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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach dem Silberstreif am Horizont
Pat Peoples wurde von seiner Mutter endlich von dem schlimmen Ort abgeholt. Jetzt steht seiner Wiedervereinigung mit seiner Frau Nikki eigentlich nichts mehr im Wege. Die zwei befinden sich in einer vorübergehenden Auszeit. Aber Pat hat gelernt, lieber nett zu sein als Recht zu haben. Und er hat dank eines tagesfüllenden Sportprogramms endlich wieder einen...
Vor 20 Monaten von Hanna91 veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Roman über Verdrängung und Wiederfinden der Erinnerung
In diesem Roman, über einen Mann der nach Verlust seines bisherigen idyllischen Lebens bestehend aus Frau, Job und Eigenheim und nach längerem Aufenthalt in einer Nervenklinik langsam wieder in sein Leben findet, schildert der Autor sehr anschaulich die Verdrängung und das Verstecken von Problemen hinter scheinbarer Oberflächlichkeit. Man spricht...
Vor 22 Tagen von Marion Rotter veröffentlicht


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Roman über Verdrängung und Wiederfinden der Erinnerung, 4. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Silver Linings (Gebundene Ausgabe)
In diesem Roman, über einen Mann der nach Verlust seines bisherigen idyllischen Lebens bestehend aus Frau, Job und Eigenheim und nach längerem Aufenthalt in einer Nervenklinik langsam wieder in sein Leben findet, schildert der Autor sehr anschaulich die Verdrängung und das Verstecken von Problemen hinter scheinbarer Oberflächlichkeit. Man spricht lieber mit dem Therapeuten Klartext, als sich in der Familie mit den Problemen auszusprechen. Sehr anschaulich entsteht das typische Bild der amerikanischen Familie mit ihrem großen Widerwillen zu tiefergehenden Gesprächen und der typischen Angst vor Ausgesprochenem. Eine Gesellschaft, die sich gerne hinter unverbindlichen Gemeinsamkeiten wie die Liebe zu einer Footballmannschaft versteckt bevor sie sich mit individuellen Herausforderungen und Intimität auseinandersetzt.
So verwundert es nicht, dass das Buch zu zwei Dritteln von den Halbgöttern namens Eagles in der Zeit ihres Comebacks im Jahre 2007 besteht und die Hauptgeschichte sich zunächst eher am Rand bewegt. Erst im letzten Drittel des Buches knüpfen sich die raren Informationen über das, was tatsächlich geschehen ist zusammen, um sich dann gegen Ende mit Ereignissen und Hinzufügen der fehlenden Informationen förmlich zu überschlagen, sodass ich als Leser erst mal eine Pause brauchte um all das zu verarbeiten, was in den letzten Seiten zusammenkommt, was zusammengehört. Fazit: Für den amerikanischen Markt sicher ein tolles Werk - für den Europäer ohne Football Affinität wohl eher etwas mühsam zu lesen. Darum nur drei von fünf Sternen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Hauch Forrest Gump und viel Football, 5. Februar 2014
Von 
Sursulapitschi - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Silver Linings (Gebundene Ausgabe)
Das Thema dieses Buches ist ganz interessant, wenn auch nicht neu.
Pat ist 34 Jahre alt und lebt wieder bei seinen Eltern, nachdem ihn seine Mutter aus einer psychiatrischen Anstalt herausgeholt hat. Er ist dankbar, dass er nicht mehr „an dem schlimmen Ort“ sein muss und versucht, ein besserer Mensch zu werden, auch damit seine Frau Nikki die „Auszeit“ beendet, die sie über ihre Ehe verhängt hat.
Ein besserer Mensch wird er durch das Verinnerlichen der Maxime: „Lieber nett sein, als rechthaben“ und durch ein exzessives Fitnessprogramm. Trotzdem hat er immer wieder gewalttätige Ausbrüche.

Pats Erzählweise erinnert an Forrest Gump. In simpler, monotoner Sprache erzählt er von seinem Leben. Nur leider passiert da nicht sehr viel. Er trainiert 10 Stunden täglich, und sehnt sich nach Nikki. Er ist verrückt nach Football, genau wie sein Vater, sein Bruder, seine Freunde und sogar sein Therapeut. Deshalb dreht sich auch fast das halbe Buch um Football, das Abschneiden der Eagles, Besuche im Stadion, Fan-Treffs, und mich hat das herzlich gelangweilt.
Eigentlich hält einen nur die Frage bei der Stange : Was ist mit ihm passiert? Ist er geistig behindert? Hatte er einen Unfall? Das wird einem aber lange nicht erzählt. Stattdessen läuft er schnell noch ein paar Meilen…
Er trifft Tiffany, die seit dem Tod ihres Mannes depressiv ist und auch in ihrer ganz eigenen Welt lebt. Tiffany bringt ein bisschen Abwechslung ins Geschehen. Aber kaum nimmt die Sache an Fahrt auf, müssen wir einen wirklich langen Briefwechsel mit Nikki lesen.
Gegen später wird dann tatsächlich angedeutet, was Pat zugestoßen sein könnte. Das ist traurig, aber so außergewöhnlich, dass es sich lohnt das als riesiges Geheimnis aufzuheben, ist die Sache dann auch nicht.

Was bleibt dann noch? Der Blick in das Innere eines schwer verstörten Menschen…oder sogar mehrerer verstörter Menschen, die es schaffen sich gegenseitig aufzurichten und nach dem Silberstreif am Horizont zu suchen. Ein leicht erhobener moralischer Zeigefinger…das ist für meinen Geschmack zu amerikanisch gewollt rührselig.
Für mich ist dies ein Buch, das man lesen kann. Man verpasst aber auch nichts, wenn man es lässt. Die allgemeine Begeisterung hier kann ich nicht so recht nachvollziehen.
Vielleicht sollte ich lieber nett sein, als recht zu haben? Ach je…
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach dem Silberstreif am Horizont, 11. April 2013
Von 
Hanna91 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Silver Linings (Gebundene Ausgabe)
Pat Peoples wurde von seiner Mutter endlich von dem schlimmen Ort abgeholt. Jetzt steht seiner Wiedervereinigung mit seiner Frau Nikki eigentlich nichts mehr im Wege. Die zwei befinden sich in einer vorübergehenden Auszeit. Aber Pat hat gelernt, lieber nett zu sein als Recht zu haben. Und er hat dank eines tagesfüllenden Sportprogramms endlich wieder einen durchtrainierten Körper.

Seine Eltern scheinen von einer Wiedervereinigung mit Nikki leider nicht überzeugt zu sein. Und auch sein bester Freund Ronnie macht ihn lieber mit seiner Schwägerin bekannt, anstatt von Nikki zu reden. Tiffany ist verwitwet und verfolgt Pat seit ihrem Treffen permanent beim Joggen. Wie kann er sie wieder loswerden? Und wird es Pat gelingen, seinen ganz persönlichen Film zu einem Happy End führen?

Der Leser lernt Pat am Tag seiner Entlassung aus der Psychiatrie kennen, den er selbst nur als „den schlimmen Ort“ bezeichnet. Er zieht erneut bei seinen Eltern ein und hat sich seine Wiedervereinigung mit Nikki zum Lebensziel gemacht. Da das Buch vollständig aus Pats Perspektive geschrieben ist, lernte ich Recht schnell, Pats zugegebenermaßen recht verquere Denkweise zu verstehen. Sport, Footballschauen und natürlich Nikki sind seine einzigen Interessen, die er hartnäckig verfolgt. Dabei glaubt er unerschütterlich an ein Happy End, was dem Buch eine positive Grundstimmung verleiht, die mit sehr gefiel.

Da das Buch aus Pats Sicht geschrieben ist, enthüllt sich viele wichtige Informationen erst im Laufe der Geschichte und der Leser entdeckt gemeinsam mit Pat, was in den letzten Jahren geschehen ist und was ihm bisher verheimlicht wurde. Dieser Aufbau konnte mich ebenso wie der Schreibstil sehr überzeugen. Das Buch lebt von Subtilität und ist in seiner ganzen Art etwas Besonderes.

Mit Pat und Tiffany hat Matthew Quick zwei skurrile, aber charmante Charaktere geschaffen, die mich um ein Happy End haben mitfiebern lassen. Die zwei harmonieren toll miteinander und schafften es immer wieder, mich zu überraschen. Auch die anderen Charaktere in Pats Umfeld sind facettenreich und gut durchdacht. Sie alle nehmen entscheidenden und ganz unterschiedlichen Einfluss auf Pats Leben und unterstützen ihn mehr oder weniger direkt bei seinem Weg zurück in die Realität und Normalität.

Ein ganz kleiner Kritikpunkt sind die zahlreichen Passagen zum Thema Football, welcher ein verbindendes Element zwischen vielen Charakteren ist. Der Autor ist US-Amerikaner und siedelt die Geschichte in Philadelphia an, mich als deutsche Leserin spricht diese Sportart allerdings nicht sehr an. Die konkreten Spielbeschreibungen werden aber kurz gehalten, im Mittelpunkt steht immer das Geschehen um die Spiele herum.

„Silver Linings“ ist ein einfühlsames Buch rund um Pat, der den Film seines eigenen Lebens zu einem Happy End führen möchte. Die Charaktere und der Schreibstil haben mir sehr gefallen. Matthew Quick hat die treffenden Worte gefunden, um Pats Gefühlszustand und seine Suche nach einem Happy End zu beschreiben. Viele Szenen im Buch stimmen nachdenklich und konnten mir gleichzeitig ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen super Buch, 11. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Silver Linings (Kindle Edition)
Ich habe den Film im Kino gesehen und war ziemlich angetan. Das Buch hat ja ein anderes Ende, soweit bin ich aber leider noch nicht. Bis jetzt super zu lesen, freu mich schon auf die nächsten Seiten. Nur zu empfehlen.
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5.0 von 5 Sternen Ein wahrer Silberstreifen..., 29. Juli 2013
Von 
Sabine Kopp (Salzburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Silver Linings (Gebundene Ausgabe)
...auf meinem Leser-Horizont. Eines der besten Bücher die ich je gelesen habe. Das Wohlfühl-Buch des Jahres. Zum Lachen, Weinen, Träumen...für jeden etwas dabei.
Achtung: Bitte nach dem Buch nicht dem Film ansehen - ich hab gleich mal wieder abgedreht weil gar nichts zusammenpasst und ich hätte die Charaktere lieber in meiner Fantasie behalten :)
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4.0 von 5 Sternen eine liebesgeschichte der ganz anderen art, 6. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Silver Linings (Kindle Edition)
am anfang von der thematik verwundert, wirst du immer mehr in den sog dieses wunderbaren buches gezogen. ich hab nur einen punkt abgezogen, weil ich die beschreibung der sportlichen veranstaltungen übertrieben fand. sonst super
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ungewöhnliche Geschichte, 1. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Silver Linings (Gebundene Ausgabe)
4Sterne,weil manchmal etwas langatmig.Für mich zu viel Sport,sonst eine sehr ergreifende Story, aus der Sicht eines psychisch Kranken geschrieben; lustig und traurig zugleich.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich schönes Buch, 26. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Silver Linings (Gebundene Ausgabe)
Es ist so toll dieses Buch zu lesen, man möchte es nicht mehr zur Seite legen. Eine schöne Geschichte, die einem gut tut.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wo es Silberstreifen zu finden gibt..., 23. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Silver Linings (Gebundene Ausgabe)
"Wenn Wolken die Sonne verbergen, gibt es immer irgendwo einen Silberstreifen, der mich ermahnt, nicht aufzugeben, weil ich weiß, dass meine Frau zu mir zurückkommt, auch wenn die Lage im Augenblick düster aussieht. Es ist elektrisierend zu sehen, wie das Licht diese fluffigen weißen oder grauen Wattebausche hell umrandet. [...] Es tut weh, die Wolken so anzuschauen, aber es hilft auch, wie die meisten Dinge, die Schmerzen bereiten."
[”Silver Linings” // Matthew Quick // S.26]

Erster Satz:
Ohne aufzuschauen, weiß ich, dass Mom mal wieder einen ihrer Überraschungsbesuche macht.

Inhalt:
Trotz Psychatrieaufenthalt und Tablettenschluckerei glaubt der vierunddreißigjährige Pat Peoples an den Silberstreifen. In Filmen gibt es schließlich immer ein Happy End und so hat er nur ein Ziel: Seine Frau Nikki zurückerobern, wofür er täglich viele Stunden Sport macht und alle Bücher liest, die sie so geliebt hat, um endlich der Mann zu werden, den sie immer verdient hätte. Doch so sehr Pat sich auch anstrengt - zu Gesicht bekommt er Nikki nicht und das hat gute Gründe. Auch in seiner Familie läuft nicht alles glatt: Sein Vater ignoriert ihn und hat permanent schlechte Laune, wenn sein Lieblingsfootballteam verliert und irgendwie scheint sich in der Zeit von Pats Psychatrieaufenthalt etwas zu viel verändert zu haben. Bei seinen täglichen Joggingsausflügen jedoch folgt ihm Tiffany, die Schwester einer Bekannten, auf Schritt und Tritt ohne ein Wort zu sagen. Denn auch Tiffany hat etwas verloren und ist mindestens genauso verkorkst wie Pat. Eine verrückte, schweigsame und verkorkste Freundschaft entwickelt sich und bald muss Pat feststellen, dass man den Silberstreifen auch woanders finden kann...

Schreibstil:
"Silver Linings" ist einer dieser Romane, die in diesem kindlichen und trotzdem nicht platten Stil geschrieben sind. Aus der Sicht von Pat geschrieben, bekommt man eine sehr gute Innensicht und erlebt auch nur das, was Pat weiß und denkt. Und er denkt zeitweise sehr naiv, was dafür sorgt, dass der Stil nachdenklich-reflektierend und gleichzeitig aus vielen mit einem "und" verbundenen Sätzen besteht. Somit liest sich das Buch sehr leicht und flott weg und verliert trotzdem nicht an Tiefe, ganz im Gegenteil: Gerade diese hoffnungsvolle, traurige und gleichzeitig so schöne Atmosphäre, die der Schreibstil aufzubauen vermochte, haben dem Buch das besondere Etwas und ihm leicht philosophische und verträumte Nuancen verliehen.

Meine Meinung:
Jeder kennt ihn, jeder braucht ihn und jeder vergisst ihn ab und an: Den Silberstreifen am Horizont, der immer dafür sorgt, dass am Ende doch alles gut geht und an dem man unbedingt festhalten muss, um glücklich zu sein - laut Pat jedenfalls. Dieser klammert sich an seiner Hoffnung und seiner Liebe fest, um ein besserer Mensch zu wissen und erzählt so eine besondere Geschichte von Verlust, dem Leben, wie es wirklich ist und der Liebe, in ihren verschiedenen Ausführungen. Mit kleinen Schönheitsfehlern hat Matthew Quick hier eine atmosphärisch dichte Wohlfühlgeschichte geschrieben, die verquer und schräg und dabei trotzdem bodenständig und realistisch ist und die einem Hoffnung auf den eigenen Silberstreifen im Leben macht.

"Silver Linings" ist defintiv ein Figurenroman, schließlich lebt er von seinen Charakteren - allen voran von Pat Peoples, dem Protagonisten, den man fast schon als Antihelden bezeichnen könnte. Schließlich war er eine Zeit lang in der Psychatrie und der Leser erfährt auch erst relativ spät, warum das so ist und für wie lange - ebenso wie Pat, denn der kann sich an kaum etwas erinnern, nur daran, dass er unbedingt die Auszeit mit Nikki beenden muss. Seine Gedanken drehen sich größtenteils um seine Frau und wie er sie zurückgewinnen kann, was anfangs noch verständlich und später immer verdrehter und unverständlicher für den Leser wird. Dabei liest er sich einmal quer durch die amerikanische Literatur (und meckert an der negativen Einstellungen von Plath, Hemingway und co.!) und trainiert seinen Körper bis zur Erschöpfung. Außerdem hat er einen sehr naiven, impulsiven und kindlichen Charakter, der konsequent ehrlich ist und nichts beschönigt. Hier hat mir allerdings eine Eklärung zu diesen Charakterzügen gefehlt - war er schon immer so oder ist er erst so geworden?

"“Vielleicht ist mein Film noch gar nicht zu Ende”, sage ich, weil Filmemacher die Zuschauer manchmal mit einem falschen schlechten Ende in die Irre führen, und wenn du gerade denkst, der Film geht schlecht aus, passiert irgendwas Dramatisches, was zum Happy End führt. Jetzt wäre eigentlich so eine gute Stelle für irgendwas Dramatisches, vor allem, wo ich doch Geburtstag habe."
[S.307]

Zugegeben besonders klingt das erst einmal nicht und auf den ersten Blick wirkt die gesamte Geschichte auch eher durchschnittlich, ja, fast schon alltäglich, doch hinter und zwischen den Zeilen und Worten findet man so manches Thema, so manche Problematik, zwischenmenschliche Gefühle und ganz, ganz viel Leben. Vielleicht liegt es daran, dass ich (als absoluter Mannschaftssportnewbie) sogar die vielen Szenen (und es sind wirklich viele!), in denen es um Football geht, ertragen und sogar irgendwie als "verbindend" empfunden habe. Dennoch war ich froh, dass das Spiel an sich nicht detailliert beschrieben worden ist - viel mehr ging es um die Art und Weise, was die Auswirkungen eines solchen Gemeinschaftsgefühls ist und wie Pat das einige Menschen näher gebracht hat.

Die Liebesgeschichte zwischen Pat und Tiffany, die eigentlich gar keine richtige Liebesgeschichte - zumindest nicht im konventionellen Sinne - sondern anfangs eigentlich nur eine ziemlich verkorkste Freundschaft ist, hält sich eher im Hintergrund und erzählt wie zwei Menschen, die große Verluste hinter sich haben und gleichermaßen psychisch nicht ganz so stabil sind, lernen, wieder richtig zu leben. Das schöne hierbei ist einfach die besondere Art der beiden Figuren, die beide sehr komplex und interessant sind. Vor allen Dingen Tiffanys direkte Art und Pats Naivität sorgen für einige witzige Dialoge (oder auch für Schweigen). Die Figuren haben jeweils alle ihre Eigenarten, Makel und Besonderheiten, was sie besonders liebenswert und dreidimensional wirken ließ.

Als negativ empfand ich lediglich die Tatsache, dass die Beziehung zwischen Pat und Tiffany gegen Ende dann irgendwie schnell abgehandelt wurde und der Silberstreifen, den Pat sich erträumt hatte, zwar schon erkennbar, aber irgendwie noch in etwas weiterer Ferne zu sein schien - was zum Werk passt, aber doch irgendwie schade ist, weil man Pat das so sehr gewünscht hat. Außerdem hätte ich gerne eine größere Entwicklung seitens Pats Vater gehabt, weil mir auch das nicht wirklich aufgelöst erschien, aber vielleicht sollte das tatsächlich so sein - schließlich bekommt Pat oft genug zu hören, dass das Leben eben kein Film ist und dass man lernen muss, dass man den Silberstreifen nicht immer sehen kann, auch wenn man es noch so sehr will.

Fazit:
Wenn ihr in den Himmel schaut und die Wolken von einem strahlenden Streifen umgeben sind, dann wisst ihr: Das ist der Silberstreifen. Und den könnt ihr nicht nur am Himmel oder in eurem Leben, sondern auch in manchen Büchern finden. In "Silver Linings" zum Beispiel, einer ganz besonderen Geschichte über das Leben, mit dem Leben und aus dem Leben, die sich flüssig und schön lesen lässt und gleichzeitig zwischen den Zeilen mit viel Tiefe und Wärme ausgestattet ist. Mit den liebevoll ausgearbeiteten und realitätsnahen Figuren, ist "Silver Linings" ein Charakterroman, der seinen Fokus vor allen Dingen auf Pat und seine Gedankenwelt legt. Trotz kleiner Schwächen und etwas zu viel Football bekommt man in diesem Roman eine Menge Wohlfühlgefühle, viel Menschlichkeit und eine verrückte und etwas schräge Geschichte, die zum Leben auffordert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hier überzeugte mich der Film mehr, 23. Mai 2013
Von 
Marius (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Silver Linings (Gebundene Ausgabe)
"Ihr Leben ist kein Kinofilm, Pat. Das Leben überhaupt ist kein Film." (S. 307)
Im Fall von "Silver Linings" doch - und noch dazu ein ziemlich erfolgreicher. Mit 8 Oscar-Nominierungen wurde der Film versehen, der auf dem vorliegenden Buch von Matthew Quick basiert.

Trotz leichter Abweichungen des Films von der Buchvorlage sind beide Versionen von Pats Leben nahezu deckungsgleich und berichten von seinem Kampf um das Wiedererlangen von Normalität, nachdem er in die Psychiatrie eingeliefert wurde. Langsam entfaltet sich die Geschichte Pats und seiner Nachbarin Tiffany und der Leser taucht ein in eine Welt voller Aufs und Abs und jeder Menge Baseball.
Was sich im Film äußerst kurzweilig gestaltet ist im Buch meiner Meinung nach nicht so gut gelungen. Die Stil, die Sprache und der gesamte Anspruch des Romans sind nicht gerade hoch - ich hatte eher den Eindruck, das Drehbuch für den Roman zu lesen. Das Gefühl eines Romans, der sich nachhaltig liest und irgendeine Botschaft vermitteln will, hatte ich nie.
Wenn man kein literarisches Wunderwerk erwartet, wird man mit "Silver Linings" sicher ein paar Stündchen nett unterhalten, mir gefiel im direkten Vergleich ausnahmsweise der Film besser als das Buch.
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Silver Linings
Silver Linings von Matthew Quick (Gebundene Ausgabe - 21. März 2013)
EUR 16,95
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