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104 von 110 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Irre gut
Was kann es Spannenderes geben als auf dem Gelände einer riesigen Jugendpsychiatrie aufzuwachsen, nicht als Patient, sondern als Sohn des Direktors? Von klein auf lernt man, die Abweichung von der Norm als ganz normal zu empfinden, zumal dann, wenn auch in der eigenen Familie einiges aus dem gutbürgerlichen Ruder läuft. Und auch der Erzähler war ein...
Vor 17 Monaten von Felix Richter veröffentlicht

versus
21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht so begeistert
Ich-Erzähler Joachim wächst auf dem Gelände der Jugendpsychiatrie von Schleswig auf, sein Vater ist der Direktor der Anstalt. Joachim erzählt vom täglichen Kampf mit seinen beiden älteren Brüdern, von seinem als Vorbild dienenden Vater und von seinem naiv-freundlichen Beziehung zu den Insassen der Anstalt. Mit zunehmenden Alter entpuppt...
Vor 15 Monaten von koanmi veröffentlicht


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104 von 110 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Irre gut, 16. Februar 2013
Von 
Felix Richter - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. Roman (Gebundene Ausgabe)
Was kann es Spannenderes geben als auf dem Gelände einer riesigen Jugendpsychiatrie aufzuwachsen, nicht als Patient, sondern als Sohn des Direktors? Von klein auf lernt man, die Abweichung von der Norm als ganz normal zu empfinden, zumal dann, wenn auch in der eigenen Familie einiges aus dem gutbürgerlichen Ruder läuft. Und auch der Erzähler war ein Intensivkind, das weder stillsitzen noch seine Emotionen kontrollieren konnte und damit heute ein heißer Ritalinkandidat wäre.

Joachim Meyerhoffs sprachgewaltiger Roman steht unter dem Motto "Erfinden heißt Erinnern". Der kleine Joachim begreift schon sehr früh, dass ein Erlebnis beim Erzählen immer neue Formen annimmt und dass dabei manchmal auch längst Verschüttetes wieder zum Vorschein kommt, und so ist auch eine Autobiographie durchaus formbar.

Es gelingt dem Autor mit genialer Leichtigkeit, in die Rolle des Kindes zurückzuschlüpfen und uns an seinem Vergnügen und seinen Ängsten teilhaben zu lassen. Wir leiden mit ihm, wenn er von seinen großen Brüdern drangsaliert wird, und wundern uns, dass die Eltern dies einfach geschehen lassen, und trotzdem müssen wir immer wieder laut lachen. Nicht nur die Irren können rasend komisch sein (wie anders als respektlos kann man das aus Kindersicht auch beschreiben?), auch die Nichtirren haben ihre Eigenheiten. Und manches geht derart unter die Haut, dass es eigentlich weder erfunden (wie kann man jemandem sowas andichten??) noch wahr sein kann (wie kann man sowas ausplaudern??).

Zwischen all der spielerischen Heiterkeit deutet sich schon bald eine tragische Entwicklung an. Erst trifft es andere wie die asoziale Nachbarsfamilie, die jämmerlich zugrunde geht, dann die eigene Familie. Die Ehe der Eltern zerbricht, was die Kinder nur als hilf- und fassungslose Zeugen erleben, und am Ende "fliegen alle Toten hoch". (So wie Joachim Meyerhoff das Sterben seines Vaters beschreibt, ist dringend davon abzuraten, das Buch jemals einem Krebskranken in die Hände zu geben.) Trotzdem ist das Ende eher versöhnlich. Die tragischen Ereignisse führen zu einer vorsichtigen Annäherung innerhalb der Familie, und wir legen das Buch in der Hoffnung aus der Hand, dass alles wieder so werden könnte, wie es nie war.

P.S. Ich habe übrigens "Alle Toten fliegen hoch: Amerika" noch nicht gelesen, hatte aber bei der Lektüre von "Wann wird es endlich..." nicht das Gefühl, dass das zum Verständnis nötig gewesen wäre.
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53 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen heiter ... aber nicht nur, 7. März 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe den ersten Roman von Meyerhoff "Alle Toten fliegen hoch" noch gut in Erinnerung. Soviel Komik und Tragik und so nahe bei einander. Als ich den Nachfolger "Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war" entdeckte, griff ich sofort zu und tauchte ein in Josses Welt auf dem Gelände der "Irrenanstalt". Joachim Meyerhoff ist ein glänzender Unterhalter mit enormen Sprachwitz. Der Erstling erschien mir etwas geschlossener von der Rahmenhandlung, während der Nachfolger assoziativer erscheint. Auch der Spannungsbogen des Romans erschien mir bei "Alle Toten" gekonnter. Dennoch entfaltet der neue Roman einen Sog und man folgt amüsiert von Seite zu Seite und von Kapitel zu Kapitel. Ich mag die Gliederung in Kapitel mit Überschriften. Viele kleine Dramen, manchmal auch größere, die immer auch eine heitere Seite haben. Zum Schluss, wenn es ans Sterben geht, wird es deutlich ernster. Beeindruckend ist der liebevolle Ton, ohne je kitschig pathetisch zu werden. Beeindruckend ist auch, dass der Erzähler trotz allem eine kritische Distanz wahren kann und dass jeder trotz gravierender Schwächen nie seiner Würde beraubt wird. Das ist die eigentliche Kunst dieses Autors. Ich frage mich immer mal, wie viel ist Autobiographie und wieviel ist Fiktion, aber eigentlich ist es unerheblich. Ich freu mich schon jetzt auf das nächste Buch. Das wird vermutlich ganz anders als die beiden Vorgänger, die irgendwie wie aus einem Guss erscheinen. Ich bin schon sehr gespannt.

PS: Man kann m.E. beide Bücher unabhängig voneinander oder in beliebiger Reihenfolge lesen.
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33 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glückliche Kindheit trotz Widrigkeiten aller Art, 13. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. Roman (Gebundene Ausgabe)
Joachim Meyerhoff hat ein Erinnerungsbuch der ganz besonderen Art geschrieben.
Er ist als Sohn des Anstaltsdirektors eines Landeskrankenhauses für Kinder –und Jugendpsychiatrie in Schleswig aufgewachsen.
Das Krankenhaus war Mitte der siebziger Jahre noch neu und wurde vom damaligen Schleswig - Holsteinischen Ministerpräsidenten Stoltenberg besucht. Alleine die Schilderung dieses Besuchs ist eine zum Lachen komische Geschichte.

Der muntere Icherzähler, zu Beginn ein kleiner Junge, weiß die schönsten und sehr anrührenden Geschichten von den Kranken, von seinem Vater, den zwei Brüdern und sich selbst zu erzählen. Die Mutter gilt als Medium ausgleichender Gerechtigkeit und Güte und spielt eine ebenso große Rolle wie der freundliche Vater, der an seinem eigenen Gewicht und seinen Gesundheitsbemühungen im buchstäblichen Sinne schwer zu tragen hat.

Die ganze Geschichte wird in einem drolligen Tonfall mit vielen skurrilen Einzelheiten erzählt.

Bubenstreiche, Querelen unter den drei Brüdern und der liebenswerte Hund der Familie bieten in ihrem lockeren Umgangston Anlass, sich wirklich zu amüsieren. Auch die selbstironischen Betrachtungen sind allemal ein Schmunzeln wert. Die beiden älteren Jungs sind immer schon ein Stück voraus und lassen den Kleinen zuweilen frustriert zurück. Letzterer allerdings neigt zu unwahrscheinlichen Wutausbrüchen, wenn etwas nicht nach seinem Kopf geht.

Vier Jugendlich Anstaltsbewohner dürfen zum Geburtstag des Vaters erscheinen. Das enttäuscht die Mutter sehr, die überhaupt reichlich zurückstecken muss hinter den Wünschen ihres Mannes. Sie hätte doch so gerne einmal "richtigen" Besuch! Aber man macht das Beste draus, spielt, amüsiert sich und neckt einander.

Eine nette Familie ist da notgedrungen Mitbewohner in der psychiatrischen Anstalt. Der Vater ist ganz offensichtlich ein guter Anstaltsdirektors und zu Hause auch ein liebevoller Vater. Dass er es mit der Treue zu seiner Frau nicht so ganz genau nimmt, spielt erst im Verlauf der Geschichte eine ernsthafte Bedrohung für das glückliche Familienleben.

Über weite Teile ist die Geschichte locker und leicht erzählt und immer eine Spur humorvoll verbrämt. Erst zuletzt wechseln die fröhlichen Zeiten, und heftige Familienereignisse führen zur Auflösung einer in Ansätzen glücklichen Kindheit und Jugend.

Während der längere erste Teil des Romans durchaus als Jugendbuch durchgehen könnte, wird es im zweiten und ernsten Teil schicksalhaft bis traurig. Es folgen Einbrüche in den Familienalltag, die nicht zu erwarten waren. Sie haben tragische Folgen und zeigen, wie das Leben mit zunehmendem Alter und mit den Wechselfällen des Lebens seine Unbeschwertheit und die heitere Zuversicht verliert. Joachim Meyerhoff kann die Fröhlichkeit und den Ernst in einer unnachahmlich natürlichen Weise zum Klingen bringen. Sehr deutlich, Anteil nehmend und betroffen beschreibt er den Tod seines Vaters. Der in weitem Bogen ausholende Lebenskreis erschließt sich einem witzig, fröhlich, traurig, melancholisch und liebevoll zugleich.

„Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war!“
Damit ist treffend beschrieben, wie es wohl so manchem in der Rückerinnerung vorkommen mag: denn oft täuscht die Erinnerung und blendet aus, was schon viel früher hätte spürbar sein können!

Joachim Meyerhoff ist Schauspieler und wurde mit zahlreichen Preisen bedacht.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sehr offfen und ungeschminkt ehrlich erzählte autobiografische Kindheits- und Familienerlebnisse, 27. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch beginnt mit einer schlichten, manchmal banalen, leichten Erzählweise über lustige, unterhaltsame Kindheitserinnerungen als spaßige Kurzanekdoten und es gelingt zum Ende ein gewisses literarisches Niveau mit tragischen Resümee der Familiengeschichte. Erstaunlich ist die sorglose Offenheit über die familiären und lokalen Verhältnisse, über die der Autor autobiographisch berichtet. Die Situation in der psychiatrischen Anstalt spielt nur zu Beginn und am Rande eine Rolle, fragwürdig sind die humorvoll und grotesk aufgepeppten Einzelgeschichten.- Endlich ging die geschlossenen Faust, in der ich so viele Jahre gelebt hatte, wieder auf - das Fazit eines Familientrugbildes, oder auch nicht?
Der Hinweis zum frühzeitigen Einsatz von Morphium bei Krebs-Schmerzpatienten ist bemerkenswert.
Ansonsten fehlen wirkliche Tiefe und Hintergründe, es ist mehr ein Buch der oberflächlichen kurzweiligen Unterhaltung mit lustigen Pointen, aber mit persönlichen Lebensbekenntnissen eines kleinen Eulenspiegels. Man muss deshalb das Buch nicht in Grund und Boden kritisieren. Im Fazit wird eine wichtige Botschaft, ehr unbewusst, reflektiert: der Mensch sehnt sich nach Familie und wenn sie noch so brüchig ist.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wandern ohne Ziel, 7. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. Roman (Gebundene Ausgabe)
Lange glaubte ich, wir müssen unbedingt ein Ziel vor Augen haben, um tatsächlich wo anzukommen.

Seitdem ich Herrn Meyerhoff lese, habe ich mich daran erinnerst, dass es anders ist: Aufwachen, umschauen und die Wunder einer einzigartigen Umgebung wahrnehmen und beschreiben. Auch wenn der Vergleich hinkt - wohin Haruki Murakami seine einzigartigen 30 - 40 Jährigen führt, dorthin entführt Meyerhoff seine Kindheitserinnerung: Kaum aufgewacht steuert die Welt auf einen zu. Im Grunde passiert nicht viel und trotzdem ist jeder einzige Moment bedeutungsvoll und intensiv. Als Kind ist man ja Zuseher der Welt, die sich um einen dreht. Dieses Wunder als Erwachsener aufs Papier zu bringen gelingt dem Schriftsteller in jedem Augenblick.

Meyerhoff sagt nie, dass früher alles besser, schöner oder entspannter war, er - und jetzt kommt das Klischee - er malt einfach das Bild jeden einzelnen Tages ohne zu dick aufzutragen: Das Bild wird nicht besonders bunt, intensiv oder extrem ausgeschmückt, das Bild wird einfach gemalt. Gleiches Gefühl wie bei einem alten Filmvideo einer Familie, deren Figuren verschwimmen, aber dabei so echt sind, dass es kein Hollywoodfilm nur annähernd schaffen würde, die Figuren intensiver in irgendein Zentrum zu stellen. Das Zentrum ist immer da. Murakami wagt sich irgendwann aus der Beschreibung eine Spur tiefer, er dreht die Wirklichkeit in ein anderes Stockwerk und verschiebt das Spektrum um eine Nuance: Das einfache Leben seines Hauptdarstellers wird erschüttert und aus seinen gewohnten Bahnen geworfen. Meyerhoff macht das nicht, braucht das auch nicht. Die Einfachheit darf bis zum Schluss bleiben: Ein Schriftsteller, der einen Pop-Song von Georg Danzer schreibt, ein Pop Song, der keine Ende nehmen muss. Da darf man am Ende auch sentimental über die Vergangenheit denken, wenn sie so intensiv in aller ihrer Einfachheit aufs Papier gebracht wurde.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen der raue wind des nordens, 24. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. Roman (Gebundene Ausgabe)
meyerhoff ist eine aussergewöhnliche persönlichkeit (auch und besonders am theater, schade für die wiener theaterbesucher, dass er nun das burgtheater wien verlässt) - und das muss einem bei dem aussergewöhnlichen setting, in dem sich seine kindheit abgespielt hat, auch nicht weiter verwundern. inmitten einer psychiatrischen - ja, mehr verwahr- als heilanstalt im flachen norden deutschlands, deren leiter sein vater war, lebte seine familie. dementsprechend sind die ersten kapitel des buches auch gefüllt mit geschichten über die dort verbrachten menschen, deren existenz man als nicht-betroffener mehr ahnt als man davon weiss. für den jungen meyerhoff sind sie alltag, werden aber schon als speziell wahrgenommen. der vater ist die grosse bezugsperson, die beiden brüder die kanten, an denen man sich zu schleifen hat und die mutter die pragmatikerin, die die träume des schon auch speziellen ehemannes zu realisieren weiss. man lebt ein geordnetes, sorgenfreies familienleben im schein des deutschen wirtschaftswunders. doch dann weht der raue wind des nordens auch im hause meyerhoff stärker: die mit kinderaugen betrachtete sicherheit der fürsorglichen ehe der eltern zerbricht, später dann stirbt der vater inmitten seiner früheren arbeitswelt.

meyerhoff gelingt es in seinem buch mit dem symphatischen titel, das gefühl seiner sorgenfreien, unbelasteten kindheit ebenso zu transportieren wie den schrecken und die trauer seiner späteren jahre, ohne dabei sentimental-kitschig zu werden. so, wie er körperlich wächst, wächst auch sein sehfeld und seine wahrnehmung der umwelt. damit trifft er genau das, was mit allen menschen geschieht: sie werden aus ihrer kindheit hinausgestossen in das, was man das wahre leben nennt.

fazit: keine grosse weltliteratur, aber sehr schön erzählt!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im wahrsten Sinne des Wortes irre, 4. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. Roman (Gebundene Ausgabe)
Mir wurde das Buch von einer Freundin geschenkt.
Bereits nach den ersten Seiten war ich gefangen.
Josse wächst mit seinen 2 Brüdern auf dem Gelände einer psychiatrischen Einrichtung, in der sein Vater Direktor ist, auf. Er erzählt anhand einzelner Ereignisse aus seinem Leben, über die Einrichtung, seinen Umgang mit den dort Untergebrachten, die Ehe seiner Eltern und natürlich seinem Heranwachen vom Kind zum Erwachsenen. Und das tut er so amüsant, dass man mit dem Lachen manchmal nicht aufhören kann. Manchmal lustig, manchmal traurig, immer lesenswert. Drei Geschichten konnten mich nicht erreichen, da aber die übrigen Erzählungen einfach so überzeugend waren, hat das meine positive Beurteilung dieses Buches nicht geschmälert. Manchmal findet man sich selbst in den Geschichten wieder.....
Ganz toll und unbedingt 5 Sterne wert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Berührend, witzig, nachhaltig, 13. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Protagonist wächst als jüngster Sohn des Direktors einer psychiatrischen Anstalt auf dem Klinikgelände auf. Dem Autor gelingt der Balanceakt zwischen Verklärung der Kindheit und einer späteren kritischen Reflexion dieses Aufwachsens. Berührend ist die Schilderung des Kleinkosmos Familie in diesem besonderen Umfeld: die Mutter, die wohl gerne ausbrechen würde (und es später auch tut), der Vater, der sich ganz in diese Welt zurückzieht (und dennoch Affären pflegt), die drei Kinder, deren Eigenheiten in der Welt der "Verrückten" nicht weiter auffallen (insbesondere der jüngste Sohn bekäme heute wahrscheinlich ein ADS-Diagnose); es ist auch ein leicht melancholisches Buch, aber in dieser Melancholie findet sich das Lesepublikum wahrscheinlich wieder: in welchem Leben gibt es nicht die verpassten Möglichkeiten, die unausgesprochenen Verletzungen - und dennoch ist es gut.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Titel ist nicht als witziger Anreißer zu verstehen, sondern, 27. November 2013
Von 
Tom Kadi (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
als Programm. Meyerhoff schildert in diesem autobiografischen Roman seine Kindheit und Jugend konsequent aus dem jeweils aktuellen Blickwinkel seines Icherzählers. Und da man die Welt, seine Eltern und Geschwister als Siebenjähriger ganz anders sieht als als vierzehn Jahre alter Vorpubertierender und wieder ganz anders als als junger Erwachsener kommt es zu der melancholisch irrealen Frage, wann es wieder so wird, wie es nie war. Denn im erwachsenen Rückblick stellt man hier fest, dass die Ehe der Eltern eben nicht bruchlos und harmonisch war, dass der verehrte Vater seine Spleens und Macken hatte und dass sein Arbeitsfeld - die geschlossene Jugendpsychiatrie - alles andere als eine Welt der heiteren Harmonie darstellte. Das Buch spielt in dieser Welt. Denn der Vater ist ärztlicher Leiter einer großen psychiatrischen Einrichtung bei Schleswig und das Haus der Familie befindet sich auf dem Klinikgelände. Der Icherzähler ist der jüngste von drei Söhnen. Er ist ein ADHS Zappelkind, das immer wieder in unkontrollierte Wut ausbricht und das seinen beiden Brüdern schwer auf den Nerv geht. Die Folge: Er wird das Opfer böser Spiele und Bemerkungen. Es kommt zu skurrilen Begegnungen mit den Patienten. Über allem thront der Vater - ein verspielter und versponnener Mann, der aber auf seine Söhne - und besonders den Jüngsten - sehr liebevoll eingeht.
Dieses Buch hat Stellen von ungeheurer Komik - besonders die in der Politiker Stoltenberg, der anläßlich der Eröffnung eines neuen Klinikhauses anreist, von seinen Leibwächtern wegen eines vermeintlichen Attentäters in den Matsch gestoßen wird -. In diesen Momenten wird deutlich, das der Autor eigentlich Schauspieler ist. Als alte Rampensau lässt er keine Gelegenheit für eine gute Pointe aus und haut dabei hin und wieder auch zu sehr auf die Kacke. Segelprüfungen werden wohl kaum bei Windstärke sieben abgenommen...Zudem bleibt das Lachen einem auch so manches Mal im Halse stecken, weil der Leser weiß, dass die Psychiatrie dieser Zeit, in der die Kranken in viel zu engen Verhältnissen verwahrt und mit Medikamenten ruhig gestellt wurden, viele unmenschliche Züge trug. Und so wird die Erzählung mit zunehmendem Alter und zunehmender Lebenserfahrung des Protagonisten immer ernster.
In dieser Vater Sohn - Geschichte gibt es sehr viel gut und genau Beobachtetes, sehr viel Lustiges und sehr viele ungemein anrührende Stellen. Für mich war das Buch eine große Entdeckung!
P.S. Im übrigen bin ich der Meinung, dass Amazon seine in Deutschland erzielten Gewinne auch hier versteuern sollte!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Prädikat: Absolut genial., 15. November 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich kannte weder das vorangegangene Buch, noch den Autor Joachim Meyerhoff, als mir mein Vater diesen Roman schenkte. Anfangs noch zögerlich die ersten Seiten überfliegend, zog mich das Buch von Kapitel zu Kapitel immer mehr in seinen Bann, und entfachte einen regelrechten Wissensdurst nach den (mal mehr, mal weniger) autobiographischen Anekdoten des kleinen Josse, Sohn vom Direktor einer Kinder- und Jugendpsychiatrie, die zu Beginn noch unzusammenhängend scheinen, im späteren Verlauf des Buches jedoch auf tragische Weise einen Zusammenhang ergeben. Ein Junge, der alles andere als normal aufwächst, nur dann schlafen kann, wenn das Fenster offen ist und von draußen die Schreie der Anstaltsinsassen hereindröhnen. Der sich "aus heiterem Himmel" (er bestreitet dies natürlich vehement) auf den Boden wirft und Wutanfälle von gigantischen Ausmaßen bekommt. Dessen Tagträume so intensiv sind, dass er in der Schule kläglich versagt und schon in der ersten Klasse wieder nachhause geschickt wird. Im Vordergrund des Handlungsstranges: Sein Vater, erst gefeierter Held und großes Idol, welcher sich jedoch schlussendlich als Versager auf der ganzen Linie entpuppt: Beim allerersten Lauftraining stolpert er und verletzt sich so unglücklich, dass er seine Laufschuhe danach nie wieder anrührt. Bei der Segelprüfung stürzt er so unglücklich, dass er sich in die Schlei übergeben muss. Und seine Frau, Josses Mutter, welche seine kongenialen und präzise durchdachten Pläne ganz alleine in die Tat umsetzen muss, da er dazu nicht fähig zu sein scheint.

Der Erzählstil Meyeroffs ist anfangs noch kindlich leicht, mit dem Alter werden die Sätze jedoch länger, die Gedankenstränge verworrener, und die Stimmung auch oft schlagartig dramatischer. Das Leitthema ist immer der Tod. Ob Vögel, Hunde, Katzen, Patienten, Nachbarn, Fremde auf dem Schulweg oder gar die eigene Verwandschaft, hier fallen die Akteure sprichwörtlich um wie die Fliegen. Doch aus irgendeinem Grund ist man, bis auf den wirklich ergreifenden Schluss, nie wirklich traurig gestimmt, da im nächsten Moment doch wieder etwas lustiges geschieht. Mich hat das Buch regelrecht gefesselt, und um es mit Joachims Worten zu erklären, "nicht ich habe das Buch verschlungen, sondern es mich". Wer Lust auf eine spannende, abwechslungsreiche, traurige, lustige, nachdenkliche, ja fast schon philosophische Familiengeschichte hat, dem rate ich WÄRMSTENS, es nicht nur bei einem Vorsatz zu belassen, sondern den Plan auch in die Tat umzusetzen und das Buch zu kaufen ;-)!
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Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. Roman
Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. Roman von Joachim Meyerhoff (Gebundene Ausgabe - 14. Februar 2013)
EUR 19,99
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