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5.0 von 5 Sternen Ein faszinierender Schauplatz
Auf Ellesmere Island, einer weiten Eislandschaft im nördlichen Polarkreis, sind zwei Touristen zusammen mit der erfahrenen Führerin Edie Kiglatuk auf einem Jagdausflug. Als einer der Männer unter mysteriösen Umständen erschossen wird, beschließt der Ältestenrat der kleinen Inuit-Siedlung Autisaq, den Vorfall als Unfall abzutun. Edie ist...
Veröffentlicht am 14. September 2011 von Barclay

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ewige Kälte
Inhalt:
Die Autorin steigt gleich dramatisch in die Welt der Arktis ein. Edie, die tollkühne, mutige und selbstbewusste Protagonistin, führt zwei amerikanische Touristen durch das ihr so vertraute, eisige Land. Einer von ihnen wird angeschossen und stirbt. Für das Volk war es ein Unfall, für Edie Mord. Nun versucht sie, diesen aufzuklären und...
Veröffentlicht am 13. November 2011 von K.W.


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein faszinierender Schauplatz, 14. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Im Eis (Gebundene Ausgabe)
Auf Ellesmere Island, einer weiten Eislandschaft im nördlichen Polarkreis, sind zwei Touristen zusammen mit der erfahrenen Führerin Edie Kiglatuk auf einem Jagdausflug. Als einer der Männer unter mysteriösen Umständen erschossen wird, beschließt der Ältestenrat der kleinen Inuit-Siedlung Autisaq, den Vorfall als Unfall abzutun. Edie ist damit nicht einverstanden, sie glaubt, es war Mord und als es bei einer weiteren Expedition ebenfalls zu einem Unglück kommt, beginnt sie Nachforschungen anzustellen.

Die kanadische Arktis: ein ungewöhnlicher und faszinierender Schauplatz, so bildhaft beschrieben, dass ich die weiten Eisflächen vor mir sah und die Kälte im Gesicht spüren konnte. Deutlich merkt man Melanie McGrath die Leidenschaft für Land und Leute an. Wunderbar beschreibt sie die harte Realität des Lebens der Einwohner in dieser komplett fremdartigen Welt mit ihren angepassten Lebensgewohnheiten und ihrem eigenen Rechtssystem. Die Klimaveränderung macht den Menschen Sorgen, die fehlende Ausbildung der Jugendlichen, die ihre Perspektivlosigkeit oft in Alkohol und Drogen ertränken. Die Selbstmordrate ist hoch bei den jungen Inuit. All das schildert die Autorin nüchtern und eindringlich, sie verknüpft ihr umfangreiches Wissen mit einer ungewöhnlichen, mit vielen Wendungen versehenen Geschichte, die selbst in den ruhigeren, handlungsärmeren Passagen eine so nicht erwartete Faszination auf mich ausübte. Die eingestreuten Begriffe und Namen der Inuit-Sprache füllen die Seiten mit Leben, auch wenn sie nicht leicht auszusprechen sind.

Vor allem in der Anfangsphase ist es eher ein Porträt der Menschen und ihrer Lebensumstände in der kanadischen Tundra als ein Krimi. Eingebettet in die atemberaubende Landschaft entwickelt sich die Krimihandlung erst allmählich, streckt sich über mehrere Monate, in denen auch mal außer dem Alltagsleben nichts passiert. Erst als Edie, aus deren Perspektive die Geschichte hauptsächlich erzählt wird, keine Ruhe gibt und immer mehr eigene Nachforschungen anstellt, kommt Bewegung ins Geschehen.

Edie, 33, geschieden, Alkoholikerin, mit einer Vorliebe für alte Stummfilme, ist eine originelle und sympathische Figur. Kraftvoll und entschlossen auf der einen Seite, auf der anderen unsicher und geplagt von Selbstzweifeln.

Ein weiterer sympathischer Charakter ist Derek Palliser, der eher ruhige und bedächtige Polizist des Ortes. Er kümmert sich mehr um seine Lemming-Forschung als um Recht oder Unrecht in der Tundra. Edie braucht einiges an hartnäckiger Überzeugungsarbeit, bis auch Derek begreift, was für eine große Sache hinter den Vorfällen steckt, die ihr keine Ruhe lassen.

Am Ende ist es der Autorin gelungen, die Lebens- und Denkweise der Inuit so verständlich rüberzubringen, dass man akzeptiert, dass sich die Dinge dort oben eben nur auf Inuit-Art klären lassen.

Der Schauplatz stiehlt der eigentlichen Krimihandlung die Show. Die epischen Beschreibungen dieser anspruchsvollen Erzählung machen das Buch zu einem außergewöhnlichen Leseerlebnis.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Arktische Kriminal-Erzählung: Fesselnd!, 26. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Im Eis (Gebundene Ausgabe)
Für ihren Krimi hat Melanie McGrath einen ungewöhnlichen Schauplatz gefunden : Ellesmere Island - nur wenig südlich des Nordpols gelegen. Und dieser Schauplatz macht auch den Reiz aus dieser Kriminal-Erzählung. Die Autorin schildert das Leben der Inuk in dieser unwirtlichen aber dennoch faszinierenden Landschaft, die unterschiedlichen Mentalitäten der Ortsansässigen und der zugereisten Südler und nicht zuletzt die Traditionen der Inuk, die das Leben vor Ort bestimmen.

Dabei ist das Erzähltempo eher gemächlich aber keineswegs langatmig. McGrath nimmt sich die Zeit, ihre Figuren und die Umgebung darzustellen. Sie bedient sich einer flüssigen, beschreibenden Sprache. Spannung kommt im klassischen Krimi-Sinne nicht auf. Fesselnd ist die Geschichte aber ohne Zweifel. Es ist mehr eine Erzählung, in die die Kriminal-Handlung eingeflochten ist. Vom Ansatz erinnert das an den Stil von Hakan Nesser. Es geht nicht um einen actiongeladenen Thriller sondern eine literarisch anmutende Geschichte, die um kriminelle Ereignisse herumgesponnen ist.

Die Hauptfigur Edie Kiglatuk gehört dem Volk der Inuk an. Früher jagte sie Eisbären, nun führt sie Touristen durch die Arktis. Einer dieser Touristen, Felix Wagner, kommt bei einer von ihr geführten Tour um - durch einen Schuß. Sein Begleiter Andy Taylor will nichts bemerkt haben. Die Versammlung des Ältestenrates entscheidet, dass es sich um einen Unfall gehandelt haben muss. Kurz darauf reist Taylor wieder an. Begleitet von Edies Stiefsohn Joe begibt er sich auf eine Tour. Von dieser kehrt nur Joe verletzt zurück, Taylor bleibt verschollen. Wenig später stirbt Joe und alles deutet auf Selbstmord. Aber damit gibt sich Edie nicht zufrieden. Sie ermittelt zusammen mit dem Polizisten Derek Palliser.

Den Reiz von McGraths "Im Eis" macht die Mischung aus Tradition und Moderne aus und der Gegensatz zwischen der Naturgewalt der Arktis und dem zivilisierten Menschen, der sich in ihr behaupten muss. Von Beginn an fesselt die Geschichte den Leser.

Das liegt nicht nur an den bildhaften Beschreibungen der Landschaft und den Schilderungen der Inuk und ihrer Traditionen. Die Geschichte lebt auch von den glaubwürdigen und vielschichtigen Charakteren. McGrath thematisiert auch die Alkoholprobleme der Einheimischen. Aber auch eine Gelassenheit und Abstumpfung gegenüber Ereignissen, die sie zunächst einmal abwarten und nicht in Aktionismus verfallen lässt. Deutlich wird dies beispielsweise als Joes Vater Sammy unaufgeregt reagiert, als Joe länger als zu erwarten war nicht von seiner Tour zurück kehrt. Gespannt verfolgt der Leser, wie Edie die Hintergründe der Tode erforscht.

McGrath ist eine fesselnde Kriminal-Erzählung gelungen, die gerade aufgrund des Schauplatzes und der ethnischen Herkunft der Hauptfigur Neues bietet. Ein Lesegenuss der anderen Art. Empfehlenswert!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ewige Kälte, 13. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Im Eis (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Die Autorin steigt gleich dramatisch in die Welt der Arktis ein. Edie, die tollkühne, mutige und selbstbewusste Protagonistin, führt zwei amerikanische Touristen durch das ihr so vertraute, eisige Land. Einer von ihnen wird angeschossen und stirbt. Für das Volk war es ein Unfall, für Edie Mord. Nun versucht sie, diesen aufzuklären und gerät von einem Hinweis zum Nächsten in ein weiteres Abenteuer. Joe, ihr Stiefsohn ist zunächst einer der wenigen der hinter ihr steht. Nachdem er später den zweiten Amerikaner erneut führen soll, stirbt dieser und Joe nimmt sich daraufhin das Leben. Nun hat Edie noch mehr Gründe den Fall aufzulösen.

Charakteristika:
Die Arbeit der Autorin, die bisher Sachbücher geschrieben hat, wirkt sehr gut recherchiert. Das Leben der Inuit und die Landschaft sind sehr detailliert beschrieben. Dies ermöglicht eine genaue Vorstellung beim Rezipienten und macht die Geschichte umso glaubwürdiger. Außerdem sind ihr die Beschreibungen so gut gelungen, dass man oft die Kälte spüren kann. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Autorin viele Wörter auf Inuit einfließen lässt. Ob das nun in den Dialogen ist oder in den Beschreibungen. Das ist zwar sehr interessant und authentischer, aber ich persönlich fand es zugleich hinderlich beim Lesen, da ich immer wieder über die Wörter drüber gestolpert bin. Es scheint im Nachhinein so, als ob ein Sachbuch über die Arktis und die Inuit im Vordergrund steht und nicht der Krimi an sich. Der bildete jediglich die Rahmenhandlung.
Nachdem ich den beginnenden Krimi sehr spannend fand, hatte ich in den weiteren Kapiteln sehr große Probleme in die Geschichte einzusteigen und es hat mir anfangs auch wenig Freude bereitet, das Buch weiter zu lesen. Diese anfängliche Phase kehrte an einigen Stellen immer wieder. Dann war einfach die Spannung raus in der Geschichte und ich quälte mich durch lange Passagen, die man auch hätte kürzer fassen können. Aber die Autorin legte einfach mehr Wert darauf, das Leben des Volkes der eisigen Kälte zu beschreiben. Ihre Gewohnheiten (wie das Essen, was mir manches Mal den Appetit nahm) oder die zwischenmenschlichen Beziehungen und die verschiedenen Probleme der einzelnen Figuren sind interessant und letzteres nicht viel anderes als bei uns. Man merkt auch stark, wie bei den Inuit der Fortschritt immer mehr Überhand gewinnt.
Die Sprache der Autorin ist sehr bildhaft, sodass klare Bilder vor dem Leserauge entstehen. Das Buch beinhaltet wörtliche Rede. Der Krimiroman wird aus Edies und Dereks Perspektive geschildert. Beides sind Außenseiter auf der Suche nach der Wahrheit und Erfüllung im Leben.
Was mich außerdem gestört hat, ist die kleine Schrift des Buches. "Im Eis" hat vermutlich auch daher nur noch 461 Seiten anstatt der hier ausgewiesenen über 600 Seiten. Fragt sich was besser ist.

Empfehlung:
Ich kann vor allem denjenigen Lesern diesen Roman empfehlen, die Interesse am Leben in der Arktis haben und dieses nicht wie üblich in einem Sachbuch nachlesen möchten, sondern in einem verpackten Krimiroman. Der Roman ist mit viel Zeit zu genießen. Mit schnellem Vorankommen und Lösen eines Krimifalls ist da leider nichts.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gänsehaut direkt aus der Arktis, 12. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Im Eis (Gebundene Ausgabe)
Der Inhalt:
Edie Kiglatuk, eine erfahrenen Inuit-Frau führt zwei amerikanische Touristen durch eine Region, ein paar hundert Kilometer vom Nordpol entfernet. Als einer dieser Touristen ums Leben kommt, kommt die ganze Geschichte ins Rollen.
Wenn es nach den Dorfältesten geht sollte die Geschichte einfach unter den Teppich gekehrt werden, doch Edie ist anderer Meinung. Sie will die Umstände des Todes klären, sie will das nicht einfach so hinnehmen. So macht sie sich auf die Suche nach Beweisen und Hinweisen.

Die Autorin:
Melanie McGrath wurde in Essex geboren. Als Journalistin schreibt sie für diverse britische Zeitungen und arbeitet außerdem als Radio-Redakteurin. Sie hat diverse, zum Teil preisgekrönte Sachbücher geschrieben. «Im Eis» ist ihr erster Roman. Melanie McGrath lebt in London. (Quelle: Amazon)

Das Cover:
Das Cover gefällt mir ganz gut, es passt zum Buch. Das Blau für das Eis, das es dort überall gibt und das Rot für das Blut, das dort vergossen wird. Gute Wahl!

Der Schreibstil:
Melanie McGrath hat einen flüssigen, angenehm zu lesenden Schreibstil. Was mich manchmal etwas gestört haben waren die Wörter in dieser Inuit-Sprache, weil sie mich im Lesefluss gestört haben, aber eigentlich ist es auch ganz interessant, mal in diese Sprache hineinzuschnuppern.

Meine Meinung:
Krimis gibt es unglaublich viele, aber Krimis wie diesen hier ganz sicher nicht. Das ist wohl auch das besondere daran. Diese ganze Atmosphäre ist einfach unglaublich, der Leser spürt den kalten Wind und den Schnee und das Eis überall. Die Arktis ist der eigentlich Star dieses Buches könnte man sagen.
Jeder Krimi-Fan wird dieses Buch lieben, aber ich Leute, die eigentlich nicht so auf Krimis fixiert sind wie ich, werden bei diesem Buch nicht zu kurz kommen - das verspreche ich.

Fazit:
Unbedingt lesenswert, einfach eine tolle Atmosphäre, die den Leser gefangen nimmt!

Die Eckdaten:
Titel: Im Eis
Autor: Melanie McGrath
Verlag: KINDLER
ISBN: 978-3463405940
Seiten: 464
Preis: 19,95 €
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Ayaynuaq - Schlafende Hunde soll man nicht wecken.", 22. Dezember 2011
Von 
Regina Berger "Gina" (Rottach-Egern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Im Eis (Gebundene Ausgabe)
"Der Unterschied zwischen Inuit und Südlern ist, dass Südler Eis für gefrorenes Wasser halten, währen Inuit wissen, dass Wasser nur geschmolzenes Eis ist."

Südler, so werden die Menschen außerhalb der Arktis von den Inuit genannt. Eine von ihnen ist Edie Kiglatuk (mit dem Kosenamen Kigga für Falke), die neben ihrer scharfsinnigen Intuition mit dem Feuereifer einer guten Jägerin Fremde durch die Arktis führt. Zwei Touristen reisen zu einer Expedition nach Ellesmere Island, mitten ins ewige Eis. Der Jagdausflug wird von Edie geführt, doch machen sie keine Beute. Schon bald wird der Wunsch laut, die beutelose Jagd wäre das einzige Unglück. Jagen ist Edie`s Art, die Welt zu verstehen. So jagt sie nach der Wahrheit und verfolgt alte Spuren um auf eine frische Fährte zu stoßen. Denn dass zwischen dem Tod von Felix Wagner, dem Verschwinden von Andy Taylor (den beiden qalunaat) und dem Selbstmord ihres Stiefsohnes Joe`s eine Verbindung besteht, ist mehr als wahrscheinlich. Stückweise nähert sich die charismatische Heldin mit ihren geölten Zöpfen zusammen mit dem Polizisten Derek Palliser der Aufklärung des Falles. Dabei steckt die Arktis nicht nur voller beeindruckender Naturschönheit, sondern auch voller Gefahren.

>Im Eis< ist ein Winterbuch, das Ruhe ausstrahlt und entschleunigt. Obwohl in der Hocharktis fast alles von rauer Gewalt durchdrungen ist - wie der grimmige Wind und die mörderischen Kräfte des Eises - handelt es sich weniger um einen Krimi als um einen Roman mit kriminalistischen Elementen. Der Spannungsbogen ist vorhanden aber nicht vordergründig. Die eigentliche Hauptrolle spielen die karge Landschaft sowie deren fremdartige Bewohner.

Sinnesanregend bringt Melanie McGrath dem Leser die arktische Kälte näher, legt die Gegebenheiten dar, die der eisige Lebensraum erfordert, erlaubt einen Blick auf die Einzigartigkeit das Landes am Polarkreis und stattet die handelnden Personen mit Seele aus. (Doch nicht alles ist nur schön. Alkohol, Drogen und die Einsamkeit in der unwirtlichen Umgebung spielen im Alltag eine unschöne Rolle.) Dabei bedient sie sich vieler Worte, welche die Weltsicht der Inuit widerspiegeln und sich auf Inuktitut intensiver ausdrücken lassen. Die Verflechtung der Gegenwart mit uralter Vergangenheit ist spürbar, wenn man mit der mutigen Frau durch die Tundra streift, und an einem kristallklaren, klirrendkalten Abend in den hohen Polarhimmel blickt.

"In der Hocharktis ist immer nur Raum für das Jetzt. Man muß sich auf die Gegenwart konzentrieren." Dies ist ein wunderbarer Satz aus dem Roman, der bei mir eine Faszination für diesen einmaligen Ort auf Erden, dem Land des ewigen Eises, entfacht hat. Für alle naturverbundenen Leser, die gerne Bücher zum "Eintauchen" lesen, ist das Buch aus der Welt der Inuit eine Bereicherung.

- Ich empfehle dieses Buch jetzt im Winter bei einer Tasse Tee (hoffentlich nicht so sehr gesüßt wie ihn die Inuit trinken) oder einem Glas "Canadian Mist-Whiskey" langsam zu genießen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend und informativ - Einblicke in eine zerbrechliche Welt, 22. September 2011
Von 
Michaela Hoevermann (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Im Eis (Gebundene Ausgabe)
Schauplatz der Handlung: Ellesmere Island, ein paar hundert Kilometer südlich des Nordpols. Edie Kiglatuk, halb Inuit, halb kaukasisch, ist eine erfahrene Arktis-Jägerin. Sie lebt davon, dass sie gelangweilten Touristen im kanadischen Nunavut-Territorium ein Jagderlebnis der unvergesslichen Art verschafft. Was für die beiden Amerikaner ein einziges, romantisch-verklärtes Abenteuer ist, ist für sie Realität: Leben mit und von der Natur; das Dasein im ewigen Eis.

Ihre Zusatztätigkeit füllt sicher nicht das Herz, denn sie vermarktet letztendlich ihre Kultur, ähnlich wie es auch andere indigene Völker tun. Aber sie füllt den Bauch bzw. bedeutet dringend benötigte, zusätzliche Einnahmen, denn Edie braucht aus familiären Gründen Geld.

Als sie ihre beiden Tour-Teilnehmer kurz allein lässt, um die Wasservorräte aufzustocken, kracht ein Schuss. Ein Mann ist schwer verletzt, der andere vollkommen verstört. Trotz aller Rettungsversuche erliegt der angeschossene Amerikaner schließlich seinen schweren Verletzungen. War es Unfall oder Mord? Das gilt es herauszufinden. In bester Sherlock Holmes Manier macht sich Edie ans Werk. Gegen den Willen der Dorfältesten, die den Vorfall als bedauerlichen Jagdunfall deklarieren und Einzelheiten am liebsten unter das Eis kehren würden. Tote Touristen sind schlecht fürs Geschäft.

Und dann gerät Edie selbst ins Visier mächtiger Widersacher...

Intensiv recherchiert, mit viel Leidenschaft und Liebe für Landschaft und Menschen geschrieben, überzeugt "Im Eis" vor allem durch die gelungenen Einblicke in Sprache und Kultur der Inuit - und in die zerbrechliche Welt der Arktis. Sprachlich wird die Tür in eine ganz eigene Welt aufgestoßen. Ein Glossar am Ende wäre schön gewesen, um einzelne Begriffe nachschlagen zu können.

Fazit: Melanie McGraths "Im Eis" ist ein Muss für Krimi-Fans mit Faible für Lokalkolorit. Lesenwert und lehrreich!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Krimi, der aus der Kälte kommt, 19. September 2011
Von 
Kalamaria - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Im Eis (Gebundene Ausgabe)
Edie Kiglatuk ist eine Reiseleiterin der besonderen Art: sie führt Touristen, vor allem Jäger, durch die kanadische Hocharktis. Nicht leicht: wird doch ihre Kompetenz in Frage gestellt, weil sie eine Frau ist. Und die männliche Konkurrenz ist groß und beäugt sie überaus kritisch, ohne bislang einen nennenswerten Schwachpunkt, an dem man sie packen könnte, gefunden zu haben. Doch nun wird ein amerikanischer Tourist angeschossen und erliegt seinen schweren Verletzungen.

Bereits auf den ersten Seiten des Buches lässt sich erahnen, dass nun eine schwere Zeit für Edie und ihren Stiefsohn Joe, einen Sanitäter in Ausbildung, anbricht. Joe wurde in den Fall nur involviert, weil er Edie helfen wollte und gerät nun zusammen mit seiner Stiefmutter selbst in die Schußlinie. Doch es kommt noch viel, viel schlimmer: Edie wird sowohl in privater als auch in beruflicher Hinsicht so stark in den Fall hineingezogen, dass sie kaum noch einen Ausweg sieht. Aber sie gibt nicht auf - ihre Ermittlungen führen sie kreuz und quer durch die Arktis bis nach Grönland und sie begegnet reihenweise Figuren, die ähnlich skurril und ungewöhnlich sind wie sie selbst - allen voran Derek Palliser, dem Chef der lokalen Polizeistation.

Ein spannender Krimi mit jeder Menge Polarkreis- und Eskimo-Lokalkolorit - obwohl die Geschichte zeitweise ein bisschen behäbig daherkommt, kommen jede Menge Überraschungen auf den Leser zu. Als kleine Beeinträchtigung des Lesevergnügens erscheinen zunächst die Klischees, mit denen die kanadische Autorin Melanie McGrath ihre Darstellungen gespickt hat - Eskimos und ihr Alkoholproblem, Iglu-Bauen, exotische Gerätschaften und Speisen, die verschiedenen Sorten von Schnee - diese Thematik zieht sich geballt durchs ganze Buch, wirken sich letztlich aber doch eher bereichernd auf den Plot aus, da das Hintergrundwissen der Autorin beeindruckend groß ist. Was ein bisschen stört, sind die zahlreichen Inuit-Wörter, die nicht immer erläutert werden - hier wäre ein Glossar am Ende des Buches hilfreich gewesen. Insgesamt jedoch ein gelungener Krimi der besonderen Art mit einer absolut ungewöhnlichen Heldin - hoffentlich wird daraus eine kleine Serie!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "... pariliarumaniralauqsimannqittunga ...", 15. Juli 2012
Von 
DieBuchpiraten - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im Eis (Gebundene Ausgabe)
Zusammen mit der ultracoolen Unuk-Heldin Edie Kiglatuk erlebt der Leser einen gänzlich ungewöhnlichen Krimi-Plot in der einsamen Eislandschaft Ellesmere-Islands (nur wenige hundert Kilometer südlich des Nordpols), ein, wie ich bislang glaubte, menschenfeindliches und daher unbewohntes Terrain.

Der scheinbar (darauf muss sich der Leser verlassen) außergewöhnlich gut recherchierten und intelligent aufgebauten Story verzeihe ich gerne einige Längen im ersten Drittel, bei denen ich schon fürchtete, die spannend begonnene Erzählung könnte gänzlich ins Stocken geraten. Zeitweise gewann ich den Eindruck, dass die englische Autorin sich nicht schlüssig war, ob sie ein Sachbuch über das arktische Leben oder einen Thriller zu schreiben beabsichtigte. Doch wie heißt es so richtig: "Lesen bildet" und warum sollten Kriminalromane davon ausgeschlossen sein? Dazu passen auch die sehr anschaulichen und hilfreichen Kartenübersichten der Deckelinnenseiten.

Neben dem manchmal vorhersehbaren, reinen Erzählskelett tödlicher Verbrechen, bilden dichte, authentische und nachfühlbare Handlungen, Erzählungen und menschliche Empfindungen den eigentlichen Romankörper. Ein paar Inuktitut-Wendungen hätte es hingegen weniger sein dürfen, denn sie störten meinen Lesefluss! Irgendwann hatte ich den Bogen raus und überlas sie einfach ohne sie mir unbedingt merken zu wollen. Übrig blieb dann tatsächlich ein 457 Seiten starker, empfehlenswerter Sommerhitze-Cooler und tougher Krimi der etwas anderen Art!

Die Morphemschlange meines Titels heißt übrigens übersetzt in etwa: "... ich habe nie gesagt, dass ich nach Paris will ...". Ein Beispiel für den unverlangten Wissens-Input-Überfluss ;o).
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unentschlossen, 20. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Im Eis (Gebundene Ausgabe)
Ich habe ewig an diesem Buch gelesen und es oft tagelang nicht in der Hand gehabt, was mir eigentlich nicht ähnlich sieht. Jetzt bin ich nur nicht sicher, ob es wirklich an dem Buch lag.

"Im Eis" ist ein Arktik-Krimi. Sehr positiv fällt auf, dass sich die Autorin wirklich intensiv mit der Arktik beschäftigt hat und sie sehr autentisch vermittelt. Die Wörter in Inuit verleiten zum laut lesen und klingen nach ein paar Kapiteln richtig schön. Das in der Arktik auch mal Blutsuppe oder ähnliches gegessen wird, mag uns Mitteleuropäern zwar den Appetit verderben, aber es ist nunmal so und ich habe an den Beschreibungen des Essens auch nichts auszusetzen gehabt.

Zur Story: Edie Kiglatuk, eine Inuit, führt von Zeit zu Zeit "Weiße" auf Jagdexpeditionen durch die Arktis, um neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin etwas dazuzuverdienen. Mit dem Geld bestreitet sie nicht nur ihren Lebensunterhat, sondern finanziert zudem die Ausbildung ihres Stiefsohnes Joe, der ihr wie ein eigenes Kind ans Herz gewachsen ist, obwohl sie von Joes Vater schon wieder getrennt ist. Bei einem Jagdunfall kommt es zu einem Zwischenfall und einer der Teilnehmer wird erschossen. Die Ältesten wollen keine weiteren Ermittlungen, doch Edie forscht nach und nach weiteren Todesfällen, die alle irgendwie als Unfall oder Selbstmord gedeutet werden, wird klar, dass irgendetwas nicht stimmt.

Die Spannungskurve nimmt leider in der zweiten Hälfte des Buches deutlich ab und ich habe es nur zu Ende gelesen, weil mich die Arktis so interessiert. Die Story an sich fand ich eher enttäuchend. Ich würde das Buch keinem Krimifan empfehlen, der nicht eine hohe Affinität zur Arktis besitzt
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tatort Arktis, 5. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Im Eis (Gebundene Ausgabe)
Es herrschen raue Sitten in der Arktis, auf Ellesmere Island, Nah am Nordpol. Edie Kiklatuk, eine Inuit-Frau, macht Führungen mit sogenannten Touristen, die Jagdausflüge machen wollen. Sie ist sehr erfahren, immerhin ist sie dort aufgewachsen. Überleben im Eis ist für sie eine Herausforderung. Dennoch unterrichtet sie nebenbei die Kinder im Dorf in der englischen Sprache. Sie braucht das Geld, es hilft ihr zu überleben, obwohl sie nicht versteht, warum die Kinder dort englisch sprechen sollen. Ihrer Meinung nach ist es wichtiger zu lernen, wie man auf die Jagd geht und Robben erlegt.

Auf dem gebuchten Jagdausflug kommt einer der beiden Männer ums Leben, mit der Edie unterwegs ist. Wagner wird erschossen aus der Ferne. War es ein Jagdunfall? War es Absicht? Die Dorfältesten wollen kein großes Aufhebens von der Geschichte machen, es wird als Unfall deklariert. Aber Edie kann sich damit nicht zufrieden geben. Sie hat kein gutes Geefühl. Auch wird ihr als Frau eine Mitschuld angehängt.

Als dann die nächste Führung ansteht und der Überlebende der beiden Männer wieder eine Führung bucht, gefällt Edie die Sache ganz und gar nicht. Ausgerechnet ihr Stiefsohn Joe soll mit dem unsympathischen Taylor los fahren. Das das kein gutes Ende nimmt, bestätigt Edies Gefühl noch mehr. Sie vertraut sich Derek einem Polizisten der Insel an. Allerdings ist er mehr mit der Recherche der Lemminge-Wanderung beschäftigt und der Trauer um seine verflossene Liebe, das er anfangs Edie nicht sehr ernst nimmt.

Das Leben der Bewohner auf der Insel Ellesmere Island ist geprägt von Stammesunterschieden. Das bekommt Edie auch immer wieder zu spüren. Auch weil sie eine Frau ist, der man nichts zutraut. Sie muss aber Geld verdienen und deshalb muss sie alle Aufträge annehmen. Diese karge Landschaft macht viele Menschen dort
auch zu Einsiedlern, sie verfallen schnell einer Sucht, die Alkohol heißt.
Und wenn dort gegessen wird, steht auf dem Speisenplan Blutsuppe, Bärenleber, Seeigel und Walhaut, Robben-Porridge oder gebratener Karibudarm.

Melanie McGrath hat sehr gut recherchiert für dieses Buch, sie scheint eine Leidenschaft für das Leben dort zu haben. Es gab viele interessante
Ausführungen und Erklärungen. Dennoch fand ich das Buch phasenweise etwas langatmig, die Spannung ließ zwischendurch zu oft nach. Edies Suche nach der Wahrheit führt sie u.a. sogar rüber nach Grönland.
Trotzdem ist die Idee einen Krimi dort spielen zu lassen, wo man die Haustüren unverschlossen lässt und sonst auch das Leben so dahin plätschert, ganz gut. Einzig und alleine die Nachbarn untereinander machen sich das Leben dort schwer. Da hat Melanie McGrath so einiges Blut spitzen lassen ins weiße Eis.
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Im Eis von Melanie McGrath (Gebundene Ausgabe - 16. September 2011)
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