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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen unterhaltsam und informativ, 10. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Musikzimmer: Avantgarde und Alltag (Taschenbuch)
Der Band versammelt die einzelnen Artikel, die Diederichsen zwischen 2001 und 2004 in der Kolumne »Musikzimmer« für den Tagesspiegel verfasst hat. Im wesentlichen handelt es sich also um Zweitverwertung. Der Kauf lohnt dennoch. Zunächst bekommt man die 62 im angenehm lockeren Diederichsen-Stil geschriebenen, kurzen Rezensionen verschiedener Pop- Jazz- und Avantgardewerke in einem Buch, das man ebenso als kleines Kompendium zum Nachschlagen verwenden kann (als Update zu »2000 Schallplatten«), wie zur Unterhaltung in der Straßenbahn oder wann immer sonst man Zeit totzuschlagen hat. Oft treffen die Texte ohne Umschweife ins Schwarze, oder aber man wundert sich amüsiert über idiomatische Gedankenverzweigungen und konsequentes Spinntisieren. Diese Rezensionen verstehen sich eben nicht bloß als Kaufberatung. Abgesehen vom unwahrscheinlichen Fall, dass die Leserin Diederichsen an Bescheidwissen übertrifft, sind natürlich trotzdem so manche musikalische Entdeckungen drin. Darüber hinaus ist schließlich das recht lange Vorwort lesenswert, in dem der Autor uns klar zu machen versucht, was ihn am Pop neuerdings enttäuscht hat, und warum auf den folgenden Seiten daher vermehrt auch andere als Pop-Musik besprochen wird.
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5.0 von 5 Sternen "... inspiriert behämmert daherlabern", 3. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Musikzimmer: Avantgarde und Alltag (Taschenbuch)
Den gelungenen und scharfsichtigen Ausführungen des Rezensenten „henningninneh“ ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Das 2005 erschienene Buch „Musikzimmer – Avantgarde und Alltag“ ist eine lesenswerte sowohl informative als auch unterhaltsame Sammlung von Zeitungskolumnen.

Wie „Sexbeat“ so enthält auch dieses Werk ein Vorwort, indem es um die Bedeutung und Funktion von Pop-Musik sowie um das Schreiben darüber geht.

Das Schreiben über Pop-Musik führt nach Diederichsen oft zum Behandeln von Kunst und Politik. Es soll reich an Voraussetzungen, komplex und seriös sein.
Es reiche nicht, lediglich locker oder heiter-ironisch über den eigenen Geschmack und persönliche Jugenderinnerungen zum Bespiel im Stile des Flaneurs zu berichten.
Der Popmusik-Kritiker soll ein professioneller Rezipient sein (S. 14); er müsse, beobachten, beurteilen und vor allem bezeugen.
Ob ein Werk gelungen ist, hänge auch von der sozialen Welt ab, die es mit hervorbringt (S. 13). Wichtig sei die „qualifizierte soziale Rezeption“ (S. 13).
„Pop-Musik will in die Welt getragen und angewandt werden“ (S. 13). Die Aufgabe der Rezipienten besteht darin, ihren verbesserten Alltag, das schönere Leben, zu zeigen (S. 13).
Der Kritiker muss zwar einerseits die Rezeption von außen mit bewerten. Andererseits ist er aber auch Teil der Rezeption, indem er mit seinem Rezeptionserlebnis beispielhaft vorangeht (S. 14).

Gute Pop-Musik habe früher das Versprechen einer besseren Welt beinhaltet (S. 18). Heute hingegen könne Popmusik nichts mehr versprechen. Daher beschäftigt sich Diederichsen in diesem Werk vor allem mit Avantgarde, die den Vorteil habe, weniger langweilig zu sein als Popmusik, die nichts mehr versprechen kann (S. 20). Der Reiz der Avantgarde liegt laut Diederichsen in der „Kraft der Unterbrechung“ des Alltagsbewusstseins (S. 21).

Im Vergleich zu „Sexbeat“ ist das Vorwort von „Musikzimmer“ für mich zugänglicher und besser verständlich. Gleiches gilt auch für die Kolumnen selbst, trotz der oft sehr speziellen Thematik. Dies liegt auch daran, dass es sich um Texte handelt, die zunächst in einer Tageszeitung erschienen sind und somit einem gewissen Zwang zur Verständlichkeit unterlagen. Dem Ideal des Voraussetzungsreichtums werden durch das Medium Grenzen gesetzt.

Wie der Untertitel nahelegt, handeln diese Kolumnen nur am Rande von Pop-Musik. Viel häufiger ist von abseitigen Gebieten wie der Neuen Musik und dem (Free) Jazz die Rede, womit sich der Mainstream des durchschnittlichen Musikkonsumenten, Radiohörers und Konzertgängers wahrscheinlich eher selten beschäftigt.

Nichtsdestoweniger erfährt man in diesem überschaubaren Werk sehr viel Interessantes und Wissenswertes über mehr oder weniger ausgefallene Themen und Gebiete der Musik. Darin liegt für mich der besondere Reiz dieser Textsammlung.
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Musikzimmer: Avantgarde und Alltag
Musikzimmer: Avantgarde und Alltag von Diedrich Diederichsen (Taschenbuch - 23. September 2005)
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