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5.0 von 5 Sternen Die letzten Metaphysiker, 5. April 2009
Von 
Michael Baumann "Michael Baumann" (Uedem, Niederrhein) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gesamtausgabe. 4 Abteilungen: Gesamtausgabe 2. Abt. Bd. 32: Hegels Phänomenologie des Geistes (Wintersemester 1930/31) (Gebundene Ausgabe)
Sowohl Hegel als auch Heidegger sind, was ihre Philosophien betrifft, umstritten; beides rührt zumindest teilweise aus der politischen Wirkung der Philosophie dort (woran ein gewisser Karl Marx aus Trier einen gewichtigen Anteil hat), des Mannes dort (was man fahrlässigerweise immer öfter auf die Philosophie abfärben lässt !)her. Einig ist man sich im Falle der Phänomenologie des Geistes darüber, dass es sich um eines der schwierigsten Werke der Weltliteratur handelt (H.P.Hansen); Ludwig Siep bemerkte in diesem Zusammenhang, dass ein über oberflächliche Lektüre hinausgehendes Studium der Phänomenologie des Geistes "Lebensjahre" koste. Das kann von hier bestätigt werden; wobei ich nicht glaube, dass oberflächliche Lektüre überhaupt etwas ausrichtet.
Martin Heideggers Vorlesung ändert daran, dass sich die Lektüre in der Gangart der Krebse vollzieht, nämlich mal drei Schritt vor, dann wieder zwei zurück (an guten Tagen) nichts. Zuweilen spürt man das Verlangen, Hegels Hauptwerk zur offenen Balkontür rauszuwerfen.
Heideggers Text nimmt sich diesen Schwierigkeiten an, allerdings ohne es einfacher zu machen als zulässig; er beginnt mit der Werkgeschichte und der Einordnung der Phänomenologie und interpretiert danach textnah sämtliche Kapitel aus Teil A) Bewusstsein und danach in Ansätzen das B-Kapitel. Er vermag in das spekulative Denken einzuführen und es gelingt ihm eine -soweit möglich- plastische Dastellung des Textes. Besonders wertvoll dürfte dies im Kapitel "Kraft und Verstand" mit dem Unterkapitel "Die verkehrte Welt" sein; hier bringt einen der Hegel-Text (fast) dazu, hinter dem Buch her vom Balkon zu springen. Aber es scheint dass die beiden Schwaben Hegel und Heidegger sich verstanden hätten.
Alles in allem eine sehr gute Einführung in eines der schwierigsten Werke der Philosophiegeschichte, die allerdings selbst vom Anforderungsniveau nicht ohne ist.
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4.0 von 5 Sternen Hegels brillante Vorlesung zur Phänomenologie des Geistes, 4. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gesamtausgabe. 4 Abteilungen: Gesamtausgabe 2. Abt. Bd. 32: Hegels Phänomenologie des Geistes (Wintersemester 1930/31) (Gebundene Ausgabe)
Heideggers Vorlesung über Hegels PG von 1930/31 ist ein wunderbares und eröffnendes Stück Hermeneutik. Heidegger geht vom Begriff des absoluten Wissens aus: "Das Sichwissen als der nicht gebundene Ursprung der Einheit und Zusammengehörigkeit beider, des Selbtsbewusstseins und des Bewusstseins, dieses Wissen ist das rein nicht gebundene, rein losgelöste, das absolute Wissen - [...] die Vernunft." Obschon Heidegger Phänomenologe in der Traditon Husserls ist, geht er partiell sehr sprachanalytisch vor, klärt die Begriffswelt Hegels, der die Erfahrung nicht über... oder von... versteht, sondern an... bzw. mit... Zudem klärt er auch die Grammatik Hegels wie z.B. den "Geistes-Genetiv" im Hegelschen Titel der Phänomenologie ("Zur-Erscheinung-Kommen des Geistes"). So geht er auf den Begriff der Anschauung vom Allgemeinen ("Die das Wesen selbst gebende Anschauung in diesem ersten Sinne ist die phänomenologische Anschauung.") über in die besondere der Bewusstseinserfahrung: "Es - das Bewusstsein - ist 'in der Erfahrung selbst begriffen'". Brillant ist hierbei der dialektische Erfahrungsbegriff "Für-das-Bewusstsein-Sein, Gewusstsein - dieses Sein für... ist das Wissen. [...] und dieses Wissen selbst als gewusstes wird dabei anderes als es vordem war." Damit wird das absolute Wissen der Geist, denn "[er] ist dieses zusichselbstkommende Beisichselbstsein im Sichanderswerden." Vom absoluten Wissen des Subjekts wandert Heidegger nun zur und "über" die sinnliche Gewissheit entlang der Phänomenologie. Er weiß zur Hegeleschen Dialektik als Methode zu sagen: "1. Das Seinsproblem bleibt auf den Logos orientiert; 2. diese 'logische' Orientierung aber ist Unruhe, ist absolvent aus der Un-endlichkeit verstanden. [...] Weil aber dieses Logische das Dialogisch-Dialektische ist, kann nun Hegel, und der Deutsche Idealismus überhaupt, die Allheit des Seienden in seinem Sein aus der Ichheit als der Unendlichkeit begreifen." Analog zu seinem "Sein und Zeit" zieht er das Hegelsche "Dieses und Jetzt" der sinnlichen Gewissheit. Heidegger geht weiter zur Wahrnehmung ("... es nimmt so die Wahrheit des Wahrgenommenen in sich und auf sich."), er bringt so das wahrgenommene Ding in der auch angerechneten Erweiterung der Transzendentalphilosophie Kants zur Formel: Ding = Eins + Auch. Die Kraft des Verstandes ist nun mehr das Auchdenkende des Auch des Eins zusammen mit dem Eins. Hegel glaubt nicht an die unwahrnehmbare Welt der Dinge an sich (Kant): "Wenn das Ding an sich absolut Gewusstes und Wissbares ist, dann so, dass es seinen Gegenstandscharakter verliert, d.h. wahrhaft an sich, ein Sichhaftes, Fürsichhaftes wird..." Er zitiert Hegel am Schluss des Bewusstseinsabschnitts: "Es zeigt sich, dass hinter dem so g. Vorhange, welcher das Innere verdecken soll, nichts zu sehen ist, wenn wir nicht selbst dahintergehen..." Heidegger vollzieht den Übergang vom Verstand zum Selbstbewusstsein über seine Onto-theo-ego-Logik. Das unglückliche Bewusstsein ist schließlich das Wissen von sich als Wissen und aber Gewusstes von diesem sich selbst wissenden Wissen: "Denn die 'Vernunft ist die Gewissheit des Bewusstseins [d.h. des Selbstbewusstseins] alle Realität zu sein'".

Am Ende bringt Heidegger sein "Sein und Zeit" noch einmal stark mit hinein, viel wichtiger ist aber seine Hegelsche Würdigung, die er ins Allgemeine zieht: "dass jeder wirkliche Philosoph [...] im Innersten das Wort seiner Zeit ist."
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Gesamtausgabe. 4 Abteilungen: Gesamtausgabe 2. Abt. Bd. 32: Hegels Phänomenologie des Geistes (Wintersemester 1930/31)
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