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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Erinnerung an einen von Millionen. Ihm und ihnen allen hat Maxim Biller mit dieser Novelle ein Kaddisch geschrieben
Voller Angst geht es zu im Kopf von Bruno Schulz, jenem 1892 in Drohobycz in Galizien geborenen Schriftsteller, Künstler und Kunstlehrer, der diesen Ort zeit seines Lebens nur selten verließ.

Bruno Schulz wurde 1942 auf offener Straße von der Gestapo erschossen. Doch in den Jahren zuvor, so lässt Maxim Biller in seiner Novelle die alte...
Vor 10 Monaten von Winfried Stanzick veröffentlicht

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwierige Wertung
Von der geballten deutschen Kritik wurde Maxim Biller für dieses Buch gelobt. Und in der Tat ist es sehr gut geschrieben! Aber - und deshalb kann ich mich nicht dafür begeistern - es ist so geschrieben, dass man meint, es käme aus den 20er oder 30er Jahren des letzten Jahrhunderts - da schrieb man so. Gekonnt, jedoch in meinen Augen EPIGONAL.
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Vor 7 Monaten von Monika Lamers und Karl Lamers veröffentlicht


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Erinnerung an einen von Millionen. Ihm und ihnen allen hat Maxim Biller mit dieser Novelle ein Kaddisch geschrieben, 15. Januar 2014
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Im Kopf von Bruno Schulz: Eine Erzählung (Gebundene Ausgabe)
Voller Angst geht es zu im Kopf von Bruno Schulz, jenem 1892 in Drohobycz in Galizien geborenen Schriftsteller, Künstler und Kunstlehrer, der diesen Ort zeit seines Lebens nur selten verließ.

Bruno Schulz wurde 1942 auf offener Straße von der Gestapo erschossen. Doch in den Jahren zuvor, so lässt Maxim Biller in seiner Novelle die alte osteuropäisch-jüdisch Kultur noch einmal lebendig werden, ahnt er auf eine besondere Weise das sich anbahnende Unheil und die Apokalypse für die galizischen Juden.

In einem Keller sitzt Bruno Schulz, träumt davon, ein großer Schriftsteller zu werden und schreibt an einem Brief an den großen Thomas Mann. Es hat diesen Brief wohl tatsächlich gegeben. Er ist aber verschollen. Ihm berichtet er in angstvollen Worten, dass in Drohobycz ein Doppelgänger des berühmten Schriftstellers aufgetaucht sei, der dort sein seltsames Unwesen treibe. Visionen plagen ihn, in denen man durchaus Vorahnungen kommenden Unheils sehen kann. Träume von peitschenden Deutschen quälen ihn und viele andere schreckliche Bilder tauchen vor seinem inneren Auge auf.

Bruno Schulz, der sich von Thomas Mann Hilfe erhofft, beschreibt ihm in seinem an Kafka erinnernden Brief das drohende Unheil, er ahnt, wie es für die Juden nach 1939, nachdem die Deutschen Polen überfallen haben werden, aussehen wird und er hat Angst, ihnen zum Opfer zu fallen, wie es 1942 dann auch tatsächlich geschehen wird.

Zurück bleiben die von Schulz erhalten gebliebenen Texte, an denen sich Maxim Biller in seiner Novelle in ihrem grotesken Stil, in dem die Wirklichkeit immer wieder in die Phantasie verdunstet, orientiert.

Und zurückbleibt die Erinnerung an einen von Millionen. Ihm und ihnen allen hat Maxim Biller mit dieser Novelle ein Kaddisch geschrieben
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Dämonen des Bruno Schulz, 28. Oktober 2013
Von 
Felix Richter - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Im Kopf von Bruno Schulz: Eine Erzählung (Gebundene Ausgabe)
Im Kopf von Bruno Schulz geht es dämonisch zu. Der von Angstpsychosen gejagte jüdische Schriftsteller und Zeichenlehrer mit zu kleinem Körper und zu großem Kopf schreibt aus der galizischen Provinz einen Brief an den großen Thomas Mann: Ein Hochstapler sei in der Stadt, der sich als ebenjener Thomas Mann ausgäbe, ein windiger, übelriechender Geselle, und doch läge ihm die Stadt zu Füßen. Und außerdem schätzte er sich glücklich, wenn er, Thomas Mann, ihm, Bruno Schulz, dabei behilflich sein könnte, in Deutschland zu veröffentlichen usw. usw.

Der Brief wie auch sein Schreiber gleiten unaufhaltsam in ein fiebriges Delirium. So begehrenswerte wie furchterregende Frauen bringen Bruno Schulz um den Verstand, Menschen werden zu Vögeln und Vögel werden zu Menschen, längst Tote kehren wieder, und grell leuchtet am Horizont die Apokalypse.

Maxim Biller zeichnet eine ironisch-düstere Miniatur der sich andeutenden Katastrophe der galizischen Juden. Bruno Schulz, der Autor der "Zimtläden", der seine Heimatstadt Drohobycz Zeit seines Lebens so gut wie nie verlassen hatte und 1942 auf offener Straße von einem Gestapomann erschossen wurde, stellt Maxim Biller seinen, so darf man wohl aus seiner Prosa schließen, zumindest äußerst ungewöhnlichen Kopf für diese kleine Novelle zur Verfügung, die schnell gelesen ist, aber lange nachhallt, und erinnert uns an eine Kultur, die so unwiederbringlich verschwunden ist, wie es nur unsere Väter und Großväter Mitte des letzten Jahrhunderts zu Wege bringen konnten.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen kafkaesk und sprachlich brillant, 29. Oktober 2013
Von 
Detlef Rüsch "detlefruesch" (Landshut, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Im Kopf von Bruno Schulz: Eine Erzählung (Gebundene Ausgabe)
Zugegeben: das Buch ist ausgesprochen schmal und durch die Zeichnungen und den entsprechenden Leerseiten reduzieren sich die tatsächlichen Textseiten noch einmal. Dennoch ist diese Novelle bezaubernd, frisch, dämonisch, Fragen aufwerfend und so unglaublich skurril. Man wird sogleich hineingenommen in die Geschichte taumelt zwischen Realitätsdarstellung, Phantasie und Wahnsinn bis dass man selbst nicht mehr weiß, was hier genau vor sich geht. Tagträume, Phantasien, Angstpsychosen prägen den jüdischen Schriftsteller und Zeichenlehrer Bruno Schulz, der in Galizien lebt und einen Brief an Thomas Mann schreiben mag, weil er selbst einen Doppelgänger zu sehen geglaubt hat, der sich als Dr. Thomas Mann ausgibt.
Die Geschichte sorgt immer wieder für kleine Wendungen und fokussiert sich auf das kleine Zimmer von Bruno Schulz, das zur Straße hinausreicht, wo er Vögel sieht, die zu Menschen werden bzw. umgekehrt.
Immer wieder unterbricht Bruno Schulz seinen Brief, verbessert ihn und kommt schließlich doch zu einem Ende. Düster denkend, ängstlich fühlend, ironisch, selbstaufopfernd, fragend gibt sich Bruno Schulz und man mag ihn als Lesende auf die Schnelle hin befreien und weiß bzw. ahnt doch, dass sein Schicksal nichts von einer Befreiuung hatte. Denn Bruno Schulz gab es tatsächlich und wurde 1942 auf offener Straße von einem Gestapomann erschossen. Es gelingt dem Schriftsteller Maxim Biller messerscharf zu erzählen und einen in den Bann zu ziehen. Man mag am Ende der Lektüre gar nicht aufhören zu lesen. Man bedauert quasi das Ende der Lektüre und weiß doch um das Ende von Bruno Schulz und wird dies hoffentlich auch bedauern und betrauern.
Eine insgesamt stark an Kafkas Verwandlung erinnernde Novelle ganz eigener Ausgestaltung. Der Titel "Im Kopf von Bruno Schulz" ist programmatisch und so mag die Novelle mit dazu beitragen, psychiatrisch auffällige Personen anders verstehen zu wollen...
Ein Meisterwerk der packenden, hintergründigen und historischen Erzählkunst!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierend, 18. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im Kopf von Bruno Schulz: Eine Erzählung (Gebundene Ausgabe)
Biller ist ein ganz Großer. In einem fast kafkaesken oder sogar Bulgakov'schen Strudel reißt er desn Leser in diese kurze Geschichte eines ewas schrägen Helden hinein, der mit allerlei Finten und Camouflagen vorgibt, in Thomas - Mann - Double zu verfolgen, um sich damit beim wahren Mann Pluspunkte für eine Publikation zu holen.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf Kafkas Spuren...., 7. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Im Kopf von Bruno Schulz: Eine Erzählung (Gebundene Ausgabe)
Maxim Biller hat über den im KZ umgekommenen Maler, Zeichner und Autor Bruno Schulz eine kleine und seltene Novelle geschrieben.

Herr Schulz ist in seiner Erzählung ein skurriles Männchen, das im Keller eines alten Hauses wohnt. Wir schreiben das Jahr 1938 und Herr Schulz schreibt einen Brief. Dieser geht an Dr. Thomas Mann, der als Doppelgänger in der Stadt Drohobycz eingekehrt ist. Was erwartet sich Herr Schulz von diesem Brief?

Auf jeden Fall hegt er die wahnwitzige Hoffnung, dass Herr Thomas Mann ihm zu einem Verleger und zur Flucht in den Westen verhelfen könnte.
In diesem Brief beschreibt Herr Schulz seine Ängste und Visionen, die man durchaus als Vorhersagen für kommendes Unheil ansehen mag.
Direktor Hasenmass zieht erschöpft und nackt einen imaginären Thomas Mann durchs Dorf, und die Schüler von Schulz umflattern in den Gestalten von Tauben geisterhaft seine Kellerhöhle.

Im Wechsel mit seinen Notizen erlebt man Herrn Schulz als hässlichen kleinen Mann mit Segelohren. Er ist dem Schabernack seiner Schüler ausgesetzt, denen er das Zeichnen beibringen will.

Schulz’ ständiger Begleiter ist die Angst. Und diese führt ihn zu Träumen mit ungeahnten Schrecknissen. Da ist von peitschenden Deutschen die Rede und von Qualen ganz anderer Art. Sollten diese Visionen nicht bald allzu wahr werden?

Mit imaginärem Gespür für kommendes Unheil beschreibt Bruno Schulz in seinem Brief an Thomas Mann schon jetzt, wie die Wirklichkeit für Juden in Polen nach dem Überfall durch die Deutschen im Jahr 1939 bald aussehen wird. Pogrome und ihre quälenden Folgen bestimmen das Tagesgeschehen, und Bruno Schulz sieht sich als eines der möglichen Opfer, das er am Ende ja auch wird.

Die makaberen Bilder in der Erzählung erinnern an Kafkas Geschichten, in denen sich genau wie hier Unheil mit Groteske verbunden haben. Maxim Biller hat eine glühende Fantasie, die sich mit den Resten grausamer Realität zu rudimentären Bildern vereint.

Es ist schwer, sich den skurrilen und makaberen Wahnbildern auszusetzen. Man wähnt sich selber in einem Irrentanz und legt die Lektüre bewegt und zugleich erleichtert zur Seite.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen deutscher Rocksong über Bruno Schulz, 13. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Im Kopf von Bruno Schulz: Eine Erzählung (Gebundene Ausgabe)
Das Buch von Biller wird hoffentlich den wunderbaren Dichter Bruno Schulz hierzulande der beinahe Vergessenheit entreissen.
Dieselbe Intention kann man der österreichischen deutschsprachigen Rockgruppe "Nebenjob" unterstellen, die Bruno Schulz mit ihrem Song "Wer erschoss Bruno Schulz ein kleines Denkmal errichten wollten.
Hier ein link zu einer live Aufnahme aus dem Jahr 2011:

[...]
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwierige Wertung, 9. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im Kopf von Bruno Schulz: Eine Erzählung (Gebundene Ausgabe)
Von der geballten deutschen Kritik wurde Maxim Biller für dieses Buch gelobt. Und in der Tat ist es sehr gut geschrieben! Aber - und deshalb kann ich mich nicht dafür begeistern - es ist so geschrieben, dass man meint, es käme aus den 20er oder 30er Jahren des letzten Jahrhunderts - da schrieb man so. Gekonnt, jedoch in meinen Augen EPIGONAL.
Lesen Sie gerne Kafka? Lesen Sie gerne Thomas Mann? Okay, dann ist das kleine Buch empfehlenswert.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im Kopf von Bruno Schulz, 16. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im Kopf von Bruno Schulz: Eine Erzählung (Gebundene Ausgabe)
Das ist eine sehr interessante Erzählung und auch sehr spannend zu lesen, vielen vielen Dank dafür / "Amazon Verified Purchase"
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Im Kopf von Bruno Schulz: Eine Erzählung
Im Kopf von Bruno Schulz: Eine Erzählung von Maxim Biller (Gebundene Ausgabe - 7. November 2013)
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