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Kundenrezensionen

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am 27. März 2005
Der erste Weltkrieg ist vorbei. Die jungen Männer, die sich voller Enthusiasmus aus der Schulbank in den Schützengraben stürzten, treten voller Hoffnung den Rückzug in die Heimat an. Ernst Birkholz ist einer von ihnen.
Frieden, endlich Frieden.
Doch zu Hause ist alles anders als erwartet. Der Kaiser ist geflohen, es ist Revolution. Der Zusammenhalt der Kameraden im Felde scheint in der Heimat wie weggeblasen - Soldaten kämpfen gegen Soldaten, ihre einstigen Kameraden.
Andererseits dreht sich die Welt weiter als sei nie Krieg gewesen, besonders in den Familien wird das deutlich. Was wissen die Menschen schon, was im Felde los war? Zu weit weg war der Schützengraben, um die Menschen zu Hause im Denken und im Handeln beeinflusst zu haben.
Ernst findet sich nicht mehr zurecht. So sehr er sich auch bemüht, er findet keinen Halt, nicht bei seinen Eltern, nicht in der Liebe, nicht einmal in der Natur.
Der Krieg ist aus, doch in seinem Innern geht er weiter. Träume und Tagträume reißen in zurück in den Schützengraben - zu intensiv waren die Erfahrungen, die er machen musste.
Einige seiner Kameraden verzweifeln an diesem neuen alten Leben und wählen den Tod.
Ernst findet am Ende einen Weg, sich zu arrangieren. Er weiß, dass er den Krieg nie richtig los wird, doch er will leben.
Remarque schafft es eindrucksvoll das Leben nach dem Krieg und die Gefühle eines Soldaten zu beschreiben. Der Weg zurück aus dem Krieg ist nicht so einfach, wie es die, die nicht im Feld waren, gerne glauben würden. Der Krieg lebt in den ehemaligen Soldaten weiter und zeigt immer wieder seine Sinnlosigkeit.
Auch wenn Remarque für seinen Protagonisten einen Ausweg findet, so zeigt er doch, dass die Aussichten für die Menschen allgemein nicht gut sind.
Schon wieder spielen Jugendliche Krieg, marschieren, spielen töten und bereiten sich darauf vor, das Vaterland zu verteidigen. Wieder werden willige Soldaten für einen nächsten Krieg herangezüchtet.
Remarque, der den Roman 1930/1931 erstmalig als Vorabdruck in Fortsetzungen in der Berliner Vossischen Zeitung veröffentlichte, sollte mit seiner Vorahnung Recht behalten.
Dieser Roman ist noch immer aktuell. Es ist egal, wo der Krieg stattfindet, wann er stattfindet, mit welchen Waffen gekämpft wird, das Grauen bleibt in den Köpfen der Soldaten hängen. Ein Krieg vernichtet nicht nur Leben, weil Menschen dabei getötet werden.
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am 26. Januar 2005
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Dieses Buch ist nicht nur eine Ergänzung zu „Im Westen nichts Neues". Es beschreibt die Folgen des Krieges für Menschen, wohin gegen der Vorgänger den Krieg an sich, mit all seiner Grauenhaftigkeit und Unmenschlichkeit, beschreibt. „Im Westen nichts Neues" ist zweifelsfrei eines der besten Bücher des vergangenen Jahrhunderts, da es den Krieg beschreibt wie er tatsächlich ist, und nicht etwa verklärt kitschig, pathetisch und heroisch wie es z. B. damals und heute von Rechtsextremen praktiziert wurde und wird. „Der Weg Zurück" hingegen schildert den Weg zurück ins Leben, der den von der Front wiederkehrenden Soldaten extrem schwer fällt. Hauptfigur des Buches ist Ernst Birkholz, aus dessen Sicht es auch geschrieben ist. Gemeinsam mit den Kameraden, die den Krieg überlebt haben, tritt er den „Weg zurück" an. Durch die Jahre im Schützengraben, in denen jungen Männer ihre Kameraden und „Feinde" auf bestialischste Weise verrecken sahen, in denen ihnen ihre noch jungen Hoffnungen, Ideale und Zukunftsperspektiven im Trommelfeuer der Granaten versanken, erscheint ihnen alles Alltägliche völlig sinnlos. Die alte Kameradschaft, die sie in den Kriegsjahren zusammengeschweißt hat, zerbricht, da jeder versucht im revolutionären Deutschland 1918/19 mit sich selber fertig zu werden und seinen „Weg zurück" zu finden. Viele fühlen sich verraten und verkauft, da der Kaiser, dieser eine Mann, für den Millionen sterben mussten, ins Exil geflüchtet ist und all die Jahre, in denen eine ganze Generation verheizt wurde, völlig nutzlos waren. Viele Kameraden kommen in der neuen alten Welt nicht mehr zurecht und begehen Selbstmord. Auch der Hoffnungsträger des Romans, Ludwig Breyer, der an Syphilis leidet, schneidet sich die Pulsadern auf.
Am Ende strömt jedoch noch Hoffnung durch Ernst Birkholz, der erkennt dass es vieles aufzubauen und fast alle wieder gutzumachen gibt was in den Jahren des Tötens verloren gegangen ist.
Dieses Buch war damals (1931) an Appell an Deutschland und die Welt, etwas wie den Weltkrieg von 1914-1918 nie wieder zuzulassen. Leider verfehlte der Appell seine Wirkung. Doch dieses Buch büßt auch heute nichts seiner Aktualität ein, da jeder nur mal den Fernseher anschalten brauch und sieht, wie die einzig verbliebene Supermacht der Welt einen Krieg nach dem anderen anfängt. Aus dem Irak z. B. kehren Veteranen nach Hause zurück, die ähnlich zerstört sind wie die Figuren dieses Romans. Es bleibt die Frage, wann Menschen je verstehen werden, dass Krieg niemandem etwas nützt, sondern sie sich damit selber vernichten. Daher kann man Remarques Buch „Der Weg Zurück" jedem empfehlen, auch und vielleicht besonders der jüngeren Generation.
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am 5. September 2007
Dieses Werk hat mich schon ab der ersten Seite gefesselt. Noch mehr als in seinem berühmtesten Werk (Im Westen nichts Neues) lässt Erich Maria Remarque die Leser in die Welt von Ernst, einem ehemaligen Frontsoldaten, eintauchen. Grob definiert geht es im Buch über Kriegsheimkehrer, welche sich nicht mehr in das "normale" Leben integrieren können und die Welt nicht mehr verstehen, alles wofür sie gekämpft haben ist nichts mehr wert oder sogar nicht mehr da.
Dieses Buch bietet sogar geschichtlich eine Menge. Es finden Ereignisse statt, wie z.B. bürgerkriegartige Aufstände usw. und lassen den Leser Geschichte hautnah miterleben.

Meiner Meinung nach hat Erich Maria Remarque hiermit eines der besten Bücher überhaupt geschrieben. Manchmal war es mir direkt unheimlich, wie ich mit der Hauptfigur mitgerissen wurde. So kam es vor, dass ich bei bestimmten Stellen fast einen Wutausbruch bekam, beinahe anfing zu weinen oder auch lautstark lachen musste. Dieses Buch ist ein MUSS!
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am 29. Juli 1999
Die Fortsetzung von „Im Westen nichts Neues", so man dazu noch eine Fortsetzung schreiben kann. Das Buch schildert den trostlosen Weg der Jungen, die viel zu früh erwachsen wurden, zurück in die Gesellschaft. Zurück in eine Gesellschaft, die selbst nicht weiß wo sie steht und diesen jungen Menschen nicht helfen kann. So erfahren wir von denen die Schlachtfelder von Verdun nicht vergessen können und daran wahnsinnig werden, oder die anderen die versuchen wieder ein normales Leben zu führen und es ihnen nicht gelingen will. „Der Weg zurück" versucht sich mit dem Problem der Kriegsveteranen auseinanderzusetzen, und betrachtet dabei hauptsächlich die Jugend, die aus der Schule in den Krieg zog und nun leer und verbraucht zurückkommt und für die kein Platz mehr ist. Remarque schafft es auf seine ihm eigene Weise die Verzweiflung, die Hoffnungen und Ängste der Figuren dem Leser zu vermitteln und ihn in die Geschichte mit hineinzuziehen. Er wirft damit auch die immer aktuelle Frage auf, wohin mit denen die aus dem Krieg kommen und den Weg zurück nicht finden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 31. März 2008
40 Jahre bevor die ersten traumatisierten Soldaten aus Vietnam zurückkehrten und der Begriff vom postraumatischen Stressyndrom zum ersten Mal ins öffentliche Gespräch rückte zeichnete Erich Maria Remarque ein prophetisches Bild von dem Weg zwischen zwei Extremen: Dem Krieg und dem Zivilleben.
Wie in seinem Erstling geht es auch hier um eine Gruppe junger Männer, die durch ihre Kriegserfahrungen zusammengeschweisst wurden. Nach vier Jahren in Schützengräben und Trommelfeuer ist jeder glücklich mit dem Leben davongekommen zu sein. Aber irgendwie ist es einfach nicht mehr so wie vorher: Alte Freunde sind plötzlich fremd, Eltern und Familie behandeln einen plötzlich mit einer eigenartigen Vorsicht, Ehefrauen und Freundinnen - für viele der einzige Grund, nach Hause zurückzukehren – haben sich mit anderen Männern eingelassen.
Remarques hat sein persönliches Kriegstrauma in seinem gesamten Werk stückweise verarbeitet, und sich dabei oft wiederholt; nach drei oder vier Romanen stellt sich auch ein gewisser Sättigungsrad ein; hier beweist er aber noch Schreibfrische und ein gesundes Maß an psychologischer Einsicht. Im Gegensatz zu den streckenweise heftigen Kriegsbeschreibungen seines Erstlings ist hier in jeder Zeile das Gefühl der Entfremdung spürbar: Durch den gesamten Roman zieht sich die feine Tragik einer Gruppe junger Männer, die ohne zu wissen warum, scheinbar aus dem Leben gekündigt wurden, und nun wie hinter einer Glaswand dem Vergnügen ihrer Altersgenossen zusehen müssen. Und auch als Zivilist erscheint der Konflikt der Veteranen für den Leser plötzlich sehr nachvollziehbar: Ich las den "Weg zurück" unmittelbar im Anschluss an "Im Westen nichts Neues", und empfehle jedem geneigten Leser, es genauso zu machen: Neben seinem bahnbrechenden Debüt ist das der großartigste Roman aus Remarques umfangreichem Werk.
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am 4. August 1999
Erich Maria Remarques Roman "Der Weg zurück" (1931) ist die Fortführung seines weltbekannten Werkes "Im Westen nichts Neues". Die Handlung setzt auf dem Schlachtfeld ein, wo Paul Bäumer, der Held seines berühmten Romans, kurz vorher den Tod fand: wenige Tage vor dem Waffenstillstand 1918 an der Westfront. Die letzten sinnlosen Gefechte bringen immer noch Verluste von Menschenleben. Dann beginnt der Rückzug des geschlagenen Heeres oder dessen, was von ihm noch übriggeblieben ist. Krank, halb verhungert, verstümmelt gehen sie den Weg zurück ins Leben. Ins Leben? Die sozialen Gegensätze, die der Krieg übertünchte, brechen wieder auf. Den Krieg noch in den Knochen kommen die Jugendlichen, die der Krieg zu Männern gemacht hat, mit dem Leben nicht zurecht. Georg Rahe erschießt sich auf dem ehemaligen Schlachtfeld, Ludwig Breyer schneidet sich die Pulsader auf und Max Weil wird umgebracht. Der Roman läßt die Zukunft der Mißbrauchten, Betrogenen und Übriggebliebenen offen. Manfred Orlick, Halle (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 13. März 2008
Dieses Buch ist die Quasi-Fortsetzung von "Im Westen nichts Neues" und beschreibt die Rückkehr der Soldaten nach Ende des 1. Weltkrieges. Es behandelt die Frage: Wie gehen die Soldaten, tief gezeichnet von den Schrecken des Krieges, mit ihrem Leben um?

Und sie müssen feststellen, dass nichts so geblieben ist wie vor ihrem Einzug. Konsequent aus der Sicht des kleinen Soldaten und "Ich-Erzählers" geschildert geht es um die kleinen Dinge des Alltags, an denen erschreckend deutlich wird, wie die menschliche Seele im Krieg zerstört wurde, auch wenn der Krieg überlebt wurde. Es geht um Entfremdung von den anderen Menschen und von sich selbst, es geht um die mangelnde Würdigung der eigenen Kriegserfahrungen, es geht um die Ohnmacht, über die Kriegserlebnisse zu sprechen und das Abdriften in Oberflächlichkeiten, das Wegdrücken von Gefühlen, die bearbeitet werden wollen.

Im Vergleich zu "Im Westen nichts Neues" ist es ein sehr stilles Buch, das nur Alltagssituationen beschreibt und gerade dadurch eine ganz besondere Intensität erreicht. Besonders beeindruckend schildert Remarque die Versammlung in der alten Schule, wo die Soldaten ihren Schulabschluss nachholen sollen, als die "weltfremde" Rede des Rektors von seinen ehemaligen Schülern und Soldaten unterbrochen wird. Oder die Stelle, als der Protagonist sich als Gast im Hause seines reichen, gönnerhaften Onkels vor der distinguierten Besserwisser-Gesellschaft seines Soldatentums schämen soll. Oder die Eskalation am Rathaus. Nicht zuletzt der Nervenzusammenbruch des Erzählers.

Zum Schluss bleibt hilfloses Schweigen - keine Bewertung, keine Moral, nur die Schilderung der psychischen Kriegsfolgen einer Generation, die im Krieg verloren ging.

Bitte: LESEN! Das hier ist ein ganz wichtiges Buch gegen jedweden Krieg!
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Nach seinem Meisterwerk >>Im Westen nichts Neues<< verfasste Erich Maria Remarque seine große Fortsetzung und veröffentlichte sie im Jahr 1931. Auch Exemplare des Werkes fielen den Bücherverbrennungen des Jahres 1933 zum Opfer.

Im November 1918 endet der Erste Weltkrieg und so wird die Geschichte von Ernst Birkholz (dem Ich-Erzähler) und seinen Kameraden erzählt. Sie wollen nun nach den schrecklichen Erlebnissen an der Westfront ein normales Leben in der Heimat führen. Doch das erweist sich als sehr schwierig, denn sie werden nicht als Helden gefeiert, von der Kriegsbegeisterung von damals ist nichts mehr übrig geblieben und in Deutschland tobt eine Revolution, die die Gesellschaft völlig verändert. Die ehemaligen Soldaten sind verändert und traumatisiert und ihre Angehörigen können nicht das Ausmaß ihres Leidens verstehen. Sie fühlen sich zudem von der Gesellschaft ausgeschlossen und haben wenig Hoffnung sich anpassen zu können.

Ein wahrlich eindrucksvolles Werk, das dem Leser zeigt, dass für Soldaten die Schrecken eines großen Krieges nicht gleich mit der Heimkehr enden. Noch bevor der Begriff Posttraumatische Belastungsstörung eingeführt wurde, verstand es Erich Maria Remarque zu beschreiben was für psychische Folgen ein verheerender Krieg für junge Menschen hat. Gerade seine persönlichen Erfahrungen machen seine Meisterwerke sehr glaubwürdig und man kann alles verstehen und erfassen.

Wer schon das Meisterwerk Im Westen nichts Neues gelesen hatte, der sollte auch dieses Werk lesen.
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am 18. April 2010
Nach den ersten Seiten hat man sofort wieder dieses für Remarque so typische Gefühl, der Ungerechtigkeit und man fühlt sich auch irgendwie verloren.
Nach den beiden Büchern "Im Westen nichts Neues" und "Drei Freunde" kehrt R. knüpft R. hier an die Wirren des 1. WK zurück. Remarque schafft es mit seinen Worten zu bewegen und immer, immer wieder ertappt man sich dabei zu fragen, warum dieser Wahnsinn (und einige Jahre später der nächste) passierte.

Die Soldaten kehren aus dem Schlachtfeld zurück. Völlig traumatisiert (was natürlich niemanden interessiert) aber dennoch voller Hoffnung, die in wenigen Tagen in Hoffnungslosigkeit, ja Verzweiflung umschlägt. Die Welt hat sich weitergedreht. Das Umfeld der Soldaten versteht die Veränderung der jungen Menschen nicht, da sie ja nie die Gräuel der Schützengräben erleben mussten. Die Namen der Protagonisten sind dabei austauschbar und so könntene es auch Soldaten aus dem 2. WK oder aus dem Irak sein.

Der Wahnsinn des Krieges und seiner indirekten Folgen werden von Remarque präzise und doch sehr sensibel dargestellt. Er verzichtet auf Sozialromantik und stellt das Leben der Soldaten als fortgesetzten Kampf nach der eigentlichen Schlacht - dem Weltkrieg - dar.
Letztlich merkt der Leser Remarques tiefe Traurigkeit darüber, dass bereits kurz nach Ende des 1. WK die Saat für den 2. WK gelegt wurde und die Menschen (zwar weniger jubelnd) freiwillig in den Untergang zogen.

"Der Weg zurück" regt durch seine sprachliche Wucht zum Nachdenken an und kann daher nur empfohlen werden! Für mich genause wie "Im Westen nichts Neues" Pflichtlektüre für alle, die nur annähernd verstehen wollen, warum die europäische Idee so wichtig ist und warum wir für jegliche Bürokratie "dankbar" sein sollten - lieber diese Bürokratie als eine Waffe in der Hand und die Angst, den nächsten Morgen nicht zu erleben.
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am 11. Juni 2015
Das hundertjährige "Jubiläum" des Beginns des ersten Weltkrieges hat mich dazu gebracht, mich einmal wieder den Romanen von Remarque zuzuwenden.
In denen dieser Autor, der im Alter von 18 Jahren von der Schulbank eines Gymnasiums gerissen wurde, um an der Westfront einen Einblick in die zweitschlimmste Hölle auf Erden nach dem KZ - das Schachtfeld- gewinnen zu "dürfen", in Ich-Form seine dortigen Erfahrungen, Gefühle und gewonnenen Einsichten mit dem Leser teilt.
Unglaublich gut, ein MUSS für alle, die von dieser Geißel der Menschheit und dem Wesen von erst im Krieg Soldaten gewordenen Soldaten etwas wissen wollen.

Dieser Roman ist die Fortsetzung seines ersten, "Im Westen nichts Neues".
In dem ersten geht es um die Erfahrungen der Soldaten an der Front, und dieser Roman zeigt, wie die wenigen jungen Männer aus dem heimatlichen Umfeld des Autors, die überleben durften- nur 32 von 500- zurück kommen und versuchen, sich wieder in ein "normales" Leben rein zu fummeln und weiter zu leben, obwohl sie schon 100 x innerlich gestorben, mit ihren getöteten Kameraden jedenfalls aus dem sog. normalen Leben geschieden waren.
ALLE Überlebenden haben sich neben dem Horror das Erlebnis der Kameradschaft untereinander gemerkt und sind süchtig danach geworden.
So ja auch Hitler, der die Bücher von Remarque verbrennen ließ und ihm seine deutsche Staatsangehörigkeit aberkannte.

Für jede denkbare Möglichkeit des Weiterlebens dieser jungen Soldaten - außer der, die Hitler als ebenfalls junger Frontsoldat des 1. Weltkrieges für sich gefunden und umgesetzt hat - gibt es in diesem Roman eine sehr glaubhaft geschilderte Figur.

Zwei werden in Friedenszeiten von ihren ehemaligen Kameraden erschossen, die irgendeine Revolution lostraten und sich damit wieder Feinde, notfalls auch aus den früheren eigenen Reihen, schufen.

Einer lebt in der Irrenanstalt und sieht selber die Lösung seiner Probleme darin, wieder zurück an die Front zu gehen.

Ein anderer geht wirklich wieder zu den Soldaten, weil er mit dem Normalleben nichts mehr anfangen kann, und sich nach der Kameradschaft sehnt, die er an der Front in ihrer Höchstform erleben durfte. Kehrt aber wieder zurück, da diese in Friedenszeiten nicht funktioniert.

Einer wird Lehrer und schafft es, sich mit der Langeweile dabei zu arrangieren.
Vorher hatte er noch den Hahn des Nachbarn seiner Eltern "requiriert" und auf der Stelle geschlachtet und nicht verstanden, warum seine Mutter sich über diesen kostbaren Braten nicht freuen konnte.

Der Ich-Erzähler wird auch zuerst Lehrer, hält es aber nicht aus, weil er gelernt hat, dass die Schule angesichts der Tatsache von Kriegen unter den Menschen keine Bedeutung hat und dort keiner was für`s Leben lernen kann.

Einer von ihnen erschießt den Liebhaber der Frau, in die er sich verliebt hatte und von der er sich Halt und eine Rückkehrmöglichkeit versprach und will sich dafür verantworten.
Verteidigt sich nur mit einem Satz, dem folgenden :
" Ich habe schon viele Menschen erschossen, die mir weniger getan haben."
Sagt, dass er diese Tat, für die er nun merkwürdiger Weise zur Verantwortung gezogen wird, deshalb nicht bereuen kann.
Hofft offenbar auf die ihm drohende Hinrichtung.
Bekommt aber dann deshalb, weil seine Kameraden ihn in der Gerichtsverhandlung sehr gut verteidigen- worin sie nur deshalb nicht unterbrochen wurden, weil der Richter, der Staatsanwalt und Gerichtsdiener erkennen, dass sie hier einer geschlossenen Reihe todesmutiger Soldaten gegenüber stehen, die nicht mal mehr den Teufel fürchten, und diese Laffen in ihren lächerlichen Rollen nicht gelten lassen und sie wie Fliegen an der Wand ausdrücken könnten- dann nur 3 Jahre Haft.

Einer heiratet und wird ein vorbildlicher und liebevoller Familienvater.
Er war der einzige, der den Krieg auch nach seiner Rückkehr noch bejahte und keine
Schuldgefühle, keine Selbstzweifel, keine Zweifel an der Menschheit davon getragen hatte.

Andere verheiraten sich gut und werden Geschäftsleute, bleiben aber auch unglücklich und leer.
LEBEN tun sie alle nur, wenn sie ihre Frontkameraden treffen und wieder dicht beieinander sind.
Was jeden Tag geschieht.
Aber auch das trägt nicht weit, und sie müssen miterleben, wie einer nach dem anderen trotz ihrer unverbrüchlichen Liebe zueinander, die Remarque unglaublich gut darstellt, dennoch an den Folgen des Krieges stirbt, nicht mehr zurück kehren kann.

Einer von ihnen reist irgendwann zurück an die Westfront, lebt noch eine Weile auf den verlassenen Feldern und in dort noch vorhandenen Schützengräben, bei seinen toten Kameraden, und erschießt sich dann dort.

Ein anderer von ihnen begeht Selbstmord, nachdem er vom Arzt erfuhr, dass er sich in einem Soldatenpuff bei seiner "Entjungferung"die Syphilis geholt hat. Er hatte seine Heimkunft von und in der Liebe erhofft und sah sich nun als schmutzig und von der Liebe ausgeschlossen an.

Der Ich-Erzähler bricht über diesen Selbstmord psychisch und physisch zusammen und arbeitet sich dann in einem wohl monatelangen oder noch länger andauernden Fieberwahn ins Leben der Gegenwart zurück.

Dort endet dieses Buch und leitet in den Folgeroman "Der schwarze Obelisk" über, der ebenfalls absolut genial ist; dieses Mal ohne Grauen und daher sehr lustig.

5 Sterne.
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