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46 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...cooles Buch!
Joachim Meyerhoff erzählt eine Geschichte seines Lebensabschnitts, die einen nach den ersten Seiten fesselt und auf ein Jahr nach Amerika mitnimmt.
Das Lesen macht durch die humorvolle und selbstironische Schreibweise unheimlichen Spaß.
Zentral geht es ums Erwachsenwerden, um das Abnabeln vom Elternhaus, um Freiheit und Sehnsucht. Dazu bietet...
Veröffentlicht am 19. April 2011 von musicman_s

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nett
Das Buch weiß durchaus zu unterhalten, wäre aber um ein Drittel gestrafft wesentlich besser gewesen. Gerade im ersten Drittel kommt die Handlung kaum von der Stelle, wenn die Gefühls- und Gedankenwelt um einen Moment herum fast endlos wiederholt und ausgewalzt wird. Es gibt zwei, drei lustige Stellen, ist aber die Lobpreisungen auf der Rückseite...
Vor 3 Monaten von Frank Bittermann veröffentlicht


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46 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...cooles Buch!, 19. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Joachim Meyerhoff erzählt eine Geschichte seines Lebensabschnitts, die einen nach den ersten Seiten fesselt und auf ein Jahr nach Amerika mitnimmt.
Das Lesen macht durch die humorvolle und selbstironische Schreibweise unheimlichen Spaß.
Zentral geht es ums Erwachsenwerden, um das Abnabeln vom Elternhaus, um Freiheit und Sehnsucht. Dazu bietet natürlich ein Jahr Auszeit in Amerika beste Voraussetzungen:

Beginnend mit dem Auswahlverfahren für dieses Auslandsjahr, den Erfahrungen mit der Gastfamilie, den anfangs begrenzten Englischkenntnissen, dem harten Training in der Basketballmannschaft, der Beziehung zu einem Mädchen bis hin zu einer überaus ungewöhnlichen Brieffreundschaft und schließlich dem überraschenden Anruf aus Deutschland hat das Buch, meiner Meinung nach, viele wunderschöne Momente.

Konnte es nur schwer aus der Hand geben.

Auch die Distanz zur Heimat beschreibt er - gegen Ende des Buches - auf sehr berührende Art. Die gewonnene Freiheit ermöglicht ihm dann aber eine neue Sichtweise auf die weitentfernte Familie.

Ich war begeistert und kann die darauffolgenden Bände kaum erwarten.
Freue mich drauf!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amüsant und nachdenklich, 27. Januar 2014
Von 
Villette - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Alle Toten fliegen hoch Teil 1: Amerika. Roman (Taschenbuch)
Ich habe "Alle Toten fliegen hoch: Amerika" sehr gern gelesen. Das Buch erzählt gekonnt und kurzweilig, wie der Erzähler ein Jahr als Austauschschüler in Wyoming lebt. Nun ist die USA natürlich ziemlich nach Deutschland hinübergeschwappt, aber als die Geschichte in den 80er Jahren stattfand, war das noch nicht der Fall. Amüsant ist daher die Naivität, mit der der Erzähler allem dort begegnet. Überhaupt ist dieses Buch sehr amüsant, vor allem sprachlich-ironisch. Allerdings ist das Buch niemals auf Pointe geschrieben, was ich ziemlich verabscheue, sondern sehr intelligent, mit viel Herz und Sinn für Kleinigkeiten. Es ist vor allem diese Erzählweise, die mir sehr gefallen hat. Natürlich gibt es, da der Roman auf der Biographie des Autors beruht, auch mehrere sehr ernste Stellen. So ist das Leben nunmal. Besonders berührt hat mich beispielsweise der Briefkontakt der Erzählers zu einem zum Tode verurteilten Häftling. Wie diese Geschichte ausgeht, will ich natürlich nicht verraten, aber das sind ganz wertvolle Lesemomente. Wenn der Erzähler schließlich nach einem Jahr nach Hause kommt und in der eigenen Schule eine Basketballmannschaft aufbauen will, um sie mit den Methoden zu führen, die er in Wyoming erfahren hat, dann ist das aber wieder noch einmal so schön. Man denkt immer, die Menschen wären im Grunde gleich und die Kulturen würden einander annähern, aber hier könnte die Mentalität nicht gegensetzlicher sein. Jedenfalls empfehle ich dieses hervorragende Buch gern weiter.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Unterhaltung, 22. Februar 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Alle Toten fliegen hoch Teil 1: Amerika. Roman (Taschenbuch)
Schön mal wieder etwas aus deutschen Landen zu lesen, dass nicht bemüht und sperrig daher kommt und sich trotzdem vom amerikanischen Erzählstil unterscheidet. Sehr unterhaltsam, ohne Pathos, frei von Kitsch und mit einer gehörigen Portion Witz, ohne das Kalauer bemüht werden müssen. Skurril, dennoch zutreffend erscheinen die beschriebenen Jugendtrends aus den 80ern. Bestimmte Typen, die man scheinbar nur in den USA antrifft, werden liebevoll und ohne Herablassung gezeichnet und lassen den Leser schmunzeln. Aus der Distanz bekommen auch die Deutschen, einschließlich der eigenen Familie des Ich-Erzählers, ihr Fett weg. Aber nie werden die Figuren demontiert oder gar vernichtet. Anrührend, aber nicht schmalzig, wird der heitere Grundtenor durch den Tod des mittleren Bruders und dem Kontakt zu einem Todeskandidaten im US-Knast gebrochen. Ich hätte besonders dazu noch gerne vieles mehr erfahren. Dies ist jedoch keine Kritik, dass etwas fehlte. Vielmehr liegt es daran, dass Meyerhoff seine Figuren und die Ereignisse, denen sie ausgesetzt sind, sparsam und intelligent einführt. Ich würde nach dieser Begegnung mit Sicherheit auch einen zweiten Roman von Joach(k)im Meyerhoff lesen.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergreifende Initationsgeschichte, 4. Juli 2011
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Der Autor Joachim Meyerhoff, gefeierter Schauspieler am Wiener Burgtheater, hat als Regisseur und Hauptdarsteller vor einigen Jahren damit begonnen sein Leben auf die Bühne zu bringen, in dem er die Geschichte seiner Kindheit und Jugend niedergeschrieben hat. Jetzt ist mit "Alle Toten fliegen hoch" der erste Teil dieser "Autobiografie" erschienen. Ein ungewöhnliches, wunderschönes Buchcover auf dem die Fotos seiner amerikanischen Mitschüler zu sehen sind, unterstreicht den autobiografischen Buchzyklus.

Sensibel und über weite Strecken unfassbar komisch, voller Selbstironie, pointiertem Witz und erstaunlicher Fabulierkunst erzählt Joachim Meyerhoff in seinem Debütroman von Liebe, Fremde, quälendem Schmerz, schmerzlichem Verlust, plötzlichem Tod, Emanzipation, Stoizismus und Independenz. Es ist zugleich ein großartiges Prosadebüt, dieser Start eines jungen Menschen ins virtuose Leben. Auch wenn der Autor bei seinem Buch von einem "Roman" spricht, geht es doch in erster Linie um eine Selbsttherapie, um ein ständiges "Sich - selbst - durchschauen", denn Meyerhoff und sein Protagonist sind zweifelsfrei deckungsgleich. "Es geht um das Erinnern und das Erzählen des Erinnerns."

In dem Buch wird die Geschichte des in der norddeutschen Provinz geborenen Joachim Meyerhoff erzählt. Der Ich- Erzähler kommt dank der finanziellen Unterstützung seiner Großeltern mit achtzehn Jahren für ein Jahr als Austauschschüler nach Amerika. Für den jungen Menschen ist dieses Amerika der Sehnsuchts- und Zufluchtsort schlechthin. Er versucht einen Platz als Austauchschüler in einer amerikanischen Gastfamilie zu bekommen, kommt aber nicht dahin, wovon viele träumen, nämlich nach New York, Los Angeles oder San Franzisko. Während eines Auswahlgespräches in Hamburg wurde dem Protagonisten klar, dass er mit seiner anfänglichen Großstadtsehnsucht völlig falsch lag. Um sich nun als optimale Kleinstadtbesetzung zu outen, musste er bei der Beantwortung des Fragebogens all seine bisherigen Überzeugungen über Bord werfen, sich um 180 Grad verbiegen. Am Ende war eine Gestalt entstanden die einem absoluten Horror Freak entsprach. So kam er dann schließlich nach einem Aufbruch um die halbe Welt in eine ebenso verlassene Gegend, wie die, aus der er kam. Er landete bei einer Gastfamilie in Laramie, Wyoming, mitten in der Prärie, im staubigen Nirgendwo. Der "Kulturschock", in einem Amerika zu landen das für viele der Inbegriff "Kapitalistischer Kulturlosigkeit" ist, blieb erst einmal aus.

Die beiden Gasteltern waren tief religiös. Mit den Söhnen musste der Ich-Erzähler zwar das Zimmer teilen und die Eltern waren von den ersten Fotos, die sie von der erzkonservativen Familie sahen, geschockt, aber alle Vorurteile waren unbegründet. Die Gasteltern waren unglaublich herrliche und gute Menschen, die den Austauschschüler mit aller Liebe aufgenommen haben. Der Stundenplan in der Schule war sehr abwechslungsreich und dann erfüllte sich auch noch ein lang gehegter Traum, denn er konnte Basketball spielen. Voller Selbstironie schildert Meyerhoff, dass er zwar die Chance hatte auf der Spielerbank zu sitzen, in dem Buch heißt es in diesem Kontext "immer wenn wir haushoch führten oder zurück lagen dann wurde ich eingesetzt. Das war ein außerordentliches Glücksgefühl." In diesem Zusammenhang beschreibt der Autor sehr plastisch und ausführlich wie er dort dann zum Deutschen gemacht wurde. Sein Spitzname war "The German". Im Deutschunterricht war er natürlich Klassenbester. In dem Buch lernen wir auch die Eigenarten des germanophilen Basketball Coach kennen, der mit den beiden Schäferhunden, Wotan und Odin, in einem Schwarzwaldhäuschen lebte. Er war eigentlich eine skurrile Mischung aus Vietnam Veteran und Deutschland Verehrer.

Die weiblichen Mitschülerinnen des Ich-Erzählers und ebenso die vielen Amerikaner, die sich nach den Wurzeln ihrer aus Deutschland eingewanderten Vorfahren sehnten, spielen in dem Buch eine große Rolle. Da trafen dann immer wieder interessante Gegensätze aufeinander, denn die Gasteltern waren daran interessiert die Wurzeln zu ihren Urgroßeltern durch die Erzählungen des Protagonisten frei gelegt zu bekommen, während der Ich-Erzähler selber vehement die Sehnsucht verspürte alle Wurzeln zu kappen.

Ein sensibler, mitreißender Entwicklungsroman, über weite Strecken auch ein heimlicher Bildungsroman und natürlich ein origineller unauffälliger Unterhaltungsroman, der auf den Leser einen erstaunlichen Sog ausübt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen This is Paradise ?!, 17. Januar 2014
Von 
Stephan Seither (Berg / Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Alle Toten fliegen hoch Teil 1: Amerika. Roman (Taschenbuch)
"Ein Jahr nach AMERIKA" - Mitte der 80er Jahre, wie verheißungsvoll und anziehend mag das seinerzeit wohl für einen 18jährigen geklungen haben, dessen Vater alleine schon die Fahrt in die unweit gelegene Hansestadt Hamburg als "Reise" interpretierte?

Der Autor stellt den Leser an die Seite des zu Anfang ein wenig seltsam wirkenden Ich-Erzählers, staubtrockener Humor und unendliche Selbstironie wird hier geboten - man wird Zeuge zahlreicher Niederlagen, bei deren Schilderungen ganz oft das Zwerchfell bebt. Der sympathischen Hauptfigur gönnt man die "Triumphe" und gesammelten Erfahrungen von ganzem Herzen, wobei, in der Rolle des Antihelden macht "The German" im fernen Wyoming eine richtig gute Figur.

Selten hab ich eine solch gelungene Einführung aller handelnden Personen erlebt - die Figuren werden dem Leser nicht übergestülpt, hier entdeckt und erlebt man die einzelnen Charaktere.

Neben allem Humor - dieser Roman hat durchaus ernste Seiten und mitunter tragische Wendungen zu bieten, welche dem Heranwachsenden zu Meilensteinen werden und beim Leser neben Lach- auch Denkfalten verursachen.

Die Entdeckung der eigenen Familie, resultierend aus dem ungewohnten räumlichen Abstand, sowie den Eigenheiten der amerikanischen Gastfamilie.

Der Autor hat bizarre Erinnerungen auf Lager, wie z.B. der selbstverständlich wirkende Ausflug ins Staatsgefängnis, bis hinein in den Hochsicherheitstrakt der zum Tode verurteilten Häftlinge, mit anschließender Brieffreundschaft zu einem deutschsprachigen Todeskandidaten.

Den Traum von der Aufnahme ins Basketballteam der Schule - die Trainingseinheiten unter dem Vietnam-Veteran, welcher Schäferhunde mag und "The German" fordert und fördert.

Die selbsterwählte Zusammenstellung des amerikanischen Schulunterrichts, die Sprachschwierigkeiten zu Beginn u.v.a.m. - herrliche Episoden!

Joachim Meyerhoff ist ein großartiger Erzähler, gelungener Auftakt für mein Lesejahr 2014!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was das Leben aus(einem)macht...., 20. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Alle Toten fliegen hoch Teil 1: Amerika. Roman (Taschenbuch)
Autobigrafische Reise eines jungen Mannes an der Schwelle zur Adoleszenz. Während seines Austauschjahres in Amerika durchlebt und erlebt er Höhen und Tiefen des Lebens, eine neu gewonnene Freiheit und deren Verantwortung, die Liebe mit seinem Schmerz als Schatten. So stilsicher und pointiert erzählt, dass man die "unerträgliche Leichtigkeite des Seins" mit dem Autor erlebt. Die Tragödie in der Komödie, wenn man so will.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, weil es der Autor vermag, den Leser auf ganz besondere Weise auf eine humoristische und zugleich traurige Reise mitzunehmen. Unaufdringlich schön!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nett, 9. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alle Toten fliegen hoch Teil 1: Amerika. Roman (Taschenbuch)
Das Buch weiß durchaus zu unterhalten, wäre aber um ein Drittel gestrafft wesentlich besser gewesen. Gerade im ersten Drittel kommt die Handlung kaum von der Stelle, wenn die Gefühls- und Gedankenwelt um einen Moment herum fast endlos wiederholt und ausgewalzt wird. Es gibt zwei, drei lustige Stellen, ist aber die Lobpreisungen auf der Rückseite "lustigstes und schlauestes Buch" und "unfassbar komisch" sind viel zu übertrieben. Denn dazu versucht der Autor viel zu verkrampft über einen lakonischen Erzählstil witzig zu sein. Es misslingt in den meisten Fällen, da ihm das Timing fehlt und er offensichtlich tatsächliche Begebenheiten versucht im Nachhinein ins Lächerliche zu ziehen. Erfolglos. Für Jugendliche auf jeden Fall interessant, aber mich hat es nicht vom Hocker gehauen...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar, 10. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Erfrischend, witzig und ehrlich geschrieben. Ich hätte sehr gerne noch mehr davon. Das Leben eines Heranwachsenden mit seinen Schwierigkeiten und Herausforderungen. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und oft an die Entwicklung meines Sohnes gedacht.
Dieses Buch kann sicher auch hilfreich für junge Leute sein. Die Leichtigkeit im Umgang mit der Realität und der beschwingte Schreibstil lässt das Leben eines Heranwachsenden so menschlich und normal wirken. Ein selbstbewusstes und humorvolles Buch für alle in der Realität lebenden Menschen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Coming-of Age in den 80ern, 10. Juni 2011
Coming-of Age Romane sind vollkommen zu Recht ein erfolgreiches Genre. Die gewaltigen Umwälzungen in der Jugend, die Selbstfindung, die Fremdheit der Welt, erste Liebe, erster Schmerz, Herkunft und Zukunft, einfach alles - die gesamte Spannbreite des Menschseins lässt sich in einem Coming-of Age-Roman abhandeln. Und deshalb haben sich auch alle daran versucht - von James Joyce bis Frank McCourt. Freilich, so weit wie die Spannbreite der Themen ist auch die Qualität. Grundsätzlich funktionieren sie aber fast alle. Joachim Meyerhoff variiert das Grundmuster durch zwei Ingredienzen. Es ist erstens ein Coming-of Age -Roman, der sehr deutlich in den 80er Jahren spielt. Das eingesetzte Zeitkolorit trägt für den wissenden Leser sehr zur Erheiterung bei - eine Schicksalsgemeinschaft zwischen Autor und Leser, die bei diesem Genre ja auch häufig eine Rolle spielt. Zweitens aber wird die Fremdheit des pubertierenden Ich-Erzählers gegenüber der Welt in diesem Roman allerdings potenziert, insofern er gegen Ende seiner Schulzeit für ein Jahr in den amerikanischen Westen einen Schüleraustausch unternimmt - genauer nach Wyoming. Das ist nun wiederum sehr speziell. Zwar ist der Erzähler das Ländliche gewohnt, er kommt aus dem deutschen Norden, aber die gewaltigen Dimensionen Wyomings, die befreiende und die befremdliche Andersheit der Amerikaner lassen den ohnehin schon pubertätsentfremdeten sich noch weiter von seinen deutschen Wurzeln und Identität entfernen. Er lernt das amerikanische Schulsystem kennen, das fast ausschließlich auf Sport ausgerichtet ist, wird in die renommierte Basketballmannschaft aufgenommen und lernt auf einer absonderlichen Pool-Party ein Mädchen kennen, die den The German", wie er ausschließlich genannt wird, absonderlich findet.
Es gibt in dem Roman einige gnadenlos witzige Passagen wie beispielsweise ein Schwimmbad-Besuch noch als Kind in Deutschland. Unser Erzähler trägt eine Lederhose, die jegliches Rutschen auf der Riesen-Mega-Rutsche verhindert, was eine unbeschreibliche Rutsch-Schlange verursacht, die ihm seine ganze Schullaufbahn nachhängen wird. Es gibt allerdings auch ein paar Längen und eine ordentliche Kürzung hätte der Lesefreude auch gut getan. Insgesamt aber ein wunderbarer Roman über eine Jugend in den 80ern.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen guter Sound!, 12. August 2011
Auf dieses Buch bin ich eher zufällig gestoßen und war selbst überrascht, in welch kurzer Zeit ich es durchgelesen hatte.
Ein Bericht über das eigene Leben kann schnell zu einer Drohung werden, wenn der Verfasser zu sehr von sich selbst ergriffen ist. Glücklicherweise ist das hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Die Story ist sehr unterhaltsam und hat einen guten lakonischen Sound.
Der Autor blickt gelassen und mit feiner Ironie auf ein wirklich prägendes Jahr seiner Jugend zurück. Er berichtet von seinen stolzen Erfolgen genau so ehrlich, wie er über seine Fehler und Niederlagen spottet. Manche seiner Erlebnisse aus dem weiten leeren Wyoming sind wirklich unfassbar und man reibt sich ungläubig die Augen.
Durch den Tod des geliebten Bruders bekommt der humorvolle Bericht eine dramatische Wendung. Dennoch bleibt der Autor seiner Linie treu, glitscht nicht ab in Larmoyanz und Selbstmitleid, sondern erzählt -wiederum sehr glaubwürdig- von seinen Schwierigkeiten zu trauern.
Kritik: Ein paar der eingestreuten Nebengeschichten hätte man weglassen und dafür etwas mehr über die Amerikaner (Gasteltern/Mitschüler) erzählen können.
Insgesamt ein wirklich gutes Buch.
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Alle Toten fliegen hoch Teil 1: Amerika. Roman
Alle Toten fliegen hoch Teil 1: Amerika. Roman von Joachim Meyerhoff (Taschenbuch - 14. Februar 2013)
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