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42 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die verlorene Generation
Die Schonungslosigkeit, mit der Erich Maria Remarque die Schrecken des Ersten Weltkrieges aufzeigt, ist schockierend - aber gerade die Schrecken dieses Krieges verlangen nach einer solch schonungslosen Darstellung.Dadurch, dass Remarque seinen Roman in der Ich-Perspektive verfasst, wird der Leser zum unfreiwilligen Zeugen der Geschehnisse. Er liegt geradezu neben dem...
Veröffentlicht am 10. März 2003 von rolf-mayer

versus
3.0 von 5 Sternen Ich hatte mehr erwartet.
Der Funke springt einfach nicht über, obwohl sich der Zeichner große Mühe gegeben hat. Ich hatte mehr erwartet. Der Film ist eindeutig besser.
Vor 10 Tagen von C. Schmuck veröffentlicht


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42 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die verlorene Generation, 10. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Im Westen nichts Neues: Roman. Ohne Materialien (Taschenbuch)
Die Schonungslosigkeit, mit der Erich Maria Remarque die Schrecken des Ersten Weltkrieges aufzeigt, ist schockierend - aber gerade die Schrecken dieses Krieges verlangen nach einer solch schonungslosen Darstellung.Dadurch, dass Remarque seinen Roman in der Ich-Perspektive verfasst, wird der Leser zum unfreiwilligen Zeugen der Geschehnisse. Er liegt geradezu neben dem Protagonisten Paul Bäumer im Schützengraben, im Lazarett, geht mit ihm auf Patrouille, wird mit ihm zum Angriff aufgefordert, durchläuft mit oder gleich diesem einen Prozess des Leidens und der Verrohung. Über allem Grauen, einem alptraumartigen Grauen ohne Hoffnung, steht die nüchterne Erkenntnis, dass in dieser apokalyptischen Welt des Kampfes nur der Zufall über Leben und Tod entscheidet. Dies führt zum einen zu einer radikalen Ich-Erfahrung, die eine Begegnung mit dem Du fast unmöglich macht, zum anderen zur Entmenschlichung, zur Reduktion des Menschseins auf elementare Bedürfnisse, animalische Verhaltensmuster. Wenn Peter Bäumer einem gegnerischen Soldaten, der zufällig in dem gleichen Graben Schutz sucht wie er selbst, ein Messer in den Körper stößt, mehr aus Angst als aus irgendeinem anderen Beweggrund, dessen Sterben sodann über Stunden verfolgt, ohne einer Handlung fähig zu sein, dann ahnt der Leser nicht ohne Erschrecken über sein eigenes Ich, dass ihm hier auch sein mögliches Verhalten in der gleichen Situation vor Augen geführt wird, dass in extremen Momenten die Situation die Handlung bestimmen kann und nicht - wie erhofft - die Gesinnung.
Eine andere Dimension des Werkes, die sich zumeist in Rückblenden eröffnet, entlarvt die hohle Kriegseuphorie der Erzieher, die Konventionen militärischen Gebärderns in Friedenszeiten und den blinden Nationalstolz. Zudem wird der kalte Glaube an ein militärisches Kalkül, das kein Individuum denken darf, radikal zertrümmert. Transparent wird schließlich, warum gerade die Generation der um 1890 Geborenen nie wieder Fuß fassen kann. Sie gehen als Adressaten des propagandistischen Räderwerkes gänzlich unvorbereitet in den Krieg, haben zudem als Jugendliche keinen Halt in der Welt, in die sie sich zurücksehnen - eine Welt, die die wenigen Rückkehrenden dann aufgrund ihres völligen Unverständnisses weiterleiden lässt. Das Lesen des Romans wird vor allem durch die unerhörte Spannung bestimmt, die sich aus Identifikation und Mitfühlen auf der einen Seite sowie Abscheu und Verachtung auf der anderen Seite ergibt. Bei aller Drastik und Brutalität regiert doch Nähe; die Distanz, nach der man sich manchmal geradezu sehnt, sie fehlt - und gerade dies ist die Stärke des Werkes. Denjenigen Kritikern, die Remarque vorwerfen, die Soldaten würden in der Rolle des Opfers präsentiert, Verantwortung an eine andere, letztendliche undefinierbare Instanz abgeschoben, ist die Frage zu stellen, ob nicht gerade diese fast noch unmündigen Wesen, die gerade der Schulbank entwachsen sind und sich im Feld, das ihnen als der Ort der Ehre angepriesen wurde, wiederfinden, ein Recht auf eine solche Darstellung haben. Die Kritik, die dem Werk durchaus immanent ist, zielt in eine andere Richtung. Eindrucksvoll wird vorgeführt, dass die Entscheidung über Krieg und Frieden nicht oder aber zumindest nicht allein vom Soldaten im Schützengraben gefällt wird. Diejenigen, die alle Schuld auf den Soldaten schieben, der den Finger am Abzug hat, fliehen vor der eigenen Verantwortung.
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Als läge man selbst im Schützengraben..., 1. Juni 2004
Von 
junior-soprano - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Im Westen nichts Neues: Roman. Ohne Materialien (Taschenbuch)
Ein Klassiker der Weltliteratur! Obwohl es gelungene Verfilmungen gibt, lohnt es sich unbedingt das Buch zu lesen! Menschen die wenig und ungerne lesen, wird es freuen, daß der Roman mit etwas über 200 Seiten angenehm kurz ist. Hier wird wirklich nicht geschwafelt, sondern präzise und spannend erzählt. Die Geschichte des 19-jährigen Abiturienten Paul Bäumer, der sich „freiwillig" (er beugt sich dem Gruppenzwang) für den Dienst an der Westfront meldet, ist von Anfang bis zum Ende extrem packend und sehr bewegend. Remarque beherrscht das Erzählhandwerk so gut, daß man sich als Leser sofort in die Schützengräben des Ersten Weltkrieges versetzt fühlt. Man erlebt mit den einfachen Soldaten alle Höhen und Tiefen des Krieges. Die quälende Ruhe vor der Schlacht, die Panik und die Angst während des Gefechts, die Verbundenheit mit den Kameraden und die große Freude über eine warme Mahlzeit und einige friedliche Erholungspausen. Als Paul zum Fronturlaub in die Heimat reist, fühlt er sich fremd und innerlich völlig leer. Man versteht, daß der Krieg einen Soldaten für immer verändert und das es nach den dramatischen Erlebnissen an der Front nie wieder wie vorher sein kann. Und das ist ein Hauptanliegen des Autors, wie er bereits im Vorwort erwähnt: „Es soll nur den Versuch machen, über eine Generation zu berichten, die vom Kriege zerstört wurde - auch wenn sie seinen Granaten entkam.".
Im Westen nichts Neues vermittelt viel Wissenswertes über den Ersten Weltkrieg. Vor allem aber warnt es junge Menschen davor, sich in einen sinnlosen Tod treiben zu lassen. Es ist keine Überraschung, daß dieser Roman ein Opfer der Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten wurde, so abschreckend ist seine Wirkung!
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütternder Roman, 11. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Im Westen nichts Neues: Roman. Ohne Materialien (Taschenbuch)
Es gibt einige Bücher die jeder Mensch in seinem Leben einmal gelesen haben muß. Das Werk „Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque gehört zweifelsohne zu diesen Büchern. Wenn man nämlich über „den Krieg" redet, beinhaltet dies eine gewisse Distanz. Klar, der Krieg ist grausam, aber wie äußert sich diese Grausamkeit? Remarque ist es in seinem Werk meisterhaft gelungen diese, vor allem psychische Grausamkeit darzustellen. Er bringt den Leser die Unmenschlichkeit und Sinnlosigkeit des Krieges auf eine erschütternde Art und Weise nahe. Gerade die Sinnlosigkeit des Kriegsverlaufes an der Westfront im ersten Weltkrieg ist dem Leser aus der Geschichte bekannt und verstärkt dadurch die Intension des Autors. „Nie wieder Krieg!" sind sicherlich die Gedanken eines jeden, der dieses Buch gelesen hat. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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51 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Soldaten für Soldaten, 18. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Im Westen nichts Neues: Roman. Ohne Materialien (Taschenbuch)
"Im Westen nichts Neues" ist Literatur, wenn Literatur Bücher sind, die einen verändern.
"Im Westen nichts Neues" mag keine Literatur sein, wenn man eine einwandfreie Sprache, einen politisch korrekten Inhalt und eine gute Kritik von Reich-Ranicki und anderen Kantoreks als Maßstab nimmt.
Das Buch schildert die Erlebnisse an der Front des ersten Weltkrieges, der in vielerlei Hinsicht einer der schlimmsten Kriege der Geschichte ist. Und sie schildert die Erlebnisse eines Schülers, der sich von den Parolen seines Lehrers Kantorek angestiftet mit seiner gesamten Schulklasse meldet, und die andere, oft verdrängte, Seite des Krieges kennenlernt - entwurzelt und desillusioniert endet hier das Primat der Politik und wird durch das Primat des Überlebens ersetzt.
Das Buch ist auch ein Zeugnis eines wahren Pazifismus. Oft und gerne vergessen wird, daß die treibenden Kräfte des Pazifismus viele Jahre lang keine friedensbewegten Demonstranten waren - sondern Soldaten, die wissen, was ein Krieg ist, außer "schlimm". Wenn Tilmann Westphalen im Nachwort auch noch dieses Buch dafür hernimmt, die unsägliche "Soldaten sind Mörder"-Debatte zu kommentieren, disqualifiziert er sich damit - die Aussage dieses Buches könnte anders nicht sein. "Soldaten sind Menschen" und Instrumente der Politik zu ihrer Fortsetzung mit anderen
Mitteln (Clausewitz), gestern wie heute wie morgen. "Potenzielle Mörder" wie Remarque, Haldeman, Saint-Exupéry und Millionen anderer werden es unterschreiben.
Gerade in Zeiten, in denen eine Glaubensdebatte um den 3. Golfkrieg durch alle Zeitungen geht, sollte dieses Buch mehr Beachtung und das Negativbild des konservativen Dorfschullehrers Kontorek mehr als Mahnung dienen. Und jeder, der sich mit dem Krieg beschäftigt, sollte dieses Buch als letztes lesen. (Und jeder, der über Kriege entscheidet, sei es nur in Abstimmungen und Wahlen, sollte sich natürlich damit beschäftigen - und nicht nur mit der Propaganda einer kriegführenden Nation oder einer politischen Strömung!)
Als Offizier sehe ich die Bedeutung dieses Buches darin, daß man, bevor man sich an einem Krieg beteiligt, genau wissen sollte, worauf man sich da einläßt und daß es das Wert ist (Latrinenparolen wie "Krieg gegen den Terror" oder "Schutz der Menschenrechte" - wo es echte Latrinenparolen und keine fundierten Begründungen sind - zählen dabei nicht); als sozialliberaler Mensch ist es für mich eine Warnung gegen konservativ-verknöcherte Strukturen und was sie anrichten können. Dies ist meine Meinung.
Zum weiterlesen: Dalton Trumbo, Johnny zieht in den Krieg über einen Kriegsversehrten und Remarques Fortsetzung Der Weg zurück.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die verlorene Generation", 22. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Im Westen nichts Neues: Roman. Ohne Materialien (Taschenbuch)
"Im Westen nichts Neues."
Dies ist die letzte feststehende Aussage dieses sehr beeindruckenden Werkes von Erich Maria Remarque, welche in Bezug auf das vorherige Geschehen die Gesamtaussage seines Romanes wiedergibt. Remarque eläutert den Verlauf des ersten Weltkrieges hervorragend an Hand des Beispiels eines Abiturjahrgangs 1914. Beim Lesen dieses Buches wird dem Leser ein Einblick in Umstände, Zusammenhänge und psychischen wie physischen Zustand eben jener "verlorenen Generation" der Weltkriegsfrontjugend gewährt. Der Widerspruch von heimischem Illusionismus und alltäglicher Frontrealität wird deutlich gemacht, ebenso wie der menschenverachtende moderne Krieg. Es ist Erich M. Remarque mit diesem Werk gelungen einen umfassend Einblick in die Gesellschaft und im Hauptsächlichen in den Frontalltag der Jahre von 1914 bis 1918 zu bieten, wobei natürlich "die verlorene Generation" im Mittelpunkt seines Schreibens steht. Empfehlenswert für Geschichts-, Psychologieleser und jeden Liebhaber anspruchsvollerer Literatur.
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein packendes und lehrreiches Buch, 13. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Im Westen nichts Neues: Roman. Ohne Materialien (Taschenbuch)
Der Klassiker "Im "Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque wird seinen Platz in meinem Regal nicht mehr verlieren.
Noch nie hat ein Buch so sehr meine Ansichten geändert.
Vorher war meine Ansicht eher "1. Weltkrieg, na ja: Bumm, bumm, krach krach, da ein Toter, hier ein Toter..."
Dieser Falschglauben wird durch das Buch radikal verändert.
Nicht nur, dass man jeden Gedanken Paul Bäumers (Erich Maria Remarque hiess übrigens früher Erich Paul Remarque, und der Nachname Bäumer stammt auch aus seiner Familie) mitbekommt,
nein, man bekommt auch kleine Informationen zu seinen Kameraden und kann sich so seine Gedanken zu ihnen und ihr Leben machen.
Diese unzähligen Schicksale der Soldaten, die hier im Krieg nur als eine Maschine gesehen werden, die halt dann irgendwann den Geist aufgibt. So ein Soldat lernt in seiner Lebenszeit so viele Dinge, lernt Dinge kennen, und alles wird durch einen Schuss oder eine Granate ausgelöscht.
Diese Gedanken verfolgen mich das ganze Buch über, und man hat das Gefühl, man wäre im Graben und dächte über das Leben nach.
Auch sehr eindringlich werden ab und zu schaurige Details geschildert: Szenen im Lazarett, wo Leute mit aufgerissenen Bäuchen oder ohne Beine oder Arme liegen und eigentlich keine Überlebenschancen haben; oder Szenen im Schützengraben, die Kameraden warten auf den Angriff, während Leichen vom Vortag noch auf dem Feld liegen und ihnen in der Hitze die Bäuche aufquellen. Doch das sind nur Beispiele, wenn man das Buch gelesen hat, kann man gar nicht mehr begreifen, was ein toter Soldat bedeutet - nicht nur einfach ein Gefallener, nein: er hinterlässt Verwandte, Freunde, und Kameraden im Krieg. Und diese Leute müssen Jahre lang trauern oder brauchen ihr Leben lang eine Therapie, bloss weil EIN kleiner Soldat ihn mit einem von seinen 50 Granaten, die er am Tag geworfen hat, getroffen hat.
Das Buch ist sehr autobiographisch beeinflusst (siehe der Name Paul Bäumer), auch die ganzen Erlebnisse sind wahrscheinlich auch Remarque passiert (in ähnlicher Weise).
Also wie gesagt, das Buch lohnt sich auf jeden Fall zu lesen, auch als Lektüre in der Schule ist es empfehlenswert (hab ich selbst gemacht).
Gut wäre es auch, "Der Weg zurück", quasi die Fortsetzung, zu lesen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Diese Buch sollten mehr Leute lesen!, 9. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Im Westen nichts Neues: Roman. Ohne Materialien (Taschenbuch)
Ein sehr gutes Buch das so manchen Leuten die Augen öffnen sollte. Diese Buch erzählt über den ersten Weltkrieg und das auf eine wirklich gute Art und Weise. Wenn man das Buch ließt erkennt men wie sinnlos Krieg ist und das das Sterben im Krieg noch sinnloser ist. Dieses Buch sollten insbesondere die Leute lesen die Krieg als gut empfiden. Hier muss man noch sagen das sich die Jugend besser am PC austoben sollte mit Ego-Schootern als in wirklichkeit.Sehr gutes Buch.
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im Westen nichts Neues, 24. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Im Westen nichts Neues: Roman. Ohne Materialien (Taschenbuch)
Erich Maria Remarque schreibt über einen Krieg. Ein pazifistisches Buch also? Dieses Buch soll weder eine Anklage noch ein Bekenntnis sein, setzt er seinem Roman voraus: „Es soll nur den Versuch machen, über eine Generation zu berichten, die vom Kriege zerstört wurde - auch wenn sie seinen Granaten entkam." Weder eine Anklage noch ein Bekenntnis, das ist schwer. Remarque betreibt weder eine Analyse der möglichen politisch-ökonomischen Kriegsursachen, noch will er sich auf eine Politik zukünftiger Kriegsvermeidung festlegen. Was folgt ist die sachliche Beschreibung der menschlichen Existenz im Krieg, die sich ändern muss, um ihn zu überstehen. Die einfache Sprache des Ich-Erzählers verleiht diesem Buch dabei eine beklemmende Authentizität. Mit großer Sachkenntnis und Genauigkeit wird der Kriegsalltag beschrieben, die Auswirkungen auf die darin verwickelten jungen Männer lassen sich schmerzhaft intensiv nachvollziehen. Ein großartiges und, trotz der Vielzahl an Romanen über den Krieg, einzigartiges Buch.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Der Krieg zwischen gebildeten Völkern ist ein Hochverrat an der Zivilisation" ( Königin Elisabeth von Rumänien), 23. Dezember 2008
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Im Westen nichts Neues (Gebundene Ausgabe)
Amazon bietet drei Exemplare des Romans " Im Westen nichts Neues" aus dem Prophyläen-Verlag von 1929 an.
Ich habe hier ebenfalls ein Exemplar aus jenem Jahr vorliegen.
Es gehörte einst der Großmutter meines Gatten. Sie kam bei einem Bombenabwurf in ihrer Bibliothek ums Leben. Als man sie unter ihren Büchern begraben fand, hielt sie dieses Buch in den Händen.
Ironie des Schicksals oder Mahnung an folgende Generationen?

Das von den Nazis verbotene Buch des Schriftstellers Erich Maria Remarque ist ein Anti-Kriegs-Roman, der die grauenhaften Geschehnisse während des 1. Weltkrieges darstellt und zwar aus der Sicht des neunzehnjährigen Soldaten und vormaligen Schülers Paul Bäumer.
Er beschreibt, wie ihm zunächst, während der soldatischen Grundausbildung, alle kulturellen Neigungen und zivilisatorischen Instinkte abtrainiert werden und am Ende eine bloße Kampfmaschine -statt seiner- zurück bleibt. Die Erlebnisse an der Front, die unentwegte Gegenwart des Todes, die Gasangriffe, der Anblick der Verwundeten, das Töten mit Spaten und Bajonetten, das ohrenbetäubende Geschrei angeschossener, verendender Pferde, das Gewimmer junger, sterbender Menschen, sowie der Hunger führen zu unendlicher Verrohung im generellen Habitus zueinander und dem Ende humanitärer Verhaltensweisen.
Bäumer bemerkt seine innere Wandlung und fragt sich, ob ein Mensch, dessen erste Berufsausübung das Töten seiner Mitmenschen zum Gegenstand hat, in der Folge überhaupt noch zu einem vernunftsorientierten, friedlich-bürgerlichen Leben in der Lage sein kann.
Die beschriebenden Kriegsszenen gehen sehr unter die Haut. Man spürt die Angst und den unsäglichen Schmerz der Akteure und wird durch die Brisanz des Grauens geradezu gezwungen die Absurtität zu erkennen, die hinter diesem unendlichen Blutvergießen steht. Remarque zeigt die Schwerverwundeten in den Krankenhäusern, die Qual und die Verzagtheit der Amputierten, die vielen jungen verstümmelten Menschen, deren Leben im Grunde zu Ende ist, noch bevor es begonnen hat.
Mehr als vierzig Jahre hatte die vorherige Generation im Frieden gelebt und benebelt von der, dem 1. Weltkrieg vorausgehenden , Belle Epoque, zu wenig gewarnt vor den Folgen, die sich aus kriegerischen Auseinandersetzungen ergeben, noch dazu mit technisch veränderten Waffen. Die Desillusionierung durch die mörderische Realität hat dann wohl eine ganze Generation geprägt.
Doch der Mensch lernt leider wirklich selten aus seinen Erfahrungen. Besonders schwer begreifbar scheint zu sein, dass es letztlich keinen Sinn macht, sich den Machtinteressen und anderen Egoismen einiger Weniger unterzuordnen.
Dieses Buch sollte Pflichtlektüre im Deutschunterricht sein, aber auch für jeden, der im politischen Bereich ambitioniert ist, ein Lese-Muss darstellen!
Dass der Roman empfehlenswert ist steht außer Frage!
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflicht!, 13. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Im Westen nichts Neues: Roman. Ohne Materialien (Taschenbuch)
Ich frage mich, warum ich das Buch erst jetzt gelesen habe und nicht schon viel früher. Ich persönlich war total überrascht von Remarques Schreibstil, er lässt sich unglaublich leicht und flüssig lesen, die Dialoge und Schilderungen sind extrem lebendig. Auch ist "Im Westen nichts neues" ein Buch, das sehr schnell Emotionen weckt: an manchen Stellen lief es mir vor Ekel kalt den Rücken herunter, an anderen war ich zu Tränen gerührt und dann kam plötzlich wieder ein Dialog oder eine kleine Geschichte, die mich zum Lachen brachte. Ich finde, dieses Buch sollte wirklich jeder einmal gelesen haben, es führt einem das Kriegsgeschehen so vor Augen, wie es wirklich war, unendlich grausam und sinnlos. Ich finde es extrem wichtig, von Zeit zu Zeit daran erinnert zu werden.
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Im Westen nichts Neues: Roman. Ohne Materialien
Im Westen nichts Neues: Roman. Ohne Materialien von E.M. Remarque (Taschenbuch - 1. Januar 1987)
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