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5.0 von 5 Sternen ein Fest für jeden "Innerdeutschen Migrationshintergründigen" aus dem Ruhrgebiet
Das Buch liest sich locker-leicht in typischer Frank Goosen-Sprache, mit Kraftausdrücken und sentimentalerem Heimatgeflüster. "Sommerfest" springt nicht zu sehr zwischen einzelnen Anekdoten, sondern greift immer wieder den Handlungsfaden auf, der sich an der innerdeutschen Brücke zwischen München und Bochum orientiert. Nach Bayern hat es nämlich...
Veröffentlicht am 18. Februar 2012 von Detlef Rüsch

versus
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ruhrpott-Sentimentalitäten...
Ich muss vorwegschicken: Ich bin ein großer Frank-Goosen-Fan. Ich kenne ihn schon seit der Zeit von "Tresenlesen" mit Jochen Malmsheimer, mit dem er seit Anfang der 90'iger durch diverse Lokalitäten zog. Auch nach der Auflösung von "Tresenlesen" habe ich die Lesungen und Auftritte von Herrn Goosen oft besucht. Natürlich habe ich auch fast alle...
Veröffentlicht am 26. Juli 2012 von der_letzte_aesthet


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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ruhrpott-Sentimentalitäten..., 26. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Sommerfest: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich muss vorwegschicken: Ich bin ein großer Frank-Goosen-Fan. Ich kenne ihn schon seit der Zeit von "Tresenlesen" mit Jochen Malmsheimer, mit dem er seit Anfang der 90'iger durch diverse Lokalitäten zog. Auch nach der Auflösung von "Tresenlesen" habe ich die Lesungen und Auftritte von Herrn Goosen oft besucht. Natürlich habe ich auch fast alle Bücher -auch gelesen;-).

Selbst Kind des Potts, empfinde ich da eine große Seelenverwandtschaft, weil fast alle seiner beschriebenen Figuren und Alltagseindrücke (egal, ob fiktionär oder durch seine Biographie inspiriert) in meinem Leben eine Entsprechung finden. Sei es die kleinbürgerlichen Erwachsenen, die Schrebergärten mit den Bollerwagen und Bierkästen, die Eckkneipen mit Brauereieinrichtung, die "Seltersbude" mit darin hockenden weissfleischigen ,mürrischen Grottenolmen, die "Thyssensonne", die Rotzblagen aus der Sozialsiedlung (wie "Mücke" oder "Diggo Decker"), die ja -den Eltern nach- kein guter Umgang waren ("Halt dich mal an den Martin, der ist Meßdiener!"), und natürlich meine "Omma Else" (eigentlich Elisabeth, sagte aber keiner).

Eine herzensgute, aber bestimmende Lady, die das volle Abenteuerprogramm ihrer Zeit gebucht hat (Ruhrgebietsbesetzung, Inflation, Arbeitslosigkeit, Nazis, Krieg, ausgebombt, Schlange stehen, hungrige Blagen alleine großziehen, weil Opa in russischer Gefangenschaft....usw,usw) und die ihre unendliche gesammelte Lebensweisheit gerne in Sprüchen wie "Lerne, leiste, spare was, dann kannste, biste, haste was!" weitergab.

Dieses Lokalkolorit, diese Geschichten und "Zoten", die beim geneigten Leser -wie mir- ein Feuerwerk an Assoziationen abbrennen, sind der wesentliche Erfolgsfaktor dieses Buchs. Die Rahmenhandlung ist es -leider-nicht.
Die ist ähnlich unglaubwürdig wie die Hauptperson Stefan Zöllner, die wie die anderen auch, in ihrer Wesensbeschreibung zu wenig ausdifferenziert sind. Dieses eher introvertierte, wenig zielorientierte Einzelkind und Mitläufer soll sich für eine Schauspielerkarriere entschieden haben? (Muss wohl, denn ohne seine drohende Arbeitslosigkeit würde die Geschichte nicht funktionieren. So ein Typ hätte "in Echt" aber eher Informatik in Dortmund studiert und würde jetzt in München ordentlich Geld verdienen, einen Firmen-A6 fahren , und mit einer blonden Frau wie Karin zwei süsse Mädchen haben.)

Warum erfährt man nicht mehr über sein Leben in München? Wo ist er da engagiert? Am Residenztheater oder doch am Prinzregententheater? Wie ist er denn dahin gekommen? Sein Leben in München ist unglaubwürdig farblos.
(Kleiner Einschub: Ich habe selbst mal längere Zeit -für ein Softwareprojekt- in München gearbeitet und gelebt, und -als Single zugegebenermaßen- so gut wie alles "mitgenommen". Als ich wieder zurück in den Pott musste, wäre ich ob der kleinbürgerlichen Enge und "Kulturlosigkeit" fast depressiv geworden. So farblos kann das Leben eines Kulturschaffenden m. E. daher in München nicht sein.)

So geht es auch den anderen Protagonisten: Warum macht Charlotte Abromeit "in Webdesign"? Was war davor? Wozu wurde die Figur Thomas Jacobi eigentlich geschaffen?
Mir drängt sich der Eindruck auf, die Charaktere und deren Beziehung wurden so weit wie nötig ausgestaltet, dass sich möglichst viele "Dönekes" (kleine Geschichten) platzieren lassen. Da leidet ein bisschen der Tiefgang der Rahmenhandlung, viele Fragen bleiben offen.Da habe ich schon Tiefgründigeres von Frank Goosen gelesen, wie z. B. "So viel Zeit", das m. E. beste Buch von ihm.

Für weitere literarische Projekte würde ich Herrn Goosen empfehlen, sich mehr auf die Rahmenhandlung und die Charaktere zu konzentrieren, dieses Aneinanderreihen von -sehr gut beobachteten und blühend ausgestalteten- Ruhrpottstories (die man ja nur aufheben muss) könnte sich bald überleben. (zumal es ausserhalb des Potts wenig verstanden wird)

Fazit: Kann man (als Ruhrpottler) lesen. Muss man aber nicht.
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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Fest für jeden "Innerdeutschen Migrationshintergründigen" aus dem Ruhrgebiet, 18. Februar 2012
Von 
Detlef Rüsch "detlefruesch" (Landshut, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Sommerfest: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch liest sich locker-leicht in typischer Frank Goosen-Sprache, mit Kraftausdrücken und sentimentalerem Heimatgeflüster. "Sommerfest" springt nicht zu sehr zwischen einzelnen Anekdoten, sondern greift immer wieder den Handlungsfaden auf, der sich an der innerdeutschen Brücke zwischen München und Bochum orientiert. Nach Bayern hat es nämlich den Schauspieler Stefan vor zehn Jahren verschlagen, wo er in einer Beziehung ohne Kinder lebt und gerade auf dem Sprung ist, sich wieder mit einem neuen beruflichen Engagement an München zu binden. Doch kurz vorher muss er noch das geerbte Haus verkaufen. Und so macht er sich auf in den Westen und begegnet hier einem Sammelsurium an skurrilen Gestalten, die wie aus dem Nichts auftauchen und sich scheinbar kaum verändert haben in all den Jahren. Das Wochenende mit dem Makler-Termin wird mehr und mehr zu einem Sich-treiben-Lassen zwischen "alle Zelte in Bayern abreissen wollen" und "nach einem Abstecher in die Vergangenheit es sich wieder gemütlich einrichten in der Ferne". Dieses Hin- und Hergerissensein, stellt Frank Goosen nicht nur anhand seiner Leitfigur Stefan, sondern auch mit Hilfe einer Vielzahl von Figuren markant dar. Hier treten die Ruhrpott-Gewächse Toto, Diggo, Frank, Tante Änne und Omma Luise witzig-spritzig und tragisch auf, so als ob Stefan sich sein ganz persönliches Schauspiel zusammengestellt hätte. Dieses Theater wird zugleich von Charlie, seiner Jugendliebe, geprägt.
Dieser Rundgang durchs Ruhrgebiet ist sehr dynamisch und von einer Vielzahl dieser so typischen Ruhrpott-Ausdrücke und Redewendungen geprägt.
Diese sprachlichen Erklärungen sind humorvoll eingefügt in das Geschehen, wenn zum Beispiel sich Stefan sagt: "DRINNE haben sie früher immer gesagt. Das sind so Heimat-Wörter, wie es auch Heimat-Zeitformen gibt, und die typische Heimat-ZEitform in dieser GEgend ist immer das Plusquamperfekt gewesen. DA WAR ICH DRINNE GEWESEN.KANNZE VERGESSEN." (S. 173).
Frank Goosen gelingt es hier ausgezeichnet, dieses Lebensgefühl prägnant in Szene zu setzen und in kleinen Miniaturskizzen bei der Leserschaft Aha-Erlebnisse hervorzurufen nach dem Motto "Jenau, datt un soo iss ess!".
Ungewöhnlich ist hier der Rahmen des Romans, der sich rund um das Wochenende bewegt, als es eine Sperrung der A 40 im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 gegeben hat und ein kulturelles Großereignis Land und Leute zusammengebracht hat.
Und dies ist vielleicht die Finesse von Frank Goosen: Er porträtiert hier eine Hauptfigur nicht so sehr durch die eigene Darstellung, sondern durch das Drumherum an Menschen in deren Bezügen zu ihm. Und so passt auch Goosens Zitat auf dem eingelegten Lesezeichen: "Woanders weiß er selber, wer er ist, hier wissen es die anderen. Das ist Heimat."
"Sommerfest" ist ein gelungenes Geschenk, ein fabelhaftes Porträt eines deutschen Landstrich-Balkens und ein wunderbares Stück Heimat für alle, die aus Nordrhein-Westfalen weggezogen sind und am Fest für jeden "innerdeutschen Migrationshintergründigen" teilnehmen wollen, den die Sehnsucht immer wieder packt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Manchmal sieht man die Dinge klarer, wenn man etwas Abstand gewonnen hat.", 2. März 2012
Von 
Regina Berger "Gina" (Rottach-Egern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Sommerfest: Roman (Gebundene Ausgabe)
Frank Goosen bringt in seinem neuen Roman >Sommerfest< das Ruhrgebiet so liebevoll "rübber", dass man als Auswärtiger Fernweh bekommt nach dem Landstrich der Eigenarten, der inzwischen Weltkulturerbe geworden ist.

"Du bist doch immer mehr so ein Ruhigen gewesen." meint Omma Luise über Stefan Zöllner, der vor Jahren "in den Sack gehauen" hat, von Bochum nach München gezogen ist, und der begrenzten Engstirnigkeit entflohen ist. Als sein Onkel Hermann stirbt, der seit dem Tod der Eltern im Elternhaus von Stefan gelebt hat, muss Stefan zurück ins Ruhrgebiet, um das Bergarbeiterreihenhaus zu verkaufen. Was ihn erwartet ist ein Heimatwochenende im Pott bei Bier und Sprüchen, Fußballkumpels und jeder Menge Erinnerungen. Teils wehmütig wird dabei die Vergangenheit verklärt, umgeben von Geschichten aus Kindheit und Jugend, die schon lange auserzählt sind.

Witziges und Trauriges liegt darunter, wenn der Autor und Kabarettist Frank Goosen auf seiner Tour-de-Ruhr Klischees bedient, ohne sich darüber lustig zu machen. Sein Unterton sorgt dabei stets für gute Laune, seine Ironie ist niemals beißend, sondern schlichtweg witzig. "Schützenswerte, bedrohte" Heimatwörter (Schampong, Restorang), Heimatgedöns und nicht zu vergessen die astreinen Typen machen den Charme des Ruhrgebietes aus. Und eben die Geschichten. "Storys, ehrlich, wo du hinguckst." meint Toto, der Kumpel aus Jugendtagen, "die liegen praktisch auf der Straße, die musst du nur aufheben." Als Stefan schließlich seiner Sandkastenfreundin und Jugendliebe Charlie begegnet, wird ihm klar, das er hier ist, hier in seiner alten Heimat, "um sein Leben zu riskieren".

Das Buch ploppt beim Lesen wie der Verschluss der Bierflasche auf dem Cover. Spritzig erfrischend wie ein kaltes Bier an einem heißen Tag auf einem Sommerfest. Der Roman ist nicht nur für all jene, deren Herz für`s Ruhrgebiet schlägt eine klare Leseempfehlung. Denn wer den Pott bislang nicht lieben gelernt hat, wird es nach dieser Lektüre tun. "Echt jetzt?", ja ... "Echt jetzt!"
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mittendrin, statt nur dabei, 13. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Sommerfest: Roman (Gebundene Ausgabe)
Bisher kannte ich von Frank Goosen nur Bücher, in welchen zahlreiche Anekdoten aneinandergereiht, bzw. in kleine Geschichten verpackt wurden. Mit diesem Buch hat er nun seinen ersten Roman veröffentlicht.
Es ist eine Geschichte über den Heimkehrer Stefan, der nur schnell ein Haus verkaufen und eigentlich sofort wieder weg will, den dann aber die Vergangenheit auf mehrfache Art und Weise einholt. Manchen Menschen begegnet man gewollt oder ungewollt mindestens zweimal im Leben..... Und er denkt nach - über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und lässt den Leser daran teilhaben.
Wie man es erwarten würde, findet man hier eine Geschichte mit durchgängigem roten Faden vor, aber trotzdem hat es der Autor geschafft, auch diesem Roman seinen unverkennbaren Stempel aufzudrücken. Köstlich derber "Ruhrpott-Slang" geht hier einher mit sentimentalen Erinnerungen der Protagonisten. "Früher war eh alles besser...", wer kennt diesen Spruch nicht.
Wenn ich mir Rückblickend die Haupt- und Nebencharaktere ins Gedächtnis rufe, so wirken sie immer noch nach. Alle zeigen eine beeindruckende Präsenz, egal wie klein ihre Rolle im Roman selber sein mag. Als "Nicht-Ruhri" könnte man den Anschein haben, dass hier doch recht tief in die Klischeekiste gegriffen wurde, doch dem ist nur zum Teil so. Sicherlich werden einige diese Typen seltener, doch es gibt sie noch in ausreichender Zahl, man muss nur genau hinschauen. Genau das hat F. Goosen, wie nicht anders erwartet, getan und daraus sehr plastische, authentische Figuren geschaffen.
Abgesehen von den facettenreichen Charakteren, lebt die Geschichte auch von dem wunderbaren Lokalkolorit, welches sich u.a. in der guten Umgebungsbeschreibung und in der schon erwähnten
Heimatsprache widerspiegelt. Wörter und Kurzsätze wie "knorke", "Pafföng", "Ach geh mir weg..." verbreiten einfach einen gewissen Charme, dem man sich nicht entziehen kann. Und unausweichlich gehört natürlich auch das Thema Fußball dazu.
"Toto, du Arschgeige", ruft Diddi, "was läufst du hier am heiligen Samstag auf und störst die Totenruhe?" "Wieso heiliger Samstag? Spielt Borussia?" (Seite 98)
Abgerundet wird der Roman durch eine verflossene Liebe, die aber scheinbar nie wirklich verflossen war. Hier, und das ist mein einziger, klitzekleiner Kritikpunkt, stellt sich Stefan wirklich wie ein Weichei an, und schleicht um die Jugendliebe herum, wie die Katze um den heißen Brei. Aber gut, auch das gibt es.... und macht weder ihn, noch die Geschichte unsympathischer. Im Gegenteil...

Abschließend kann ich sagen, dass "Sommerfest" locker-leichten Lesegenuss bietet. Es ist ein Roman, in dem man mittendrin, statt nur dabei ist. Für (Ex-)Ruhris und Goosen-Fans ein "musse-lesen" und für alle Anderen eine Empfehlung. Ich war begeistert !
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Astreiner Roman über die Leute in der Heimat, 18. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Sommerfest: Roman (Gebundene Ausgabe)
Zunächst einmal muss ich das sehr gelungene Cover loben, denn was ist schon ein Sommerfest ohne Flaschenbier? Ebenfalls positiv ins Auge fiel mir gleich das passende Lesezeichen, welches es zu dem Buch dazu gibt, so etwas mag ich sehr gern.

Stefan muss unfreiwillig für 2 Tage in seine alte Heimat Bochum zurück, um sein Elternhaus zu verkaufen. Vor dem Verkauf graut es ihm eher weniger, viel mehr vor der Rückkehr in die Heimat, denn hier gilt "Woanders weiß er selber, wer er ist, aber hier wissen es die anderen. Das ist Heimat." Und so kommt es natürlich auch, dass er nicht nur Omma Luise und den Makler trifft, sondern jede Menge anderer Urgestalten aus seiner Vergangenheit. Da wären die Kleinkriminellen Tito und Diggo, der bodenständige Frank und seine wunderschöne Frau Karin sowie andere alte und neue Freunde. Und dann gibt es ja noch Charlie, die ihm seit seinem Weggang vor 10 Jahren nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist. Das Fest auf der gesperrten A40 bringt das Fass dann zum überlaufen.

Wir begleiten Stefan dabei, wie er seine alte Heimat mit anderen Augen sieht und vielleicht war ja doch nicht alles schlecht. Und was ist schon München?

Der Schreibstil von Herrn Goosen ist einfach nur fesselnd und mit jeder Menge toller Worte, die wir öfter mal benutzen sollten (wie astrein beispielsweise) und Sprichwörtern jeder Couleur gespickt. Goosen schafft es einfach, dass der Leser sich in seinem Roman zu Hause fühlt. Wirklich jeden Charakter in dem Buch muss man auf eine bestimmte Art und Weise einfach mögen.

Fazit: Tolles Buch über die Heimat an sich und nicht nur etwas für Ruhrpottpflanzen, denn eigentlich ist Heimat überall für jeden gleich und man vermisst sie erst, wenn man nicht mehr da ist. So ein Buch brauchen wir, deshalb bitte unbedingt lesen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Warmherzige Rückkehrergeschichte, 14. März 2012
Von 
Nordlicht (Schleswig-Holstein) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Sommerfest: Roman (Gebundene Ausgabe)
Auch "Sommerfest" ist eine Reise in den Pott - nach Essen, Dortmund, Bochum. Und wieder trifft man die üblichen Vertreter der lokalen Volksseele - den Versager, den Proll, die Omma, den Malocher und den einen, der all das hinter sich ließ und in die weite Welt hinaus ging.

Letzterer ist Stefan und damit Hauptperson der Geschichte. Der Tod eines Onkels bringt ihn für ein Wochenende zurück in die Heimat und konfrontiert den mehr oder weniger gescheiterten Theaterschauspieler mit seiner Jugendliebe und seinem alten Freundeskreis, der sich zwar kaum weiterentwickelt, aber doch verändert hat. Und obwohl er versucht, Distanz zwischen sich und seinem früheren Leben zu bringen, schlittert er Stück für Stück in den ruhrpöttlerischen Alltag hinein, kämpft gegen das Gefühl von "sich heimisch fühlen" an und verstrickt sich in Gefühlschaos und Zukunftängsten.

Das Buch ist ein typischer Goosen, mit einigen Ausflügen zu Songtexten der 70er Jahre, viel Lokalkolorit und jeder Menge warmherzigen Humors. Allerdings wirkt der Autor distanzierter als in "Klassentreffen" oder "Prokorny Lacht", als wenn er sich dieses mal weniger in seinen Protagonisten hineinversetzen konnte. Die einzelnen Personen bleiben teilweise eindimensional und manches mal wirkt die Geschichte selbst nur wenig zielstrebig, ja nahezu ohne roten Faden.
"Sommerfest" ist aber immer noch ein gutes Buch, dass man nur ungern aus der Hand legt und letztlich zufrieden ins Regal stellt. Nur ist es halt nicht Frank Goosens bestes Werk geworden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebeserklärung an den Pott...., 25. Juli 2012
Von 
Christof Bente "cbente" (Sprockhövel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Sommerfest: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Sommerfest" ist eins von den Büchern, die man nicht wieder aus der Hand legt, sondern am Liebsten sofort bis zum Schluß lesen will.
Permanent lauert an der einen oder anderen Ecke eine Anekdote, die genau so sein muss und garantiert auch genau so irgendwann und irgendwo, ob in Bochum oder Dortmund, Essen oder Gelsenkirchen, genau so passiert ist.
Wunderbar verpackt Frank Goosen vieles von dem, was das Ruhrgebiet ausmacht, in eine nette Erzählung (inklusive Love-Story).
Zum einen sentimentale Momente, dann mal wieder urkomische Situationen und immer diese Nähe zur realen Lebenssituation, das sind die Punkte, die "Sommerfest" für mich absolut lesenswert machen.
Ein wenig mehr Handlung insgesamt und nicht ganz so ruppige Übergänge an der ein oder anderen Stelle hätten dem Buch nicht geschadet, aber ganz ehrlich ist das auch fast egal, so gut wie es ist.

Ich weiß nicht was ein Bayer oder ein Hesse denkt, wenn er dieses Buch liest, aber ich als Ruhrpott-Kind kann gar nicht anders als es jedem aus der Region zu empfehlen!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen NRW-Blues, 17. Mai 2012
Von 
zueribueb (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Sommerfest: Roman (Gebundene Ausgabe)
Stefan, Schauspieler in München, muss zurück nach Bochum, um das Haus seiner Eltern zu verkaufen. Also zurück zu seinen Wurzeln. Dabei trifft er auf viele alte Bekannte aus seiner Vergangenheit, insbesondere seine alte Flamme Charlie, seine grosse und wahre Liebe.
Frank Goosens Roman "Sommerfest" ist eine grosse Liebeserklärung an den Ruhrpott, an die Leute und das dortige Leben. Die Personen werden dabei äusserst liebenswert beschrieben. Leider ist die Geschichte etwas geschwätzig und langatmig. Dabei kommt leider die sonst tolle Liebesgeschichte etwas zu kurz.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sommerfest, 4. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Sommerfest: Roman (Kindle Edition)
Sommerfest- Frank Goosen
„Woanders weiß er selber, wer er ist, hier wissen es die anderen. Das ist Heimat.“

Wie ist es, wenn man nach zehn Jahren das erste Mal wieder zurück in die Heimat kommt und in seine Vergangenheit zurück geworfen wird? Stefan lebt seit vielen Jahren als Theaterschauspieler in München und hat sich dort ein neues Leben aufgebaut. Nun muss er zurück nach Bochum, um das Haus seiner Eltern einem Makler zu überlassen. Im Gegensatz zum Makler trifft er aber nur alte Bekannte, Freunde, seine Omma und vor allem Charlie. Im Laufe der zwei Tage werden alte Geschichten ausgepackt und die Vergangenheit holt ihn, umgeben von Schrebergärten und Autobahnfesten, ein. Heimat ist etwas, das bleibt und verändert sich nicht, das merkt auch Stefan auf seinem etwas anderen „Roadtrip“ durch den Pott.

Dieser sommerliche Roman hat mich richtig begeistert, weil er fröhlich und locker geschrieben ist. Zudem muss man durchgängig schmunzeln und lächeln, was zum einen am Humor der Protagonisten und zum anderen an der Wortwahl liegt, die oftmals an den „Pott“ angepasst wurde. Ich selber habe mit dem Ruhrgebiet nichts zu tun, habe mich aber trotzdem unterhalten gefühlt und habe diesen Teil Deutschlands auf eine angenehme Weise kennen gelernt. Man fühlt sich nach ein paar Seiten, als wäre man selber an Ort und Stelle. Auch die einzelnen Personen kann man sich sehr gut vorstellen, auch wenn man ab und zu mit den Namen etwas durcheinander kommt. Das einzige was mich gestört hat, war das relativ offene Ende und die Entscheidungsschwierigkeit von Stefan.
Ansonsten ist das Buch das Richtige für alle, die Lust auf leichte Lektüre ohne riesige Handlung haben und sich den Nachmittag auf dem Balkon versüßen wollen. Außerdem lernt man ggf. auch mal eine andere Ecke Deutschlands kennen 
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mal wieder über den Durst trinken, 1. Juli 2013
Von 
Carla - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Sommerfest: Roman (Gebundene Ausgabe)
Immer wieder musste ich laut auflachen. Der Roman ist köstlich, in einer zeitgemäßen Sprache geschrieben, durchsetzt von Jugendslang und typischen Wendungen aus dem Ruhrpott. Gerade auf die Münchner sind die eingefleischten Kumpel nicht gut zu sprechen. Immer wieder fallen bissige Kommentare, was ich als Bayerin sehr vergnüglich fand. Es ist doch schön, die Dinge einmal aus anderer Perspektive zu betrachten.

Stefan, der als erfolgloser Schauspieler in München lebt, macht Heimaturlaub im Ruhrgebiet. Er muss sein Elternhaus verkaufen. Das will er schnell abwickeln und dabei möglichst niemandem begegnen. Doch das lässt sich schwer realisieren, wenn schon beim Brötchenholen die alten Bekannten über den Weg laufen. Schon ist er mitten drin in den alten und neuen Geschichten, hilft als Möbelpacker, wird auf Feten mitgeschleppt, kurvt mit anderen betrunken durch die Stadt, beobachtet die Jugend des Heimatvereins auf dem Fußballfeld und begleitet seine Großmutter zum kulturellen Großereignis schlechthin: auf die gesperrte Autobahn, die für ein Wochenende zur Würstchenmeile umfunktioniert ist. Und überall trifft er auf Charlie, seine Sandkastenliebe.

Es wird durchwegs viel getrunken und mit Stefan tauchen wir in die Freiheitsgefühle unserer Jugendjahre ein. Sie sind aber durchsetzt von einigen Fragezeichen, die sich eben nun im Abstand von doch zwanzig Jahren aufgetan haben. Stefan wird von der Denkweise und Lebensart seiner Heimatfreunde aufgesogen und überwältigt. Und trotz aller Widerstände, die ihn ursprünglich nach München auswandern ließen, muss er sich eingestehen, dass sich die Dinge doch nur hier richtig anfühlen. Eine nachvollziehbare Empfindung, auch für eine Bayerin wie mich, der es doch südlich des Weißwurstäquators nicht anders geht.
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Sommerfest: Roman
Sommerfest: Roman von Frank Goosen (Gebundene Ausgabe - 16. Februar 2012)
EUR 19,99
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