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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wirklich tolles Buch
Ich habe dieses Buch am letzten Sonntag gelesen. Damit ist es das erste Buch in meinem Leben, was ich in einem Stück durchgelesen haben.
Zum Einen interessierte mich die Geschichte von Babak Rafati sehr, da er quasi mein Lieblingsschiedsrichter war.
Zum Anderen habe ich selbst Erfahrung im familiären Umfeld und auch persönlich mit der Krankheit...
Vor 17 Monaten von Andreas K. veröffentlicht

versus
7 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schwer ertragbar !
Das Buch von Herrn Rafati ist in erster Linie eine Anklage. Namentlich werden Personen immer und immer wieder erwähnt, die seiner Meinung nach großen Anteil an seiner Krankheit haben. Sicherlich geht mit dem "Beruf" Schiedsrichter ein großer Druck einher, sicherlich sind wir als Zuschauer, die Medien und auch die Vereine gefordert den Sport menschlicher...
Vor 13 Monaten von Ebba veröffentlicht


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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wirklich tolles Buch, 28. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Ich pfeife auf den Tod!: Wie mich der Fußball fast das Leben kostete (Gebundene Ausgabe)
Ich habe dieses Buch am letzten Sonntag gelesen. Damit ist es das erste Buch in meinem Leben, was ich in einem Stück durchgelesen haben.
Zum Einen interessierte mich die Geschichte von Babak Rafati sehr, da er quasi mein Lieblingsschiedsrichter war.
Zum Anderen habe ich selbst Erfahrung im familiären Umfeld und auch persönlich mit der Krankheit Depressionen gemacht.

Herr Rafati beschreibt wirklich sehr interessant, was hinter den Kulissen der Bundesliga Schiedsrichter passiert. Ein Einblick, den man als Bundesligafan nie bekommen hat. Der Leistungsdruck, der teilweise schier unmenschlich ist, ist wirklich erschreckend.

Dieses Buch ist wirklich lesenswert und ich finde es bemerkenswert, wie Herr Rafati darin seine Gedanken und Gefühle beschreibt.

Jeder Fussballfan und jeder, der mit der Krankheit Depressionen noch nichts zu tun hatte, sollte es lesen. Ich bin mir sehr sicher, dass durch Babak Rafatis niedergeschriebene Geschichte Leben gerettet werden wird. Das Buch schärft die Sinne und lädt einen auch neben den Fußballanekdoten ein, sich selbst einmal zu reflektieren. Viele sind von dieser Krankheit betroffen, die es selbst nicht wissen oder es verleugnen.

Babak Rafati schreibt sehr unterhaltsam und erschreckend ehrlich, wie schnell man von einem mentalen "Down" in eine lebensgefährliche Depression stürzen kann, ohne es selbst zu bemerken.

Bemerkenswert ist auch die zweite Hälfte des Buches, weil man dort erstmals erfährt, wie es ihm nach der Nacht im Hotel ergangen ist. Es zeigt, wie verzweifelt liebende Angehörige und Freunde sind, die verzweifelt versuchen, selbst zu helfen.

Herr Rafati malt gedanklich ein recht passendes Bild in dem er vergleicht, dass es für jemanden, der mit einem depressiven Menschen zu tun hat, so ähnlich ist, als ob man vor seiner brennenden Wohnung steht und das passende Löschmittel nicht verfügbar ist.

Helfen kann einem bei dieser Krankheit nur ein Arzt. Solch einen aufzusuchen ist keine Schande oder keine Schwäche. In unserer Gesellschaft wird schnell gesagt, dass ein Depressiver "verrückt" ist. Nur stell ich mir die Frage, wer denn verrückter ist: Derjenige, der mit unserer kranken Welt mit absurden Leistungsansprüchen und Wertevorstellung ohne Probleme zurecht kommt, oder derjenige, dem dies wirklich zusetzt?!

Selten hat mich ein Buch so bewegt und ich hoffe, dass dieses Buch viele Leute lesen und auch weiter verleihen.

Wenn dieses Buch jeder Stadionbesucher lesen würde, würden sicherlich keine Idioten mehr Bierbecher und andere Gegenstände auf einen Schiedsrichter werfen.

Man kann Babak Rafati nur für den mutigen Schritt, dieses Buch zu schreiben gratulieren, weil es genau der Richtige Umgang mit so einer Krankheit ist. Und dies in einer Zeit, in der Depressionen, Homosexualität oder Schwächen jeder Art im Profifußball tabu sind.

Also: Absolute Kaufempfehlung!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mutig, direkt, ungeschönt, therapeutisch lehrreich, appellierend, 27. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ich pfeife auf den Tod!: Wie mich der Fußball fast das Leben kostete (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch fiel mir durch Zufall in die Hände und ich bin sehr dankbar dafür. Denn die anschaulichen Schilderungen von Herrn Rafati in Bezug auf die in ihm wachsenden depressiven Gedankengänge haben mich als Therapeutin noch wachsamer in den Gesprächen mit meinen Klienten gemacht. Ich bin sehr dankbar dafür dass Herr Rafati den Mut hat sein Leben mit der Depression und die Situation in der er sein Leben beenden wollte so ausführlich zu beschreiben. Dieses Buch ist aus meiner Sicht für Therapeuten, für von Depressionen betroffene Menschen aber auch für Menschen ohne Kenntisse der Thematik eine große Bereicherung. Der Autor bringt ein für viele Menschen unangenehmes und angstauslösendes Thema so authentisch in den Fokus und gibt durch seinen sehr persönlichen Schreibstil dem Leser einen tiefen Einblick in sein privates Leben das von Tiefen und Höhen geprägt ist. Herr Rafati steht zu sich, seiner Vergangenheit und zu seiner Gegenwart und appelliert freundlich an seine Leser sich seinen eigenen Themen zu stellen und immer mal wieder innezuhalten um sich und sein Leben zu "überprüfen" und vor allem dazu dass auch Männer Gefühle zeigen dürfen, können und sollten.
Das Buch ist derzeit ein fester Bestandteil in meinen Klienten-Gesprächen und viele geben mir die Rückmeldung, dass die Aussagen genau das auf den Punkt treffen was sie fühlen.
A. Johnson
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kampf mit dem Tod, Tanz mit dem Leben, 27. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Ich pfeife auf den Tod!: Wie mich der Fußball fast das Leben kostete (Gebundene Ausgabe)
Eines der besten Werke, welches sich mit der Thematik Depression und Suizid auseinandersetzt.
Themen, die in der heutigen Leistungsgesellschaft aktueller denn je sind und unumgänglich an mehr Relevanz und Aufmerksamkeit gewinnen müssen.
Mutig setzt sich Herr Rafati mit diesen "Tabus" auseinander.
Ehrlich werden die teuren wie auch wertvollen Erfahrungen mit dem Leser geteilt. Die sachliche aber auch emotional bewegende Schreibweise vermittelt Ideen und Gedankengänge flüssig und lädt den Leser zum Nachdenken ein.
Teuer, da der beschriebene Leidensweg von Schmerz bis zur Verzweiflung reicht; wertvoll, weil der genesene Autor kritisch selbstreflektierend bereit ist, über private und gesellschaftliche Mängel zu schreiben.
Dies macht "Ich pfeiffe auf den Tod" nicht nur für Betroffene und deren Angehörige lesenswert.
Das Schlussplädoyer Rafatis ist besonders hervorzuheben, da es die stark lebensbejahende Einstellung und die neu gefundene Lebensphilosophie des Autors ergreifend verdeutlicht.

Ein Buch das Mut macht und in meinen Augen für jeden Menschen empfehlenswert ist.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zusammenbruch unter Druck, 10. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Ich pfeife auf den Tod!: Wie mich der Fußball fast das Leben kostete (Gebundene Ausgabe)
„Es ist ein Rausch, ein Stadion zu erleben, das von den Rufen der über 50.000 Fans zu vibrieren scheint“.

Für viele ein positiver Rausch, ein sich gehen lassen, eine Feier. Für den ein oder anderen aber auch ein negativer Rausch mit Druck umgehen zu müssen.

Der Schiedsrichter professioneller Spiele, vor allem von Fußballspielen, das muss auch der unbeteiligte Leser zugestehen, hat die schwerste aller Aufgaben, den größten Druck vor allem im Angesichts möglicher Fehlentscheidungen, die nicht korrigiert werden können. Fehler, die Rafati machte. Die im Stadion und vor den Fernsehschirmen allseits offenkundig dann waren, die ihn in eine Spirale „abwärts“ äußerlich wie innerlich brachten. Die mit der modernen Technik umgehend auch im Stadion, auch für ihn selbst zu sehen sind.

Wer schon den Umgang mit Schiedsrichtern in der Kreisklasse, in Jugendmannschaften hautnah miterlebt hat, wer die Bericht zur Kenntnis nimmt, das physische Gewalt gegen Schiedsrichter auch im Amateurbereich zunimmt, wer im Stadion die Beschimpfungen, den nackten Hass der Masse schon gesehen hat, wenn der Elfmeter gegen die Heimmannschaft gepfiffen wurde (und dann noch unberechtigt war), der ahnt, dass man schon ein ziemliches Standing benötigt, um professionell sich diesem Druck regelmäßig auszusetzen.

Auch bei Spielern im Übrigen ist das nicht immer der Fall. Sebastian Deisler hat Burnout erlebt. Robert Enke ist durch seine Depression in den Freitod gegangen- Nicht umsonst beginnt diese Buch mit einem Auszug aus der Rede Theo Zwanzigers anlässlich der Trauerfeier für Robert Enke.

Allerdings, den Umkehrschluss zu ziehen, dass ein Leben im professionellen Sportbetrieb und konkret als Schiedsrichter im Profi Fußball fast automatisch Burnout, Depressionen nach sich zieht, wäre nun nicht statthaft. Es bedarf hierzu auch einer Disposition der Persönlichkeit. Was übrigens in diesen sehr persönlichen Schilderungen Rafatis durchaus zum Ausdruck kommt. Seinen eigenen Perfektionismus, das „Verbot des Fehlers“, das räumt er freimütig als persönliche Disposition ein. Hier klingt der Klappentext ein stückweit zu polemisch, wenn von den „brutalen Gesetzen des Profisports und den Druck der Sportmedien“ die Rede ist.

So ist dieses Buch kein allgemeines Werk über „Druck im Sport“ oder ein „Aufbauratgeber“ für eine „dicke Haut“, sondern eine durchaus berührende, sehr persönlich gehaltene und sehr detaillierte Schilderung des „Hineinrutschens“ in eine Depression, der Lähmung, die ein solche Depression mit sich bringt (u.a. in der sehr plastischen Schilderung der Angst, der Lähmung, der körperlichen Symptome in den Stunden der Vorbereitung auf ein großes Spiel).

Bis zum versuchten Selbstmord führte Rafati diese Depression und ist dabei schon auch ein Dokument der Gnadenlosigkeit des „Spiels“ und seiner Protagonisten und Anhänger. Gut, dass ein „Insider“ hier einmal aufzeigt, welche Folgen der in Teilen auch übertriebene Stellenwert eines Sport-Spiels hat auf all jene, die nicht in Ignoranz oder anderweitig abgeschirmt sich innerlich von all dem fernzuhalten verstehen.

Das Rafati bei der Schilderung seiner eigenen Entwicklung und auch der Anklage gegen eine System nicht stehen bleibt, sondern ebenso anhand seiner eigenen Geschichte konstruktive Möglichkeiten aufzeigt, innerhalb eines druckvollen Systems zu bestehen, dass ist die eigentliche Botschaft dieses Buches. Zwar beschreibt er seinen individuellen Weg, doch vieles von dem, was ihm an Einsichten in langer Reflektion sich eröffnet, dürfte auch für viele andere Betroffene an ganz anderen Orten und in ganz anders gelagerten Druck-Situationen eine Hilfe sein.

Ein sehr persönliches, zunächst sehr auf den Sport bezogener Bericht einer Depression und des Auswegs aus dieser, der aber durchaus auch für viele andere Bereiche zum Nachdenken anregt.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus (eigener) Erfahrung wird man klug..., 1. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Ich pfeife auf den Tod!: Wie mich der Fußball fast das Leben kostete (Gebundene Ausgabe)
Der Schlüsselsatz des gesamten Buches ist für mich:

Seite 275 - Patientenbericht Nr. 7 - letzter Absatz - Zitat:

"...Dass es zu einer so nachhaltigen Besserung der Depression gekommen war, ist ... darauf zurückzuführen, dass Herr Rafati (Huber, Müller, Meier, Wagner) seine Lebenseinstellungen, die ihn unter Druck gesetzt hatten, korrigieren konnte und sein Leben neu entdeckten Werten entsprechend ausrichtete. Er hatte gelernt, achtsam wahrzunehmen, was für ihn (Rafati, Huber, Müller, Meier, Wagner) wirklich wichtig ist."

Ein hervorragendes Buch welches hoffentlich eine breite Leserschaft findet.

Ich selbst durfte (musste) auch diese Erfahrungen machen - mit einer Einschränkung - mein Umfeld bzw. Hausarzt hat rechtzeitig erkannt was los ist und hat alles Notwendige in die Wege geleitet. Bei mir war es also noch nicht "so weit" wie bei Babak Rafati. Wobei es sich ebenfalls um eine über mindestens vier Jahre hinweg aufgebaute Depression handelte, die ich als viel beschäftigtes "Alphatierchen", tanzend auf zu vielen Hochzeiten, immer ein offenes Ohr für andere aber nie für sich selbst, schlicht und einfach selbst nicht erkennen konnte oder auch nicht erkennen wollte.

Mein Hausarzt hat aus meinem Zustand nach 30 Sekunden die richtigen Schlüsse gezogen und mich an den Neurologen überwiesen, auch der brauchte keine Minute um seine Entscheidung zu treffen - professionelle Hilfe war nötig und angebracht. In etwa dem selben Zeitrahmen wie bei Babak Rafati konnte mir von hochengagierten Ärzten und Therapeuten wirkungsvoll geholfen werden. Aber auch bei mir kam der wirkliche "Kick" erst mit der Erkenntnis und der Umsetzung der im ersten Absatz oben dargestellten Verhaltensänderungen durch mich selbst an mir.

Als immer kritischer Mensch der viel (alles) hinterfragt, stellt sich natürlich auch die Frage wie es soweit kommen konnte. Und auch hier gibt es wohl bei vielen die mit Depressionen zu kämpfen haben, zum hier gelesenen Inhalt entsprechende Parallelen. Man wechsle den Namen der Firma, man wechsle die Namen der Handelnden, man wechsle die Örtlichkeiten, aber die Geschichte bleibt die gleiche und ist vielfach auf andere zu übertragen.

Nach meiner Überzeugung hat der veramerikanisierte Leistungs- und Wachstumsgedanke, wonach nur mehr der ein "Guter" ist wenn er täglich mindestens drei Leute über den Tisch gezogen hat und nun seit langem auch die europäische bis hin zur Weltwirtschaft im Zangengriff hält, die Hauptschuld an dem "umsichgreifen" der bald-Volks-Krankheit "Depression". Es ist an der Zeit den Wachstumsgedanken neu, und zwar weltweit, zu definieren. Anfangen könnte man damit, Banken nur mehr mit Geld spielen zu lassen welches sie vorher ehrlich verdient haben und eben nicht mit virtuellen Seifenblasen-Milliarden.

Bereits vor über fünfzig Jahren hat Leopold Kohr in seinem Buch "Das Ende der Großen - zurück zum menschlichen Maß" für mein Verständnis die Ursachen für die Krankheit Depression und die Entwicklung der heutigen Zeit völlig zutreffend aufgeschrieben.

Bleibt nur zu hoffen dass das Buch "Ich pfeife auf den Tod!" auf Grund der Bekanntheit von Babak Rafati von vielen gelesen wird. So mancher wird dann urplötzlich merken dass er entweder selbst am "Beginn" der Depression steht oder aber in seinem Umfeld die beschriebenen Anzeichen durchaus nichts unbekanntes sind. Dann bleibt nur zu hoffen, dass man (jemand) tätig wird und das Umfeld stimmt um diesen harten Weg gemeinsam zu gehen.

Von mir gibt es für das Buch eine uneingeschränkte Empfehlung. Ich habe es durch und werde es morgen auf "meine Station" im Krankenhaus bringen. Denn ich denke dass es auch dort gut aufgehoben ist.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Anklageschrift die es in sich hat!, 23. März 2013
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ich pfeife auf den Tod!: Wie mich der Fußball fast das Leben kostete (Gebundene Ausgabe)
Wie sehr Profifußballer unter Druck stehen, ist spätestens seit Robert Enkes Tod bekannt. Gleiches nun aus dem Munde eines Schiedsrichters zu hören, macht schon ziemlich betroffen. Babak Rafati pfiff für FIFA, DFB und eines Tages wollte er sich das Leben nehmen.

Eine Depression, unmenschlicher Druck von sogenannten Freunden in der Fußballwelt und ein nicht Zugeben wollen von müde und schwach sein, waren Schuld daran.

Der Autor lässt uns teilhaben an den Ereignissen vor dem Spiel Köln gegen Mainz. Im Nachhinein geht er noch einmal die Stunden durch und nennt Gründe für sein Handeln. Er macht Funktionären schwere Vorwürfe, nennt Ross und Reiter mit Namen, aber er gesteht auch ein: "Aber längst hatte ich vergessen, meinen Körper wie einen Freund zu behandeln."

Sehr authentisch beschreibt Babak Rafati eine Spirale, die ihn immer tiefer gezogen hat. Er bezieht sich natürlich auf seine Fußballwelt, aber meiner Meinung nach, betrifft dies auch alle anderen Menschen, die sich einem immer höheren Leistungsdruck ausgesetzt sehen. Letztlich landen alle bei der Frage: Wie gehe ich damit um? Darf ich Schwäche zeigen? Bin ich dann raus aus dem jeweiligen System?

Das alles sind sehr schwerwiegende Fragen. Sie haben immer auch mit dem leider so notwendigen Geld zu tun, aber auch mit Lob und Anerkennung, auch die braucht ein jeder Mensch.

Letztlich gibt Babak Rafati Einblicke in eine unmenschliche Welt und beschreibt, wie er ihr entkommen ist. Dank seines Bekanntheitsgrades setzt er längst überfällige Themen wieder auf die Tagesordnung!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut fesselndes Buch, 9. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ich pfeife auf den Tod!: Wie mich der Fußball fast das Leben kostete (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist wirklich sehr fesselnd, es schildert sehr Detail genau wie es in Herrn Rafati aussah und wie es ihm in verschiedenen Situation ging.
Ich hänge jede freie Minute an dem Text. Ich denke jeder Fußballfan sollte dieses Buch lesen damit er versteht wie es in einem Schiedsrichter aussehen kann.
Was mir sehr gefallen hat das Herr Rafati einem einen Einblick hinter den Kulissen der "Firma" DFB. Die Gefühle die er schildert in diesem Buch gehen einem selbst auch sehr nah so ging es mir zumindest.
Ich habe Herrn Rafati immer sehr geschätzt da ich selbst auch Schiedsrichter bin habe ich seine Laufbahn so gut verfolgt wie es ging da mich dieser "Schiedsrichter Typ" sehr gefiel.
Es ist schade das man einem so guten Schiedsrichter am Ende sein "Hobby" so kaputt gemacht hat und niemand seitens DFB geholfen hat.
Alles in allem ist diese Buch eines der besten aus diesem Jahr. Sehr zu empfehlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse!, 14. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ich pfeife auf den Tod!: Wie mich der Fußball fast das Leben kostete (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte nicht damit gerechnet, aber dann hat mich dieses Buch und der Mensch dahinter total fasziniert und auf seine Art begeistert - mutig und wertvoll finde ich dieses Buch, und gut gelungen, denn es war eine starke Gratwanderung nötig, um nicht zu anklagend, dennoch deutlich, offen und direkt zu werden, um die Entwicklung der Depression und Suizidalität (in besagtem Umfeld, mit besagten Gegebenheiten etc.) wirklich klar zu machen. Da ich 'vom Fach' bin und mit der Materie fast täglich zu tun habe, sage ich: Hut ab und Danke für dieses Buch! Es hat das Potential vielen Leuten zu helfen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich auf der Tagesordnung, 3. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Ich pfeife auf den Tod!: Wie mich der Fußball fast das Leben kostete (Gebundene Ausgabe)
Babak Rafati gibt Einblicke in eine unmenschliche (Fußball-) Welt und beschreibt, wie er ihr entkommen ist. Dank seines Bekanntheitsgrades setzt er längst überfällige Themen wieder auf die Tagesordnung! Es bleibt zu hoffen, dass die Themenfelder Leistungsdruck im Spitzensport und der Umgang mit psychischen Problemen eine hohe Priorität geniessen. In der Hinsicht ist das Buch von Rafati bahnbrechend. Ein sehr gut geschriebenes Buch. Absolut empfehlenswert!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Jeder darf einen Fehler machen, nur du nicht, Babak.", 14. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ich pfeife auf den Tod!: Wie mich der Fußball fast das Leben kostete (Gebundene Ausgabe)
"Jeder darf einen Fehler machen, nur du nicht, Babak."

Ich bin auf das Buch gestoßen, als ich davon in dem Schiedsrichterpodcast Collinas Erben hörte. Da habe ich mich sofort wieder daran zurückerinnert, als ich vor anderthalb Jahren vor dem Fernseher saß, dabei war, mir einen schönen Fußballnachmittag zu machen und dann plötzlich, ich weiß gar nicht mehr wie, erfahren habe, dass sich Babak Rafati vor dem Parallelspiel Köln gegen Mainz versucht hat, das Leben zu nehmen. Es war ein Schock für mich, wie wohl für viele andere in diesem Moment auch. Natürlich hat man sofort spekuliert, doch schnell kam man zu der vermeintlichen Lösung: Der Fußball ist schuld. So erging es jedenfalls mir. Irgendwann legte sich dann der Medienaufruhr um Schiri Rafati und bei mir, wie bei vermutlich einigen anderen, geriet es in den Hintergrund, jedenfalls beinahe.

Nun ist Babak Rafati mit seinem Buch an die Öffentlichkeit gegangen und erzählt darin allen, die es lesen wollen, was der aus unserem Blickfeld verschwundene Top-Schiedsrichter in den vergangenen 15 Monaten, losgelöst von der Öffentlichkeit, alles durchmachen musste, um wieder mit beiden Beinen im Leben stehen zu können. Er berichtet aber auch, wie es überhaupt so weit kommen konnte, dass sich Rafati nicht mehr anders zu helfen wusste, als dem Leben zu entsagen und sich die Pulsadern in der Badewanne in seinem Hotelzimmer aufzuschlitzen.

Besonders der erste Teil des Buches wurde im vergangenen Monat in Talk-Shows diskutiert und auch sonst von den Medien mit ausgebreiteten Armen empfangen. Denn auf den ersten 130 Seiten schildert Babak Rafati recht detailliert und offen den Weg hin zum Gipfel des Berges des Erträglichen, an dessen Spitze der Angriff auf den eigenen Körper stand. In diesem Teil deckt Rafati für uns Leser viele Missstände im Schiedsrichterwesen auf und auch harsche Kritik an den obersten Funktionären der Schiedsrichterkommission, Fandel und Krug, werden deutlich. So hat er den Druck, der immer stärker auf ihm lastete, nicht mehr ausgehalten und ist langsam aber sicher in eine schwere Depression abgesunken. Dabei beschreibt Rafati haargenau die von ihm als regelrechte Tortur und auch immer mehr als Verschwörung gegen ihn wahrgenommene Zeit vor dem 19. November `11. Er hat sich immer weniger erwünscht gefühlt, besonders getroffen haben ihn die an jedes Spiel anschließenden Gespräche des damals neu ernannten Vorsitzenden der DFB-Schiedsrichterkommission Herbert Fandel. Irgendwann wurden diese schlimmer als die Anfeindungen der Fans während eines Spieles.

Insgesamt geht Rafati auf diesen Seiten seines Buches auch mit dem Wandel innerhalb der Schiedsrichterkommission hart ins Gericht. Er kritisiert den gefühlten und teilweise auch tatsächlich nachweisbaren zunehmend stärkeren Einfluss der DFL, personell durch Hellmut Krug, seines Zeichens Berater in Fragen des Schiedsrichterwesens bei der DFL, der die Schiedsrichter in ihrer Autonomie und ihrer Entscheidungsgewalt immer mehr beschränkt, zum anderen den veränderten Umgangston zwischen Schiedsrichter und Vorsitzenden (besonders zwischen Rafati und Fandel) und die mangelnde Abschirmung eines Schiedsrichters durch den eigenen Verein von offenen und indirekten Anfeindungen bei Fehlentscheidungen. Mit seinen Schilderungen gewährt uns Rafati einen tiefen Einblick in die bis dato weitgehend unbekannte Struktur des Schiedsrichterwesens in Deutschland, es lohnt sich, dieses Buch alleine deshalb schon zu lesen, wenn man den Fußball auch mal von der so unbekannten dritten Sicht aus zu betrachten, von der des unbeliebten Schiedsrichters.

Doch mindestens genauso interessant und ergreifend stellt sich der zweite Teil dar. In diesem versucht Rafati, seinen harten Weg raus aus der Depression wiederzugeben, um etwaigen Schicksalspartnern ein Rat- und Hoffnungsgeber zu sein. Dieser Part des Buches ging mir persönlich sehr nahe, auch wenn mir diese Krankheit weder persönlich noch bei Freunden oder Bekannten begegnet ist, so hat man doch schon allzu oft in den Medien davon gehört (Stichwort: Burnout) und trotz der vielen Erklärungen und Erläuterungen, was es mit dieser Krankheit auf sich hat, bleibt sie doch recht plastisch und man kann es sich eigentlich nicht so wirklich vorstellen, wie es ist, ein absolutes Nichts zu spüren. Doch Rafati schafft es, die Gefühlswelt und die Probleme bei einer Depression genau auszuführen und dem Leser damit einen tiefen Eindruck in sein emotional sehr aufwühlendes Leben in den Monaten nach dem Suizidversuch zu geben.

Nach der Beendigung dieser Lektüre möchte man Rafati am liebsten persönlich für seinen überstandenen Kampf mit sich selbst gratulieren und ihm von ganzem Herzen alles erdenklich Gute wünschen… und das tue ich hiermit!

Eine Leseempfehlung für jeden Fußballfan und jedem, der wirklich wissen will, was eine Depression für den Betroffenen und seine Angehörigen bedeutet.
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Ich pfeife auf den Tod!: Wie mich der Fußball fast das Leben kostete
Ich pfeife auf den Tod!: Wie mich der Fußball fast das Leben kostete von Babak Rafati (Gebundene Ausgabe - 25. März 2013)
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