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5.0 von 5 Sternen Verdammter Lausekrieg (Zitat, S. 83), 7. Juli 2014
Von 
k. und k. priviligierter Bücherwurm (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Im Westen Nichts Neues: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe dieses Buch soeben zugeklappt und ich schreibe diese Rezension, während ich noch aufgewühlt, sprachlos, erschüttert und zutiefst traurig bin. Was Remarque hier abgeliefert hat, ist schier unfassbar und auch noch nach 100 Jahren kaum zum Greifen nahe.
Aber alles der Reihe nach:

Der Kiwi-Verlag hat zum 100. Geburtstag des Kriegsbeginnes (28. Juli 1914) das Buch “Im Westen nichts Neues” von Erich Maria Remarque neu aufgelegt. Der Literaturwissenschafter Thomas F. Schneider hat sich eingehend mit dessen Werk beschäftigt und dieser Ausgabe seinen einzigartigen Schliff gegeben.
Im Anschluss des 294 starken Werkes, stellt er 54 Seiten Erstfassung, Erstdruck, Änderungen durch Remarque selbst und verschiedene Ausgabentexte zur Verfügung. Danach finden sich noch 3,2 Seiten Anmerkungen, sowie 3 Seiten weiterführende Literatur-Listen. Schneider hat damit ein umfassendes Buch abgeliefert.

Remarque selbst hat bereits 1917 im Lazarett sein Werk begonnen, aber erst 1928 wieder aufgenommen und weitergeführt. Das Buch selbst erschien erstmals 1929. Sein Buch ist viel mehr als nur eine Hinterlassenschaft.

Zitat, S. 42, Anfang Kapitel III:
Wir bekommen Ersatz. Zum Teil sind es alte Leute, aber auch fünfundzwanzig Mann junger Ersatz aus den Feldrekrutendepots werden uns überwiesen. Sie sind fast ein Jahr jünger als wir. Kropp stößt mich an: “Hast du die Kinder gesehen?” Zitat Ende

Zum Zeitpunkt dieser Aussage ist Paul Bäumer 19 Jahre (!) alt und ein alteingesessener Soldat. Sein Leben besteht aus Schützengräben, Kämpfen, Granatsplitter, Fliegerbomben, Überleben, Hören auf Geräusche, Leichen überall und im schlimmsten Zustand, Ratten, Läuse, Dreck, Hunger, Entbehrung aller Art und der tägliche Kampf mit sich selbst. Paul Bäumer ist mit 7 seiner ehemaligen Klassenfreunden eingezogen worden. Er hat keinen Beruf und keine Aussicht je einen zu erlernen. Was er lernt sind Befehle auszuüben und Franzosen umzubringen. Sein Leben, oder das der anderen. Das ist die Devise.
Als er nach einem Heimaturlaub an die Front zurückkehrt, bekommt er einen Schützengraben-Koller. Als er einem Franzosen das Leben nehmen muss, sagt er unfassbare, sinnlose und doch so eingehende Gebete, die er wie ein Mantra schützend vor sich hält. Er ist Stunde um Stunde mit dem Sterbenden allein, als der endlich aufhört zum Atmen, ist Paul Bäumer nahe dem Abgrund. Zitat, S. 227 Anfang:

“Vergib mir, Kamerad! Wir sehen es immer zu spät. Warum sagt man uns nicht immer wieder, daß ihr ebenso arme Hunde seid wie wir, daß eure Mütter sich ebenso ängstigen wie unsere und daß wir die gleiche Furcht haben und das gleiche Steren und den gleichen Schmerz -. Vergib mir, Kamerad, wie konntest du mein Feind sein. Wenn wir diese Waffen und die Uniform fortwerfen, könntest du ebenso mein Bruder sein wie Kat und Albert. Nimm zwanzig Jahre von mir, Kamerad und stehe auf, – nimm mehr, denn ich weiß nicht, was ich damit noch beginnen soll.” Zitat Ende

Wir begleiten 7 Freunde: Paul Bäumer – der Erzähler, Kat – sein bester Freund, Kämmerich – sein Jugendfreund, Detering, Haie, Tjaden und Leer. Remarque geht allerdings nicht zimperlich mit der Beschreibung der Leichen, der Schützengräben, des Gestankes, das widerliche Essen, der Frustration, der Lazarette und der Entbehrungen um. Im Gegenteil. Auf Seite 93 kommt es zu einem Satz, der dem Leser vielleicht gar nicht viel auffällt, doch der alles aussagt:

Zitat, S. 93, Anfang:
Der Krieg hat uns für alles verdorben. Zitat Ende

Das Paul Bäumer und seine Kumpels aber noch glauben, aus dem ganzen herauszukommen, erzählt er, kurz nach einem Beschuss, wo ein Kamerad qualvoll stirbt.

Zitat, S. 106, Anfang:
Jeder Soldat bleibt nur durch tausend Zufälle am Leben. Und jeder Soldat glaubt und vertraut dem Zufall. Zitat Ende

Als Paul Bäumer verletzt und in ein Lazarett kommt, muss er erfahren, dass der Krieg mehr Verwüstung anrichtet, als er auf dem Schlachtfeld je gesehen hat. Er sagt: “Erst das Lazarett zeigt, was Krieg ist.” (S. 266)

Nach seiner Genesung muss Paul Bäumer wieder zurück an die Front, zu seiner Einheit. Was er dort abermals erlebt und sieht, wird dem Leser oftmals schwer schlucken lassen müssen. Im Oktober 1918 endet das Buch; am 11. November 1918 endet der Krieg.

Fazit: Auf 294 Seiten kann der Leser Kriegsgeschehnisse und Schrecken lesen, die man kaum je zuvor über den 1. Weltkrieg gelesen hat. Ich glaube, dass es bis heute kaum Vergleichbares gibt. Remarque wählt eine einfache Sprache, auf den Punkt, zielgerichtet, ungeschminkt, ungeschönt. Wer sich diesem Werk nähern will, MUSS sich Gewiss sein, dass öfter die Tränen fließen und das Entsetzen auf dem Gesicht geschrieben sein wird. Was Krieg wirklich ausmacht, können wir alle heute nicht mehr begreifen. Wir wiegen uns in einer sicheren Welt, was aber Krieg bedeutet, kann man in solchen Büchern eindrucksvoll und eindringlich lesen. Remarque ist ein Werk gelungen, dass uns alle noch Jahrzehnte überdauern wird und (leider) nichts an Aktualität verloren hat. Perfekt!
Absolute Leseempfehlung!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vor Hundert Jahre., 29. April 2014
Von 
J. L. Emanuel "Afrika-Chirurg" (Rotterdam, Holland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im Westen Nichts Neues: Roman (Gebundene Ausgabe)
Gute Ausgabe. Der Inhalt braucht kein Kommentar fuer der erster Weltkrieg hundert Jahr zurueck, mit ergreifende Aktionen in einem ganz andere Schauplatz.
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2 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen bewertung von "im westen nichts neues", 10. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im Westen Nichts Neues: Roman (Gebundene Ausgabe)
alles bestens,sehr guter service,immer mal wieder,ich werde immer wieder bei Ihnen bestellen,ich bin von Ihnen sehr zufrieden und wünsche Ihnen alles Gute.
Dr.Gerhard Hornberger.
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Im Westen Nichts Neues: Roman
Im Westen Nichts Neues: Roman von E.M. Remarque (Gebundene Ausgabe - 7. November 2013)
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