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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn man sich im Leben verloren fühlt..., 3. März 2014
Von 
A. Zanker (CH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: April: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als vor 2 Jahren Das Mädchen: Roman erschien, war ich begeistert von dieser Stehaufbiographie eines Mädchens, das trotz Tiefschlägen den Drang nach Leben in sich hatte. Obwohl es zwei völlig verschiedene Bücher sind, gibt es auch Parallelen. Wir sind in den 70/80 er Jahren, wir sind zunächst in der DDR, die junge Frau "April" steht im Mittelpunkt dieser Geschichte, zerrüttete kaputte Familie, Heimaufenthalt, April bringt keine guten Starteigenschaften mit, emotional ist es karg, kalt, ungemütlich, einsam, herb. Als Kind wurde sie u.a. in den Kohlekeller gesperrt. Dort liest sie und beginnt sich für Literatur zu interessieren, ein nicht ganz unwichtiges Detail. Von der Jugendhilfe bekommt sie ein Zimmer zugewiesen und einen Job, der ihr jedoch nicht entspricht. Unter einer zerrütteten Vergangenheit, versucht April das Leben zu bewältigen, oft völlig orientierungslos. Männerbekanntschaften, April zieht die unmöglichsten Typen an , Alkohol, Drogen, Zurückgewiesen werden von der Mutter, Suizidversuch, Abstürze, Verlust des Lebenswillens, Psychiatrie, Klüssendorf bringt das volle Programm, das auch eine gewisse Schwere und beklemmende Atmosphäre über weite Strecken erzeugt.

Eine junge Frau die von einer kaputten Welt kommt und auf gewisse Weise in eine kaputte Welt geht. In ihr selbst ist eben auch etwas kaputt gegangen, dessen sie sich bewusst ist und trotzdem irgendwie versucht zu leben. Keine leicht-feucht-fröhliche Wohlfühlliteratur also. Trotzdem schafft es die Autorin, trotz bedrückender Situationen und Verhältnisse, sich als Leser mit April sehr nahe und verbunden zu fühlen, mit all ihren Mankos, Abgründen, Unsicherheiten, und auch manchmal dieser stillen Verzweiflung gegenüber. Demgegenüber stellt Klüssendorf, die Ehrlichkeit ihrer Protagonistin und ihre ganz eigenwillig aber auch sogerzeugende Sprache, die einfach etwas hat, das man gar nicht so einfach erklären kann. Manchmal hatte ich ein wenig mit dem völlig Sprunghaften meine Mühe, aber vielleicht gehört das eben genau zu so einer jungen Frau, deren Mutter ihr sagt, nachdem sie ihren schwangeren Bauch sieht: "Warum hast Du nicht abgetrieben, fragt sie und deutet auf ihren Bauch, wird doch sowieso nur ein Krüppel."

Und doch gibt es trotzdem kleine Hoffnungsschimmer, kleine Schritte in positive Erfahrungen. April stellt einen Ausreiseantrag nach Westdeutschland, sie bewirbt sich für ein Literaturstipendium. Sie lernt Hans kennen, eine langjährige Beziehung entsteht daraus, aus der dann auch Julius ihr Sohn hervorgeht. Doch daneben sind es eben auch Erfahrungen mit anderen Männern, anderen Menschen. Dort finden wir abstossende wie berührende Momente fast im Gleichgewicht. Als April schlussendlich nach Sizilien auf ein Reise eingeladen wird, wird ihr vieles klarer und bewusster, welche Menschen sie geliebt hat oder noch liebt, was sie für ein Leben gelebt hat und was vielleicht noch möglich sein könnte. April fühlt sich oft hin- und hergerissen, zwischen Leben und Tod, Liebe und Einsamkeit, Freiheit und Unfreiheit, sowie zwischen ihrer Heimat und ihrer neuen Lebensumgebung. Doch die Jahre, die wir sie begleiten, lässt sie auch ein Stück mehr Frau werden, reifer werden, trotz Rückschlägen, Enttäuschen, Beziehungen die sie im Grunde verlassen will um in neue Erfahrungen aufzubrechen. Doch trotz wechselnder Liebschaften die April unterhält, scheint sie auch immer wieder heimatlos, verloren und auch ein wenig orientierungslos.

Angelika Klüssendorf schafft im Grunde eine sehr reale und hoffnungslose Plotatmosphäre, in die sie ihre Protagonistin in einem kleinen Samenpflänzchen Hoffnung für Leben ausstattet und nun alle Leser bangen lässt, ob denn nun April ihr Leben packen wird oder eher davor zusammenbrechen wird. Klar muss diese Geschichte mit einer kleinen Hoffnungsternschnuppe, wenn auch offen, enden. Sonst wäre es kein Roman von Angelika Klüssendorf. Denn als April von Sizilien zurückkehrt, wird die einen Brief öffnen, der ihr Hoffnungsvolles verspricht...Dieser Roman der nicht ganz einfach zu lesen ist, sei Menschen empfohlen, die sich zu einem dafür interessieren, wie es für Menschen war, der damaligen DDR nach Westdeutschland auszureisen. Zum Anderen rein von der Biographie her gesehen, wer eine Geschichte lesen möchte, wie eine junge Frau trotz ihrer kaputten Vergangenheit trotzdem ein würdiges Leben für sich sucht, mit all seinen Abgründen, dem sei Angelika Klüssendorf wärmstens empfohlen, auch wenn mir ihr Vorgänger siehe Empfehlung (5* von mir gegeben) besser gefallen hat. Ein etwas schweres aber sehr lesenswertes Buch.

Empfehlung: Das Mädchen: Roman
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindringliche Fortsetzung der Lebensgeschichte des Mädchens, 21. Juli 2014
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Rezension bezieht sich auf: April: Roman (Kindle Edition)
Sofort ist man als Leser wieder in der Geschichte des „Mädchens“ gefangen. Sie nennt sich nun April, nach einem Song von Deep Purple. Ihr Start ins Leben könnte härter nicht gewesen sein und es scheint sich wie ein roter Faden durch die Biografie der Protagonistin zu ziehen, dass ihre eigene Existenz immer wieder aufs Neue ins Wanken gerät. Es sind nun einige Jahre seit ihrer traurigen Kindheit vergangen und die junge Frau findet mehr schlecht als recht ihr Auskommen in einer Gesellschaft, die trostloser nicht sein könnte. Inneren Halt erhält sie selbst durch ihren Sohn sowie dessen Vater nicht. Sie kämpft mit ihrer inneren Zerrissenheit und den Ängsten, die sie aus frühen Tagen kennt.

Im Gegensatz zum ersten Roman konnte ich die ehemalige DDR in dieser Erzählung sehr gut erkennen. Was es heisst, keinerlei Freiheiten zu haben und eine grosse Sehnsucht nach einer offeneren Welt zu verspüren, kommt sehr stark zum Ausdruck. Viele abgelehnte Ausreiseanträge für April selbst wie auch für ihre Bekannten machen die junge Frau umso mutloser. Endlich gelingt jedoch die Übersiedlung in den Westen. Ob sie ihr Glück findet ? Ich bin gespannt, ob die Geschichte eines Tages weitergeht.

Es ist wieder ein sehr eindringlicher Roman, den ich nicht unbedingt als Lese-Vergnügen bezeichnen kann. Es ist eine Geschichte von grosser Ausstrahlungskraft, deren Ausgang man gebannt und mit Hoffnung entgegen sieht. Für mich einmal mehr ein sehr lesenswertes, klares Buch einer klugen, sachlichen Autorin, das mich begeistert hat.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Heimat -und elternlos: Aufbruch in ein selbstständiges Leben., 22. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: April: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Mädchen April ist ein armer und einsamer Mensch.
Sie kommt aus einem Heim, wohnt zur Untermiete und vertreibt sich ihre Zeit mit allerhand Bekanntschaften und einem ungeliebten Job. Die Mutter ist Kellnerin, der Vater Säufer: Prägungen in der frühen Kindheit können schädigend sein und sind es hier wohl auch gewesen.
In einem Heim in der DDR aufgewachsen wurde sie heimatlos und allein gelassen, als sie in den selbständigen Alltag aufbricht.

Nach einem Selbstmordversuch landet April, wie sie sich nach einem Song von Deep Purple nennt, in der Psychiatrie. Hier trifft sie wie überall Menschen, für die sie sich zu interessieren beginnt.
Doch genau genommen weiß sie nicht woher und wohin und ihr Leben verläuft ziellos und leer.

Angelika Klüssendorf nimmt das Schicksal ihrer Heldin, um an ihrem Beispiel das Dasein Ende der siebziger Jahre in Leipzig und zu Beginn der achtziger Jahre in Berlin zu beschreiben. Im Leben von April wechseln die traurigen mit den glücklichen Momenten, wobei letztere in der Minderzahl sind. Insgesamt lesen sich Klüssendorfs Ausführungen deprimierend und anrührend zugleich. Dieses rastlose Umherirren, einmal mit Drogen und einmal mit Alkoholexzessen, zeigt eine hoffnungslose Protagonistin, die nur selten weiß, wohin ihr weiterer Weg sie führen wird. Sie hat Freunde vom politischen Häftling bis zum Choreographen; doch ihr wahres Glück findet sie nicht. Ihre Kindheit war seelisch und materiell so entbehrungsreich, dass sie heute zwar die Nähe zu anderen sucht sie aber gleichzeitig fürchtet. Denn was könnt schlimmer sein als neue Abhängigkeiten?

Das Leben am Rande der Gesellschaft wird von den zahlreichen Ausfällen der Protagonistin begleitet. Schlechte Unterkünfte und wechselnde Lebenspartner sind Teil ihrer Geschichte.
Literatur wird ihr Hobby und soll auch das Ziel ihrer Bemühungen um einen Studienplatz bleiben.

Ein Entwicklungsroman voller Widersprüche ist hier entstanden.
Fröhlich stimmt er nicht und unterhaltsam ist er auch nur in Grenzen. Sprachlich aber ist er hervorragend!
Zu trostlos ist das Sujet und zu hoffnungslos das Geschick des rebellischen Mädchens. Dennoch interessiert man sich für das Buch, weil man die Hoffnung nicht aufgeben möchte, dass es doch eines Tages besser werden könnte mit ihr. Ob sie ihr Leben bewältigen wird?
Angelika Klüssendorf wird als Autorin hoch gelobt. Ihr schnörkelloser Stil wird bewundert, und ihre stringente Erzählweise ebenso.
Nicht für jeden Leser aber mag das die wahre Kost sein!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Selbstfindung einer starken jungen Frau, 11. Mai 2014
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
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Rezension bezieht sich auf: April: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich sind Romane nicht nur die einzigen, sondern darüber hinaus großartige Zeitmaschinen. Vor drei Jahren hat uns Angelika Klüssendorf mit dem bewegenden, ohne jede Spur von Sensibilität, in lakonischer Prosa erzählten hochgelobten Adoleszenzroman "Mädchen" in die Welt eines Kindes entführt, deren furchtbare Kindheit mit einer terrorisierenden und schlagenden Mutter und einem Alkohol kranken Vater am Rand der totalen Verwahrlosung angesielt war. Der Roman war auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und auf Platz 1 der SWR - Bestenliste. Punktum saliens war, dass es eigentlich gar keine Rolle spielte ob die Geschichte nun im Osten oder Westen Deutschland spielte.

Jetzt hat Angelika Klüssendorf mit "April", wenn man so möchte, eine Fortsetzungsgeschichte geschrieben. Das "Mädchen" mit einer Jugend ohne Jugend wird erwachsen und nennt sich "April", nach einem Song der britischen Hard-Rock-Band Deep Purple, der erstmals 1969 veröffentlicht wurde, wobei die Band den Versuch wagte Klassik mund Hard Rock miteinander zu verbinden,

April ist ja nicht eigentlich in der DDR erwachsen geworden, sondern erst nachdem sie einen Ausreisantrag stellt und nach West Berlin übersiedelt. Bis dahin ist sie faktisch ein kindliches Wesen geblieben, sie engagiert sich nicht wirklich politisch, sondern macht das nur um ihre Langeweile zu überbrücken, ohne Rücksicht auf Grenzen die eigentlich nicht überschritten werden sollten. Sie entwickelt einen Spieltrieb, in der Hoffnung so der endlosen Öde entfliehen zu können. In dieser ersten Hälfte des Romans beschreibt die Autorin genau genommen eine Milieugeschichte, nämlich wie ein Leben unter den niederdrückenden Verhältnisse - Koma saufen, Grenzbereich in sexueller Hinsicht, Filmriss - beginnt. Wir begleiten April darüber hinaus an solche Orte, wo sich die staatliche Gewalt schonungslos zeigt, in den Betrieb VEB Kombinat Starkstromanlagen Bau Leipzig (H)alle, in Krankenhäuser, in die Psychiatrie. April unternimmt einen Suizidversuch. Jedem erfolgreichen Milieuausbruch erfolgt ein Rückfall, jedem zarten Pflänzchen Glückseligkeit eine Apokalypse. Immer wird sie auf der Suche nach einem Weg aus der trostlosen Kindheitsvergangenheit von den Prägemustern ihrer verantwortungslosen Mutter eingeholt.

April lernt Hans kennen, verliebt sich nach anfänglichen Eskapaden in ihn und wird Mutter. Nach und nach entwickelt die junge Frau mehr und mehr Eigenverantwortlichkeit, erobert nach und nach die Literatur, beginnt zu Schreiben, wird aus Langeweile Herausgeberin einer kleinen Literaturzeitschrift. Ihr Lieblingsroman ist der "Graf von Monte Christo", bezeichnenderweise eine Rachegeschichte. Ihr Lieblingsmärchen ist "Das kluge Gretel".

April, die als "Mädchen" ohne Familie im Kinderheim keine moralischen Instanzen kannte, liest nun alles was sie in die Hände bekommt, um die Welt zu verstehen und auch um die Rolle als Mutter ausfüllen zu können. Literatur wird für sie zu einem Rettungsring.

Alles ist der sozialen Wirklichkeit in der DDR geschuldet. Das "Mädchen" war im Kinderheim und Angelika Klüssendorf hat die DDR einmal, als großes Kinderheim bezeichnet, weil es dort immense Reglementierungen gegeben hat, bei denen alle wichtigen Lebensdaten, von der Geburt bis zum Tod, in einem Büchlein festgeschrieben waren. Das hatte zur Folge, dass April als sie im Westen ankam, von der Bürokratie regelrecht erschlagen wurde. Jetzt musste sie alles selbst entscheiden. Bei ihrem ersten Weg in die Buchhandlung kauft sie einen Roman von Samuel Bekket. Diese im Suhrkamp erschienene Gesamtausgabe von Bekket hat 1985 auch die Autorin Angelika Klüssendorf gekauft. Und so gibt es in diesem Roman, wie die Autorin in einem Interview erklärte, verschiedene biographische Schnittpunkte.

Mit „April“ hat Angelika Klüssendorf wieder einen grandiosen Roman darüber geschrieben wie eine starke, junge Frau in Zeiten der Diktatur in der DDR Contenance bewahrt und sich Unabhängigkeit verschafft mit einer Spiegelung der sozialen und gesellschaftlichen Zustände im gescheiterten real existierenden Sozialismus in Leipzig Ende der 70 er Jahre und die verlockenden Verheißungen in West - Berlin der frühen 80 er Jahre.

Ein wunderbares Buch, rasant geschrieben, von unglaublicher Sogkraft, nüchtern ohne Pathos, in einer Klarheit der Sprache, die geradezu phantastisch ist. Ein exzellentes literarisches Ereignis das zu den herausragenden Leseerlebnissen dieses Frühjahrs gehört und nach der Lektüre lange nachwirkt. Meine emphatische Leseempfehlung.
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5.0 von 5 Sternen Kindheitstrauma - verletzte Seele …, 22. März 2015
Rezension bezieht sich auf: April: Roman (Gebundene Ausgabe)
„Das Mädchen“ ist jetzt achtzehn und soll sich in der Welt der Erwachsenen behaupten. Sie bekommt von der Jugendhilfe ein Zimmer zur Untermiete zugewiesen und erhält eine Stelle als Bürohilfskraft im VEB Starkstromanlagenbau in Leipzig. April nennt sie sich jetzt, nicht nach dem Monat, sondern nach einem Song von Deep Purple. Aber so unstet und wechselhaft wie das Wetter im April, so ist auch sie. Vor allem aber ist sei eines: einsam. Beinahe verzweifelt sucht sie Freundschaften, ist aber nicht beziehungsfähig. Auf Alkoholexzesse folgen selbstzerstörerische Abstürze und schließlich die Psychiatrie. Dann lernt sie Hans kennen. Mit ihm hat sie eine länger dauernde Beziehung und, nach der Geburt ihres Jungen, so etwas wie Familienleben. Ihr Ausreiseantrag wird endlich genehmigt, sie ziehen nach Westberlin. Auch dort ist April unzufrieden und sehnt sich wieder zurück. Auch gelingt es ihr nicht, zu ihrem Kind eine innere Beziehung aufzubauen. Sie bricht wieder aus, verbringt die Nächte in Bars mit Alkohol und Drogen, hat flüchtige Männerbekanntschaften. Von einem Freund wird sie zu einer Reise nach Sizilien eingeladen. Dort, weitab von allem, scheint sie eine Wandlung durchzumachen. Sie ist zeitweise sogar glücklich und mit sich selbst im reinen. Nach ihrer Rückkehr erwartet sie ein Brief, der ihr Leben verändern könnte. Wird sie die Chance ergreifen? …

„April“ ist die Fortsetzung des 2011 erschienenen Romans „Das Mädchen“. Auch hier hat die Autorin Angelika Klüssendorf wieder einige autobiografische Begebenheiten eingearbeitet. Sechs Jahre lang begleitet der Leser die junge Frau, die bereits in ihrer Kindheit traumatisiert wurde und sich nun nicht anpassen kann. Der Schreibstil ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig: Alles im Präsens, ohne wörtliche Rede. Kurze, oft sogar abgehackte Sätze in klarer, nüchterner Sprache. Hat man sich aber erst mal eingelesen, empfindet man diesen Stil sogar als Vorteil. Man spürt auf diese Art hautnah, wie sich April fühlt, ihre Zerrissenheit, ihre Unruhe. Sie möchte so gerne überall dazu gehören – und eckt doch überall an. Sie möchte ihre Vergangenheit, ihre Erinnerungen an die Kindheit, abstreifen - und wird doch immer wieder davon eingeholt. Berührende und hoffnungsvolle Momente wechseln rasch mit Unverständnis und Abscheu – man kann die Handlungsweise dieser verletzten Seele verstehen und ist doch immer wieder davon geschockt. Am Ende bleibt der Leser nachdenklich, ja beinahe ratlos zurück.

Fazit: Kein einfaches Buch, dennoch ein empfehlenswertes Werk moderner Literatur.
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5.0 von 5 Sternen Shakespeare gegen Biermann..., 10. Oktober 2014
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Rezension bezieht sich auf: April: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mir hat das Buch ausgezeichnet gefallen! Die Autorin stellt ihre Schreibkunst nicht zur Schau sondern ganz in den Dienst ihrer Geschichte, was in diesem Fall heißt: ihrer Hauptfigur. Zunächst wünschte ich mir die eine oder andere Szene mehr ausgemalt, bis mir klar wurde, dass diese "Flüchtigkeit" hier eine richtige Art zu erzählen ist. Die Autorin kennt und liebt ihre "April", das spürt man in jedem Wort. Das Zerrissene, Schwierige, auch das Unverständliche der jungen Frau zeigt sie klar und einfach. Das ist nicht einfach. Die Gegenwelt - Amtspersonen, Vorgesetzte - steht auf keiner alten Rechnung, die die Autorin noch mit der DDR zu begleichen hätte, was sehr wohltuend ist; sondern es sind, obwohl konkret in der DDR verortet, jene "Alten", mit denen auch eine Christiane F. und ein Alex DeLarge sich einst rumzuschlagen hatte. Das gibt der Geschichte Größe. Es entsteht mehr und mehr eine Spannung, die um die Frage kreist, warum es eigentlich so schwierig ist, zu leben. Die von ihren Gefühlen Abgeschnittenen merken es vielleicht nicht, denn sie tun ja nur so, als ob sie lebten. Doch für solche, die sich ihren Gefühlen aussetzen, wie April... Gegen Ende war's mir eine zufällige Männerbekanntschaft zu viel, aber das ist reine Geschmacksache.
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5.0 von 5 Sternen Lesevergnügen, 11. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: April: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eine wirklich tolle Geschichte, mit vielen feinen Details, was in einer verletzten Seele so vor sich geht, Gefühlsvoll und emotional, die ständige Suche nach einem Ausweg aus der Vergangenheit, welche die junge Frau jede Minute ihres Lebens begleitet, betäubt und lähmt. Sie kann es kaum begreifen für jemand Wertvoll zu sein, wenn doch die Mutter sie von klein auf nur als ein Nichts beschimpfte. Sehr lebensnah, realistisch und psychologisch gut verständlich. Hatte vorher "DAs Mädchen" gelesen, wo die Kindheit der April beschrieben wird, in diesem Buch der Übergang in eine Selbständigkeit und das Erwachsen werden.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochspannende Entwicklungsgeschichte mit Sogwirkung, 24. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: April: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe selten so ein spannendes Psychogramm einer Frau im Alter von 18 bis 25 Jahre gelesen. Eine Entwicklungsgeschichte, die so lakonisch und präzise geschrieben ist, dass ich, als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, gleich nochmal von vorn anfing. Diese Lebenslust, dieses Fürsorgebedürfnis, die selbstzerstörerischen Abstürze der Hauptfigur namens April - das alles ist eine Substanz, die man bei vielen Menschen wahrnimmt, hier aber in besonders starker, ja bisweilen drastischer Form. "April" ist die Fortsetzung des erfolgreichen Romans "Das Mädchen", aber in seiner Art und Weise völlig autark. Wer meint, der Autorin Angelika Klüssendorf sei nach dem "Mädchen" der erzählerische Atem ausgegangen, der sieht sich schwer getäuscht. "April" ist auch ein Zeitporträt (70er, 80er Jahre), vor allem aber eine universelle Geschichte. Spannend bis zur letzten Seite.
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5.0 von 5 Sternen Ein intensiver Entwicklungsroman von heute, 31. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: April: Roman (Kindle Edition)
Der Roman - insbesondere im Zusammenhang mit seinem Vorgänger "Das Mädchen" - gibt Einblick in den Lebensweg eines ungeliebten Mädchens mit trostloser Kindheit in der Ex-DDR und dem langsamen Hineinwachsen in eine differenzierte Gefühlswelt und eine selbständige Wahrnehmung und Einordnung der individuellen Umwelt und des eigenen Ich.
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5.0 von 5 Sternen Beeindruckend, 4. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: April: Roman (Gebundene Ausgabe)
Angelika Klüssendorf hat es wieder einmal geschafft mich durch ihre Wortwahl/ ihren Sprachstil vom Anfang bis zum Ende des Buches zu fesseln und mir eine bildliche Vorstellung von ihrer Erzählung zu geben.
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April: Roman
April: Roman von Angelika Klüssendorf (Gebundene Ausgabe - 13. Februar 2014)
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