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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verwirrung in einem Mordfall
Inhalt:
Die Kommissarin Ingrid Nyström erhält aufgrund eines Unfalls ihres Vorgesetzten, Gunnar Berg, die Möglichkeit zur Übernahme der Leitung der Kriminalpolizei in Växjö. In diese große Aufgabe muss sie sich erst einmal einfinden. An ihrem ersten Tag als Vorgesetzte, erhält sie eine neue Mitarbeiterin, Stina Forss, aus...
Veröffentlicht am 13. September 2012 von Anni1609

versus
46 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Väterchen Frosts letztes Stündlein hat geschlagen ...
Es gab für mich mehrere Gründe, diesen Roman zu lesen. Zum einen stammt die eine Hälfte des Autoren-Duos aus Papenburg, was quasi bei mir vor der Haustür liegt und zum anderen bin ich sowieso ein Krimifan und das Cover war einfach zu verlockend für mich. Obwohl ich eher ein Sommermensch bin, hat mich die schneebedeckte Landschaft mit den...
Veröffentlicht am 11. September 2012 von goat


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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verwirrung in einem Mordfall, 13. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Später Frost: Der erste Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss (Taschenbuch)
Inhalt:
Die Kommissarin Ingrid Nyström erhält aufgrund eines Unfalls ihres Vorgesetzten, Gunnar Berg, die Möglichkeit zur Übernahme der Leitung der Kriminalpolizei in Växjö. In diese große Aufgabe muss sie sich erst einmal einfinden. An ihrem ersten Tag als Vorgesetzte, erhält sie eine neue Mitarbeiterin, Stina Forss, aus Deutschland. Diese ist aus privaten Gründen von Berlin nach Schweden gekommen und möchte sich dort eine neue Existenz aufbauen. In Schweden muss Forss allerdings erst einmal erneut die Polizeischule besuchen, damit sie die gleichen Befugnisse, die sie in Deutschland bereits hatte, erhält.
Nach nur etwa einer Woche werden Nyström und Forss zu einem Mordfall gerufen. Der Tatort liegt abgelegen, etwas entfernt von Vaxjö, sehr einsam in der Einöde. Das Opfer ist ein Insektenforscher, Balthasar Melchior Frost. Er war Engländer und ist vor über 50 Jahren nach Schweden gekommen.
Nyström und Forss stoßen schnell auf Ungereimtheiten, das Privatleben des Mordopfers betreffend. Sie ermitteln in vielerlei Richtungen und bringen erst nach einiger Zeit Licht in das Dunkel des Falles. Durch die Ermittlungen machen sie sich in höheren Kreisen der schwedischen Gesellschaft nicht gerade beliebt.
Die Aufklärung des Mordes ist dafür umso überraschender.

Beurteilung:
Hintergrund des Romans stellt der Mord an Balthasar Melchior Frost dar und die damit verbundenen Ermittlungen in seinem Leben, aber vor allem auch in seiner Vergangenheit.
Das Autorenpaar versteht es von Beginn an Spannung aufzubauen und diese für den Leser während der kompletten Handlung nicht mehr abfallen zu lassen.
Im Mittelpunkt der Handlung steht das Ermittlerduo Nyström / Forss. Die beiden Frauen werden von den Autoren umfassend und detailliert dar- und vorgestellt. Bei beiden spielt neben der Haupthandlung auch das Privatleben eine große Rolle. Die Autoren bauen Informationen aus dem Privatleben fließend in die Handlung mit ein. Dadurch fällt es dem Leser sehr leicht, sich in beide Protagonistinnen hinein zu denken und zu fühlen. Beide Hauptfiguren sind zudem sehr sympathisch gezeichnet worden. Das um sie aufgebaute weitere Team der Kriminalpolizei beinhaltet verschiedenste Charaktere, mit wiederum unterschiedlichsten Fähigkeiten. Das Team wird sympathisch, zusammen passend und sehr authentisch.
Weitere Hauptfigur stellt das Mordopfer Frost dar. Vor dem Mord erfährt der Leser nichts über diese Person, nach der Tat dafür umso mehr. Es wird sein Leben detailliert recherchiert und auch die Vergangenheit wird ordentlich rekonstruiert. Gerade die Vergangenheit des Opfers stellt in der Handlung einen wichtigen Punkt dar.
Der Ablauf des Krimis ist durchaus spannend – von Beginn an. Die Autoren haben es geschafft, dass der Aufbau sehr flüssig ist. Die Handlung ist weitestgehend chronologisch aufgebaut. Zu Beginn wird dem Leser ein Vorfall aus dem Jahr 1948 in Jerusalem geschildert, dessen Bedeutung er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erahnen kann. Anschließend beginnt die Handlung in der Gegenwart. Der Krimi ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, die jeweils aus untergeordneten Kapiteln bestehen. Der erste Abschnitt umfasst noch ca. eine Woche an Handlungszeitraum, unterteilt in Unterkapitel. Die folgenden Abschnitte umfassen jeweils nur einen Tag, wobei diese auch noch zusätzlich in Unterkapitel unterteilt sind. Innerhalb eines Tages ermitteln verschiedene Personen parallel, weshalb innerhalb kürzester Zeit verschiedenste Ergebnisse präsentiert werden können. Besonders schön ist es für den Leser, dass es viele Unterbrechungen und somit keine zu langen Kapitel gibt. Das Lesen kann bei Bedarf zügig unterbrochen, aber auch ebenso schnell wieder beginnen werden. Jedes Ende eines Unterkapitels signalisiert dem Leser entweder den Wechsel der Erzählperspektive oder einen örtlichen oder zeitlichen Sprung.
Die Autoren verwenden kurze, präzise formulierte Sätze. Diese Sätze sind stets mit viel Inhalt versehen. Verschachtelungen sucht man in diesem Krimi vergebens. Der Roman ist leicht verständlich und sehr gut lesbar.
Besonders auffällig für mich waren die Dialoge. Die Autoren ziehen durch den kompletten Krimi einen Roten Faden im Bereich der Ansprache. Jede Person wird geduzt. Dabei gibt es keinerlei Ausnahmen. Die Dialoge sind zudem von Beginn an stark vertraulich.
Die Erzählperspektive ist stets in der 3. Person gewählt, wechselt allerdings ständig die Personen, aus deren Sicht das Geschehene geschildert wird.
Für den Leser stark von Vorteil sind die Zusammenfassungen, die ab und zu in die Handlung mit eingebaut werden. Dabei lässt Kommissarin Nyström das bereits Geschehene nochmals Revue passieren und bespricht dies mit dem gesamten Team. Dadurch, dass die Handlung doch sehr rasant ist, bieten die Autoren dem Leser somit nochmals Gelegenheit, sich an das bereits Geschehene zu erinnern.
Das Ende bleibt in Bezug auf die Lösung des Mordfalls nicht offen. Allerdings steht einer Fortsetzung des Ermittlerduos nichts im Wege. Diesbezüglich lassen die Autoren den Wunsch nach weiteren Büchern auch deutlich durchblicken.

Fazit:
Der vorliegende Schwedenkrimi hat mir sehr gut gefallen. Das Autorenduo hat eine sehr schöne Art des Schreibens und vor allem haben sie durch die undurchsichtigen Zusammenhänge von Beginn an Spannung aufgebaut. Der Krimi ist für den Leser nicht schnell zu durchschauen. Es bedarf einer längeren Zeit, bis einem die Zusammenhänge erkennbar werden.
Die Art und Weise des Schreibens ist sehr angenehm.
Ich freue mich bereits jetzt über neue Fälle von Ingrid Nyström und Stina Forss, samt dem weiteren Team der Kriminalpolizei.
Auf jeden Fall eine Leseempfehlung für schöne, spannende, ungezwungene Lesestunden!
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73 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mord im Glashaus, 7. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Später Frost: Der erste Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss (Taschenbuch)
"Später Frost" heißt der Debütroman des deutsch-schwedischen Autorenpaars Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson. Und um es gleich vorwegzunehmen, er hat mir ausgezeichnet gefallen: nicht blutig, kein Serienkiller. Stattdessen solide Ermittlertätigkeit und ein brisantes Thema: Homosexualität in Schweden in den 50ern. Aber auch ein bisschen Politik und Sozialkritik.

Die Geschichte beginnt 1948 in Jerusalem. Weitere Schauplätze sind Växjö in Südschweden sowie Stockholm und Berlin.

Die junge Kommissarin Stina Forss hat in Berlin gekündigt und fängt einen neuen Job in Växjö an. Ihre Chefin, Ingrid Nyström, ist gerade erst befördert worden, als sie zu ihrem ersten gemeinsamen Fall gerufen werden: der alte Engländer und Schmetterlingsforscher Balthasar Melchior Frost wurde grausam ermordet.

Zwischen den einzelnen Kapiteln, die in Schweden spielen, werden immer mal wieder Rückblenden aus Jerusalem eingestreut.

Es handelt sich um eine komplexe Geschichte, mit vielen überraschenden Wendungen, denn nichts ist so, wie es scheint, bis zum allerletzten Satz. Dass die erste Spur nie die richtige ist, wissen auch die beiden ungewöhnlichen Kommissarinnen. Es macht Spaß zuzusehen, wie sich die Chemie im Ermittlerduo, aber auch zu den eigenwilligen Kollegen, entwickelt.

Insbesondere nerven die Protagonisten nicht mit Privatangelegenheiten. Das ist mir in den Romanen von Camilla Läckberg oft zu viel. Ähnlich wie bei Henning Mankell und Stieg Larsson kommen dagegen Politik und Sozialkritik nicht zu kurz. Für meinen Geschmack die perfekte Mischung. Und so bin ich schon gespannt, auf den nächsten Fall für Ingrid und Stina...

Fazit: Voosen und Danielsson präsentieren sich wie aus einem Guss. Mit ihrem ersten Kriminalroman ist ihnen meines Erachtens gleich ein ganz großer Wurf gelungen: 5* und meine unbedingte Leseempfehlung!
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46 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Väterchen Frosts letztes Stündlein hat geschlagen ..., 11. September 2012
Von 
goat (Niedersachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Später Frost: Der erste Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss (Taschenbuch)
Es gab für mich mehrere Gründe, diesen Roman zu lesen. Zum einen stammt die eine Hälfte des Autoren-Duos aus Papenburg, was quasi bei mir vor der Haustür liegt und zum anderen bin ich sowieso ein Krimifan und das Cover war einfach zu verlockend für mich. Obwohl ich eher ein Sommermensch bin, hat mich die schneebedeckte Landschaft mit den Holzhütten magisch angezogen. Als ich dann den Klappentext gelesen hatte, stand für mich fest, dass dies ein Krimi ganz nach meinem Geschmack sein könnte. Ob dies auch tatsächlich der Fall gewesen ist, dazu komme ich später.

Später Frost" ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe mit den beiden Kommissarinnen Ingrid Nyström und Stina Forss. Das Buch beginnt mit einem Prolog, der im Jahre 1948 in Jerusalem spielt. Henrik befindet sich in einem Auto mitten in einem Konvoi. Der Fahrer und ein französischer Offizier sind in ein politisches Gespräch vertieft, als der Wagen von einer Militärkontrolle" gestoppt und plötzlich beschossen wird. Das Letzte, was Hendrik wahrnimmt, ist eine Explosion und das Blut, welches aus ihm herausläuft ...

Szenenwechsel: Schweden im Jahr 2012! Die junge Schwedin Stina Forss verlässt Berlin, um wieder ins schwedische Städtchen Växjö zurückzukehren. Eine in ihren Augen gescheiterte Beziehung und die Tatsache, dass ihr Vater an Krebs erkrankt ist, waren für Stina Grund genug, sich eine neue Arbeitsstelle bei der Polizei inVäxjö zu suchen. Ihre neue Chefin Hauptkommissarin Ingrid Nyström hat ihre Stelle gerade erst frisch von ihrem Vorgänger Gunnar Berg übernommen. Die eigentlich erst in ein paar Jahren angedachte Beförderung musste bedingt durch einen Autounfall ihres Chefs vorgezogen werden.

Eine Woche später beschäftigt die beiden Frauen ihr erster gemeinsamer Fall. Der englische Insektenforscher Balthasar Frost wird verstümmelt und verätzt in seinem Gewächshaus aufgefunden. Ein nachträglich abgeschnittener Finger gibt der Polizei einige Rätsel auf. Die Suche nach dem Mörder gestaltet sich kompliziert und führt die Ermittler sogar nach Jerusalem ...

Die Idee, zwei Ermittlerinnen als Protagonisten einzusetzen, hat mir von Anfang an gut gefallen. Allerdings ist es den Autoren leider nicht gelungen, mir die Zwei überzeugend rüber zu bringen. Es kam mir eher so vor, als würden die beiden Frauen gegeneinander und nicht miteinander arbeiten. Auch die Aktionen, die Stina Forss im Alleingang durchzieht, sind mehr als fragwürdig. So etwas würde es in Deutschland nicht geben - und schon gar nicht bei der Polizei. Sie ist unbeherrscht und jähzornig. Ich habe mich schwer getan, manche ihrer Verhaltensweisen nachzuvollziehen.

Da in Später Frost" sehr viele Charaktere aus ihrer Sicht erzählen, habe ich zeitweise Probleme gehabt, mich so schnell umzustellen. Wie sagt man so schön? Viele Köche verderben den Brei. In diesem Fall ist es einfach ein bisschen zu verwirrend. Dasselbe gilt für die Abhandlungen diverser Themen, die (wie es mir scheint) krampfhaft mit in die Geschichte gepackt werden mussten, aber leider nur angerissen werden. Davon hätte sicherlich einiges in den Folgebänden untergebracht werden können.

Gut gefallen hat mir, dass es mir bis zum Schluss nicht möglich war, den Täter auszumachen. Hier haben die Autoren den Leser manches Mal in die Irre geführt. Als ich den Krimi beendet hatte, wurde mir die Doppeldeutigkeit des Buchtitels erst so richtig bewusst und ich finde, es hätte keine passenderen Titel geben können.

Abschließend kann ich sagen, dass mir der Krimi zwar schon gefallen hat, er aber aus der Masse nicht heraus sticht. Es waren meines Erachtens auch einige Längen vorhanden, die den Lesefluss etwas gestört haben. Zu wenig genutztes Potenzial ist ein weiterer Grund, warum ich nur" drei Sterne vergeben kann. Meine Empfehlung fällt deswegen auch etwas verhaltener aus. Trotzdem würden die beiden Autoren von mir jederzeit noch eine Chance bekommen, weil ich denke, dass die Zwei sich weiterentwickeln werden - ebenso wie ihre Protagonisten.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herrlich!!! Wieder ein neues Ermittler-Duo aus Schweden, ..., 13. Dezember 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Später Frost: Der erste Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss (Taschenbuch)
... dass Spaß und Lust auf weitere Folgen macht. "Später Frost" spielt in Smâland und ist der erste Fall für das erfreulicherweise mal wieder rein weibliche Ermittler-Duo Ingrid Nyström und Stina Forss. Die Protagonistinnen sind auch nicht geschieden, depressiv, rauchen Kette oder haben ein Alkoholproblem (wie sonst so gerne in skandinavischen Krimis...), sondern sind mal ganz 'normale' Menschen. Gut, die deutschstämmige Stina ist vielleicht ein etwas bunterer Vogel, aber bei diesem Krimi stehen nicht so sehr die Personen im Vordergrund, sondern der Fall.

Und der hat es in sich, ist sehr ungewöhnlich und spannend beschrieben, Motiv und Täter bleiben bis kurz vor Schluß unklar. Ein wirliches Lesevergnügen, spannend und interessant von der ersten bis zur letzten Seite! Ich freue mich schon auf den nächsten Fall!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Später Frost (Hörbch), 13. November 2012
Von 
Poldis Hörspielseite - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Erster Eindruck: Von Deutschland nach Schweden

Stina Forss kehrt aus Berlin, wo sie bei der Polizei gearbeitet hat, in ihre Heimat Schweden zurück und wird dort der Ermittlerin Ingrid Nyström zugeteilt. Schon an ihrem ersten Tag wird das ungleiche Duo zu einem erbarmungslosen Mord gerufen: Der englische Schmetterlingssammler Balthasar Frost wurde verätzt, verstümmelt und hingerichtet. Als die beiden die ersten Spuren verfolgen, ahnen sie noch nicht, dass der Fall sie bis in die höchsten politischen Kreise führe würde…

Das neue Autorenduo Voosen und Danielsson hat mit ihrem Erstlingswerk „Später Frost“ einen typischen „Schwedenkrimi“ geschaffen – immerhin stammen auch 50% des Duos aus dem skandinavischen Land. Die Charaktere sind sehr intensiv beschrieben und verleihen der Handlung Farbe und Lebendigkeit – trotzdem hat man sich hier nicht zu ausschweifenden Beschreibungen ihrer Lebenssituationen hinreißen lassen, sodass die eigentliche Handlung stets voll im Vordergrund steht. Und diese hat es tatsächlich in sich, von entspannter Unterhaltung kann hier nicht die Rede sein. Vielmehr gibt es zahlreiche wirklich unerwartete Wendungen und einen Ermittlungsverlauf, der die Spannung stetig zu steigern weiß. Wie weit die Verstrickungen reichen würden ist anfangs wirklich undenkbar, werden jedoch logisch aufgebaut und natürlich miteinander vernetzt. Auch das Thema, das hinter allem steckt, weiß zu überraschen und zu überzeugen. Allerdings hat es das Autorenduo an einigen Stellen doch etwas zu gut gemeint und recht dick aufgetragen: Wie sich Stina Forss manchmal verhält und ihren Jähzorn und ihr aufbrausendes Temperament kaum unterdrücken kann, ist für Polizeiarbeit ziemlich unglaubwürdig. Ansonsten ein tadelloser und sehr spannend erzählter Erstlingsroman, der neugierig auf die weiteren Teile dieser Reihe mit den beiden Ermittlerinnen macht.

Thomas Sarbacher, der mir bisher noch nicht bekannt war, ist als Sprecher eingesetzt und macht seine Sache recht gut. Seine Stimme ist markant und klingt manchmal etwas abgehackt, was einen interessanten Klang ergibt. So wird die Aufmerksamkeit auch durch ihn aufrecht erhalten, die Handlung bekommt eine ganz eigene Note. Auch in den etwas aufregenden Szenen gefällt mit Sarbacher gut, indem er zwar die Stimme anhebt und dramatischer spricht, sich aber nicht zu einem zu schnellen Tempo oder Übertreibungen hinreißen lässt. Überraschend gut hat mir auch seine Interpretation der beiden Protagonistinnen gefallen, die für einen Mann sehr glaubwürdig und natürlich wirkt.

Ein kleines schwedisches Dorf, wie man es sich landestypisch vorstellen darf, ist auf dem Cover zu sehen, dick eingeschneit und mit einem See im Hintergrund. Vor dem Himmel ist in einem leichten Grauton die Silhouette eines Schmetterlings zu sehen. Das Cover strahlt eine gewisse Kälte aus, auch in der Wahl der Farben. Auch das Innere ist hübsch gestaltet, statt den Platz hinter den Papplaschen mit Werbung zu füllen hat man hier auf dezente, aber ansprechende Motive gesetzt.

Fazit: Auch wenn der Charakter von Stina Foss für eine Polizistin etwas dick aufgetragen wird, entwickelt sich der Roman in immer neue Regionen und kann mit seinen pointierten Wendungen punkten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Frosts Schmetterlinge, 16. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Später Frost: Der erste Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss (Taschenbuch)
Ein Schmetterlingsforscher wird in seinem Glaushaus mitten im Wald tot aufgefunden. Die Leiche scheint arrangiert zu sein. Rechtsmedizinische Untersuchungen lassen vermuten, dass Balthasar Melchior Frost zu Tode gefoltert wurde. Stina Forss, die aus Berlin stammt und wegen ihrem schwedischen Vater, der erkrankt ist, nach Schweden zurückkehrt arbeitet mit Ingrid Nyström und einem Team zusammen. Der polizeilichen Ermittlungsarbeit kommt eine große Bedeutung im Buch zu, eine Vielzahl von Personen ist beteiligt. Die Spuren führen in die Vergangenheit nach Israel.

Ich fand die Ausgangslage dieses Debüts sehr interessant. Es kommt zu einigen unerwarteten Wendungen. Die Personen sind sowohl, was das Team der Polizei betrifft als auch das Umfeld des Opfers sehr interessant gewählt. Die Vielzahl der Protagonisten fand ich allerdings etwas erschlagend. Von Zeit zu Zeit wird geschickt zum Beispiel beim Schreiben eines Berichts die bisherige Aufklärung wiederholt, was mir eine sehr große Hilfe war.
Allerdings sind einige Themenkreise angeschnitten, auf die man vielleicht hätte verzichten können. Bei einem ersten Band zu einer Serie möchten die Autoren natürlich möglichst breit in ihre neu kreierte Welt um die Serienhauptfiguren vorstellen. Aber zum Teil hätte es vielleicht gut getan, nicht alles aufs Mal zu präsentieren. Cliffhanger sind schön und gut, aber mancher ist dann doch nicht so spannend, dass ich deswegen die Fortsetzung lesen möchte. Dafür waren mir einige für die Aufklärung des Mordfalls sehr relevante Punkte zu wenig genau ausgeführt, was das miträtseln erschwert hat.

Die Handlungsorte sind sehr anschaulich beschrieben, so dass man einen guten Eindruck der Region gewinnen kann. Sowohl die schwedische Landschaft als auch ein Abstecher nach Jerusalem haben mir sehr gut gefallen. Etwas Probleme verschaffte mir die Person der Stina Forss. Sie trägt Probleme mit sich herum, wie das bei Ermittlern häufiger der Fall ist, denkt man an Indridasons Erlendur oder Ian Rankins Inspecor Rebus. Ich frage mich aber, ob das bei einer jungen Polizistin, die zudem aus dem Ausland kommt, nicht etwas dick aufgetragen ist. Mit illegalem Waffenbesitz, Affinität zu Alkohol und anderen Drogen usw. ist man bei der Polizei nicht so nachsichtig. Das fand ich etwas unglaubwürdig und wäre für die Handlung nicht nötig gewesen.

Ich habe mich bei der Lektüre dieses Krimis sehr gut unterhalten gefühlt, ich bin mir aber noch nicht sicher, ob ich wirklich mehr davon lesen möchte. Ich hatte bei diesem Buch das Gefühl, das ich oftmals bei Büchern von Autorenduos habe. Irgendwie fehlt es mir etwas an Seele.

Ich würde diesem Buch gerne 3,5 Sterne geben, da das nicht geht runde ich mit dem Debütbonus großzügig auf 4 Sterne auf.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Überraschend, 26. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Später Frost: Der erste Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss (Taschenbuch)
Die Deutsch-Schwedin Stina Forss zieht von Berlin ins schwedische Växjö. Sie ist bereits einige Jahre Kriminalbeamtin aber muss in Schweden noch eine Art Ausbildung durchlaufen, um dort als vollwertige Ermittlerin arbeiten zu können. Sie wird der Abteilung von Ingrid Nyström zugeteilt und noch am Tag ihres Arbeitsbeginns wird das Team zu Schauplatz eines Mordes gerufen.
Bei dem Ermordeten handelt es sich um einen alten Engländer, einen Schmetterlingszüchter, der seit mehr als fünfzig Jahren zurückgezogen in seinem Haus nahe Växjö lebte. Er wurde auf eine besonders grausame Art in seinem Schmetterlingshaus hingerichtet und auf eine Weise zurückgelassen, die einen Racheakt oder eine besondere Botschaft nahelegt.
Das Team sichert die Spuren und beginnt in der Nachbarschaft mit Befragungen doch schnell zeigt sich, dass hinter dem alten Mann wesentlich mehr steckt, als man zunächst annahm. Er verbarg mehr als nur ein Geheimnis, gleich mehrere Ungereimtheiten lassen die Ermittler bis in die höchsten Kreise der schwedischen Gesellschaft vorstoßen und sogar bis ins ferne Jerusalem.
Für mich war das Buch von Anfang bis Ende sehr flüssig zu lesen und bot eine wirklich interesante Geschichte. Der nüchterne Erzählstil passt gut zum winterlich, nordischen Schauplatz des Geschehens und zu den Charakteren. Die erfahrende Ingrid Nyström als Chef-Ermittlerin, streng religös und ein wenig spießig aber hochintelligent und die sehr viel jüngere “Neue” – Stina Forss, gerade aus Deutschland angereist, unkonventionell, impulsiv und privat sehr verschlossen, bilden den Kern des Teams, zu dem noch ein paar weitere, teiweise recht eigenwillige Personen gehören. Mir gefiel dieses bunt gemischte Team, dessen Charaktere sehr gut eingeführt und konsequent weiterentwickelt wurden.
Der Verlauf der Ermittlungen wird sehr gut nachvollziehbar dargestellt und die historischen und gesellschaftspolitischen Aspekte der Geschichte, geben genügend Anreiz, stets neugierig, bis zum überraschenden Ende, weiterzulesen.
Fazit: Später Frost ist ein gut durchdachter Kriminalroman, der wirklich unterhaltsame Lesestunden bieten kann. Es ist genau der richtige Lesestoff für trübe Herbst- und Wintertage – nicht zu schwer zu lesen aber auch keine leichte Lektüre. Mir hat das Buch so gut gefallen, dass ich gerne auch die nächsten Bände lesen werde.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei ungleiche Frauen, 15. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Später Frost: Der erste Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss (Taschenbuch)
Ich bin erst jetzt über diesen Debütroman aus dem letzten Jahr gestolpert und wahr sofort positiv überrascht und von der ersten Seite an angetan. Die Autoren lassen sich Zeit, die Protagonisten einzuführen und einen überraschenden, klugen und Wendungsreichen Plot zu entwickeln. Diesmal stolpert endlich mal kein grantelnder, misanthropischer Kommissar durch die schwedischen Wälder, sondern zwei sehr ungleiche Frauen: Ingrid Nyström, Hauptkommissarin und Pastorenfrau, leicht spießig, aber sehr sympathisch und die zügelose, junge, impulsive Stina Forss, in deren Leben sich noch viele dunkle Geheimnisse zu verbergen scheinen: eine spannende Kombination! Lesetipp!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Einschläfernd, 17. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Später Frost: Der erste Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss (Taschenbuch)
Ein alter Mann wird brutal ermordet in seinem Gewächshaus gefunden. Im Laufe der Ermittlungen stellt sich heraus, dass er mehr als ein Geheimnis hatte und schließlich führen die Spuren nach Jersualem, 1948, in die Entstehungszeit des Staates Israel.

Ich lese sehr gerne skandinavische Kriminalromane und auch gerne einmal neue Autoren. Der Debütroman des Autorenduos Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson konnte mich jedoch nicht wirklich überzeugen, vor allem hat mich der Roman gelangweilt, schlimmer noch, er wirkte richtiggehend einschläfernd auf mich.

Dabei ist die Thematik sehr interessant und im Laufe der Handlung wird mehr als ein Geheimnis aufgedeckt, was das Ganze noch interessanter machen – könnte, denn so richtig ausgereizt wird nichts davon. Stattdessen verliert sich das Geschehen in den viel weniger interessanten persönlichen Nebenschauplätzen der Ermittler.

Der Roman wird in mehreren Perspektiven erzählt, auch in denen zweier Personen, die man lange nicht einordnen kann, was Spannung hätte erzeugen können, es aber leider auch nicht tut. Insgesamt wird alles irgendwie betulich erzählt und konnte mich bis kurz vor Ende überhaupt nicht packen.

Auch die Charaktere wirken betulich, z. B. Ingrid Nyström, gerade Chefin der Ermittlergruppe geworden, schon Großmutter, Ehefrau eines Pastors – und genau so kommt sie auch herüber; nur einmal konnte sie mich wirklich überzeugen,:As sie mit einem Vorgesetzten Tacheles redet. Ein anderer Ermittler isst gerne, alle anderen bleiben eher blass und wirken wie Staffage. Stina Forss, Halbschwedin, bisher Polizistin in Berlin, jetzt auf Probe in Växjö, dem Ort der Handlung, wirkt zunächst auch wenig interessant, sie hat zwar ein Problem mit ihrem Vater, hier gibt es aber nur ein paar Andeutungen, später werden weitere Probleme offenbar, so dass man sich am Ende fragt, wie sie überhaupt noch Polizistin sein kann. Da dieser Roman der erste Fall für Nyström und Forss ist, scheint sie es auch weiterhin zu bleiben, für mich ein Rätsel. Sie wirkt auf mich zudem sehr künstlich. Insgesamt kommen mir die Charaktere eher wie Stereotype als wie echte Menschen vor.

Ein Lob möchte ich der Übersetzung aussprechen. Ich mag es, wenn in den Romanen das schwedische „Du“ erhalten bleibt, es mag zunächst etwas ungewohnt wirken, wenn alle sich duzen, macht es aber authentischer.

Insgesamt leider ein Kriminalroman, der mich nicht packen konnte und der mich nicht dazu animiert, weitere Romane von Voosen und Danielsson lesen zu wollen. Empfehlen möchte ich den Roman nicht, ich vergebe aber wegen der Thematik, der logischen Auflösung und der Übersetzung gerade noch 3 Sterne.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Späte Rache, 25. Juni 2013
Von 
Uli Geißler (Fürth, Bayern Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Später Frost: Der erste Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss (Taschenbuch)
Die Spannung beginnt langsam und baut sich nach und nach auf, wenngleich das Autorenpaar in ihrem Debütroman auf blutrünstige Szenen und wilde Actionszenen verzichten. Geradezu privat erzählen sie vom Umzug der Berliner Jungermittlerin und Halbschwedin Stina Foss mit dennoch ausreichend Diensterfahrung nach Schweden und ihre ersten „Schritte“ bei der dortigen Polizei, die sich ja so ganz anders vorgestellt hatte. Dass sie die Polizeischule besuchen soll, trifft ihre professionelle Seele schon hart.

Trotzdem entspinnt sich mit der relativ kurzfristig und spontan in das Amt der Leiterin der Kriminalpolizei von Vaxjö katapultierten Ingrid Nyström doch eine ganz gute Zusammenarbeit. Der Insektenforscher Balthasar Melchior Frost wurde ermordet und übel verätzt. Zudem ergeben sich mit jeder Information, die sich den beiden recherchierenden Frauen Fragen über Fragen, beispielsweise mit der Entdeckung, dass der Tote im Gewächshaus homosexuell war. Kurzzeitig wird darin die Motivlage vermutet. Nebenbei bekommt man einiges über die beiden Frauen mit, ohne dass diese Nebenthemen die Kernhandlung des Geschehens stören. Diese Detailfreudigkeit bietet in einem ausgewogenen Maß genug Atmosphäre und macht die Geschichte trotz der abstrusen Mordgeschichte glaubhaft.

In angenehm kurzen Kapiteln bekommt man verschiedene Perspektiven erzählt und es ist absolut spannend, mehr und vor allem die lange zurückliegenden Hintergründe über den Toten zu erfahren. Die knappen und doch Inhaltsreichen Sätze sorgen für angenehme Leichtigkeit bei gleichzeitigem Tiefgang. Der Roman ist in keiner Weise oberflächlich, sondern glänzt durch niveauvolle Dialoge und reichlich Informationen und nachvollziehbare Handlungen der Protagonisten.

Stück für Stück kommt man hinter das Geheimnis und beginnt, Verbindungen und Begründungen miteinander zu verknüpfen, ermittelt quasi mit und versucht das doch überraschende Ende vorherzusehen. Da das nicht gelingt, bleibt die Geschichte bis zum Schluss an- und aufregend. Auch wenn die Geschichte einem nicht den Atem raubt vor Hochspannung den Pulsschlag erhöht, so kann man sich dennoch auf die nächste Geschichte mit dem weiblichen Ermittlerinnen freuen und hoffen, dass das Autorenteam ebenfalls mit der Zeit immer besser zusammenarbeitet. Der Anfang mit „Später Frost“ lässt das auf jeden Fall vorhersehen. (c) 6/2013, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.
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Später Frost: Der erste Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss
Später Frost: Der erste Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss von Kerstin Signe Danielsson (Taschenbuch - 10. September 2012)
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