Fashion Sale Hier klicken calendarGirl Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More sommer2016 designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen110
4,1 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:8,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 12. März 2012
Dieses Buch ist einfach nur genial. Ich habe zwar erst Dreiviertel durch (mir fehlt das Winterkapitel noch), aber ich weiß jetzt schon, dass ich mindestens 70% der Dinge nachmachen möchte - und das ist viel für mich.

Aber erstmal zum wesentlichen: Das Buch ist in Blog-Form geschrieben, dh pro Tag, an dem etwas gemacht wurde ein Eintrag. Es ist nach Jahreszeiten gegliedert und enthält neben Text auch ein paar Rezepte zum nachmachen und einige wirklich putzige Zeichnungen. Es ist kein klassischen Handarbeits-/Handwerks-Buch. Aber das soll es auch gar nicht sein.

Es ist inspirierend, beim Lesen musste ich oft schmunzeln und dachte "Ja, kenn ich." vor allem, wenn der Mann sich für den Selbermachkram absolut nichts übrig hat - bis es plötzlich ans Käsemachen geht. Kaum habe ich "Käse machen" zu Hause erwähnt, war mein Lebensgefährte schon auf der Suche nach passenden Gerätschaften.

Außerdem sind die meisten Dinge umsetzbar und machen deswegen Lust aufs Ausprobieren. Auch, weil kein teures Equipment angeschafft werden muss, sondern das, was man eh zu Hause hat, verwendet wird. Definitiv auf meiner "das Buch hat mich dazu inspiriert und werde es tun"-Liste stehen aber: Kleid nähen (am Wochenende Stoff gekauft & Schnittmuster rausgesucht), Käse machen, Brot backen (gestern getestet - das dürfte noch eine Weile dauern, bis es so wird, wie ich will), Gemüse anbauen (Buch & Saatgut bestellt), Brotaufstriche und Butter machen (Zutaten heute gekauft) und Beeren sammeln und Marmelade kochen. Eventuell sogar mal Seife machen und eine Hose nähen. Nur wenige Projekte haben mich nicht angesprochen, wie z.B. die selbstgebackenen Brezeln oder die Stoffbinde.

Die Aussage, als versierter Selbermacher sei das Buch nicht zu empfehlen, kann ich nicht unterschreiben. Ich stricke seit Jahren leidenschaftlich - und hab mich gefreut, als ich gelesen hab, wie sich die Autorin mit der ersten englischen Strickanleitung abkämpft, wie sie Zu- und Abnahmen übt und "einfach mal loslegt".
Überhaupt macht das den Charm des Buches für mich aus: Die Autorin hat eine Idee, sucht sich passendes Material und legt los. Einfach mal ausprobieren. Genauso mache ich es auch. Und ich kann die Aussage der Autorin, das englischsprachige Bücher über Handwerken und Handarbeit irgendwie moderner und ansprechender sind nur unterschreiben. Meine Näh- und Strickliteratur, Anleitungen und Vorlagen sind zum 90% in Englisch verfasst. Deutsche Bücher zu finden, die nicht nach Oma-Style aussehen, sind rar.

Neu war für mich, dass es den Stadtgarten-Trend gibt. Also gleich mal ein Buch bestellt (Grow Great Grub), ein paar Dosen und Plastikbecher aufgehoben und etwas Saatgut für die Terrasse online geordert (alte, robuste Sorten).

Toll ist auch, dass man als Selbermacher die erwähnten Buchautoren, Webseiten und Blogs oft kennt. Da fühlt man sich doch gleich nicht mehr ganz so spleenig und alleine. :)

Also alles in allem ein kurzweiliges, amüsantes Buch, dass jedoch sehr viele Ideen und Inspiration bietet. Absolute Kaufempfehlung, für jede Selbermacherin!
0Kommentar|17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Juli 2011
Gleich vorweg: Wer auf der Suche nach einem Bastel-Handarbeits-Koch-Back-Werk-Buch ist, ist hier absolut falsch! Dies hier würd ich am ehesten noch unter "Erlebnisbericht" einsortieren. Es hat nicht mal sonderlich viel Anspruch. Hier und da sind zwar einige Interviews eingestreut - auch diese wieder eher erzählt, berichtet und nicht direkt in Interview-Form - es gibt ein paar Gedanken zum Thema Selbstgemacht und die Motivation(en), die dahinter stehen (können), aber auch das alles kratzt eher nur an der Oberfläche. Hier hätte man von einer Journalistin vielleicht mehr erwarten _können_ - doch ich denke, das war gar nicht der Anspruch, den sie sich selber für dieses Buch gestellt hatte. Sie wollte schlicht und einfach ihr Projekt "Selbstmach-Jahr" dokumentieren.

Und das hat sie wirklich klasse gemacht :) Sie schreibt frisch von der Leber weg - das Malheur mit dem Teig hinter der Heizung kann ich direkt bildlich vor mir sehen! Was mir sehr gut gefallen hat, dass sie das mit dem Selbermachen ziemlich umfassend genommen hat. Sich also nicht von vorneherein auf "nur" Handarbeiten oder "nur" Kochen/Backen o.ä. beschränkt hat, sondern schlicht: was selbst gemacht werden kann, mach ich - oder probiers zumindest mal aus.

Neben dem Lesegenuss hat sie mir auch selber Inspiration geschenkt. Mir sind plötzlich viele Dinge (wieder) eingefallen, die ich noch machen will und hab mir gleich eine Liste geschrieben. Gut, dass ich bald Urlaub und somit Zeit für all das habe :)

Das mit dem nicht-knet-Brot musste ich sofort ausprobieren und ich kann mich nur anschließen: legga!

Mein Fazit: Gute Unterhaltung, gute Inspiration plus einzwei Rezepte noch gratis obendrauf - was will eine mehr?
0Kommentar|54 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. August 2011
Susanne Klingner hat den Trend des Selbermachens für sich entdeckt. Immer schon hatte sie eine Affinität zum Selbermachen, aber eben nur zwischendurch und das eher leidlich und auch meistens mit einem bestimmten Zweck verbunden: Kuchen backen, wenn sich Besuch angekündigt hat oder Gardinen für eine neue Wohnung nähen oder das Kochen von durchschnittlich 10 Variationen an Alltagsgerichten. Doch in den letzten Jahren hat das Selbermachen einen Aufwind bekommen. Wo man auch hinschaut gibt es Bastelforen, Handarbeitsblogs, Kochsendungen, Kurse und Seminare für alles Mögliche - Baumärkte und Handarbeitsläden hatten selten einen solchen Zulauf. Was ist der Reiz am Selbermachen? Das fragte sich auch Susanne Klingner und startete ein Experiment: ein Jahr lang wollte sie produzieren, nicht bloß konsumieren. Dafür legte sie fünf einfache Regeln fest:

1. Meinen Lebensstandard will ich beibehalten.
2. Dinge, die ich selber machen kann, kaufe ich nicht, sondern mache sie auch selber.
3. Was einfach geht, mache ich grundsätzlich und das ganze Jahr über.
4. Was schwieriger ist, probiere ich und lasse mir eventuell helfen.
5. Nur was mich wirklich unglücklich macht, darf ich sein lassen.

Und an diese fünf Regeln hat sie sich im Grunde gehalten, wobei Regel Nr. 3 größtenteils aus selbstgebackenem Brot besteht, denn das zieht sie eisern ein ganzes Jahr durch. Sie traut sich aber auch an gewagtere Experimente heran, wie zum Beispiel die Herstellung von Käse oder Schuhen, die sie während eines Schuster-Workshops hergestellt hat und seither mit Stolz trägt. Und so wird ein Jahr lang gebacken, gekocht, gestrickt, genäht und gegärtnert was das Zeug hält, sogar die Weihnachtsgeschenke gestaltet sie alle selbst, ohne auch nur ein einziges Teil fertig zu kaufen.
Ihr Bericht über das Selbermachjahr liest sich flüssig, Susanne Klingner hat eine sympathische und ehrliche Art zu schreiben, die mir sehr gefallen hat. Einzige Kritikpunkte von meiner Seite sind die fehlenden Fotos und ihr Standpunkt, das Selbermachen sei etwas typisch Ostdeutsches. Alles, was sie aus ihrer Kindheit schildert und als typisch ostdeutsch tituliert, kenne ich aus meiner Kindheit nicht anders. Auch bei uns wurde unheimlich viel selbst gemacht. Ich kann mich nicht an einen einzigen gekauften Kuchen erinnern, meine Schwester und ich liefen als Kinder in selbstgenähten Röckchen rum, die in ihrem ersten Leben mal ein Kleid meiner Mutter waren, es wurde gekocht, gebacken, gegärtnert und eingekocht und ebenso hielt ich es bis zu meiner Hochzeit im Grunde immer noch für unnötigen Luxus, mit einem Auto in die Werkstatt zu fahren, da man das doch alles selber machen kann. "Man" meint in dem Fall meinen Vater, der erst jetzt im Alter und mit einem Auto, das vermehrt auf Elektronik setzt, mal eine Autowerkstatt von innen sieht. Ich bin mir sicher, dass in der ehemaligen DDR viel selbst gemacht wurde, das war einfach aus der Not geboren und das würde ich nie abstreiten oder die Leistungen schmälern wollen, doch kann ich eben von meiner Warte aus nicht sagen, dass es typisch ostdeutsch ist.

Ich kann dieses Buch wirklich allen empfehlen, die gerne Dinge selbst machen. Besonders, da sich am Ende des Buches ein kleiner Anhang mit Literaturtipps und nützlichen Links und Tipps befindet, die Susanne Klingner in ihrem Selbermachjahr geholfen haben. Bei einigen ihrer Projekte bekommt man Lust, auch endlich mal wieder etwas mit den eigenen Händen zu gestalten, doch es gab definitiv auch Sachen, die ich nie würde machen wollen: ich werde ganz sicher nie meine eigenen Schuhe machen, das klang nun wirklich sehr mühsam. Aber wer weiß, vielleicht mache ich es wie die Autorin auch und beginne mit einem Brot - was kann da schon schief gehen?
22 Kommentare|29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. August 2011
"Hab ich selbst gemacht" von Susanne Klingner ist ein Buch, bei dem mir das Lesen viel Spaß gemacht hat.
Die Autorin, von Beruf Journalisin, unternimmt den Selbstversuch in einem Jahr möglichst viel mit den eigenen Händen herzustellen. Sie will Abstand nehmen von der Konsumgesellschaft und in diesem Jahr z.B. keine Kleidung kaufen, sondern sie selbst herstellen.
Fortan besteht ein Großteil ihres Alltag außerhalb der Arbeit daraus, Brot zu backen, Handarbeitkenntnisse zu vertiefen und sich in die hohe Kunst der Gartenpflege einzulernen.
Aber nicht nur ganz gewöhnliche Dinge probiert Susanne Klingner aus, sondern auch Außergewöhnliches wie Käseherstellung oder einen Workshop, in dem es um das Erlernen des Schuhmacherhandwerks geht.
Manchmal ist die Autorin und vor allem ihr Mann im Laufe dieses Jahres schon reichlich genervt von ihrem Selbstversuch, doch meist ist sie mit großem Enthusiasmus und viel Spaß bei der Sache.
Neben einer kurzweiligen Lektüre bietet das Buch viele Anregungen und Ideen, die richtig Lust auf "Do it yourself" machen.
Großes Kompliment an die Autorin. Solche Bücher sollte es öfter geben.
0Kommentar|11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Januar 2012
Habe das Buch zwar noch nicht ganz fertig gelesen, muss aber dennoch schon meiner Begeisterung Ausdruck verleihen: Sehr netter Bericht, sehr inspirierend. Ich selbst handarbeite sowieso auch gerne, jetzt hab ich aber auch Lust selbst Seife herzustellen, selbst Krapfen und Brot zu backen und mehr.
Auch die Anleitungen und Rezepte, die im Buch immer wieder vorkommen, sind eine tolle Ergänzung. Werde demnächst "die besten Muffins der Welt" backen. Absolute Empfehlung, nicht nur für DIY-Fans
0Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Februar 2012
Die Journalistin Susanne beschließt nach langen Tagen im Büro und ausschließlich Kopfarbeit, sich ein Jahr lang auf ein Selbermach-Jahr einzulaßen. Ein Jahr, indem sie versucht, vieles von dem, was einfach herzustellen ist, selber zu gestalten bzw. sich neue Techniken dazu anzueignen. Die Ausrede "Das kann ich nicht!"gilt nicht mehr.

Dabei gelten fünf einfache Regeln für sie:
1. Meinen Lebensstandard will ich beibehalten.
2. Dinge, die ich selber machen kann, kaufe ich nicht, sondern mache sie auch selber.
3. Was einfach geht, mache ich grundsätzlich und das ganze Jahr über.
4. Was schwieriger ist, probiere ich und lasse mir eventuell helfen.
5. Nur was mich wirklich unglücklich macht, darf ich sein lassen.

So beginnt sie nach einigen Startschwierigkeiten, erst am Wochenende und dann auch nach Feierabend damit, Brot zu backen, einen Garten anzulegen, Seife selber zu machen und und und.
Dabei wird sie zu einer passionierten Selbermacherin, die nach dem Jahr zwar viel mehr selbst kann, in einiger Hinsicht aber auch froh ist, wieder auch auf gekaufte Dinge zurückgreifen zu können, in ihrn Fall, das geliebte leckere Bio-Brot, das einfach herrlich und dann doch besser schmeckt, als das von ihr gemachte.

Neben den einzelnen Kapiteln, in denen sie beschriebt, was sie mit ihren Händen gemacht hat und die eher aufzählend sind, fand ich ein paar ihrer Aussagen sehr gut beobachtet.
Eine der Aussagen mit denen sie sich beschäftigt, ist warum in den letzten paar Jahren, der Selbstmach-Trend so stark um sich gegriffen hat und welche Motivation bei ihr dahintersteckt. Sicherlich kommt bei ihr auch als ein Auslöser die Unlust am ausschließlichen Konsumieren zu tage, aber ansonsten ist es die einfache Lust die Hände zu benutzen bei einem Job, der sie ausschließlich mit dem Computer und mit dem Erfassen von Texten befassen läßt. Und sich runterkocht auf die Aussage "Es macht einfach Spaß".

Die andere Frage, die sie kurz auch beschäftigt ist, dass einige der Frauen, die nun mehr selber-machen, das mit dem Ziel verfolgen, ihren day-job aufzugeben, um nur noch Handarbeiten zu können und damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Allerdings sind das meistens Frauen, die leider aus eher schlecht bezahlten und nicht zufriedenstellenden Jobs kommen, für die das eine Alternative darstellt. Wie einige der jungen Strick-Designerinnen, die nun selbstständig ist, dafür aber auch 16 Stunden am Tag strickt.

Eine weitere Aussage, die ich leider ebenfalls vorbehaltlos bejahe ist, dass selbermachen auch viel Freizeit in Anspruch nimmt. Zeit, die man sonst eher mit dem Treffen von Freunden, Fernsehen oder in meinem Fall wo eher mit dem Surfen im Internet verbracht hätte. So ertappe ich mich häufig mit der Frage, ob ich Samstag lieber ausgehe oder dann doch Nadeln klappernd mit einem Strickstück und dem Mann an meiner Seite den Abend verbringe...

(...)
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. August 2015
Wer hier eine Anleitung zum Nähen, Einkochen, Stricken usw erwartet, hat das falsche Buch gewählt. Susanne Klingner gibt zwar Tipps und einige Anleitungen auch für ausgefallenene selbstgemachte Dinge- Mützen häkelt ja inzwischen jeder ! - aber sie versteht ihr Buch nicht als reines Anleitungsbuch. Ihre Anregungen durchs Jahr sind mehr als Ermunterung gedacht, sich selbst Gedanken zu machen, wo man auf Gekauftes verzichten kann und wie mit selbstgemachten Dingen auch eine neue Wertschätzung und Nachhaltigkeit zu erreichen ist. So passt ihr Buch ganz gut in den neuen Trend des Upcycling. Alte Techniken wieder zu erlernen, manches nicht sofort wegzuwerfen sondern für neue Dinge zu verwenden (ribbelt man heute eigentlich noch Pullover auf und verwendet die Wolle nochmal?) ist nach meinem Verständnis auch ein Anliegen der Autorin. Insofern finde ich es ganz gut, dass der Fantasie der Leserinnen viel Raum gegeben ist. Deshalb kann sich jeder selbst in den Bereichen mit Selbstgemachtem verwirklichen, wo Stärken oder Ressourcen liegen. Wer viel Obst und Gemüse hat, wird sich mehr mit Küchenideen beschäftigten, wer vielleicht gut an Abfallholz kommt, kann sich an Kleinmöbeln versuchen und vieles mehr. Genau das ist es, was mir an diesem Buch gut gefallen hat und nicht unbedingt die dritte Anleitung zum Basteln von Schmuck aus Nespressokapseln.
Ich habe es gern gelesen, Susanne Klingner schreibt amüsant und manchmal mit einem leicht ironischen Unterton, wenn sie von ihren diversen Selbstversuchen erzählt.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. April 2012
Die Geschichte:
Susanne Klingner hat sich einen Vorsatz gefasst: 1 Jahr lang soviel wie möglich selber machen. Was benötigt wird, muss selber hergestellt werden.Ein Vorsatz, der der Autorin einiges an Geduld, Know-How und auch Mut abverlangt hat. Der Weg der Entschleunigung kann auch in Stress ausarten. Amüsant und selbstkritisch, aber manchmal auch deutlich entnervt, erzählt die Do-it-yourself Journalistin Episoden aus ihrem 365 Tage Projekt. Wir erleben, wie der sonst als eher nebensächlich geltende Wetterbericht plötzlich massiv die Laune beeinträchtigt, wie "der Mann" (so nennt Klingner im Buch ihren Lebenspartner) ihren Wahn zu Anfang belächelt (der den beiden dann allerdings lustige Stunden beschert). Klingner besucht eine Käserei, stellt in einem Wochenend-Seminar ihre eigenen Schuhe her und näht sich das kleine Schwarze für die Gala gleich mal selber. DIY ist Lust. Do it yourself ist aber manchmal auch nur Frust. Aber.....immer lehrreich und befriedigend. Das Buch ist zwischen ein paar einzelnen Kapiteln mit kleinen Bastelideen und Rezepten angereichert und verfügt im Anhang über viele Internetlinks (u.a. Youtube) und Buchtipps rund um verschiedene Themen wie z.B. Garten, Nähen,Basteln etc.

Meine Meinung:
Die Sehnsucht nach dem "einfachen" Leben ist überall eingezogen. Im Internet, im TV, überall gibt es "Craft it!" Anreize. Und das ist auch gut so. Wir haben verlernt, dass alles seine Zeit benötigt, um sich zu entwickeln, um zu "enstehen". Was heute ein Klick im Web ist oder ein Besuch im Shopping-Zentrum ist bei DIY auch eine Kunst des Abwartens und vor allem: gutem Zeit-Management. Die Seife muss ruhen (am Besten mehrere Monate) und ist nicht sofort verfügbar,wenn man sie benötigt. Kostet dafür umso weniger. Klingner beleuchtet mit ihrem Selbermach-Jahr alle Facetten zwischen Lust, Freude, Frust und Lernprozessen. Mit viel Neugierde bahnt sie sich ihrenWeg durch den Baumarkt-Dschungel, bastelt Weihnachtsgeschenke für mehr als 10 Personen und erlebt viele verrückte Momente, die sie mit uns teilt und mit denen wir uns als Hobby-Selbermacher zu jeder Zeit identifizieren können. Persönlich bastle und werke ich selber schon seit einiger Zeit.
Auch wir backen ("der Mann" und ich) unser Brot selber, kochen Marmelade ein und freuen uns über den selbstgestrickten Schal, der dann mit männlichem Stolz im Winter um den Hals getragen wird. Viele Menschen empfinden sie: die innere Leere. Wir sitzen nur noch ausschliesslich vor dem Computer, der Glotze oder treffen Freunde auf Facebook statt im echten Leben. Der Mangel an aktiven, vor allem befriedigenden Erlebnissen, lässt viele Menschen wieder die Freude an ihren eigenen zwei Händen entdecken. Klingner macht es uns vor und macht auch Lust, es selber mal auszuprobieren. Scheitern ist dabei Teil des Erlebnisses. Hier kann ich es ja an dieser Stelle sagen: Mein Brot gestern ist nämlich im Müll gelandet, weil die Hefe wohl nicht mehr gut war. Egal. Bei DIY gilt: Weitermachen ist das Erfolgsprinzip! Und lernen...viel lernen!

Fazit:
Ein Buch, das Lust macht, selber wieder mit den eigenen Händen im Garten die Erde zu durchwühlen, Baumärkte zu stürmen und die Stricknadeln zu schwingen. Das 365 Tage "Mach ich alles selber" Projekt von Susanne Klingner ist eine leichte Lektüre mit vielen interessanten Begebenheiten,Tipps und Tricks für das Bastelherz. Wer gerne selber bastelt und werkelt, wird an "Hab ich selbst gemacht" viel Freude haben beim Lesen. Es ist teilweise auch fast so ein wenig, als ob man sich selber denken hört, während man eigentlich den Gedanken der Autorin folgt.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Juni 2011
Dieses Buch finde ich richtig gelungen. Einserseits sehr locker und lustig geschrieben, andererseits prall gefüllt mit vielen Tipps/Ideen/Anregungen rund ums Selbermachen. Auch ich habe mich anstiften lassen und überlege ständig, was ich (noch) alles selber machen könnte.
Es sind nicht wirklich Rezepte und Anleitungen enthalten, dafür aber viele Blogadressen, Buchtitel u.ä., die zum weiteren Stöbern einladen.
Gerade für die kommende Urlaubszeit eine kurzweilige Lektüre.
0Kommentar|18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. November 2015
Dieses Buch hat ungelogen das Leben von bisher 3 Frauen und einem Mann in meiner Familie verändert!
Nachdem ich das Buch das erste Mal gelesen habe (und seitdem noch weitere 4 Mal) habe ich mir eine Nähmaschine, Stricknadeln, Stoffe, Wolle, DIY-Bücher etc gekauft und mach seitdem alles mögliche selbst. Kleidung, Geschenke, Kosmetik, Putzmittel.
Ich habe das Buch 2011 als Ebook gekauft und seitdem als Taschenbücher an zwei weitere Frauen meiner Familie verschenkt. Diese beiden Frauen haben ebenfalls direkt nach der Lektüre angefangen Sachen selbst zu machen. Eine hat sich einen Balkongarten angelegt und verschenkt seitdem nur noch selbstgemachte Dinge zu Weihnachten und Geburtstagen. Die andere hat nach vielen Jahren ihre Nähmaschine wieder herausgeholt, ebenfalls eine Gemüse- und Kräutergarten angelegt und hält es mit den Geschenken ebenfalls wie die anderen. Und der Mann der einen Frau konnte das Buch auch nicht mehr aus den Händen legen, obwohl sowas eigentlich gar nicht seins ist.
Somit wird in unser Familie ganz nach dem Susanne-Klingner-Prinzip nur noch Selbstgemachtes verschenkt.
Selbermachen ist seitdem ein riesengroßes Hobby von mir, wobei ich mittlereweile noch viel weitergehe als die Autorin in ihrem Selbermach-Jahr.
Durch dieses Buch bin ich eingestiegen in das Thema der Konsumdiät.
Der Schreibstil der Autorin ist so mitreißend und humorvoll, dass man direkt Lust bekommt etwas nachzumachen.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden