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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen K&K-Glanz im alten Venedig
Dieses Buch ist mir durch Zufall in die Hände gefallen und der Titel und Klappentext sprachen mich gleich an. Ein Krimi, der zur Zeit der Habsburger im alten Venedig spielt, herrlich! Genauso herrlich liest sich das Buch auch: Venedig mit seinen Prachtvillen, die so langsam beginnen, zu verfallen, Österreicher, die die Stadt "besetzen" und die Italiener, die das...
Veröffentlicht am 22. April 2008 von Hopfennarr

versus
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3.0 von 5 Sternen Dona Leone läßt grüßen
Mit etwas Humor wie Dona Leone, nur nicht ganz so gut.
Werde es jetzt aber dabei belassen und mir etwas anderes suchen.
Vor 2 Monaten von Schirren veröffentlicht


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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen K&K-Glanz im alten Venedig, 22. April 2008
Dieses Buch ist mir durch Zufall in die Hände gefallen und der Titel und Klappentext sprachen mich gleich an. Ein Krimi, der zur Zeit der Habsburger im alten Venedig spielt, herrlich! Genauso herrlich liest sich das Buch auch: Venedig mit seinen Prachtvillen, die so langsam beginnen, zu verfallen, Österreicher, die die Stadt "besetzen" und die Italiener, die das mehr oder weniger stillschweigend hinnehmen -- alles hervorragend recherchiert und sprachlich umgesetzt. Der Fall ist spannend bis zum Schluß und sehr kompakt beschrieben.Ein Kunsthändler wird ermordet und ein wertvolles Bild ist verschwunden. Als Täter kommen gleich mehrere Personen in Frage. Das Brisante: Die Schwester der Kaiserin ist in den Fall verwickelt! Commissario Tron, letzter Sprössling einer uralt eingesessenen venezianischen Familie, leitet den Fall. Auch er hat, wie Commissario Brunetti, einen Vorgesetzten, der mehr an anderen Dingen interessiert ist als an der Questura! Dies ist aber fast die einzige Parallele zu Donna Leon; Nicolas Remin hat sich hier einen ganz eigenen Bereich geschaffen. Sein Wortwitz ist leicht zu lesen, immer wieder kommt seine humorige Sprache zum Ausdruck, so dass der Krimi nie isn Blutrünstige abdriftet, sondern man auch immer wieder schmunzeln muß.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, so gut, dass ich mir auf der Stelle alle weiteren bislang erschienen Fälle gekauft habe ;-)!
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannende Unterhaltung, voller Esprit, 27. März 2007
Von 
Wolfgang Gonsch (Passau) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gondeln aus Glas: Commissario Trons dritter Fall (Gebundene Ausgabe)
Gondeln aus Glas ist nach Schnee in Venedig und Venezianische Verlobung der dritte historische Kriminalroman von Nicolas Remin, der in der zu dieser Zeit von den Habsburgern besetzten Lagunenstadt seinen unvergleichlichen Schauplatz gefunden hat.

Commissario Alvise Tron, hat eigentlich weder die Zeit, noch die Muße sich um die Ermordung des Kunsthändlers Kostolany zu befassen, der in seinem Kontor im Palazzo da Lezze erdrosselt aufgefunden wurde. Schließlich will Tron seine große Liebe, die schöne und wohlhabende Principessa di Montalcino nicht irgendwann, sondern lieber heute als morgen ehelichen. Außerdem stehen die Abschlussarbeiten zu seiner notorisch unterkapitalisierten Literaturzeitschrift Emporio della Poesia kurz vor der Vollendung und harren nur noch des berühmten letzten Schliffs. Im Palazzo Tron, mit seiner leicht morbiden Sperrmüllaura, den er mit seiner Mutter bewohnt, rieselt der Putz von den Wänden; man lebt von der Wand in den Mund, und die hellen Flecken an den Wänden (in besseren Zeiten hingen hier die Tintorettos und Tiepolos), lassen die Bewohner immer wieder von der guten alten Zeit und guten Geschäften mit dem neuen Tron-Glas träumen.

Wie gesagt: keine Zeit, aber ein Mordfall, der Tron und seinem Sergente Bossi mehr als nur ein oder zwei Rätsel aufgibt. Zeugen oder Spuren (wie so häufig): Fehlanzeige! Nur eines ist offensichtlich: Tizians heilige Magdalena ist verschwunden. Die inkognito auftretende Maria Sofia di Borbone (Königin von Neapel und Schwester von Kaiserin Sissi) und ihr Begleiter, der undurchsichtige Oberst Orlow, hatten das kleinformatige Bild zur Prüfung bei Kostolany zurück gelassen. Als die Polizei am Tatort eintrifft, ist das Gemälde verschwunden: Raubmord?

Doch es gibt auch reichlich Verdächtige, fast schon zu viele: der russische Genralkonsul, Großfürst Pjotr Troubetzkoy; Pater Terenzio, genialer Kopist und Restaurateur sowie Oberst Orlow, der scheinbar mehr als nur ein Geheimnis zu verbergen hat. Auf irgendeine Weise stehen alle mit dem Mord in Verbindung und alle haben auch irgendeinen Bezug zu dem verschwundenen Tizian. Je weiter die Ermittlungen fort schreiten, je mehr sich die ohnehin nebulösen Verdachtsmomente in Nichts auflösen und je mehr Mordmotive auftauchen desto schneller dreht sich die mörderische Spirale, die so ziemlich alle Verdächtigen dahinzuraffen scheint (auch die begnadete polnische Pianistin Konstancja Potocki wird nicht mehr in der Lage sein, ihre hinreißenden Chopin-Mazurken und Mozart-Sonaten beim Ball der Trons zum Besten zu geben) ...

Schon mit seinem ersten Satz taucht uns der Autor tief in die museale Atmosphäre Venedigs um 1865 ein und versteht es hervorragend, qualitativ hochwertige und spannende Krimis mit politischen und historischen Zusammenhängen sowie großen Persönlichkeiten der damaligen Zeit zu verknüpfen. Er skizziert immer neue Varianten um Echtheit oder Fälschung von Gemälden, oder sind es doch Original und Kopie?

Die verschiedenen Handlungsstränge laufen nicht parallel aber gradlinig und gnadenlos in Richtung Show-down und der berühmte Spannungsboden steigt unerbittlich bis zum Ende an. Dazu Remins sprichwörtliche Lust am Erzählen sowie seine elegante Prosa über La Serenissima, ihre Palazzi und Kirchen, ihre Kanäle und Brücken und ihren in tausend Blaus erstrahlenden Himmel - all das lässt die Herzen der Krimifans höher schlagen und alle Venedig-Liebhaber dahin schmelzen.

Die niveauvollen Kriminalromane mit ihren historischen Zusammenhängen und Persönlichkeiten von Nicolas Remin haben das Zeug dazu zur Droge zu werden; Heiter, sinnlich, melancholisch, leicht anzüglich bzw. erotisch und teilweise fast mystisch machen sie geradezu süchtig nach dem einzigartigen Charme Venedigs, nach historischen Krimis und auf eine Fortsetzung!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Gemälde entwendet - der Kunsthändler tot..., 30. Mai 2008
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Die Vorboten eines heißen Sommers in Venedig bringen die Einheimischen und die Touristen der Stadt ins Schwitzen. Aber ein kleiner Personenkreis hat nicht nur unter der Hitze zu leiden. Marie Sophie, Königin von Neapel und Schwester der Kaiserin von Kaiserin Elisabeth, hält sich inkognito in der Lagunenstadt auf, um mit dem Verkauf eines wertvollen Gemäldes an dringend benötigte Geldmittel zu gelangen. Davon ahnt Kommissar Tron jedoch nichts, als er die Ermittlungen im Mordfall eines Kunsthändlers übernimmt. Eben diesem Händler wurde der Tizian anvertraut und nun liegt es an Thron nicht nur einen Mörder zu überführen, sondern auch das Bild sicherzustellen.

Zudem beschäftigen Tron Dinge privater Natur. Schließlich hat es sich seine Verlobte zum Ziel gesetzt, die Familie Tron zu sanieren und damit die dringend fällige Renovierung des Palazzos zu ermöglichen. Tron schwant nichts Gutes, als große Pakete aus dem Ausland angeliefert werden. Billige Gondeln aus Pressglas tragen feierlich den Namen Tron und sind als Aschenbecher bald in allen angesagten Cafes Venedigs zu finden. Dies ist nur ein genialer Schachzug der geschäftstüchtigen Principessa, die das Großereignis der Saison vorbereitet: Einen Ball im Palazzo Tron, der die venezianische Glaskunst wieder zu neuen Ehren führen soll. Was ihr allerdings gar nicht passt, ist das musikalische Programm, welches ihr Liebster geplant hat. Soll der Ball einzig dem Comeback einer polnischen Künstlerin dienen? Wäre es nicht passender, den Aufenthalt der Königin in der Stadt künstlich zu verlängern, um ihre Anwesenheit bei dem Ball zu sichern? Tron gibt sein Bestes, die Damen seines Herzens (Principessa/Verlobte, Comtessa Tron/Mutter) zu Frieden zu stellen. Aber als er zu gewohnter Zeit bei der polnischen Musikerin vorsprechen will, liegt ihm die Dame tot zu Füßen. Und sie wurde erdrosselt, wie der Kunsthändler Kotalany...

Unter Verdacht steht ein russischer Großfürst, ein undurchsichtiger General sitzt jeden Nachmittag im Cafe, wenn die Militärkapelle spielt und das Verhältnis der Cousine der ermordeten Pianistin und dem trauernden Witwer gibt Rätsel auf.
Während Tron und sein Sergente Bossi versuchen die Fäden zu entwirren und die neuesten Erkenntnisse auf dem Gebiet der Kriminaltechnik umzusetzen versuchen, erfreut sich der Leser am farbenfrohen Bild eines lebendigen Venedigs vergangener Tage.
Nicolas Remin gibt sein Bestes, damit sein Kommissar Tron einen festen Platz im Herzen seiner Leser erhält. Ein wenig trotzig und ziemlich abgerissen, aber mit wachem Verstand und einer großer Zuneigung für seine Verlobte versucht er die beruflichen und die privaten Angelegenheiten zu regeln. Es herrscht eine geradezu explosive Stimmung in der von den Habsburgern besetzen italienischen Stadt.
Remin entwirft ein anschauliches geschichtliches Portrait und vermittelt durch einen geradezu intimen Einblick in das Leben einer sympathischen Bezugsperson zwischen historischer Kulisse und dem neugierigen und aufgeschlossenen Publikum.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Charmant, spannend, geistreich, 26. Januar 2007
Von 
Jan-W Hecker "j-whecker" (Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gondeln aus Glas: Commissario Trons dritter Fall (Gebundene Ausgabe)
Nicolas Remin versteht es, auf hohem Niveau Krimis zu schreiben und reiht sich qualitativ ganz gewiss ein in eine Reihe mit Magdalen Nabb, Donna Leon usw. Die Atmosphäre Venedigs um 1865 und die geschickte Einarbeitung historischer Zusammenhänge und Persönlichkeiten tun ein übriges zum Lesespaß. Unbedingt empfehlenswert! Allerdings sollte man die chronologische Reihenfolge der Bände einhalten, da der Handlungsfaden entsprechend weitergesponnnen wird.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der elegische Charme des Verfalls: Remins drittes geistvolles Porträt einer in Schönheit sterbenden Stadt, 9. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Gondeln aus Glas: Commissario Trons dritter Fall (Gebundene Ausgabe)
Wer infarktgefährdende Hochspannung und reißerische Schilderungen sadistischer Bluttaten erhofft, ist falsch bei Remin. Betuliches Whodunnit-Gegrübel bietet er freilich auch nicht. Gewöhnliche "Krimis" sind die Bücher um den sympathischen, gescheiten Grafen, der unter die Poizisten gefallen ist, nur bedingt. Remins literarische, stilistisch brillante, geistvolle Geschichten aus dem Venedig der österreichischen Besetzung sind ein vollendeter Ausdruck dieser einzigartigen Stadt: Heiter, sinnlich, melancholisch, erotisch, etwas myteriös und umflort vom elegischen Charme eines nun seit Jahrhunderten fortschreitenden Untergangs. Das Venedig der 1860er Jahre ist, wie Commissario Tron, der melancholische, poesieliebende Ermittler, alter, aber verarmter Adel. Die Palazzi bröckeln, aus dem Wassern der Kanäle steigen Dünste der Verwesung, man hält sich, wie zu allen Zeiten, mit kleinen oder größeren Gaunereien über Wasser. Das gilt für das venezianische Volk (wir wissen das; Remin läßt das einfache Volk freilich nur als Statistenmaterial vorkommen), aber auch für höhere und höchste Kreise, wo russische Diplomaten, kaiserliche Agenten und sinistre polnische Abenteurer ihr zwielichtiges Spiel spielen. Große Adelsnamen zählen nicht mehr allzuviel: Neureiche Bankiers, Import-Export-Jongleure, Glasfabrikanten, Touristen aus Amerika verfügen über das Geld, nach dem alle jagen (in das Dach des Palazzos Tron regnet es bereits hindurch...). Tron und seine Mutter, die strenge Contessa, leben schon lange "von der Wand in den Mund", d. h. vom Verkauf ererbter Tintorettos, Boticellis, Bellinis oder Tizians. Ob die allerdings immer echt sind? Und was wäre, wenn die Kopie besser wirkte als das Original? Oder wenn unter mehreren perfekten Fälschungen das Original nicht mehr auffindbar ist? Oder die Fälschungen... gefälscht wurden? Mit solchen Fragen, deren gleichsam metaphysische Doppelbödigkeit Remin stets durchscheinen läßt, ohne sie allzu redselig auszubreiten, muß sich Alvise Tron, Conte aus uraltem venezianischen Adelsgeschlecht, das sogar einmal einen Dogen hervorgebracht hat, bei seinem dritten Fall auseinandersetzen. Die obligatorischen Morde haben einen artistischen Touch, etwas ästhetisch Gestaltetes, Theatralisches, sie interpunktieren eine leicht getrübte Mazurka (so heißt rätselhafterweise auch die neue Murano-Glas-Kreation, für deren Markteinführung der Commissario einen wichtigen Beitrag leisten soll...), wie sie auf einem venezianischen Maskenball gespielt wird - dort, wo niemand das ist, was er oder sie zu sein vorgibt, wo es unter lauter Masken nur "Fälschungen" und doch wieder auch viele Originale gibt.

Die Brillianz, mit der Remin die eher schlichte Handlug mit historischen und literarischen Anspielungen durchwirkt, ist betörend. Ein Beispiel: Auch Commissario Tron hat, wie sein späterer Nachfolger Brunetti, einen eitlen, inkomponenten Chef, der sih gern mit den Leistungen seiner Untergebenen schmückt. Trons Vorgesetzten kennen wir, wie die meisten ortsansässigen Protagonisten, schon aus den beiden vorangegangenen Romanen: Es handelt sich um Baron Spaur, einen ziemlich lächerlichen Machthaber-Hanswurst, den neben seinem Geltungsdrang drei Leidenschaften umtreiben: die Passion für regionale Kutteln-Gerichte, für die Schauspielerin Violetta und ... für die Literatur. Kompetent ist Spaur nur hinsichtlich der Kutteln. Tron soll ihm "helfen", eine Novelle zu schreiben, und dieser, grimmig entschlossen, sich des Auftrags mit der gebotenen Eile zu entledigen, entwirft seinem Chef eine möglichst ultra-kitschige, unplausible, anrüchige, albern abgeschmackte Kitsch-Story. Der Plot: Alternder Künstler kommt nach Venedig, verliebt sich dort in einen polnischen Knaben, stirbt aber dann an der Colera. Voilà: Was hätte Thomas Mann wohl gesagt, hätte man ihm verraten, sein weltberühmtes "Tod in Venedig" sei schon lange zuvor von einem venezianischen Comisssario erdacht worden - und zwar um den Autor der Lächerlichkeit preiszugeben!

Remin besitzt neben dem literarischen auch ein profundes historisches Wissen. Die Zeiten waren hochkompliziert: Garibaldis Truppen haben den König der beiden Sizilien verjagt und kämpfen um die Einheit Italiens; die östereichischen Habsburger, die Venedig mithilfe der kroatischer Jäger-Einheiten besetzt halten, fürchten um ihre Macht; Paris mischt sich ein, und der Zar von Rußland hat eine Menge Interessen in der Lagunenstadt zu verteidigen. Commissario Tron bewegt sich jedoch recht sicher und mit Fingerspitzengefühl in den Wirren dieses politischen Intrigensumpfes, und vor allem: Er ist diskret. Schon der reizenden Kaiserin Elisabeth - unser aller "Sissi" - hatte er (im Roman "Schnee in Venedig") dienen können; diesmal ist es ihre nicht minder charmante Schwester Marie-Sopie, der er aus einer wirklich heiklen Lage helfen muß. Und dann ist da noch die entzückende grünäugige Principessa de Montalcini, ebenso reich wie schön, in die sich Tron im ersten Roman recht unsterblich verliebt hatte. Inzwischen ist er ihr näher gekommen, sogar ...sehr nahe. Die Recontres mit der Principessa stehen leider unter einem unglücklichen Stern: Immer wenn der Feinschmecker und Champagner-Liebhaber Tron, betört von den sinnlich-spröden Avancen der Gräfin, die amourösen Aspekte der Beziehung vertiefen möchte (es gibt auch noch geschäftliche und intellektuelle), steht mit Sicherheit ein verlegen sich räuspernder äthiopischer Diener an der Tür und meldet einen Besuch, der keinen Aufschub duldet. Meistens ist dies der Tod.

Wer Venedig liebt und vielleicht ein bißchen süchtig nach ihrem morbiden Charme ist (der sich heute praktisch nur noch in den touristen-armen Winterzeiten erschließt), findet in Remins Romanen eine Prise seiner Droge wieder. Einen Tron-Roman von Remin zu lesen, versetzt einen in die gleiche leichte, meancholische Beschwipstheit, wie eine sommerabendliche Gondelfahrt mit einer schönen Frau (bzw. Person) an der Seite und einer Flasche Champagner an Bord, sowie einem diskreten Gondoliere... Auch für Nicolas Remins dritten Roman gilt dies alles ohne Abstriche. Er hat soch sogar noch übertroffen.

Um es im Stil der Zeit zu sagen: "Wer Romane von Remin liest, der liebt auch: das Licht Venedigs, die Mazurken Chopins, ironische Literatur, klassische Malerei und alles Stil- ud Geistvolle, das es heute nicht mehr gibt."
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Bossi und sein Begleiter Alvise ermitteln wieder!, 11. Mai 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Den ersten und zweiten Fall des Commissario Tron habe ich mit Begeisterung konsumiert und hatte viel Freude dabei. Beiden würde ich verbehaltlos 5 Sterne zugestehen. Mit diesem seinem dritten Abenteuer jedoch habe ich mich stellenweise etwas schwer getan und mich gefragt, woran es liegt.

Schliesslich ist mir der Gedanke gekommen, dass es mir nicht gelingt, Commissario Tron als Sympathieträger der Geschichte zu akzeptieren. Im ersten Fall ist es mir nicht aufgefallen, weil dort klar die Kaiserin Elisabeth insgeheim die Sympathieträgerin der Handlung ist, auch wenn ich persönlich sonst nichts von Monarchie-Kitsch halte. Die Passagen sind einfach gelungen und geben dem Buch den gewissen Reiz.

Auch im zweiten Fall gibt es eine Figur, die dem Commissario die Rolle als Sympathieträger streitig macht - die kleine Taschendiebin Angelina Zolli, mit der man als Leser praktisch mitfiebert und bis zuletzt um ihr Leben fürchtet. Eine brillante Idee, Spannung bis zum Ende und gewissermassen ein cooler zweiter Handlungsstrang, der diesem Buch seinen besonderen Reiz verleiht.

Tja, im dritten Buch fehlt meines Erachtens der wahre Sympathieträger der Handlung, denn Commissario Tron gelingt es nicht, sich dazu zu entwickeln. Für mich gerät er fast zur Nebenfigur. Damit meine ich nicht, dass er nicht umfassend genug in der Handlung präsent wäre - im Gegenteil, die ausführlichen Passagen über sein Privat- und Familienleben sind gut bemessen, fast schon eine Spur zu gut. Es geht mir eher darum, dass seine Handlungen nur selten den Beifall des Lesers finden, man im Gegenteil ständig versucht ist, einzuschreiten, ihn zurechtzurütteln und ihm zu sagen: Ja hallo? Geht's noch? Jetzt denk mal genau nach, was du grade wieder für einen Murks verzapft hast. Warum wolltest du eigentlich Commissario werden? Hast du gar keinen Ehrgeiz, einer Spur mal bis zum Ende zu folgen? Macht es dir gar nichts aus, dass Menschen deine Fehlentscheidungen mit dem Leben bezahlen??? Dann zieh dich aus dem Geschäft zurück, konzentrier dich auf das Herausgeben deines Poesie-Blattes und überlass die Ermittlungsarbeit dem künftigen Ispettore Bossi, der den richtigen Spürhundinstinkt hat, wenn ihm auch noch ein wenig Feinschliff fehlt.
Aber leider - man kann nicht einschreiten, man kann ihn nicht zurechtrütteln, man ist gezwungen, ihn ohne Einspruchsmöglichkeit zu begleiten und seinen Fehlentscheidungen und falschen Schlüssen tatenlos zuzusehen. Und sich somit in gewisser Weise für die zwangsläufig entstehenden Folgen mitverantwortlich zu fühlen. Erst im letzten Viertel des Buches gelang es mir, wieder richtig mitzufiebern.

Liebe Lesergemeinde, versteht mich bitte nicht falsch, das ist kein Meckern und kein Abwerten und soll auch keine schlechte Rezension werden - das ist eine inständige Bitte an den Autor, seinen Commissario mit einem Sympathiebonus aufzuwerten, denn ich habe grossen Gefallen an der Story gefunden, habe Freude an jeder neuen venezianischen Krimikost und würde die ganzen liebevoll eingeführten Charaktere, ob steif, schräg oder witzig, schmerzlich vermissen!

Das Team Commissario Tron und Sergente Bossi erinnert mich in gewisser Weise an das Duo Frodo und Samweis aus dem Herrn der Ringe, der Vergleich drängt sich förmlich auf. Der "Ringträger" Frodo, ein Herr, wie er im Buche steht, von edlem Blute und dazu erkoren, die Welt zu retten... und sein braver Diener und treuer Gefährte Samweis, der für ihn kocht, putzt, die Arbeit macht, während der edle Frodo ruht, der ihm das Leben rettet, ihm kompromisslos in den Tod folgen würde und ihn sich letztendlich auf den Buckel lädt und ihn trägt, damit sein Herr das Ziel überhaupt erreicht... seufz...

Bossi, du bist der wahre Held und kriegst 5 Sterne von mir!
Der Commissario bekommt nur 3.
4 Sterne im Schnitt.

;-)

Nachtrag:

Das vierte Buch - Die Masken von San Marco - hat mich wieder mit Commissario Tron versöhnt, ich halte es sogar für das bisher beste der Reihe. Einerseits gelingt es dem Commissario diesmal wirklich, Sympathiepunkte beim Leser zu sammeln, andererseits enthält die Geschichte genau den richtigen Mix aus vergnüglicher Unterhaltung, Spannung und Überraschungseffekten. Das hat mir wirklich gut gefallen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gondeln aus Glas, 6. Dezember 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Ich habe mir diese Buch als e-book gekauft.Sehr gute Qualität.Sehr wenig Rechtschreibfehler.Das ist ja sonst eher üblich.Die Geschichte ist großartig.Sie ist spannend und unterhaltsam.Die zwei ersten Romane habe ich auch gelesen.Ich würde auch empfehlen mit dem ersten anzufangen, da die Geschichten aufeinander aufbauen.Mir hat auch sehr der historische Hintergrund gefallen.Die Geschichte spielt ja in Venedig und als Brunetti Fan bin ich am Anfang etwas verwirrt gewesen, da es sich doch an einigen Stellen ähnelt.Aber trotzdem sehr zu empfehlen.Kurzweilige Unterhaltung mit einem interessanten Kommissar und historischem Hintergrund.
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5.0 von 5 Sternen wieder einmal spitze, 5. April 2014
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gondeln aus Glas (Taschenbuch)
Wie auch in den anderen romanen schafft es nicolas remin den leser in die damalige zeit in venedig zu versetzen. Man fuehlt mit dem verarmten baron tron der als inspektor in venedig taetig ist mit. Sehr gute handlung und spannend bis zum schluss
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Angenehmer Lesespaß, 1. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Gondeln aus Glas: Commissario Trons dritter Fall (Gebundene Ausgabe)
Natürlich zieht sich alles ein wenig in die Länge - der Kriminalfall und dessen Lösung könnten komprimierter erzählt werden. Die handelnden Personen werden aber recht detailliert gezeichnet - und da ist immer mal wieder Gelegenheit zum Schmunzeln.

Für mich geht es also bei der Lektüre des Bandes angesichts seiner unbestrittenen Längen weniger ums "Durchkämpfen" als vielmehr um einen unbeschwerten Lesegenuß... Nachdem nur ein Band pro Jahr erscheint, ist das ganz O.K. und es bleibt spannend, wie sich die Charaktere in dem sich für Venedig ändernden politischen Umfeld entwickeln werden...
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dona Leone läßt grüßen, 12. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Mit etwas Humor wie Dona Leone, nur nicht ganz so gut.
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Gondeln aus Glas: Commissario Trons dritter Fall
Gondeln aus Glas: Commissario Trons dritter Fall von Nicolas Remin (Gebundene Ausgabe - 18. Januar 2007)
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