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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Sehnsucht nach Liebe und die Flucht vor dem Leben.
Andy Warhol's Mao wird zum Sinnbild der Masse, in der das Individuum zu versinken droht. Bill, der erfolgreiche Schriftsteller, versucht in die Einsamkeit zu flüchten. Nur seinem treuesten Leser - Scott - gelingt es, den geheimen Aufenthaltsort seines Idols zu finden. Scott, Bill und Karen: der Leser, der Schriftsteller und die nach spiritueller Erleuchtung...
Am 28. Dezember 1999 veröffentlicht

versus
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Irrungen und Wirrungen von heute
6500 Paare haben sich im New Yorker Yankee-Stadion zu einer Massenhochzeit der Mun-Sekte eingefunden. Eine mobile Kamera liefert aus allen Perspektiven Bilder vom Rausch des Kollektiven, der die Menschenmasse verbindet. Der Einzelne ist nur noch eine leicht abgewandelte Variation der immer gleichen Form, beliebig reproduzierbar, wie Warhols Mao-Bilder, die dem Roman...
Am 31. August 1999 veröffentlicht


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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Sehnsucht nach Liebe und die Flucht vor dem Leben., 28. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mao II (Gebundene Ausgabe)
Andy Warhol's Mao wird zum Sinnbild der Masse, in der das Individuum zu versinken droht. Bill, der erfolgreiche Schriftsteller, versucht in die Einsamkeit zu flüchten. Nur seinem treuesten Leser - Scott - gelingt es, den geheimen Aufenthaltsort seines Idols zu finden. Scott, Bill und Karen: der Leser, der Schriftsteller und die nach spiritueller Erleuchtung hungernde Frau bilden das im Zentrum des Geschehens stehende Dreigespann dieses Romans. Gefangen scheinen sie alle drei zu sein. Bill in seinem Wahn, vor dem Leben fliehen zu müssen. Scott, der sich selbst aufzulösen beginnt, um als "Bills-Worte-wiedergebende-Maschine" ins Leben zurückzukehren. Karen, die sich nach einer Erlösung sehnt.

Liebe, Leben und Einsamkeit scheinen die drei Pole zu sein, zwischen denen Don Delillo sein Menschenbild zu skizzieren versucht. Nur daß die Liebe hier in erster Linie auf körperliche Liebe reduziert bleibt. Lustlos und nebensächlich wirkt die Sexualität der Romanfiguren Don Delillos. Ihre Einsamkeit macht sie stark und menschlich zugleich und über das Erleiden dieser Einsamkeit gelingt es dem Leser, jenen Zugang zu ihnen zu finden, der uns durch ihres Liebesverhalten zunächst versperrt zu sein scheint.

Aber nicht nur ihr Liebesleben mag uns merkwürdig erscheinen, wie z.B. bei Scotts scheinbar phobisch-manisches Verhalten. Aber irgendwann scheint es uns verständlich, dass er alles um sich herum zu ordnen, katalogisieren und verwalten beginnt. Das scheinbar Absurde ist nichts Anderes als der zum Scheitern verurteilte Versuch, der existentiellen Lebensangst zu entfliehen.

Eine Flucht, die Delillo und Bill nur schreibend, und dem Leser nur lesend gelingt, weshalb dieses Buch für alle F.Kafka und P.Auster Fans empfehlenswert ist.

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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vermassung - Entmassung, 9. August 2003
Von 
Heinz Abler "habler" (Winterthur, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mao II. (Taschenbuch)
Das Buch beginnt mit der fantastischen Schilderung einer Massenhochzeit der Moon-Sekte im Yankee Stadium in New York und endet in einem grotesken Bild, einem Blick vom Balkon auf eine Strasse im vom Bürgerkrieg zerfurchten Beirut des Jahres 1989, wo eine feiernde Hochzeitsgesellschaft, von einem Panzer eskortiert, durch die Trümmer taumelt.
1989, das „kurze 20.Jahrhundert" (Hobsbawn) endet mit Getöse: in Peking auf dem Tienanmen wird der Studentenprotest nieder gewalzt, Ayatollah Khomeini stirbt. Die Fernsehbilder dieser Ereignisse flackern gewissermassen als Hintergrundbeleuchtung durch den Plot. Später wird dann -ausserhalb dieser Geschichte- die Berliner Mauer fallen. Am Ende ist auch der ebenso berühmte wie geheimnisumwölkte Autor, Bill Gray, dessen real existierendes Leben an einem unbekannten Ort, weit ab, von einem jungen Paar verwaltet wird. Er, Scott, ist ständig damit beschäftigt, Ordnung und Disziplin in sein eigenes und Bill's versifftes Leben zu bringen. Sie, Karen, ehemals Teilnehmerin an der Massenhochzeit, nun der Moon-Sekte entwunden, wurde von Scott aufgegriffen, in des Dichters Haus gebracht, wo sie nicht zuletzt ein wenig für dessen unterleibliches Wohl sorgt. Die schwedische Fotografin Brita, spezialisiert auf Schrifstellerporträts, dringt mit Hilfe Scotts in diese eigentümliche Idylle ein, tut ihren Job und scheint Bill aus dessen Lethargie zu wecken. Bill, ein von Pillen und anderen Lastern verseuchtes Wrack schreibt seit vielen Jahren an einem Buch, die Geburt will nicht gelingen, sein Verleger drängt, lockt ihn nach New York, später nach London, wo er kraft seines mythischen Ansehens in der Literatenszene an der Befreiung einer sich in Beirut in den Fängen einer maoistischen Gruppierung gehaltenen Geisel, einem jungen Westschweizer Poeten, mitwirken soll.
Mao (Der Grosse Vorsitzende sagt: Die Massen sind der Gott), einst Gott der Rote Fibeln schwenkenden Massen, von Andy Warhol ironisierend in ein konsumierbares, weil vervielfältigbares Massenprodukt verwandelt, in dem er ihm verschieden eingefärbte aber identische Gesichter lieh, als ob hinter jedem Gesicht ein verstecktes Idividuum lauerte. Jedem sein Mao. Mao, genau wie heute Ché, sind zu verramschbaren Marken verkommen. Die Masse trägt Markenprodukte, „Nike" ist schon Programm genug. Ob der Busen durch Ché oder den Haken verziert ist hat keine Bedeutung.
DeLillo betritt zuweilen die philosophische Metaebene, lässt eine Figur aus der Masse heraus treten (Karen aus der Moon Sekte) und Bill, der Zurückgezogene, wird, indem er sich fotografieren lässt, zum Massenprodukt, zum Mythos, wie einst der ebenfalls fotografierte Mao, im Yangtse schwimmend. Damit entlässt Bill sich selber aus dem Leben; sein Buch wird nicht mehr benötigt. Auch Scott braucht Bill nicht mehr, der Mythos hat den Dichter ersetzt. Brita liefert das bildnerische Rohmaterial für die Ikonisierung, Scott steuert Warhols Mao als Zeitgeist-Tableau zur Dekodierung der Welt bei und Khomeini mag noch immer nicht von den Mauern lächeln.
Essayistische Intarsien über die Twin Towers oder Terrorismus lassen schemenhaft „11-09" als Chiffre der Zukunft am Horizont erscheinen. Lächelt Khomeini etwa doch ?
DeLillos Buch ist schillernd und lässt viele Lesarten zu. Nach furiosem Beginn wird es etwas zähflüssig, die Dialoge sind etwas verquast, die Figuren zu flach, Spielmaterial, - naturgemäss bildet Bill die Ausnahme- doch im zweiten Teil nimmt die Geschichte Fahrt auf und lässt den Leser fast etwas atemlos zurück. In DeLillos semiotischem Dekor kann sich der Leser verlieren, oder eine neue Welt entdecken.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vieles in kurzen Sätzen, 1. September 2005
Von 
Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mao II: Roman (Taschenbuch)
Es ist gute amerikanische Erzählweise und Schreibtradition, die uns Lesern zeigen und erklären will, wie Erzähltes oder gar Lyrik uns weiterhelfen kann im Leben.
Das kommt auch alles daher wie gestochen und doch so natürlich entwickelt, das Gute nämlich und das Böse.

Und es ist auch ein Krimi, der sich auftut und es ist eine Tragödie, die Komödienhaftes in sich birgt wie das Leben, es ist das Leben selbst.

Es ist Langatmigkeit, also auch Langeweile und Eingehen auf Intimes, auf Geräusche und auf sich selbst. Es ist der Ausblick auf die Menschenmassen unserer Erde, auf China und auf Vergleiche mit anderen Völkern, Nationen.
Es ist Mao, der betrachtet wird, wie er schwimmt und wie und warum er gedichtet und geschrieben hat und wie und warum die Menschen das lesen.

Dann wiederum ist es die spannende Geschichte einer Befreiung, einer Geiselbefreiung und es ist die Geschichte vom bösen Terrorismus, den Menschen entstehen lassen können, wenn sie wollen und der Ursachen hat.

Es ist die Sache mit den Beziehungen unter den Menschen, also die wichtigeste Sache der Welt und somit gibt es neben der politischen Lage, die immer und überall eine Rolle spielt, wo Staatsgebilde entstanden sind (und entstehen), gibt es neben dieser auch Beziehungen unter Menschen, die glänzend sein können und von Liebe umkränzt wie ein Heiligenschein.

Ja, so werden viele ihr Leben sehen und so werden manche es zu bestehen wissen, dieses buntgewürfelte Leben.

Mao II von Don DeLillo ist offenbar eine Offenbarung für den Autor wie für die Leser.

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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Individuum in den Zeiten der Massenkultur, 3. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Mao II: Roman (Taschenbuch)
Der einzige Weg in die Welt war, sich dorthin zu schreiben. Allein dieser Satz war es wert, dieses Buch zu lesen. Kann man die Hoffnung eines Schriftstellers, und in diesem Falle die eines gefangenen Schriftstellers, besser ausdrücken als mit dieser einen Zeile? Ich wüsste kaum wie. Dabei ist dieser Gedanke nur der Fixstern in einer Galaxie voller brillanter Ideen. Doch was genau macht dieses Buch so lesenswert? Ist es die Geschichte eines Schriftstellers der durch totale Absenz vom „normalen Leben" zum Mythos wird und den sein Weg aus der Isolation am Ende umbringt? Oder ist es eine Hymne an den Individualismus, jenem Fels in der Brandung der Massenbewegungen die durch den Informationsoverkill ausgelöst werden? Möglicherweise ist es die Schilderung eines Sektenausstiegs. Oder vielleicht die Story einer Entführung? Der Weg einer Fotografin? Erläuterungen zu Mao? Sind es die Hinweise auf ein Buch, das so wohl nie veröffentlicht wird?
Irgendwo ist es das alles, aber diese Aufzählung wäre lückenhaft, würde man nicht auch die fantastische Verknüpfung der einzelnen Handlungsstränge und die eloquente Umsetzung erwähnen. Mitunter gibt es wieder absurd-komische Passagen und Dialoge, wie ich sie auch schon in „Weißes Rauschen" kennen und schätzen gelernt habe. Andere Abschnitte lassen eher philosophische Tendenzen erkennen. Soviel ist klar: dieses Buch kann man in keine Schublade stecken - und es wäre auch ein Fehler dies zu tun. Don Delillo ist eine eigene literarische Kategorie für sich. Für einige der Gedanken in diesem Buch hat er sich das verdient - man möchte sie glatt einrahmen um sie der Nachwelt zu erhalten und die bemerkenswerten Worte vor der Vergesslichkeit zu bewahren. Von welchem Buch kann man das schon behaupten?
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Irrungen und Wirrungen von heute, 31. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mao II. (Taschenbuch)
6500 Paare haben sich im New Yorker Yankee-Stadion zu einer Massenhochzeit der Mun-Sekte eingefunden. Eine mobile Kamera liefert aus allen Perspektiven Bilder vom Rausch des Kollektiven, der die Menschenmasse verbindet. Der Einzelne ist nur noch eine leicht abgewandelte Variation der immer gleichen Form, beliebig reproduzierbar, wie Warhols Mao-Bilder, die dem Roman den Titel gaben. Zwei Figuren, deren Verwandtschaft in der Isolation, in der Abscheu der Massen, in der Weigerung billiger Übereinkünfte liegt, stehen im Zentrum des Romanes: ein Schriftsteller und ein Terrorist. Bill Grey, der Schriftsteller, ist ein berühmter Kultautor, eine mythische Figur, er gibt keine Interviews, läßt sich nicht photographieren und hält seine Adresse geheim. Nicht schwer zu erraten, wer Vorbilder für die Romanfiguren gewesen sein könnten: J. D. Salinger, dessen rabiate Attacke gegen einen Fotografen vor wenigen Jahren durch die Weltpresse ging, und Thomas Pynchon, den seine Abwesenheit von Literaturbetrieb und Medien zu einem Mythos gemacht haben. Die Figuren des Romanes, auch Bill Grey, geben vor, Individuen auf der Suche nach einem Lebenssinn zu sein. In diesem Roman wird ihnen diese Suche gründlich ausgetrieben. DeLillo beschreibt die Abhängigkeit des Einzelnen von der weltumspannenden medialen Blase. Am Ende stirbt der Schriftsteller auf dem Weg in den Libanon, wo er mit einer Terroristengruppe über die Freilassung einer Geisel verhandeln will, in völliger Anonymität. Seine Identität ist hinter der des Kultautors verschwunden. Der Untergang des Individuums gipfelt in der totalen Vision einer weltumspannenden Familie, der der individuelle Glaube an das Wort verlorenging, gebannt vom Massenglauben an flüchtige Bilder. DeLillo hat kein modernes Abenteuer geschrieben, er beschreibt Zustände und Verwirrungen. Die Figuren sind zwar selten orientierungslos, nur scheint sie ihre Orientierung nirgendwo hinzuführen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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4.0 von 5 Sternen das buch ist lesenswert, 3. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mao II. (Taschenbuch)
man sollte sich von dem etwas stumpfsinnigen klappentext nicht abschrecken lassen. neben einem "gefährlichen Spiel um Leben und Tod", welches hier in den Vordergrund gestellt wird, handelt das Buch von Terrorismus und Globalisierung, von Freiheit und Gefangenschaft, Mann und Frau sowie von arm und reich.
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Mao II: Roman
Mao II: Roman von Don DeLillo (Taschenbuch - 1. Januar 2000)
EUR 9,90
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