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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Notizen aus der Provinz, 13. September 2006
Von 
Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Hundert Jahre Einsamkeit: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das ist wirklich ein Klassiker. Nicht etwa, weil das Buch alt ist oder besonders berühmt. Der Autor hat danach noch viele erfolgreiche Bücher veröffentlicht, und so ist dieses Werk zu unrecht etwas in den Hintergrund geraten. Es ist ein Klassiker, weil es eine Unmenge an klassischen Geschichten enthält, einen Fundus, aus dem man sich immer wieder bedienen kann, und der als Vorlage für vielleicht ein Dutzend Romane problemlos reichen könnte.

Erzählt wird das Schicksal eines Dorfes, und damit auch einer großen Famillie, irgendwo im Nirgendwo Lateinamerikas. Man merkt eigentlich nicht, wie die Zeit vergeht - es sei denn in der Abfolge der verschiedenen Generationen. Aber auch wenn es tiefste Provinz ist, wo die Einwohner die Dramatik der Geschichte nur durch gelegentliche Botschaften, durch seltene Ausblicke in die Welt erfahren, hier passieren wirklich spannende Dinge: Menschen lieben, sterben, kämpfen um ihr Glück, bekommen Kinder, werden in Ehren alt oder verrückt, haben Erfolg oder scheitern. In den intensivsten Momenten des Buches haben sie Sehnsucht.

Das Buch wird auch sprachlich sehr gelobt, hier muss ich aber sagen, das der Rezensent der Muttersprache des Autors, also dem Spanisch, leider nicht mächtig ist, also darüber nur schwer eine Aussage treffen kann. Die deutsche Übersetzung liest sich schön, auch wenn es nicht immer einfach ist, die vielen Personen, Namen und Geschichten immer auseinander zu halten.

Wie schon gesagt, ein Klassiker.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schillernder und vor Phantasie strotzender Jahrhundertroman, 7. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Hundert Jahre Einsamkeit: Roman (Gebundene Ausgabe)
Marquez' berühmtester Roman, einer der bedeutendsten Vertreter des magischen Realismus, ist ein literarisches Ungetüm. Hundert Jahre, viele Generation folgen wir der Geschichte der Familie Buendia, die mitten im tiefsten Urwald ein Dorf aufbaut - Macondo - und deren oft tragischen Erlebnissen wir fortan folgen.

Es handelt sich um keinen Roman im eigentlichen Sinne, vielmehr eine Ansammlung unzähliger Anekdoten und Episoden, die lose miteinander verknüft sind. Wenn es so etwas wie einen roten Faden gibt, dann ist es die Einsamkeit, die dieser Familie wie ein Fluch anlastet, und schlussendlich auch ihr Schicksal besiegelt. Ohne einer richtigen Geschichte gelingt es Marquez dank seiner unbändigen Phantasie, nicht nur einen ganzen Ort mitsamt seiner Einwohner zum Leben zu erwecken, sondern auch das Interesse des Lesers zu wecken. Hier treten prophetische Zigeuner auf, Plagen überziehen das Dorf, mal befällt jeden Einwohner Stummheit, dann steigt ein Mädchen wortwörtlich zum Himmel auf, Söhne ziehen aus und schließen sich der Revolution im Lande an, einer wird gar zum Anführer und zeugt fast zwanzig Söhne - es mangelt nicht an Ideen, und derart geschickt wird hier Alltägliches mit phantastischen Elementen verwoben, das es nur stimmig erscheint, wenn Wunder vollbracht werden, und sich Tragödien ereignen. Was oft absurd und grotesk anmutet, ist innerhalb des Werks immer stimmig, und das ist eine Leistung von Marquez, die man kaum genug würdigen kann.

Im letzten Drittel wird es bisweilen unübersichtlich, kaum noch behält man den Überblick über alle Charaktere. Hierfür entschädigt das grandiose Ende.

Die größte Errungenschaft des Romans ist seine sprachliche Schönheit, die einem zuweilen den Atem nimmt. Vergleichbares findet man nicht oft, mir fallen da nur Hugo und Melville ein. Hier ist ein Titan der Sprache am Werke, aus jeder Zeile sprießt seine schillernde, vor Phantasie überbordernde, wortgewaltige Begabung hervor. Marquez könnte die Beschaffenheit einer kahlen Wand beschreiben, es wäre noch immer ein Lesegenuss.

Jahrhundertroman, Weltliteratur, Nobelpreisträger - mehr muss nun nicht mehr gesagt werden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literatur, die einen wie eine große Woge mitreißt, 24. Juni 2012
Von 
Pj - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Hundert Jahre Einsamkeit: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist ein echtes "Magnum Opus" zum tief eintauchen. Wer schnelle Literatur mit klaren Handlungssträngen liebt der wird sich schwer tun.

Gabriel Garcia Marquez beschreibt anhand von sechs Generationen der Familie Buendia die hundertjährige Geschichte eines Dorfes, welches von einer kleinen Gruppe an Freidenkern im kolumbianischen Sumpf errichtet wird. Vom Aufbau via Bürgerkrieg, Revolution und Industrialisierung bis hin zum Verfall des Dorfes darf der Leser tief eintauchen und mitfiebern. Es gibt viele Charactere, erschwerend tragen sie zum Großteil immer wieder die selben Namen. Verstorbene spielen als Geister weiterhin eine aktive Rolle. Daher kann schonmal der Durchblick verloren gehen. Aber dem wunderbaren Leseerlebnis tut das keinen Abbruch: da fügen sich Realität und Fantasie zu einem magischen Traumgebilde zusammen. Irrwitz, Abstrusität, Brutalität und Liebe vermengen sich zu einer ganz eigenen Stimmung.

Erst dreissig Jahre nachdem dieses Buch den Literaturolymp erobert hat habe ich es gelesen - und ich war hin und weg. Ich freue mich immer sehr über Bücher, die einen aufgrund ihrer Dichte und Tiefe davontragen...die wie eine Woge über einem zusammenschlagen. Dieses Buch gehört für mich ganz klar dazu und ich kann es jedem, der ähnlich gerne im Buch versinkt, empfehlen.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein klassiker, 18. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Hundert Jahre Einsamkeit: Roman (Gebundene Ausgabe)
gehört zu den romanen, die man gelesen haben muss!..

- die südamerikanischen buddenbrooks -

niemand geringerer als reich- ranitzki hat mir dieses buch empfohlen und in den höchsten tönen gelobt

,, man liest es zwei- drei mal und findet wieder neue interessante nuancen..

die komplexen zusammenhänge dieser familiengeschichte

erschliessen sich dem leser nicht beim ersten genuss..

der begnadete erzähler schafft es auf jeder seite,die atmosphäre seiner südamerikanischen heimat mit enormer dichte, mit humor und phantasie zu vermitteln

mit abstand mein lieblingsroman!!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Almanach der Toten, 23. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Hundert Jahre Einsamkeit: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mit diesem lange vorbereiteten Roman (1967, "Cien años de soledad") gelang dem kolumbianischen Schriftsteller ein geradezu spektakulärer Erfolg und eine der überragenden Leistungen der lateinamerikanischen Literatur. Im Zentrum steht die scheinbar geradlinige, in Wirklichkeit aber zyklisch verlaufende Familiensaga der Buendía im imaginären Dorf Macondo, das einerseits ein wirklichkeitsgetreues Abbild von Garcia Márquez` Geburtsort Aracata darstellt, aber auch dessen symbolische Abwandlung.

Anfang des 19. Jh.s muss José Arcadio Buendía seinen Heimatort Riohacha wegen eines Mordes verlassen. Nach einem Traum gründet er mit seiner Frau Ursula den utopischen "Ort der Spiegel" und nennt ihn Macondo. Das Dorf steht metaphorisch für Kolumbien und erlebt hintergründig-symbolisch die Geschichte dieses Landes: Bürgerkriege pro und contra Liberalismus, Anschluss and das Eisenbahnnetz, den Guerra de los Mil Días von 1899-1902, ebenso wie die Ausbeutung durch die nordamerikanische United Fruit Company, genannt La Frutera.

Wie eine Fruchtbarkeitskgöttin steht Ursula, die blinde "Mama grande" im Strom des Geschehens. Über sieben Generationen entsteht die schier unentwirrbare Genealogie durch Schändungen und Inzest und die Namensgleichheit der zahlreichen Nachkommen verbürgt die Kontinuität des Archetyps. Auf allen Generationen lastet der Fluch des Unvermögens, eine bewusste Beziehung zu sich und der Welt ausserhalb dieses Mikrokosmos herzustellen. Einer der beiden Söhne José Arcadios, Oberst Aureliano Buendía, der 32 Aufstände anzettelt und jedesmal scheitert, der mit 17 Frauen 17 Söhne zeugt, die alle in einer Nacht getötet werden, der Attentate und Selbstmordversuche überlebt, verkörpert eine turbulente Absurdität. Schliesslich erweist sich die 100jährige Familiengeschichte geheimnisvoll vorherbestimmt, denn der verstorbene Zigeuner Melquiades hat sie in allen Einzelheiten in einer Schrift (nicht unähnlich prä-kolumbianischer Totenbücher) vorausgesagt. Doch erst der letzte Aureliano ist in der Lage, diesen Almanach zu entschlüsseln.

Als Erzähler ist Garcia Márquez omnipräsent und nichtexistent zugleich, da das Pergament des Zigeuners Melquiades die Romanwirklichkeit vorschreibt. Somit beschreibt er auch einen unverwechselbar lateinamerikanischen Fatalismus, gemischt mit Widerstand und Trotz ("se sufre pero se aprende") - Auflehnung gegen Gesetze des Lebens, Plagen, Herrschaft des Bösen, apokalyptische Einlösung von Schuld - aber auch das Recht auf Stolz. Garcia Márquez hilft uns, hinter dem Gemetzel der Bürgerkriege, hinter den Toten und Gemarterten, auch die Herausbildung einer authentischen kolumbianischen Identität zu erkennen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unerlöster Kontinent namens Macondo, 24. September 2010
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Hundert Jahre Einsamkeit: Roman (Gebundene Ausgabe)
Hundert Jahre Einsamkeit ist García Márquez' Meisterwerk. Auf fast schon zauberische Weise verbindet der Autor Elemente der eigenen Familiengeschichte mit Schlüsselthemen der lateinamerikanischen Historie und Anklängen an universelle Mythen. Ganz Südamerika erkannte sich in Hundert Jahre Einsamkeit wieder und fand sich geradezu schmerzhaft schön porträtiert. García Márquez schuf ein vor rasenden Leidenschaften, kuriosen Einfällen und schweren Schicksalsschlägen überbordendes Universum namens Macondo - ein kleines Dorf im Urwald, in dem die Familie Buendía über sieben Generationen hinweg lebt, liebt, sündigt, streitet und leidet. Zur Wunderwelt von Macondo gehören untote Ahnen, gewaltige Gemächte und zum Himmel fahrende Jungfrauen; das alles machte das Buch zum leuchtenden Beispiel des so genannten magischen Realismus. Entlang einer mitunter karnevalesk, dann wieder melodramatisch erzählten Handlung entwirft der Autor das Panorama eines unerlösten Kontinents, dessen Bewohnern es noch nicht gelungen ist, den Weg in die Freiheit zu finden.
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Hundert Jahre Einsamkeit: Roman
Hundert Jahre Einsamkeit: Roman von Gabriel García Márquez (Gebundene Ausgabe - 13. November 2006)
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