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Kundenrezensionen

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am 22. Juni 2004
Nach dem Lesen dieses Buches möchte man vor Wut schier explodieren.
Das viele unserer Politiker krumme Hunde sind, ist für viele von uns nichts Neues. Das die Wirtschaft massiv Einfluss auf die Politik nimmt, auch nicht. Und das schließlich die Medien ihren Beitrag dazu leisten, dass sich in diesem Land möglichst wenig bewegt, wissen interessierte Fernsehzuschauer und Zeitungsleser schon lange. Nicht jeder macht sich allerdings eine Vorstellung davon, mit welcher Dreistigkeit und mit welchem Zynismus dies geschieht!
Das Buch von Walter van Rossum zeigt vor allen Dingen, dass die Sendung "Sabine Christiansen" keinesfalls eine kritische Diskussionssendung zu aktuellen politischen Themen ist, sondern vielmehr dazu dient, dem ahnungslosen Zuschauer eine Politik zu verkaufen, die einseitig auf die Interessen der Reichen und Mächtigen ausgerichtet ist.
Durch geschickte Manipulation wird dem Zuschauer suggeriert, dass es außerhalb der diskutierten Vorschlägen keine Wahlmöglichkeit gäbe. Dies geschieht einerseits durch die einseitige und manipulative Auswahl an Gästen, andererseits durch das geschickte Vorgaukeln einer kontroversen Diskussion. Der Zuschauer nimmt dabei nicht wahr, dass alle Diskussionsteilnehmer im Grunde genommen der gleichen Meinung sind. Entscheidend ist immer, dass eine bestimmte Grundrichtung, nämlich die Notwendigkeit von einschneidenden Reformen auf Kosten der Bevölkerung, im Kopf des Zuschauers verankert wird und dieser schließlich glaubt, dass es eben keine Alternativen gäbe.
Walter van Rossum führt in seiner Recherche der Hintergründe vor, wer in Wirklichkeit die Fäden in Händen hält. Es sind ausschießlich die Interessen des Großkapitals, die von "unseren Politikern" vertreten werden. Um dies zu verschleiern, werden Szenarien aufgebaut und Zusammenhänge hergestellt, die in der Realität gar nicht bestehen. Stichworte sind Globalisierung, Generationenkonflikt, Wirtschaftswachstum etc.
Walter van Rossum macht deutlich, wie die Gäste der Sendung scheinbar mit unterschiedlichen Meinungen einen Sachverhalt erörtern, um dem Zuschauer schließlich vermeintliche Zwänge zu verdeutlichen. Wesentliche Fakten werden bewusst verschwiegen.
Interessant ist zu erfahren, auf welchen Nebenschauplätzen unsere "Volksvertreter" noch tätig sind.
Es ist auch wunderbar, das in der Sendung gesprochene Wort einmal schwarz auf weiß vor sich zu sehen. Dabei wird deutlich, welcher Blödsinn da teilweise zusammengeredet wird.
Ich kann dieses Buch jedem, der glaubt, in einer funktionierenden Demokratie zu leben, nur wärmstens empfehlen.
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am 24. September 2004
Der Autor führt sie alle vor. Die Gäste und die Gastgeberin. Er zeigt, dass alle das gleiche Reden, dass die Aussagen sich nivellieren und das Falschaussagen unkommentiert stehengelassen werden. "Sabine Christiansen", eine Sendung für die üblichen Verdächtigen, die die üblichen Meinungsklischees dreschen dürfen. Nachdem der Spiegel schon 1999 vernichtend über die desinteressierte Christiansen urteilte (im Stile von "ihr verzweifelter Gesichtsausdruck will sagen 'Regie, eine Frage bitte, aber schnell'") hat sich nun ein kompetenter WDR-Journalist über Monate mit ihrer Sendung auseinandergesetzt. Er urteilt nicht neutral, nicht politisch-korrekt und nicht populistisch. Sein Buch wird jeden begeistern, der gepflegten Zynismus und offene Worte mag.
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am 28. März 2008
1. Für wen ist das Buch geschrieben?
Für Menschen die beim anschauen von Talkshows irgendwann feststellen, dass sie ein komisches Gefühl im Bauch haben als Reaktion auf das gesagte der dort Sitzenden. Die anfangen erste, ernsthafte Zweifel an der öffentlichen Meinungslandschaft zu entwickeln und sich fragen, ob das was Ihnen aufgetischt wird so auch wirklich stimmt.
-> Das Kritik und Zweifel berechtigt sind, wird in dem Buch dargestellt.

2. Es gibt nicht die Wahrheit und das Wort "Linke" ist kein Schimpfwort.
Um den nun kritischen Staatsbürger (durch Kauf dieses Buches) zu zeigen, dass es eine Welt außerhalb des "Washingtoner Konsens" gibt, ist es vollauf legitim andere Weltanschauungen aufzuzeigen.
-> Ziel ist es einfach, die eingeschlafenen Fähigkeit der Selbstreflexion wieder zu wecken. Es geht nicht um irgendwelche wahrhaften Lösungen für unsere angeblichen Probleme. Es geht um die Fähigkeit zu Hinterfragen warum bestimmte Interessenkreise Dinge bzw. Ereignisse zu Problemen erklären und uns weismachen wollen, das wäre auch noch unser Problem.

3. Was kann den bitte von einem so dünnen Buch erwartet werden?
Es wird aufgerüttelt, Themen kurz angegangen und natürlich auch seinem Studium entsprechend moralische und ethische Standpunkte behandelt.
-> Das Buch ist ein Einstieg. Nicht mehr und nicht weniger. Wer mehr Wissen will muss sich klar anderweitig umschauen. Dennoch gibt es einen guten, umfassenden Überblick.

Fazit: Wer einen Blick auf die andere Seite des Spiegels werfen will, kommt an diesem Buch nicht vorbei.
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am 21. Oktober 2004
Muss man sich ansonsten bei Büchern zum Thema "Meinungs- und Medienkartell in Deutschland" durch trockene und mitunter langatmige Darstellungen kämpfen, fällt einem die diese Lektüre schon erheblich leichter: Frech und frisch knöpft sich van Rossum den nur schwer zu unterbietenden Tiefpunkt der politischen öffentlichen Diskussion in Deutschland vor und vergleicht ihn - zugegeben mit Vorliebe polemisch und bisweilen auch zynisch - mit der Realität. Kleines Beispiel gefällig? Aber gerne: Saddam hat keine Massenvernichtungswaffen und keine Verbindung zum 9. 11., oder zu Al-quaida? Macht nichts, hauptsache wir (Pflüger, Perle, Schäuble, Merkel, Collins) haben darüber bei Christiansen herumgelogen, bevor wir das Land mit Flächenbombardements überziehen. Nächstes Thema bitte.
Selten fand ich zu diesem Thema so eine erfrischende Schreibe.
Wer allerdings gerne volkswirtschaftliche Rezepte und "Alternativen" serviert bekommen möchte, der kann das ernsthafterweise nicht von einem Buch mit einem Umfang von gerade mal 185 Seiten zum Thema "politische Debattenkultur in Deutschland" bekommen. Echte Alternativen zur gegenwärtigen politisch-ökonomischen Debatte in Deutschland erhält man aber mit Sicherheit noch viel weniger von Autoren des Schlages Miegel, Hayek, Kirchhof, Metzger u. ä. Kleiner Tip hierzu: Albrecht Müllers "Die Reformlüge" hier bei Amazon käuflich zu erwerben oder dessen Internet-Auftritt, die "NachDenkSeiten".
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am 13. August 2004
Drei Auflagen in nur einem halben Jahr - es gibt doch noch Hoffnung! Ein wunderbar polemisches Buch - sehr gut lesbar, witzig und spannend geschrieben. Die beste und schonungsloseste Kritik am herrschenden Polittalk, die ich seit Jahren gelesen habe.
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am 9. September 2004
Mit der Sendung "Sabine Christiansen" hat dieses Buch eigentlich nur am Rande zu tun - vielmehr teilt uns der Autor seine private Meinung über Wirtschaftspolitik und den Irak-Krieg mit.
Ich hatte erhofft, eine Analyse der Sendung zu bekommen, eine Untersuchung der Wortwahl von Sabine Christiansen, die Verdeutlichung der immer wieder kehrenden gleichen Argumente - und vor allem die Bedeutung der Sendung für die Streitkultur im Fernsehen. Stattdessen äußert sich der Autor teilweise geradezu naiv zu bestimmten Themenkomplexen und verhaftet in vergangener Sozialstaatsromantik.
Auch ein bisschen mehr Biss und Ironie hätte dem Buch gut getan.
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am 3. August 2004
Zugegeben: Wer sich wie Walter van Rossum ein Jahr lang Woche für Woche "Sabine Christiansen" angesehen hat, der geht damit ein gewisses Risiko ein. Nicht unwahrscheinlich, daß man danach Hemmungen entwickelt, an einem Sonntagabend überhaupt noch zur Fernbedienung zu greifen, weil man dieses oberflächliche, polemische und oft populistische Palaver schlicht nicht mehr ertragen kann.
Mir ging es ähnlich. Ich bin vor ein paar Monaten nach London gezogen - wohl nicht direkt als Flucht vor Frau Christiansen (das wäre zuviel der Ehre), aber andererseits würde ich auch nicht behaupten, daß ich sie dort vermißt hätte - ganz im Gegenteil.
Nun ist mir bei einem Besuch in Deutschland das vorliegende Buch aufgefallen, und ich erinnerte mich qualvoll an meine eigenen Sonntage mit Sabine Christiansen. "Prima," dachte ich, "ein Leidensgenosse hat seine Gedanken zu Papier gebracht", und freute mich auf die Lektüre. Aber bereits nach den ersten Seiten wurde mir dann klar, daß der Autor aus ganz anderen Gründen litt als ich.
Während mir als studierter Ökonom und Jurist die Sendung oft nur die Oberfläche der politischen Probleme des Landes tangiert (und manchmal nicht einmal das), ist es für den Philosophen und Romanisten Walter van Rossum die inhaltliche Ausrichtung der Sendung, die ihn zur Weißglut bringt. Für ihn ist "Christiansen" die Speerspitze des polit-ökonomischen, "neoliberalen" Mainstreams - sozusagen, um es einmal marxistisch zu formulieren (und das dürfte van Rossum gefallen), der mediale Überbau der bundesrepublikanischen Gesellschaft des beginnenden 21. Jahrhunderts. Und daran paßt van Rossum so gut wie nichts: Die Politiker sind seiner Meinung nach austauschbar, korrupt, zynisch und bestenfalls ahnungslos; "die" Wirtschaft bereichert sich auf Kosten der "kleinen Leute" nur selbst; die Medien sind unfähig, die tatsächlichen Probleme darzustellen und kritisch zu hinterfragen; die Experten sind gekauft, überversorgt und naiv. Kein einziger der Gäste der Sendung kommt in diesem Buch auch nur ansatzweise gut davon. Kurz und pointiert könnte man es auch so zusammenfassen: Alle ahnungslos - außer anscheinend van Rossum selbst. Manche Leser könnten ihm dies als Arroganz auslegen, und ich wäre geneigt, mich diesem Urteil anzuschließen.
Und die in der Sendung "diskutierten" Probleme? Nach van Rossums Meinung handelte es sich lediglich um Scheingefechte, die den Umverteilungskampf von unten nach oben dürftig verkleisterten. Dabei übersieht der Autor geflissentlich, daß die Probleme tatsächlich existieren: Es gibt eine überbordende Staatsverschuldung, eine Bildungskrise, einen kollabierenden Arbeitsmarkt. Die von allen ernstzunehmenden Experten diskutierten Reformen als "neoliberale Verdummungstaktik" abzutun, ist umso törichter, als der Autor selbst keinerlei praktikable Lösungen anzubieten hat. Man könnte ihm vielleicht zugute halten, daß er kein Ökonom ist und vielleicht nicht versteht, wovon er schreibt. Aber die bessere Alternative wäre es dann doch, auf das Verfassen eines solch polemischen Traktats zu verzichten. Demokratie heißt, daß man zu allem eine Meinung haben darf, aber eben nicht muß.
Wer sehen will, warum man sich über Christiansen ärgern kann, ist mit diesem Buch gut bedient. Wer wissen will, was in Deutschland wirklich passiert und welche Lösungen es für die Strukturkrise der deutschen Volkswirtschaft gibt, der sollte besser zu Büchern ausgewiesener Experten greifen (z. B. Hans-Werner Sinn, Horst Siebert, Hendrik Müller, Roland Baader, Meinhard Miegel). Auch ein wenig liberale Rechts- und Staatsphilosophie (John Locke, Adam Smith, F. A. Hayek) wäre zu empfehlen, und sicherlich täte auch Herrn van Rossum diese Lektüre gut. Es steht nur zu befürchten, daß er sämtliche von seinem eigenen Standpunkt abweichenden Meinungen als neoliberales Teufelszeug ablehnen würde, ohne auch nur einen Moment darüber nachgedacht zu haben.
Ich habe selten ein so ideologisch verblendetes Buch wie "Meine Sonntage mit Sabine Christiansen" gelesen. Wenn dies die Art und Weise sein sollte, wie in Deutschland politische Fragen diskutiert werden, dann bleibe ich lieber in London.
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am 20. August 2004
Die Idee, ein Buch über den wöchentlichen Gesprächskreis namens "Sabine Christiansen" zu verfassen und die oft substanzlose Methodik des "politischen Palavers" zu durchleuchten, diese Idee hat Charme. Hätte sich der Autor nun auf genau diese Aufgabe konzentriert, so wäre das Buch vermutlich gut gelungen.
Doch statt den Akteuren (meist Politikern) ihre eigenen Statements mit sachlich fundierter (Gegen-) Argumentation auseinanderzunehmen und echte Alternativen aufzuzeigen, bekommt man eine bisweilen unerträgliche Aneinanderreihung von Zitaten aus der Sendung, die scheinbar wahllos kommentiert werden. Als großer Zusammenhang dient dabei die Vorstellung des Autors, daß Frau Christiansen und Ihre Redaktion sich ausschließlich zum unreflektierten Sprachrohr der Politik und der Wirtschaft machen. Die zentrale Nachricht sei: "Ohne Wachstum geht es der deutschen Wirtschaft schlecht, und als Folge geht es allen schlecht. Deutschland und die Deutschen müssen sich auf Änderungen einstellen." In der Tat kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, daß genau dieses Thema wieder und wieder bei "Sabine Christiansen" durchgekaut wird. Und, ja, es ist auch richtig, daß oftmals diejenigen "Leistungsträger", die Deutschland in dieses Problem hineinmanövriert haben, nun ebendort sitzen und einen Ausweg finden wollen. Das ist kritikwürdig.
Doch Herr van Rossum begnügt sich nicht damit: Er bringt seine eigene, vernebelte Weltsicht ein. Und in seiner Welt sind Arbeitnehmer in Deutschland scheinbar immer noch Lohnsklaven von geldgierigen Unternehmern, die nur eines im Sinn haben: Totale Ausbeutung von der Wiege bis zur Bahre. Die Gewerkschaften sind die Anwälte dieser Lohnsklaven, die allein die Gefahr der Massenausbeutung verhindern können. Und Politiker sind die Büttel der Wirtschaftsbosse, nur darauf aus, die weitere Abwanderung von Arbeitsplätzen zu verhindern.
Dieses Weltbild ist freilich so weit von der Realität entfernt, daß es beinahe komisch ist, mit welcher Vehemenz linke Thesen zur Unterstützung des Sozialstaates geschmettert werden. Das könnte lesenswert sein, wenn die Mühe gemacht würde, mit begründeten Argumenten zu arbeiten. Stattdessen liest man fragwürdige Argumentationsketten... Beispiel "Steuersenkungen": "Und das soll vermutlich so funktionieren: Wenn der Staat jetzt 15 Milliarden Euro an Steuern den Bürgern und Betrieben erlässt, also 15 Milliarden, die der Staat garantiert ausgäbe, dann ergibt sich nur dann ein Wachstum, wenn der Bürger diese 15 Milliarden auch umgehend wieder in die Brandung der Konjunktur wirft - wenn also diese 15 Milliarden zusätzlich in den Konsum fliessen. Nun ist es aber äußerst ungewiss, ob der Bürger seine Steuerersparnisse auch gleich wieder ausgibt." Und somit, so die Suggestion, ist das Geld beim Staat allemal besser aufgehoben, denn der gibt es ja garantiert aus. Nur durch staatliche Investition könne Wachstum entstehen. Der Umkehrschluss: Steuern rauf! Mehr Staat! Mehr Bürokratie! Und damit (so van Rossum) könnte man den "Besserverdienern" auch gleich die notwendige Solidarität mit den "Armen" abringen.
Offenkundig ist die Realität noch nicht bei van Rossum angekommen: Deutschland IST in einer tiefen Krise, und diese verschärft sich täglich. Der Sozialstaat IST nicht mehr bezahlbar. Die Schulden des Staates SIND unermesslich hoch, und wir müssen JETZT handeln, um unsere Zukunft und die unserer Kinder zu retten. Doch all das bezweifelt Herr van Rossum, und er macht sich auch nicht die Mühe, Gegenkonzepte zu präsentieren. Stattdessen hält er die Probleme des Sozialstaates für übertrieben und fragt er sich -stellvertretend für so viele-, warum es denn nicht so weitergehen könne wie bisher.
Und der Leser mit wirtschaftswissenschaftlichem Grundwissen schüttelt vor Entsetzen den Kopf.
Der Blick in die Vita des Autors bestätigt, daß seine Ausbildung (Studium Romanistik, Philosophie, Geschichte) ihn sicherlich nicht dazu befähigt, volks- und betriebswirtschaftliche Themen ganzheitlich zu kritisieren.
Kurzum - Ein ärgerliches, enttäuschendes Buch.
P.S.: Wer sich für die gegenwärtigen und kommenden Probleme in Deutschland interessiert, dem sei folgende Literatur empfohlen: Oswald Metzger ("Einspruch!") und Meinhard Miegel ("Die deformierte Gesellschaft"). Dort gibt es nüchterne Belege für den Zustand der Nation. Und gut begründete Gegenentwürfe.
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am 20. September 2004
Ich ertrage keine Talkshows. Ich finde sie ätzend. Und zwar eigentlich, wenn ich recht bedenke, alle. Sei es der Polittalk in den ersten beiden oder das Freitagsabendgelaber in den Dritten. Es interessiert mich meistens nicht, und wenn da mal jemand sitzen sollte, der mich interessiert, dann wird der mal 10 Minuten befragt und darf dann den anderen Langweilern zuhören. Grau en haft. Es ist schrecklich.
Und bei SC und BM sitzen ja ohnehin immer immer immer die selben Nasen und versuchen gut auszusehen. Okay, das tun wir alle immer, aber ich schau da ja auch nicht bei jedem zu.
Also schien das Buch für mich wie geschrieben
Aber Hallo: Aus Mediengezappel drumherum und Titel und auch noch Klappentext hätte man vielleicht erwarten können, es handele sich um ein kritisches Buch zur Labergesellschaft und zur eitlen Selbstdarstellung der Eingeladenen sowie zur, sagen wir mal, Naiviät der Gesprächsleiterin, die von vielen Themen aber auch nun gar keinen Schimmer hat und sich das auch anmerken läßt.
Aber darum geht es Herrn van Rossum nicht. Es geht ihm in Wirklichkeit darum, auf sehr vielen Seiten darzustellen, dass alle die dort jemals saßen nur gequirlte Sch.. reden, weil sie alle miteinander neoliberalen anti-sozialen Kreisen angehören, die diese Republik kaputtregieren. Immer wird dort nur von Krise und Problemen geredet, vor allem von solchen, die van Rossum gar nicht als Problem erkennen mag. Staatsverschuldung, wenn juckt das schon? Überalterung? Demografie? Alle wie sie da sitzen, so van Rossum, übertreiben maßlos um dann Politik zugunsten der Reichen und Mächtigen und so weiter machen zu dürfen.
Der Argumentationsstil des Textes wird selbst auf willkürlich aufgeschlagenen Seiten deutlich:
S. 82:
"In Kirchhoffs Modell soll der Steuersatz für Großverdiener bei 25 Prozent liegen. Da die Bezieher hoher Einkommen entweder nur die Hälfte ihrer Einnahmen angeben oder hinter windigen Steuertricks verbergen, sollte man lieber nur 25 Prozent Spitzensteuersatz ansetzen und dafür die Abschreibungsmöglichkeiten einschränken, Die Methode dieses Juristen ließe sich etwa so beschreiben: Um Handtaschendieben das Handwerk zu legen werden ab sofort Handtaschen untersagt. Ein verblüffender, ja sogar ein witziger Einfall"
Heilige Einfalt, da haben wir pseudo-linkes Geschwafel auf dem Stammtischniveau, dass der Autor gerne den Protagonisten von Christiansen vorwirft, und dann noch einen unpassenden Äpfel/Birnen-Vergleich und eine vollkommen unzulässige Entstellung der Kirchoff Vorschläge.
Es gehört zu den beliebten linken Irrtümern, dass die Masse der "Steuergestaltung" illegal sei - dem ist nicht so. Diese schicken Abschreibungsmöglichkeiten von Schiffsanteilen, Immobilien etc. waren vom Gesetzgeber gewollt ("Den Osten fördern, der Bauwirtschaft was gutes Tun", und das waren nicht nur die "Rechten"!), und man kann dann nicht von "windigen Steuertricks" reden, wenn dieses Wahnsinnssystem angewandt wird! Der "reale" Spitzensteuersatz ist so immer weit weg vom nominellen Spitzensteuersatz. Kirchoff will das ändern: volle Einbeziehung aller Einkommen und ein Steuersatz - keine gewollten "Abschreibungsmöglichkeiten" mehr.(Damit der verliert der Staat zwar auch Steuerungsfunktionen, aber wohin der Staat gerne steuert kann man ja in den Ost-Baugebieten sehen!).
Der Handtaschenräubervergleich ist also hanebüchener Unsinn - aber auf diesem mit Verlaub beschränkten Niveau geht es dann weiter und weiter, wenn man nur zehn willkürlich ausgesuchte Seiten in dem Buch aufschlägt.
Allerdings kann man dem Autor nicht vorwerfen, dass er seine grundsätzliche Herangehensweise vor dem Leser lange verbergen würde - schon nach dem Vorwort war klar, was mich erwarten würde - und damit spare ich mir die weitere Lektüre sondern gehe nur kursorisch über den Text. Meine Zeit ist schließlich kostbar. So kostbar, dass ich mir Talkshows spare. Und dieses Buch!
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am 5. August 2004
Nach dem Lesen des Buches von Walter von Rossum bleibt die Frage ob es lohnt nach dem Tatort das Bett aufzusuchen
oder S. Christiansen den Vorzug zu geben.Ich werde mich wohl immer häufiger, allerdings auch schon ohne van Rossum, für die vorgezogene Nachtruhe entscheiden.Van Rossum hat meine Entscheidung eigentlich nur bestärkt. Wer sich die Sendung
kritisch ansieht sollte ihn lesen.
Ich will keine Inhalte vorwegnehmen,aber ich fand sie spannend.
Wilfried Hebbelmann
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