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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anregungen zwischen Realismus und Utopie
Dieses Buch gibt einige Tipps, was man tun kann, "damit es Kindern, Eltern und Lehrern besser geht", wie es so passend im Untertitel heißt. Dazu gibt es eine breites Spektrum an Thesen, Ideen und Formulierungsveränderungen (Bildungsrecht statt Schulpflicht). Was in diesem Werk wiedermal schwierig ist, dass hier so viele Behauptungen und Zahlen genannt werden,...
Vor 14 Monaten von Detlef Rüsch veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Thema verfehlt
Dass die Schulen in die Krise geraten sind, ist allgemein bekannt. Allerdings gibt es noch viel mehr Krisenherde z. B. die Familien, das bei 16 deutschen Bundesländern höchst unterschiedliche Bildungssystem u.a. Der Leser erwartet von Juuls Buch eine Analyse der Verhältnisse, ein Erforschen der Ursachen, Vorschläge, wie Probleme überwunden werden...
Vor 20 Tagen von Jaroschek veröffentlicht


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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anregungen zwischen Realismus und Utopie, 26. Mai 2013
Von 
Detlef Rüsch "detlefruesch" (Landshut, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Schulinfarkt: Was wir tun können, damit es Kindern, Eltern und Lehrern besser geht (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch gibt einige Tipps, was man tun kann, "damit es Kindern, Eltern und Lehrern besser geht", wie es so passend im Untertitel heißt. Dazu gibt es eine breites Spektrum an Thesen, Ideen und Formulierungsveränderungen (Bildungsrecht statt Schulpflicht). Was in diesem Werk wiedermal schwierig ist, dass hier so viele Behauptungen und Zahlen genannt werden, ohne dass es die Nennung einer Quelle gibt. Hier würde man sich wesentlich mehr Differenzierung wünschen: "Es gibt immer mehr Sonderschulen und Sonderunterricht" (S.43), "...gehen deutsche Schulpsychologen davon aus, dass gut die Hälfte aller deutschen Grundschüler eine Psychotherapie brauchen" (S. 31), "...die Wertvorstellungen innerhalb unseres Schulsystems sind zu neunzig Prozent bürokratisch und nur zu zehn Prozent professionell geprägt." (S. 80)
Die Zahlenvergleiche wirken einfach oftmals hergeholt.
Außerdem empfinde ich es als ziemlich populistisch, wenn Juul schreibt:"Damit die Leute vom Jugendamt ruhig schlafen können, brauchen sie immer irgendeinen Handlungsplan." (S. 105)
Diese Schwächen des Buches werden aber durch eine Vielzahl an Ideen, Vorschlägen und Handlungsalternativen wieder gelindert. So macht Juul deutlich, dass neben der Unterrichtsqualität in der Lehrerausbildung vielmehr auf die Beziehungskompetenzerweiterung gebaut werden sollte. Diese fehlen bislang in der Lehrerausbildung in ausreichendem Maße. So sollte mehr auf einen guten Dialog mit Kindern, mit Gruppen, mit Eltern gebaut werden und für Führungsaufgaben besser vorbereitet werden. (vgl. S. 157)
Das Buch selbst ist in die groben Bereiche "Schule unter Druck", "Das lernende Dreieck", "Mit Eltern im Gespräch", "Was macht einen guten Pädagogen aus?" und Zukunftsvisionen eingeteilt und enthält neben den ausführlichen Textbeiträgen von Jesper Juul mit vielen Praxisbeispielen Interviews mit dem Schweizer Schulpsychologen Paul Kim, mit dem Schulgründer Christoph Schuhmann (Schule des Lebens, Hamburg) und Gesprächsausschnitte aus Verantstaltungen mit Eltern.
Leider enthält das Literaturverzeichnis wiedermal nur Buch- und DVD-Tipps über Jesper Juul. Hier würde man sich eine breitere Palette wünschen.
Alles in allem ein hilfreiches Buch für eine intensive Auseinandersetzung nicht nur mit den Schulen von heute, sondern vielmehr auch mit den Chancen einer anderen schulischen Bildung in der Zukunft, die nicht nur alleine die Schule im Blick hat, sondern auch die gesellschaftlichen, familiären und politischen Aspekte mit im Blick hat, die unweigerlich auf die Schulen einwirken.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse Buch!, 6. September 2013
Von 
S. Warnek (Holdorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin kein Leser aber dieses Buch und auch die anderen haben mich fasziniert! Ich hatte ein paar Probleme mit meinem Sohn in der Schule aber nun ist es besser, da ich ihn und er mich besser versteht! Das sollten viel mehr Eltern lesen!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jasper Juul "Schulinfarkt", 15. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Schulinfarkt: Was wir tun können, damit es Kindern, Eltern und Lehrern besser geht (Gebundene Ausgabe)
Der dänische Familientherapeut und Bestsellerautor Juul ist bekannt für Bücher, die auf der Seite der Kinder stehen und Kinderinteressen vehement verteidigen. Diesem Ruf wird der Autor auch mit Schulinfarkt gerecht: Dem Untertitel Was wir tun können, damit es Kindern, Eltern und Lehrern besser geht folgend benennt Juul schonungslos die Missstände des aktuellen Schulsystems und ruft zum Widerstand und kreativen Umgang damit auf.
Juuls Buch ist in neun Kapitel unterteilt, denen ein Vorwort des Gründers und Leiters von familylab.de Mathias Voelchert vorangestellt ist. In den Kapiteln beschäftigt sich Juul mit verschiedenen Aspekten des Themas Schule, beginnend mit dem enormem Druck, der von Seiten der Lehrer und Eltern oft auf die Kinder ausgeübt wird. Dieser Druck belaste die Eltern-Kind-Beziehungen. Da für Juul die Wichtigkeit guter Beziehungen zentral ist, ist für ihn eine Reduzierung des Drucks wichtig. Er fordert die Eltern auf, ihre Kinder jetzt zu genießen, statt deren ohnehin ungewisse Zukunft zu planen. Juul kritisiert die in den Medien oft vermittelten Rufe nach Regeln, Grenzen und Konsequenzen – die Wirtschaft von heute brauche keine Befehlsempfänger, sondern kreative Köpfe, daher sei die Forderung von Gehorsam nicht mehr zeitgemäß (und auch unethisch).

Dem „lernenden Dreieck“ zwischen Eltern, Kind und Lehrern widmet Juul das zweite Kapitel. Wichtig sei, dass Eltern den Kindern beistünden und dabei keine Anti-Haltung zur Schule entwickelten. Nötig sei ein konstruktiver Dialog, in dem die Erwachsenen dem Kind zuhören und es ernst nehmen, trotzdem aber die Verantwortung für die Qualität der Beziehung zu den Kindern übernehmen. Demokratische Schulen hätten in der Vergangenheit den Fehler begangen, auch diese Verantwortung den Kindern zu übertragen, was zur Überforderung der Kinder geführt habe.

Juul geht davon aus, dass jeder Erwachsene durch seine reine Präsenz erziehe und daher Verantwortung habe. Die Schule von heute mache viele Kinder kaputt, ohne dafür Verantwortung zu übernehmen. Dies sei nicht länger tragbar.

Das Kapitel „Wie kann sich Schule entspannen“ enthält ein Interview mit einem Schweizer Schulpsychologen, in dem unter anderem geäußert wird, dass die Schule eine Institution für die Gesellschaft, nicht für die Kinder sei. Sie hinke der Gesellschaft immer um eine Generation hinterher und sei daher in der jetzigen Form nicht hilfreich. Die zunehmende Gewalt an den Schulen versteht Juul als systemische Aussage über ein gewaltvolles System, das auch den Lehrern nicht gerecht werde. Er plädiert dafür, den Lehrern mit Fortbildungen und Verbesserung ihrer Situation zu helfen: Wenn es den Lehrern gut gehe, gehe es auch den Schülern gut. Schließlich plädiert der Autor für ein Bildungsrecht anstatt einer Schulpflicht.

Als roter Faden zieht sich durch das Buch die Beschäftigung mit sogenannten Schulverweigerern, also Kindern, die nicht oder nur unregelmäßig zur Schule gehen. Juul geht davon aus, dass diese mutigen Kinder nicht das Problem, sondern die Lösung sind: Mit diesen Kindern müssten wir sprechen, wenn es darum gehe, die Schule der Zukunft zu entwickeln. Neben diesem roten Faden gilt ein Kapitel „schwierigen Jugendlichen“, die, so Juul, Hilfe und keine Strafen bräuchten. Juul plädiert für eine systemische Perspektive, die die Familien mit in den Blick nimmt. Neben der Qualität der Beziehungen sei eine Stärkung des Selbstgefühls wichtig. Darunter versteht er die Fähigkeit, sich selbst zu kennen und zu spüren, im Gegensatz zum Selbstvertrauen, das auf dem beruhe, was jemand kann.

Juul ist ein leicht zu lesendes Buch gelungen, das sicher für viele Eltern Anregungen bietet. Der Schreibstil ist einfach und doch nicht vereinfachend, knackig und stellenweise humorvoll. Juul ermuntert Eltern dazu, unbequem aber nicht querulantisch zu sein, und zeigt an zahlreichen Beispielen auf, wie das sinnvoll gehen kann. Außerdem plädiert er immer und immer wieder dafür, in den Dialog zu treten: mit den Jugendlichen und Kindern, aber auch mit Lehrern.

Ein netter Bonus wäre ein umfangreiches Literaturverzeichnis mit Anregungen zum Weiterlesen am Buchende gewesen. Aktuell enthält dieses nur Verweise auf Juuls zahlreiche bereits erschienene Bücher und DVDs. Ein größeres Manko ist das Layout mit den eingeschobenen groß gedruckten Textteilen. Es erinnert zu sehr an ein Lehrbuch und schafft Redundanzen, statt die Lesbarkeit zu erhöhen. Darauf hätte der Verlag besser verzichtet. Da das Layout aber ansonsten sehr klar ist, kann das Buch trotzdem rundum empfohlen werden.

(Dr. Katja Rose)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Thema verfehlt, 2. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schulinfarkt: Was wir tun können, damit es Kindern, Eltern und Lehrern besser geht (Gebundene Ausgabe)
Dass die Schulen in die Krise geraten sind, ist allgemein bekannt. Allerdings gibt es noch viel mehr Krisenherde z. B. die Familien, das bei 16 deutschen Bundesländern höchst unterschiedliche Bildungssystem u.a. Der Leser erwartet von Juuls Buch eine Analyse der Verhältnisse, ein Erforschen der Ursachen, Vorschläge, wie Probleme überwunden werden könnten. Nach dem Lesen ist man keineswegs klüger. Was Juul beschreibt, hat mit der Wirklichkeit, die wir kennen, fast nichts zu tun. Am Anfang fordert er, die Bildungspflicht solle durch ein Bildungsrecht ersetzt werden. Man kann hier Bildung durch Schule ersetzen und erkennt, dass dieser Vorschlag nichts anderes als eine sinnlose Phrase ist. Im Buch wimmelt es von Übertreibungen. „Wenn Ernährungsexperten uns auffordern, unbedingt Vollkornprodukte zu essen, weil diese wahrscheinlich gesünder seien, dann wird auch dadurch Druck aufgebaut, der uns krank macht.“ Nicht jeder Druck macht krank, aber mancher Druck ist absolut nötig. Und immer wieder behauptet Juul etwas, ohne den geringsten Versuch zu machen, Behauptungen zu begründen und zu belegen. „ Wir wissen, dass diese (Schul)Psychologen für die Schule arbeiten. Doch sollten sie lieber mit den Schülern arbeiten.“S. 31 oder „Die meisten Lehrer können ihre Schüler zwar belehren, sind jedoch nicht in der Lage, ein gleichwürdiges Gespräch mit ihnen zu führen.“ S. 55 Natürlich ist es wichtig, vernünftig nicht nur mit Schülern, sondern mit jedem Mitmenschen zu sprechen, eine aggressive Sprache zu vermeiden, lieber ‚Ich-Botschaften‘ zu senden. Wer seine Kommunikationsfähigkeit verbessern will, sollte Gordons ‚Familienkonferenz‘ lesen, das bringt mehr, als Juuls oberflächliche Hinweise auf diesem Gebiet. Für Juul ist es verwerflich, dass Eltern gehorsame Kinder wünschen. Das ist natürlich lächerlich, Gehorsam hat nichts mit Unterwerfung zu tun, sondern bedeutet die Einsicht, dass ohne Bejahung von Regeln und Werten eine Gesellschaft nicht existieren kann. Wer pünktlich zur Arbeit erscheint, ist positiv gehorsam. Dass sich Wertvorstellungen aufgelöst haben, ist Unsinn. Sie werden nur leider vielfach nicht beachtet. Eigentlich sollten die Lehrer lautstark protestieren, wenn der Autor meint, weil diese Beamte seien, dächten und handelten sie nur noch wie Bürokraten. Man kann sich das Lesen dieses Buches ersparen. Jeder braucht nur an die eigene Kindheit und Jugend zu denken, die bei ihm gemachten Fehler zu durchdenken und sich dann zu bemühen, diese Fehler bei den eigenen Kindern und Schülern zu vermeiden, das bringt mehr, als jeder gedruckte Ratgeber.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr lesenswert!!, 29. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schulinfarkt: Was wir tun können, damit es Kindern, Eltern und Lehrern besser geht (Gebundene Ausgabe)
sehr interessante und erfrischende Ansichten zum Thema Schule und den Beziehungen zu unseren Kindern
nach meiner Meinung für jeden Erwachsenen sehr lesenswert
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31 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ich habe weit aus Besseres von Jesper Juul gelesen!, 29. März 2013
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Schulinfarkt: Was wir tun können, damit es Kindern, Eltern und Lehrern besser geht (Gebundene Ausgabe)
"Der Bildungsdruck, wie er hierzulande herrscht, ist ein Phänomen, das ich in Dänemark und den anderen skandinavischen Ländern nie in ähnlicher Weise erlebt habe." schreibt Jesper Juul um dann ein paar Seiten weiter zu verkünden: "dass sich die Anzahl der vier bis vierzehnjährigen Patienten, die an schweren psychosomatischen Störungen leiden (und er spricht hier von einem schwedischen Krankenhaus), innerhalb der letzten Jahre um 83 Prozent erhöht hat." Den Druck der auf die Kinder ausgeübt wird, macht der Autor dafür verantwortlich. Was ist denn nun an dem eingangs beschriebenen skandinavischen Phänomen noch dran?

Kindergärten und Schulen bezeichnet der Autor als "Zwangseinrichtungen". Der Autor ist selbst Lehrer, ich glaube mehr Realismus hätte seinem neuen Buch gut getan. Worte wie "Zwangseinrichtungen" tun einer ehrlichen und fairen Debatte nicht gut, zielführend sind sie schon gar nicht.

Was der Autor und ich bin eigentlich ein Fan seiner bisherigen Bücher, in "Schulinfarkt" zusammenträgt ist zum einen Teil den Eltern ein schlechtes Gewissen einreden und den Lehrern andererseits sagen: Bemüht euch endlich um ein partnerschaftliches Verhältnis auf Augenhöhe zu euern Schülern.

Wie weit ist Jesper Juul inzwischen eigentlich weg vom ganz normalen Wahnsinn eines Schulalltags in einem deutschen Gymnasium? Schüler sitzen in Klassen und Kursen von fast 30 Jugendlichen vor Lehrern, alle 90 Minuten steht da ein anderer Lehrer. Wie kann denn da überhaupt ein partnerschaftliches Verhältnis entstehen, ganz egal wie gut oder schlecht Lehrer und Schüler grad drauf sind. Manchmal sehen sich Schüler und Lehrer in diesem Kurssystem nur einmal in der Woche.

Vieles von dem was der Autor bemängelt, sehe ich zwar ähnlich, aber letztlich können so viele Bücher zu diesem Thema geschrieben werden, wie es Käufer dafür gibt. Probleme werden damit nicht einmal ansatzweise gelöst. Immer wieder, bei jedem Problem, geht es zum Schluss doch wieder ums Geld und dies ist wie immer knapp.

Ich habe Bücher von Jesper Juul gelesen, da hab ich hinterher gesagt: "Jawohl, der Mann hat Recht!" Bei "Schulinfarkt" ist dies anders. Zum einen habe ich nichts wirklich Neues entdecken können. Andererseits sollte sich der Autor wieder dem realen Schulalltag zuwenden. Bei diesem Buch hatte ich den Eindruck, viel zu lange schon war der Autor nicht mehr in einem ganz normalen Gymnasium. Ich habe weit aus Besseres von Jesper Juul gelesen!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Starker Titel - nichts dahinter, 23. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Schulinfarkt: Was wir tun können, damit es Kindern, Eltern und Lehrern besser geht (Gebundene Ausgabe)
„Schulinfarkt“ ist ein Buch, das man getrost in die Kategorie „Bücher, die die Welt nicht braucht“ einreihen kann. Es scheint Mode zu sein, dass Fachfremde sich über Schule äußern und damit Geld verdienen: Precht (Philosoph) und Hüther („Hirnforscher“), um einige andere zu nennen. Was würde der Leser wohl sagen, wenn sich ein Sportlehrer über Philosophie ausließe oder ein Hauptschullehrer über Hirnforschung? Wie sieht es also mit Jesper Juul aus?

Vielleicht ist Juul ein guter Familientherapeut. Einige seiner Grundgedanken sind nicht von der Hand zu weisen: eine gute Beziehung zu Kinder aufbauen, mit ihnen richtig zu kommunizieren, ihnen Selbstvertrauen zu geben, als Lehrer eine natürliche Autorität zu entwickeln. Aber das kann man bei Watzlawick und Schulz von Thun besser nachlesen.

1. Bekommt der Leser das, was er erwartet? SCHULINFARKT – da würde man erwarten, dass die Missstände des Schulsystems im Detail aufgedeckt werden, Gründe genannt und Lösungsvorschläge unterbreitet werden. Aber die Antwort auf die Frage, was der Schulinfarkt ist, bleibt der Autor schuldig. An einer Stelle schreibt er sogar: „Es ist eine Tatsache, dass die sogenannten Schulprobleme der meisten Kinder eigentlich nichts mit der Schule zu tun haben.“ Durch „sogenannte“, „meiste“ und „eigentlich“ wird die Aussage des Satzes zudem vollkommen verwässert.
Über welches Schulsystem schreibt er eigentlich? Das Buch ist durchsetzt mit Hinweisen auf Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Kroatien etc., aber immer nur anekdotisch. Welches Bildungs- oder Schulsystem kritisiert wird, bleibt offen. Das Buch hätte eher den Titel verdient „Der Umgang mit schwierigen Jugendlichen/Erziehungsschwierigkeiten“.

2. Kennt der Autor sein Metier? Ähnlich wie Precht und Hüther ist auch Juul nicht vom Fach. Nach eigener Aussage hat er in allen möglichen Hilfs- und akademischen Jobs gearbeitet, ist nun Familientherapeut und selber Lehrer. Nur: die Lehrtätigkeit beschränkte sich auf 3 Jahre - in einem staatlichen Erziehungsheim – in den 70er Jahren. In einer staatlichen Schule – um deren Kritik es laut Buchtitel offensichtlich geht – hat Juul nie gearbeitet. Und das hat er leider mit anderen Kritikern aus dem Elfenbeinturm gemein: nicht die leiseste Ahnung vom realen Schulalltag.

3. Hat der Autor sorgsam recherchiert? Das lässt sich an dieser Stelle nicht ohne weiteres sagen. Aber 11 Bücher alleine von 2011 – 2013 in Deutschland, fast 4 Publikationen pro Jahr, das scheint mir eine recht hohe Schlagzahl zu sein. Drei Monate für Recherche, Schreiben, Redigieren, Druckfahnen korrigieren. Wie macht der Mann das?

4. Basieren die Thesen des Autors auf nachprüfbaren Fakten? Immer wieder wartet das Buch mit Behauptungen auf, die eher der Klischeeschublade entnommen scheinen.
So behauptet der Autor von „Schülern, die sich lautstark zu Wort melden und ständig im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen wollen“, dass sie „in der Regel aus sehr gebildeten Elternhäusern“ kommen.
Er wirft den Schulen vor, dass sie nur noch normierte Schüler wollen. Offensichtlich ist die deutschlandweite Debatte um Binnendifferenzierung und Inklusion am Autor vollständig abgeprallt.
Dazu gehört auch, dass die „netten, wohlerzogenen Mädchen … oft zu selbstdestruktivem Verhalten neigen“ und sie ab dem 40. Lebensjahr „massive Probleme“ bekommen. Als Therapeut hat er vermutlich oft mit solchen Menschen zu tun, die eventuell wirklich überangepasst sind. Aber den Umkehrschluss auf eine ganze Schülerschaft zu wagen ist wissenschaftlicher Unsinn.

5. Wie differenziert argumentiert Juul? In Anlehnung an den Titel verrät auch die Diktion des Buches eine bedrohliche Nähe zur Übertreibung: das Schulsystem steht in einer „tiefgreifenden Krise“, es herrscht ein „enormer Bildungsdruck“, der ins „Unermessliche“ wächst. Wenn Eltern ihre Kinder fragen, wie es in der Schule war, wo sie abends hingehen und ob sie ihre Hausaufgaben schon gemacht haben, dann ist das für den Autor „ein unausgesetzter Strom von Fragen, dem [richtig: dessen] sich die Kinder erwehren müssen“. Lehrer haben „oft große Angst vor Eltern“, aber Eltern haben auch Angst vor den Lehrern usw. usw. Warum hat der Autor die Übertreibungen nötig? Er ist keine Gerlinde Unverzagt. Denn immerhin bezeichnet er die Lehrer an anderer Stelle als „intelligente und motivierte Menschen“.

6. Kann man in der Argumentation einen roten Faden erkennen? Ich habe ihn nicht erkannt. Die einzelnen Kurzkapitel scheinen bunt aneinander gereiht zu sein.

Fazit: Das Positive am Buch: der Autor schlägt nicht wie andere Autoren eine Reform oder gar Revolution des Bildungssystems vor, er setzt beim Einzelnen (und z. T. bei bürokratischen Vorgaben) an. Ein einfühlsameres und professionelleres Miteinander ist sicher hilfreich.

Dennoch wirkt das Buch konzeptarm und überzeugt nicht. Hier muss man sagen: Schuster bleib bei deinem Leisten!
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20 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Inspirationen kann man kaufen - Mut nicht, 29. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Schulinfarkt: Was wir tun können, damit es Kindern, Eltern und Lehrern besser geht (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich wollte ich keine Rezension mehr über ein Juul Buch schreiben, weil ich natürlich grundsätzlich immer viele Sterne gebe, da ich bei ihm meine Weiterbildung gemacht habe, und nach seinen Erfahrungen und Theorien Vorträge halte. Nun mache ich es aber doch nochmal. In jedem Juul Buch sind wertvolle, klare, mutige und wahre Aussagen. Ist man ein Juul Buch Fan, erkennt man auch die Wiederholungen. Das passiert allerdings bei Krimischreibern o.ä. auch. Ich habe 5 Sterne gegeben, weil ich mir vorstellen kann, wenn ein Pädagoge diese Ansichten und diese Perspektive zum ersten mal liest, ist er bestimmt überrascht, bestenfalls ist er sehr berührt und wird sicherlich das eine oder andere ohne weitere Fortbildung in seinem Unterricht einfließen lassen können. Eine Haltung annehmen (ist mit etwas Enthusiasmus zu erlernen) die nicht kritisiert oder moralisiert ist möglich für jeden Menschen und billig dazu. Dieses Buch würde in der Umsetzung helfen, als Eltern oder Pädagoge eine Sprache zu finden, die ausdrückt was ich will und gleichzeitig wird nicht geschimpft oder gedroht (das nächste mal rufe ich deine Mutter an) Und "Schulinfarkt" ermutigt genau dazu. Uns selber zu verändern, uns selber zu hinterfragen "wie ist das bei mir". Es kommt hierbei nicht darauf an, wie oft sich Lehrer/Schüler treffen, oder wie groß die Klasse ist. Eine Haltung ist eine Haltung, die mich auszeichnet unabhängig der Rahmenbedingungen. Uns bei unseren Jugendlichen hin und wieder zu bedanken für ihre Leistung tagtäglich in die (vielleicht ungeliebte) Schule zu gehen, ist für einen Juul Buch Leser nichts Neues. Das stimmt. Aber dieses Buch ist auch für Erstleser gedacht. Und für die ist es eine neue Perspektive. Ingesamt sehr gelungen auf den Punkt gebracht. Kein Wälzer, den man nicht versteht. Ein Buch das inspiriert und Mut macht zur Veränderung. Und viele Tipps, wie das gehen soll. Das Buch, die Inspiration, kann man kaufen. Mut nicht.
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4.0 von 5 Sternen Was ich mir immer schon gedacht habe ..........., 20. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Jesper Juul schreibt es im Schulinfarkt auf.
Schwer getan habe ich mir mit der Stimme des Lesers. Vieles kam dadurch für mich ein wenig zu harsch herüber, obwohl es wohl doch auch zu Juuls Stil passt, mit dem ich aus demselben Grund meine Probleme habe.
Alles in allem inhaltlich für mich ok, aber auf die Präsentation kommt's eben auch an.
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5.0 von 5 Sternen Excelent!, 16. September 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch ist excellent! Jesper Juul spricht über viel verschiede Themen und eine Art und Weise die sehr klar, einfach und verständlich ist. Dieses Buch ist ein muß wenn man sich mit Erziehung beschäftigt.
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