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44 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entdeckungsgeschichte in fabelhafter Sprache.
Die Kosmonauten, das sind Georg und Rosalie. Beide treffen im Kosmos von Köln aufeinander, und für beide verändert sich ihr Leben schlagartig. Gemeinsam brechen sie auf in eine neue Galaxie: Berlin. Das Berlin kurz nach der Wende, ein noch nicht erforschter Raum den es zu entdecken gilt. Und gemeinsam bauen Georg und Rosalie dort ihre Raumstation, eine...
Veröffentlicht am 25. April 2003 von Joachim Neumann

versus
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Na ja ...
Das Buch tauchte plötzlich vergangenes Jahr wieder in den Buchhandlungen auf, nachdem Herr Precht mit seinen Sachbüchern auf die Bestseller-Listen geklettert war, vermutlich hoffte man, das möge diesen früheren Roman noch einmal mitziehen. Doch meiner Meinung nach hat es einen Grund, dass es vorher so ruhig um das Buch gewesen war. Ja, die Sprache ist...
Veröffentlicht am 10. November 2010 von Nele Holgersson


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44 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entdeckungsgeschichte in fabelhafter Sprache., 25. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Kosmonauten (Gebundene Ausgabe)
Die Kosmonauten, das sind Georg und Rosalie. Beide treffen im Kosmos von Köln aufeinander, und für beide verändert sich ihr Leben schlagartig. Gemeinsam brechen sie auf in eine neue Galaxie: Berlin. Das Berlin kurz nach der Wende, ein noch nicht erforschter Raum den es zu entdecken gilt. Und gemeinsam bauen Georg und Rosalie dort ihre Raumstation, eine Altbauwohnung in Berlin-Mitte, in einem Haus mit Ost-Hausmeister, Besetzern, Künstlern. Sie finden Freunde zusammen, unternehmen Exkursionen in die nähere Umgebung, entdecken nach und nach die Stadt. Eine Stadt die voll ist mit skurilen Typen, Möchtegern-Berlinern, Ewig-Gestrigen, Tagträumern, falschen Freunden. Aber mit der Zeit verlieren sie sich, ihre Liebe. Die Wende kommt mit dem Finden von Jobs. Unterschiedlicher könnten sie nicht sein: Georg wird Hilfstierpfleger, Rosalie geht in eine Werbeagentur.........
Richard David Precht läßt parallel zu dieser Geschichte den letzten Kosmonauten der Sowjetunion die Erde umkreisen. Mit dem nahenden Zusammenbruch des Sowjet-Reiches beginnt auch das Ende der Geschichte von Georg und Rosalie.
Precht hat einen Roman geschrieben den man ohne Wenn und Aber als einen ganz großen bezeichnen darf. Seit langen habe ich kein Buch eines deutschen Autors mehr gelesen, der seine Geschichte fesselnd erzählt, und dabei über eine Sprache verfügt die süchtig machen kann. Er schreibt poetisch, ohne kitschig zu werden. Er schildert die politische Situation nicht aufgesetzt, sondern - in bester Marnier z.B. eines John Updike - eingebunden in die Tagesabläufe unserer Protagonisten. Dieses Buch zu lesen ist ein Vergnügen. Deshalb unbedingt meine Empfehlung: in den Buchladen und Richard David Prechts "Die Kosmonauten" kaufen, es sich in der Leseecke zuhause gemütlich machen, und eintauchen in die Geschichte und die fabelhafte Sprache mit der sie erzählt wird.
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Detailliert, mit feiner Ironie und klugem Blick aufs Leben. Fesselnd!, 16. Oktober 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kosmonauten: Roman (Taschenbuch)
Auf Precht kam ich durch "Wer bin ich...". So ist das wohl im telegenen Zeitalter der Bestsellerlisten?

Wirklich für ihn eingenommen haben mich seine Fernsehauftritte, bei denen mir seine herrlich prägnanten,druckreifen Formulierungen und punktgenauen wie übersichtlich gegliederten und inhaltlich gehaltvollen Antworten auffielen. Das wohltuende Gegenteil häufig anzutreffender Talkgäste also, die ständig an die Frage erinnert werden müssen und deren abschweifende Antworten eine Halbwertszeit haben, die sie schon beim Hören vergessen machen.

Unterhaltung ist mir zu wenig, ich möchte durch die Lektüre eines Romanes auch bewegt werden und im besten Falle hinzulernen.

"Die Kosmonauten" hat meine Erwartungen übertroffen!

Allein die herrlich blumige, detaillierte und wortgewandte Sprache ist ein Genuß und gibt eigentlich banalen Szenen wie bspw. der Renovierung einer heruntergekommenen Wohnung eine ungewohnte Tiefe, die sich durchaus mit in den Alltag des Lesers nehmen lässt.

Als Mittvierziger hatte ich zunächst Bedenken, die im Mittelpunkt stehende Liebesgeschichte eines 20 Jahre jüngeren Paares würde an meinen (aktuellen) Lebensfragen doch arg vorbeigehen. Die feine Zeichnung der Protagonisten machte es mir jedoch leicht, mich (durchaus wechselnd...) einzufühlen - und der Altersunterschied war rasch vergessen. Was auch insofern leicht fiel, da die von Precht immer wieder aufgeworfenen Fragen wie Leben, Überleben, Lieben, (Halbwertszeit von) Freundschaften etc. sowieso zeitlos sind.

Seit langem ertappte ich mich dabei, "zu meinem Buch zu wollen", um "dabei zu sein, wenn es weitergeht". Ich musste mich regelrecht zusammenreißen, es nicht in einem Zug und nicht zu hastig zu lesen. Ein Widerstreit zwischen "weiter wollen" und "Wortwitz genießen" quasi.

Schade, dass man ein Buch nur einmal zum ersten Mal lesen kann! ;-)

Insgesamt ein Buch, das auch viel Traurigkeit enthält. (eine Stimmung übrigens, die in einer Rezension auch Prechts Roman "Lenin kam nur bis Lüdenscheid" nachgesagt wird, den ich lesebereit im Regal stehen, aufgrund des Hinweises auf die Ernsthaftigkeit aber den Nachrang gegeben habe)

Naja, aber wer sagt denn, dass das Leben nicht häufig (insbesondere zu seinem Ende hin) traurig IST? Was ich insofern durchaus ins Positive wende, sich eben keinen falschen Illusionen hinzugeben und das kleine Glück nicht zu übersehen... ;-)

Fazit: Ein tolles Buch! Lesegenuss (allein der gewandten, "präsenten" Formulierungen wegen), Beschäftigung mit den Kernfragen des L(i)ebens, Einfühlung, Spannung und geistige wie emotionale Anstöße - alles drin zwischen den Buchdeckeln!

Gut, dass es (eigentlich von mir verschmähte) Bestsellerlisten gibt, sonst hätte ich mich nicht mit dem Autor beschäftigt und mir wäre dieser schon 2003 erschienene Roman glatt entgangen!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine der schönsten liebesgeschichten, die ich je gelesen habe, 26. Juli 2009
Von 
A. Diekmann-müller (Würzburg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Kosmonauten (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist einfach wundervoll! Obwohl ich sonst jedes Buch innerhalb eines Tages lesen kann, habe ich mir mit diesem richtig viel Zeit gelassen, um länger etwas davon zu haben. Schon am Anfang ahnt man, dass es nicht gut ausgehen kann mit Georg und Rosalie, aber wie beschrieben ist, wie diese Liebe zerbricht - oder vielleicht ja auch nicht wirklich - das ist etwas ganz Besonderes und ganz enorm gut beobachtet bzw. beschrieben. Es geht wirklich ein Zauber von diesem Buch aus, den man nur sehr selten trifft!
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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herz(en) der Großstadt - mitten hinein, 13. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Kosmonauten (Gebundene Ausgabe)
Ein tolles Buch, aber leider wahr.
Die Kosmonauten stammt aus einer „Edelfeder", aber vielleicht ist das nicht so wichtig. Die Sprachbilder der Großstadt bleiben im Gedächtnis haften wie eigene Erinnerungen, die Figuren sind wie gute Bekannte, aber das ist vielleicht auch nicht so wichtig.
Warum mich das Buch mitgenommen hat: Die Geschichte trifft mitten ins Herz der einen Geschichte unserer Liebesbeziehungen. Richard Precht erzählt scharfsichtig, wie es ist, wenn man sich verliebt und erlebt, wie die ersten Risse aufbrechen, sich vergrößern und schließlich unüberbrückbar werden, bis jeder seiner eigenen Wege geht. Die Kosmonauten erzählt diese eine Geschichte nach - oder vor? - mit heiterem Ernst, ein wenig traurig, teilnehmend, aber vor allem wahrhaftig.
Lesen und innerlich immer nicken! Leider, leider.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zarter Berlinroman, 2. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Kosmonauten (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderschönes, leises, zärtlich geschriebenes Buch, das in Berlin Mitte und anderen Ostteilen der Stadt spielt noch bevor die neue Hauptstadt so gehypt worden ist. Rosalie und Georg gehören zu den ersten Westdeutschen, die sich nach der Wende ihre Nische in den damals noch maroden Altbauwohnungen in Mitte niederlassen mit Ofenheizung und den hohen Decken, sich die Wohnung hübsch machen, Schrippen kaufen gehen und die Mitte Berlins für sich erkunden. Eine melancholische Liebesgeschichte, eine Geschichte des sich Auseinanderlebens, und verschiedene Wege gehens, traurig vielleicht, authentisch, aber auch undramatisch und das ist gut so. Man folgt den Protagonisten so gerne durch die Mitte der Stadt, in der noch nicht die Horden von Touristen ziehen, wenn sie ihre Räder nehmen oder auf Parties gehen, Galerieeröffnungen besuchen, sich ihr Leben einrichten und neuen Menschen begegnen. Das Buch hat einen starken Sog und man genießt jede einzelne
Seite, für mich hätte es ewig weitergehen können, ich wollte gar nicht aufhören.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Feinfühlige Grenzerfahrung, 12. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Kosmonauten: Roman (Taschenbuch)
Richard David Prechts Roman ist wirklich äußerst gelungen! Ein wundervoll Buch, das die Schatten und Zwischentöne menschlicher Verwicklungen aufspürt und gekonnt zum großen Ganzen in Beziehung setzt. Intelligent geschrieben und feinfühlig komponiert, erfasst Precht die Sehnsüchte einer Epoche, die doch so allumfassend sind, dass wir uns ihnen an keinem Ort der Welt entziehen können. Wir tauchen ab in die Geschichte von Georg und Rosalie, erkunden das fremde Terrain Berlins, derweil die Gefilde zartester Empfindungen vermessen werden. Und während ein einsamer Kosmonaut schon fast gänzlich entrückt scheint, folgt auf der Erde ein Aufbruch dem nächsten. Großartig.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Na ja ..., 10. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Kosmonauten: Roman (Taschenbuch)
Das Buch tauchte plötzlich vergangenes Jahr wieder in den Buchhandlungen auf, nachdem Herr Precht mit seinen Sachbüchern auf die Bestseller-Listen geklettert war, vermutlich hoffte man, das möge diesen früheren Roman noch einmal mitziehen. Doch meiner Meinung nach hat es einen Grund, dass es vorher so ruhig um das Buch gewesen war. Ja, die Sprache ist wirklich außergewöhnlich (Ein Satz, der mir sehr im Gedächtnis geblieben ist: "Das Brandenburger Tor stand herum und sah aus."), und ja, er schafft eine ganz besondere Atmosphäre und als Nicht-Berliner oder Zu-Spät-Geborener kann man die Stimung dieser Zeit nachempfinden. Doch die Liebesgeschichte berührte mich wenig, und zuweilen hatte ich das Gefühl, dass die Konzentration auf die Sprache zu Lasten anderer Dinge geht, zumal die Sprache hin und wieder sehr bemüht wirkt. Gegen Ende hat der Autor mich dann leider vollkommen verloren, ich will zukünftigen Lesern hier nichts verraten, aber ich hätte den fünften Teil nicht gebraucht... Dennoch drei Sterne für die Einzigartigkeit des Buches.
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2.0 von 5 Sternen Was ist der Sinn des Buchs?, 9. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Kosmonauten: Roman (Taschenbuch)
Obwohl ich seine öffentlichen Auftritte eher narzisstisch finde, mag ich Precht als Autor. Ich habe sein "Wer bin ich" gerne gelesen und auch seine philosophischen Gespräche mit seinem Sohn Oskar.
Die Kosmonauten habe ich weg gelegt, was bei mir wirklcih nicht häufig vorkommt. Ich war einfach nur gelangweilt, bin nicht in die Geschichte gekommen und auch nicht hinter die Geschichte. Die Personen sind leblos, es ist kaum wörtliche Rede enthalten, die Handlung wirkt für mich aufgesetzt und die immerwährende, tiefe, bedeutsame Liebe "übergestülpt" - Die Tatsache, dass das Buch in Zeiten der Wende spielt macht es leider auch nicht spannender. Meine Lebenszeit war mir zu schade,dieses Buch zu beenden.
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4.0 von 5 Sternen Einen Cent bezahlt - es hätten auch mehr sein dürfen ;-), 6. Mai 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kosmonauten: Roman (Taschenbuch)
Dieser Roman wäre -sofern man mir diesen höheren Betrag abzuziehen müssen meinen würde- auch einige "Euronen" wert gewesen, da er schlicht und ergreifend lesenswert ist (nicht zuletzt aufgrund seiner liebevollen Ausdrucksfähigkeit!)

Wir erleben zwar eine etwas "schnulzig" anmutende Sammlung von schicksalhaften Begegnungen und Gefühlsstürmen, aber werden hier mit Geschichte und Tiefgang konfrontiert. Für den geschätzten Autor (Herrn Precht) war dieses Werk sicher noch nicht der entscheidende Durchbruch, aber irgendetwas in mir versteht nicht ganz warum den "Kosmonauten" der Ruhm erspart blieb.

Es ist ein Buch voller wundervoller Formulierungen und sich langsam zuspitzender Überraschungen. Dieses liest sich einerseits echt, entwickelt in einem aber auf der anderen Seite auch ein Gefühl voller von Traumvorstellungen geprägter Empfindungen - und das mag bei einem 18-Jährigen wie mir schon etwas heißen...
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5.0 von 5 Sternen Aufwachen und Ernüchterung, 7. August 2013
Von 
Andreas Camino (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Kosmonauten: Roman (Taschenbuch)
Die Kosmonauten ist nach dem Sachbuch "Wer bin ich und wenn ja wieviele" der erste Roman von Richard David Precht, den ich gelesen habe. Die eigentliche Geschichte hört sich nicht uninteressant an, nur von der Beschreibung her hätte ich das Buch aber nicht gekauft. Auf eine Empfehlung hin und durch die Kenntnis seines anderen Buches habe ich mich daran gewagt und bin absolut begeistert. Der Schreibstil ist natürlich nicht mit dem in seinen Sachbüchern zu vergleichen, trotzdem erkennt man die Handschrift von Precht wieder.

In einer Kölner Straßenbahn begegnen sich Rosalie und Georg. Georg will ausbrechen, aus seinem geregelten, gut bezahlten Job, der Routine und der Langeweile - sein Ziel ist Berlin. Rosalie ist ebenfalls nicht wirklich glücklich und von Georg und seiner scheinbaren Unbekümmertheit und Leichtigkeit eingenommen. Beide sind nicht glücklich in ihren jeweiligen Beziehungen, die eingefahren sind und nebenher weiterlaufen. Die beiden sich Verliebenden brechen ihr Leben in Köln ab, Wohnungen werden aufgegeben, Kleidung zur Kleidersammlung gegeben und ein neuer Abschnitt in Berlin kurz nach der Wende und der Wiedervereinigung beginnt. Es ist die Aufbruchstimmung und der Start eines neues Lebens sowohl für die Menschen in Ost- und Westdeutschland als auch für die Protagonisten, der beschrieben wird. Genau dies ist gespiegelt das Bild für die Aufbruchstimmung des Paares. Während die Berliner die "neue Freiheit", die offene Grenze, die Aufbruchstimmung, die neuen Dinge, das Negative und das Positive entdecken, verhält es sich ähnlich mit Georg und Rosalie. Sie erfahren ebenfalls eine neue Beziehung, das Erkunden des neuen Partners, die Neugierde auf Verhalten, Vergangenheit und Zukunft, gemeinsame Träume und Wünsche, Erfüllungen und Enttäuschungen sowie Ernüchterung. Man kann es als einen natürlichen Kreislauf des Lebens bezeichnen, egal in welcher Beziehung. Darüber angesiedelt (über der Erde, über den Wünschen, Träumen und in Richtung der Sterne) wird in wenigen Kapiteln von einem der letzen sowjetischen Kosmonauten erzählt, der im All Reparaturarbeiten durchführt, von seiner Frau träumt und beobachtet, wie sich die Erde immer weiter dreht und die Welt und das Leben läuft: alles wiederholt sich, alles kommt wieder - Tag für Tag.

Ineinander verschachtelt wird in drei Ebenen und Bildern erzählt. Von der kurzen und groben Handlung des Kosmonautenthemas, über die Lage in Berlin nach der Wiedervereinigung bis zur persönlichen Geschichte zwischen Georg und Rosalie wird das gleiche Bild bzw. Thema je Ebene detaillierter, feiner und persönlicher ausgeführt. Die Aussagen werden subjektiver, sie erfreuen und schmerzen. Die persönliche Geschichte ist kompromisslos und ehrlich beschrieben, gut bzw. leider nachvollziehbar ausgestaltet. Gerade in der Beziehungs- und Gefühlsebene werden essentielle Fragen thematisiert, die oft kaum zu beantworten sind und zu Bauchentscheidungen führen. Viele Absätze und Kapitel haben mich nachdenklich gemacht und grübeln lassen. Es ist kein Buch, dass man fröhlich weiterliest und einfach vergisst bzw. weglegt. Die Aussagen haben mich nachhaltig beschäftigt. Damit will ich nicht sagen, dass das Buch einen in eine negative Stimmung bringt. Aber viele Aussagen regen an zur Selbstreflexion und Gedankenspielen. Dies geschieht in treffender Beobachtung und Wiedergabe, ganz ohne Lebensweisheiten und Ratschläge verkaufen zu wollen. Gerade die Gefühlswelt in Beziehungen wird intensiv betrachtet. Warum ändern sich Gefühle, wie entstehen neue Gefühle, sind diese durch den Verstand beeinflussbar oder steuerbar? Was ist vernünftig?

Dazu ein Zitat: "Sie würde lernen müssen, viele Dinge noch leichter loszulassen... Sie hatte Arbeit damit, ihre Moral an ihr Lebensgefühl anzupassen, und das Lebensgefühl an die Moral, aber es gelang."

Dem Autor ist ein genialer Roman gelungen. Die Handlung wird geschickt in mehreren Ebenen erzählt und beleuchtet. Die Geschichte macht neugierig, reisst einen mit und ist gleichzeitig kunstvoll, schön und poetisch erzählt. Die Kunst ist, dass die Sprache mal ausufernd, mal voller Bilder, mal nüchtern oder abgeklärt ist und trotzdem das Lesevergnügen nicht mindert. Ein kurzweiliges, nachdenkliches Buch, das ich uneingeschränkt weiterempfehlen möchte.
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Die Kosmonauten
Die Kosmonauten von Richard David Precht (Gebundene Ausgabe - 2003)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,88
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