Amazon.de: Kundenrezensionen: Chronik eines angekündigten Todes

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen großartiges Meisterwerk der lateinamerikanischen Literatur
Gabriel García Márquez läßt seinen Roman „Chronik eines angekündigten Todes" (erstmals 1981 erschienen) in einem Dorf an der kolumbianischen Karibikküste spielen. Hier findet eine Heirat statt. Als eine frühere Entehrung festgestellt und auch veröffentlicht wird, findet daraufhin auch die Rache des Dorfes statt. Dabei thematisiert Garcia Marquez aber weniger...
Am 15. August 1999 veröffentlicht

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versus
3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen skurril, oder: 119 1/2 Seiten Fragezeichen
Die Täter sind bekannt, die Tat ist nicht geheim, das Motiv wird offen genannt, die Zeugen sind zahlreich, das verhängte Strafmaß ist bekannt.
Spannung ist es sicherlich nicht, was den Leser bei der Stange hält, schließlich ist der Titel Programm, der Klappentext verrät alles; glauben Sie jedoch nicht, es würden sich Ihnen beim Lesen keine Fragen stellen!
Der Leser...
Veröffentlicht am 6. März 2004 von melafo

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen großartiges Meisterwerk der lateinamerikanischen Literatur, 15. August 1999
Von Ein Kunde
Gabriel García Márquez läßt seinen Roman „Chronik eines angekündigten Todes" (erstmals 1981 erschienen) in einem Dorf an der kolumbianischen Karibikküste spielen. Hier findet eine Heirat statt. Als eine frühere Entehrung festgestellt und auch veröffentlicht wird, findet daraufhin auch die Rache des Dorfes statt. Dabei thematisiert Garcia Marquez aber weniger dieses Verbrechen in einer patriachalischen Gesellschaft, denn die Haltung der Leute, die einen Mord begehen ohne den heuchlerischen Ehrenkodex zu hinterfragen oder in Zweifel zu ziehen. Der angeklagte Verführer muss sterben, damit die Rache vollzogen ist. Der Autor lässt mit diesem Werk eine minutiöse Rekonstruktion der Ereignisse zu, da er mit peinlichster Genauigkeit das Geschehen beschreibt. Auf eine meisterhafte Art lässt er den Leser an dem Geschehen teilnehmen und die Handlungen hinterfragen. Man kann dieses Buch auf eine vielfältige Art und Weise lesen. Egal ob man für seine persönliche Interpretation den Schwerpunkt auf der politischen oder sozialkritischen Problematik legt oder ob man das Werk mehr als Krimi ansieht, es bleibt immer ein großartiges Meisterwerk der lateinamerikanischen Belletristik. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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38 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schicksal oder "Tradition"?, 17. Mai 2007
Von Heike Geilen (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
In "Chronik eines angekündigten Todes" verarbeitet Gabriel García Márquez sein vielleicht schmerzhaftestes Jugenderlebnis, den Mord an seinem Freund Cayetano Gentile Chimento. Beinahe 30 Jahre lang dauert es, bis er die Geschichte aufschreiben kann, da er seiner Mutter versprechen musste, dies zu unterlassen, solange die Mutter des Opfers lebe. Dennoch bleibt er von diesem Ereignis so besessen, dass er auch nach Jahren nichts vergessen hat.

Im Gegensatz zu klassischen Kriminalromanen ist in diesem Buch von der ersten Seite an klar, wer das Opfer und wer der Mörder ist. Die schöne Angela Vicario wird in der Hochzeitsnacht von ihrem Mann nach Hause geschickt, da sie nicht mehr unberührt ist. Unter Zwang gibt sie ihren Brüdern den Namen des vermeintlichen Täters bekannt: Santiago Nasar. Um die Ehre der Familie wiederherzustellen haben die Gebrüder Vicario nur eine Möglichkeit, sie müssen Santiago Nasar töten.

Viele Jahre später rekonstruiert der Ich-Erzähler, ein Freund Santiagos, in allen Einzelheiten den Tag des unfassbaren Geschehens. Er versucht, "den zerbrochenen Spiegel der Erinnerung mit Hilfe von so vielen verstreuten Scherben wiederherzustellen." Er analysiert, wie und warum es möglich war, dass ein so offen angekündigtes Verbrechen geschehen konnte. Zudem schien es Niemanden zu interessieren, ob die Anschuldigungen überhaupt der Wahrheit entsprachen. Stück für Stück wird ein Geflecht aus Ignoranz, Passivität, falschen Interpretationen und Verkettung unglücklicher Zufälle aufgedeckt.

Großartig ist der Erzählstil Gabriel Garcia Marquez. Er ist in der Lage, die Schicksale seiner Protagonisten so lebendig zu beschreiben, dass man meint, mitten im Geschehen zu stehen und mit eigenen Augen zuzuschauen.

Fazit:
Gabriel Garzía Marquez offeriert in dieser kurzen Erzählung ein wahres Panoptikum südamerikanischen Lebens. Er schafft es, Stimmungen, Empfindungen, ja mitunter sogar Geräusche und Gerüche vor den Augen des Lesers zu entfalten. Er gewährt Einblicke in uralte Traditionen und Gesetze und zeigt die Unfähigkeit der Menschen, diese abzustreifen.

Das Buch wirft viele Fragen auf: Was ist Schicksal, wozu ist eine menschliche Gemeinschaft fähig und was für Konsequenzen haben alte Traditionen.

Für alle, die dieses Kleinod noch nicht kennen - es ist auch ein wunderbarer Einstieg in das Werk des Literaturnobelpreisträgers, in seine Welt des magischen Realismus.

"Unser Leben ist nicht das, was geschah, sondern das, was wir erinnern und wie wir es erinnern".
Gabriel García Márquez
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Alte Moralvorstellungen treiben in den Tod, 29. Dezember 1999
Von Ein Kunde
In einer kleinen Stadt in der Karibik feiert man ein rauschendes Hochzeitfest. Die Welt scheint in Ordnung zu sein und die Beteilgten am Ziel ihrer Träume. Doch die Hochzeitnacht ändert von einer Minute zur nächsten das Zusammenleben im Dorf, denn die Braut ist nicht mehr unberührt. Ein Verstoß gegen die ungeschriebenen Gesetze, der umgehend gesühnt werden muß. Eine gnadenlose Todesmaschenerie wird in Gang gesetzt. Die Braut wird verjagt und ihr "Entehrer" ist von der Dorfgemeinschaft zum Tode verurteilt. Marquez beschreibt präzise, wie sich das Unheil zusammenbraut und die ganze Stadt in seinen Bann zieht. Präzise und fast schon eiskalt zeigt Marquez auf, wie fast ohne den geringsten Zweifel die Dorfbevölkerung dem Rachefeldzug mitverfolgt. Stunde ür Stunde, Minute für Minute nähert sich der Tod und es gibt kein Entrinnen. Wie immer überzeugt Marquez nicht nur damit, was er erzählt, sondern vor allem wie er es erzählt. Sein Stil bleibt einmalig. Er bringt seinen Lesern diese zauberhafte und uns fremde Welt nahe. Dieses Werk kann auf vielfache Weise diskutiert werden. Der eine mag sich auf die Kritik an den sozialen verhältnissen stürzen, andere auf die Struktur des Dorfes, die Moralvorstellungen oder einfach auf das Thema schlechthin bei marquez, nämlich die Liebe. "Chronik eines angekündigten Todes" ist ein Marquez durch und durch, wenn ich auch die Magie anderer Werke etwas vermißt habe. Trotzdem ist es eine schöne Lektüre für kalte Winternächte oder warme Sommertage. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Fesselnd und doch manchmal beunruhigend, 26. August 1999
Von Ein Kunde
Dieser Roman von Gabriel Garcia Marquez beginnt wirklich eigenartig und löst dabei gleich ein etwas beklemmendes Gefühl beim Leser aus. Der Erzähler beginnt wie ein Journalist eine uralte Geschichte zu erzählen, wobei er zwischen nüchterner Darstellung der Tatsachen und Interview-ähnlichen Situationen wechselt.

Santiago Nasar, ein junger und doch gleichzeitig reicher Großgrundbesitzer wird umgebracht. Alle, so scheint es, alle außer ihm wissen davon, selbst der Priester des kleinen Ortes. Was ist geschehen? - Das ganze Wochenende über hat ein rauschendes Fest stattgefunden, die Hochzeit Bayardo San Romans mit einer wunderschönen jungen Frau des Ortes. Diese fand leider ein trauriges Ende, als Roman feststellte, daß seine Frau keine Jungfrau mehr ist und sie zu ihrer Familie zurückbrachte. Und diese sinnt nun auf Rache und bringt den scheinbar schuldigen Nasar um.

Marquez beschreibt in sener ganz eigenen Weise eine Situation, wie sie sich sicherlich oft wiederholt, wobei er scheinbar das Finale vorwegnimmt, doch gerade dadurch entsteht eine unglaubliche Spannung der sich der Leser kaum entziehen kann. Zu dem ist dies eine sehr ernste Geschichte, die wert ist, daß man darüber nachdenkt! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Leben zwischen Moral und Ehre, 2. Juni 2003
Der Roman behandelt meiner Ansicht nach zwei Themen, die miteinander verflochten sind: Zum einen die Moral, die nicht für alle gilt, der sich z.B. die Aristokraten entziehen und sie für sich ausnutzen können und die für die Armen unerschwinglich ist. Zum anderen die Ehre, die wiederum nur wenigen etwas bedeutet und die bei diesen zur Triebfeder ihres Handelns wird. Der Mord geschieht aus dem Grund, weil jemand gegen die Moral verstößt und ein andrer zur Wiederherstellung der Ehre seiner Familie für diesen Moralverstoß Konsequenzen fordert und diese erhält. Der Zufall spielt die dritte Hauptrolle in diesem Drama. Denn der Tod wäre an mehreren Punkten der Erzählung zu verhindern gewesen.
Die sprachliche Kunst Garcia Marquez', die glücklicherweise auch in der Übersetzung zum Ausdruck kommt, macht das Buch alleine lesenswert.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Stilistisch beeindruckend!, 20. März 2000
Von Ein Kunde
"Chronik eines angekuendigten Todes" ist fuer mich eines der herausragendsten Beispiele der aussergewoehnlichen Erzaehlkunst von Gabriel Garcia Marquez. 27 Jahre nach der Tat bemueht sich der Erzaehler, die verschlungenen Faeden von Liebe, Eifersucht, Schuld und Ehrgefuehl zu entwirren, die zum Tod von Santiago Nasar gefuehrt haben. Er wird beschuldigt, vor ihrer Hochzeit mit einem anderen Mann mit Angela Vicario geschlafen zu haben. Angelas Brueder haben keine andere Wahl als Santiago zu toeten - das ganze Dorf weiss Bescheid, und trotzdem wird Santiago Nasar sterben. Ein glaenzendes Zeugnis fuer vertrackte Familienverhaeltnisse und die Macht des Ehrgefuehls in Suedamerika. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen, vor allem im Hinblick auf seine stilistische Geschlossenheit und Stringenz. Ausserdem bietet es unterhaltsame Lektuere.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Wer hat Schuld?, 24. Oktober 2008
Eine junge Braut wird noch in der Hochzeitsnacht in ihr Elternhaus zurückgebracht, da sie nicht mehr jungfräulich ist. Man macht sich auf, um den "angeblichen" Täter zu töten.
Vor der Kulisse einer kolumbianischen Hafenstadt lässt García Márquez diese "ehrenhafte" Tat geschehen. Und auch wenn man schon auf der ersten Seite im ersten Abschnitt erfährt wer das Opfer sein wird und wenige Seiten weiter, wer die Täter sind, ist es doch ein recht interessantes Buch, denn immerhin bekommt man eine Vielzahl an Personen vorgesetzt, an deren Leben man zumindest ansatzweise teilnimmt, da sie alle etwas mit dem Mord zu tun haben. Und da García Márquez nun einmal herausragend erzählen kann, wirkt hier alles so lebendig als wäre man unmittelbar dabei, man sieht die Menschen und Orten regelrecht vor sich. Wie schon in anderen Werken des gleichen Autors ist auch hier eine Chronologie der Ereignisse nur bedingt gegeben, was daran liegt, dass der Erzähler dieser Chronik mehrere Jahre nach dem Verbrechen möglichst viele Zeitzeugen zu Wort kommen lässt und somit mal alles aus Sicht des einen, dann wieder aus Sicht des anderen, manchmal auch überschneidend, erzählt. Bis kurz vor Ende war ich eigentlich noch nicht 100%ig davon überzeugt wirklich 4 Sterne zu verteilen, weil ich mir nicht sicher war, wo dieser Roman hinführen soll, immerhin ist ja offensichtlich der Mord nicht der Hauptaufhänger der Handlung, denn von einer Aufklärung des selbigen kann doch keine Rede sein, wenn nach wenigen Seiten schon alles klar ist. Daher dreht sich größtenteils vieles um die Differenz zwischen arm und reich, um Glaube und Aberglaube und eigentlich um das Leben im Allgemeinen in besagter Hafenstadt. Also nichts, was man, sofern man vorher bereits wenigstens ein weiteres Buch von García Márquez gelesen hat, nicht schon entfernt kannte. Zusätzlich enthält die "Chronik eines angekündigten Todes" aber noch die große(n) Schuldfrage(n): Lässt Wissen uns nicht verantwortlich werden? Wenn ja, waren dann wirklich "nur" die direkten Mörder verantwortlich? Hätte man das nicht alles verhindern können, verhindern müssen? Wie weit darf Tradition und Glaube gehen? Außerdem gibt der Autor am Ende noch mal richtig Gas, da wird es dann tatsächlich trotz der Vorkenntnisse bezüglich der Sachlage richtig interessant, fast sogar spannend. Und das ist das Bemerkenswerte an dem kleinen Buch.
Unbedingt zu empfehlen für alle, die noch keinen García Márquez gelesen haben. Auf den knapp 120 Seiten bekommt man einen guten Eindruck seines Stils und seiner Thematik, wie ich finde. Alle anderen dürfen bloß keinen Krimi erwarten, denn das ist es nicht, warum, das steht weiter oben :-)
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Anders, kurz, schön, 24. Januar 2007
Spannung, ob der angekündigte Tod doch noch abzuwenden ist, kommt nicht wirklich auf. Zu sehr ist alles auf das traurige Finale zugespitzt. Und das Opfer, jung, schön und begabt, ist auch ein klein bisschen zu sehr Frauentyp, als dass man viel Mitleid entwickeln würde. Und dann ist da auch noch die Ursache des ganzen Schlamassels, die vermeintliche Entjungferung einer Dorfschönheit vor der Hochzeitsnacht. Ob sie stattgefunden hat, bleibt letztendlich ungeklärt, und so muss sich der Leser mit einem vielleicht" begnügen. Hätte das jemand anders geschrieben, wäre das schon etwas unbefriedigend.

Warum ist das dennoch ein herausregendes Buch? Man leidet zuerst einmal mit den Nebenpersonen. Es gibt die Mutter, den besten Freund, das Hauspersonal, selbst die Mörder, die die Tat nicht mit Engagement sondern aus vermeintlicher Pflicht ausführen. Man erleidet mit ihnen ihr Scheitern, als es niemandem gelingt, den zwangsläufigen Gang der Ereignisse nach den nicht völlig geklärten Ereignissen einer Hochzeitsnacht doch noch zu aufzuhalten. Möglicherweise ist die Dynamik von Gruppenprozessen in einem Dorf doch stärker als das Vermögen des einzelnen.

Marquez beschreibt diesen Prozess großartig. Nicht - wie es vielleicht ein deutschsprachiger Autor getan hätte - als eine abstrakte Fallstudie. Jede der Personen wird im Roman lebendig, hat ein eigenes Leben, eine eigene Biographie, ist genauso einzigartig, wie es jeder Mensch auch in der Wirklichkeit ist. Und er beschreibt auch großartig das kleine Dorf in der Provinz, in dem Ereignisse wie dieses überhaupt möglich sind. Und so wird in den wenigen Stunden der Romanhandlung eine ganze Welt dargestellt.

So würde ich auch gerne Schreiben können.

Das Buch ist übrigens auch exzellent verfilmt worden (u.a. mit Ornella Muti), leider scheint der Film aber nicht auf DVD erhältlich zu sein.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen großartiges Meisterwerk der lateinamerikanischen Literatur, 15. August 1999
Von Ein Kunde
Gabriel García Márquez läßt seinen Roman „Chronik eines angekündigten Todes" (erstmals 1981 erschienen) in einem Dorf an der kolumbianischen Karibikküste spielen. Hier findet eine Heirat statt. Als eine frühere Entehrung festgestellt und auch veröffentlicht wird, findet daraufhin auch die Rache des Dorfes statt. Dabei thematisiert Garcia Marquez aber weniger dieses Verbrechen in einer patriachalischen Gesellschaft, denn die Haltung der Leute, die einen Mord begehen ohne den heuchlerischen Ehrenkodex zu hinterfragen oder in Zweifel zu ziehen. Der angeklagte Verführer muss sterben, damit die Rache vollzogen ist. Der Autor lässt mit diesem Werk eine minutiöse Rekonstruktion der Ereignisse zu, da er mit peinlichster Genauigkeit das Geschehen beschreibt. Auf eine meisterhafte Art lässt er den Leser an dem Geschehen teilnehmen und die Handlungen hinterfragen. Man kann dieses Buch auf eine vielfältige Art und Weise lesen. Egal ob man für seine persönliche Interpretation den Schwerpunkt auf der politischen oder sozialkritischen Problematik legt oder ob man das Werk mehr als Krimi ansieht, es bleibt immer ein großartiges Meisterwerk der lateinamerikanischen Belletristik. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Brillante Gesellschaftskritik, 16. Oktober 2004
Es ist dies vielleicht das beste Buch, das ich jemals lesen durfte!
Zum Inhalt möchte ich mich nicht auslassen (selber lesen!!!), hingegen zu den vorangegangenen Rezensionen. Leider versteht offensichtlich nicht jeder, was Garcia Marquez uns mit seiner Erzählung sagen will, deshalb ein paar Hinweise:
Wollte Garcia Marquez Spannung erzeugen, hätte er sicher nicht im ersten Satz verraten, wer von wem wegen was umgebracht wird, oder??? (Anm.: Leider ist die Übersetzung falsch, im Original besteht kein Zweifel an seiner Absicht!) GGM will hingegen die Aufmerksamkeit des Lesers ganz und gar darauf lenken, wie dieser Tag abläuft, warum Santiago wirklich umgebracht wird usw.
Somit ist dieses Buch kein Krimi oder ähnliches sondern eine Charakteristik und zugleich auch eine Abrechnung mit der vom Machismo und dem alles übergeordneten Prinzip der Familienehre geprägten Gesellschaft Südamerikas (man beachte, welche Rollen den einzelnen Frauen im Buch zuteil werden), und beides in einer Form, wie man es besser kaum zu Papier bringen kann (Zitat der Mutter von Angela: "También el amor se aprende - Auch die Liebe erlernt sich")!
Angemerkt sei noch, dass die Geschichte keineswegs von GGM erfunden wurde, sondern sich dies tatsächlich in ähnlicher Form in seinem Heimatdorf zugetragen hat - die späte Zusammenkunft zwischen dem damaligen Hochzeitspaar veranlasste ihn dann, die Ereignisse niederzuschreiben. Geändert wurden i.W. nur die Namen, auf die man ebf. ein besonderes Augenmerk legen kann (Angela: der Engel, Pedro und Pablo: Petr(us) und Paul(us), Santiago: der Nationalheilige Spaniens usw.).
Und sprachlich ist das Buch ohnehin eine Klasse für sich - jedes einzelne Wort ist sowohl notwendig als auch hinreichend, jedes passt perfekt an seinen Platz und doch könnte auf keines verzichtet werden.
So, liebe Mit-Rezensenten, dann lest doch das Buch nochmal unter diesem Aspekt - vielleicht überdenkt ihr eure Meinung dann...
Allen andern sei dieses Buch wärmstens zur Erstlektüre empfohlen, es wird sicher nicht die letzte bleiben:-)
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Chronik eines angekündigten Todes
Chronik eines angekündigten Todes von Gabriel García Márquez (Gebundene Ausgabe - 23. November 2006)
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