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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen146
4,3 von 5 Sternen
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"Ein Jahr nach AMERIKA" - Mitte der 80er Jahre, wie verheißungsvoll und anziehend mag das seinerzeit wohl für einen 18jährigen geklungen haben, dessen Vater alleine schon die Fahrt in die unweit gelegene Hansestadt Hamburg als "Reise" interpretierte?

Der Autor stellt den Leser an die Seite des zu Anfang ein wenig seltsam wirkenden Ich-Erzählers, staubtrockener Humor und unendliche Selbstironie wird hier geboten - man wird Zeuge zahlreicher Niederlagen, bei deren Schilderungen ganz oft das Zwerchfell bebt. Der sympathischen Hauptfigur gönnt man die "Triumphe" und gesammelten Erfahrungen von ganzem Herzen, wobei, in der Rolle des Antihelden macht "The German" im fernen Wyoming eine richtig gute Figur.

Selten hab ich eine solch gelungene Einführung aller handelnden Personen erlebt - die Figuren werden dem Leser nicht übergestülpt, hier entdeckt und erlebt man die einzelnen Charaktere.

Neben allem Humor - dieser Roman hat durchaus ernste Seiten und mitunter tragische Wendungen zu bieten, welche dem Heranwachsenden zu Meilensteinen werden und beim Leser neben Lach- auch Denkfalten verursachen.

Die Entdeckung der eigenen Familie, resultierend aus dem ungewohnten räumlichen Abstand, sowie den Eigenheiten der amerikanischen Gastfamilie.

Der Autor hat bizarre Erinnerungen auf Lager, wie z.B. der selbstverständlich wirkende Ausflug ins Staatsgefängnis, bis hinein in den Hochsicherheitstrakt der zum Tode verurteilten Häftlinge, mit anschließender Brieffreundschaft zu einem deutschsprachigen Todeskandidaten.

Den Traum von der Aufnahme ins Basketballteam der Schule - die Trainingseinheiten unter dem Vietnam-Veteran, welcher Schäferhunde mag und "The German" fordert und fördert.

Die selbsterwählte Zusammenstellung des amerikanischen Schulunterrichts, die Sprachschwierigkeiten zu Beginn u.v.a.m. - herrliche Episoden!

Joachim Meyerhoff ist ein großartiger Erzähler, gelungener Auftakt für mein Lesejahr 2014!
22 Kommentare|40 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. April 2011
Joachim Meyerhoff erzählt eine Geschichte seines Lebensabschnitts, die einen nach den ersten Seiten fesselt und auf ein Jahr nach Amerika mitnimmt.
Das Lesen macht durch die humorvolle und selbstironische Schreibweise unheimlichen Spaß.
Zentral geht es ums Erwachsenwerden, um das Abnabeln vom Elternhaus, um Freiheit und Sehnsucht. Dazu bietet natürlich ein Jahr Auszeit in Amerika beste Voraussetzungen:

Beginnend mit dem Auswahlverfahren für dieses Auslandsjahr, den Erfahrungen mit der Gastfamilie, den anfangs begrenzten Englischkenntnissen, dem harten Training in der Basketballmannschaft, der Beziehung zu einem Mädchen bis hin zu einer überaus ungewöhnlichen Brieffreundschaft und schließlich dem überraschenden Anruf aus Deutschland hat das Buch, meiner Meinung nach, viele wunderschöne Momente.

Konnte es nur schwer aus der Hand geben.

Auch die Distanz zur Heimat beschreibt er - gegen Ende des Buches - auf sehr berührende Art. Die gewonnene Freiheit ermöglicht ihm dann aber eine neue Sichtweise auf die weitentfernte Familie.

Ich war begeistert und kann die darauffolgenden Bände kaum erwarten.
Freue mich drauf!
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am 22. Februar 2013
Schön mal wieder etwas aus deutschen Landen zu lesen, dass nicht bemüht und sperrig daher kommt und sich trotzdem vom amerikanischen Erzählstil unterscheidet. Sehr unterhaltsam, ohne Pathos, frei von Kitsch und mit einer gehörigen Portion Witz, ohne das Kalauer bemüht werden müssen. Skurril, dennoch zutreffend erscheinen die beschriebenen Jugendtrends aus den 80ern. Bestimmte Typen, die man scheinbar nur in den USA antrifft, werden liebevoll und ohne Herablassung gezeichnet und lassen den Leser schmunzeln. Aus der Distanz bekommen auch die Deutschen, einschließlich der eigenen Familie des Ich-Erzählers, ihr Fett weg. Aber nie werden die Figuren demontiert oder gar vernichtet. Anrührend, aber nicht schmalzig, wird der heitere Grundtenor durch den Tod des mittleren Bruders und dem Kontakt zu einem Todeskandidaten im US-Knast gebrochen. Ich hätte besonders dazu noch gerne vieles mehr erfahren. Dies ist jedoch keine Kritik, dass etwas fehlte. Vielmehr liegt es daran, dass Meyerhoff seine Figuren und die Ereignisse, denen sie ausgesetzt sind, sparsam und intelligent einführt. Ich würde nach dieser Begegnung mit Sicherheit auch einen zweiten Roman von Joach(k)im Meyerhoff lesen.
1313 Kommentare|30 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Der Autor Joachim Meyerhoff, gefeierter Schauspieler am Wiener Burgtheater, hat als Regisseur und Hauptdarsteller vor einigen Jahren damit begonnen sein Leben auf die Bühne zu bringen, in dem er die Geschichte seiner Kindheit und Jugend niedergeschrieben hat. Jetzt ist mit "Alle Toten fliegen hoch" der erste Teil dieser "Autobiografie" erschienen. Ein ungewöhnliches, wunderschönes Buchcover auf dem die Fotos seiner amerikanischen Mitschüler zu sehen sind, unterstreicht den autobiografischen Buchzyklus.

Sensibel und über weite Strecken unfassbar komisch, voller Selbstironie, pointiertem Witz und erstaunlicher Fabulierkunst erzählt Joachim Meyerhoff in seinem Debütroman von Liebe, Fremde, quälendem Schmerz, schmerzlichem Verlust, plötzlichem Tod, Emanzipation, Stoizismus und Independenz. Es ist zugleich ein großartiges Prosadebüt, dieser Start eines jungen Menschen ins virtuose Leben. Auch wenn der Autor bei seinem Buch von einem "Roman" spricht, geht es doch in erster Linie um eine Selbsttherapie, um ein ständiges "Sich - selbst - durchschauen", denn Meyerhoff und sein Protagonist sind zweifelsfrei deckungsgleich. "Es geht um das Erinnern und das Erzählen des Erinnerns."

In dem Buch wird die Geschichte des in der norddeutschen Provinz geborenen Joachim Meyerhoff erzählt. Der Ich- Erzähler kommt dank der finanziellen Unterstützung seiner Großeltern mit achtzehn Jahren für ein Jahr als Austauschschüler nach Amerika. Für den jungen Menschen ist dieses Amerika der Sehnsuchts- und Zufluchtsort schlechthin. Er versucht einen Platz als Austauchschüler in einer amerikanischen Gastfamilie zu bekommen, kommt aber nicht dahin, wovon viele träumen, nämlich nach New York, Los Angeles oder San Franzisko. Während eines Auswahlgespräches in Hamburg wurde dem Protagonisten klar, dass er mit seiner anfänglichen Großstadtsehnsucht völlig falsch lag. Um sich nun als optimale Kleinstadtbesetzung zu outen, musste er bei der Beantwortung des Fragebogens all seine bisherigen Überzeugungen über Bord werfen, sich um 180 Grad verbiegen. Am Ende war eine Gestalt entstanden die einem absoluten Horror Freak entsprach. So kam er dann schließlich nach einem Aufbruch um die halbe Welt in eine ebenso verlassene Gegend, wie die, aus der er kam. Er landete bei einer Gastfamilie in Laramie, Wyoming, mitten in der Prärie, im staubigen Nirgendwo. Der "Kulturschock", in einem Amerika zu landen das für viele der Inbegriff "Kapitalistischer Kulturlosigkeit" ist, blieb erst einmal aus.

Die beiden Gasteltern waren tief religiös. Mit den Söhnen musste der Ich-Erzähler zwar das Zimmer teilen und die Eltern waren von den ersten Fotos, die sie von der erzkonservativen Familie sahen, geschockt, aber alle Vorurteile waren unbegründet. Die Gasteltern waren unglaublich herrliche und gute Menschen, die den Austauschschüler mit aller Liebe aufgenommen haben. Der Stundenplan in der Schule war sehr abwechslungsreich und dann erfüllte sich auch noch ein lang gehegter Traum, denn er konnte Basketball spielen. Voller Selbstironie schildert Meyerhoff, dass er zwar die Chance hatte auf der Spielerbank zu sitzen, in dem Buch heißt es in diesem Kontext "immer wenn wir haushoch führten oder zurück lagen dann wurde ich eingesetzt. Das war ein außerordentliches Glücksgefühl." In diesem Zusammenhang beschreibt der Autor sehr plastisch und ausführlich wie er dort dann zum Deutschen gemacht wurde. Sein Spitzname war "The German". Im Deutschunterricht war er natürlich Klassenbester. In dem Buch lernen wir auch die Eigenarten des germanophilen Basketball Coach kennen, der mit den beiden Schäferhunden, Wotan und Odin, in einem Schwarzwaldhäuschen lebte. Er war eigentlich eine skurrile Mischung aus Vietnam Veteran und Deutschland Verehrer.

Die weiblichen Mitschülerinnen des Ich-Erzählers und ebenso die vielen Amerikaner, die sich nach den Wurzeln ihrer aus Deutschland eingewanderten Vorfahren sehnten, spielen in dem Buch eine große Rolle. Da trafen dann immer wieder interessante Gegensätze aufeinander, denn die Gasteltern waren daran interessiert die Wurzeln zu ihren Urgroßeltern durch die Erzählungen des Protagonisten frei gelegt zu bekommen, während der Ich-Erzähler selber vehement die Sehnsucht verspürte alle Wurzeln zu kappen.

Ein sensibler, mitreißender Entwicklungsroman, über weite Strecken auch ein heimlicher Bildungsroman und natürlich ein origineller unauffälliger Unterhaltungsroman, der auf den Leser einen erstaunlichen Sog ausübt.
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Der Autor Joachim Meyerhoff erzählt sein Jugendabenteuer auf Austausch in Amerika. Solche Geschichten kennt man ja eigentlich schon, aber so witzig und pointiert erzählt, findet man das wohl selten. Für mich ein echter Pageturner. Wobei ich glaube, dass vieles auch einfach sehr gekonnt erfunden ist und dem Leser hier viele Bären aufgebunden werden. Aber das ist eben das Faszinierende an den ganzen Stories. Es ist auch nicht nur lustig oder treffend, es ist auch ein dramatisch trauriges Buch. Darüber verrate ich aber an dieser Stelle noch nichts. Taschentücher bereithalten. Verraten kann ich aber, dass auch viele unappetitliche Szenen im Buch sind, die dem ein oder anderen, besonders Tierfreunden, wahrscheinlich nicht gut gefallen werden. Insgesamt sehr spannend erzählt und führt auch die "fremde Welt" Amerika gut vor Augen.
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am 5. April 2016
called blood."
Joachim Meyerhoff, seit vielen Jahren Schauspieler an renommierten deutschen Theatern, u.a. in Köln, am Maxim-Gorki-Theater Berlin, Ensemblemitglied am Schauspielhaus Hamburg und seit 2005 am Wiener Burgtheater, erzählt uns in diesem Buch von seinem Jahr in den USA, das er als 18-jähriger Austauschschüler in Laramie, Wyoming, verbracht hat.

Er berichtet witzig und mit viel Selbstironie über Parallelen und Unterschiede zwischen seiner leiblichen Familie und seiner "Austauschfamilie" in den USA, die jeweils aus Eltern, drei Söhnen und einem Hund bestanden und über Mentalitätsunterschiede, die ihm mal mehr, mal weniger aufgefallen sind, von skurrilen Ereignissen und seinen ureigenen Erfahrungen.

Joachim Meyerhoff persifliert sich selbst mit seiner holprigen, stockenden Art vorzulesen, mit heller Stimme und näselnd, in Bezug auf seine konstatierte Lese- und Konzentrationsschwäche, was ich zunächst gewinnend finde. Leider lutscht sich dieses Stilmittel auf die Laufdauer des Hörbuchs bezogen aber etwas aus. Hinzu kommt, dass sich der mit Übertreibungen und mit Musik angereicherte Erzählstil, der anfänglich zu zahlreichen Lachsalven führt, ebenfalls nach und nach abnutzt.

Aber als Abwechslung und wenn man Lust auf leichte Unterhaltung hat, zum Abschalten zwischendurch oder auf der Fahrt von und zur Arbeit, in den Urlaub oder auch als Lektüre im Urlaub, ist die humorvolle Geschichte mit den vielen hübsch formulierten Anekdoten gut geeignet! Daher empfehle ich das Hörbuch gerne und greife in der Bewertung zu 3 1/2 Sternen.
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am 22. April 2016
Meine 85 jährige Mutter! hat mir das Buch empfohlen, sie hat es beim Stöbern hier bei Amazon gefunden, bestellt und gelesen. Um ehrlich zu sein hat mich der Plot nicht wirklich interessiert, aber da ich schon viele Male beruflich in Amerika war, und ich gerade nichts besseres zum hören (Audible die ungekürzte Fassung) hatte, habe ich es gekauft. Am Anfang war ich leicht irritiert über den Vorleser (der Autor selber) irgenwie hat mir die Weise seines Vortrages nicht gefallen aber nach einer Weile ging es. Was soll ich sagen, das Buch hat es geschafft Bilder in meinem Kopf zu erschaffen die ich nicht so schnell vergessen werden (einige waren auch nicht so schön, ich sage nur Schildkröte). Ich kann nicht beschreiben warum dies gerade bei diesem Buch passiert ist, der Effekt ist sicher bei anderen Lesern verschieden. Ich hatte sofort, nachdem ich es zu Ende gehört hatte, Entzugserscheinungen. Ich war kurz davor es einfach noch einmal von vorne zu hören und das passiert mir sonst fast nie! Ich kann es wirklich empfehlen, der einzige Wermutstropfen, die anderen Bände gibt es noch nicht als Hörbuch.
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Ob Joachim Meyerhoff insgesamt eine beneidenswerte Jugend hatte, mag man nach der Lektüre der beiden Teile von "Alle Toten fliegen hoch" bezweifeln, aber interessant war sie auf jeden Fall: Eine Kindheit auf dem Gelände einer Psychiatrie und ein Jahr als Schüler in Amerika kann schließlich nicht jeder im Schatzkästlein seiner Erinnerungen verstauen. Die Bücher erzählen davon in umgekehrter Reihenfolge, und insofern war es gar nicht so verkehrt, dass ich "Amerika" erst jetzt gelesen habe, aber noch rechtzeitig, bevor im Herbst Meyerhoffs Schauspielschulzeit zwischen zwei Buchdeckel gepresst wird. (Wenn er so weitermacht, hat er sich in ein paar Jahren eingeholt.)

Als Rezensent #95 darf man sich kurz fassen, was den Inhalt betrifft (was man ohnehin stets tun sollte, auch wenn es einem nicht immer gelingt). Allein die ersten Seiten mit seinen frühkindlichen Erinnerungen waren die Anschaffung wert, indem sie mich gleichzeitig so gerührt und zum Lachen gebracht haben, dass es mir in Bächlein aus den Augen gelaufen kam. (Wenn ich an die Szene in der Rutsche denke, geht's schon wieder los.) Meyerhoff hat wirklich eine unnachahmliche Art, sich in kurzen, treffenden, zärtlich-ironischen Worten in sein Kinder-Ich zu versetzen. So lustig geht es dann nicht immer weiter, denn so lustig war es auch nicht in dem Jahr, in dem er in Laramie, Wyoming zum Jungmanne reifte. Um manche Erfahrung habe ich ihn beneidet, denn sie wäre mir sicher auch gut bekommen, um vieles aber nicht: Ich hätte zum Beispiel gar zu gerne mehr darüber gelesen, was den jüngsten Sohn der Gastfamilie dazu gebracht hat, sich vom Anfang bis zum Schluss so ausgesucht unangenehm zu verhalten. Diese Lücke ist eigentlich mein einziger, winziger Kritikpunkt an diesem wunderbaren Buch. Und apropos, jetzt freue ich mich noch mehr auf "Diese Lücke, diese entsetzliche Lücke".
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am 20. November 2013
Autobigrafische Reise eines jungen Mannes an der Schwelle zur Adoleszenz. Während seines Austauschjahres in Amerika durchlebt und erlebt er Höhen und Tiefen des Lebens, eine neu gewonnene Freiheit und deren Verantwortung, die Liebe mit seinem Schmerz als Schatten. So stilsicher und pointiert erzählt, dass man die "unerträgliche Leichtigkeite des Seins" mit dem Autor erlebt. Die Tragödie in der Komödie, wenn man so will.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, weil es der Autor vermag, den Leser auf ganz besondere Weise auf eine humoristische und zugleich traurige Reise mitzunehmen. Unaufdringlich schön!
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TOP 1000 REZENSENTam 27. Januar 2014
Ich habe "Alle Toten fliegen hoch: Amerika" sehr gern gelesen. Das Buch erzählt gekonnt und kurzweilig, wie der Erzähler ein Jahr als Austauschschüler in Wyoming lebt. Nun ist die USA natürlich ziemlich nach Deutschland hinübergeschwappt, aber als die Geschichte in den 80er Jahren stattfand, war das noch nicht der Fall. Amüsant ist daher die Naivität, mit der der Erzähler allem dort begegnet. Überhaupt ist dieses Buch sehr amüsant, vor allem sprachlich-ironisch. Allerdings ist das Buch niemals auf Pointe geschrieben, was ich ziemlich verabscheue, sondern sehr intelligent, mit viel Herz und Sinn für Kleinigkeiten. Es ist vor allem diese Erzählweise, die mir sehr gefallen hat. Natürlich gibt es, da der Roman auf der Biographie des Autors beruht, auch mehrere sehr ernste Stellen. So ist das Leben nunmal. Besonders berührt hat mich beispielsweise der Briefkontakt der Erzählers zu einem zum Tode verurteilten Häftling. Wie diese Geschichte ausgeht, will ich natürlich nicht verraten, aber das sind ganz wertvolle Lesemomente. Wenn der Erzähler schließlich nach einem Jahr nach Hause kommt und in der eigenen Schule eine Basketballmannschaft aufbauen will, um sie mit den Methoden zu führen, die er in Wyoming erfahren hat, dann ist das aber wieder noch einmal so schön. Man denkt immer, die Menschen wären im Grunde gleich und die Kulturen würden einander annähern, aber hier könnte die Mentalität nicht gegensetzlicher sein. Jedenfalls empfehle ich dieses hervorragende Buch gern weiter.
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