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5.0 von 5 Sternen Über den Tod, ..., 7. Oktober 2008
Von 
monsieur le M (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die Erzählungen (Gebundene Ausgabe)
... oder das Leben.
Die ersten Gedanken waren schwer zu sortieren, der Rahmen schwer zu schaffen, die kurzen Erzählungen schwer zu begreifen, - zugegeben. Zumindest dann, wenn man "Die Erzählungen", insgesamt 26 Geschichten, wie einen Roman zu lesen versucht.

Manches ist (alb)traumhaft. Dann, wenn die Rohrdommeln den drei Männern die Augen aushacken zum Beispiel, & diese dann blind & orientierungslos durch die Straßen irren, ungreifbar, beängstigend, wie Gespenster. Überhaupt. In den Erzählungen toben die Geister. Nicht die Schreckgespenster, nicht die mit Ketten Rasselnden. Die Verstorbenen verschwinden nur einfach nicht, sie suchen weiterhin einen Sinn; viele verstehen nicht, dass sie tot sind. Keiner sieht sie, keiner hört sie; zwischen den Zeiten vergehen Ewigkeiten, & die Welt ändert sich so rasant, dass sie es nur aus den Augenwinkeln bemerken. Der eine, im Wahnsinn versunken, erkennt zum Beispiel seine Todesstarre & versucht sie zu akzeptieren; der andere verharrt an einem Altar & bringt die Rosen in Unordnung in Erinnerung an sein Leben oder aus Dankbarkeit. Das ist dann auch schon alles. Der Tod ist nur der Tod ist nur das Leben.

Vieles ist traumhaft, unwirklich, - darum vielleicht schwer zugänglich. Ob sich nun die Frau mit den blauen Augen mit ihrem Liebsten im Traum trifft, der sie nach dem Aufwachen immer wieder aufs Neue vergisst, oder ob Isabel beim Regen in Macondo jedes Zeitgefühl verliert: Die Sprache kennt ihren Sog, sie zieht einen hinein, & am Ende jeder Erzählung möchte man weiterdenken, sich fragen: Und wie weiter?

Aber das reicht nicht. Es geht immer weiter. Alltäglichkeiten, Trivialitäten vielleicht, - wie der Zahnarzt, der dem Bürgermeister den Weisheitszahn zieht, - die sich ineinander verschlingen, aneinander reihen, & damit Márquez' Facettenreichtum verdeutlichen. Sicher. Man merkt, er entwickelt im Laufe der Jahre immer mehr seinen eigenen Stil; bei welchem Autoren ist das nicht so?

Es ist dunkel, es ist düster, es gibt selten Hoffnung, & die Liebe ertaubt fast im Geschrei der Sehnsucht, die zwischen den Zeilen ist. Aber es darum weniger lieben? Es gehört eben dazu, es ist oft furchtbar, - gerade für diejenigen, die sich in die kurzen Zeilen stürzen, sich die Stimmungen der Protagonisten aneignen, - & manches bleibt beim ersten Lesen unverständlich, während man sich bei anderen Überlegungen ertappt, sie schon einmal selbst gedacht zu haben. (Wie der Mann, der sich über sein eigenes Spiegelbild wundert). Das Übersinnliche bleibt. Vielleicht als Essenz, vielleicht nur als Option. Die Facetten dazwischen machen es aus.

"Die Erzählungen" sind in jedem Fall für diejenigen empfehlenswert, die Márquez' Bücher kennen, & schätzen.
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Die Erzählungen
Die Erzählungen von Gabriel García Márquez (Gebundene Ausgabe - 21. August 2008)
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