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am 13. Oktober 2009
Das Buch "Sorge dich nicht um morgen" ist ein Kleinod für all diejenigen, die eine klare Einsicht in das Wesentliche der beiden Religionen, des Buddhismus und des Christentums gewinnen wollen. Als solches arbeitet die, wie gewohnt präzise und sehr verständlich schreibende Autorin, die Transformation des Menschen zu einem freien und selbst bestimmten Wesen, heraus. Beide Religionsstifter haben dazu aufgefordert, jeder auf seine eigene Weise. Katharina Ceming zeigt, wie der christliche Weg einer solchen persönlichen Bewusstwerdung der eigenen "Gotteskindschaft" mit Hilfe der Erkenntnisse der jahrhundertelangen spirituell-praktischen buddhistischen Tradition für uns heute gangbar wird. Ihre sehr schlüssige und erhellende Interpretation der Worte Jesu ist durch die zahlreichen, höchst informativen und für das Verstehen der christlichen Tradition und des christlichen Glaubens unabdingbaren Exkurse in die Kirchengeschichte durchsetzt. Ebenso werden die wichtigen Begriffe und Konzepte aus der buddhistischen Tradition aufgegriffen, wodurch manche Missverständnisse geklärt und Vorurteile ausgeräumt werden.
Das Buch ist einerseits ein Dokument der modernen, integralen Spiritualität und andererseits ist es eine Bereicherung für das wissenschaftliche Feld des interreligiösen Dialogs.
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am 4. August 2009
Der interreligiöse Dialog besteht meistens aus dem Aufeinanderprallen verschiedener Ideologien, die ihre jeweils eigenen Sprachspiele treiben und versuchen, den jeweils Anderen" in diese einzuordnen. Man kann dabei beobachten, dass Probleme, die in der eigenen Religion existieren, auf die fremde Religion projiziert werden. So führt der dem Christentum immanente Streit um göttliche Gnade und menschliche Freiheit (Augustinus-Pelagius) dazu, dass Buddhismus als Religion der Eigenerlösung, Christentum als Religion der Fremderlösung definiert wird - oder man setzt die werktätige Nächstenliebe" gegen die fatalistische Beschaulichkeit der östlichen Religionen usw. Neben solchen Versuchen, das eigene Profil zu schärfen", steht die ungehemmte Idealisierung der fremden Religion, von der man sich einen positiven Einfluss auf die eigene erhofft, was oft damit begründet wird, dass doch alle Religionen letztlich dasselbe" wollten oder zumindest in ihrer Mystik geradezu identisch seien.
Beide Positionen sind problematisch. Meiner Meinung nach existieren zwar Grundformen des religiösen Erlebens, die in der Natur des Menschen angelegt sind und in allen existierenden Religionen vorkommen (etwa messianische Erwartung, Endzeitprophezeiungen, transpersonale Einheits-Erlebnisse, Gebet und Meditation), dennoch gibt es in der konkreten Ausgestaltung genug Unterschiede, die nicht ohne weiteres zu überwinden sind. Insbesondere zwischen den monotheistischen und den nicht-monotheistischen Religionen scheint mir eine letztlich unüberbrückbare Kluft zu klaffen.
Man fühlt sich als Buddhist daher oft peinlich berührt, wenn sich Christen über Buddhismus äußern, oder wenn sie gar versuchen, buddhistische Methoden für sich zu adaptieren (umgekehrt fühlen Christen sich natürlich genau so befremdet, wenn man versucht, Jesus buddhistisch zu interpetieren, auch dafür gibt es Beispiele).
Man ist daher zunächst einmal etwas reserviert, wenn uns jemand ankündigt, die Bergpredigt buddhistisch" interpretieren zu wollen. Andererseits: warum nicht - wir haben schließlich im Germanistikstudium brav unseren Walter Benjamin gelesen und gelernt, dass heilige Texte unendlich auslegbar sind; und es gab ja auch schon asiatische Meister wie Buddhadasa Bhikkhu oder Lama Yeshe, die sich unverkrampft mit dem Christentum auseinandergesetzt haben).
Die 1970 geborene katholische Theologin Katharina Ceming hat bisher über apokryphe Evangelien, Mystik und Buddhismus gearbeitet; 2008 erhielt sie den Theophrastus-Preis für Verdienste bei der interkulturellen komparativen Mystikforschung" und Grundlagenarbeit für den interreligiösen Dialog.
In ihrem jüngsten Buch beabsichtigt sie eine Auslegung der Bergpredigt, bei der sie aber einen Umweg über den Buddhismus nimmt, um dem Text neue Aspekte abzugewinnen. Es handelt sich also nicht um eine buddhistische Auslegung der Bergpredigt, sondern um eine christliche Exegese mit Anleihen beim Buddhismus.
Die Arbeit besteht aus zwei Teilen, einem grundsätzlichen Teil und der eigentlichen Auslegung der Bergpredigt. Zunächst weist die Autorin die verbreitete These zurück, Jesus sei irgendwann in Indien gewesen. Dann vergleicht sie Jesus mit Buddha, arbeitet die Gewinnung von Heil" als beider gemeinsames Anliegen heraus und relativiert die christlicherseits gern vertretene These, dass der Buddhismus eine Religion der Eigenerlösung" und das Christentum eine der Fremderlösung" sei. Ceming weist vielmehr darauf hin, dass die göttliche Gnade" auch im Christentum nicht ohne Mitwirkung (Öffnung) des Menschen wirken könne.
In ihrer eigentlichen Auslegung der Bergpredigt hebt Ceming zunächst die gemeinsame goldene Regel" und den grundsätzlichen Gewaltverzicht hervor, wie er sich in den Seligpreisungen ausdrückt. Die Seligpreisung der Sanftmütigen" wird mit den 4 brahma-viharas (metta usw.) verglichen, was nach Ansicht der Autorin belegt, dass man den Buddhismus nicht als egoistisch bezeichnen könne.
Jesu Aufforderung, richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet", wird als Aufforderung zur Selbstvervollkommnung gesehen, denn nur wer ehrlich mit sich selber sei, könne das Handeln anderer richtig beurteilen. Außerdem fallen die Konsequenzen unseres Denkens und Tuns notwendig auf uns selbst zurück; daher gehe es bei den Strafandrohungen der Bergpredigt nicht um Strafe und Rache, sondern um die Gesetzmäßigkeit von Karma. Jesus habe wie Buddha erkannt, dass die Verstrickung in unheilsame Handlungen bereits im Denken beginne. Nur so seien die befremdlichen Aussagen über Ehebruch und Scheidung, Zorn und Mord zu verstehen. Jesus gehe es nicht um äußerliche Gesetze, sondern um innere Transformation.
Konsequenterweise deutet Ceming schließlich auch die rechte Sorge" und die Forderung nach Besitzlosigkeit (sehet die Lilien auf dem Felde etc.") nicht äußerlich als Anempfehlung des Mönchsseins, sondern als Aufgeben dessen, was der Buddha Anhaftung" nennt und sich heute, mit Heidegger zu reden, vor allem als rechnendes Denken" zeige. Unter Bezug auf Meister Eckeharts Auslegung von Lukas 10,38-42 (Martha und Maria) versucht die Autorin plausibel zu machen, dass das Reich Gottes" und die Gotteskindschaft" sich durch Offenheit, Wachheit und unverstellte Wahrnehmung auszeichnen würden. Dies strebe auch der Buddhismus mit der Satipatthana-Übung an.
Im abschließenden Kapitel über die immerwährende Kraft der Bergpredigt" wird deutlich, dass es der Autorin bei ihrem Ausflug in den Buddhismus letztlich um eine Kritik an den traditionellen, kirchlichen Auslegungen der Bergpredigt geht; diese sollen durch eine ungewohnte Perspektive, die hier vor allem der Buddhismus liefert, aufgebrochen werden. Deutlich wird dies insbesondere beim Thema Scheidungsverbot, das ihrer Ansicht nach nicht aus dem Text hergeleitet werden kann. Ihre Position steht dabei in der Tradition der christlichen Mystik.
Das Unternehmen der Autorin ist durchaus sympathisch, ob es innerhalb der Christenheit allerdings jemals mehrheitsfähig sein sollte, das zu beurteilen ist zum Glück nicht unseres Amtes. Wir sind schon zufrieden, dass sie dem Buddhismus mit Aufgeschlossenheit begegnet und sich um ein Verständnis des Dharma bemüht. Die einzige Stelle, an der ich etwas auszusetzen habe, findet sich auf Seite 40: Die Aussage, dass durch das Rezitieren des 7 Erleuchtungsglieder vollkommene Erlösung erreicht" werde, ist so nicht richtig, jedenfalls passt die als Beleg angeführte Stelle im Samyutta-Nikaya (46,1) nicht dazu, denn dort ist von der Praxis der 7 bojjhanga die Rede, nicht vom bloßen Rezitieren.
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am 15. Juni 2013
Bin gerade am Lesen und der Vergleich Buddhismus - Christentum finde ich echt spannend. Die Lehren Jesu kann man sehr wohl buddhistisch betrachten, was ich schon immer getan habe. Wie z. B. die Aussage im Buddhismus: lebe im hier und jetzt und die Aussage Jesus: was sorgt ihr euch um morgen, der morgige Tag wird für das seine sorgen. Daher kaufte ich mir das Buch und bin nicht enttäuscht.
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am 31. Mai 2015
Schon im Jahr 2009 geschrieben und thematisch bis heute aktuell - so stellt die Autorin zwei große Weltreligionen vor.
Der Titel kommt recht mainstreaminghaft daher, doch der Inhalt ist wissenschaftlich fundiert und zugleich wunderbar einfach zu lesen.
Wer das Ursprüngliche, die Essenz der beiden Religionen: Buddhismus und Christentum kennen lernen oder vertiefen möchte,
dem empfehle ich dieses kleine Buch.
Die "immerwährende Kraft heilsamer Lehren" sollten wir nicht aus dem Blick verlieren, wenn das Leben gelingen soll.
Unbedingt lesenswert.
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am 20. August 2013
Sorge dich nicht um morgen - das Einzige, was ich bei dem Buch weniger geglückt finde, ist der Titel. Man bekommt den Eindruck eines Dünnbrett-Bohrer Buches und dabei ist es ein so formidables Buch, wie ich es selten gelesen habe. Der Untertitel "Die Bergpredigt buddhistisch gelesen" gibt schon mehr Aufschluss über dieses Buch, kann aber leicht übersehen werden.
Die Kombination von ungeheurem Wissen und sprachlicher Leichtigkeit, den Mut Dinge neu zu denken und Neues auszusprechen, all das bietet dieses Buch. Für mich persönlich ist eine Standardliteratur für alle, die sich mit Buddha und Jesus beschäftigen - insb. auch für die vielen Führungskräfte, die gerne zu Buddha blicken und/oder ihn zitieren. Auch wer sich die Frage stellt, wie können wir manches dieser alten Lehren heute leben, muss sie zuerst einmal durchdenken - Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzeigen und erkennen.
Ein Buch, dass ich uneningeschränkt allen - insb. Unternehmern, Führungskräften, Trainern, Beratern, Coaches - empfehle.
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