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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einmaliger und hochwertiger Ausschnitt aus dem künstlerischen Vermächtnis eines Künstlers der viel zu früh..., 28. Dezember 2012
Von 
Retro Kinski - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Deutscher Pavillon: 54. Bienalle Venedig 2011: 54. Biennale Venedig 2011 (Gebundene Ausgabe)
Die Münchner Kunsthistorikerin und Direktorin des MMK in Frankfurt konnte vom Auswärtigen Amt als Kommissarin für den deutschen Pavillon 2011 gewonnen werden. Als Künstler wurde Christoph Schlingensief gewählt über den nicht mehr viel gesagt werden muss. Oder vielleicht doch und jetzt erst recht wieder? Jedenfalls hat Schlingensief am Pavillon bis zu seinem Tod am 21. August 2010 gearbeitet. Die Eröffnung erfolgte dann am 1 Juni 2011 und somit konnte er diese nicht mehr erleben. Von der Ausgestaltung abgesehen, hätte er durch seine Präsenz und seinen bekannten impulsiven und oft fortwährenden Diskurs sicherlich noch neue zusätzliche Aspekte setzen können.

Dies sollte auch nach seiner eigenen Auskunft nicht als "Bühne für eine künstlerische Selbstinszenierung verstanden werden". In Anlehnung an seine Projekte der letzten Jahre und seiner Krankheitstrilogie (Der Zwischenstand der Dinge, Mea Culpa, Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir) wollte er den Deutsche Pavillon in ein "großes Wellnesscenter Afrika" verwandeln. Es wurde später auch "Deutsches Zentrum für Wellness und Vorsorge" genannt und es sollte mit Bild und Ton eine sehr komplexe Ausgestaltung und Reflexion insbesondere der Themen Nationalismus, Armut und Rassismus erfolgen. Doch nach seinem Tod erschien es unmöglich, dieses Projekt ohne ihn zu realisieren.

Durch die Hilfe seiner Frau und vielen Freunden und Vertrauten entstand dann doch noch eine Ausstellung über ihn mit den Schwerpunkten "Umgang mit der eigenen Krankheit", "Kino und Film" und "Operndorf in Afrika". Ich bin recht sicher, dass Schlingensief den Schwerpunkt auf SEIN künstlerisches Schaffen nicht so in den Mittelpunkt gestellt hätte, aber für die Nachwelt kann man froh sein. Das großformatige Buch in der hochwertigen und opulenten Gestaltung gibt also nun diese Schwerpunkt wieder. Es gibt sehr schöne Bilder und Texte zu "Kirche der Angst" und dem Operndorf. Einen relativ umfangreichen Bildteil findet sich bei seinem – meines Erachtens immer noch nicht ausreichend gewürdigten – Filmen wieder. Auch dort gibt es ein Wiedersehen mit vielen Bekannten und seiner Schauspielercrew wie Kier, Edel, Bredehöft, Kuhlbrodt, Kern, Natividad uvm, und auch Bilder, die ich so noch nicht gesehen habe.

Die Autoren des Buches mit den ein- bis mehrseitigen Widmungen, Bildern und Interviews sind unter anderem künstlerische Weggefährten, Freunde, Kulturgrößen und Politiker. Die für mich wichtigsten und relevanten (subjektive Auswahl) sind Frank Castorf, Diedrich Diederichsen, Irm Hermann, Elfriede Jelinek, Schorsch Kamerun, Alexander Kluge, Dietrich Kuhlbrodt, Aino Laberenz, Michaela Melian/Thomas Meinecke (FSK), Charlotte Roche, Georg Sesslen, Frank-Walter Steinmeier, Antje Vollmer.

Auch wenn es bei weitem nicht das Gesamtwerk Schlingensiefs abdeckt, gesellt sich somit "Deutscher Pavillon: 54. Biennale Venedig 2011: Schlingensief" als eine Art Werksvermächtnis dar, welches eine schöne Ergänzung zu dem jüngst erschienenen autobiografischen Buch ICH WEIß, ICH WAR’S von seiner Frau Aino Laberenz bietet. Schlingensief Verehrer müssen aufgrund der guten Texte und hochwertigen Aufmachung sowieso zugreifen. Das Buch gliedert sich in folgende Hauptabschnitte die ich durch relevante Unterabschnitte selbst ergänzt habe. Ich habe auf eine vollständige Auflistung aller Autoren verzichtet, da dies unübersichtlich würde:

Grusswort – Elke aus dem Moore
Vorwort – Susanne Gaensheimer
Abbildungen zu
- Die Kirche der Angst vor dem Fremden in mir
- Filmprogramm (MENÜ TOTAL bis UNITED TRASH)
- Operndorf Remdoogo
- Via Intolleranza II
- 34 Autorenbeiträge

5/5 Sternen
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen respekt- und würdevolle Hommage, 5. Juni 2011
Von 
Detlef Rüsch "detlefruesch" (Landshut, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Deutscher Pavillon: 54. Bienalle Venedig 2011: 54. Biennale Venedig 2011 (Gebundene Ausgabe)
Dieser Band ist eine Hommage an Christoph Schlingensief und sein außergewöhnliches Werk. In qualitativ hochwertiger Weise wird hier der am 21. August 2010 verstorbene Künstler mit einem fulminanten Sammelband mit über 30 ganz unterschiedlichen Beiträgen von Kollegen, Freunden und Weggefährten geehrt. Der Herausgeberin Susanne Gänsheimer ist es gelungen, das Gesamtkunstwerk "Christoph Schlingensief" in all seinem Facettenreichtum darzustellen bzw. darstellen zu lassen. Mal stehen SchlingensiefŽs Dialoge im Vordergrund, mal seine Filme, Fotos und Iszenierungen. Und natürlich sein Afrika-Opernprojekt. So baut sich rund um den Deutschen Pavillon 2011 der 54. Internationalen Kunstausstellung La Biennale di Venezia, den Christoph Schlingensief gestalten sollte und wollte, aber nicht mehr realisieren konnte, eine besondere Welt auf: die Schlingensief-Welt, in der Extremes, Humorvolles und Unglaubliches gleichermaßen Platz hatte. Der Deutsche Pavillon wird nun nicht mehr die Gestaltung an sich von Schlingensief selbst annehmen, sondern seine Werke und Projekte unterschiedlich darstellen. Dieser Band wird diese gestaltete Kunst einzigartig ergänzen. Dabei unterstützen nicht nur die Texte, sondern vor allem die diversen Bilddokumente das einzigartige Vorhaben.
Das durchgehende Schriftzuggestaltungselement (das im Vor- und Nachsatzblatt ebenso zu finden ist wie auch im Klappumschlag sowie bei den einzelnen Buchabschnitten) wird dabei einzigartig aufgegriffen und verbindet so Schlingensief und den Deutschen Pavillon. Eine respekt- und würdevolle Ehrung für einen einzigartigen Künstler!
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Deutscher Pavillon: 54. Bienalle Venedig 2011: 54. Biennale Venedig 2011
Deutscher Pavillon: 54. Bienalle Venedig 2011: 54. Biennale Venedig 2011 von Christoph Schlingensief (Gebundene Ausgabe - 1. Juni 2011)
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