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121 von 151 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es ist kein waschechter Thriller - Trotzdem lesen.
Schätzing hat sich mit diesem Werk weit aus seiner bisherigen Komfortzone herausgewagt: Er verlegt den Roman thematisch in ein Gebiet, wo über "Gut" und "Böse" abseits der allgemein akzeptierten Axiome ("Völkermord ist immer böse.") vortrefflich gestritten wird und der Autor es automatisch nicht allen Recht machen kann. Er nimmt Abstand von seinem...
Vor 8 Monaten von Severin Higgs veröffentlicht

versus
172 von 182 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Endlich geschafft... Oder: Wie man einen "Thriller" nicht schreiben sollte
Vorweg: Insgesamt ist das Buch ein guter historischer Roman oder eine Dokumention über die Geschichte Israels. Ging es um die Qualität der Recherche und der Menge was ich über Israel gelernt haben, würde das Buch von mir 5 Sterne bekommen. Aufmachung, Beschreibung und Werbung versprechen allerdings einen mitreißenden Thriller und einen solchen...
Vor 4 Monaten von Ares veröffentlicht


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172 von 182 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Endlich geschafft... Oder: Wie man einen "Thriller" nicht schreiben sollte, 2. Juli 2014
Von 
Ares - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Breaking News (Gebundene Ausgabe)
Vorweg: Insgesamt ist das Buch ein guter historischer Roman oder eine Dokumention über die Geschichte Israels. Ging es um die Qualität der Recherche und der Menge was ich über Israel gelernt haben, würde das Buch von mir 5 Sterne bekommen. Aufmachung, Beschreibung und Werbung versprechen allerdings einen mitreißenden Thriller und einen solchen wollte ich auch lesen. Da verspricht das Buch meiner Meinung nach aber eindeutig zu viel...

IN KÜRZE:
===============
Der Klappentext verspricht "Einen mitreißender Thriller vor dem Hintergrund einer epischen Saga". Dieses Versprechen wird leider in keiner Weise eingelöst.

In den rund 1000 Seiten versteckt sich etwas, das entfernt an einen Thriller erinnert aber mich nicht wirklich mit gerissen hat. Dabei ist die Grundidee der Story gar nicht schlecht und hätte wirklich Potential. Leider wird dieses durch die gleichzeitige Erzählung der "epischen Saga" komplett zu Nichte gemacht.

Frank Schätzing versucht nicht nur einen spannende Geschichte zu erzählen sondern nebenbei auch noch die gesamte Geschichte des Staates Israel anhand einer Familiengeschichte zu behandeln. Beides hängt zwar grob zusammen, aber die Ausführlichkeit des historischen Teils ist bei weitem übertrieben. Das einzig gute dabei ist, dass Schätzing sich auf die letzten 90 Jahre beschränkt und nicht bei Urvater Abraham angefangen hat...

IM DETAIL:
===============
Vor fast 10 Jahren habe ich mit "Der Schwarm" mein erstes Buch von Frank Schätzing gelesen und war begeistert. In der Zwischenzeit habe ich andere Bücher von Schätzing gelesen und diese haben mir eigentlich durchweg gefallen. Breaking News konnte mich aber nicht überzeugen.

"Der Schwarm" habe ich verschlungen. Von einigen Bekannten hörte ich aber immer wieder, dass ihnen das Buch zu detailliert und langatmig sei. Ich liebe dicke Bücher und fand gerade diese Tiefe toll.

Kurz: Ich habe also nichts gegen Bücher mit ausführlicher Hintergrundgeschichte, im Gegenteil. "Breaking News" stößt aber selbst bei mir an eine Grenze oder überschreitet diese sogar.

Die Geschichte lässt sich eigentlich kurz und knapp zusammenfassen:
Top Journalist Tom hagen ruiniert durch eine zweifelhafte Aktion seinen Ruf, findet in Israel eine neue Story um sich zu rehabilitieren und gerät dabei in einen politischen Komplott.

Könnte spannend sein. Das Problem ist, dass dieser Thriller ständig von Rückblicken in die Geschichte zweier israelischer Familien unterbrochen wird. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn damit nur der Hintergrund beleuchtet würde. Aber der Rückblick beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts und kämpft sich dann durch die gesamte israelische Geschichte bis in die Gegenwart. Das Schicksal der Familien, die verschiedenen Gefühle und die Landschaft werden dabei bis ins Detail beschrieben.

Nachdem das Scheitern des Tom Hagen beschrieben wurde beginnt der erste Rückblick auf die Familiengeschichten in Israel. Dieser Schnitt ist so hart und zusammenhangslos, dass man sich fragt ob man im falschen Buch weiter liest. Erst nachdem man sich durch die ersten Jahrzehnte der Familiengeschichte gearbeitet hat geht es weiter mit Tom Hagen.

Die Geschichte Israels ist dabei erstklassig recherchiert und die Familiengeschichten auch durchaus gut erzählt. Ich habe viele (für mich) neue Informationen über Israels Geschichte erfahren, und einiges gelernt. An dieser Stelle verdient Schätzing durchaus Anerkennung. Das Problem ist für mich, dass dies einfach nicht zu einem "Thriller" passt. Das ist so, als würde man "James Bond" gucken und dabei nebenbei Haar klein die gesamte Geschichte des englischen Königshauses behandeln, nur um zu erklären worum Bond einen Anschlag auf die Queen verhindert.

Bei diesen geschichtlichen Einwürfen stört nicht nur deren Ausführlichkeit, sondern vor allem auch, dass der "Thriller" hierdurch immer wieder unterbrochen wird. Auch wenn der Spannungsbogen nicht allzu weit gespannt wird, wird jeder Anflug von Spannung direkt von der nächsten Geschichtsstunde abgelöst: "James Bond blickt in den Pistolenlauf des Bösewichts... Und nun dazu wie Georg II seinen Morgentee genießt..."

FAZIT:
===============
200 Seiten "Thriller" mit Tom Hagen
+ 400 Seiten Geschichtsuntericht
+ 400 Seiten Füllmaterial (Landschaft, Nebenschauplätze der Fimiliengeschichte ohne Bezug zur Hauptstory, etc.)
= 1000 Seiten "Breaking News"

Würde man den Thriller so belassen wie er ist und die Geschichtsstunden auf 50 Seiten kürzen hätte man ein nettes Buch. So ist das Ganze aber leider (selbst für Liebhaber langer Erzählungen wie mich) eine echte Quälerei.

WICHTIG:
===================
Ich habe mir Mühe gegeben das Wesentlich zusammen zu fassen. Natürlich kann ich dabei nur meine eigene Meinung wiedergeben. Wenn noch Fragen offen sind beantworte ich diese soweit möglich gerne in den Kommentare.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Als Hörbuch ein Grauen, 24. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Breaking News (Hörbuch-Download)
Ich weiß nicht, wie man auf die Idee kommen kann, derartige Brüche in einem Hörbuch zu zu lassen.
Beim ersten Wechsel der Story dachte ich, der MP3 Player wäre im Eimer, aber denkste. Das Ganze hört sich, wie ein normales Buch, das man per Shuffle wiedergibt. Ohne jede Ankündigung kommt der komplette Bruch der Geschichte, unmöglich sowas.
Wäre es nicht von Schätzing, hätte kein Verlag, diesen "Roman" verlegt. Als Hörbuch unzumutbar.
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103 von 125 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gut recherchiertes, schwach geschriebenes Werk, 24. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Breaking News (Gebundene Ausgabe)
Das Gute vorab: Wie in all seinen Büchern ist Schätzing auch hier wieder eine große Rechercheleistung gelungen. Die Geschichte Israels, angelehnt an die Figur Scharons, ist ein Thema, an das sich wohl nur wenige Autoren trauen würde - und Schätzing ist ihr thematisch sogar gerecht geworden. Zumindest, was den Plot angeht, hat das internationale Klasse und erinnert ein wenig an Ken Follett oder Don Winslow.

Doch anders als den beiden Großmeistern gelingt es Schätzing leider nicht, den Leser durch knapp 1000 Seiten zu tragen. Man kann die komplette Kritik in einem Satz zusammenfassen: Sein Erzähltalent ist einfach zu klein für eine solch große Geschichte! Was bei DER SCHWARM am Anfang und am Ende noch funktioniert hat, bei LIMIT nur noch halbwegs, geht jetzt gar nicht mehr: Kurze, abgehackte Sätze. Kein "Verlieren" in der Geschichte. Viele einschläfernde Beschreibungen. Keine mitreissenden Dialoge.

Ich könnte mir Frank Schätzing zukünftig gut in der Rechercheabteilung eines großen TV-Senders vorstellen: Ein packender Autor wird er wohl nicht mehr werden.
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121 von 151 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es ist kein waschechter Thriller - Trotzdem lesen., 14. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Breaking News (Gebundene Ausgabe)
Schätzing hat sich mit diesem Werk weit aus seiner bisherigen Komfortzone herausgewagt: Er verlegt den Roman thematisch in ein Gebiet, wo über "Gut" und "Böse" abseits der allgemein akzeptierten Axiome ("Völkermord ist immer böse.") vortrefflich gestritten wird und der Autor es automatisch nicht allen Recht machen kann. Er nimmt Abstand von seinem gewohnten Schreibstil, passt sich stattdessen an die begleitete Person an und erlaubt sich alles, was er sich erlauben kann (Versalschrift, Satzbrüche, ...), ohne das Werk ins Lächerliche zu ziehen. Er erlaubt sich auch, in die eigentliche Jetzt-Handlung Spannungspausen einzufügen, um durch Rückblenden die Historie der beteiligten Personen zu verstehen. Und er erlaubt sich, mühevoll aufgebaute Personen in einem Nebensatz sterben zu lassen - was nicht bar der Wirkung auf den Leser bleibt.

Nein, "Breaking News" ist kein reiner Thriller. Aber das, was es ist, gefällt mir ungemein. Es ist keine leichte Lektüre, und auch nichts, was man auf halbe Stunden verteilt in der S-Bahn lesen kann. Das Buch fesselt nicht auf die Art, wie man es von einem Thriller gewohnt ist. Und für einen Thriller enthält es ungewohnten Anspruch - was der geneigte Leser besser vorher wissen sollte, denn mit den falschen Erwartungen gibt es viel Enttäuschung.

Schätzing verbannt im Vorwort zu dem über 950 Seiten starken Werk einige Figuren ausdrücklich ins Reich der Fantasie. Das, was abseits der künstlerischen Freiheit im Buch steckt, will nicht als Wahrheit vermittelt werden. Allenfalls einen Fingerzeig geben: Es ist nicht immer alles schwarz und weiss, auch nicht in Israel.

"Thriller, Politdrama, Familiensaga" steht hinten drauf.
Und genau das ist drin.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein packender, absolut real wirkender Thriller, mit viel Menschlichkeiten, 12. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Breaking News (Gebundene Ausgabe)
Wenn Anfangs auch etwas mühsam zu lesen, so gewinnt der Roman aber (nach einigen hundert Seiten) zunehmend an Tiefe und Brisanz. Als recht guter Kenner der Israelischen Geschichte bin ich fasziniert von der absoluten Detailtreue, historisch und örtlich, die beinahe dokumentarisch ist, wobei der Autor stets versucht immer mindestens zwei oder mehr der vielen Seiten der Medaille darzustellen. Zwischendurch ist die Geschichte auch richtig spannend und thrillerhaft. Den Figuren Cox und Perlmann würde ich z.B. gerne mal persönlich begegnen.
Die wirklichen Highlights sind für mich aber die sehr intensiv-tiefen, menschlich-psychologischen Darstellungen, verbunden mit der menschliche Tragik, dem menschlichen Scheitern, dem menschlichen Versagen. Das berührt mich, da bin ich selbst mitten in der Geschichte. Da fühle ich die Angst, das Ver-Zweifeln, das Ringen, die Not der Protagonisten am eigenen Leib. Wer so schreibt, hat zumindest Teile davon selbst erlebt. Das ist echter, als man es sich ausdenken kann. Deshalb ein großes Buch, wenn auch etwas lang.
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107 von 136 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Langatmig bei anstrengendem Sprachstil, 8. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Breaking News (Gebundene Ausgabe)
Über die Handlung in Frank Schätzings neustem Roman "Breaking News" ist über die Amazon-Inhaltsangabe wie auch durch meine Vorrezensenten mehr als genug geschrieben. Das Thema ist brandaktuell und es sei Schätzing auch beste Absicht unterstellt, in seinem Generationen übergreifenden Epos, wie man es in dieser Ausführlichkeit eher von Ken Follet gewöhnt ist, mit viel Spannung und historischem Hintergrund zu unterhalten.

Doch leider gelingt ihm dies in meinen Augen nur sehr fragmentarisch. Dabei kann ich noch nicht einmal behaupten, dass ich abgebrochen hätte, denn im Grunde ist die Geschichte des zynischen Kriegsreporter und dessen Verquickung mit den aktuellen wie auch historischen Gegebenheiten Palästinas und Israels durchaus spannend und interessant.
Wenn da nicht Schätzings Hang wäre, alles und jeden in seinem Roman bis auf den letzten Tropfen zu beschreiben, hier noch einen Erklärungsstrang einzuführen und da noch dieses Detail zu ergänzen. Das stört in meinen Augen den Lesefluss ungemein und ich habe mich im verlauf immer häufiger dabei ertappt, wie ich ganze Passagen nur noch überflogen oder ganz und gar ausgelassen habe, um mich auf das Fortkommen der Handlung zu konzentrieren. Dies ist schade, denn hier wäre eindeutig weniger viel viel mehr gewesen.
Das zweite große Manko von "Breaking News" ist der Sprachstil Schätzings. Stakkatoartige Sätze, gerne ohne Verb, teilweise nur wenige Worte lassen zwar Assoziationen zu dem Titel aufkommen, erinnert dies doch sehr an Sensationsreporter, die atemlos ein aktuelles Ereignis kommentieren. Mich hat es irgendwann einfach nur noch genervt.

Und dieser Schreib-/Sprachstil Schätzings gepaart mit seinem Hang zur übertriebenen Ausführlichkeit, erfüllt bei weitem nicht die Vorschußlorbeeren, mit denen "Breaking News" angekündigt wurde. Nun muss man auch fair sein - es gibt eindeutig schlechtere Werke und was man Schätzing nicht vorwerfen kann, ist gut und akribisch recherchiert zu haben, denn das Bild, das er historisch aufzeigt, ist ein gutes Spiegelbild der aktuellen Realität im nahen Osten. Trotzdem - als Unterhaltungsroman finde ich "Breaking News" nicht gut und komme daher über 2 Sterne in der Bewertung nicht hinaus. Schade!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gehört - sehr gut!, 2. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Breaking News (Kindle Edition)
Rund 1000 Seiten dieses hochaktuellen Stoffes zu lesen - das ist tapfer!

Als Hörbuch allerdings hat mich die dramatische Geschichte von Anfang an gefesselt. Ich liebe es, wenn verschiedene Handlungsstränge aufeinander zulaufen, sich immer mehr durchdringen und Klarheit entsteht.
Vieles ist schon über die mitreißende Sprache des Autors und seine gründliche Recherche gesagt worden. Das kann ich nur unterstreichen. Hier wurde wieder einmal Geschichtliches und Fiktives meisterlich verknüpft. Die geschichtlichen Darstellungen und Beurteilungen mögen die subjektive Meinung Schätzings sein, ich habe Neues dadurch erfahren, mögliche Zusammenhänge erkannt, eigene Eindrücke, z.B. was Scharon, Rabin und Netanjahu angeht, bestätigt bekommen.
Wer sich außer für eine guten Story auch für eine verständliche Darstellung des endlosen Konfliktes um Israel und Palästina interessiert, für die direkten Auswirkungen auf die Menschen dort, der liegt mit diesem Hörbuch richtig.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schätzing ist gut .., 25. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Breaking News (Gebundene Ausgabe)
Er kann schreiben. Er hat super recherchiert. Aber diesmal ist die Geschichte etwas dünn. Darüber kann auch das aufgeblasene Drumherum nicht hinwegtäuschen. Für meinen Geschmack kommen auch viel zu viele Personen in dem Buch vor. Man verliert leicht den Überblick.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen In Teilen inhomogen und unfertig, 31. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Breaking News (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte des Staates Israel, eine Familiensaga und einen fiktiven Politthriller rund um den früheren israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon versucht Frank Schätzing in Breaking News auf annähernd tausend Seiten in einer Erzählung miteinander zu verknüpfen. Leider gelingt dies nur in Teilen.
Ausgehend von dem Schicksal jüdischer Siedler und israelischer Staatsbürger im 20. und 21. Jahrhundert zeichnet Schätzing in dem ihm so eigenen populärwissenschaftlichen Stil die Historie Israels nach. Dies gestaltet sich in weiten Teilen interessant und ansprechend, doch kann sich der Leser teilweise nicht des Eindrucks erwehren, er halte ein Sachbuch und keinen Roman in seinen Händen. Daran ändert auch der unorthodoxe und gewöhnungsbedürftige Schreibstil nichts, der sich beispielsweise durch in Klammern eingefügte Sätze oder durch ausschließlich in Großbuchstaben gehaltene Wörter auszeichnet.
Was Frank Schätzing nicht schafft, ist es, diesen Handlungsstrang mit dem anderen Teil der Handlung - einem in der Gegenwart spielenden und auf die Vergangenheit Bezug nehmenden Thriller - zu verknüpfen. Dieser handelt von Tom Hagen, einem vorerst gescheiterten Kriegsreporter, der in Israel durch Zufall einer Verschwörung ungeahnten Ausmaßes auf die Spur kommt und fortan vom israelischen Inlandsgeheimdienst Shin Bet und jüdischen Extremisten gleichermaßen gejagt wird. Richtige Spannung kommt dabei allerdings nur selten auf.
Frank Schätzing präsentiert mit „Breaking News“ somit ein Werk, dass schon allein aufgrund seines inhaltlichen Umfanges einen bleibenden Eindruck hinterlässt, gleichzeitig aber in Teilen auch inhomogen und unfertig wirkt. Es hätte dem Buch entschieden besser zu Gesicht gestanden, wenn Schätzing sich vorab abschließend entschieden hätte, ob er ein Sachbuch, eine Familiensaga oder einen Thriller zu schreiben gedenkt.
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52 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nicht viel dazugelernt, 30. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Breaking News (Gebundene Ausgabe)
Zunächst habe ich abgewunken, als ich von einer Freundin, die Schätzing-Fan ist, den Roman angeboten bekam. Und da ich ganz genau wusste, dass sie den Hang besitzt, nicht nur zu fragen, wie es gefiel, sonder dummerweise auch noch mit inhaltlichen Fragen zu überprüfen pflegt, ob man es auch wirklich gelesen hat, tat ich ihr eben den Gefallen. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich bereits mit der langatmigen Ödnis von Limit vorbelastet war. Dennoch bin ich durchaus Anhänger der second Chance Theorie und so ging ich davon aus, dass ihn die Masse an eher durchschnittlichen Kritiken bezüglich Limit zur Vernunft brachte und er damit aufhörte, sich dem amerikanischen Buch- bzw. Filmmarkt anzubiedern.

Doch dem Mann scheint es entweder vollkommen egal zu sein und er hat sich vorgenommen, jeden Euro mitzunehmen, den er noch kriegen kann, oder aber der Lektor von Kiepenheuer & Witsch verlor irgendwann selbst die Geduld und winkte den Rest einfach durch. Wahrscheinlicher ist, dass der oft holprige Schreibstil nur deswegen durchging, weil sich Schätzing als Werbeprofi längst selbst als Bestsellerikone aufgebaut hatte.

Ein guter Erzählstil kann auch noch einen mittelmäßigen Roman rausreißen doch hier ist es genau umgekehrt. Was hätte man aus dieser Idee für eine großartige Geschichte machen können? Heikel genug, sich an so was heranzuwagen. Ich vergleiche das gerne mit dem Spielfilm: „Zug des Lebens“ von Radu Mihăileanu, dem man anfänglich auch vorwarf, geschmackloserweise den Holocaust zu cartoonieren. Dennoch gelang ihm die Gratwanderung par excellence und er schuf ein humorvolles Werk, ohne das Grauen zu verharmlosen und das man zu Recht als Kunst bezeichnen durfte. Schön, wenn Schätzing das auch gelungen wäre, aber selbst wenn er irgendwann ein mal die Bedeutung des Ausdrucks „Verb“ begriffen hätte und es ihm nicht zu mühsam gewesen wäre, holprige Sätze glatt zu schleifen, hätte es auch nur zu einem der unzähligen Verschwörungsthrillern gereicht, deren Geschichten die Figuren ersetzen müssen.

Kann- oder will er einfach keine interessanten, vielschichtigen Antagonisten aufbauen, die jede gute Geschichte braucht, um den Unterschied zwischen Schüleraufsatz und einem spannenden Roman aufzuzeigen? Nicht aufhören können zu lesen und der Drang, weiterzublättern, um endlich zu erleben, dass der Bösewicht endlich eine auf die Mütze bekommt, stellt sich hier genauso wenig ein, wie bei Limit. Es reicht nun mal nicht, die Untaten eines Menschen aufzuzählen, um eine Aversion gegen diese Person zu erzeugen und genau das ist sein großes Manko.

Dann lieber weniger zwar gut recherchierte-, aber viel zu quälend lange Fakten und dafür mehr mit den Empathien der Figuren zu arbeiten. Mit den Erwartungen bis zum erlösenden Ende zu spielen und den oder die Bösen ärgerlicherweise immer im letzten Moment noch entwischen zu lassen, damit den Spannungsbogen bis zur Unerträglichkeit aufrecht erhalten bleibt, macht, meiner Meinung nach, einen guten Autor aus. Und das geht mir bei Schätzings Romanen vollkommen ab. Immer wieder hat man das Gefühl, als handle es sich um eine Dissertation, in welcher der Schreiber bemüht ist, sie für seinen Doktorvater unterhaltsamer zu gestalten.

Gute Ideen alleine reichen nun mal nicht aus, das zeigt dieser Roman wieder nur zu deutlich. Vielleicht irrte ich mich, als ich Kings Behauptung, dass man zum Schreiben schon großes Talent bräuchte, als abenteuerlich Theorie abtat. Schätzing mag ein erfolgreicher Marketingstratege sein, aber ein guter Geschichtenerzähler, ist er allerdings nicht.
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Breaking News
Breaking News von Frank Schätzing (Gebundene Ausgabe - 6. März 2014)
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