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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen die 30er Jahre in Berlin hautnah
Eine Einbruchserie erschüttert Berlin. Mehrere Nobelkaufhäuser werden ausgeraubt, beim letzten Coup im KaDeWe stirbt Benny, einer der Täter. Alex, die mit Benny zusammen "arbeitete" und seinen unfreiwilligen Todessturz mit ansehen muss, schwört Rache.

Ein jüdischer Gangster aus den USA reist nach Berlin und Kommissar Gereon Rath wird...
Veröffentlicht am 30. September 2010 von DarkSummer

versus
3.0 von 5 Sternen goldstein
habe die 3 letzten bücher gelesen und warte auf den nächsten band. als berliner mit Ortskenntnis verfolgt man das geschehen mit.
Vor 17 Monaten von Gunter Drewitz veröffentlicht


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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen die 30er Jahre in Berlin hautnah, 30. September 2010
Eine Einbruchserie erschüttert Berlin. Mehrere Nobelkaufhäuser werden ausgeraubt, beim letzten Coup im KaDeWe stirbt Benny, einer der Täter. Alex, die mit Benny zusammen "arbeitete" und seinen unfreiwilligen Todessturz mit ansehen muss, schwört Rache.

Ein jüdischer Gangster aus den USA reist nach Berlin und Kommissar Gereon Rath wird mit seiner Observation beauftragt. Mehrere Morde geschehen, die das berufliche und private Leben von Gereon ganz schön durcheinander bringen....

"Goldstein" hat mich besonders fasziniert und interessiert, da ich eine lange Zeit in Berlin gelebt habe. Ich konnte mit dem Roman bzw. seinen Protagonisten in eine völlig andere Welt eintauchen, die Welt Berlins in den 30er Jahren. Sehr anschaulich wird das Leben geschildert, wie es sich damals zutrug, was nicht zuletzt an den etwas antiquierten Begriffen aus der damaligen Zeit liegt. Der Begriff "Schupo" lebt wieder auf, einige Begriffe musste ich tatsächlich nachschlagen, unter einem "Ringverein" konnte ich mir nichts vorstellen, auch der Begriff "Schränker" war mir nicht geläufig.

Volker Kutscher gelingt es, seine Protagonisten lebensnah und sympathisch erscheinen zu lassen, nichts wirkt konstruiert sondern sehr natürlich. Der Schreibstil liest sich flüssig und spannend. Vielleicht wäre es gut, die beiden ersten Teile gelesen zu haben um mehr Hintergrundwissen zu bekommen, ich habe eine Zeitlang gebraucht, bis ich die verschiedenen Personen zuordnen konnte. Letztendlich fügen sich alle Handlungsstränge zu einem spannenden Finale.

Mein Fazit: "Goldstein" ist ein wirklich lesenswerter spannender Milieu-Krimi mit viel Charme, Spannung und einem sehr sympathischen menschlichen Protagonisten. Unbedingt lesen!!
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Polizei: Dein Freund und Helfer, 24. September 2010
Mit diesem Wahlspruch sollte das Image der Schutzpolizei in der Weimarer Republik für Bevölkerungsnähe werben. Und genau in diesem Sinne versuchen die Protagonisten des historischen Berlinkrimis von Volker Kutscher, Charlotte Ritter und Gereon Rath, mit Menschlichkeit und polizeilichem Sachverstand einen vielschichtigen Fall zu klären. Doch das ist nicht so einfach in politisch unruhigen Zeiten und bringt die Verlobten in einige gefährliche Situationen. Die Grenzen zwischen Gut und Böse beginnen zu verschwimmen, die preußischen Polizisten werden vom aufkommenden Nationalsozialismus beeinflusst und müssen sich politisch positionieren.

Alles beginnt mit einem Einbruch zweier Jugendlicher in das Kadewe. Alex und Benny werden auf der Flucht gestellt und die fassungslose Alex muss mit ansehen, wie ihr Freund Benny von einem Polizisten vom Fenstersims gestürzt wird. Der Hehler, dem sie ihr Diebesgut verkauft, wird ebenfalls ermordet und nun beginnt eine Reihe von Morden, die scheinbar nicht miteinander in Verbindung stehen. Erst durch die hartnäckigen Ermittlungen von Gereon zeigt sich eine Spur, die nicht wie erwartet zu den konkurrierenden Ringvereinen Berolina und Nordpiraten führt, sondern direkt in das Polizeipräsidium. Darin verwickelt ist der amerikanische Jude Abraham Goldstein, der in den Staaten kein unbeschriebenes Blatt ist und deswegen von Gereon beschattet wird. Aber auch dieser Verdacht ist nur der Anfang einer Reihe von ermittlungstechnischen Umwegen, die letztendlich eine Verbindung zu Kollegen und Vorgesetzten von Gereon Rath herstellen und zur Aufklärung einer umfassenden Verschwörung führen.

Wieder einmal ist dem Autoren ein überzeugender und hervorragend recherchierter historischer Kriminalroman gelungen, der auch Leser begeistern wird, die das Ermittler Duo noch nicht aus den vorausgegangenen Romanen "Der nasse Fisch" und "Der stumme Tod" kennen.
Die Zeit der Weimarer Republik wird für den Leser mit allen Sinnen spürbar und die politische Bedrohung der Demokratie greifbar. Der Leser empfindet mit den Handelnden, wie schleichend der Arier Irrsinn im Alltag Fuß fasst und wie Judenhass und sozialer Neid salonfähig werden. Die Beeinflussbarkeit der Menschen, ihre niedrigen Beweggründe und das gnadenlos verdrehte Rechtsempfinden der verbotenen SA wird auf erschreckende Weise deutlich. Der Rechtsstaat beginnt, sich in einen Unrechtsstaat zu verwandeln, und das ist das herausragende Thema, das Volker Kutscher bereits in seinen vorangehenden Krimis erfolgreich thematisiert hat. Neben einer fesselnden Krimi-Handlung wird er so seinem Anspruch gerecht, "stets ein Historiker zu bleiben" (taz Interview 4.9.2009).
Er verfolgt auf diese Weise die Frage weiter, die ihn schon immer beschäftigt hat: "Wie war es möglich, dass eine Republik mit vielen modernen Ansätzen sich in eine Diktatur verwandelt?"(ebd.)
Hinweise auf seine Quellen findet der interessierte Leser auf der Homepage des Verlages. Sie werden dort vom Autoren ganz im Sinne des wissenschaftlichen Vorgehens zugänglich gemacht und belegen die realistische Darstellung der damaligen Zeit in seinen Romanen.
Voker Kutscher bringt den Lesern eine vergangene "moderne" Zeit näher, die erschreckende Parallelen zur heutigen Zeit aufweist und seine Bücher deswegen umso lesenswerter macht.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Räuber und Gendarme, 23. September 2010
Von 
Hamlet - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Endlich ist er da, der lange erwartete dritte Band der Reihe um Gereon Rath, den Kommissar, der im Berlin der 30er Jahre ermittelt. Nach "Der nasse Fisch" und "Der stumme Tod" nimmt uns Volker Kutscher wieder mit auf eine Zeitreise, die die damaligen Zustände im "Miljöh" meines Erachtens sehr realistisch wiedergeben. Das Buch ist nicht nur ein spannender Krimi, sondern auch in gewissem Maße ein Dokument, das diese politisch unruhige Zeit vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten auf unterhaltsame Weise anschaulich macht.

Und eines kann man Volker Kutscher nun wahrlich nicht nachsagen: Er hält sich nicht lange mit Vorgeplänkel auf, sondern lässt den Leser sogleich mitten in das Geschehen eintauchen. Da gibt es Kleinkriminelle, jüdische Auftragskiller aus Amerika, korrupte Polizisten, Faschisten, Juden...

Aus all diesen "Zutaten" mixt Kutscher sehr gekonnt ein Buch, das sich einerseits zügig herunterlesen lässt, andererseits aber auch immer wieder zum Nachdenken über die damalige Zustände animiert.

Jeder politisch halbwegs interessierte Leser kommt nicht umhin, Parallelen zur heutigen gesellschaftlichen Situation, speziell in Deutschland, zu entdecken. Ich hatte jedenfalls immer wieder solche 'Aha-Momente' bei der Lektüre, diese tollen, spannenden Krimis, der sich wohltuend von dem üblichen Serienmörder-Einerlei vieler aktueller Publikationen dieses Genres abhebt.

Deshalb: Von mir volle Punktzahl für Volker Kutschers "Goldstein"!!!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungener Ausflug ins Verbrechermilieu der 30er!, 5. Oktober 2010
Diese Neuerscheinung, der neue Kriminalroman des Kölners Volker Kutscher Goldstein", ist mehr als gelungen! Es handelt sich hierbei bereits um das dritte Werk um seine Hauptfigur Kommissar Gereon Rath, der im Berlin der 30er-Jahre ermittelt. Fall eins und zwei waren Der nasse Fisch" und Der stumme Tod". Auch ohne diese beiden Vorgänger bisher gelesen zu haben, konnte ich der Handlung gut folgen. Natürlich haben einige der Charakteren und Beziehungen sich aus der Reihe heraus entwickelt und es werden auch öfters Bezüge zu vorherige Fälle und Vorkommen genommen, aber dies ist nicht störend und eher ein großer Anreiz für mich diese Bände auch bald zu lesen.
In diesem Band unterstützt Rath das FBI, in dem er sich an die Fersen eines amerikanischen Gangsters heftet. Abe Goldstein der in den USA bereits gesucht wird treibt nun nämlich auch in Berlin sein Unwesen. Spannend wird es, als im KaDeWe Raubzüge beginnen, bei denen es auch um Leben und Tod geht.
Die Leute, Schauplätze und Stimmungen sind wirklich sehr gut beschrieben, so dass man sich mühelos in das Geschehen hineinversetzen kann. Auch wenn zum Beispiel das Verhältnis von Alex und Benny eigentlich nur kurz umrissen wird und er direkt zu Buchbeginn verunglückt", hat man sehr schnell ein Gespür über die enge Bindung der beiden, die später immer wieder aufgegriffen wird und dessen Tod in diesem Buch noch eine zentrale Rolle spielen soll. Sehr gut gefiel mir unter anderem auch noch die Figur der Charly, Charlotte Richter - Gereons Freundin, die auch immer wieder beruflich seine Wege kreuzt. Spannend ist natürlich auch die Handlung selbst und wie sich das Gangstermilieu von Berlin und den USA vermischen. Durch die anschaulichen Schilderungen fühlt man sich zurückversetzt in das Berlin der 30er Jahre: authentisches Stadtbild, Arbeitslosigkeit und nicht zuletzt natürlich die politische Lage. Alles teils sehr bedrückend, wie zum Beispiel, wenn beschrieben wird, wie die jüdische Bevölkerung von SA-Mitgliedern drangsaliert wird.... Zu letzt auch noch ein Lob für die gelungene Covergestaltung, die sehr gut zu dem gelesenen passt. Alles in allem also ein Werk, dass ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann und das hervorragende und kurzweilige Unterhaltung bietet.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichtsunterricht in der spannendsten Form!, 28. April 2011
Endlich hatte ich Zeit, mich an das Buch Goldstein von Volker Kutscher zu machen, und meine immer größere Vorfreude und Neugier wurde nicht enttäuscht. Ein ganz ausgezeichnet geschriebenes Buch, das durchwegs spannend bleibt, viele Hintergrundinformationen bietet, interessante Personen mit Vielschichtigkeit und Tiefe beschreibt.

Ganz klasse fand ich gleich den Beginn des Buches mit der Verfolgungsjagd im Kaufhaus, die sich die beiden Jugendlichen mit der Polizei liefern. Der Junge wird dabei von der Polizei getötet, alles sehr atemraubend beschrieben. Im Gegenzug dazu wirft gleich im Anschluss das Thema Goldstein Fragen auf, ein ganz anderer Handlungsstrang, mit dem man auf den ersten Moment nicht so recht was anzufangen weiß. Dazu Kommissar Rath, der zu dessen Beschattung abgestellt wird.

Irgendwann treffen die beiden Handlungsstränge natürlich aufeinander, allerdings wäre es für den neugierigen Leser zu viel verraten, hier weitere Details Preis zu geben. Anfangs findet man so gar keine rechten Zusammenhänge und muss sich immer wieder Gedanken über die bisherigen Informationen machen, bis sich auf einmal alles wie von selbst ergibt. Trotzdem ändern sich die Zusammenhänge immer wieder in verschiedene Richtungen und somit bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten, vor allem die letzten 100 Seiten bieten Nervenkitzel pur.

Große Themen in dem Buch sind hohe Arbeitslosigkeit, Nationalsozialismus, Judentum, Kommunismus - alles aktuell im Berlin 1932. Für mich sehr interessante Themen, die mich in die Geschichte Deutschlands einführen und mir Dinge verständlich machen, die damals im Geschichtsunterreicht für mich einfach noch unbedeutend waren, aber heute wissenswerte Informationen aus der Vergangenheit darstellen, die man nicht besser erhalten könnte als über einen so interessanten Krimi! Manchmal muss man sich nur die Frage stellen, ob technische Entwicklungen zu der Zeit der Geschichte wirklich schon so weit voran geschritten waren.

Ich konnte mich das ganze Buch über sehr gut in die Zeit zurück versetzen, vieles ist wie in einem alten schwarz-weiß-Film vor meinem geistigen Auge abgelaufen. Schon das Cover hatte mich von Anfang an sehr angesprochen und ich wurde das ganze Buch über nicht enttäuscht - ein tolles und auf alle Fälle sehr empfehlenswertes Leseerlebnis! Ich werde mir bei Gelegenheit auf alle Fälle auch die ersten beiden Teile zu Gemüte führen und bedanke mich für dieses tolle Leseerlebnis!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine kriminalistische Zeitreise, 23. September 2010
Das Cover zog mich magisch an und der Klappentext packte mich. Ein kurzes Zögern gab es bei dem Untertitel: Kriminalkommissar Raths dritter Fall. Muss ich die ersten beiden Fälle kennen, um auch alles verstehen zu können?
Schon nach einigen Seiten war mir klar, dass es nicht ein 08/15-Krimi von der Stange ist.
Die Handlung und der geschichtliche Rahmen haben eine Komplexität, die ihresgleichen sucht.
Es ist nicht die nette kleine Lektüre für zwischendurch. Toll!
Angefangen mit Alex, einer kleinkriminellen, berliner Straßengöre, deren Einbruch ins KaDeWe tragisch scheitert und die danach ständig um ihr Leben fürchten muss, über das Eintreffen des, vom Bureau of Investigantion angekündigten, amerikanischen Auftragskillers Abe Golstein, entwickelt sich eine sehr spannende und schwer zu durchschauende Kriminalgeschichte.

Der Autor erschafft eine dichte Atmosphäre in die ich eintauchen konnte. Ich sah den Tätern, den Opfern und den Kollegen von der Kriminalpolizei über die Schulter. Alleine diese Wechsel der Sichtweise sind etwas besonderes. Teilweise ist man bei dem Tatgeschehen dabei und weiß dadurch ein wenig mehr, als die Polizei. Dann wieder fährt man mit den Kollegen hinaus an einen Tatort und ermittelt mit, was genau geschehen ist. Nein - ich arbeite nicht bei der Polizei, aber irgendwie empfand ich das Geschilderte als so real, dass ich das Gefühl hatte ein Teil davon zu sein.
Manchmal war es ein schweres Stück Arbeit, die ganzen Tatgeschehen unter einen Hut zu bringen, da man nie wusste, welche Tat gehört zum Hauptgeschehen und welche nicht. Immer, wenn mein Kopf anfing zu qualmen, schloss ich mich Kriminalkommissar Rath an. Erst einmal eine rauchen und resümieren.
Die ganzen Charaktere sind greifbar real. Mit den einen bangt man mit (Alex), manche flössen einem Angst ein und einer ist einem einfach nur ein Rätsel: Goldstein!
Was macht dieser charismatische, amerikanische Auftragskiller in Berlin? Nur Urlaub? das glaubt wohl keiner. Hat er einen Auftrag von einem der verfeindeten Ringvereine? Kommt er mit einem Auftrag von seinen Leuten in Amerika?
Für alle, die meinen: Hier ist dem Autor wohl ein wenig die Fantasie durchgegangen. Es gab eine gut organisierte, jüdische Killerelite, die für das organisierte Verbrechen in Amerika tätig war. Einfach mal von Rich Cohen das Buch "Murder Inc." lesen oder im Internet nach den Brownsville Boys suchen!

Eines meiner persönlichen Highlights war ein Wiedererkennen. Als Kriminalrat Gennat zum ersten Mal auftaucht und sein Spitzname Buddha fiel kam es mir so vor, dass ich schon mal etwas über ihn gelesen hatte. Doch ich kam nicht drauf. Dann Seite 187 Das Mordauto.... Ich zögerte, guckte auf und grübelte. Mordauto... mhm... Mordauto.....DAS MORDAUTO!!! Fritz Lang "M - eine Stadt sucht einen Mörder" - Kriminalkommissar Lohmann - reales Vorbild: Kriminalrat Gennat - Mordauto - Wahnsinn!!!!! Von da an stand ich genau so respektvoll vor ihm, wie die Kriminalpolizisten und himmelte ihn ebenfalls an. Danke Herr Kutscher!
Für alle, die meinen Gedankengang nicht nachvollziehen können: Es ist nicht relevant, um dieses Buch lesen zu können, dass man weiß, wer Gennat war, aber es steigerte meinen Genuss des Buches ungemein. Ein Tipp: Internetsuche!!!

Ich hatte einen umfassenden Einblick in die Strukturen und die Arbeitsweise der Kriminalpolizei, im Berlin von 1931. Einer Zeit voller Umbrüchen und Wandel, einer Zeit der Unsicherheit in der die Gewalt eskaliert. Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Studentenunruhen, organisiertes Verbrechen, Antisemitismus und politische Ideen die nicht nur verbal gegeneinander Kämpfen. Misstrauen und Angst sind ständige Begleiter der Berliner.
Es ist die Vergangenheit und doch sind viele der Themen auch in unserer Zeit wieder sehr aktuell.

Farewell Goldstein! Du meintest Berlin ist eine verrückte Stadt und ich kann nur sagen:
Leider wird sie noch komplett den Verstand verlieren.
Hey - Rath, altes Schlitzohr! Ich werde jetzt erst einmal erkunden was du die letzten beiden Jahre so getrieben hast, grüß mir den Buddha und wer weiß, vielleicht sehen wir uns zukünftig noch einmal wieder.
Mich würde es sehr freuen!
Um die anfangs gestellte Frage zu beantworten: Nein, man muss die ersten beiden Fälle nicht kennen, um dieses Buch zu lesen. Ich hatte keine Probleme damit.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gewohnt spannend, 23. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Goldstein: Gereon Raths dritter Fall (Taschenbuch)
Im dritten Buch der Krimireihe um den Ermittler Gereon Rath befinden wir uns mittlerweile im Jahr 1931. Rath soll den amerikanischen Gangster Abraham Goldstein, Namensgeber dieses Buchs, observieren, um sicherzustellen, dass er bei seinem Aufenthalt keinen Mord begeht. Doch wie immer reicht das Rath natürlich nicht und er ermittelt noch in einigen anderen Fällen mit.
„Goldstein“ hat mir wie auch die beiden Vorgängerbücher sehr gut gefallen. Ein Krimi, der sich einerseits schnell weglesen lässt, andererseits aber alles andere als seicht ist. Die besondere Atmosphäre Berlins Anfang der 30er Jahre wird wieder gut eingefangen und die historischen Umstände sind, soweit ich das beurteilen kann, gut recherchiert. Der Fall bzw. die Fälle sind sehr spannend, auch wenn ich ein bisschen vor Herrn Rath bereits eine Idee hatte, wer der Täter sein könnte.
Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass sich der Protagonist so langsam doch ein wenig weiterentwickelt, denn das Schema seiner Ermittlungen ist mittlerweile bekannt. Wieder ist er der einsame Wolf, der lieber allein und gerne auch mal ohne Auftrag ermittelt. Wieder bringt er damit sich selbst und andere in Gefahr. Wieder ist das alles nicht so ganz legal. Auch das ewige hin und her zwischen ihm und Charly könnte so langsam mal ein Ende haben. Stattdessen hätte ich mir gewünscht, vielleicht etwas mehr über seine Kollegen zu erfahren. Reinhold Gräf zum Beispiel, den wir jetzt auch schon drei Bücher kennen, der aber immer noch etwas blass bleibt.
Ein Unterschied zu den Vorgängerbänden scheint für mich aber die Steigerung der Brutalität zu sein. Besonders eine Vergewaltigungsszene fand ich doch sehr plastisch geschildert.
Das Buch endet in einem großen Showdown, der mir gut gefallen hat. Leider bleiben einige Erzählstränge ungelöst und einige Charaktere verschwinden eher sang- und klanglos von der Bildfläche.
Insgesamt wurde ich trotzdem wieder sehr gut unterhalten, würde mir aber für den nächsten Band doch eine kleine Variation des bekannten Schemas wünschen. 4 von 5 Sternen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gereon Raths Dritter Fall, 18. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Goldstein: Gereon Raths dritter Fall (Taschenbuch)
Berlin 1931, Die Wirtschaftskrise verschärft sich, die Auseinandersetzungen zwischen SA und Rotfront werden gewaltätig unter den Ringvereinen tobt ein Machtkampf, und Gereon Rath bekommt den Auftrag, den US-Gangster "Abe" Goldstein zu beschatten. Wie präzise und komplex ist dieser atemberaubende Plot denn.......Zwei jugendliche Einbrecher werden im KaDeWe erwischt, verpfiffen! Einer von ihnen stürtzt in den Tod. Ihr Hehler wird brutal gefoltert und ermordet. Der rote Hugo, hohes Tier in der Unterwelt, verschwindet. Ein mutmaßlicher Killer aus New York zieht ins Hotel Excelsior und muss beschattet werden. Bei einer Arbeitslosendemonstration mitten in einer Kommunistengegend wird ein Oberwachtmeister erschossen, ein SA-Rottenführer des nachts unter mysteriösen Umständen erstochen. Ganz schön was los im preussischen Berlin Anfang der 30er Jahre. Und mitten drin der sture, graue Kommissar Gereon Rath. Spannend, aufregend, absolut lesenswert.
Volker Kutscher gelingt es meisterhaft, im Panorama einer zerrissenen Stadt auf dem Weg in den Faschismus Figuren zu zeichnen, die erstaunlich gegenwärtig anmuten und den Leser berühren. Kutschers Projekt, den Untergang der Weimarer Republik im Medium des Kriminalromans darzustellen ist ganz und gar schlüssig. Gleichzeitig entwickelt er eine atemberaubende Handlung, die von einem Höhepunkt zum nächsten drängt - Spannung pur!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Goldstein: Gereon Raths dritter Fall, 31. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Goldstein: Gereon Raths dritter Fall (Taschenbuch)
Nachdem ich bereits von den ersten beiden Fällen überzeugt war, kann ich nur sagen,
dass der dritte seine Vorgänger noch übertrifft. Am Vorabend der nationalsoziallistischen
Machtergreifung wird eindrücklich dargestellt, wie auch die Berliner Polizei bereits mit dem
braunen Virus infiziert ist. Spannend bis zur letzten Seite mit einigen Überraschungen, die aber
nicht konstruiert wirken. Ein Buch, das man nicht aus der Hand legt, bis man durch ist.

Hoffentlich folgen bald weitere Fälle.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mordaufklärung vor dem Hintergrund der vergiftenden Rassenhasspropaganda der Nazis, 10. Mai 2012
Von 
Willi Ratsak "Bücherwurm" (pfalzdorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Goldstein: Gereon Raths dritter Fall (Taschenbuch)
Reichshauptstadt Berlin Anfang der 30er des letzten Jahrhunderts. Eine Weltstadt. Wild und pulsierend. Drogen, Prostitution, Jazz, Charleston, die Comedian Harmonists und die pure Sucht nach dem totalen Leben. Aber da ist auch das politische Berlin, in dem sich Kommunisten und Nazis Straßenschlachten liefern. Die Linken (Soziallisten, Kommunisten und Sozialdemokraten) bekämpfen sich voller Inbrunst untereinander, anstatt den braunen Terror zu verhindern, der immer mehr Zulauf erhält. Schleichend beginnt auch die Unterwanderung des Beamtenapparat einschließlich der Polizei und dessen beabsichtigte Säuberung von Juden und andern Volksschädlingen

Daneben gibt'strotz allem noch die "ganz normale" Kriminalität.

In diese Stadt ist der junge Kölner Kriminalkommissar Geron Rath vor zwei Jahren versetzt worden, um der medialen Hetzjagd eines Kölner Zeitungsmoguls zu entgehen, dessen Sohn, ein Mörder, von Rath auf der Flucht erschossen wurde. Er hat sich in der Reichshauptstadt seine ersten Sporen verdient, sich aber auch schon reichlich Ärger aufgrund seines sehr individuellen Ermittlungsstils eingehandelt

Sein dritter Fall "Goldstein" spielt vor dem Hintergrund eines Machtkampfes in der Berliner Untwerwelt. Einige kleinere und mittlere Größen des Millieus hat man bereits an diversen Orten tot aufgefunden. Dass der Tod nicht auf natürlichem Wege eintrat, vesteht sich von selbst. In diese Ereignisse fällt der ebenso unerwartete wie unerwünschte Besuch einer u.s-amerikanischen Ganstergröße, die auch schon als Auftragskiller in Erscheinung getreten ist. Abraham "Abe" Goldstein. Ein bemerkenswerter Mann von gutem Aussehen und hervorragenden Manieren. Die Berliner Polizei befürchtet, dass Goldstein, der im Übrigen deutsch-jüdischer Herkunft ist, angeheuert wurde, um in den Unterweltkrieg einzugreifen. Rath bekommt mit seinem Team den Auftrag, Goldstein zu beschatten und dessen Tätigwerden in Berlin zu verhindern. Das Erste gelingt Rath eher schlecht als recht. Das Zweite hat Goldstein überhaupt nicht im Sinn. In Abe Goldstein hat Rath einen ebenbürtigen Gegner gefunden. Widerwillig muss er sich enigestehen, dass er sogar Respekt und Sympathie für diesen Mann entwickelt.

Die Nazis, denen dieser weltmännische Jude mehr als ein Dorn im Auge ist, beginnen mit ihren Hetzblättern zur Jagd auf ihn zu blasen. Einige Morde in Berlin schieben sie Goldstein in die Schuhe und hetzen die Massen gegen ihn auf. Die Situation eskaliert, als Goldstein einem alten Juden zur Hilfe kommt, der von pöbelnden SA-Männern mißhandelt wird. Godstein verletzt einen SA-Mann, der dann von seinen eigenen Leuten getötet wird (weil er schwul war, die Drecksau -SA-Ton-). Natürlich wird diese Tat Goldstein angelastet, der jetzt von den Nazis und der Polizei gejagt wird. Er flüchtet sich in eine katholische Kirche, wo ihm der Prister Kirchenasyl gewährt. In Rath, der Goldstein nicht für den Mörder hält, erkennt er zu seinem Erstaunen einen unerwarteten Helfer. Wird es Rath gelingen, Goldstein heil aus der lebensbedrohlichen Lage herauszubringen?

Natürlich steht Rath privat nach wie vor im Dauerstress mit seiner Geliebten, Charly, die gerade beabsichtigt, ein Gastsemester Jura in Frankreich zu belegen und Rath damit ganz entsetzlich auf die Nerven geht. Er will sie hier!! Und überhaupt, wozu soll Charly studieren!?

Kutscher schreibt genial. Man fühlt sich in der Zeit zurückversetzt. Und dies auf eine Weise, die sowohl spannend als auch aufklärend ist.
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Goldstein: Gereon Raths dritter Fall
Goldstein: Gereon Raths dritter Fall von Volker Kutscher (Taschenbuch - 10. Oktober 2011)
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