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53 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein echter Schorlau !!!
Wolfgang Schorlau ist für mich ein Garant für spannende, informative Krimis, die nie weit entfernt sind von der Realität. Auch diesmal greift der Autor in seinem Buch heiße Themen auf und vermischt sie mit einer fiktiven Handlung. Herausgekommen ist für mich ein sehr glaubhafter, gut konstruierter Krimi, der mir das bestätigt hat, was ich...
Veröffentlicht am 17. September 2011 von robby lese gern

versus
1.0 von 5 Sternen Krimi mit Degeto-Flair
Da hat es sich der Autor zu leicht gemacht. Er stellt das an sich interessante Thema krimineller und zynischer Machenschaften der Pharmaindustrie in den Mittelpunkt seines Romans, aber WIE er das anstellt, ist erstaunlich einfallslos. Das Thema wird vor allem in einem durch (Suggestiv)Fragen eines Entführers unterbrochenen Monolog aufgerollt – über viele...
Vor 1 Monat von Oulipa veröffentlicht


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53 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein echter Schorlau !!!, 17. September 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Flucht: Denglers sechster Fall (Taschenbuch)
Wolfgang Schorlau ist für mich ein Garant für spannende, informative Krimis, die nie weit entfernt sind von der Realität. Auch diesmal greift der Autor in seinem Buch heiße Themen auf und vermischt sie mit einer fiktiven Handlung. Herausgekommen ist für mich ein sehr glaubhafter, gut konstruierter Krimi, der mir das bestätigt hat, was ich schon lange vermutete.

Dirk Assmuss, Europachef des Pharmariesen Peterson & Peterson,wird in Berlin entführt und in einem Kellerraum gefangengehalten. Jeden Tag erscheint ein vermummter Mann und stellt ihm Fragen über die Machenschaften der Pharmafirmen. Gibt er nichtssagende Antworten, verabschiedet sich der Mann und kehrt erst am nächsten Tag wieder zurück. Assmuss begreift, dass er die Wahrheit über die Machenschaften des Pharmakonzerns preisgeben muss, um seine Freiheit wiederzuerlangen.
Zeitgleich wird ein Professor der Charite, Bernhard Voss, unter dem Verdacht der Entführung, Vergewaltigung und Ermordung eines fünfzehnjährigen Mädchens verhaftet.Er wird im Gefängnis Moabit festgesetzt, trotz vehementer Leugnung dieser Tat. Sein Anwalt Lehmann engagiert den Privatermittler Dengler, um ihm dabei zu helfen entkräftende Argumente zu finden,die die Unschuld seines Mandanten beweisen.Dengler begibt sich widerwillig nach Berlin, da er gerade nach 3 wöchigem Aufenthalt in New York froh ist, seine Freundin Olga wiederzusehen.In Berlin begibt sich Dengler auf Spurensuche, die für ihn mehr als gefährlich wird.

Mich hat das neue Buch von W. Schorlau wieder voll fasziniert. Hauptthema dieses Buches, das in einzelnen Kapiteln die die jeweils agierenden Personen beschreibt, aufgeteilt ist,sind die kriminellen Machenschaften der Pharmaindustrie. Der Leser erfährt mit welch perfiden, schon fast kriminellen Mitteln die einzelnen Konzerne(hier wird nur die fiktive Firma Peterson& Person beschrieben)ihre Umsätze immer mehr in die Höhe treiben.30-40 % Gewinn, im Gegensatz zu anderen Wirtschaftunternehmen, die mit 3-7% zufrieden sein müssen, geben ihren Marktstrategien recht. Ärzte,die mit Prämien bestochen werden,Studien,die manipuliert werden und großangelegte Werbekampagnen führen zu diesen Ergebnissen mit steigender Tendenz, denn Kranke wird es immer geben und letztendlich zahlt der Patient doppelt, denn der Patient zahlt teure Krankenkassebeiträge, die durch diese Machenschaften und die überbordende Bürokratie immer höher werden und darf im Falle einer Krebserkrankkung noch hohe Eigenleistungen erbringen, für Medikamente, die letztendlich keinen großen Heilerfolg versprechen.Auf dem Rücken der Ängste der Patienten werden Milliarden verdient.
50 % der Ärzte, so Studien, machen bei diesen Machenschaften mit. Als Leser stellt man sich die Frage woran liegt das?Liegt es daran, dass die Gewinnspannen der niedergelassenen Ärzte in den letzten Jahren zurückgegangen sind? Ist die Moral unserer Gesellschaft schon so verdorben, dass man aus dem Elend Profit schlägt?Was bedeutet ein Menschenleben?Was bedeutet Ethik und ein würdevolles Sterben diesen Profitgeiern?Unterstützen wir durch unser Gesundheitssystem die Machenschaften der Pharmakonzerne?Ist dies der Grund, warum im Ausland nicht die Preise wie in Deutschland erzielt werden, da es dort keine Krankenkasse gibt?
Gott sei dank sind es nur "50 %" laut Studien, was noch 50% zuviel sind, aber ich mag einfach nicht glauben, dass einfache Hausärzte da mitmischen, zumal sie durch die Budgetierung dazu gezwungen werden ihre Arzneimittelkosten immer mehr zu senken, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen einen großen Teil selbst bezahlen zu müssen. Gerade die jungen Ärzte , so heißt es in diesem Buch, wehren sich gegen solchen Einflussnahme und das gibt mir die Hoffnung, dass wir noch nicht verloren sind, trotz einer starken Lobby der Pharmaindustrie.

Ich glaube , dass dieses Buch, dem eine fantastische Recherche vorangegangen ist,zum Nachdenken und zum Diskutieren Anlass gibt und das finde ich gut.Außerdem hat Schorlau neben der Pharmaindustrie auch die Machenschaften der Politik und der Polizei im Fall Stuttgart 21 auf den Prüfstand gestellt. Vieles weiß man schon aus der Presse, aber ich fand es gelungen, wie Schorlau diesen Aspekt in seine Geschichte mit eingebunden hat, was ja schon fast zwingend war, da Dengler ja aus Stuttgart kommt.

Für mich kann ich nur sagen, dass ich diesen Krimi verschlungen habe und froh bin, dass es Schriftsteller gibt, die so informative und spannende Themen aufgreifen,die große Teile unserer Bevölkerung betreffen und sich damit kritisch auseinandersetzen.

Ich freue mich auf den nächsten Fall Denglers,
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr guter Krimi, 5. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Flucht: Denglers sechster Fall (Taschenbuch)
Ich habe das Buch geradezu verschlungen. Ein sehr guter, bis zur letzen Minute spannender Krimi. Sehr gut recherchiert und nah an der Wirklichkeit.
Sehr gut finde ich das miteinbringen des schwarzen Donnerstags, der für die ehemalige Landesregierung ein unauslöschbarer Schandfleck ist. Jeder der in Stuttgart dabei war hat diese Eskalationsteams und das ungesetzliche Vorgehen der Polizei erlebt. Es ist wichtig dies zu dokumentieren, sei es in Romanen oder in der Tagespresse.
Sehr gut (wenn auch nicht bequem) sehe ich das Fazit über den ehemaligen Polizeipräsidenten von Stuttgart, der bewiesen hat das in unserer Demokratie immer noch Zivilcourage fehlt und Abnickerei und Obrigkeitshörigkeit gefragt sind.
Herr Schorlau, bitte weiter so. Gut recherchierte Krimis, mit Spannung und Bezug auf politische Themen.
So kann sich ein Autor von der Masse absetzen.
Sehr empfehlenswertes Buch.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Pharamindustrie im Kreuzfeuer ..., 15. Oktober 2011
Von 
Carmen Vicari "dg9tm" (Dossenheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Flucht: Denglers sechster Fall (Taschenbuch)
Georg Dengler, ein ehemaliger Mitarbeiter der BKA, arbeitet als Privatermittler. Als in Berlin der angesehene Professor Dr. B. Voss der Vergewaltigung und des Mordes an der 9jährigen Jasmin verdächtigt wird, wird Dengler vom Anwalt des Professors um Hilfe gebeten.
Nach einigem Zögern stimmt Dengler zu und nimmt die Ermittlungen auf. Dabei gerät er immer wieder in Konfrontation mit der Berliner Polizistin Finn Kommareck. Aber nicht nur in Berlin wird Dengler gebraucht, auch in seiner Heimat Stuttgart ist er gefragt. Hier mischt sich sein Sohn unter die Demonstranten zu Stuttgart 21. Ehe Dengler es sich versieht, wird er selbst des Mordes beschuldigt und setzt alle Hebel in Bewegung, um seine Unschuld beweisen zu können ...

Das Buch ist spannend und informativ geschrieben. Kurze Sätze steigern den Lesefluss. Die Handlung selbst besteht aus zwei Strängen, die sich erst am Ende vereinen. So ermittelt der Leser zum einen mit Dengler zusammen im Fall Voss und geht auf Demos zu Stuttgart 21 und auf der anderen Seite erfährt er viel über die Pharmaindustrie vom entführten Dr. Assmuss.

Es war mein erstes Buch von diesem Autor. Eine Kenntnis der vorangegangenen fünf Bände war für das Verständnis dieses Werkes nicht notwendig. Das Buch steht für sich alleine. Die erste Hälfte des Buches hat mir sehr gut gefallen. Es war spannend und sehr informativ. Aber ab etwa der Hälfte, haben mich die Verhöre von Dr. Assmuss nur noch genervt. Man hatte das Gefühl, dass sich dieser Handlungsstrang im Kreise dreht, während der andere mit dem Fall Voss weiter zügig voranschritt.

Fazit: Ein spannender Krimi, der ab der Hälfte von dem Verhör von Dr. Assmuss etwas ausgebremst wird.
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich schrieb diesen Roman, um zu verstehen,..., 18. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Flucht: Denglers sechster Fall (Taschenbuch)
...wie das Gesundheitswesen zu funktioniert.', kommentierte Wolfgang Schorlau in seinem Nachwort an die Leser und weiter: 'Nun weiß ich es. Ich stehe immer noch unter Schock.'

Der ehemalige BKA-Beamte und nun in Stuttgart als Privatdetektiv tätige Georg Dengler wird von einem Berliner Rechtsanwalt gebeten die Fakten eines Fall aus Sicht der Verteidigung noch einmal neu zu überprüfen. Zunächst spricht alles für die Staatsanwaltschaft, dass der renommierte Forscher der Charité Prof. Dr. Bernhard Voss ein Mädchen entführt und vergewaltigt haben soll. Die Faktenlage ist eindeutig, was bleiben sind lediglich einige ungeklärte Fragen. Erst nach dem sich die Ereignisse überschlagen und Dengler selbst in die Schusslinie gerät, nimmt der Fall eine ungeahnte Wendung

Wolfgang Schorlau zeigt in seinem neuen politischen Kriminalroman als zentrales Thema die Probleme, Verstrickungen und Machenschaften in unserem Gesundheitswesen auf und versucht diese in eine spannungsgeladene Handlung zu integrieren, wobei die Lösung des Falles bis zum Ende des Buches offen bleibt. Die Aktivitäten und Beziehungen der Pharmakonzerne zwischen den relevanten Akteuren Politik, Interessenverbänden, Selbsthilfegruppen, Krankenkassen, Ärzten, Forschung und letzt endlich den Patienten werden dabei geschickt dargelegt und beschrieben sowie etappenweise in die Handlungsstränge eingeflochten. Die Zusammenhänge und Ursachen werden präzise geschildert und die Quellen im Nachwort als Referenz dokumentiert. Dies ist mit Sicherheit als eine der großen Qualitäten des Autors zu nennen, da der Leser sich an dieser Stelle noch einmal ein eigenes Bild zu der Thematik und auch dem Roman machen kann.

Nebenher gibt Wolfgang Schorlau ebenfalls Einblicke rund um das Thema 'Stuttgart 21' und versucht das Thema aus Sicht der Gegen-Stuttgart 21-Initiative mit Argumenten zu platzieren. Die Kritik des Autors wird dabei über die Protagonisten der Handlung Dengler, Olga, Martin klein und Denglers Sohn geäußert.

Das Buch gliedert sich in drei Teile, die sich ebenfalls in 78 Unterabschnitte unterteilen. Die Unterabschnitte folgen verschiedenen Handlungssträngen, die im Verlauf des Kriminalromans abgeschlossen werden. Zum Abschluss des Buches ist das Puzzle zusammengesetzt und es dürften für den Leser keine Fragen mehr offen sein. Schorlau schreibt nüchtern, prägnant, teilweise im Berichtsstil.

In manchen Sequenzen empfinde ich 'Die letzte Flucht' etwas langatmig, doch im Gesamtbild ist der Schorlau-Band ausgezeichnet recherchiert und sehr lesenswert. Allerdings wird der Protagonist Dengler in diesem Band in seiner Aktivität als Ermittler eher zurückgestellt. Der andere Teil der Ermittlungen konzentriert sich auf die Berliner Kriminalpolizei. Einerseits lässt das den Reiz an der Galionsfigur Dengler im Vergleich zu den letzten fünf Bänden schmälern. Auf der anderen Seite ist die Tatsache auch wieder nachvollziehbar, da die Hauptkommissarin Finn Kommareck zu einer der Schlüsselfiguren des Romans wird.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, aufklärend - Schorlau eben!, 19. September 2011
Mit großer Vorfreude machte ich mich über den neuen Krimi von W. Schorlau her und wurde nicht enttäuscht.

Das Milieu, diesmal unser Gesundheitssystem, hat W. Schorlau in gewohnter Weise tief recherchiert und gestattet durch die Kunst der Komprimiertheit und das Einbindens in einen fiktiven Kriminalfall (Entführung eines Pharmastrategen und Vergewaltigung eines kleinen Mädchens) ebenso tiefschürfende Einblicke. Wer die Vorgängerbücher geniessen konnte, der wird hier seine Freude haben. Neueinsteiger können auch sehr gut mit dem sechsten Buch anfangen, aber da wohl die ganze Serie bald folgen dürfte, kann man auch mit Band eins anfangen.

Eins hat mich etwas ... irritiert: "Dengler zückte sein iPhone", es werden iPads ausgelobt .... ich perönlich mag Product Placement überhaupt nicht und mich verwundert, dass W. Schorlau dies hier vornimmt; unnötig und verstörend - für mich!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Temporeich, spannend, aber..., 11. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Flucht: Denglers sechster Fall (Taschenbuch)
Hallo,
wieder einmal gute Kost à la Schorlau. Was ich mag sind die gut recherchierten Hintergründe - spannend als Krimi verpackt. Rasche Szenewechsel, schnelle Dialoge und kurze Kapitel tragen zu dem enormen Tempo bei, das selbst bei den wenigen längeren Dialogen nicht stockt. Soll heißen, ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Dengler kommt wie gewohnt daher, seine Freundin Olga und ihr Umfeld erfrischen den drögen Schwaben, die Berliner Ermittler(in) kommen preußisch weg, wir man es in südlichen Gefilden wahrscheinlich erwartet. Das Ganze gibt Sicherheit, so dass die ungewohnte eigentliche Geschichte umso besser zur Geltung kommen kann. Zwar sind die Recherchen soooo neu nun auch nicht, dennoch dürften sie einer breiten Öffentlichkeit nicht in der Form und Umfang präsent sein - und genau das ist ja Schorlaus Leistung, eben solche Zusammenhänge mittels des Krimigenre zu verbreiten. Eigentlich hätte ich 5 Sterne vergeben, aber... die in meinen Augen völlig deplazierte und wahrlich störende "Untergeschichte" zum Thema Stuttgart 21 lässt mich nur 4 Sterne geben. Schade, S21 hätte vielleicht einen eigenen Krimi verdient. Aber der kommt noch, oder Herr Schorlau?
Viele Grüße
Stephan Peters
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannend, informativ, aktuell, 10. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Flucht: Denglers sechster Fall (Taschenbuch)
Der sechste Fall führt den Stuttgarter Privatermittler, ehemalig Polizeibeamter Georg Dengler nach Berlin. Eigentlich wollte er den Fall nicht übernehmen und war fast überzeugt, dass Professor Dr. Voss, ein renommierter Arzt an der Charite, der an einer Vergewaltigung eines Mädchens und ihrem Mord beschuldigt wird, dieses Verbrechen begangen hat. Doch schon die ersten Schritte in der Ermittlung zeigen dem Privatdetektiv, dass die Sache viel komplizierter und mehrschichtiger ist. Es gibt viele Manipulationen, die den Verdacht an den Professor geschickt lenken. Dengler ermittelt in dem Fall und wird auch selber schnell zu einem Verdächtigen, muss sich sogar verstecken.

Die Handlung des Krimis zieht in zwei Strängen, die nicht so schnell zusammengeknüpft werden können. Das macht den Roman zu einer spannenden und informativen Lektüre, wo auch der Leser seine eigenen deduktiven Fähigkeiten trainieren kann. Die Hauptkommissarin Finn Kommareck kann sich mit dem Gedanken einer Zusammenarbeit mit dem Privatdetektiv Dengler nicht anfreunden und verdächtigt ihn von Anfang an, was ihm besondere Schwierigkeiten macht. Und die Hauptkommissarin hat ihre Gesundheitsprobleme, die mit der Weiterentwicklung des Plots zusammenhängen.

Dirk Assmuss, ein hochrangiger Mitarbeiter eines Pharmakonzerns, wird gekidnappt und muss seinem Entführer lange Vorträge halten, weil der sich sehr dafür interessiert, wie alles in dem Bereich funktioniert, mit den neusten Forschungen, gekauften Studienergebnissen, kontrollierten Ärzten, überteuerten Preisen für die Medikamente, unglaublich großen Profiten usw. Das hat auch seinen Sinn, wie es sich später herausstellt. Da der Szenenwechsel (zwischen Dengler und Assmuss) genug regulär erfolgt, gibt es hier gewisse zeitliche Verwirrung, was die verschiedenen Erzählstränge angeht.

Außerdem hat Schorlau, wie in allen seinen Werken, auch hier eine aktuelle reale Geschichte integriert, was sein Roman stellenweise mehr publizistisch als belletristisch erscheinen lässt. Diesmal erzählt er über den Widerstand gegen Stuttgart 21, an dem Denglers Sohn aktiv teilnimmt. Aus den früheren Fällen Denglers ist mir diese Vorliebe des Autors bekannt, gefällt mir aber nicht besonders, weil es, meiner Meinung nach, das Buch in solchen Stellen zu einem kurzlebigen Zeitungsartikel machen kann. Wenn auch zu einem im Moment hochaktuellen.

Das bei Schorlau obligatorische Nachwort "Finden und Erfinden" macht einem ja fast schon Angst, da es noch mal bestätigt, dass die schockierenden Fakten über die korrumpierten Pharmakonzerne, die der Autor in seinem Buch verwendet, gar nicht aus den Fingern gesogen wurden. Der Autor hat den Mechanismus der Arzneimittelversorgung und die Probleme des Gesundheitswesens ganz klar dargestellt und das schwierige Thema gut recherchiert.

Das Buch liest sich schnell und trotz vieler spezifischer Informationen ziemlich leicht. Die Kapitel sind meistens kurz, die Sprache klar und deutlich, die Charaktere sehr lebendig. Das private Leben von Dengler wird auch ausführlich genug geschildert. Nur die Szenen mit den aufklärenden Gesprächen über die Machenschaften der Pharmaindustrie fand ich etwas zu trocken und in die Länge gezogen. Weil es aber das Hauptthema dieses politischen Thrillers ist, muss man die Seiten allerdings lesen, um die Hintergründe des Geschehens zu verstehen.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Ich kann es allen nachdenklichen Lesern weiterempfehlen, die sich bei Krimis nicht nur für die Action und Superhelden interessieren. Auf weitere Fälle Denglers bin ich gespannt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch über die Machenschaften der Pharmaindustrie!, 24. Mai 2014
Von 
Bernd Floyd "Kinkdyolf" (Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Flucht: Denglers sechster Fall (Taschenbuch)
"Die Letzte Flucht" von Wolfgang Schorlau ist zwar in erster Linie eine Kriminalstory, aber thematisch handelt es sich hier hauptsächlich um die Machenschaften der Pharmaindustrie. Wenn nur ein Bruchteil von dem zutreffend ist, was Herr Schorlau anhand seines Privatermittlers Dengler uns Lesern aufzeigt, dann bekommt man nicht nur das Grausen sondern auch Wut über die Raffgier und Verlogenheit dieses Industriezweiges.
Die Story ist packend und sehr gut verständlich geschrieben. Es ist ein Buch, welches ich bereits mehreren Freunden angeraten habe. Auch sie haben die Geschichte schnell und voller Begeisterung verschlungen. jedem, der auch neben einer spannenden Story, auch etwas über unser Gesundheitssystem erfahren möchte, dem möchte ich die "Die letzte Flucht" wärmstens empfehlen. Wolfgang Schorlaus Bücher haben mich bislang alle fasziniert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dengler in der Falle, 2. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Flucht: Denglers sechster Fall (Taschenbuch)
Mit seinem sechsten Buch der Reihe um Georg Dengler wagt sich Wolfgang Schorlau gleich an zwei brandaktuelle, politische Themen: die Pharmaindustrie und Stuttgart 21. Dieses Unterfangen ist um so gewagter als es Wolfgang Schorlau nicht in Gänze gelingt, die politische Haltung seines Helden für den Leser der ersten 5 Teile nachvollziehbar zu gestalten. So gerät Georg Dengler in die Falle, durch seinen Schöpfer zu politischen Handlungen getrieben zu werden, die der Leser ihm gar nicht zutraut.
Ein Highlight des deutschen, politischen Kriminalromans bleibt die Reihe um Georg Dengler allemal.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wieder ein sehr gelungener Krimi!!, 4. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Flucht: Denglers sechster Fall (Taschenbuch)
Wieder ein sehr guter, spannender Roman von einem der besten deutschen Krimi-Autoren! Immer mit viel Realitätsbezug, diesmal spielt Stutgart 21 eine grosse Rolle. Über die Handlung möchte ich gar nicht allzu viel verraten, das Buch baut jedoch kontinuierlich Spannung auf bis zum (Ende hin etwas absehbaren) Finale. Was mich diesmal etwas gestört hat, ist die penetrante, reißbrettartig schwarzweißmalerische Art, mit der die Pharmaindustrie hier dargestellt wird (nein, ich komme nicht aus der Branche!). Auch die Stuttgart 21-Bezüge sind manchmal zu vordergründig. Aber Wolfgang Schorlau ist eben ein Autor der eindeutig Stellung bezieht, immer noch besser als Autoren, die es jedem recht machen wollen. Die Qualität seiner Krimis leidet nicht darunter, alle 6 Dengler-Fälle sind spannend und jedem zu empfehlen, der Krimis mit politischem Bezug schätzt!
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Die letzte Flucht: Denglers sechster Fall
Die letzte Flucht: Denglers sechster Fall von Wolfgang Schorlau (Taschenbuch - 15. September 2011)
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