leistung eines Schülers bewerten und nicht sein Verhalten. Regeln gut funktionierender Interaktion müssen erlernt werden. Dies sollte spielerisch geschehen. " Wer begabt ist und noch dazu das Glück hat, durch Erziehung zur Selbstdisziplinierung zu finden, um die eigene Begabung entfalten zu können, dem steht die Welt offen", resümiert der nachdenkliche Autor.

Nach der Lektüre dieses Buches ist klar ,weshalb gelungene Erziehung(= der Zögling hat die Fähigkeit der Selbstdisziplin erworben) den Egoismus des Menschen relativiert und den Gemeinsinn fördert.

Ob hierarchische Internatstrukturen, bei denen Mitschüler als privilegierte Kontrollorgane fungieren, dabei sinnvoll sind, sei dahin gestellt. Mich überzeugt dieser Gedanke in Buebs ansonsten vortrefflicher Analyse nicht.

Empfehlenswert.
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76 von 102 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Dies ist auf keinen Fall eine Bibel der Erziehung, 24. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Lob der Disziplin: Eine Streitschrift (Gebundene Ausgabe)
Nach der Lektüre eines Probekapitels (des Zweiten im Buch) habe ich dieses Buch gekauft und zusammen mit meiner Frau gelesen. Wer außer Herrn Bueb hat schon über 30 Jahre Erfahrung mit der Erziehung von Kindern? Das schien mir Interessant genug, um ein paar Stunden zu investieren.

Zweifellos sind einige gute Denkansätze in dem Buch enthalten: Eine gute Definition von Freiheit und eine Überzeugende Erklärung, weshalb zu Ihrem Erreichen Disziplin unablässig ist zum Beispiel. Auch die Erklärung, weshalb es Situationen gibt, in denen man nicht diskutieren darf sondern autoritär sein sollte (und somit Disziplin einfordert), ist überzeugend und wir haben sie bereits erfolgreich in die Tat umgesetzt.

Mit fortschreitender Lektüre begannen wir allerdings eine differenziertere Sicht zu vermissen. Herr Bueb versucht offenbar, das gesamte Übel dieser Welt mit dem Mangel an Disziplin und der laschen Erziehung der 68er ff zu erklären. Das Heilmittel dagegen ist ja so simpel - Strammstehen und Gehorchen.

Vollends lächerlich wird er, wenn er Fernsehen, Computerspiele, Alkohol, Haschisch, Nikotin und die "passive Art, Musik zu konsumieren" als eine unausweichliche Folge betrachtet. Beginne mit einem und das Andere kommt unabwendbar. Buebs Lösung, ein mehr oder minder totales Verbot, wird kaum ein Kind in die Lage versetzen, mit diesen, in unserer Gesellschaft allgegenwärtigen Dingen (Haschisch ausgenommen) richtig umzugehen.

Alles in Allem konnten wir uns des Eindrucks nicht erwehren, daß die Ideen Herrn Buebs eher dazu dienen, ein Internat mit 500 (oder mehr) widerspenstigen Schülern zu organisieren, als das zu tun, was wir Eltern wollen: unseren Kindern, und zwar jedem Einzelnen, eine möglichst gute Entwicklung zu ermöglichen. Ihre Bildung und Ihre Chancen zu entwickeln, in dieser Welt zu Ihrer und unser aller Zufriedenheit leben zu können. Nirgendwo lese ich in dem Buch von Herr Bueb darüber etwas.

Förderung der Kreativität zum Beispiel spielt hier keine Rolle. Stattdessen schwärmt Herr Bueb über die Nutzung des Spieltriebes und der Teambildung als soziale Tugenden, um Menschen "für Extremsituationen zu qualifizieren, wie sie der Krieg mit sich bringt". Wir waren entsetzt, als wir das lasen.

Unsere Gesellschaft braucht selbständig denkende, hoch ausgebildetete Menschen, die kreativ sowie erfindungsreich sind und querdenken können. Das Einüben und disziplinierte Wiederholen von Bekanntem wird uns in den ökonomischen und gesellschaftlichen Ruin führen. Disziplin, Gehorsam und bedingungsloses Unterwerfen unter eine Autorität ist meines Erachtens ein vollkommen untauglicher Weg, um unsere Kinder so zu erziehen, daß sie in unsererm globalisierten Leben bestehen können.

In diesem Buch wird Disziplin zu einer Maxime, der alles andere unterzuordnen ist. Unser Resümee? Problem nicht erkannt.
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32 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Kleinod inmitten der Bücherlandschaft über Erziehung!, 20. Oktober 2006
Von 
J. Buchenau "jbuchenau" (Tussenhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lob der Disziplin: Eine Streitschrift (Gebundene Ausgabe)
Bernhard Bueb zeigt auf, wie Erziehung und (Aus-)Bildung in Deutschland wieder auf die Füße gestellt werden könnte. Er setzt notwendige Aspekte und Inhalte wie Autorität, Gehorsam, (Selbst-)Disziplin, Gemeinschaft und Leistungsbereitschaft in den unverzichtbaren, grundlegenden Kontext jeglicher erfolgreicher Erziehungsarbeit, entkleidet sie jener ideologischen Verzerrungen, die den sachlichen Umgang mit eben diesen Begrifflichkeiten wegen ihrer geschichtlichen Belastung (z.B. Hitlerzeit, DDR) für viele Menschen so schwer oder gar unmöglich gemacht hatten. Der Verlag nennt das Buch unter anderem “Eine Streitschrift”, was eigentlich inhaltlich wegen der großen und überzeugenden Darstellung der Problemfelder unangemessen wäre und Konsens sein sollte, gäbe es nicht in der Öffentlichkeit eine in jahrelanger Praxis verfestigte Eindimensionalität im pädagogischen (Vor-)Verständnis, die genau jenen plausiblen Sichtweisen ausweicht oder sie gar verteufelt. Daß ich mit dieser Auffassung nicht falsch liege, zeigte unlängst eine Fernsehdiskussion, in der Damen und Herren der “alten” und im Denken restriktiven Schule Herrn Bueb heftig angriffen; der Autor begegnete diesen Angriffen sachlich, ruhig und mit einer Überlegenheit (die wohl die Kraft der Argumente auf ihrer Seite weiß), wodurch zusätzlich bestätigt wurde: Hier hat jemand geschrieben, der von jahrelanger Erfahrung, von solidem Fachwissen und von der Liebe (ohne die wirkliche Erziehung nun mal nicht möglich ist) zu den Jugendlichen geleitet ist.

Das Buch hat noch eine andere Seltenheit zu bieten: Es ist so geschrieben, daß es für jedermann (der sich um Verstehen bemühen möchte) verständlich geschrieben ist, es vermeidet überflüssige Wiederholungen, ist in der geistigen Struktur mehr als “spannend” und stringent zu lesen und weist - dem List Verlag und einem hier sicherlich extrem sorgfältigen Lektorat sei Dank - keinerlei der ansonsten bei neueren Büchern recht üblichen Fehler auf.

Ich kann “Lob der Disziplin” allen empfehlen, die auch nur irgendwie mit Erziehung, mit Jugendlichen und den aktuellen, gesellschaftlich-erziehlich bedingten Herausforderungen zu tun haben und die ihr einschlägiges Denken auf diesem Gebiet fortentwickeln möchten.

Da die ganzheitlich orientierten Thesen Buebs Eltern, Lehrkräften und Bildungspolitikern sehr viel bei ihrer Umsetzung abverlangen würden, sehe ich die Gefahr, daß gemäß üblicher Praxis einzelne Elemente je nach Gusto abstrahiert werden, jene dann ihrer notwendigen ganzheitlichen Grundlage entzogen würden und so wiederum nicht zu der notwendigen positiven Veränderung im Sinne von Kindern und Jugendlichen führen könnten.
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66 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Streitschrift eben..., 31. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Lob der Disziplin: Eine Streitschrift (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist Salz in den Wunden der sog. 68er - wie aus den Negativberwertungen schnell zu erkennen ist. Dieser Generation fällt es eben schwer, die gemachten Fehler in der Erziehung ihrer Kinder einzugestehen.

Der Autor trifft den Nagel allerdings auf den Kopf. Er ist angetreten mit dem Ziel, eine Streitschrift zu veröffentlichen. Und das ist ihm gelungen.

Darüber hinaus sind seine Thesen zu Gesellschaft und Erziehung nachvollziehbar und meistens auch richtig, auch wenn ich dank meiner atheistischen Erziehung die Vorliebe von Bernhard Bueb für eine dem Christentum zugewandte Pädagogik nicht teile.

Was besonders an diesem Buch gefällt, ist das Bueb ohne Umschweife zur Sache kommt und den Nagel immer wieder genau auf den Kopf trifft (bzw. die wunden Punkte seine Kritiker).

Seine Definition vom Freiheitsbegriff öffnet einem die Augen. Und seine Vorgehensweise, um einem Jugendlichen ein höheres Selbstwertgefühl zu vermitteln sollte beispielhaft sein für andere Pädagogen. Eine Leseempfehlung ist dieses Buch in jedem Fall!
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22 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ohne Disziplin keine Freiheit!, 4. Oktober 2006
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lob der Disziplin: Eine Streitschrift (Gebundene Ausgabe)
"Wir müssen wieder zu der alten Wahrheit zurückkehren, dass nur der den Weg zur Freiheit erfolgreich beschreitet, der bereit ist, sich unterzuordnen, Verzicht zu üben und allmählich zu Selbstdisziplin und zu sich selbst zu finden" (40).

Bernhard Bueb, langjähriger Leiter des Elite-Internats Salem am Bodensee, wirbt für eine Rückkehr der Disziplin in der Erziehung der heranwachsenden Generation. Disziplin und Liebe sind für ihn keine Gegensätze, sondern bedingen sich gegenseitig. Nur wer Kinder liebe, könne von ihnen auch Disziplin einverlangen. Der Irrtum der 68er-Generation bestehe nach Bueb darin, Disziplin als Unterdrückung zu verstehen. Diese Einstellung hätte zu vielfacher Verwahrlosung der Kinder geführt. "Mut zur Erziehung heißt Mut zur Disziplin" (17), folgert er.

Überzeugend legt der Autor dar, dass Kinder und Jugendliche auf der Suche nach Vorbildern sind, die stark, selbstbewusst und somit in der Lage sind Disziplin einzufordern. Zu früh auf sich allein gestellt, wären die Jugendlichen nicht mehr in der Lage, den vielen Verlockungen der Konsumgesellschaft zu widerstehen. Freiheit sei eben nichts urwüchsiges, sondern müsse vielmehr unter Anleitung gelernt werden. Nur durch Disziplin und, daraus resultierend, Selbstdisziplin, würde Freiheit nicht zur Verwahrlosung führen.

Im Grunde stimme ich mit Buebs Argumentation überein. Doch manchmal überrascht mich seine offensichtliche Naivität, die wohl darauf zurückzuführen ist, dass er 30 Jahre lang an einem Elite-Internat gearbeitet hat. Alkohol und Haschisch scheinen für Bueb das größte anzunehmende Übel zu sein. Im Zeitalter von "happy slapping" und anderer Gewaltexzesse wirken die von Bueb angeführten Missstände jedoch eher harmlos. Auch versteigt sich der ehemalige Student der katholischen Theologie zu einigen Bemerkungen wie: "Nur der Protestantismus ist etwas ausgeschert, weil die äußere Form als hohl gilt, wenn das Herz nicht mitspricht" (101). Solche Sätze hätte er sich getrost für die Morgenandacht sparen können. Dennoch bleibt "Lob der Disziplin" ein wichtiger Beitrag im Zeitalter von SHELL und PISA.
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36 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wir müssen uns ernsthaft über Erziehung Gedanken machen, 28. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Lob der Disziplin: Eine Streitschrift (Gebundene Ausgabe)
Ein Muss für jeden Erzieher!

Als angehende Lehrerin habe ich im Rahmen meiner Prüfungen Herr Buebs Buch gelesen und war sehr begeistert!

Herr Bueb scheut sich nicht, die Resultate mangelhafter Erziehung, wie wir sie heutzutage alltäglich sehen - auf der Straße, in der Familie oder der Schule - beim Namen zu nennen und daran Kritik zu üben. Ob Unhöflichkeit, Rücksichtslosigkeit, Abhängigkeit vom Konsum und fragwürdigen Vorbildern - alle diese Dinge stoßen bereits mir unangenhem auf und bereiten mir Sorgen, obwohl ich nur eine halbe Generation von unseren Jugendlichen entfernt bin. Bei der Erziehung geht es um unser aller Zukunft und wir sind an einen Punkt gekommen, an dem wir uns wirklich ernsthaft Gedanken über die Erziehung von Kindern und Jugendlichen und ihre Folgen machen sollten!

Ein bisschen Bauchschmerzen bekommt man allerdings bei Herrn Buebs Verallgemeinerungen seiner Beobachtungen und sicherlich ist nicht alles so schwarz wie er es zeichnet. Aber meiner Meinung nach ist es höchste Zeit für einen Umbruch und vielleicht werden nun endlich die Personen wachgerüttelt, die in der Verantwortung stehen, Kinder/ Jugendliche zu erziehen (und das sind vor allem die Eltern und erst in zweiter Instanz die Lehrer!), und entscheiden sich für einen klaren und erfolgreichen Weg in der Erziehung und schlussendlich auch im eigenen Leben.
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31 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das hat einmal gesagt werden müssen, 7. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Lob der Disziplin: Eine Streitschrift (Gebundene Ausgabe)
Unerhört! Da nimmt jemand das Wort 'Disziplin' in den Mund und meint es nicht negativ. Im Gegenteil. Es geht ihm um die Rehabilitierung des Begriffs. Disziplin als etwas Gutes! Hat man so etwas schon gehört?
In Deutschland jedenfalls schon lange nicht mehr - denn hierzulande hängt der Disziplin etwas Ruchhaftes an: der lange und schlechte Atem des Nationalsozialismus. Wer Disziplin als etwas Positives betrachtet, wer es gar als eine Tugend beschreibt, bricht ein Tabu. Wohl wissend um diesen Zusammenhang versieht Bernahrdt Bueb seinen Essay "Lob der Disziplin" mit dem Zusatz "Eine Streitschrift". Wir können Herrn Bueb dankbar sein, dass er dieses Tabu gebrochen hat und endlich einmal Wahrheiten ausspricht, die in anderen Ländern Selbstverständlichkeiten sind, die bei uns aber fast reflexartig Empörung hervorrufen.
Was sind die unerhörten und unerhört einfachen Thesen Buebs?
Die zunächst überraschende, aber freilich seit Urzeiten bekannte Wahrheit, die Bueb beschreibt, ist der Zusammenhang von Disziplin und Freiheit. Freiheit erhält der Mensch nur über den Weg des Zwangsapparats der Disziplin, die zunächst eine von außen gesetzte, später eine verinnerlichte Selbstdisziplin ist. Nur wem es gelingt, in einem langwierigen Prozess seine Wünsche, Bedürfnisse und Fähigkeiten zu kanalisieren und zu gestalten, ist in der Lage, auch freien Gebrauch hiervon zu machen. Diesen Prozess nennt man Erziehung und er geht nicht ohne Kämpfe und Konflikte ab.
Freiheit hingegen, die einfach voraussetzungslos gewährt wird, mündet in Barbarei. Heutzutage sind nach Bueb immer mehr Familien von den Problemen dieser schlechten Freiheit betroffen, weil wir kein rechtes Verhältnis mehr zu Autoritäten haben.
Dies ist ein weiteres typisch deutsches Problem, ein weiteres Tabu: Autorität ist hierzulande per se schlecht, denn von ihr geht Macht aus und diese steht in der nachkriegsdeutschen Mentalität immer schon auf der falschen Seite. Warum eigentlich? Als ob eine Gesellschaftsform, in der alle Macht nivelliert ist, sich überhaupt denken ließe. Hier grenzt die Aufarbeitung der deutschen Katastrophe an grenzenloser Naivität. Im Ausland verstünde man noch nicht einmal, worin überhaupt das Problem besteht.
Ohne ein Verständnis davon aber, wer im Verhältnis zwischen Eltern und Kindern in letzter Konsequenz das Sagen hat, braucht man sich mit Erziehungsfragen erst gar nicht zu beschäftigen. Wir brauchen aber wieder den "Mut zur Erziehung", wie Bueb schreibt: Eltern müssen ihre Rolle annehmen und dürfen sich nicht aus ihrer Verantwortung stehlen. Das ist nicht leicht. Hierzu bedarf es vor allem auch eigener Disziplin. Insofern kann der Erziehungsprozess auch ein beidseitiger sein.
In Buebs Buch "Lob der Disziplin" stehen sehr viele wahre Sätze. Freilich schießt der Autor, der über 30 Jahre lang das Internat Schloss Salem geleitet hat und folglich eine Art beruflicher Deformation mitbringt, an manchen Stellen über sein Ziel hinaus. Für den einen von uns früher, für den anderen von uns später. Wer aber den Grundthesen dieses Buches widerspricht, kann nicht ganz bei Sinnen sein oder ist in unserem bundesrepublikanischen Bewusstseinsmilieu dermaßen durchideologisiert worden, dass er in einem X immer nur ein U sieht.

Thomas Reuter
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58 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen BUEB 'Lob der Disziplin. Eine Streitschrift.', 30. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Lob der Disziplin: Eine Streitschrift (Gebundene Ausgabe)
Sie drohen eine Renaissance zu feiern, jene Primärtugenden, zu denen sich der Autor vehement bekennt und von denen sich die eine Disziplin nennt. Drohen? Ja, und zwar von denen als Bedrohung empfunden, die mit Laisser-faire und Permissivität seit langen Jahren eine Heilsbotschaft durch Elternhäuser und Schulen trugen und sie gegen alle Vernunft von Pädagogen und Psychologen verteidigten. Die Folgen sind gesamtgesellschaftlich so evident geworden, daß selbst anhaltender Bekehrungseifer die ganze Wucht der Entladung von Aggression und Verweigerung bei Kindern und Jugendlichen nicht mehr schönzureden imstande ist. Der Autor, langjähriger Leiter der Eliteschule Schloß Salem und renommierter Pädagoge, weiß also, wovon er spricht, wenn er der beklagenswerten Verwilderung von Selbstdisziplin und ziellenkender Erziehung Paroli bietet und damit das gesamte deutsche Erziehungswesen vor die Wahl stellt, entweder zu tradierten Grundsätzen der Pädagogik zurückzukehren - woran als Nebeneffekt sowohl Sozialpädagogik als auch Sozialpsychologie und deren Probanden erheblich partizipieren würden - oder aber einen kollabierenden Absturz in Allgemeinbildung, beruflicher Ausbildung sowie Leistungsbereitschaft hinnehmen zu müssen. Die Anklänge zu diesem Szenario sind bereits unübersehbar, gleichwohl werden sie als Schutzbehauptung interpretiert, sobald Autoren wie Bernhard Bueb mahnend die Stimme erheben. Dabei wiederlegt er seine Kritiker Wort für Wort, Zeile für Zeile. Sie müssen nur lesen wollen: 'Es gibt Strafen, die aus dem Repertoire von Erziehenden verschwinden müssen. Jede Art von körperlicher Züchtigung verletzt die Würde des Menschen. Liebesentzug ist eine gemeine und unpädagogische Strafe, sie ist für Kinder und Jugendliche nicht greifbar, sie ist unkonkret und angsterzeugend. Eine solche Strafe kann nur jemand verhängen, der keine rechte Liebe hat.' Diese Aussage impliziert eines, nämlich die Entbehrlichkeit von körperlicher wie psychischer Strafe in einem (wohlverstandenen) Kontext mit dem Ziel von Erziehung, Eigenständigkeit, Urteilsvermögen, Verantwortungsbewußtsein und Leistungsbereitschaft zu markieren. Nichts anderes hat sich der Autor vorgesetzt, um dies in klaren, schnörkellosen Worten, diese jedoch inhaltsschwer, coram publico zu verkünden. Und da er somit Öffentlichkeit herstellte und nicht in akademischen Zirkeln sie als Philippika zündete, gebührt ihm die Anerkennung all derer, denen Kinder und Jugendliche zu wertvoll sind, um sie sich selbst zu überlassen. Woran soll also auch nur ein einziger Kritikpunkt an seinen Ausführungen angesetzt werden? Es gibt de facto keinen, denn Erziehung dient in erster Linie dazu, den aufrechten, von einem unverstellten Selbstwertgefühl getragenen Gang bewahren zu können. Der wird, die Realität beweist es hinlänglich, durch permissives Herumstreunen nicht erreicht. Und so schließt sich der Kreis: Wer als Kind oder Heranwachsender keine Werte, die Bueb klar umreißt, gelehrt wurde, wird sie als Erwachsener weder anstreben noch schätzen. Volksmund meint hierzu treffend: 'Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr'. Gleich wie formuliert, dies birgt die Wahrheit der Erkenntnis in sich, nämlich daß eine lange Leine nur dann vernünftig ist, wenn sie Veranlaßung bietet, die eigenen Talente zu befördern, daß sie hingegen gesellschaftlich in die Irre führt, wenn ihr das Prinzip des puren egoistischen Durchsetzens eigener Bedürfnisse und Ziele als Lebensinhalt übergeordnet wird. Bueb führt hierzu aus: 'Nur durch offensiv betriebene Erziehung und Bildung und den Mut, konsequent die anerkannten Werte in Tugenden bei jungen Menschen zu wandeln, können wir Kinder und Jugendliche für ein Leben mit (...) Zukunftserwartungen stärken.' Dieses Credo ist unzweideutig.
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Lob der Disziplin: Eine Streitschrift
Lob der Disziplin: Eine Streitschrift von Bernhard Bueb (Gebundene Ausgabe - 8. September 2006)
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