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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schmerzhaft, wundervoll und schonungslos komisch
In ihrem neuen Roman "Nenn mich einfach Superheld" erzählt Alina Bronsky Mareks Geschichte – eine Geschichte voller Gegensätze, tiefgründig und doch federleicht.

In Mareks Leben ist seit einem Jahr nichts mehr wie vorher: Nach einer Kampfhund-Attacke auf sein Gesicht versteckt er dieses hinter einer dunklen Sonnenbrille, verbannt Freunde,...
Vor 12 Monaten von Magalie veröffentlicht

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen unnötige Wendung am Ende
Nachdem ich um die ersten beiden Romane von Alina Bronsky noch einen Bogen gemacht hatte, allerdings nur aus Zeitmangel, nicht mangels Interesse, habe ich nun dem dritten Roman nicht mehr aus dem Weg gehen können. Die Vorschusslorbeeren, die man ihr widmete, unter anderem für das Romandebüt Scherbenpark", schlugen sich auch in den Besprechungen zu ihrem...
Vor 10 Monaten von Krenberger veröffentlicht


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schmerzhaft, wundervoll und schonungslos komisch, 23. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Nenn mich einfach Superheld: Roman (Gebundene Ausgabe)
In ihrem neuen Roman "Nenn mich einfach Superheld" erzählt Alina Bronsky Mareks Geschichte – eine Geschichte voller Gegensätze, tiefgründig und doch federleicht.

In Mareks Leben ist seit einem Jahr nichts mehr wie vorher: Nach einer Kampfhund-Attacke auf sein Gesicht versteckt er dieses hinter einer dunklen Sonnenbrille, verbannt Freunde, Spaß und jede Normalität aus seinem Alltag. Doch dann landet er wider Willen in einer Selbsthilfegruppe: Sechs versehrte Jugendliche und ein unkonventioneller Guru. Sechs Schicksale, die unterschiedlicher nicht sein können. Und obwohl er eigentlich sofort wieder weglaufen möchte, bleibt er. Denn da ist Janne, wunderschön, unberechenbar und im Rollstuhl. Eine gemeinsame Reise. Ein gemeinsames WIR?

Ein plötzlicher Todesfall bringt dann abrupt alles durcheinander...

Der neue Roman von Alina Bronsky hält in jedem Moment, in jeder Zeile, die schwierige Balance zwischen tiefer Traurigkeit und schonungsloser Komik. Ihr Schreibstil berührt, ohne je sentimental zu werden. Er bringt zum Lachen, ohne dass man dafür ein schlechtes Gewissen haben muss. Da ich das Ende sehr abrupt und nicht in allen Punkten nachvollziehbar fand, habe ich einen Punkt in der Gesamtbewertung abgezogen. Trotzdem hat das Buch in weiten Teilen die volle Punktzahl verdient. Es lohnt sich, Marek kennenzulernen – unbedingt!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen unnötige Wendung am Ende, 8. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Nenn mich einfach Superheld: Roman (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich um die ersten beiden Romane von Alina Bronsky noch einen Bogen gemacht hatte, allerdings nur aus Zeitmangel, nicht mangels Interesse, habe ich nun dem dritten Roman nicht mehr aus dem Weg gehen können. Die Vorschusslorbeeren, die man ihr widmete, unter anderem für das Romandebüt Scherbenpark", schlugen sich auch in den Besprechungen zu ihrem nunmehr dritten Roman, dem vorliegenden, nieder. Und: die Lektüre begann vielversprechend, ansprechend und mitreißend. Die Sprache des Buches ist hervorragend, die Dialoge passen wunderbar zu Charakteren und Situationen, es gibt keine gekünstelte Sprache, sondern es passt einfach alles. Das betrifft vor allem die immer wieder zwischendurch eingestreuten Metaphern und Wendungen, die dem Leser wie kleine Feuerwerke klarmachen, dass Alina Bronsky eine hervorragende Sprachhandwerkerin ist und sich zwischen den Niveauebenen eines derben Dialogs und der subtilen Beschreibung, fast schon Kommentierung eines Geschehens fließend bewegt. Und sie transportiert im Laufe des Buches nicht nur eine Botschaft, sondern viele kleine Erkenntnisse, die sich am Ende zu einem stimmigen Gesamtbild fügen. So weit, so gut.
Die Geschichte handelt vom siebzehnjährigen Marek, der gut aussah und prominent in einem Schultheater spielte, bis er in eine Auseinandersetzung mit einem Rottweiler geriet, die sein Gesicht glatt verlor. Seitdem ist er von Narben gekennzeichnet, in sich gekehrt, feindlich der Welt gegenüber eingestellt und im abgedunkelten Zimmer von Selbstmitleid zerfressen. Aus irgendeinem Grund schafft es seine Mutter Claudia, eine bekannte Scheidungsanwältin, ihn zur Teilnahme an einer Art von Selbsthilfegruppe zu bewegen. Dort trifft er auf eine bunte Mischung von anderen Krüppeln", einen coolen und gut aussehenden Blinden Marlon, den Beinamputierten Richard, den an einer Antiimmunschwäche leidenden Friedrich, den überdreht exaltierten Schwulen Kevin und die im Rollstuhl sitzende Janne, eine blasse Schönheit, der Marek sofort verfällt. Der Leiter der Gruppe, fortan Guru" genannt, scheint zunächst keinen wirklichen Plan für die Gruppe zu haben, wohl aber den Ansatz, das Ganze zu filmen, wobei der Zweck unklar bleibt. Es scheint eine Mutmachaktion für Behinderte zu sein, jedenfalls reden sich das alle zunächst ein. Die Gruppe begibt sich auf einen Wochenausflug in die mecklenburgische Einsamkeit, in eine behindertengerechte Villa. Da müssen sie auf einmal zusammen funktionieren, sich ihren Schwächen stellen, ihre Stärken definieren und sich selbst und einander aushalten, aber auch finden. Schon das hätte bei richtiger sprachlicher Untermalung Stoff für ein ganzes Buch werden können, zumal dank der sich anbahnenden Dreiecksproblematik Marek-Marlon-Janne. Doch Alina Bronsky setzt noch eins drauf und Mareks weitab lebender Vater verstirbt. Die Aufspaltung der Familie geschah in Mareks jungen Jahren, als der Vater das Au-Pair-Mädchen Tamara schwängerte und diese dann heiratete. Marek setzt sich also in den Zug nach Frankfurt und wird voll mit seiner Patchworkfamilie konfrontiert - und diese mit ihm und seinem Aussehen. Die Mutter der angeheirateten Tamara kommt noch aus der Ukraine hinzu, die Beerdigungsvorbereitungen, das Begräbnis und der Leichenschmaus stressen die Familie und schweißen sie doch auch zusammen. Als dann auch noch der Guru" samt Therapiegruppe auftaucht, um Marek seelisch zu unterstützen, ist das Chaos perfekt. Alkoholselig erfährt Marek dann am Abende des Begräbnisses zunächst von einem Gruppenmitglied, am Folgetag dann durch Einblick in den bisherigen Film des Gurus", was mir das Buch am Ende verleidet hat: angeblich ist der Guru" der Vater all der Behinderten", die aus ebendiesem Grund zu der Gruppe zusammengetrommelt wurden. Völlig offen bleibt nun, warum er der Vater ist, wie es dazu kam, ob Mareks Vater dann der wirkliche Vater seines kleinen Halbbruders ist und wie Marek und seine zahlreichen Halbgeschwister fortan mit der Lage umgehen. Unbefriedigend! Stattdessen besorgt Marek seinem kleinen Halbbruder wie zuvor versprochen einen Welpen und auch einen für Janne und setzt sich mit diesem in den Zug nach Hause, zu Claudia nach Berlin.
Diese Schlusswendung war für mich der Tick zu viel. Das machte aus einem bis dahin spannenden und lebhaft geschriebenen Buch ein merkwürdiges Buch. So einen Knaller kann man nicht zünden, wenn zu der Handlung davor eigentlich kein Konnex bestand und er auch nicht zu einer weiteren Auflösung führt. Denn die Wiedergewinnung von Mareks Selbstwertgefühl und vor allem das Aufkeimen von Gefühlen für seine Familie und seine Umwelt hätte man auch ohne diese Zeugungsnachricht glaubhaft machen können. So aber werden die im Buch transportierten Botschaften vom schwierigen, aber belebenden Miteinander verschiedener Charaktere letztlich unnötigerweise abgewertet. Wer den Schwenk nicht so dramatisch schlecht findet wie ich, wird von dem Buch vollends begeistert sein, ich jedoch bin es nur noch zur Hälfte.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das hätte ich tatsächlich nicht erwartet!, 18. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Nenn mich einfach Superheld: Roman (Gebundene Ausgabe)
Man könnte meinen, dass es in dem Buch um die Verarbeitung von Mareks Trauma geht. Die Selbsthilfegruppe heilt seine inneren Wunden. Doch genau so ist dieses Buch überhaupt nicht. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber es wird sehr viel anders als erwartet.

Den Schreibstil der Autorin fand ich großartig. Man ist sofort mitten in der Geschichte. Es war immer spannend. Ich-Erzähler Mareks bissige Kommentare haben mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht. Die anderen Charaktere blieben allerdings ziemlich blass. Das fand ich sehr schade. Ich hätte wirklich gerne mehr über sie erfahren. Selbst seine Mutter Claudia ist ziemlich undurchsichtig. Bei keinem der Protagonisten war mir klar, was in ihren Köpfen vor sich geht. Selbst bei Marek, in dessen Kopf man ja unterwegs war, blieb dies ziemlich unklar - auch bis zum Schluss. Ich denke, dass der Leser sich hier eine eigene Meinung bilden sollte. Gerade darüber, wie Marek mit seinem entstellten Gesicht umgeht und wie er sich tatsächlich damit fühlt.

Am Anfang lief alles so, wie ich vermutet hatte. Der hat mir wahnsinnig gut gefallen - fünf Sterne. Dann passierte etwas, das mit der eigentlichen (also für mich eigentlichen) Handlung nichts zu tun hatte. Alles änderte sich. Merkwürdig, dachte ich, aber das wird schon. Das Ende hat mich dann komplett geschockt. Wirklich nichts war so, wie ich vermutet hätte. Irgendwann hatte ich zwar eine Ahnung, aber Anhaltspunkte gab es dafür eigentlich nicht.

Ein ziemlich außergewöhnliches Buch. Es hat mich wirklich sehr überrascht. Ich wollte immer wissen, wie es weitergeht. So etwas liebe ich an Büchern. Habe aber auch einige Kritikpunkte - daher nicht die volle Punktzahl. Es hat mir gut gefallen und mich gut unterhalten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nenn mich einfach Superheld, 23. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Nenn mich einfach Superheld: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte vom Jungen, der sein Gesicht verlor

Zum Inhalt:

Als Marek den Gruppenraum im Familienzentrum betritt und sich umsieht, möchte er sich am liebsten auf dem Absatz umdrehen und sofort wieder gehen. Seine Mutter hat ihn ausgetrickst. Das hier ist keine Lerngruppe fürs externe Abitur, wie er angenommen hatte, sondern eine Selbsthilfegruppe für Jugendliche mit einem schweren Schicksal und zu allem Überfluss wird diese Gruppe auch noch von einem Guru geleitet.

Doch zuerst einmal bleibt er dann doch, weil das Mädchen im Rollstuhl ihm irgendwie zu gefallen scheint. So lernt Marek nach und nach alle in der Gruppe kennen, nicht nur die schöne Janne sondern ebenso die vier anderen Jugendlichen. Alina Bronsky erzählt in diesem Buch wie diese grundverschiedenen Heranwachsenden sich langsam zusammenraufen und es so vielleicht ein kleines Stück schaffen, sich mit ihrem Schicksal auseinander zu setzen.

Meine Meinung:

Bekannt war mir die Autorin Alina Bronsky bereits dem Hörensagen nach durch ihre beiden Spiegelwelt – Romane, allerdings ist dies das erste Buch das ich nun von ihr gelesen habe. Ich muss aber leider auch sagen, dass ich mit diesem Buch leider nicht wirklich warm geworden bin. Der Hauptprotagonist macht zwar einiges an Entwicklung in diesem Buch durch und wird dadurch auch nach und nach symphatischer, aber der wirkliche Symphatieträger wird er für mich durch das ganze Buch hindurch nicht. Ebenso wie keiner der anderen Protagonisten.

Es war mir alles etwas zu oberflächlich. Manches Mal hatte ich das Gefühl es kratzt einfach nur an der Oberfläche aber bekommt keine wirklich Tiefe.

Fazit:

Die Idee um Marek und die "Gruppe" finde ich ja nicht schlecht. Es gibt einige wirklich gute Ansätze in dem Buch und auch Mareks Entwicklung ist nicht nur schlecht. Aber im Großen und Ganzen kommt das Buch für mich eher unfertig rüber. Mir fehlt am Ende einfach zu Vieles. Es bleibt zuviel offen, Fragen unbeantwortet, Dinge unausgesprochen.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So charmant kann ätzend sein, 11. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Nenn mich einfach Superheld: Roman (Gebundene Ausgabe)
Sind wir nicht alle in irgendeiner Form beschädigte Ware? Nur können die meisten von uns ihre Handikaps gut verstecken, weil sie innen liegen. Blöd also, wenn sie wie bei Marek körperlicher Natur sind und für alle sofort sichtbar. In dieser superschrägen Außenseiterkomödie hat ein Rottweiler dem Romanhelden nämlich das Gesicht zerbissen und seitdem ist er entstellt. Kinder spielen das berühmte Munch-Gemälde “Der Schrei” nach, wenn sie ihn sehen, und die Mädchen stehen auch nicht mehr gerade Schlange. Dabei war Marek bis zu der Kampfhundattacke der Star einer Theatergruppe. Jetzt bleibt er lieber bei geschlossenen Vorhängen zu Hause, um in seinem Pschyrembel eklige Krankheiten nachzuschlagen.

Bis zu dem Tag an dem seine genervte Mutter (“Wenn du so destruktiv drauf bist, dann werde Profikiller. Das ist wenigstens eine gut bezahlte Tätigkeit.”) ihren Sohn zu einer Selbsthilfegruppe für behinderte Jugendliche schickt. In der “Krüppeltruppe” trifft Marek unter anderem auf eine Tunte namens Kevin, den fetten Friedrich, dessen Organe sich von innen auflösen, den blinden Schönling Marlon und Janne, die im Rollstuhl sitzt. Sofort ist Marek hin und weg von Janne. Doch die ist “ein Rasiermesser in Blümchen und Rüschen”, die Marek geschickt gegen seinen Konkurrenten Marlon ausspielt, der zwar nichts sieht, aber angeblich eine so feine Nase hat, dass er riechen kann, was andere gestern zum Frühstück gegessen haben. Janne zu Liebe lässt sich Marek darauf ein, auf eine gemeinsame Landfreizeit mit den anderen zu fahren.

Alina Bronsky hätte jetzt etwas ganz Naheliegendes machen und eine Coming-of-Age-on the road-Story stricken können über plötzlichen Zusammenhalt in Schullandheimkulisse und nächtliche Geständnisse am Lagerfeuer bei Stockbrot. Sie macht aber etwas viel Cooleres und versetzt ihrer Handlung eine 180-Grad-Wende, die den Roman fast noch einmal von vorne beginnen lässt. Denn Marek bekommt eine SMS von seinem sechsjährigen Bruder, dem er vorher noch nie begegnet ist: “Marek unser Papa ist tod bitte kom schnel. Ferdi”. Mit diesem Cut verarbeitet Alina Bronsky übrigens Selbsterlebtes: Der Vater ihres Protagonisten verunglückt auf ebenso tragische Weise tödlich in den Bergen wie der Vater ihrer eigenen Kinder im Jahr 2012.

Im zweiten Teil der Geschichte findet sich Marek daher plötzlich in einem spießig-schnieken Frankfurter Vorort wieder, in einer Trauergesellschaft bestehend aus seiner ukrainischen Stiefmutter Tamara – blutjung, sexy und heillos überfordert -, seiner eigenen Mutter, einer toughen, ausgezehrten Scheidungsanwältin, und natürlich dem kleinen Ferdi, der irgendwie griesbreiseelig nebenher läuft, und in dem Marek sein eigene Kindheit wiedererkennt, die gar nicht so schlecht war, wie er sich immer eingeredet hat. So wie sein ganzes Leben eigentlich gar nicht so schlecht ist. Aber bis zu dieser Erkenntnis dauert es noch ein Weilchen.

Ich habe diesen All-Age-Roman von der ersten Seite an ins Herz geschlossen und würde ihn am liebsten jedem unaufgefordert unter die Nase und zwischen die Augen reiben, weil er so toll ist. Alina Bronsky ist eine charmant-ätzende Gradwanderung aus John Greens “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” und Wolfgang Herrndorfs “Tschick” gelungen. Witzig, aber nicht plump, nachdenklich, aber nicht kitschig. Die Idee ist zwar nicht ganz brandneu, aber jede Pointe sitzt und wirklich jede der Figuren bleibt in ihrer liebenswerten Schrulligkeit lebhaft im Gedächtnis. Dabei umgeht Bronsky die Klippen des Klamaukhaften und Überdrehten, ohne allzu routiniert dabei zu wirken. Immer wenn man Sorge hat, jetzt übertreibt sie es, rettet der knarztrockene Humor oder eine überraschende Wendung die Story.

Hinzu kommen ein paar genial fies gesetzte Leerstellen, die mich als Leser fast verrückt-entzückt gemacht haben. Beispielsweise wird nicht ganz klar, ob Marek sich seine Entstellung nur einbildet oder sie wirklich da ist. Dieser Gedanke ist verstörend, aber wunderschön zugleich. Normalerweise würde mich so eine Offenheit schnell nerven, hier ist sie aber ein absoluter Gewinn, der dem Roman mehr Tiefe verleiht und absolut Sinn macht. Denn es ist völlig egal, ob wir unsere Narben innen oder außen tragen. Wenn wir uns selbst nicht so mögen wie wir sind, tut es auch kein anderer.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super!, 2. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist ein unbedingtes MUSS für Leseratten! Super witzig und dabei unendlich ehrlich und stellenweise sehr traurig! Ich kann es nur weiterempfehlen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frech, ehrlich und liebenswert., 15. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Nenn mich einfach Superheld: Roman (Gebundene Ausgabe)
Nenn mich einfach Superheld ist der Titel aus meiner vierten Leserunde bei LovelyBooks.

Alina Bronsky ist kein unbeschriebenes Blatt in der Buchbranche. Ihr Debütroman Scherbenpark erregte 2008 großes Interesse, wurde für diverse Preise nominiert und von Bettina Blümner verfilmt (ab 21.11.13 im Kino). Auch mit Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche feierte sie Erfolge. Nach der (noch nicht beendeten) Spiegel-Trilogie, erschien nun Nenn mich einfach Superheld.

In Nenn mich einfach Superheld begleiten wir Marek. Äußerlich entstellt, durch eine Rottweiler-Attacke, und unter Vortäuschung falscher Tatsachen seiner Mutter, findet Marek sich in einer Therapie-Gruppe für "Krüppel" wieder. Er wollte gerade kehrt machen, als er Janne entdeckt - das schönste Mädchen der Welt, gebunden an einen Rollstuhl. Schon ist er mitten in der Selbsthilfegruppe, nachdem er sich ein Jahr lang vor der Welt versteckt hatte.

Von der ersten Seite an, habe ich diesen Roman ins Herz geschlossen. Und ich habe ihn verschlungen, weil ich ihn unmöglich aus den Händen legen konnte. Mareks Sicht auf die Welt kommentiert er voller Sarkasmus, was ihn unglaublich dreist, aber zugleich auch ehrlich und liebenswürdig macht. Die Charaktere wurden so zu Papier gebracht, dass sie völlig unberechenbar scheinen. Man kann sich nie sicher sein, wie jemand in einer bestimmten Situation reagiert. Das, gepaart mit Mareks sarkastischen Bemerkungen, ergibt die Komik in diesen Roman.

Auch bei dem Verlauf der Geschichte sollte man sich nicht in Sicherheit wiegen. Gerade wenn man denkt, man wüsste wie der Roman endet, wird man in eine andere Richtung geschupst.

Alina Bronsky hat das schwierige Thema durch ihren nüchternen und deutlichen Schreibstil aufgelockert, ohne das es dabei an Ernsthaftigkeit einbüßt. Der Roman regt zum Nachdenken an, ist witzig und mitreißend. Ich bin versucht ihn jedem auf den Schoß zu knallen, weil er einfach so toll ist!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neues Lieblingsbuch des Jahres, 13. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Nenn mich einfach Superheld: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ach, wie lange habe ich schon auf die neue Bronsky gewartet und war ganz begeistert, als ich den "Superhelden" in den Händen hielt. Das ist mal wieder ein Buch, in dem alles stimmt. Von Titel über Cover bis hin zu einem Leseerlebnis, das mich wahrhaftig mitgerissen hat. Die Grundidee: Ein Jugendlicher landet nach einer Kampfhund-Attacke und der daraus folgenden Entstellung in einer Selbsthilfegruppe, die sein Leben ändern wird.

Mir geht es bei solchen Büchern immer so, dass die ersten Zeilen entscheiden. Solche Roman können unerträglich, aber auch ganz, ganz großes Kino sein, und letzteres trifft definitiv auf Alina Bronskys Superhelden zu. Ich habe keine Ahnung, wie sie das macht, aber mit ihrer sehr klaren, nüchternen Sprache zeichnet sie auf Anhieb so lebendige Figuren, dass der Leser sie förmlich vor sich sieht. Und zwar nicht nur Erzähler Marek, sondern alle Figuren treten da aus den Seiten heraus, bis hin zur kleinsten Nebenrolle (die gruseligste Kindergärtnerin aller Zeiten). Spannend, traurig, anrührend, sehr komisch ... all das trifft zu.

Alles in einem bis jetzt vielleicht der beste Roman von Alina Bronsky, und ich hab sie alle seit Scherbenpark gelesen. Und jedem würde ich auch heute noch fünf Sterne geben - dem hier, wenn ich könnte, sechs!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nun ja..., 21. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Nenn mich einfach Superheld: Roman (Gebundene Ausgabe)
Nur aufgrund einiger weniger Zitate aus diesem Buch im Rahmen eines Zeitungs-Porträts über die Schriftstellerin Alina Bronsky war ich so angetan, dass ich mir "Nenn mich einfach Superheld" direkt nach Erscheinen und ohne Fremdeinschätzungen bestellt habe.
Es liest sich wirklich sehr gut und hätte ich die Zeit gehabt, hätte ich es sicher in nur wenigen Tagen verschlungen. Leider wird aber gegen Ende des Buches immer undurchschaubarer, was die Autorin mit ihren teilweise superkurzen "Kapiteln" dem Leser sagen will. Auf eine auch nur ansatzweise Aufklärung der spannungsvoll gesetzten, nebulösen Andeutungen wartet man bis zum Schluss vergeblich.
Sicher, ein offenes Ende kann auch seinen Reiz haben, wenn man aber mit so vielen Fragezeichen zurück gelassen wird, ist es einfach nur unbefriedigend - Phantasie hin oder her. Schade - ein so viel versprechender Anfang (hierfür auch die drei *) mit einem so ärgerlichen Ende.
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4.0 von 5 Sternen Lektüre zum tiefgründigeren Entspannen, 31. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nenn mich einfach Superheld: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist zur Entspannung gut zu lesen und gibt einen Einblick in das Seelenleben von Menschen, die sich aufgrund eines Handicaps schwer tun, dies anzunehmen und sich in ihrem Frust zum Außenseiter machen können.
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Nenn mich einfach Superheld: Roman
Nenn mich einfach Superheld: Roman von Alina Bronsky (Gebundene Ausgabe - 10. September 2013)
EUR 16,99
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