Kundenrezensionen


13 Rezensionen
5 Sterne:
 (1)
4 Sterne:
 (5)
3 Sterne:
 (3)
2 Sterne:
 (3)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen verkopft
Trägheit, Gefräßigkeit, Wollust, Zorn, Hochmut, Neid und Habgier sind die sieben biblischen Todsünden. Erzählungen zu schreiben, die sich ihrer thematisch annehmen, schien mir eine faszinierende Idee zu sein. Doch das Resultat kann mich nicht ganz überzeugen. Zu harmlos scheinen mir die irdischen Ausformungen der (immerhin! Tod-)Sünden,...
Veröffentlicht am 12. November 2009 von E. Oberbaum

versus
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen nicht überzeugend
Die meisten Erzählungen in diesem Band haben mich gelangweilt. Die Figuren waren verwechselbar und blieben nicht im Gedächtnis haften. Wenn ich eine Geschichte nicht am Stück fertig las, dann hatte ich am nächsten Tag vollkommen vergessen, worum es ging und in welcher Beziehung die Figuren zueinander standen. Ich musste wirklich wieder von vorn...
Veröffentlicht am 15. März 2010 von lollypop


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen nicht überzeugend, 15. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Lässliche Todsünden (Gebundene Ausgabe)
Die meisten Erzählungen in diesem Band haben mich gelangweilt. Die Figuren waren verwechselbar und blieben nicht im Gedächtnis haften. Wenn ich eine Geschichte nicht am Stück fertig las, dann hatte ich am nächsten Tag vollkommen vergessen, worum es ging und in welcher Beziehung die Figuren zueinander standen. Ich musste wirklich wieder von vorn beginnen. (Nur die Adelsgeschichte bildete eine Ausnahme, hier war auch die Sprache meiner Meinung nach anschaulicher und treffender ...) Mein Haupteinwand aber ist dieser: Die Absicht, gerade durch Alltagsgeschichten die Wuchtigkeit der "Todsünden" zu brechen, ging meiner Ansicht nach gar nicht auf. Es entstand Langeweile und oft konnten die Erzählungen den behaupteten Zusammenhang mit einer Todsünde nicht so recht verifizieren. Immer wieder habe ich nachschlagen müssen, um mich zu erinnern, um welche Sünde es aktuell gerade ging. Der Erzählband hat mich ganz und gar nicht überzeugt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen verkopft, 12. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Lässliche Todsünden (Gebundene Ausgabe)
Trägheit, Gefräßigkeit, Wollust, Zorn, Hochmut, Neid und Habgier sind die sieben biblischen Todsünden. Erzählungen zu schreiben, die sich ihrer thematisch annehmen, schien mir eine faszinierende Idee zu sein. Doch das Resultat kann mich nicht ganz überzeugen. Zu harmlos scheinen mir die irdischen Ausformungen der (immerhin! Tod-)Sünden, die sich Eva Menasse für ihre Texte ausgedacht hat. Natürlich ist der Stil der Autorin wie immer auf hohem Niveau angesiedelt, aber insgesamt fehlt den Erzählungen eine gewisse biblische Wucht, sie wirken auf mich eher wie theoretische Gebilde, also etwas verkopft. Da aber der inhaltliche Zusammenhang zwischen den einzelnen Geschichten mir gut gefallen hat, sind es doch vier Sterne geworden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Individuelle Vorstellungen von Moral., 11. Dezember 2009
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lässliche Todsünden (Gebundene Ausgabe)
Die in Wien geborene Journalistin und Autorin Eva Menasse, Halbschwester des Schriftstellers Robert Menasse, profilierte sich mit Kulturkritiken in so renommierten deutschen Zeitungen wie der Frankfurter Allgemeinen und der Zeit. In Ihrer ersten Buchveröffentlichung "Der Holocaust vor Gericht" berichtete sie über den Prozess gegen den selbsternannten Historiker und Holocaust Leugner David Irving. Für ihre erste Prosaveröffentlichung "Vienna", die eine erfundene katholisch-jüdische Wiener Familiengeschichte zum Inhalt hat, begeisterte sie die deutsche Kritik und erhielt dafür den Rolf-Heyne-Debütpreis. In diesem opulenten Roman "Vienna" zeichneten sich die Erzählstränge durch ihr Tempo und ihren signifikanten Witz aus, während Eva Menasse in ihrem neuen Prosabuch "Lässliche Todsünden" mit einer distanzierten und akribischen Sprache überrascht, die von Stimmtönen der Traurigkeit und des verfehlten Hoffens auf Glück begleitet wird.

In ihrem zweiten Roman, der eigentlich eine Erzählsammlung ist, schreibt die Autorin über das, wofür es vor 150 Jahren noch Fegefeuer gegeben hat und zwar Todeslängliches, nämlich für die Todsünden. Die einzelnen Geschichten, die Eva Menasse wieder nach Österreich zurückführen, berühren sich gegenseitig und gehen ineinander über, das heißt, die Handlungsstränge des Buches sind miteinander filigran verflochten und bilden durch eine Komposition kaleidoskopischer Beobachtungen einen Haupterzählstrang. Orte und Figuren tauchen auf, verschwinden und kehren in sich erschließenden Zusammenhängen wieder auf. Die einzelnen Erzählungen haben, wegen ihrer Vielschichtigkeit in sich, den Charakter von Miniatur-Romanen.

Es sind sieben short-stories, wobei die Figuren, ob abgewiesene Ehemänner, kraftlose Liebhaber oder bildungsfeindliche Künstler, alle dem Wiener Intellektuellenmilieu entstammen. Zum Teil sind es unscharfe Figuren, die in dem Roman kein gutes Bild hinterlassen, denn mit Raffinesse entlarvt die Autorin die Kulturbetriebspeinlichkeiten von Menschen, die eigentlich nichts wirklich Ernst nehmen, vor keiner hinterfotzigen Bösartigkeit zurückschrecken und auftretende bedeutsame Komplikationen weg frotzeln. In diesem Wiener Kulturbetriebsmilieu einer postmodernen Gesellschaft forscht Eva Menasse nach altertümlichen Paradigmen.

Betitelt sind die Geschichten, bei denen es um Sex- und Ehe- und Elternprobleme geht, tatsächlich nach den christlichen Todsünden. Der biblische Sündenkatalog kennt sieben Verbote, das sind Trägheit, Gefräßigkeit, Wollust, Zorn, Hochmut, Neid, Habgier. Daran entlang schreibt die Autorin ihre Geschichten. In Wollust" täuscht eine Ehefrau eine Hygiene-Hysterie vor und hält sich dadurch ihren Mann vom Lieb. . In "Trägheit" ergreift ein Mann die Flucht vor seiner an einer Neurose leidenden Frau. Der hochmütige Mann in der Geschichte "Hochmut" leidet an der Allmachtsphantasie, er denkt, wenn ich mich nur ändern könnte, dann würde sich die ganze Welt ändern, aber leider bin ich zu schwach. Aber weder stimmt das eine noch das andere.

Und so wird Sünde für Sünde über die Themen Liebe, Hass, Schuld und Sühne abgewickelt, dabei besticht die Autorin durch unerwartete Erzähl - Perspektivität. Es ist nicht nur In jeder Erzählung die Titel gebende Haupttodsünde enthalten, sondern die anderen Todsünden spielen auch eine Rolle, in kleineren oder größeren Dosen.

Der Buchtitel Lässliche Todsünden" vereint zwei, sich aus christlicher Sicht einander ausschließende Formen der Sünde. Lässliche Sünden sind laut katholischem Glauben entweder solche, die unbewusst oder zumindest teilweise unfreiwillig begangen wurden, während Todsünden schwere Vergehen gegen die Gebote darstellen. Folgerrichtig geht es in dem Buch nicht um schreckliche Verbrechen, die zu großen Tragödien führen, sondern um die kleinen Katastrophen des Alltags, um den Verrat von Freundschaft und Liebe, sexuelles Begehren das unerwidert bleibt, kurz um den ganz normalen menschlichen Egoismus und seine Folgen. Sind diese Sünden lässlich, weil es heute keine moralische Institution gibt die das abstraft? Haben wir damit auch die Sünde abgeschafft?

Die Moral, die vergangene Generationen noch hatte, war die Moral der Kirche, die nimmt immer mehr ab und damit wird die individuelle Freiheit größer und auch die Möglichkeit diesen Spagat zu machen um die erkannte Unmoralgeschickt auszubalancieren. In diesem Sinn sind diese Geschichte eigentlich zu verstehen, das heißt, Reste von schlechtem Gewissen sind noch vorhanden, aber die Todsünde hat längst ihr Pathos, ihre Donnerschlägen gleichende Macht, verloren. Heute ist es nur noch eine Eselei, ein Kavaliersdelikt.

Und davon weiß Eva Melasse in einer gelungenen Mischung aus Poesie und Ironie eine ganze Menge zur erzählen. Die Autorin glaubt nicht an eine höhere Instanz, vor der wir uns rechfertigen müssen, sondern immer nur voreinander und vor sich selbst, vor dem berühmten Spiegelbild". Sie denkt nicht in philosophischen Wertekategorien, sondern nur von Mensch zu Mensch. Da ist dieses Buch angesiedelt, denn jeder sollte wissen, wo er dem anderen auf die Zehen tritt, sollte aus vernünftigen Reflektionen lernen, sollte lernen sich zu versöhnen, sollte lernen auch einmal Entschuldigung zu sagen.

Bewusst gibt Eva Menasse in diesem Buch keine einfachen Antworten auf moralische Grundsatzfragen, sondern ermuntert den Leser sich ein eigenes Bild zum machen.

Fazit: Vielleicht müssen bei der individuellen moralischen Wertermittlung, "Leitplanken",stabile "Begrenzungspfähle" eingebaut werden, denn die Liebe, nach der wir doch alle so streben, ist ja eigentlich die Urmutter der sieben Todsünden. Die Liebe erweckt Habgier, weil man den anderen besitzen möchte, die Liebe macht Neid, man sonnt sich in der Zuneigung des anderen, das heißt man wird vielleicht auch hochmütig.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Wesenskern des Menschen, 26. August 2009
Von 
Günter Nawe "Herodot" (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lässliche Todsünden (Gebundene Ausgabe)
Der Titel des neuen Buches der österreichischen Autorin Eva Menasse "Lässliche Todsünden" ist ein Widerspruch in sich und in der christlichen (Moral-)Theologie nicht gebräuchlich. Nun aber ist Literatur keine Theologie, und so kann der Leser gespannt darauf sein, was Eva Menasse in ihrem neuen Buch daraus gemacht hat.

Eva Menasse hat - orientiert an den sieben Todsünden: Trägheit, Gefräßigkeit, Wollust, Zorn, Hochmut, Neid und Habgier - Erzähltexte geschrieben, die einerseits in sich geschlossen sind, andererseits doch viel miteinander zu tun haben. Ihre "Todsünden" sind allerdings nicht "gegen Gott gerichtet", sondern eher Reflexionen des eigenen Verhaltens. Der Begriff der Sünde wird bei Eva Menasse sozusagen säkularisiert

Auch wenn die Themen immer die gleichen sind. Um Liebe und Hass geht es und um Schuld und Vergebung. Nichts also hat sich geändert - nur, dass es den strafenden Gott nicht mehr zu geben scheint. So "bestraft" sich der "träge" Familienvater, der sich nicht gegen Frau und Tochter durchzusetzen weiß, selbst durch den Verzicht auf sein eigenes kleines Glück. Und da gibt es die hochmütige Karin und die wollüstige Hilde, die nur um "ihre eigenen Verletzlichkeiten" wissen. Den Kampf mit der Komplexität von Liebe und Sex kämpft ein junges Ehepaar, indem es sich gegenseitig zum Pfleger und Kranken und umgekehrt macht.

Es sind die Sünden der Alltäglichkeit, Momentaufnahmen des Lebens, die Eva Menasse mit den Möglichkeiten der Literatur schildert. Und das macht sie kunstvoll und sprachlich hervorragend. Den "Wesenkern des Menschen zu enthüllen" hat sich die Autorin zur Aufgabe gemacht. Das ist ihr mit diesen sieben kleinen Erzählungen bestens gelungen. Denn für die Autorin Eva Menasse sind "Bibel und christliche Theologie" immer noch "Kraftwerke künstlerischer Produktivität".

Dem Leser mag am Ende die Erkenntnis bleiben, dass die "Todsünden" des Menschen von heute in der Tat nur "lässlich" sind - und damit vergeben werden können: vom Menschen selbst.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein gelungener "Zweitling", 29. November 2009
Von 
Mag Wolfgang Neubacher "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lässliche Todsünden (Gebundene Ausgabe)
Nach ihrem Sensationserfolg "Vienna" hat sich Eva Menasse Zeit gelassen bis zum Erscheinen ihres nächsten Buches - es verstrichen rund 4 Jahre.
Nun liegt das Buch vor, versehen mit dem Titel "Lässliche Todsünden". Der Titel irritiert etwas: Die katholische Kirche kennt entweder lässliche Sünden o d e r Todsünden: Menasse relativiert offensichtlich mit dieser Titelwahl die Todsünden - und es sind beileibe keine riesigen Übertretungen der göttlichen Gebote, zu denen sich die Protagonisten der 7 Erzählungen hinreißen lassen.
In "Trägheit" geht eine Ehe kaputt. Da die Frau ganz offensichtlich Probleme bei der Erziehung ihrer (heranwachsenden) Kinder hat, bleibt Fritz, der Ex-Mann, "Papa für immer" (und verzichtet damit auf s e i n Glück).
"Hochmut" handelt von den 5 Kindern (vor allem von den 2 Söhnen) einer adeligen Familie, die als Erwachsene ganz verschiedene Lebensmodelle leben: stockkonservativ bis modern.
Manchmal berühren sich diese (7) Erzählungen, manche Figuren verschwinden und kehren wieder; ähnlich ist es mit den Orten.
Das Buch liest sich flott und amüsant - in Summe ein wirklich gelungener Erzählungsband.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen eher lässliche sünden...., 6. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Lässliche Todsünden (Taschenbuch)
Ich hab mich während des Lesens auch gefragt, was denn hier nun die Todsünden seien. Aber es geht hier wohl eher um die lässlichen Sünden denn um Todsünden. Es sind 7 Kurzgeschichten (weiter unten wird das in einer Rezension ganz kurz und bündig gut beschrieben) und ich vermute die meisten Leser werden sich in irgendeiner der Geschichten ein wenig wiederfinden (oder jemanden aus dem engeren/weiteren Freundes- bzw. Bekanntenkreis). Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind, sehr realistisch, verpackt in einer schönen Sprache, wienerisch/österreichisch, die Geschichten könnten aber überall passieren. Sehr aufmerksam dem einen oder anderen menschlichen Detail gegenüber. Ich hab's sehr gern gelesen. Nicht überragende, aber sehr nette, unterhaltsame, manchmal nachdenklich stimmende aber auch amüsante Literatur.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Moralische Relativierung, 29. August 2011
Von 
Th. Leibfried "TL" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lässliche Todsünden (Gebundene Ausgabe)
Eva Menasses erster großer prosaischer Erfolg war der Roman "Vienna". Die Erzählungen "Lässliche Todsünden" sind ihr zweites Werk, von der Kritik durchaus wohlwollend aufgenommen. Eva Menasse ist die (Halb-)Schwester des österreichischen Schriftstellers Robert Menasse.

Die sieben Erzählungen tragen als Titel jeweils eine der sieben Schlechtigkeiten, die im katholischen Katechismus als Todsünden bezeichnet werden: Hochmut, Habgier, Wollust, Zorn, Gefräßigkeit, Neid und Trägheit. Nur dass der Leser bei den Erzählungen nicht sofort auf diese Titel käme. Wenn Menasse nicht im Anschluss bei der Zahl sieben an die sieben Todsünden gedacht hat und diese dann den Erzählungen zugewiesen hat, dann wollte die Autorin ihrer Kritik an der katholischen Definition Ausdruck verleihen und hat ganz bewusst verharmlost. So entzieht sie dem angeblich so Schlimmen die Bedeutung und relativiert in meinen Augen richtigerweise in Sachen Moral.

Die Frauen in Menasses Erzählungen erscheinen mir mit all ihren Schwächen dennoch stärker zu sein als ihre männlichen Pendants. Zumindest sind sie ernsthafter, reflektierter. Was einerseits seinen guten Grund haben dürfte, andererseits in der Natur der Sache liegt, wenn eine Frau schreibt.

Drei Sterne für diese Erzählungen, Tendenz in Richtung vier Sterne. Ich mag die drei Sterne nicht als kritisch verstanden wissen, aber für vier reicht es meinem Empfinden nach nicht. Da ich kein passionierter Leser von Erzählungen bin, müssen mich diese außergewöhnlich packen, damit ich zu vier oder gar fünf Sternen greife, wie ich es beispielsweise bei Peter Stamms Erzählband "Wir fliegen" getan habe. Aber ein Fehlgriff ist Eva Menasses Buch wirklich nicht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fein gesponnene Kurzprosa im Mikrokosmos, 25. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lässliche Todsünden (Taschenbuch)
Das Buch enthält 7 Kurzgeschichten, die thematisch den 7 Todsünden zugeordnet sind. Manche Protagonisten und Orte sind sympathischerweise im Mikrokosmos des Buches verbunden. Dargestellt wird die obere Wiener Mittelschicht.

Inhalt:
Trägheit - ein Mann der zu träge ist ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Gefräßigkeit - eine homoerotische Lehrerin-Schülerin-Beziehung.
Wolllust - die unerfüllte Lust eines Mannes auf seine hypochondrische Frau.
Zorn - der gegenseitige Zorn einer jungen Mutter und ihres Kindes.
Hochmut - ein Adeliger und seine Verachtung für die Gesellschaft, nach deren Regeln er doch lebt.
Neid - das Begräbnis des Sohnes eines Professors, das seine ehemaligen Studenten wieder zusammenführt.
Habgier - ein Politiker, der eine legitime Honorarforderung wie Gier aussehen lässt.

Menasse erzählt in knappen Sätzen abgerundete Geschichten, durchzogen von treffenden sozialen Beobachtungen und frischen sprachlichen Bildern.

Einziger Kritikpunkt: Die Zuordnung von Themen und Geschichten überzeugt nicht immer. Die Verknüpfung zur "Gefräßigkeit" in der Geschichte einer homoerotischen Beziehung zwischen einem Schulmädchen und ihrer Lehrerin etwa, sucht man vergeblich. Auch in der Geschichte "Zorn" steht eigentlich die beginnende Affaire der Mutter zu ihrem Nachbarn im Vordergrund. Und in "Neid" steht der Verrat des ehemaligen Assistenten des Professors bzw der Hass zwischen ihm und seiner Ex-Frau im Mittelpunkt der Geschichte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


19 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen It's A Sin?, 8. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Lässliche Todsünden (Gebundene Ausgabe)
Um gleich ehrlich zu sein, ich konnte mit den meisten der sieben Erzählungen von Eva Menasse nicht viel anfangen. Sowohl Handlungen als auch die Personen selber fand ich nicht sonderlich interessant - da hat man bei z.B. Anna Gavalda oder auch sogar Doris Dörrie schon wesentlich treffendere Geschichten aus dem Beziehungsalltag gelesen. Das Konzept mit je einer passende Todsünde pro Geschichte wirkt auf mich sehr konstruiert. Für mich waren es ganz normal-alltägliche Geschichte ohne das ich sagen würde, hier sind besonders schlimme Taten/Sünden geschehen. Für Todsünden war mir das alles nicht dramatisch genug bzw. die handelnen Personen nicht genug Konflikten und (Schuld)gefühlen ausgesetzt. Am gelungensten fand ich den Beitrag zum Thema "Habgier" - eine Journalistin soll einen Rechercheauftrag aus purem Idealismus tätigen, was sie irgendwie nicht einsieht und die Entwicklung daraus sind interessant und auch überraschend, aber der Begriff "Habgier" ist mir dafür einfach zu drastisch und nicht passend.
Irgendwie denkt man (zumindest ich) ja bei Todsünden sofort an David Finchers Film "Sieben", was vielleicht auch die Erwartungen zu diesem Buch beeinflusst hat und deshalb auch die möglicherweise zu harte Bewertung. Sorry, Frau Menasse.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Lässliches Buch, 30. September 2010
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lässliche Todsünden (Gebundene Ausgabe)
Die einzige Todsünde in diesem Buch: Es wurde geschrieben. Die Autorin bemüht Klischees. Da ist das verheiratete Weichei, das zu gern mal seine Hautkranke Frau besteigen möchte, sich aber nicht traut. Stellvertreterrollen? Wofür? Für die Frau(en), die sich in ihre Krankheit zurück ziehen: 'Ach Liebling, ich habe heute meine Migräne''. Nee, das ist mir zu platt.
Die Geschichten sind kurz und abgerissen, die Sprache ist so pappig wie der Einband. Nicht überall wo Literatur draufsteht ist auch Literatur drin! Was mir fehlte: Sprachwitz, Ironie, Humor, Denkanregungen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Lässliche Todsünden
Lässliche Todsünden von Eva Menasse (Gebundene Ausgabe - 18. August 2009)
EUR 18,95
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen