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Kundenrezensionen

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VINE-PRODUKTTESTERam 15. Juli 2013
Keine große Literatur, kein politisches Sachbuch,keine richtige Reisebeschreibung,
kein Buch aus der Rubrik Humor, keine Biografie, was denn dann? War das Buch überhaupt geplant?

Krömer, in seinen letzten Shows für mich geradezu unerträglich gleichgültig, unkonzentriert,
unhöflich, frech und eingebildet, zeigt hier eine Seite, die man so nicht gleich erwartet hat.
Ernsthaft und einfühlsam beschreibt er zwei kurze Reisen nach Afghanistan, die unterschiedlicher
nicht sein können.

Einmal eine Reise zu den Truppen der Bundeswehr, innerhalb dicker Mauern, Stacheldraht und mit
allen Sicherheitsvorkehrungen und eine zweite Reise in das Land Afghanistan ohne Netz und doppelten
Boden. Krömer schildert seine Eindrücke kurz und knapp und doch bringt er auch emotional alles rüber,
was ihn dort bewegt hat und man nimmt es ihm ab.

In einem Rutsch durchgelesen und für gut befunden, weil man einfach zu wenig weiß über "Afghanistan"
und er den Vorhang doch etwas lüftet. Er macht neugierig, mehr zu erfahren und zu hinterfragen und sich nicht
nur auf die vorgekauten Nachrichten der Massenmedien zu verlassen. Man schaue sich alleine diese Müllhalde
der Amerikaner an!
Deshalb bekommt das Buch fünf Sterne, weil es vielleicht auch Uninteressierten die Augen und das Herz für dieses
wunderbare, aber so arme Land öffnet.
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am 20. Juni 2013
Sehr interessant wie Kurt Kroemer Afghanistan erlebt hat. Seit 5 Jahren lebe ich selbst in diesem Land. Im Buch schildert Kurt sehr lebensnah die Eindruecke zweier doch sehr unterschiedlicher Besuche. Das erste Mal sind er und sein Team mit der Bundeswehr in Afghanistan. Die Reise mit der Bundeswehr vergleicht er mit einem Robinson Club Urlaub. Zutreffender kann man das kaum beschreiben. Was er damit wirklich meint lesen Sie im Buch.

Kurt Kroemer erlebte seine zweite (private) Reise ganz anders. In afghanischer Kleidung besuchte er Familien, hochrangige afghanische Politiker und bekommt einen kleinen Einblick in das Wirken der Amerikaner in Afghanistan.

Ich habe ihn in Afghanistan getroffen und einen sehr tiefgruendigen und nachdenklichen Menschen erlebt der wirklich versucht hat in den paar Tagen ein realistisches Bild von dem wunderschoenen Land am Hindukusch zu bekommen, das leider immer noch eins der aermsten Laender der Welt ist.

Kurt, klasse Arbeit! Unbedingt lesen!
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TOP 1000 REZENSENTam 22. März 2014
Kennen Sie das, wenn man sich lange drauf freut, ein bestimmtes Buch zu lesen, weil der Titel so anders klingt und der Klappentext so interessant? Mir ging es mit diesem Buch so. Und dann hält man das Buch endlich in der Hand und denkt – was, so dünn??? Nun ja, 176 Seiten muss ja nicht „wenig“ sein – es kommt ja auf den Inhalt an. Aber wenn der sich dann auch noch zu einem – aus meiner Sicht übergebührenden – Teil auf den Werdegang des Autors konzentriert, ist man doch ein wenig enttäuscht. Also ich war jedenfalls ein wenig enttäuscht.

Ich hatte mir mehr erhofft, von dem „Ausflug nach wohin eigentlich keiner will“. Sicherlich, es war interessant zu erfahren wie es in den Bundeswehrlagern Mazar el Sharif und Kabul zugeht. Es waren dabei eher die Details, die mich verblüfft haben, aber leider nicht der Reisebericht als solches. Schade. Ich hatte ein wenig das Gefühl, so ganz ist Kurt Krömer eben doch nicht in seinem Element, wenn er nicht Witze reißen kann… Dass das bei so einem Thema nicht geht, ist ihm klar und deshalb hat er sich auch zurückgehalten. Gute Entscheidung. Man merkt dem Buch auch grundsätzlich an, dass die beiden hier beschriebenen Reisen (einmal auf Einladung der Bundeswehr und einmal ins "zivile" Kabul) dem Autor nahe ging. Und trotzdem sprang der Funke bei mir eben nicht über. Im Gedächtnis bleiben wird mir das Buch sicherlich nicht. Schade eigentlich.

Noch kurz etwas zu den Fotos im Buch: Vielleicht liegt das am Druck oder am Papier oder daran, dass alles „nur“ schwarz-weiß ist… aber die sehen irgendwie sehr unprofessionell aus. Oder ist das Absicht? Dafür, dass die Reisegruppe auf den zwei Reisen nach Kabul jeweils Profi-Fotografen dabei hatte, war ich auch hier vom Ergebnis enttäuscht.
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VINE-PRODUKTTESTERam 1. Januar 2014
Mit "ein Ausflug nach wohin eigentlich keiner will" haben Alexander Bojcan alias Kurt Krömer und Tankred Lerch ein kurzweiliges Lesevergnügen geschaffen. Intellektuell für kleinstädtische Eckkneipen konzipiert, sprachlich auf gymnasialem Niveau geschrieben, thematisch als Teil des subventionierten Kultur-Milieus positioniert. Denis Scheck hätte seine helle Freude an einer Kommentierung.

Wenn man Kurt Krömer kauft, dann kann man sicher gehen, dass man auch Kurt Krömer bekommt: "Der Kaffee kostet nur neunzig Cent, schmeckt aber wie zwanzig." (S. 16) "Es ist der letzte Abend, denke ich und beschließe, die erlaubten zwei Bier zu trinken - fünfmal hintereinander." (S. 98) "Es blitzt zweimal kurz nacheinander. Dann steigt Rauch auf. Nichts Schlimmes. Ich habe mir eine Zigarette angezündet, nach dieser Reise hat man sie sich auch verdient. Der Hauptfeldwebel gibt Feuer frei, und wir rauchen alle." (S. 34)

In Buchform kommen dann aber traurige Einsichten zur deutschen Medienlandschaft zur Geltung: "Soldaten zählen in Deutschland nur, wenn sie traumatisiert zurückkehren. Dann finden sie statt. Sogar bei Jauch, Maischberger, Lanz und Co." (S. 101) Es sind diese Passagen, die dem Reisebericht eine gewisse Ernsthaftigkeit geben.

Das Buch über eine Reise nach Afghanistan ist für mich vor allem deshalb lesenswert, weil es auch einiges über Deutschland aussagt. "Wie es sein muss, wenn in das Land, in dem man lebt, Hunderttausende von Soldaten einmarschieren, die den Bürgern nichts über ihr Vorhaben und ihre Absichten erzählen. Wie würde ich wohl reagieren, wenn ich dreißig Jahre in so einem Zustand leben müsste? Ich kann es mir nicht vorstellen." (S. 176) Der Fall der Mauer und damit das Ende des so genannten "Kalten Krieges" liegt nun fast 25 Jahre zurück. Noch immer sind tausende ausländische Soldaten aus diskussionswürdigen Gründen in der Bundesrepublik stationiert. Das wissen einige, interessiert wenige, und ärgert wohl keinen.
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am 10. Juli 2013
Gleichwohl der Leser deutlich erkennt, dass Krömi nicht zur Schriftstellergattung gehört (insbesondere dann, wenn auf seinen Text gleich einer seines Reisepartners Kümmel folgt), ist ihm ein unbedingt zu lesender Bericht gelungen.

Ich bin nach wie vor beeindruckt über seinen Mut, diese Reise überhaupt zu machen, und von seiner Offenheit über den Zustand des Landes, die Menschen und gegenüber sich selbst; dem Leser werden hier nämlich auch nicht seine Emotionen vorenthalten.

Respekt gilt es aber auch seinen Mitreisenden zu zollen, die ihm – insbesondere auf der zweiten Reise nach Afghanistan – (wieder) Beistand leisteten. Auch über sie erfährt man einiges. Das Buch ist also keine Selbstdarstellung.

Dies und noch viele Dinge sind der Grund, warum ich nach wie vor ganz mitgenommen bin. Das ist bei mir nicht (mehr) so einfach zu schaffen.

Ein Buch, das nicht den „anderen“ Krömer zeigt, sondern den „richtigen“ – Alexander Bojcan.
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Es fängt damit an, dass der Titel nicht stimmt. Kurt Krömer berichtet nämlich von zwei Reisen nach Afghanistan, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Mitte 2012 die Einladung zu einer mehrtägigen Truppenbespaßung, und, im darauffolgenden Winter, eine Reise auf mehr oder weniger eigene Faust. Und so fallen auch seine Berichte sehr verschieden aus.

Im ersten Teil erleben wir den Komiker Kurt Krömer, der Zeit seines Lebens ein nicht so inniges Verhältnis zu unserer Bundeswehr hatte, und der als zeitweise sogar untergetauchter Komplettverweigerer seiner Marlene-Dietrich-Mission mit gemischten Gefühlen entgegensieht. Und so stehen hier dann eher die kuriosen Erlebnisse im Vordergrund, die selbst den höchst realen Gefahrensituationen, denen sich das Team ausgesetzt sieht, eine komödiantische Facette verleihen. Der Kettenraucher z. B., der sich schon auf dem Schulhof in die Ecken drückte, um den Blicken der Lehrer zu entgehen, erlebt ein déjà-vu, wenn er auch auf dem Kasernenhof rauchenderweise in die Ecken geschickt wird, aus Angst vor möglichen Snipern.

Die Auftritte selbst gestalten sich teilweise etwas mühsam, weil a) ihm der weibliche Teil des Auditoriums fehlt und b) die meisten Soldaten ihn nicht einmal kennen, geschweige denn Fans von ihm sind. Wie er sich aus der Affäre zieht, das zeigt den Profi, der sich in den Anfängen seiner Karriere sehr ähnlichen Situationen ausgesetzt sah - noch ein déjà-vu, und man spürt ein wenig seinen berechtigten Stolz.

Insgesamt registriert man aber doch seinen neugewonnenen Respekt vor den Soldaten, von denen man hierzulande eigentlich nur hört, wenn sie liegend in die Heimat rückgeführt werden, und die damit zu Rande kommen müssen, dass sich ihnen der Sinn und Nutzen ihrer Mission nur sehr notdürftig erschließt.

Ganz anders die zweite Reise. Dass er auf seiner Tour von Militärstützpunkt zu Militärstützpunkt das Land und seine Bevölkerung nur durch Panzerglas gesehen hatte, empfand er als so unbefriedigend, dass er sich ein halbes Jahr später noch mal auf den Weg macht dorthin, "wohin eigentlich keiner will", jetzt auch mit dem Ziel, über seine Eindrücke ein Buch zu schreiben. In Begleitung eines afghanischen Musikmanagers, aber ohne festes Programm nähert er sich den Menschen, die versuchen, in diesem geschundenen Land tagtäglich über die Runden zu kommen. Da ist vom Komiker nichts mehr zu spüren, und wir erleben einen empfindsamen, sympathischen und klugen Reisenden, der begreifen will, warum Afghanistan aus dem Teufelskreis der Gewalt nicht herauskommt. Hier hätte er gerne noch etwas mehr in die Tiefe gehen können, bei mir jedenfalls hat dieser Teil den wesentlich stärkeren Eindruck hinterlassen. Aber vielleicht gibt es ja noch einmal einen Ausflug nach wohin eigentlich - außer ihm jetzt - keiner will.
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am 27. Juni 2013
OK, ich hätte den Auftritt von KK bei Lanz nicht sehen sollen, denn damit war ich bereits mit mehr als der Hälfte seines Buches bereits vertraut, wie ich beim Lesen merkte.

Von einem guten Buch erwarte ich ansonsten, dass es mich fesselt, mitnimmt, das berühmte "Feuerwerk im Kopf" auslöst.
Alles das fehlt mir hier. Ich habe ständig das Gefühl: Nun erzähl doch endlich mal, wie es war.

Statt dessen erlebe ich zu schnelle Sprünge, die für mich nicht immer zusammen passen.
Während im ersten Teil (Bundeswehr-Teil) noch der ZEIT Reporter Peter Krümmel einiges erklärt und in besseren Worten beschreibt, fehlt mir im zweiten Teil (dem privaten Teil) irgendwie Alles. Ich verstehe andauernd nur "Grau, Zaun, Wand, Attentat".
Ganz kurz wird es einmal konkret, als auf Seite 167 von 186 dieser Monolog von einem Gewissen "Bahram" losgeht.

Er isst zu Abend bei einer Familie. Punkt. Das ist ja durchaus etwas besonderes, in einem derart "außergewöhnlichem" Land als Deutscher bei Familie "besserer Durchschnitt" zu speisen. Andere hätten statt 2 Seiten seichter Kurzbeschreibung alleine darüber ein spannendes Buch schreiben können. Aber Krömer schreibt praktisch nur ein Tagebuch, wohl um sich selbst später besser erinnern zu können. Sein Kopf ist sicher voll, von bunten Bildern, Gerüchen, Geräuschen. Uns präsentiert er nur, im wahrsten Sinne des Wortes, nichtssagende schwarz-weiß Bilder.

Krömer hatte es schon damals bei seinem Besuch in Polen (Film mit Steffen Möller) geschafft eigentlich nur fehl am Platz zu sein. Hier ist es nicht viel anders.
Um zu Beschreiben, wie, warum, wie lange... es in Afghanistan so ist, wie es ist, braucht es doch etwas mehr als eine "Witzfigur aus Neukölln", wie er sich selbst so oft beschreibt. Da wäre ein HaPe Kerkeling gewissenhafter und genauer in Reiseplanung und Beschreibung gewesen und hätte es geschafft, uns an seinen Gefühlen wirklich teilhaben zu lassen...
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am 16. November 2013
Kurt Krömer, alias Alexander Bojcan, ist (zumindest der Öffentlichkeit) ja nun nicht gerade für seine einfühlsame Seite oder philosophisch tiefgreifenden Einsichten bekannt. Er gilt eher als Freund des anarchischen Humors, den unter anderem auch ich sehr zu schätzen weiß. Es gibt leider nicht viele Comedians, die sich trauen, von der vorgegebenen Unterhaltungschiene abzuweichen.

Umso mehr muss ich Kurt Krömer für das Wagnis dieses Buches loben. Ich muss zugeben, dass mich vor dem Lesen ein eher mulmiges Gefühl beschlichen hatte. Kriegt er den Spagat zwischen Humor und Ernsthaftigkeit hin? Schafft er es, mir harten Stoff auch humoristisch zu vermitteln? Um es gleich mal vorweg zu nehmen – ja er schafft es. Mal mehr, mal weniger.

Das Buch unterteilt sich in eigentlich zwei Reisen. Die erste Reise unternimmt Kurt Krömer auf Einladung der Bundeswehr, quasi zur Truppenstärkung vor Ort. Als Totalverweigerer und bekennender Kriegsgegner tut sich Krömer an dieser Stelle schwer, kann aber der Erfahrungsversuchung nicht widerstehen. Und so liest sich denn auch der erste Teil. Distanziert und beobachtend, alles in allem eher fremdelnd. Immer wieder von einer Prise (oder einen Schuss) Humor und Ironie durchzogen. Gerade, was die strengen Strukturen der Bundeswehr betrifft. Und diese Distanz scheint es auch bei den Soldaten zu geben. Es dauert eine Weile, bis alle miteinander warm werden.
In diesem ersten Teil merkt man dem Geschriebenen an, dass es eher auf fremden Wünschen, als auf eigenem Willen beruht. Ich halte Krömer zugute, dass er das auch ganz bewusst nicht verschweigt.
Aber keine Bange, auch und gerade im ersten Teil kommt der brachiale Humor nicht zu kurz, auch wenn die Verarbeitung des Gesehenen bei (diesmal) Alexander Bojcan erst viel später einsetzt. Hut ab.

Im zweiten Teil des Buches reist Krömer erneut nach Afghanistan bzw. Kabul, diesmal jedoch auf eigene Initiative. Zwangsläufig lernt er nun etwas mehr von Land und Leuten kennen und kann zudem die lauernden Gefahren in diesem Land nachvollziehen. Und wie es einen zermürbt. Krömer schaut hinter die Fassaden der Stadt und einer Familie. Und ist überwältigt vom Lebensmut und den Gefahren vor Ort.
Der Humor des zweiten Teils klingt schon etwas ernsthafter (was kein Widerspruch sein muss) und dient dessen eigentlichem Zweck. Nämlich das Unerträgliche ertragbar zu machen. Und Krömer schafft das.

Insgesamt lohnt sich die Lektüre.
Lesen Sie, lachen Sie, denken Sie nach! Viel Spaß dabei.
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am 12. November 2013
Zu Besuch in Afghanistan.
Dort wohin eigentlich keiner will. Krömer schon. Auch wenn er sich nicht wirklich ein Bild davon machen kann, was ihn erwarten wird. Aber wer kann das schon.

Aber von vorne: Der bekannte Berliner Comedian und Satiriker Kurt Krömer bekommt eine Anfrage von der Bundeswehr. Truppenbespaßung in Afghanistan. Kann man ja mal machen, denkt Krömer, der zwischenzeitlich sogar mal untergetaucht war, um nicht verpflichtet werden zu können und fliegt mit einem Kamerateam, einem Journalisten der ZEIT und seiner Managerin nach Afghanistan.

Und nach dieser ersten Reise sogar einige Zeit später noch ein zweites Mal auf eigene Faust.

Ich hatte zugegebenermaßen etwas Respekt vor diesem Buch. Auf der einen Seite, weil ich dachte, es würde ein Werbebuch für die Bundeswehr und den deutschen Militäreinsatz werden. Auf der anderen Seite, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass Krömer wirklich ein differenziertes Buch über so ein sensibles Thema schreiben kann. Bei allen Auftritten, die ich bisher von ihm gesehen habe, bestand sein Comedy- Programm stets darin, das Publikum zu beleidigen. Wahlweise seine Gäste in der Sendung.

Lustig ist zwar oft gut, aber bei diesem Thema konnte ich mir einfach nicht vorstellen, ob lustig funktionieren würde.

Lange Rede, kurzer Sinn: das Buch hat mich wirklich überrascht! Es ist sachlich, mit einer Prise Humor, sehr ehrlich und deutlich.

Ich hatte nicht das Gefühl, dass überdramatisiert oder beschönigt wird. Allerdings bekommt man auch keine besonders interessanten Informationen, die abseits der Nachrichten wandeln.
Reines Google- Wissen gepaart mit persönlichen Erfahrungen lassen in diesem Fall aber durchaus ein gutes Buch entstehen!

Dies ist kein Enthüllungswerk – diesen Anspruch verfolgt Krömer aber auch nicht. Politische Positionierung ist hier kein Thema, lediglich das persönliche Interesse lässt ihn dieses Land bereisen.

Und das ist in dem Buch „Ein Ausflug nach wohin eigentlich keiner will“ kurzweilig und interessant dargestellt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Ein Buch, dass es sich lohnt zu lesen, aber keines, das das Rad neu erfindet.

Schön sind auch die Einschübe aus der Reportage des mitgereisten ZEIT-Redakteurs, der die Dinge nochmal erfrischend anders zu berichten weiß und als Außenstehender auch mal Krömers Verhalten beschreibt – ebenso wie umgekehrt übrigens. Das lässt das Buch auf jeden Fall aufleben und unterstreicht die persönlichen Erfahrungen und ganz subjektiven Eindrücke der beiden.

Und von meiner Seite auf jeden Fall Hochachtung an Krömer, der mit unglaublicher Gelassenheit diese Reise antritt.

Die Eier dazu muss man erstmal haben
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am 9. September 2013
Ein Reisebericht über den Afghanistanaufenthalt Krömers?

Ich bin ein Fan von Kurt Krömers Humor, aber nun ein Buch über ein Kriegs-/Krisengebiet, von dem man meint schon alles gehört und gelesen zu haben, machte mich skeptisch.
Trotzdem schlug ich zu - wer hat schon einen Krömer in der Bibliothek stehen und vielleicht wird's als einziger literarischer Versuch Kurts ja bald Sammlerwert haben!?
Nun habe ich das Buch durch und nachdem ich es einige Zeit einwirken lassen habe, kann ich nur sagen: ich bin durchweg positiv überrascht.
Ich möchte hier nicht zu viel verraten, aber es ist sehr gut zu lesen.
Ein angenehmer Schreibstil, pointierte Seitenhiebe. Tiefere Einblicke in das Gefühlsleben der Person hinter Kurt Krömer, biographische Episoden über den Beginn seiner Karriere würzen dieses Buch zusätzlich.
Das Buch ist formal in zwei Teile unterteilt.
Der erste Teil beschreibt Kurts offiziellen" Besuch bei den deutschen Truppen und seine Erlebnisse während der Reise dorthin, seine Auftritte und das Leben im abgesicherten" Bereich der Militärs.
Im zweiten Abschnitt wird der zivile Besuch Kurts und seiner Entourage ohne militärische Absicherungen geschildert. Das Leben normaler Familien in Afghanistan, das Markttreiben und die Sicht einzelner Afghanen auf die Besatzungstruppen internationaler Herkunft.
Er trifft Politiker, Einheimische und Medienstars.
Alles scheint sehr nah an der Realität geschildert und erinnert an ausführliche Tagebucheinträge und offenbart neue Seiten an der Afghanistan - Problematik.
Für mich nimmt dieses Buch einen besonderen Platz im Schrank ein, da es mehr bietet als man vordergründig erwartet.
Es vermittelt nicht nur einen tieferen Blick in Kurts Seelenleben, sondern auch in das des afghanischen Volkes und kaut nicht nur Informationen und Geschichten durch, die wir schon gefühlte tausendmal erzählt bekommen haben.

Eine absolute Lese-Empfehlung - eine der Überraschungen des Literaturjahrgangs 2013!
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